Tasmanien: 20 Tipps, was du sehen musst + Rundreise 2026

Tasmanien ist eine Insel, deren Wildnis gleich sieben von zehn Kriterien des UNESCO-Weltnaturerbes erfüllt – das ist die höchstmögliche Punktzahl auf unserem Planeten, die sie sich nur noch mit dem chinesischen Berg Taishan teilt. Mehr als ein Viertel dieser abgelegenen Insel am Ende der Welt ist von undurchdringlichen Regenwäldern, wilden Flüssen und rauen Bergen bedeckt, die Abenteurer aus aller Welt anlocken. Und am Kap Cape Grim im Nordwesten wird sogar regelmäßig die sauberste Luft der Erde gemessen, weil der Wind hier direkt über den unbewohnten Südlichen Ozean heranströmt.

Obwohl Tasmanien flächenmäßig etwa so groß ist wie Irland, zwingen dich die kurvigen Straßen und die sich ständig verändernde Landschaft dazu, langsamer zu werden und jeden Kilometer zu genießen. Reisende loben die entspannte Atmosphäre, die hervorragende lokale Küche und die enorme Vielfalt an wilden Tieren, die du sonst nirgends siehst. Ob du dir Hochgebirgstouren wünschst, Lust auf weltweit prämierten Whisky hast oder einfach nur Ruhe an einsamen Stränden suchst – diese Insel schenkt dir Erlebnisse fürs ganze Leben.

Die Vorbereitung auf eine Reise in diese Gegend erfordert allerdings etwas Planung, denn Unterkünfte sind Monate im Voraus ausgebucht und das Wetter macht hier gern, was es will. Der folgende Guide zeigt dir, wo du beim Eintritt in die Nationalparks sparst, wohin du zuerst fährst und welchen Orten du am meisten Zeit widmen solltest. Eine Regenjacke und festes Schuhwerk sind absolute Pflicht – und dann kann es auch schon losgehen.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Wie viele Tage du brauchst: Für eine schnelle Erkundung der Küste reichen 7 Tage, für eine entspanntere Rundreise inklusive Bergen und Westen solltest du dir 10 bis 14 Tage nehmen.
  • Wie du hinkommst: Am schnellsten sind Flüge von Melbourne (1 Stunde 20 Minuten) oder von Sydney, eine Alternative ist die nächtliche Fähre Spirit of Tasmania.
  • Wichtige Ersparnis: Wenn du mehrere Nationalparks besuchen willst, kauf dir den zweimonatigen Holiday Pass für 98,35 AUD (rund 55 €) fürs ganze Fahrzeug.
  • Wann du reisen solltest: Das beste Trekking-Wetter herrscht von Dezember bis Februar, du musst aber mit Menschenmassen und höheren Unterkunftspreisen rechnen.
  • Wichtigste Warnung: Tasmanien ist berüchtigt für die Zahl überfahrener Tiere, fahre daher in der Dämmerung und nachts maximal 65 km/h.
  • Auto ist Pflicht: Ohne eigenes oder gemietetes Auto kommst du auf der Insel praktisch nicht zurecht, öffentliche Verkehrsmittel funktionieren außerhalb der großen Städte kaum.

Wo liegt Tasmanien und wie kommst du hin

Tasmanien ist die südlichste Insel Australiens und liegt südlich des Festlands, getrennt durch die Bass-Straße. Einen internationalen Flughafen gibt es hier derzeit nicht, deine Reise führt also immer über das australische Festland, von wo Airlines wie Jetstar, Qantas oder Virgin fliegen. Die meisten Reisenden wählen kurze Flüge ab Melbourne, die gerade einmal eine Stunde und zwanzig Minuten bis zum Flughafen Hobart dauern, oder nur etwas über eine Stunde ins nördlicher gelegene Launceston. Von Sydney bist du knapp zwei Stunden in der Luft, was das Flugzeug zur mit Abstand schnellsten und oft auch günstigsten Variante macht.

Wenn du mehr Zeit hast und ein bisschen maritime Romantik erleben willst, kannst du die berühmte Fähre Spirit of Tasmania nehmen, die zwischen dem Festland-Ort Geelong und dem tasmanischen Devonport pendelt. Diese Überfahrt überwindet 448 Kilometer quer durch die Bass-Straße, dauert neun bis elf Stunden und findet meist über Nacht statt. Die Ticketpreise beginnen bei etwa 109 AUD (rund 62 €) pro Person, allerdings sind derzeit noch die älteren Schiffe aus den späten Neunzigern im Einsatz (während man wegen Verzögerungen weiter auf die neuen wartet).

Die Fähre lohnt sich finanziell vor allem, wenn du mit dem eigenen Auto reist und länger als zehn Tage auf der Insel bleiben willst. Ich muss dich aber unbedingt auf einen wichtigen Haken hinweisen: Die meisten Autovermietungen auf dem Festland verbieten strikt, ihre Fahrzeuge auf die Fähre mitzunehmen. Wenn du also kein eigenes Wohnmobil oder Auto hast, ist es viel schlauer, auf die Insel zu fliegen und den Wagen direkt am Flughafen in Hobart oder Launceston zu mieten.

Parks Pass: So zahlst du nicht doppelt

Der Eintritt in Tasmaniens Nationalparks kostet Geld und das System wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich – doch die richtige Wahl spart dir eine Menge. Der reguläre Tageseintritt liegt laut Preisliste ab Juli 2026 bei 49,15 AUD (rund 28 €) pro Fahrzeug bzw. 24,55 AUD pro Person, wenn du mit dem Bus oder Fahrrad anreist. Planst du aber einen klassischen Roadtrip und besuchst mehr als zwei Parks, lohnt sich der Tageseintritt auf keinen Fall und du würdest unnötig Geld zum Fenster hinauswerfen.

Der heilige Gral für alle Reisenden ist der zweimonatige Holiday Pass, der 98,35 AUD (rund 55 €) fürs ganze Fahrzeug mit bis zu acht Passagieren kostet, oder 49,20 AUD für Einzelpersonen. Mit dieser Karte hast du unbegrenzten Zugang zu praktisch allen Schutzgebieten der Insel, was für einen zweiwöchigen Roadtrip absolut ideal ist – und du musst an keiner Schranke einzeln zahlen. Für alle, die noch länger bleiben, gibt es auch eine Jahresvariante für 104,75 AUD, doch für einen normalen Urlaub reicht der Holiday Pass völlig aus.

Die einzige große Ausnahme von diesem System ist der beliebte Nationalpark Cradle Mountain, der zum Schutz der Natur und wegen der verpflichtenden Shuttlebusse ein eigenes System hat. Das Tagesticket kostet hier 30,70 AUD für Erwachsene, 12,30 AUD für Kinder und 73,75 AUD für Familien, wobei die Nutzung des obligatorischen Shuttles zum Dove Lake bereits im Preis enthalten ist. Hast du den erwähnten Holiday Pass, ist der Eintritt in den Park selbst kostenlos, aber das Busticket im Wert von 15,50 AUD für 72 Stunden musst du separat dazukaufen.

Wann du nach Tasmanien reisen solltest – Wetter und Klima

Die Wahl der richtigen Jahreszeit ist für einen Besuch in Tasmanien absolut entscheidend, denn das Wetter kann hier sehr unberechenbar sein und beeinflusst dein gesamtes Erlebnis. Den größten Ansturm erlebt die Insel im Sommer von Dezember bis Februar, wenn du bis zu fünfzehn Stunden Tageslicht und angenehme Temperaturen für Wanderungen und Küstenerkundungen genießen kannst. Du musst dich aber damit abfinden, dass Unterkünfte deutlich teurer sind, beliebte Routen voller Menschen und ein reales Risiko von Buschbränden besteht, die manchmal zur Schließung einzelner Parks führen.

Frühling und Herbst bieten laut vielen Reisenden den besten Kompromiss, weil die Natur in allen Farben leuchtet und die Touristenmassen spürbar dünner werden. Die Wintermonate von Juni bis August locken dann mit deutlich niedrigeren Preisen, verschneiten Berggipfeln und vor allem mit faszinierenden Polarlichtern im Süden der Insel, denn Tasmanien ist der südlichste bewohnte Teil Australiens. Denk aber daran, dass dich zum Beispiel am Berg kunanyi über Hobart auch mitten im heißen Sommer ein Schneesturm überraschen kann – warme Kleidung ist also ganzjährig ein Muss.

Egal, wann du reist – auf den Straßen musst du enorm vorsichtig sein, denn Tasmanien trägt den traurigen Titel als Roadkill-Hauptstadt der Welt. Die Natur ist hier randvoll mit Wildtieren wie Kängurus, Wallabys oder Wombats, die sich in der Dämmerung zum aufgewärmten Asphalt hingezogen fühlen. Deshalb wird dringend empfohlen, nach Einbruch der Dunkelheit maximal 65 km/h zu fahren oder nachts am besten gar nicht unterwegs zu sein – um sowohl die einzigartige Fauna als auch deinen Mietwagen zu schützen.

Wo du in Tasmanien übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Suche nach einer Unterkunft in Tasmanien erfordert strategisches Denken, denn außerhalb der großen Städte stößt du auf sehr begrenzte Kapazitäten, die in der Sommersaison in unglaublichem Tempo verschwinden. In Hobart, das dir wahrscheinlich als Ausgangspunkt dient, findest du eine breite Auswahl von historischen Gebäuden bis hin zu modernen Hotels am Wasser. Wenn du etwas wirklich Besonderes suchst, reservier dir ein Zimmer im ikonischen MACq 01 Hotel an der Uferpromenade, das als sogenanntes Storytelling-Hotel funktioniert, bei dem jeder Teil Geschichten aus der Vergangenheit der Insel erzählt. Eine tolle und etwas günstigere Alternative mitten im Geschehen ist das beliebte Hotel Grand Chancellor Hobart, von dem aus du überall nur wenige Schritte entfernt bist.

Die nördliche Basis für deine Ausflüge wird höchstwahrscheinlich Launceston, das Feinschmecker und Weinliebhaber begeistert und eine etwas ruhigere Atmosphäre als die Hauptstadt bietet. Einen sehr guten Ruf hat sich hier das moderne Hotel Verge Launceston erarbeitet, das Reisende für sein hervorragendes Restaurant und seine strategische Lage in der Nähe aller wichtigen Sehenswürdigkeiten loben. Beim Wechsel an die Ostküste zum berühmten Nationalpark Freycinet solltest du dich unbedingt nach einer Unterkunft im Örtchen Coles Bay umsehen, wo sich zum Beispiel das schöne Resort Edge of the Bay anbietet, das direkt am Wasser mit faszinierendem Blick in die Landschaft liegt.

Ein eigenes Kapitel ist der Nationalpark Cradle Mountain, wo die Nachfrage in der Saison das Angebot um ein Vielfaches übersteigt und die Preise in astronomische Höhen klettern. Die Haupt-Lodge im Park erntet gelegentlich Kritik für das, was man fürs Geld bekommt, deshalb raten Einheimische, sich lieber nach dem Cradle Mountain Hotel umzusehen, das guten Komfort zu einem etwas vernünftigeren Preis bietet. Egal, für welche Region du dich entscheidest – ich empfehle dringend, Reservierungen über Portale wie Booking mehrere Monate im Voraus zu erledigen, sonst bleiben dir nur die teuersten oder am schlechtesten bewerteten Optionen.

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Wo du in Tasmanien gut essen kannst

Auf der Suche nach großartigem Essen ist Tasmanien ein Paradies, denn die Köche hier haben die besten frischen Zutaten direkt von den Farmen und aus dem Ozean zur Verfügung. In Hobart solltest du unbedingt eine Reservierung im Restaurant Fico in Erwägung ziehen, das italienische Küche mit australischen Zutaten kombiniert. Sein Ruf ist zu Recht legendär und jeder Gang lohnt sich. Wenn dir eher nach schneller Klassik ist, steuern die meisten Leute zum Fish and Chips ins Mures Lower Deck direkt am Hafen, wo immer angenehm viel los ist (Vegetarier werden an den umliegenden Ständen fündig).

Und was ist mit dem Rest der Insel? In Launceston empfehle ich einen Halt im Lokal Stillwater, das sich in einer restaurierten historischen Mühle aus dem 19. Jahrhundert befindet. Neben erstklassigem Essen begeistert dich hier auch der Blick auf den Fluss. Auf dem Weg entlang der Ostküste darfst du dann die berühmte Freycinet Marine Farm nicht verpassen. Die Austern werden hier direkt aus dem Wasser gezogen und Meeresfrüchte-Liebhaber schwören darauf ☺️.

Tasmanien: 20 Tipps, was du sehen und erleben solltest

Das Beste der ganzen Insel auszuwählen ist gar nicht so einfach, denn jeder Teil Tasmaniens bietet ein etwas anderes Abenteuer. Ob du nun dramatische Berggipfel, unberührte Strände mit weißem Sand oder einzigartige historische Orte suchst – aus den folgenden zwanzig Tipps stellst du dir garantiert einen fantastischen Reiseplan zusammen.

Manche Orte schaffst du in ein paar Stunden, für andere solltest du dir lieber einen ganzen Tag freihalten, um nicht in Eile zu geraten. Vergiss vor allem nicht, genug Snacks und eine gute Playlist mit ins Auto zu nehmen, denn viel Zeit verbringst du damit, die atemberaubenden Aussichten direkt vom Fahrersitz zu genießen 😉.

1. Hobart und der samstägliche Salamanca Market

Die Hauptstadt von Tasmanien verzaubert dich sofort mit ihrer entspannten Atmosphäre, die meilenweit vom hektischen Tempo der Festland-Metropolen entfernt ist. Die Stadt liegt im malerischen Ästuar des Derwent River, ihre Gassen sind von wunderbar erhaltener kolonialer Architektur aus dem 19. Jahrhundert gesäumt und trotzdem bist du vom Zentrum aus in weniger als einer halben Stunde in der Wildnis – genau diese Kombination fasziniert Reisende an Hobart am meisten.

Wenn du am Wochenende hier bist, darfst du auf keinen Fall den samstäglichen Salamanca Market verpassen, der zu den besten Märkten der ganzen Südhalbkugel zählt. Er findet direkt zwischen den historischen Sandsteinlagern statt und bietet hunderte Stände, an denen du alles kaufst, von handgemachten Souvenirs bis zu fantastischen lokalen Köstlichkeiten. Ich empfehle dir unbedingt, frisch gerösteten Kaffee zu probieren und an den Ständen mit hervorragenden vegetarischen Spezialitäten, tasmanischem Käse und frischem Gebäck haltzumachen.

💡 Tipp: Der Markt ist gegen Mittag am vollsten, deshalb empfehle ich, gleich morgens gegen acht Uhr aufzubrechen, wenn du noch in Ruhe mit den lokalen Handwerkern plaudern kannst.

2. Museum MONA

Das Museum of Old and New Art, kurz MONA, hat vor Jahren komplett umgekrempelt, wie die Welt Tasmanien als Reiseziel wahrnimmt. Sein Gründer David Walsh bezeichnet es augenzwinkernd als subversives Disneyland für Erwachsene, was die bizarre und faszinierende Atmosphäre dieses Ortes ganz genau trifft. Die meisten Galerien befinden sich fensterlos im Untergrund und der gesamte Rundgang ist eher als provokatives Erlebnis konzipiert, das dich dazu bringen soll, über Leben, Tod und Kunst aus einer völlig anderen Perspektive nachzudenken.

Das Ticket für Erwachsene kostet rund 39 AUD (etwa 22 €) und im Jahr 2026 wartet das Museum unter anderem mit einer Ausstellung von Julian Charrière namens Hard Core sowie einer Schau von Anselm Kiefer auf. Selbst wenn du kein begeisterter Fan moderner Kunst bist, schwören Einheimische, dass MONA dich nicht kaltlässt und du noch lange nach der Heimkehr darüber nachdenken wirst. Das Museum hat zudem eine fantastische Architektur, die sich tief in die Sandsteinklippe über dem Derwent River gräbt.

💡 Tipp: Schon die Anreise zum Museum ist ein Erlebnis, wenn du den speziellen Katamaran nutzt, der vom Hafen in Hobart ablegt und auf dem du für eine VIP-Sektion mit unbegrenzten Getränken aufpreisen kannst.

3. kunanyi (Mount Wellington)

Direkt über Hobart ragt der majestätische Berg kunanyi, auch bekannt als Mount Wellington, in eine Höhe von 1.271 Metern und bildet die unverkennbare Kulisse der Stadt. Zum Gipfel selbst führen 22 Kilometer asphaltierte Straße, die Pinnacle Road, du kommst also mit einem normalen Auto in weniger als einer halben Stunde hinauf und der Eintritt in den gesamten Park ist obendrein kostenlos – was ihn zu einem der zugänglichsten Hochgebirgsgebiete Australiens macht.

Oben herrscht ein raues Tundraklima und die Aussicht auf die Stadt, den Derwent River und die entfernten Inseln ist bei klarem Wetter absolut atemberaubend. Du musst aber damit rechnen, dass das Wetter hier extrem wechselhaft ist und Schnee dich am Gipfel selbst mitten in den Sommerferien überraschen kann. Deshalb solltest du immer eine warme, winddichte Jacke dabeihaben, auch wenn du unten in der Stadt nur im kurzärmligen T-Shirt herumläufst.

💡 Tipp: Bei hohem Buschbrand-Risiko wird die Zufahrtsstraße aus Sicherheitsgründen gesperrt, prüfe daher vor der Fahrt nach oben immer die aktuelle Lage auf der Website des Parks.

4. Battery Point und das koloniale Hobart

Gleich hinter dem geschäftigen Salamanca Place liegt das historische Viertel Battery Point, das nach einer alten Artilleriebatterie aus dem Jahr 1818 benannt ist. Kanonen findest du hier heute keine mehr, doch das Viertel hat seinen maritimen Charakter aus dem 19. Jahrhundert mit engen Gassen und kleinen Häusern perfekt bewahrt. Ein Spaziergang durch dieses Viertel ist wie eine Reise mit der Zeitmaschine, bei der du perfekt restaurierte koloniale Bauten und gepflegte Gärten bewundern kannst.

Das Herz des Viertels ist der ikonische Arthur Circus, ein malerischer runder Park, gesäumt von ursprünglichen Arbeiterhäusern, die heute zu den teuersten Immobilien der Stadt gehören. Lass auch die berühmten Kelly’s Steps nicht aus – historische Steintreppen, die dieses erhöhte Viertel direkt mit der Hafenpromenade verbinden. Der gesamte Spaziergang ist völlig kostenlos und dauert etwa ein bis zwei Stunden, je nachdem, wie oft du in den lokalen Cafés Halt machst.

💡 Tipp: Die schönste Atmosphäre hat Battery Point am späten Nachmittag, wenn sich die Straßen golden färben und der Touristentrubel von den nahen Märkten langsam verstummt.

5. Botanischer Garten und subantarktisches Gewächshaus

Nur einen kurzen Weg vom Zentrum Hobarts entfernt erstrecken sich die wunderschönen Royal Tasmanian Botanical Gardens, die eine perfekte Flucht vor dem Stadttrubel in eine Oase der Ruhe bieten. Der Eintritt in die Gärten ist völlig kostenlos und du findest hier eine unglaubliche Sammlung historischer Bäume, weitläufige Rasenflächen ideal für ein Picknick am Nachmittag und sorgfältig gepflegte japanische Gärten. Die Gärten wurden bereits 1818 gegründet, was sie zu den zweitältesten botanischen Gärten in ganz Australien macht.

Der Hauptgrund, hierherzukommen, ist aber das einzigartige Subantarctic Plant House, das weltweit seinesgleichen sucht. In diesem speziell gekühlten Pavillon findest du Pflanzen, die von der rauen Insel Macquarie Island stammen, wobei das Innere das dortige eisige Klima, den Nebel und den Klang des Windes originalgetreu simuliert. Es ist ein absolut faszinierendes Erlebnis, bei dem du die harten Bedingungen der subantarktischen Natur am eigenen Leib spürst, ohne die Stadt verlassen zu müssen.

💡 Tipp: Die Gärten sind riesig, plan für deinen Besuch daher mindestens zwei Stunden ein, damit du genug Zeit hast, alle versteckten Wege und Gewächshäuser in Ruhe zu erkunden.

6. Cascades Female Factory

Tasmanien hat eine sehr dunkle Sträflingsvergangenheit und einer der eindringlichsten Orte, die mit dieser Geschichte verbunden sind, ist die Cascades Female Factory. Dieses Areal, das heute auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste steht, diente im 19. Jahrhundert als riesiges Frauengefängnis und Arbeitslager. Im Laufe der Jahrzehnte durchliefen es tausende Frauen und Kinder, die aus Großbritannien wegen oft völlig banaler Vergehen hierher deportiert wurden.

Der Basiseintritt kostet rund 35 AUD (etwa 20 €) für Erwachsene und 90 AUD für die ganze Familie, wobei das Areal täglich von halb zehn morgens bis halb fünf nachmittags geöffnet ist. Auch wenn von den ursprünglichen Gebäuden zum großen Teil nur die Außenmauern übrig sind, jagen dir die Erzählungen der Guides über das harte Leben der damaligen Häftlinge garantiert eine Gänsehaut über den Rücken. Die Ausstellung ist unglaublich einfühlsam gestaltet und gibt Frauen eine Stimme, deren Schicksale jahrzehntelang völlig vergessen waren.

💡 Tipp: Um das Erlebnis zu verstärken, empfehle ich, für eine dramatisierte Führung mit Schauspielern aufzupreisen, die dich in die harte Realität des damaligen Lebens viel besser hineinzieht als eine klassische Erläuterung.

7. Port Arthur

Südöstlich von Hobart liegt das legendäre Port Arthur, die mit Abstand bekannteste historische Sehenswürdigkeit der ganzen Insel. Diese riesige Sträflingskolonie, in die im 19. Jahrhundert über achtzigtausend Verurteilte geschickt wurden, gehörte zu den am strengsten bewachten Gefängnissen des gesamten britischen Empire. Heute steht das gesamte Areal unter UNESCO-Schutz und zieht jährlich mehr als eine Viertelmillion Besucher aus aller Welt an, die seine düstere Atmosphäre aufsaugen wollen.

Beim Durchstreifen der Ruinen des riesigen Gefängnisses und der Gärten, die die Häftlinge selbst anlegten, fällt es schwer zu glauben, dass dieser Ort real war. Der Ort hat auch ein modernes tragisches Kapitel, doch heute dient er vor allem als eindrucksvolles Freilichtmuseum, das das brutale System der damaligen Sträflingsarbeit bis ins Detail dokumentiert. Das Ticket gilt meist für zwei Tage und beinhaltet auch eine kurze Bootsfahrt zur nahen Toteninsel.

💡 Tipp: Wenn du hart im Nehmen bist, bleib in Port Arthur bis nach Einbruch der Dunkelheit und nimm an der berühmten Abendführung teil, bei der Einheimische Gruselgeschichten und Legenden erzählen.

8. Bruny Island

Wenn du eine Kostprobe vom Besten möchtest, was die tasmanische Natur und Gastronomie in konzentrierter Form bieten, musst du auf die nahe Insel Bruny Island fahren. Du kommst mit einer kurzen Fähre vom Örtchen Kettering hin und gleich nach dem Anlegen begrüßt dich eine raue Küstenlandschaft mit Leuchttürmen und endlosen Stränden. Die Insel ist faktisch in einen Nord- und einen Südteil geteilt, die durch die schmale Sandnehrung The Neck mit einem ikonischen Aussichtspunkt verbunden sind, den du über eine Holztreppe erreichst.

Neben der wunderschönen Natur kommen Reisende vor allem wegen des hervorragenden Essens, denn die Insel funktioniert wie eine einzige riesige lokale Speisekammer. Du kannst hier einen ganzen Tag damit verbringen, zwischen kleinen Farmen hin- und herzufahren und absolut fantastischen Käse aus der berühmten lokalen Käserei, frisch gebackenes Brot oder vorzügliches lokales Bier zu probieren. Wenn du auch nur ein bisschen eine Schwäche für gutes Essen hast, wird dich Bruny Island begeistern – ein Tag von Farm zu Farm reicht, um zu kosten, was geht.

💡 Tipp: Die Fähren zur Insel sind in der Sommersaison sehr ausgelastet, komm deshalb mit ausreichend Vorlauf zum Hafen, damit du nicht unnötig auf die nächste Verbindung warten musst.

9. Maria Island und die Wombats

Auf deiner Reise entlang der Ostküste darfst du den Abstecher zum Hafen von Triabunna nicht auslassen, von wo die Fähre zur faszinierenden Insel Maria Island ablegt. Das Rückfahrticket kostet Erwachsene 59 AUD (rund 33 €) und die halbstündige Überfahrt versetzt dich an einen Ort, an dem die Zeit stehengeblieben ist und an dem ein striktes Fahrverbot für alle Motorfahrzeuge gilt. Auf der Insel kannst du dich nur zu Fuß oder mit einem geliehenen Fahrrad fortbewegen, was das Gefühl des perfekten Abgeschnittenseins von der Zivilisation nur noch verstärkt.

Der Hauptgrund, warum alle hierherkommen, ist aber die unglaubliche Dichte an Wildtieren, die der Insel gelegentlich den Beinamen tasmanische Arche Noah einbringt. Es sind gerade die niedlichen Wombats, die hier sorglos auf den Wiesen grasen und dich ganz nah an sich heranlassen, was dir sonst in der Wildnis nur selten gelingt. Neben den Tieren findest du hier auch die beeindruckenden Gesteinsformationen der Painted Cliffs, die du nach knapp fünf Kilometern bequemem Gehen erreichst.

💡 Tipp: Die Painted Cliffs, die durch Eisenoxid wunderschön in rot-orange Streifen gefärbt sind, sind nur bei Ebbe zugänglich, prüfe daher vorher die Gezeitentabellen.

10. Bicheno und die Pinguine

Das Küstenstädtchen Bicheno ist ein idealer Halt, um Vorräte aufzufüllen und dich beim Erkunden der Ostküste auszuruhen. Die hiesigen Strände mit feinem weißem Sand und türkisem Wasser laden zu Spaziergängen ein, während du an der Küste kostenlos das Naturphänomen namens Blowhole bewundern kannst, bei dem die Meereswellen unter Druck aus Felsspalten hoch in die Luft schießen. Es ist ein sehr ruhiger Ort mit angenehm verschlafener Atmosphäre, an dem die Zeit eher nach den Gezeiten als nach der Uhr gemessen wird.

Mit Einbruch der Dämmerung spielt sich hier aber das Hauptschauspiel ab, für das Bicheno weit und breit berühmt wurde. An die hiesigen Strände kehren aus dem Meer die kleinen Zwergpinguine zurück und du kannst an einer organisierten Abendführung für 56 bis 76 AUD (rund 32–43 €) teilnehmen, um sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Die Guides verwenden spezielle gedämpfte Lichter, die die Tiere nicht stören, und du hast so die einmalige Chance, diese tollpatschigen Vögel aus nächster Nähe zu sehen.

💡 Tipp: Versuch auf keinen Fall, die Pinguine auf eigene Faust mit einer Taschenlampe oder dem Kamerablitz zu suchen, weil du sie blenden und ihr Brüten stören könntest.

11. Wineglass Bay und Freycinet

Der Freycinet-Nationalpark ist das Juwel der Ostküste und Heimat des wahrscheinlich meistfotografierten Strandes der ganzen Insel. Der Weg zum berühmten Aussichtspunkt über die Wineglass Bay, die mit ihrer Form an ein perfektes Weinglas erinnert, misst rund 2,6 Kilometer und der Aufstieg dauert eine bis eineinhalb Stunden. Es ist eine mittelschwere Strecke, auf der du ordentlich ins Schwitzen kommst, aber die Aussicht von der oberen Plattform auf das unglaublich blaue Wasser und den weißen Sand ist die Mühe absolut wert.

Viele Touristen drehen nach dem Foto des Panoramas um und kehren zum Auto zurück, doch Reisende empfehlen dringend, dem Pfad hinunter direkt zum Strand zu folgen. Wenn du den ganzen elf Kilometer langen Rundweg über den Hazards Beach machst, entkommst du den größten Massen und erlebst die wahre unberührte Schönheit des Parks, wobei die gesamte Tour rund vier bis fünf Stunden dauert. Für die geübtesten Abenteurer gibt es auch den steilen Aufstieg auf den Berg Mount Amos, von dem die Aussicht auf die Bucht absolut konkurrenzlos ist.

💡 Tipp: Prüfe vor Beginn der Wanderung immer die aktuellen Hinweise auf der offiziellen Website der Nationalparks, denn gelegentlich finden hier Instandhaltungsarbeiten statt oder es droht Brandgefahr.

12. Cape Tourville und Friendly Beaches

Wenn du nicht genug Zeit oder Energie für lange Wanderungen hast, bietet der Freycinet-Nationalpark auch viel einfachere Alternativen, um die wunderschöne Natur zu genießen. Eine tolle Wahl ist der Aussichtsrundweg um den Leuchtturm am Cape Tourville, den du in angenehmen zwanzig Minuten schaffst. Der Holzsteg schlängelt sich hoch über den Klippen und bietet fantastische Panoramablicke auf die zerklüftete Küste und den endlosen Ozean, wobei du nur mit einem leichten Anstieg rechnen musst, die Strecke ist also nicht vollständig barrierefrei.

Eine weitere versteckte Perle des Parks, von der viele Touristen nichts wissen, sind die weitläufigen Friendly Beaches am nördlichen Rand des Schutzgebiets. Dorthin führt eine neun Kilometer lange Schotterstraße, doch an ihrem Ende warten Kilometer unberührten weißen Sandes, an dem du womöglich ganz allein bist. Du findest hier auch einen einfachen Zeltplatz, der ohne weitere Gebühr zur Verfügung steht, wenn du bereits deinen Parks Pass gekauft hast.

💡 Tipp: Die Aussicht vom Leuchtturm Cape Tourville ist besonders zauberhaft früh am Morgen zum Sonnenaufgang, wenn sich die umliegenden Granitfelsen in unglaubliche Rosa- und Orangetöne färben.

13. Bay of Fires

Ganz im Nordosten der Insel erstreckt sich die Region Bay of Fires, die der renommierte Sender BBC einst zu den acht besten Stranddestinationen der Welt zählte – und das ist kein Wunder. Dieser lange Küstenstreifen ist charakteristisch für seinen blendend weißen Sand, sein unglaublich klares türkises Wasser und vor allem für die riesigen Granitfelsbrocken, die mit leuchtend orangefarbener Flechte überzogen sind. Genau dieser dramatische Farbkontrast ist der Grund, warum du hier die Kamera nicht aus der Hand legst.

Eine tolle Basis für die Erkundung dieser Region ist das Örtchen St Helens, das rund zwei Autostunden von Launceston entfernt liegt, von wo du leicht zum südlichen Zugang bei Binalong Bay kommst. Die gesamte Bay of Fires zieht sich kilometerweit nach Norden und bietet endlose Möglichkeiten für lange Spaziergänge an leeren Stränden, das Suchen von Muscheln oder einfach das Beobachten des Ozeans. Der Eintritt in dieses Schutzgebiet ist obendrein völlig kostenlos, du kannst hier also ruhig mehrere Tage verbringen und nur die herrliche Küstenatmosphäre aufsaugen.

💡 Tipp: Der Name Bay of Fires entstand nicht wegen der orangefarbenen Steine, sondern geht auf Kapitän Tobias Furneaux zurück, der vom Schiff aus die Feuer der Ureinwohner am Ufer lodern sah.

14. Launceston und die Cataract Gorge

Launceston ist die zweitgrößte Stadt der Insel und bietet eine ganz andere Atmosphäre als das an der Küste gelegene Hobart. Es liegt tief im Landesinneren am Zusammenfluss dreier Flüsse und besticht durch wunderbar erhaltene viktorianische Architektur, viele tolle Parks und eine hervorragende Kaffeekultur. Die absolut größte Attraktion, die sich überraschend nah am Zentrum befindet, ist aber die faszinierende natürliche Schlucht Cataract Gorge, in die der Eintritt völlig kostenlos ist.

Diese tiefe, von steilen Klippen gesäumte Flussschlucht wirkt, als wäre sie aus einem völlig anderen Teil der Welt hierher versetzt worden. Du kannst hier über eine Hängebrücke spazieren, dich in den Sommermonaten im öffentlichen Becken First Basin abkühlen oder die Pfauen beobachten, die über die Rasenflächen streifen. Ein Erlebnis, das du dir hier angeblich nicht entgehen lassen solltest, ist eine Fahrt mit der historischen Seilbahn mit der längsten freischwebenden Einzelspannweite der Welt (ganze 308 Meter), die dich rund zehn bis zwanzig Dollar (etwa 6–12 €) kostet.

💡 Tipp: Die Schlucht ist besonders eindrucksvoll nach starken Regenfällen, wenn sich der sonst ruhige Fluss in ein tosendes Element verwandelt, das sich über riesige Felsbrocken durch den engen Canyon wälzt.

15. Tamar Valley und die Schaumweine

Gleich hinter Launceston erstreckt sich das malerische Tamar Valley, das die älteste und größte Weinregion ganz Tasmaniens ist. Du findest hier mehr als dreißig verschiedene Weingüter, die über die sanften Hänge rund um den Fluss verstreut sind und fantastische Ausblicke in die Landschaft bieten. Das hiesige kühlere Klima ist absolut ideal für den Anbau von Sorten wie Pinot Noir und Chardonnay, aus denen hier wirklich hervorragende Weine entstehen.

Das Tal ist vor allem für eine bestimmte Spezialität berühmt, und zwar für die Produktion von Spitzen-Schaumweinen, die zur absoluten Elite in ganz Australien gehören. Reisende und Weinliebhaber loben die hiesigen Verkostungen enorm, denn anders als bei den großen kommerziellen Weingütern auf dem Festland hast du hier oft die Möglichkeit, direkt mit den Winzern selbst zu sprechen. Es ist ein sehr entspanntes und freundliches Erlebnis, bei dem du die Aussicht auf die Weinberge genießen und hervorragenden lokalen Käse probieren kannst, der perfekt zum Wein passt.

💡 Tipp: Für ein sorgenfreies Erkunden des Tals empfehle ich, eine organisierte Tour ab Launceston zu buchen, damit du dich nicht ums Fahren kümmern musst und die Verkostungen in vollen Zügen genießen kannst.

16. Lavendelfelder von Bridestowe

Etwa eine Autostunde nordöstlich von Launceston liegt ein Ort, der wie aus einem Katalog über die französische Provence stammen könnte. Das Bridestowe Lavender Estate ist eine der größten Lavendelfarmen der Welt und wenn die Felder in den Sommermonaten aufblühen, verwandelt sich die Landschaft in ein endloses Meer aus sattem Violett. Die Luft ist zu dieser Zeit völlig gesättigt vom betörenden Duft und der Anblick der perfekt geschwungenen Lavendelreihen, die sich bis zum Horizont ziehen, ist einfach fantastisch.

Die Hauptblütezeit läuft etwa von Mitte Dezember bis Ende Januar, wenn die Farm unter dem Ansturm von Fotografen und Naturliebhabern aus allen Nähten platzt. Der Eintritt ins Areal ist derzeit kostenlos, aber prüfe das vor der Fahrt lieber auf der offiziellen Website, denn das kann sich ändern. Besucher loben das lokale Café sehr, in dem du verschiedenste Lavendelspezialitäten probieren kannst, darunter das beliebte Eis, das nicht nur köstlich ist, sondern auch auf Fotos toll aussieht.

💡 Tipp: Wenn du zur Hochblüte den größten Massen ausweichen willst, komm gleich zur Öffnungszeit, wenn das Licht zum Fotografieren ohnehin am besten ist und du die Reihen für dich allein hast.

17. Cradle Mountain und Dove Lake

Der Nationalpark Cradle Mountain ist eindeutig das ikonischste Naturwahrzeichen der ganzen Insel und ein Ort, der in keinem Reiseplan fehlen darf. Der zackige Gipfel des Berges, der sich über den dunklen Wassern des Gletschersees Dove Lake erhebt, ist eine Szenerie, die wohl jeder von Postkarten und Prospekten kennt. Angesichts der enormen Popularität gibt es hier ein ausgeklügeltes System verpflichtender Shuttlebusse, die dich vom Besucherzentrum direkt zum See bringen, wodurch die empfindliche Natur geschützt wird.

Für die meisten Besucher ist das Hauptziel der bequeme sechs Kilometer lange Rundweg um den See selbst, den du ohne größere Anstrengung in zwei bis drei Stunden schaffst. Wenn du aber echtes Abenteuer suchst, wag dich an den anspruchsvollen Aufstieg auf den Gipfel des Cradle Mountain selbst, eine rund achtstündige Tour, die steiles Klettern über riesige Felsbrocken beinhaltet. Ein weiterer beliebter Halt im Park ist der kurze, aber zauberhafte zwanzigminütige Enchanted Walk, wo du dich im moosbewachsenen Regenwald wie im Märchen fühlst. Ideal ist es, dieser Region mindestens zwei bis drei Tage zu widmen, damit du auf längere Touren gehen oder dich im lokalen Spa mit Naturblick erholen kannst.

💡 Tipp: Auf den grasbewachsenen Ebenen rund um die Bushaltestelle Ronny Creek sind sehr oft frei lebende Wombats zu sehen, besonders am späteren Nachmittag, wenn sie zur Futtersuche herauskommen.

18. Overland Track

Für Liebhaber mehrtägiger Treks ist Tasmanien eines der größten Traumziele, und das dank der berühmten Route Overland Track. Dieser legendäre Trek misst fünfundsechzig Kilometer und dauert üblicherweise sechs Tage zu Fuß durch die wildeste und abgelegenste Landschaft der Insel. Die Strecke beginnt gerade am Cradle Mountain und führt durch raues Bergterrain über tiefe Täler, uralte Regenwälder und Moore bis zum wunderschönen Lake St Clair im Süden.

Diesen Trek zu absolvieren erfordert allerdings wirklich sorgfältige Planung und eine gute körperliche Verfassung, denn du musst dein gesamtes Essen und deine Ausrüstung auf dem Rücken tragen. In der Hauptsaison von Oktober bis Mai ist zudem eine vorherige Reservierung des Permits absolut verpflichtend und die Gehrichtung strikt von Nord nach Süd vorgegeben, um Staus auf dem Pfad zu vermeiden. Der Preis dieser Genehmigung steigt ständig, aktuell liegt er bei rund dreihundert Dollar (etwa 170 €), aber den genauen Betrag prüfst du lieber rechtzeitig auf der Website der Nationalparks.

💡 Tipp: Das Wetter auf dem Trek ist extrem wechselhaft und ein Schneesturm kann dich selbst mitten im Sommer in der Hütte einschließen, unterschätze also nicht eine gute Ausrüstung und ausreichend Ersatzverpflegung.

19. Strahan, Gordon River und Queenstown

Die Westküste Tasmaniens ist wild, unwirtlich und unglaublich faszinierend, wobei ihr gedachtes Zentrum das kleine Fischerstädtchen Strahan ist. Die meisten Leute kommen hierher wegen der berühmten Aussichtsfahrten auf dem dunklen Gordon River, die dich tief ins Innere der unberührten UNESCO-Wildnis bringen. Während der Fahrt siehst du die unheilvolle Meerenge Hells Gates und die Ruinen der alten Sträflingskolonie auf Sarah Island – ein Erlebnis, an das sich Reisende sehr gern erinnern.

Auf dem Weg nach Westen fährst du sicher durch das Bergbaustädtchen Queenstown, das dich auf den ersten Blick mit seiner völlig kahlen Mondlandschaft schockiert. Jahrzehnte rücksichtslosen Kupferabbaus und saurer Regen aus den Schmelzhütten haben hier praktisch die gesamte Vegetation auf den umliegenden Hügeln zerstört, auch wenn die Natur in den letzten Jahren langsam zurückkehrt. Und noch eine Sache: Wenn du einen freien Vormittag hast, lohnt es sich, mit der historischen Dampf-Zahnradbahn West Coast Wilderness Railway zu fahren (sie bahnt sich ihren Weg durch dichten Regenwald und die Ausblicke aus den Fenstern lohnen sich).

💡 Tipp: Die Straße, die Hobart mit Queenstown verbindet, ist voller endloser Serpentinen und steiler Abhänge, plan für die Fahrt daher deutlich mehr Zeit ein, als du aus der Karte schätzen würdest.

20. Mount Field und die Russell Falls

Der Nationalpark Mount Field gehört zu den allerältesten Schutzgebieten der Insel und Reisende lieben ihn vor allem wegen seiner guten Erreichbarkeit von der Hauptstadt aus. Er liegt rund eine Autostunde westlich von Hobart und bietet auf relativ kleiner Fläche eine enorme Vielfalt, von Regenwäldern in niedrigeren Lagen bis zu alpinen Seen weiter oben. Ein riesiger Vorteil ist, dass der Eintritt vollständig in deinem Parks Pass enthalten ist, du kannst hier also einen ganzen Tag ohne weitere Kosten verbringen.

Der größte Magnet des Parks sind zweifellos die wunderschönen Russell Falls, die in mehreren Kaskaden über riesige Farne und moosbewachsene Felsen stürzen. Der Weg dorthin ist absolut anspruchslos, vollständig barrierefrei und vom Besucherzentrum aus in kaum zwanzig Minuten zu bewältigen, was ihn zu einem idealen Halt für alle macht. Wenn du mehr Energie hast, kannst du auf einem steileren Pfad zu weiteren Wasserfällen in der Umgebung weitergehen oder mit dem Auto bis zum Lake Dobson fahren, wo längere Hochgebirgstouren beginnen.

💡 Tipp: Wenn du im Park bis zur völligen Dunkelheit bleibst, nimm eine Taschenlampe und geh den Pfad zu den Wasserfällen entlang, wo an den feuchten Ufern hunderte winzige Glühwürmchen leuchten.

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Der Geschmack Tasmaniens: Whisky, Wein und Käse

Tasmanien hat sich in den letzten Jahren zu einer der renommiertesten Gourmet-Destinationen der Welt entwickelt und seine Produkte bauen sich nach und nach einen ordentlichen internationalen Ruf auf. Wenn du guten Alkohol magst, begeistert dich sicher die Information, dass die hiesige Brennerei Sullivans Cove 2014 den Titel für den besten Single Malt Whisky der Welt gewann und damit als erste in der Geschichte die Konkurrenz aus Schottland und Japan schlug. Ein weiterer großer Name ist die lokale Marke Lark, und du kannst so fantastische Verkostungen über die ganze Insel verteilt genießen.

Weinliebhaber fühlen sich hier wie im Paradies, denn das kühlere Klima kommt Sorten wie Pinot Noir und der Produktion von Spitzen-Schaumweinen perfekt zugute. Fahr zu Verkostungen in die berühmten Täler Tamar Valley oder Coal River Valley, wo dich die lokalen Winzer begeistert durch ihre malerischen Weinberge führen und dir das Beste aus ihren Kellern zum Probieren geben. Zu gutem Trinken gehört natürlich auch tolles Essen, und Tasmanien glänzt vor allem in der Herstellung fantastischer handwerklicher Käse, für die sich ein Ausflug zur erwähnten Bruny Island lohnt.

Die Insel wurde früher oft Apple Isle genannt, dank ihres enormen historischen Apfelexports, und diese Tradition halten heute Hersteller vorzüglicher lokaler Cider aufrecht, die du in jeder besseren Kneipe findest. Reisende loben auch die hiesigen Bäckereien, Marktstände und Cafés enorm, wo du das Beste aus der lokalen Ernte bekommst, von frischen Trüffeln bis zu Himbeeren und Blaubeeren direkt von der Farm. Egal, wofür du dich entscheidest – du kannst sicher sein, dass es mit maximalem Respekt vor der umliegenden rauen Natur angebaut oder hergestellt wurde.

Reiseplan: 7, 10 oder 14 Tage

Die Planung der Route durch Tasmanien hängt stark von der Zeit ab, die dir zur Verfügung steht, aber generell wird empfohlen, die Insel im Uhrzeigersinn mit Start in Hobart zu umrunden. Wenn du nur 7 Tage für die Insel hast, konzentriere dich primär auf die Küsten-Highlights. Fahr von Hobart nach Südosten zum historischen Port Arthur, steuere anschließend die Ostküste hinauf zum wunderschönen Freycinet-Nationalpark und zur Wineglass Bay und widme die letzten Tage entweder den nördlichen Stränden der Bay of Fires oder biege ins Landesinnere ab.

Mit 10 Tagen kannst du bereits die größte Bergperle der Insel in deinen Reiseplan aufnehmen und das Reisen in viel entspannterem Tempo genießen. Nach der Erkundung der Ostküste hast du genug Zeit für den Wechsel nach Launceston (von Hobart sind es rund 198 Kilometer) und anschließend für einen zweitägigen Halt im Nationalpark Cradle Mountain, der weitere 140 Kilometer westlich liegt. Es bleibt dir auch Raum für Weinverkostungen im Tamar Valley oder das Beobachten der Pinguine an der Ostküste, ganz ohne unnötigen Stress am Steuer.

Für eine komplette Rundreise inklusive der wilden und abgelegenen Westküste solltest du dir idealerweise 14 Tage nehmen. Dieser Plan ermöglicht dir, den geheimnisvollen Gordon River in Strahan zu erkunden, die faszinierende Mondlandschaft rund um Queenstown zu durchfahren und über das zentrale Hochland nach Hobart zurückzukehren. Denk immer daran, dass die Entfernungen auf der Karte gewaltig täuschen und der Wechsel von Hobart zum Cradle Mountain (293 Kilometer) dich auf den kurvigen Straßen fast vier Stunden reine Fahrzeit kostet, plan deine Tagesetappen also nicht zu lang.

Wohin als Nächstes

Wenn dich das Entdecken der Antipoden reizt und du über einen umfangreicheren Reiseplan nachdenkst, schau dir unseren Artikel Urlaub in Australien: 30 schönste Orte + praktische Tipps an, in dem du jede Menge weitere Inspiration findest. Für alle, die den Besuch Tasmaniens mit den Festlandstädten verbinden, ist der Guide Melbourne, Australien: 23 Tipps, was du sehen und tun kannst oder der detaillierte Artikel Adelaide, Australien: 18 Tipps, was du sehen und tun kannst nützlich. Und wenn du dir einen tropischen Kontrast zur rauen tasmanischen Natur wünschst, lass auf keinen Fall die Tipps zum Great Barrier Reef: Ausflüge, Preise und wie du es erlebst aus. Die Logistik der langen Fahrten behandelt schließlich unser Roadtrip durch Australien: Visa, Routen, Preise.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage für Tasmanien?

Für einen schnellen Durchflug der bekanntesten Küstenorte reichen 7 Tage aus, aber für eine entspanntere Erkundung der Insel einschließlich der Westküste und der Berge solltet ihr eher 10 bis 14 Tage einplanen. Tasmanien täuscht mit seiner Größe und die Fahrten über kurvige Straßen nehmen viel mehr Zeit in Anspruch, als es auf der Karte scheint.

Fliegen oder mit der Fähre?

Flüge von Melbourne oder Sydney sind sehr schnell und oft auch die günstigere Variante, wenn ihr euch erst vor Ort ein Auto mietet. Die Fähre Spirit of Tasmania lohnt sich eher für Reisende, die ein eigenes Wohnmobil haben und planen, deutlich länger auf der Insel zu bleiben.

Brauche ich ein Auto?

Ja, ohne eigenes oder gemietetes Auto kommt ihr auf Tasmanien praktisch nicht zurecht, denn der öffentliche Nahverkehr außerhalb der Hauptstädte ist extrem eingeschränkt. Die meisten Nationalparks und abgelegenen Strände sind zudem ausschließlich mit dem eigenen Fahrzeug erreichbar, daher ist ein Auto absolut notwendig.

Was ist der Parks Pass und welcher lohnt sich?

Der Parks Pass ist eine obligatorische Eintrittsberechtigung für die Nationalparks, und wenn ihr einen klassischen Roadtrip über die Insel plant, ist der zweimonatige Holiday Pass konkurrenzlos die beste Wahl. Er kostet 98,35 AUD pro Fahrzeug und deckt die Eintritte in alle Parks ab, mit Ausnahme der Gebühr für den Pendelbus am Cradle Mountain.

Wann ist die beste Reisezeit?

Für Wanderungen und Aufenthalte im Freien ist die Sommerzeit von Dezember bis Februar am besten geeignet, wenn die Tage bis zu fünfzehn Stunden dauern, aber ihr müsst mit großen Touristenmassen rechnen. Frühling und Herbst bieten wunderschöne Farben und mehr Ruhe, während ihr im Winter im Süden der Insel Polarlichter beobachten und bei der Unterkunft sparen könnt.

Ist Tasmanien teuer?

Für Touristen kann Tasmanien ziemlich kostspielig sein, vor allem was die Unterkunft in kleineren Orten in der Nähe von Nationalparks während der Sommersaison betrifft. Die Preise für Essen in Restaurants sind etwas höher als in Sydney, aber ihr könnt viel Geld sparen, indem ihr Lebensmittel in Supermärkten einkauft und campt.

Reicht für Cradle Mountain ein Tag?

Für einen kurzen Spaziergang um den Dove Lake und ein paar Fotos reicht ein Tag aus, aber ihr verpasst eine Menge Erlebnisse. Ideal ist es, für diese Gegend mindestens zwei bis drei Tage einzuplanen, damit ihr längere Wanderungen unternehmen oder euch in den örtlichen Thermalbädern mit Blick auf die Natur entspannen könnt.

Wineglass Bay: nur Aussichtspunkt oder runter zum Strand?

Der Aufstieg zum Aussichtspunkt dauert etwa ein bis eineinhalb Stunden und bietet euch den ikonischen Blick auf die Bucht, aber oben herrscht oft ein riesiger Andrang. Reisende empfehlen daher nachdrücklich, mehr Zeit für die gesamte elf Kilometer lange Rundwanderung einzuplanen und direkt zum Strand hinunterzugehen, wo ihr herrliche Ruhe ohne Menschenmassen erlebt.

Werde ich einen Tasmanischen Teufel sehen?

In freier Wildbahn habt ihr praktisch keine Chance, einen Tasmanischen Teufel zu sehen, denn diese Tiere sind sehr scheu, nachtaktiv und leiden an einer schweren Gesichtstumorerkrankung, die ihre Population drastisch reduziert hat. Sicher sind aber Rettungsstationen und Reservate, wie zum Beispiel Bonorong in der Nähe von Hobart, wo ihr ihnen von Angesicht zu Angesicht begegnen könnt.

Ist es sicher, nach Einbruch der Dunkelheit zu fahren?

Das ist definitiv nicht sicher und die Autovermietungen warnen selbst oft davor, denn Tasmanien hat eine enorme Anzahl überfahrener Tiere auf den Straßen. Kängurus und Wombats sind in der Dämmerung sehr aktiv, daher solltet ihr nachts maximal 65 km/h fahren oder idealerweise nur bei Tageslicht reisen.

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