Roadtrip Australien 2026: Routen, Auto, Camps & Budget

Ein Roadtrip Australien steht wohl mindestens einmal im Leben auf der Wunschliste eines jeden begeisterten Reisenden. Kängurus in freier Wildbahn beobachten, faulen Koalas in den Kronen der Eukalyptusbäume zusehen oder den magischen Sonnenaufgang am heiligen Uluru erleben – all das gehört zu den Erlebnissen, die sich für immer einbrennen. Und obwohl dieses riesige Land den Ruf hat, eine ziemlich teure Destination zu sein, kannst du auch hier mit Blick auf dein Budget reisen, wenn du weißt, wie es geht.

Die ideale Art, das Land kennenzulernen, ist zweifellos das eigene Auto und ein ordentlicher Roadtrip, der dir völlige Freiheit schenkt. Unsere Truppe entschied sich 2018 für die Route Sydney, Melbourne, Adelaide, Alice Springs und Darwin, was bedeutete, in nur einem Monat fast 9.000 Kilometer zurückzulegen. Es war eine enorme Herausforderung, aber gleichzeitig wohl die beste Entscheidung, die wir treffen konnten.

In diesem ausführlichen Guide schauen wir uns gemeinsam alles an, was du wissen musst, bevor du zum ersten Mal auf der linken Straßenseite Gas gibst. Ich verrate dir, wie du die perfekte Route auswählst, worauf du bei der Automiete achten musst und wie du eine Begegnung mit einem riesigen Road Train überlebst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Kostenloses elektronisches Visum: Für einen touristischen Roadtrip reicht dir das eVisitor Subclass 651, das komplett kostenlos ist und einen Aufenthalt von bis zu 3 Monaten erlaubt.
  • Riesige Distanzen: Die Fahrt entlang der Ostküste von Sydney nach Cairns beträgt über 2.400 Kilometer – Luftlinie etwa so weit wie die Strecke von London nach Moskau.
  • Linksverkehr und Road Trains: In Australien fährt man links und triffst du regelmäßig auf sogenannte Road Trains, die über 50 Meter lang sind und für deren Überholen du bis zu 2,5 Kilometer geraden Abschnitt brauchst.
  • Vorsicht vor Kängurus in der Dunkelheit: Die Tiere sind in der Dämmerung und nachts am aktivsten, deshalb solltest du nach Einbruch der Dunkelheit nicht schneller als 65 km/h fahren und bei einem Zusammenstoß niemals ruckartig das Lenkrad herumreißen.
  • Wildcampen ist verboten: Wildcamping wird mit Strafen geahndet, du musst offizielle kostenlose Camps oder kostenpflichtige Caravan-Parks nutzen, die du leicht über die Apps CamperMate und WikiCamps findest.
  • Tankstellen im Outback: In abgelegenen Gebieten liegen die Distanzen zwischen den Tankstellen üblicherweise bei rund 300 Kilometern, du musst also bei jeder Gelegenheit tanken.

Wann du zum Roadtrip nach Australien aufbrechen solltest

Es gibt keine allgemeingültige Regel dafür, wann genau du auf den roten Kontinent aufbrechen solltest, denn deine Entscheidung hängt vor allem davon ab, welche konkreten Regionen du besuchen willst. Australien ist riesig und das Wetter unterscheidet sich dramatisch, je nachdem, ob du dich im tropischen Norden, im wüstenhaften Zentrum oder im milderen Süden bewegst.

Viele Reisende wählen für ihren Besuch den europäischen Winter, also den Zeitraum etwa von Dezember bis April, wenn bei den Aussies Hochsommer und Haupt-Reisesaison herrscht. Die Ost- und Südküste des Kontinents ist in diesen Monaten eindeutig eine hervorragende Wahl, besonders wenn du surfen, wunderschöne Strände erkunden und den aufgewärmten Ozean genießen willst. Andererseits musst du damit rechnen, dass im Norden in Queensland zu dieser Zeit die sogenannte Stinger-Saison (von November bis Mai) läuft, wenn das Meer voller gefährlicher Quallen ist und Baden ohne speziellen Anzug ein großes Risiko darstellt.

Im Outback und im Norden ist Reisen im australischen Sommer zudem ziemlich unangenehm und du kannst auf gesperrte Wanderwege stoßen, die verantwortungslose Touristen vor dem Kollaps durch extreme Hitze bewahren sollen. Im Norden läuft außerdem die offizielle Saison der tropischen Wirbelstürme, die vom 1. November bis zum 30. April dauert. In diesem Zeitraum treten laut Langzeitstatistiken durchschnittlich zehn Zyklone auf, von denen drei bis vier tatsächlich das Festland treffen und deine Roadtrip-Pläne sehr schnell durchkreuzen können.

Die Australier selbst wählen zur Erkundung des roten Zentrums und des tropischen Nordens deshalb eher den europäischen Sommer, also die Monate von Mai bis September. Dieser Zeitraum bietet im Outback deutlich angenehmere Tagestemperaturen und die beliebten Nationalparks sind nicht so überfüllt mit Touristen. Wenn du dich aber entscheidest, im europäischen Sommer quer über den Kontinent zu reisen, darfst du nicht vergessen, dass im Süden Australiens dann Winter herrscht und die Temperaturen nachts bis zum Gefrierpunkt sinken können. Wir waren auf unserer Reise 2018 darauf überhaupt nicht vorbereitet und an einige eisige, durchwachte Nächte im Zelt irgendwo an der Südküste werden wir uns wohl bis ans Lebensende erinnern.

💡 Tipp: Wenn du ganz genau wissen willst, welche Temperaturen dich in den einzelnen Städten erwarten, lies unseren ausführlichen Artikel „Wetter in Australien: Wann reisen je nach Region“.

Wo übernachten und wie campen in Australien

Camping gehört untrennbar zu einem australischen Roadtrip, aber gleich zu Beginn muss man eine absolut grundlegende Sache klarstellen. Wildcamping ist in ganz Australien streng verboten, die Vorstellung, dein Auto einfach irgendwo an einem einsamen Strand zu parken oder ein Zelt aufzuschlagen, kann dich also eine sehr saftige Strafe und unangenehme Diskussionen mit den örtlichen Rangern kosten.

Um Probleme zu vermeiden, musst du ausschließlich an dafür vorgesehenen Orten nächtigen. Diese teilen sich in kostenpflichtige Caravan-Parks mit jedem erdenklichen Komfort und in eine riesige Anzahl kostenloser Camps, die von den örtlichen Behörden oder der Nationalparkverwaltung betreut werden. Zum Finden empfehle ich dir wärmstens, noch vor der Reise die großartigen Apps CamperMate und WikiCamps herunterzuladen, ohne die du unterwegs schlichtweg nicht auskommst.

In diesen Apps findest du nicht nur alle legalen Übernachtungsplätze, sondern auch sehr praktische Hinweise auf öffentliche Duschen, Waschsalons, Tankstellen oder WLAN-Punkte. Wichtig ist, bei der Automiete zu prüfen, ob dein Fahrzeug über die sogenannte Self-contained-Zertifizierung verfügt, was bedeutet, dass es eine eingebaute Toilette und einen eigenen Abwassertank hat. Wenn du diesen Aufkleber am Auto hast, eröffnet sich dir ein deutlich breiteres Angebot an kostenlosen Camps, in die gewöhnliche Autos ohne Toilette nicht dürfen.

Aber auch ohne eingebaute Toilette findest du unzählige legale Übernachtungsplätze. Bei kostenlosen Camps darfst du eben keinen großen Luxus erwarten, oft ist die einzige Ausstattung ein einfaches Plumpsklo und ein Stück ebener Fläche mitten im Busch. Im Outback musst du zudem enorm darauf achten, genügend eigene Kanister mit Trinkwasser dabeizuhaben, denn viele Rastplätze verfügen über gar keine Wasserquelle. Wenn du die Ausstattung vor Ort besorgen willst, lässt sich der Rest der Kleinigkeiten sehr günstig in der Kette Kmart kaufen, die du in jeder größeren Stadt findest. Unsere Truppe brachte von zu Hause nur einen guten Schlafsack, eine Isomatte, eine zuverlässige Stirnlampe und einen Wasserfilter mit.

Bewährte Camps und Caravan-Parks

Wenn du dir ab und zu eine warme Dusche gönnen, deine Wäsche waschen und eine voll ausgestattete Küche nutzen willst, lohnt es sich, in offiziellen Caravan-Parks Halt zu machen. Besonders nach mehreren Tagen im staubigen Outback ist die Rückkehr in solche Zivilisation buchstäblich Gold wert.

Auf der Fahrt entlang der ikonischen Great Ocean Road machen Reisende sehr gerne im Kennett River Family Caravan Park Station, der hervorragend bewertet ist und wo du oft direkt zwischen den Wohnwagen wilde Koalas beobachten kannst. Wenn du ins Zentrum des Kontinents zu Alice Springs aufbrichst, ist der zuverlässige Discovery Parks – Glen Helen eine ausgezeichnete Wahl zur Erkundung der West MacDonnell Ranges.

An der Ostküste im tropischen Queensland loben Reisende seit Langem das Mission Beach Hideaway Holiday Village oder das wunderschöne Daintree Beach Resort, das direkt an einem der ältesten Regenwälder der Welt liegt. Wenn du nach Tasmanien reist, machst du garantiert nichts falsch, wenn du im Strahan Beach Tourist Park an der Westküste oder im gemütlichen Triabunna Cabin & Caravan Park im Osten übernachtest. Ein angenehmes Umfeld bietet auch der Swansea Holiday Park, von dem aus du wunderbar Ausflüge in den Freycinet-Nationalpark unternehmen kannst.

Ideale Routen für deinen Roadtrip Australien

Im Internet stößt du auf mehrere beliebte Routen, die sich durch ein Maximum an Erlebnissen auszeichnen, aber du musst dir ständig bewusst machen, dass Australien einfach riesig ist. Viele Europäer unterschätzen die Distanzen stark und verbringen dann statt eines entspannten Urlaubs ganze Tage nur mit ermüdendem Sitzen am Steuer, um einen zu straffen Zeitplan aufzuholen.

Ostküste: Der Klassiker voller Strände und Regenwälder

Die wahrscheinlich beliebteste Route für einen Roadtrip Australien an der Ostküste führt von Sydney oder Brisbane in Richtung Norden nach Cairns. Der Hauptreiz dieser Fahrt sind das Great Barrier Reef, tropische Regenwälder und endlose Strände. Wenn du den Ozean, Surfen und Tauchen liebst, ist das genau die richtige Wahl für dich. Du musst aber mit wirklich riesigen Etappen rechnen. Die Fahrt von Sydney nach Brisbane misst rund 928 Kilometer und beansprucht netto etwa zehn Stunden Fahrt. Von Brisbane nach Cairns sind es weitere überwältigende 1.696 Kilometer, was etwa 22 Stunden am Steuer entspricht, die du natürlich sinnvoll auf mehrere Tage verteilen musst.

Die gesamte Strecke von Sydney hinauf nach Cairns misst über 2.400 Kilometer, was sich kaum einer von uns real vorstellen kann. Zur besseren Veranschaulichung: Das ist Luftlinie etwa eine ähnliche Distanz wie von London nach Moskau. Für diesen Roadtrip musst du also mindestens vier bis sieben Tage allein für die reine Fahrt einplanen, aber real brauchst du zur Erkundung aller Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten mindestens drei volle Wochen.

Rotes Zentrum: Abenteuer im Outback

Etwas weniger frequentiert ist die Route, die direkt durch das Zentrum des Kontinents führt und deren absoluter Höhepunkt das heilige Uluru ist. Meist startet man in Adelaide und endet im tropischen Darwin im Norden. Du fährst über den ikonischen Stuart Highway, der die endlose rote Wüste durchschneidet. Diese Route ist für echte Abenteurer bestimmt, die genau das Australien erleben wollen, das sie aus Dokumentationen kennen. Der Nachteil sind Hunderte und Aberhunderte durchgesessene Kilometer im Auto, an denen du den ganzen Tag praktisch nichts Interessantes triffst, nur Staub, Buschwerk und ab und zu einen Road Train.

Wir entschieden uns auf unserer Reise 2018 nach langem Überlegen genau für das rote Zentrum, verlängerten die Route aber noch deutlich. Wir fuhren von Sydney über Melbourne, Adelaide, Alice Springs bis nach Darwin. In nur einem Monat legten wir in unserem alten Kombi fast 9.000 Kilometer zurück. Es war eine enorme Plackerei, aber diese riesige Runde kann ich dir aus eigener Erfahrung trotzdem wärmstens empfehlen.

Südküste: Dramatische Klippen und Tasmanien

Die dritte klassische Route führt von Perth im Westen bis nach Melbourne im Osten. Auf dieser Strecke fährst du nicht nur über eine der schönsten Küstenstraßen der Welt, die berühmte Great Ocean Road, sondern siehst auch eine völlig andere Natur. Von dieser Route aus kannst du zudem sehr leicht ins unberührte Tasmanien abbiegen, das du mit der Fähre direkt von Melbourne aus erreichst. Wenn dich dramatische Klippen und tiefe Wälder reizen, wird dich die Südroute garantiert nicht enttäuschen.

StreckenabschnittDistanzReine Fahrzeit
Sydney – Brisbaneca. 928 kmca. 10 Stunden
Brisbane – Cairnsca. 1.696 kmca. 22 Stunden
Sydney – Melbourne (durchs Landesinnere)ca. 877 kmca. 9 Stunden
Sydney – Melbourne (entlang der Küste)ca. 1.032 kmca. 13 Stunden

💡 Tipp: Wenn dich die Ostküste reizt, haben wir dazu einen ausführlichen Artikel verfasst: „Ostküste Australien: Reiseplan für 2 bis 4 Wochen“.

Automiete und wie du das richtige Fahrzeug auswählst

Einen weiteren riesigen Posten in deinem Reisebudget wird die Automiete ausmachen. Die Preise variieren stark und die größte Rolle spielt natürlich der Fahrzeugtyp, für den du dich am Ende entscheidest. Am günstigsten sind kleine Stadtautos, etwas teurer geräumige Limousinen und mit Abstand am teuersten kommen dich ausgestattete Campervans, Vans und große Wohnmobile.

Wir entschieden uns 2018 für einen günstigen Ford Falcon in der Kombi-Version von der Firma Travellers Autobarn, in den wir uns mit etwas gutem Willen zu viert samt allem persönlichen Gepäck quetschten. Unser Auto tauften wir liebevoll „Schiff“ und die Firma, von der wir es damals gemietet hatten, kann ich mit gutem Gewissen allen Rucksacktouristen empfehlen.

Je nachdem, welche Route du dir zu Hause planst, musst du auch den Antriebstyp bedenken. Wenn du auf den berühmten unbefestigten Staubpisten in abgelegeneren Nationalparks fahren willst, empfehle ich dir unbedingt einen robusten Allradler (4WD). Wenn dich hingegen so schnell nichts aus der Ruhe bringt und du dich ausschließlich an die asphaltierten Hauptstraßen halten willst, lassen sich auch mit gewöhnlichem Zweiradantrieb enorme Distanzen zurücklegen und die meisten Sehenswürdigkeiten sehen.

Für diejenigen von euch, die für ein größeres Abenteuer und für viel länger nach Australien fahren, lohnt es sich oft, gleich ein älteres Auto zu kaufen – von anderen Reisenden. Du musst aber im Voraus mit dem enormen Risiko einer möglichen Panne irgendwo im tiefen Outback rechnen, sämtliche Reparaturen gehen komplett auf deine Kosten und du musst dir am Ende der Reise auch genügend Zeit einplanen, um das Fahrzeug vor dem Heimflug wieder vernünftig zu verkaufen.

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Autoversicherung und teure Gebühren

Ein nicht geringerer Posten als die Automiete selbst ist eine passende Autoversicherung. Es liegt natürlich ganz bei dir, wie stark du dein temporäres Zuhause auf vier Rädern finanziell absichern willst. Du kannst eine Versicherung direkt beim australischen Vermieter wählen, die in der Regel teurer ist, oder ein gutes Angebot bei einem externen spezialisierten Versicherer finden, was oft deutlich günstiger ist und auch kleinere Schäden abdeckt.

Eine grundlegende Sache, auf die du enorm achten musst, ist die Tatsache, dass gewöhnliche Versicherungen der Vermieter beim Fahren auf unbefestigten Straßen meist überhaupt nicht greifen. Sobald du den sicheren Asphalt verlässt und auf eine Staub- oder Schotterpiste fährst, trägst du das gesamte Risiko von Schäden am Fahrgestell oder am Lack selbst, lies also immer sehr sorgfältig die Bedingungen in deinem Mietvertrag.

Wir entschieden uns 2018 wegen des knappen Budgets nur für eine Zusatzversicherung der Frontscheibe, die uns damals 70 AUD (rund 40 €) kostete. Und ich kann dir sagen, das hat sich enorm gelohnt und uns eine Menge Nerven gerettet. Die Frontscheibe bekam nämlich durch aufspritzende Steine der riesigen entgegenkommenden Lkw gleich mehrmals während unserer Reise unangenehme Steinschläge.

Die Vermieter werden dir zudem sehr wahrscheinlich eine weitere saftige Gebühr berechnen, wenn du das Auto in einer anderen Stadt zurückgeben willst, als in der du es ursprünglich abgeholt hast. Das ist die sogenannte One-Way-Gebühr. In unserem Fall 2018, als wir das „Schiff“ in Sydney abholten und ganz im Norden in Darwin zurückgaben, waren das weitere 200 AUD (rund 120 €) extra.

Insgesamt kam uns unser treuer Kombi für den ganzen Monat, inklusive der Basisversicherung der Scheibe und jener One-Way-Gebühr, auf rund 1.700 AUD (etwa 1.000 €). Die heutigen Mietpreise und versteckten Gebühren liegen natürlich längst ganz woanders, du musst die aktuellen Angebote der Vermieter also immer sehr sorgfältig prüfen und im Voraus durchrechnen.

Sicherheit auf der Straße und Besonderheiten beim Fahren

Das Fahren in Australien hat seine klaren Besonderheiten, an die wir Europäer uns eine Weile gewöhnen und dabei geduldig bleiben müssen. Die allerwichtigste ist die Tatsache, dass hier auf der linken Straßenseite gefahren wird. Die ersten paar Kreuzungen und Kreisverkehre sind eine echte Nervenprobe, wenn du statt des Blinkers regelmäßig den Scheibenwischer einschaltest, aber das menschliche Gehirn stellt sich meist sehr schnell um und nach zwei Tagen kommt es dir gar nicht mehr seltsam vor.

Vor dem Abflug wird dringend empfohlen, dir einen internationalen Führerschein (IDP) zu besorgen. Als Reisender aus Deutschland reicht dir in der Regel dein EU-Führerschein, in Kombination mit dem internationalen Führerschein bist du aber auf der sicheren Seite. Die Regeln unterscheiden sich nämlich je nach australischem Bundesstaat. Im Northern Territory oder in New South Wales darfst du zum Beispiel oft auch mit einem ausländischen Führerschein fahren, aber es ist immer bei Weitem am besten, diese Pflicht direkt bei deinem konkreten Vermieter zu prüfen, damit dich bei der Schlüsselübergabe keine böse Überraschung erwartet.

Vorsicht vor riesigen Road Trains

Ein Kapitel für sich sind die sogenannten Road Trains, also Straßenzüge, die die endlosen Ebenen des heißen Outbacks durchkreuzen. Diese riesigen Lkw haben üblicherweise bis zu drei lange Anhänger und messen über fünfzig Meter. Eine Begegnung mit einem solchen Monster auf einer schmalen Asphaltstraße flößt enormen Respekt ein und die Druckwelle heißer Luft rüttelt deinen Pkw ordentlich durch.

Wenn du einen solchen Road Train auf dem Highway überholen willst, musst du dir deines Manövers absolut sicher sein. Zum sicheren Überholen brauchst du bis zu 2,5 Kilometer geraden Abschnitt mit perfekter Sicht bis zum Horizont. Beginne niemals mit dem Überholen, wenn du nicht ausreichend weit vor dich sehen kannst, denn dieses langwierige Manöver dauert wirklich unglaublich lange.

Kängurus, Dunkelheit und tückische Ausweichmanöver

Die allergrößte Gefahr der australischen Straßen sind aber nicht die Lkw, sondern die einheimischen Tiere. Kängurus, gedrungene Wombats und andere Bewohner des Busches sind bei Sonnenaufgang, in der Dämmerung und nachts am aktivsten. Die Tiere sind absolut unberechenbar und springen oft direkt vor die Räder eines fahrenden Autos aus dem dichten Gebüsch am Straßenrand, ohne dass du eine Chance hättest, rechtzeitig zu reagieren.

Die goldene Regel des australischen Roadtrips lautet deshalb ganz klar: Wenn du kannst, vermeide es, im Dunkeln zu fahren. Wenn du schon nach Einbruch der Dunkelheit fahren musst, sollte die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen niemals 65 km/h überschreiten. Die mit Abstand schlechteste Statistik überfahrener Tiere hat Tasmanien, das den unrühmlichen weltweiten Spitzenplatz belegt und unter Fahrern oft „Roadkill-Hauptstadt der Welt“ genannt wird.

Wenn dir doch ein Tier wirklich in den Weg läuft und der Zusammenstoß absolut unvermeidbar ist, denk an die wichtigste Überlebensregel: Du darfst niemals ruckartig das Lenkrad herumreißen. Ein abruptes Ausweichmanöver bei hoher Geschwindigkeit endet nämlich fast immer mit dem Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug, dem Überschlag in den Graben oder einem fatalen Aufprall gegen einen Baum. Die einzig richtige Lösung ist, in gerader Richtung stark zu bremsen.

Tanken im Outback nicht unterschätzen

Während du an der Ostküste ziemlich oft auf Zivilisation und Services triffst, ändern sich die Spielregeln völlig, sobald du ins Zentrum des Kontinents aufbrichst. Tankstellen im Outback liegen üblicherweise rund dreihundert Kilometer auseinander, eine Distanz, die du mit halbleerem Tank mitten in der Wildnis schlichtweg nicht riskieren willst.

Gewöhne dir deshalb an, bei absolut jeder Gelegenheit Kraftstoff zu tanken, auch wenn du das Gefühl hast, noch relativ viel Sprit zu haben. Für die Seelenruhe ist es auch gut, im Kofferraum mindestens einen vollen Kanister als eiserne Reserve mitzuführen, denn du weißt nie, wann du auf eine geschlossene Tankstelle oder eine defekte Zapfsäule mitten im Nirgendwo triffst. Im Outback gibt es zudem oft keinen Handyempfang, vergiss also nicht, Offline-Karten herunterzuladen, damit du dich nicht verirrst.

Was kostet ein Roadtrip Australien (unser Budget)

Obwohl Australien bei uns eher den Ruf eines teuren Landes hat, lassen sich die Kosten mit etwas sorgfältiger Planung sehr vernünftig im Zaum halten. Während unserer einmonatigen Reise 2018 kletterten meine persönlichen Ausgaben ohne Flug auf umgerechnet rund 1.600 €. Es war allerdings ein strikt kostengünstiger Urlaub mit allem Drum und Dran, bei dem wir hauptsächlich in kostenlosen Camps schliefen und selbst kochten.

Der größte Einzelposten ist natürlich der Hin- und Rückflug aus Europa. Eine großartige Möglichkeit, beim Flug etwas zu sparen, ist es, im Rahmen einer längeren Reise durch Südostasien nach Australien zu fliegen oder vom nahen Neuseeland aus. Von diesen Orten aus operieren nämlich genügend Billigairlines, die viel günstigere Preise bieten als die traditionellen Langstrecken-Airlines, die direkt von Frankfurt oder München fliegen.

Der zweite riesige Posten ist die Automiete selbst und der Kraftstoff. Hier teilen sich die Kosten durch die Anzahl der Mitreisenden, das heißt: Je voller dein Auto, desto günstiger kommen dich die täglichen Fahrten. Um die Gesamtausgaben auf das absolute Minimum zu drücken, musst du teure Cafés vergessen und deine Vorräte ausschließlich in großen Supermärkten kaufen.

Wir überlebten auf der Reise vor allem von günstigen Zutaten. Der Hit waren Nudeln, Reis, Bohnen, Toast mit Erdnussbutter und große Becher Hummus. Zum Zubereiten der Mahlzeiten nutzten wir entweder unsere eigenen kleinen Gaskocher, ein gutes altes Lagerfeuer oder die großartigen öffentlichen Elektrogrills, von denen es im ganzen Land an Parks und Stränden wirklich viele gibt und die kostenlos sind.

Wenn du die lokalen Klassiker probieren willst, wirst du sehen, dass die Australier mit Vorliebe traditionelle Fish and Chips oder heiße Fleischpasteten (Meat Pies) essen, die man fast an jeder Tankstelle kaufen kann. Wenn du deinen Urlaub wirklich mit allem Drum und Dran genießen und dir Erlebnisse wie Tauchen am Riff gönnen willst, greifst du deutlich tiefer in die Tasche. Zum Glück sind die meisten Nationalparks komplett kostenlos zugänglich, mit Ausnahme der Region Uluru – Kata Tjuta, wo Eintritt bezahlt wird. Die heutigen Preise für Unterkunft, Kraftstoff und Autos liegen natürlich woanders als 2018, du musst dein aktuelles Budget also gründlich nach den frischen Preislisten durchrechnen.

Visum für Australien und Papierkram

Vor der Reise zu den Aussies darfst du auf keinen Fall vergessen, dein Visum rechtzeitig zu erledigen, ohne das dich das Personal nicht einmal an Bord des Flugzeugs lässt. Wenn du mit einem deutschen Reisepass reist und dein Abenteuer am Stück nicht länger als drei Monate dauert, ist das elektronische Visum eVisitor Subclass 651 für dich die beste Wahl, das komplett kostenlos ist.

Lass dich im Internet nicht von verschiedenen älteren englischen Anleitungen verwirren, die Leute oft unnötig zum Antrag für das ETA-Visum (Subclass 601) schicken, bei dem eine Servicegebühr von 20 AUD (rund 12 €) anfällt. Als Bürger Deutschlands brauchst du diese kostenpflichtige Variante überhaupt nicht und kommst bestens mit dem kostenlosen eVisitor aus, über den die meisten europäischen Touristen ins Land einreisen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt allerdings dringend, das Visum rechtzeitig zu erledigen und den teuren Flug erst nach dessen erfolgreicher Erteilung zu kaufen. Die australischen Behörden können nämlich zusätzliche Dokumente oder Prüfungen anfordern, was den gesamten Prozess unerwartet auf mehrere Wochen verlängern kann. Pass auch gut auf, dass für dich die Visumpflicht auch dann gilt, wenn dein Aufenthalt in der australischen Transitzone beim Umsteigen 8 Stunden überschreitet, selbst wenn du nur weiterfliegst.

Die gute Nachricht ist hingegen, dass für die gewöhnliche touristische Einreise nach Australien keinerlei Pflichtimpfung vorgeschrieben ist, du musst also keine langwierigen und teuren Besuche in Zentren für Reisemedizin fürchten.

💡 Tipp: Wenn du dir beim Vorgehen unsicher bist, haben wir für dich eine ausführliche Anleitung vorbereitet: „Visum für Australien: eVisitor Schritt für Schritt“.

Wohin nach deinem Roadtrip Australien

Australien ist so vielfältig, dass ein Roadtrip zum Kennenlernen definitiv nicht ausreicht. Wenn du dir konkrete Etappen planen willst, schau dir unseren Haupt-Pfeilerartikel Urlaub in Australien: 30 schönste Orte + praktische Tipps an.

Wenn du zu Kängurus und Koalas aufbrichst, wird dich sicher unser Guide „Tiere in Australien: Wo man Kängurus und Koalas sieht“ interessieren, damit du weißt, wohin genau du mit dem Auto fahren sollst. Interessant könnte für dich auch der Guide zur atemberaubenden Stadt Sydney sein oder Tipps zum Schnorcheln im Artikel über das Great Barrier Reef.

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Häufig gestellte Fragen

Welches Visum benötige ich für einen Roadtrip durch Australien?

Für touristische Zwecke und einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten reicht Ihnen als deutschem Staatsbürger das elektronische eVisitor-Visum (Unterklasse 651) aus, das komplett kostenlos ist. Der Antrag wird online gestellt und es empfiehlt sich, ihn noch vor dem Kauf der Flugtickets zu bearbeiten, da die Behörden manchmal zusätzliche Unterlagen anfordern können, was den gesamten Genehmigungsprozess unangenehm verlängert.

Darf man in Australien wild campen?

Nein, das sogenannte Wild Camping ist in ganz Australien streng verboten und es drohen hohe Strafen von den örtlichen Rangern. Sie müssen ausschließlich auf dafür vorgesehenen Plätzen übernachten. Glücklicherweise gibt es im Land ein riesiges Netzwerk kostenloser Campingplätze und Rastplätze, die Sie ganz einfach mit mobilen Apps wie CamperMate oder WikiCamps finden können.

Welches Auto ist das beste für einen australischen Roadtrip?

Das hängt von Ihrer Route ab. Für die Fahrt auf den Hauptstraßen und entlang der Ostküste reicht Ihnen ein normaler PKW oder ein Transporter mit Zweiradantrieb völlig aus. Wenn Sie aber vorhaben, abgelegene Schotterpisten im Outback oder in Nationalparks zu erkunden, lohnt es sich auf jeden Fall, in einen robusten Allradantrieb (4WD) zu investieren.

Was sind Road Trains und wie überholt man sie?

Road Trains sind riesige Straßenzüge, die Fracht durch abgelegene Gebiete des Outbacks transportieren. Sie haben üblicherweise bis zu drei lange Anhänger und messen über 50 Meter. Wenn Sie sie überholen müssen, benötigen Sie eine bis zu 2,5 Kilometer lange und perfekt übersichtliche gerade Strecke, da das gesamte Manöver sehr lange dauert.

Ist es sicher, in Australien nachts zu fahren?

Das Fahren bei Nacht wird in Australien, und besonders im Outback, überhaupt nicht empfohlen. In der Dämmerung und nachts sind nämlich Kängurus und Wombats am aktivsten, die oft aus dem Nichts direkt auf die Fahrbahn springen. Wenn Sie nach Einbruch der Dunkelheit fahren müssen, sollten Sie nicht schneller als 65 km/h fahren und im Falle einer Kollision niemals das Lenkrad ruckartig herumreißen.

Wie ist es im Outback mit dem Tanken?

In abgelegenen Gebieten sind die Entfernungen zwischen Tankstellen riesig, üblicherweise stoßen Sie auf lange Strecken, auf denen es auch mal 300 Kilometer keine Tankstelle gibt. Die Grundregel lautet daher, bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu tanken, auch wenn Sie noch einen halben Tank haben, und zur Sicherheit mindestens einen vollen Reservekanister im Kofferraum mitzuführen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Australien?

An die Süd- und Ostküste reist man idealerweise während des europäischen Winters (Dezember bis April), wenn Sie die Wärme und die Strände genießen können. In die rote Mitte und in den tropischen Norden fährt man dagegen im deutschen Sommer (Mai bis September), weil Sie so der mörderischen Hitze im Outback, gesperrten Trekkingwegen und der Saison gefährlicher tropischer Wirbelstürme entgehen.

Gilt meine Versicherung vom Autoverleih in Australien auch auf unbefestigten Straßen?

Meistens nicht. Übliche Verträge von Autovermietungen enthalten eine Klausel, dass jegliche Versicherung automatisch erlischt, sobald Sie von einer offiziellen asphaltierten Straße auf eine unbefestigte Schotterstraße abbiegen. Wenn Sie vorhaben, offroad zu fahren, müssen Sie diese Bedingungen sehr sorgfältig prüfen und gegebenenfalls eine spezielle Zusatzversicherung bei einer externen Firma abschließen.

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