Wenn auch du davon träumst, die Nordlichter in Alaska mit eigenen Augen zu sehen, hast du jetzt die allerbeste Gelegenheit dazu. Anders als wir musst du es nur richtig timen. Die Sonne befindet sich nämlich in den Jahren 2024 bis 2026 auf dem absoluten Höhepunkt ihres fünfundzwanzigsten Sonnenzyklus (dem sogenannten solaren Maximum).
Wissenschaftler melden, dass Sonneneruptionen und gewaltige Materieauswürfe unsere Atmosphäre mit einer Intensität peitschen, wie wir sie seit 2003 nicht mehr erlebt haben. Es ist schlicht der absolute Wahnsinn. Damit du nicht denselben Fehler machst wie wir, habe ich dir einen kompletten Ratgeber zusammengestellt. Ich verrate dir, wann du genau losfahren solltest, wo du am besten übernachtest, wie viel das Ganze kostet, und gebe dir noch sorgfältig recherchierte Fototipps mit auf den Weg, damit du nicht nur schwarze Bilder mit nach Hause bringst 😅.
Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Beste Reisezeit: Die Nordlichter siehst du von Ende August bis Mitte April, wobei der absolute Höhepunkt der Saison von Dezember bis März liegt. Im Sommer ist es in Alaska viel zu hell.
- Wo du sie findest: Die Stadt Fairbanks ist der absolute König. Sie liegt direkt unter dem Polarlichtoval, und wenn du hier drei klare Winternächte verbringst, hast du über 80 % Chance auf Erfolg.
- Wetter und Kälte: Mach dich auf Extreme gefasst. Die Temperaturen fallen regelmäßig auf -30 bis -40 °C, eine hochwertige Daunenjacke und eine gefütterte Hose sind also Pflicht.
- Auto: Für die Jagd auf eigene Faust brauchst du ein Auto von einem zuverlässigen Vermieter mit Winterreifen. Auf manche Straßen (wie den Dalton Highway) lassen sie dich mit einem normalen Mietwagen aber gar nicht erst fahren.
- Kosten: Alaska ist nicht billig. Rechne mit Unterkünften von 150 bis 400 USD pro Nacht, luxuriösere verglaste Iglus können locker über 600 USD kosten.

Wann nach Alaska reisen und wie du hinkommst
Die Grundregel für die Polarlichtjagd ist eigentlich ganz einfach, doch manchmal vergessen die Leute sie. Du brauchst absolute Dunkelheit. Auch wenn sich geomagnetische Stürme das ganze Jahr über hoch in der Atmosphäre abspielen, scheint in den Sommermonaten (von Mai bis Juli) in Alaska die Sonne locker zweiundzwanzig Stunden am Tag und der Himmel wird nie ganz dunkel.
Die offizielle Saison startet deshalb erst Ende August und endet Mitte April. Wenn du aber auf Nummer sicher gehen willst, plane deine Reise für den absoluten Höhepunkt der Saison, der von Dezember bis März läuft. Gerade der Winter bringt den besten und klarsten Himmel, auch wenn du dafür mit brutaler Kälte bezahlst. Das Städtchen Fairbanks ist die kälteste US-Stadt mit über zehntausend Einwohnern, und die Temperaturen fallen hier im Januar und Februar ganz normal auf -40 °C. Der historische Rekord aus dem Jahr 1934 lag übrigens sogar bei -54 °C, zieh dich also wirklich gut an 😁.
Eine spannende Zeit sind auch September und März, also die Tagundnachtgleiche im Herbst und Frühjahr. Durch die spezifische Neigung der Erdachse zum Sonnenwind kommt es zu den sogenannten „Equinox Spikes“, bei denen die Chance auf ein starkes Nordlicht statistisch noch etwas höher ist. Flüge solltest du rechtzeitig im Voraus suchen, zum Beispiel über Vergleichsportale wie Skyscanner oder Google Flights. Am häufigsten fliegst du von Deutschland (etwa ab Frankfurt oder München) zunächst nach Seattle und nimmst von dort einen Inlandsflug mit Alaska Airlines direkt zum kleinen Flughafen von Fairbanks.
Wo du in Fairbanks und Umgebung übernachtest und was es kostet
Wenn du dein Urlaubsbudget planst, muss ich dich warnen: Alaska kann deinen Geldbeutel ordentlich durchlüften. Die meisten wählen Fairbanks als Basis, weil die Stadt alles bietet, was man braucht – Supermärkte und genug Hotels, von denen aus du abends in die dunkle Umgebung auf die Jagd ausschwärmen kannst. Stell dich preislich darauf ein, dass dich ein einfaches Motel etwa 100 bis 150 USD (rund 90 bis 140 €) pro Nacht kostet, während bessere Hotels oder Hütten in der Natur ab 250 USD (etwa 230 €) starten.
Wenn du dir Luxus gönnen und im Bett mit Blick auf den Himmel liegen willst, kostet dich eine Unterkunft in spezialisierten Iglus oder Resorts 400 bis 650 USD pro Nacht (locker bis zu 600 €). Ein normaler einwöchiger Aufenthalt für ein Paar inklusive Mietwagen und Verpflegung verschlingt so leicht über 4.000 €.
Wo du strategisch übernachtest
- Komfortable Basis im Zentrum: Das Westmark Fairbanks Hotel ist ein absoluter Klassiker, der oft auch von organisierten Reisen genutzt wird. Eine tolle Alternative direkt am Fluss in Flughafennähe ist die Pike’s Waterfront Lodge mit ihrem wirklich ausgezeichneten Restaurant.
- Hotels mit Fokus aufs Polarlicht: Wenn du absolute Ruhe willst, schau dir die Hütten der A Taste of Alaska Lodge an. Hier hast du einen perfekten Blick auf die Alaska Range ganz ohne störende Stadtlichter. Ein weiterer riesiger Hit ist das Borealis Basecamp – die berühmten verglasten Iglus.
- Mittelweg für Familien und Paare: Einen hervorragenden Kompromiss bietet die riesige Apartmentanlage Wedgewood Resort oder das bewährte Best Western Plus Pioneer Park Inn.
- Für alle, die sparen wollen: Wenn du keine Angst vor Kompromissen hast, kannst du das unkomplizierte Days Inn Fairbanks wählen oder das ikonische Backpacker-Hostel Billie’s Backpackers Hostel, wo du Reisende aus aller Welt triffst.
Nordlichter in Alaska: 12 Tipps, wohin und wie du sie fotografierst
Schauen wir uns zwölf konkrete Orte und Tipps an, wohin du für die Nordlichter losziehen kannst und wie du Enttäuschungen vermeidest. Alaska bietet unzählige Möglichkeiten – von luxuriösen Thermalquellen bis zu wilden Hügeln, auf die du deinen eigenen Tee in der Thermoskanne mitbringen musst. Ich verrate dir auch, wie du dieses Himmelsschauspiel richtig fotografierst, damit deine Nordlichter in Alaska auf den Bildern genauso gut aussehen wie in Wirklichkeit.
1. Fairbanks als bester Ausgangspunkt
Fairbanks steht nicht zufällig im Mittelpunkt unserer Recherche. Die Stadt liegt knapp 320 Kilometer südlich des Polarkreises und damit direkt unter dem Polarlichtoval – dem Bereich, in dem sich die Lichterscheinungen am stärksten konzentrieren. Es ist keine Metropole, die dich mit ihrer Architektur umhaut, aber dank ihrer Lage ist sie ein geografischer Jackpot für alle Nachthimmel-Jäger.

Die örtlichen Behörden führen sogar genaue Statistiken, die eine klare Sprache sprechen. Wenn du in der Hauptwintersaison mindestens drei Nächte hier verbringst und klares Wetter erwischst, liegt deine Chance, das Nordlicht zu sehen, bei über achtzig Prozent. Du musst dir nur ein Auto mieten, zwanzig Minuten aus der Stadt heraus weg vom Lichtsmog fahren und kannst nach oben schauen. Die meisten Erscheinungen finden zwischen zehn Uhr abends und zwei Uhr morgens statt.
2. Murphy Dome (Stockfinster)
Wenn du irgendeinen einheimischen Enthusiasten fragst, wohin er zum Himmelsgucken fährt, schickt er dich wahrscheinlich genau hierher. Der Murphy Dome ist eine ehemalige Radarstation der US Air Force, die bereits in den Achtzigerjahren geschlossen wurde und etwa 45 Kilometer nordwestlich von Fairbanks liegt. Mit seiner Höhe von 879 Metern ist es der höchste Punkt, den man in der Umgebung bequem mit dem Auto erreichen kann.

Weil hier keine Häuser oder Straßenlaternen stehen, genießt du absolut perfekte Dunkelheit. Wenn das Nordlicht so richtig loslegt, tanzt es buchstäblich von Horizont zu Horizont. Es gibt aber einen entscheidenden Haken, auf den ich dich hinweisen muss. Die Auffahrt ist steil und die Straße im Winter oft mit Eis bedeckt – wage dich also nicht ohne ein ordentliches Fahrzeug mit Winterreifen und Allradantrieb hier hinauf.
3. Cleary Summit und Skiland (Beobachten im Warmen)
Ein weiterer beliebter Hügel, den du etwa 32 Kilometer nordöstlich der Stadt am berühmten Steese Highway findest. Der Cleary Summit liegt auf 682 Metern Höhe und bietet einen herrlichen Panoramablick ins Tal des Tanana River und auf die Bergkette der White Mountains. Das Parken oben ist komplett kostenlos und du triffst immer eine Gruppe Fotografen, die bei ihren Stativen herumstehen.
Der riesige Vorteil dieses Ortes ist das nahe gelegene Skiland – übrigens ein Skigebiet mit dem nördlichsten Sessellift ganz Nordamerikas. Nach Einbruch der Dunkelheit dient ihre Hütte als Beobachtungszentrum (eine sogenannte Aurora Viewing Lodge). Du kannst dich also in Ruhe ins Warme setzen, Kaffee trinken und erst in die Kälte hinauslaufen, wenn jemand ruft, dass der Himmel anfängt, in Farben zu spielen.
4. Borealis Basecamp (Luxus direkt aus dem Bett)
Das ist genau der Ort, den du ständig auf Instagram siehst und über den du sabberst. Das Resort liegt versteckt im borealen Wald außerhalb der Stadt und besteht aus modernen, beheizten Iglus mit riesigen verglasten Dächern. Die Idee ist absolut genial: Du musst nicht draußen im Schnee frieren, sondern liegst einfach unter einer warmen Decke und schaust zu, wie über deinem Kopf grüne Streifen vorbeiziehen.

Wie du sicher schon ahnst, ist dieser Spaß nicht für jeden. Die Preise liegen in der Saison normalerweise bei rund 625 USD pro Person und Nacht, wobei du oft ein Paket für zwei Nächte und zwei Personen nehmen musst – was dich kaum glaubliche 2.500 USD (fast 2.300 €) kostet. Trotz des Preises ist hier ständig ausgebucht. Wenn du über dieses Erlebnis nachdenkst, musst du dein Zimmer also locker ein halbes Jahr im Voraus reservieren.
5. Chena Hot Springs (Baden in der Kälte)
Das Resort an den Thermalquellen, etwa 90 Kilometer von Fairbanks entfernt, ist eine riesige Attraktion – die Leute lieben es entweder oder hassen es abgrundtief. Der Hauptmagnet ist der große Außenpool mit natürlichem Thermalwasser, das ganzjährig rund 41 °C hat. Stell dir vor, du sitzt im heißen Wasser, deine Haare frieren zu weißen Eiszapfen und über dir wellt sich das Nordlicht. Es ist wirklich ein magisches Erlebnis.

Um aber ganz ehrlich zu dir zu sein, muss ich auch das „Aber“ erwähnen. Die Anfahrt zum Resort führt über die lange Chena Hot Springs Road, über die du dann um zwei Uhr morgens müde und mit nassen Haaren wieder nach Fairbanks zurück musst. Das Resort selbst hat zudem bessere Zeiten gesehen. Der Eintritt zum Pool kostet extra (wenn du nicht dort übernachtest), die Umkleiden sind laut vielen Bewertungen oft schmutzig und es erinnert eher an ein öffentliches Freibad aus den Neunzigern als an luxuriöses Wellness. Aber für das Gefühl von heißem Wasser mitten in der eisigen Nacht lohnt es sich wohl trotzdem.
6. Aurora Pointe (Cleverer Kompromiss)
Wenn du keine Lust hast, irgendwo am Straßenrand zu frieren, aber auch keine Hunderte Dollar für eine Luxusunterkunft ausgeben willst, fahr zum Aurora Pointe. Es handelt sich um ein privates Beobachtungszentrum auf einem riesigen Grundstück, etwa fünfzehn Minuten Fahrt vom Zentrum von Fairbanks entfernt. Für vernünftige 50 USD (rund 46 €) bekommst du für vier Stunden (von zehn bis zwei Uhr morgens) Zugang zu modernen, schön beheizten Räumen.
Im Preis sind auch lokales Gebäck und vor allem Erklärungen von einheimischen Enthusiasten enthalten. Ein riesiger Vorteil ist, dass sie dir hier jede Menge Tipps zum Fotografieren geben, und wenn du keine gute Kamera hast, vermieten sie dir für weitere 50 USD eine für den Abend. Für Anfänger ist das eine absolut ideale Wahl ohne unnötigen Stress.
7. Birch Hill Recreation Area (Wenn keine Zeit bleibt)
Manchmal passiert es, dass du in einem Hotel im Zentrum von Fairbanks sitzt, auf die Vorhersage schaust und plötzlich eine Benachrichtigung aufploppt, dass das Nordlicht gerade jetzt zu hundert Prozent leuchtet. In so einem Moment bleibt keine Zeit, eine Stunde irgendwohin auf einen Hügel zu fahren. Für diese Blitzaktionen eignet sich der Stadtpark Birch Hill Recreation Area hervorragend, der nur ein Stück vom Zentrum entfernt liegt.
Du musst hier sicher mit leichtem Lichtsmog aus der Stadt rechnen und der Blick ist nicht so klar wie am Murphy Dome, dafür bist du aber in wenigen Minuten vor Ort. Im Park gibt es genug Platz und selbst bei größter Kälte ist der Zugang über einen gepflegten Weg einfach.
8. Dalton Highway und Coldfoot Camp (Für echte Abenteurer)
Wenn du die dunkelste Dunkelheit suchst und dich nach dem absoluten Extrem sehnst, musst du auf den Dalton Highway (auch The Haul Road genannt) fahren. Es handelt sich um eine staubige und oft vereiste Straße, die ursprünglich für die Lkw zu den Ölfeldern im Norden gebaut wurde. An Meile 175 liegt der raue Stopp Coldfoot Camp, der als Anlaufpunkt für Trucker und Nordlichtjäger auf dem Weg in die Brooks Range dient.


Ich warne dich aber vorab: Die meisten normalen Autovermietungen haben ausdrücklich im Vertrag stehen, dass du diese Straße nicht befahren darfst. Wenn sie dich dort erwischen oder du einen Abschleppdienst brauchst, ruinierst du dich. Ein Stück weiter liegt die Siedlung Wiseman, einer der besten Beobachtungsorte überhaupt – aber in der Umgebung (konkret in Prospect Creek) wurde 1971 auch die absolut niedrigste Temperatur in der Geschichte der USA gemessen: unglaubliche -62 °C. Das ist kein Urlaub mehr, das ist eher eine Expedition 😅.
9. Anchorage und der Süden Alaskas
Ihr fragt uns oft, ob man das Nordlicht auch in der Umgebung von Anchorage, der größten Stadt Alaskas, sehen kann. Die Antwort lautet ja, aber die Chancen sind deutlich geringer als in Fairbanks. Anchorage liegt zu weit im Süden, und damit das Nordlicht bis hierher reicht, muss der Sonnensturm wirklich sehr stark sein (der Kp-Index muss mindestens auf 5 oder höher springen). Während des aktuellen solaren Maximums ist das aber gar nicht so selten.

Wenn du im Süden bist und ein starker Sturm aufzieht, flieh so weit wie möglich von den Stadtlichtern weg. Die Einheimischen fahren gerne zum Eklutna Lake, der in den Bergen versteckt liegt, oder bis ins malerische Städtchen Talkeetna. Eine wunderbare Beobachtung ohne Lichtverschmutzung erlebst du auch in der Umgebung des Besucherzentrums im Denali-Nationalpark, doch im Winter sind die dortigen Dienste stark eingeschränkt.
10. Aurora-Touren mit Profis (Auf Nummer sicher gehen)
Das Hinterherjagen von Wolken um zwei Uhr morgens auf vereisten Straßen kann ganz schön erschöpfend sein. Manchmal ist es schlicht besser, Profis zu bezahlen, sich in einen beheizten Van zu setzen und sich fahren zu lassen. Die örtlichen Guides kennen das Mikroklima des Tals genau und wissen, auf welchen Hügel sie fahren müssen, um den Wolken zu entkommen, die gerade Fairbanks bedecken.
Sehr beliebt ist die Agentur Greatland Adventures, die achtstündige Nachtjagden für rund 345 USD (etwa 320 €) pro Person anbietet. Im Preis enthalten sind auch schöne Profi-Porträts mit dem Nordlicht und vor allem eine starke Garantie. Wenn es abends schlecht aussieht und die Chance auf klaren Himmel mies ist, kannst du die Tour ohne Strafe absagen. Für Feinschmecker gibt es zudem riesige Pakete von Salmon Berry Tours, bei denen du für einen mehrtägigen Ausflug locker über 5.000 USD zahlst, dafür aber mit dem Hundeschlitten fährst und absoluten Luxus genießt. Lokale Touren und Tickets buchen wir gerne über GetYourGuide.
11. Wie du die Vorhersage verfolgst (Damit du nicht umsonst wartest)
Wenn du dich entscheidest, auf eigene Faust loszuziehen, wird das Verfolgen des Kp-Index zu deiner täglichen und nächtlichen Routine. Es handelt sich um eine Skala von 0 bis 9, die die Stärke der geomagnetischen Aktivität angibt. Für Fairbanks reicht dir ein Wert von Kp 3 völlig aus, um eine schöne Show über dem Kopf zu haben. Wenn es auf eine Fünf springt, erwartet dich ein Spektakel, das sogar am Horizont sichtbar ist.

Die zuverlässigsten Informationen für die Region Alaska veröffentlicht das University of Alaska Geophysical Institute direkt auf seiner Website. Im Gelände wirst du dann sicher die App My Aurora Forecast Pro zu schätzen wissen, die dich per Benachrichtigung warnt, sobald es losgeht. Für die globale Lage lohnt auch ein Blick auf die Polarlicht-Vorhersagen von NOAA oder NASA. Behalte aber die wichtigste Regel von allen im Kopf: Wenn über dir eine dichte Wolkenschicht liegt, rettet dich auch der stärkste Sturm des Jahrzehnts nicht. Das Nordlicht ist über den Wolken, nicht darunter.
12. Ausrüstung und wie du das Nordlicht fotografierst
Das Warten auf das Himmelsschauspiel erfordert viel Geduld und noch mehr Wärme. Zieh dich nach dem Zwiebelprinzip an, besorg dir gute Fäustlinge (in Fingerhandschuhen frierst du deutlich schneller) und vergiss die Stirnlampe nicht. Wichtig ist, sie auf rotes Licht umzuschalten. Weißes Licht zerstört nämlich für lange Minuten dein Nachtsehen und außerdem verärgerst du damit alle Fotografen in der Umgebung, deren lange Belichtungen du überstrahlst.

Beim Fotografieren ist der Goldstandard eine Vollformat-Spiegelreflexkamera mit Weitwinkelobjektiv von mindestens f/2.8 Lichtstärke und ein festes Stativ. Stell den manuellen Fokus auf unendlich, zieh den ISO-Wert auf etwa 3200 hoch und setze die Belichtungszeit auf 5 bis 15 Sekunden, je nachdem, wie schnell sich das Nordlicht bewegt. Vergiss nicht, die Akkus in die Innentaschen nah am Körper zu stecken, sonst saugt sie die Kälte in fünf Minuten leer. Und für Besitzer neuer Handys habe ich eine gute Nachricht: Wenn du dir ein kleines Handystativ besorgst, zaubert das neueste iPhone mit Nachtmodus unglaublich schöne Aufnahmen sogar ohne teure Ausrüstung! Damit das Handy in der Kälte nicht den Geist aufgibt, lohnt sich übrigens auch eine Powerbank wie die von Outin.
Wo du in Fairbanks gut essen kannst
Die Kälte macht dich zuverlässig hungrig. Auch wenn Alaska generell sehr teuer ist und du selbst im normalen Supermarkt mehr für Lebensmittel zahlst als im Rest der USA, lohnt sich ab und zu ein Besuch in einem guten Restaurant. Ich habe für dich ein paar Orte direkt in Fairbanks ausgewählt, die langfristig tolle Bewertungen sammeln und wohin auch die Einheimischen gerne gehen.
The Pump House Restaurant & Saloon (Für einen romantischen Abend) Das ist ein absoluter Klassiker aus dem Jahr 1978, den du an der Chena Pump Road findest. Das Interieur versetzt dich sofort in die raue Ära des Goldrauschs vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Sie sind hier auf erstklassige alaskische Meeresfrüchte und zertifiziertes Angus-Rind spezialisiert, Steak-Liebhaber kommen also voll auf ihre Kosten (ein riesiges Ribeye kostet knapp 49 USD, also etwa 45 €). Wir sind Vegetarier, schätzen also eher die Beilagen und das hausgemachte Gebäck, aber es ist trotzdem ein teureres Lokal, in das man vor allem wegen der Atmosphäre und des Service geht.
Big Daddy’s BBQ & Banquet (Für ordentlichen Hunger) Wenn du Lust auf richtiges amerikanisches Barbecue hast, fahr hierher. Es ist ein völlig zwangloses Restaurant mit toller Südstaaten-Atmosphäre und riesigen Portionen (neben gegrilltem Fleisch gibt es auch Beilagen wie Cornbread, Bohnen oder Mac and Cheese). Ein idealer Ort für Familien mit Kindern oder für eine Gruppe, die durchgefroren von den Hügeln zurückkommt. Preislich liegst du für ein Hauptgericht im angenehmen Bereich von 15 bis 30 USD (14 bis 28 €).
The Crepery (Schnelles Mittagessen im Zentrum) Wir lieben Orte, an die die Einheimischen gehen, und The Crepery ist genau einer davon. Es liegt direkt im Zentrum von Fairbanks und macht absolut göttliche Crêpes, sowohl süße mit Früchten als auch herzhafte Varianten, gefüllt mit Käse und Fleisch. Eine super Wahl für ein schnelles Mittagessen oder einen Kaffee am Nachmittag, die Preise bewegen sich zwischen 10 und 18 USD (9 bis 17 €).
Sam’s Sourdough Cafe (Vormittäglicher Wachmacher) Eine lokale Legende, in der du das beste und größte Frühstück weit und breit findest. Ihre Spezialität sind riesige Sourdough-Pancakes, die sie nach alten Rezepten aus der Goldgräberzeit machen. Für ein ordentliches, sättigendes Frühstück mit Kaffee lässt du hier rund 10 bis 20 USD, was für alaskische Verhältnisse eigentlich recht günstig ist.
Tipps und Tricks zum Schluss (bevor du losziehst)
Bei der Planung unserer Reise in den Norden verlassen wir uns immer auf ein paar bewährte Dienste, die uns Nerven und Geld sparen. Damit ich dir die Suche etwas erleichtere, gebe ich dir hier eine Übersicht über das Wichtigste, was du vor dem Abflug regeln solltest.
Wo du Flüge findest
Nach Seattle und anschließend nach Fairbanks kannst du mit einer ganzen Reihe von Fluggesellschaften fliegen. Günstige Flüge suchst du am besten über Vergleichsportale wie Skyscanner oder Google Flights, wo du oft die besten Kombinationen aus Anschlussflügen findest.
Mietwagen
Ohne Auto bist du in Alaska verloren (vor allem, wenn du keine teuren organisierten Touren zahlen willst). Mit Lukáš haben wir langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, das wir überall auf der Welt nutzen. Versuch, dein Auto so früh wie möglich zu reservieren – die mit Allradantrieb verschwinden in der Wintersaison als Erstes.
Vergiss Versicherung und Daten nicht
Die USA haben ein extrem teures Gesundheitssystem, also fahr dort bloß nicht ohne eine ordentliche Versicherung hin. Achte auf eine Reisekrankenversicherung mit guter Deckung speziell für die USA. Was das Internet im Handy angeht, ist die allerbeste Lösung, dir eine virtuelle eSIM von Holafly oder Yesim herunterzuladen, dank der du sofort nach der Landung Daten hast und keine Plastikkarte am Flughafen besorgen musst.
Kleidung
Wie schon erwähnt, ist die Kälte dort wirklich unerbittlich. Wenn du Tipps für gute Schuhe suchst, haben wir einen eigenen Artikel über Wanderschuhe geschrieben, auch wenn du bei -40 °C ohnehin ordentliche Winterstiefel vom Typ Sorel brauchst.
Wohin als Nächstes
Wenn dir der Artikel Appetit gemacht hat und du denkst, dass die Nordlichter in Alaska genau das sind, was du erleben willst, haben wir auf dem Blog weitere ausführliche Ratgeber für dich vorbereitet.
- Schau dir unseren detaillierten Ratgeber über die Stadt Fairbanks selbst an, in dem du jede Menge weiterer Tipps findest, was du dort tagsüber unternehmen kannst, bevor es dunkel wird.
- Wenn du dir noch unsicher bist, in welchem Monat genau du fliegen sollst, lies den Artikel Wann nach Alaska reisen, in dem wir die Vor- und Nachteile der einzelnen Jahreszeiten durchgehen.
- Und wenn dir Amerika zu weit ist und du lieber Europa entdecken würdest, haben wir hier eine umfangreiche Anleitung von unseren Nordlandreisen: Island, Finnland und Norwegen: Wie und wo du das Nordlicht erwischst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann ist die beste Zeit, um Polarlichter in Alaska zu sehen?
Die absolute Hochsaison ist von Dezember bis März, wenn die Nächte am längsten und der Himmel am klarsten ist. Beobachten kann man sie aber schon ab Ende August bis Mitte April.
Kann man Polarlichter auch im Sommer sehen?
Leider nicht, was mein Mann und ich am eigenen Leib erfahren haben. Als wir Ende Juli/Anfang August ankamen, herrschte hier die sogenannte Mitternachtssonne und der Himmel wurde nie dunkel genug, um die Lichter überhaupt sehen zu können. Sonnenstürme finden zwar ganzjährig statt, aber ohne Dunkelheit sieht man sie einfach nicht.
Wie viel kostet ein Polarlicht-Trip?
Es ist eine ziemlich teure Angelegenheit. Ein normales Hotel in Fairbanks kostet etwa 135 bis 225 EUR pro Nacht, Luxusresorts über 360 EUR. Dazu kommen die teure Automiete, Flugtickets und relativ hohe Preise für Essen.
Brauche ich einen Führer zur Polarlichtbeobachtung?
Notwendig ist es nicht. Wenn Sie ein Auto mieten und ein Stück aus der Stadt hinausfahren (zum Beispiel zum Murphy Dome), schaffen Sie es alleine. Führer lohnen sich aber in Momenten, wenn es bewölkt ist, denn sie können den Wolken davonfahren und kennen die besten Spots.
Ist es sicher, im Winter in Alaska zu fahren?
Die Straßen werden relativ gut instand gehalten, aber man fährt auf einer Schnee- und Eisschicht. Wenn Sie ein Auto mieten, vergewissern Sie sich, dass es gute Winterreifen hat. Haben Sie immer Ersatzdecken, heißen Tee und einen vollen Tank im Auto dabei.
Ist es besser, nach Anchorage oder nach Fairbanks zu fahren?
Definitiv nach Fairbanks. Diese Stadt liegt viel weiter im Norden direkt unter dem sogenannten Polarlichtoval und die Chance auf klare Polarlichter ist hier um ein Vielfaches höher als im Süden in Anchorage.
Brauche ich eine professionelle Kamera?
Ideal ist eine Spiegelreflexkamera mit Stativ, aber heutzutage ist das nicht mehr unbedingt notwendig. iPhones der Serien 14, 15 und 16 haben einen fantastischen Nachtmodus, der mit Hilfe eines günstigen Handy-Stativs unglaublich schöne Fotos zaubern kann.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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