Wann nach Alaska reisen: Welcher Monat ist der beste für Nordlichter und Reisen (2026)

Als Lukáš und ich das erste Mal geplant haben, wann wir nach Alaska reisen wollen, musste ich über meine eigene Naivität lachen. Ich dachte, wir könnten Alaska in zwei Wochen durchqueren, dabei fünf Bären sehen, perfekte Fotos vor einem Gletscher machen und abends romantisch die Polarlichter beobachten. Die Realität hat uns jedoch sehr schnell eines Besseren belehrt. Alaska ist nämlich eine gewaltige, absolut kompromisslose Wildnis – sie würde ganz Deutschland dreimal verschlucken und hätte noch Platz für den Nachtisch.

Es ist ein Ort, an dem Geografie und Wetter absolut bestimmen, was du tust und wie viel du dafür bezahlst. Immer wenn mich jemand fragt, wann man nach Alaska reisen sollte, ist meine erste Antwort eine Gegenfrage: Was wollt ihr eigentlich erleben? Denn die Saison für Lachsfischen und Bärenbeobachtung schließt die Saison für Polarlichter komplett aus. Wir haben stundenlang gegoogelt, was wann und wo geöffnet ist, was es kosten wird und worauf man achten muss. Daher habe ich das alles für euch zusammengefasst – Monat für Monat, ohne Beschönigung. Ich möchte nicht, dass ihr mit dem Gefühl nach Hause kommt, für euer Geld nur Nebel und Mücken gesehen zu haben. 😅

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Artikelinhalt

Zusammenfassung

Wenn du gerade die Koffer packst und keine Zeit hast, den ganzen Artikel zu lesen, hier sind die wichtigsten Punkte, die du dir merken musst:

Stirova Straße im Nebel im Hatcher Pass — typisches Alaska-Wetter
Stirova Straße im Nebel im Hatcher Pass — typisches Alaska-Wetter
  • Die Hauptsaison ist extrem kurz: Die Tourismussaison dauert realistisch nur etwa 100 Tage von Juni bis Mitte September.
  • Erwarte keinen Billigurlaub: Hotels kosten im Juli locker 350 bis 500 USD (ca. 320 bis 460 €) pro Nacht, und ein normales Mietauto schlägt mit mehreren Hundert Euro täglich zu Buche.
  • Polarlichter im Sommer? Fehlanzeige: Wegen des Phänomens der Mitternachtssonne ist es im Sommer auch nachts hell – für Nordlichter musst du im Herbst oder Winter kommen.
  • Namensverwirrung (2026): Der höchste Berg Nordamerikas hieß Denali, dann kurz McKinley, dann wieder Denali und seit 2025 nennen ihn die Bundesbehörden offiziell wieder McKinley. Der Nationalpark heißt aber weiterhin Denali.
  • Mücken sind die Hölle: Ohne Repellent mit mindestens 40 % DEET und einem Moskitonetz für den Kopf solltest du im Juni keinesfalls ins Landesinnere fahren. Die Einheimischen nennen die Mücken den „Staatsvogel“ – und das ist nicht übertrieben.
  • Die Hälfte des Nationalparks ist gesperrt: Wegen eines massiven Erdrutsches ist die einzige Straße im Denali-Nationalpark (Denali Park Road) für 2026 ab Meile 43 gesperrt.

Wann nach Alaska reisen und wie man überhaupt hinkommt

Die Planung von Flügen und Reisezeitraum ist wohl der wichtigste Schritt der gesamten Reise. Nach Alaska kann man nicht einfach „spontan aufbrechen, wenn es passt“. Das Luftfahrt-Drehkreuz ist fast immer der internationale Flughafen Ted Stevens in Anchorage (ANC), der in der Hauptsaison viele Verbindungen über Seattle oder Chicago anbietet. Aus Europa solltest du dich auf eine lange Reise mit Zwischenstopps einstellen.

Hin- und Rückflüge von Frankfurt, München oder Berlin bewegen sich in der Hauptsaison im Sommer um die 1.100 bis 1.200 USD (ca. 1.000 bis 1.100 €). Günstige Flüge findest du am besten auf Kiwi – das ist unser Lieblingsportal, wo wir oft auf interessante Verbindungen stoßen. Schauen wir uns nun an, was dich in den einzelnen Monaten erwartet, damit du den richtigen für dich heraussuchen kannst.

Alaskas Taiga und Gebirge entlang des Alaska Highway im Sommer
Alaskas Taiga und Gebirge entlang des Alaska Highway im Sommer

1. Mai: Günstigerer Einstieg, aber jede Menge Schlamm

Der Mai ist eine merkwürdige Randsaison. Es gibt deutlich weniger Touristen und die Unterkunftspreise sind erträglicher – ein enormes Plus für das Reisebudget. Das Problem ist jedoch, dass viele Seen in höheren Lagen noch immer unter einer dicken Eisschicht liegen.

Fluss in einem bewaldeten Tal in Alaska zur Zeit der Schneeschmelze
Fluss in einem bewaldeten Tal in Alaska zur Zeit der Schneeschmelze

Wanderwege, auf die du dich vielleicht freust, sind oft unpassierbar – voller schmelzenden Schnees oder bodenlosen Schlamms. Für Wanderungen ist das wirklich kein idealer Monat. Wer aber primär einen Roadtrip auf asphaltierten Straßen plant und die erwachende Natur erleben möchte, kann hier ordentlich sparen. 😉

2. Juni: Mitternachtssonne und blutsaugende Drachen

Im Juni erwacht Alaska zum Leben und die Hauptsaison beginnt. Du erlebst die faszinierende Mitternachtssonne, bei der es die ganze Nacht hell ist – du kannst also problemlos um zwei Uhr morgens wandern gehen, ohne Stirnlampe. Die Wiesen blühen in wilden Farben und die Tiere sind sehr aktiv.

Sommerliche Berge und grünes Tal in Alaska im Junilicht
Sommerliche Berge und grünes Tal in Alaska im Junilicht

Dann kommt aber die grausame Realität des alaskischen Landesinneren: die Mücken. In einschlägigen Foren witzeln Einheimische, Alaska habe keine Mücken, sondern unsterbliche, endlose Blutsauger. Glaub mir: Ohne ein spezielles Moskitonetz für den Kopf solltest du dich im Juni nicht ins Landesinnere wagen, sonst fressen dich diese kleinen Biester lebendig auf.

3. Juli und August: Absoluter Höhepunkt und Lachszug

Juli ist der absolute Peak der Saison. Alles hat geöffnet, alle Touren laufen und genau zu dieser Zeit beginnt der legendäre Lachszug (Sockeye Salmon), zu dem sich Dutzende Bären an den Flüssen versammeln. Dies ist die beste Zeit für die berühmte Bärenbeobachtung an den Wasserfällen im Katmai-Nationalpark.

Grüne alaskische Berge über bewaldeten Tälern im Juli
Grüne alaskische Berge über bewaldeten Tälern im Juli

In den letzten Jahren bringt der Juli aber auch ein erhebliches Waldbrandrisiko mit sich. Wenn der Sommer heiß ist, können sich die Täler in gelben Rauchsmog hüllen und die Berge sind gar nicht zu sehen. Im August beginnen dann die ersten Nachtfröste – was einen wunderbaren Vorteil hat: Die Kälte tötet endlich die Mücken, und das Atmen fällt merklich leichter.

4. September: Herbstfarben und das Ende des Spaßes

Für mich persönlich ist der September einer der schönsten Monate. Die Tundra färbt sich in unglaubliche Rot-, Orange- und Goldtöne und die Luft ist angenehm frisch. Außerdem öffnet sich mit den länger werdenden Nächten endlich die Chance, Polarlichter zu sehen.

Herbstfarben der Tundra im Noatak National Preserve
Herbstfarben der Tundra im Noatak National Preserve (Foto: NPS Photo / Wikimedia Commons, Public domain)

Es gibt aber einen großen Haken: Mitte September endet die Sommersaison abrupt und ohne Gnade. Die meisten Hotels, kleinen Pensionen und Restaurants außerhalb der großen Städte schließen einfach ihre Türen und öffnen erst wieder im Mai.

5. Oktober bis März: Winter für Hartgesottene

Von November bis März steckt Alaska im Griff eines rauen Winters. Das ist der absolute Höhepunkt für Polarlichtbeobachtung, Hundeschlittenfahrten, Skifahren und Ice Fishing (Angeln durch ein Eisloch). Im März startet außerdem in Anchorage das ikonische Iditarod-Rennen.

Erster Oktoberschnee auf der Denali Park Road
Erster Oktoberschnee auf der Denali Park Road (Foto: NPS Photo / Emily Mesner / Wikimedia Commons, Public domain)

Die Temperaturen im Landesinneren fallen jedoch problemlos auf -40 °C. Oktober und April sind Übergangsperioden, die man als „Mud Season“ (Schlammzeit) bezeichnet – für Touristen sind das wohl die unattraktivsten Monate überhaupt. Alles taut und matschelt, also streich diese Jahreszeit am besten direkt aus deiner Planung.

Wo übernachten und was kostet das alles

Mach dich bereit, denn Alaska ist wirklich keine günstige Destination. Diese hundert Sommertage müssen den Einheimischen das ganze Jahr über das Einkommen sichern – und das schlägt sich logischerweise in den Preisen nieder. Lukáš und ich haben auf Booking.com mehr als einmal mit offenem Mund geschaut.

Während im Februar ein ordentliches Zimmer in Anchorage etwa 120 USD (ca. 110 €) kostet, wird dasselbe Zimmer im Juli und August locker für 350 bis 500 USD (ca. 320 bis 460 €) verkauft. Buche deine Unterkunft daher viele Monate im Voraus – am besten über Booking.com, unser meistgenutztes Buchungsportal.

Wo in Anchorage übernachten

Die meisten Reisenden verbringen die erste und letzte Nacht in der Metropole Anchorage. Die Stadt hat zwar einen recht industriellen Charakter und kämpft mit einer erheblichen Obdachlosenkrise, aber sie ist der einzige Ort, an dem man zuverlässig Vorräte und Ausrüstung zu normalen Preisen kaufen kann.

Eine gute Basis ist das Hotel Captain Cook, das zwar etwas teurer ist, aber wunderbare Ausblicke aus den oberen Stockwerken und eine tolle Lage direkt im Stadtzentrum bietet. Wer etwas Günstigeres sucht, sollte nach kleinen B&Bs (Bed & Breakfasts) am Stadtrand in Richtung der Berge Ausschau halten. Wir schätzen diese persönlichere Atmosphäre bei Einheimischen sehr.

Wo auf dem Weg zu den Nationalparks übernachten

Wenn du nach Norden zum Denali-Nationalpark fährst, ist das Städtchen Talkeetna ein wunderbarer Zwischenstopp auf halber Strecke. Es ist eine malerische, leicht hipsterhafte Ortschaft mit herrlichem Blick auf die Berge, von der aus auch Rundflüge starten. Die Atmosphäre in den lokalen Cafés ist dort einfach perfekt.

Direkt am Eingang zum Denali-Park befinden sich mehrere große Hotelkomplexe, die primär für Kreuzfahrtpassagiere gebaut wurden (zum Beispiel das McKinley Chalet Resort). Erwarte hier Massenabfertigung bei der Verpflegung und astronomische Preise – dafür ist die Lage jedoch unbezahlbar, da man morgens als Erster an den Bussen sein kann.

Alaska in 13 Schritten: Was du wissen musst, bevor du aufbrichst

Die Planung einer Alaska-Reise erinnert ein wenig an einen logistischen Albtraum, verbunden mit dem Versuch, nicht in den persönlichen Bankrott zu rutschen. Europäer neigen dazu, die Entfernungen ständig zu unterschätzen – ich verstehe das vollkommen, auf der Karte sieht es ja aus wie ein Katzensprung.

Roter Wohnmobil-Van Chiquita auf einer alaskischen Bergstraße
Roter Wohnmobil-Van Chiquita auf einer alaskischen Bergstraße

1. Namensverwirrung (Denali versus McKinley)

Wenn du dir eine gedruckte Karte kaufst oder ein Ziel ins Navi eingibst, wirst du 2026 auf ein völliges Chaos bei der Bezeichnung des höchsten Berges Nordamerikas stoßen. Der Berg hieß jahrelang Mount McKinley, benannt nach einem US-Präsidenten, der übrigens nie in Alaska war. Im Jahr 2015 gab ihm die Obama-Regierung seinen ursprünglichen indianischen Namen Denali zurück. Wir alle hatten uns daran gewöhnt.

Aber Anfang 2025 erließ der amerikanische Präsident eine Exekutivorder und gab dem Berg offiziell wieder den Namen McKinley zurück. Als wäre das nicht genug, heißt der Nationalpark nach wie vor Denali National Park & Preserve. In der Praxis bedeutet das: Kürzlich gedruckte Karten verwenden den Namen Denali, während neue Systeme für 2026 dich zum Berg McKinley navigieren. Die Einheimischen und die indigenen Bevölkerungsgruppen ignorieren das jedoch und nennen den Berg nach wie vor stur Denali. Lass dich also nicht verwirren.

2. Ein Mietwagen kostet ein Vermögen

Ein Auto ist für die Erkundung Alaskas eine absolute Notwendigkeit – es sei denn, du möchtest den ganzen Urlaub in Bussen verbringen. Die Mietpreise sind jedoch brutal. Ein normales SUV kostet dich in der Hochsaison locker 150 bis 300 USD (ca. 135 bis 275 €) pro Tag. Wohnmobile (Campervans) starten irgendwo um die 260 USD pro Nacht.

Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars gemacht, das wir weltweit zum Preisvergleich verschiedener Verleihfirmen nutzen. Reserviere dein Auto unbedingt mindestens ein halbes Jahr im Voraus, sonst bleiben dir im Sommer nur die teuersten Luxusmodelle übrig.

3. Die meisten Mietwagenanbieter verbieten Schotterstraßen

Auf der Karte sehen sie vielleicht wie normale Straßen aus, aber sobald du die asphaltierten Hauptstrecken verlässt, triffst du auf eine harte Realität. Viele interessante Orte, wie etwa die berühmte Siedlung McCarthy im Wrangell-St.-Elias-Nationalpark oder der ikonische Dalton Highway, der bis zum Nordpol führt, sind nur über staubige Schotterpisten voller Schlaglöcher zu erreichen.

Die meisten Mietwagenanbieter haben in ihren Bedingungen ein striktes Verbot für Schotterstraßen. Wenn du das missachtest und dir ein Reifen platzt (was regelmäßig passiert), erwartet dich eine Abschlepprechnung von mehreren Tausend Dollar aus dem Nirgendwo. Schau dich für Ausflüge in die Wildnis daher lieber direkt bei lokalen Anbietern wie Go North um, die 4×4-Fahrzeuge ausdrücklich für Schotterstraßen freigeben.

4. Der 30-Prozent-Club (The 30% Club) in Denali

Der höchste Berg des Kontinents ragt auf beeindruckende 6.190 Meter in die Höhe – man würde meinen, er sei von überall zu sehen. Das Gegenteil ist wahr. Das Wetter rund um diesen gigantischen Massiv ist so unberechenbar, dass der Berg ständig seine eigene Bewölkung erzeugt.

Es entstand sogar der Begriff „The 30% Club“: Nur rund dreißig Prozent aller Besucher, die den Park besuchen, sehen den Berg vollständig und wolkenfrei. Der Rest fotografiert grauen Nebel und fährt enttäuscht nach Hause. Selbst Parkrangern, die die ganze Saison im Park arbeiten, bleibt der Berg manchmal wochenlang verborgen. Plane daher unbedingt mehr als einen einzigen Tag für den Park ein – ich empfehle mindestens zwei Übernachtungen in der Region, um die Chancen zu erhöhen.

Panorama des Denali vom McKinley Princess Lodge

5. Die Hälfte des Denali-Nationalparks ist gesperrt

Das ist eine absolut wichtige Information für die Reiseplanung 2026. Die einzige Straße, die tief in den Denali-Nationalpark führt (Denali Park Road), ist derzeit auf etwa halber Länge gesperrt. An Meile 43 kam es zu einem massiven Erdrutsch, ausgelöst durch das Auftauen des Permafrostes (ein Bereich namens Pretty Rocks).

Das bedeutet: Die beliebten ganztägigen Bustouren, die Touristen bis zum wunderschönen Wonder Lake mit dem perfekten Blick auf den Berg fuhren, existieren derzeit überhaupt nicht. Die Busse kehren vor dem Erdrutsch um und der vollständige Betrieb der gesamten Parkstraße wird frühestens in der Saison 2027 erwartet.

6. Bärenbeobachtung in Katmai kostet ein Monatsgehalt

Wenn du Alaska bei Google eingibst, bekommst du garantiert Fotos und Videos von mächtigen Braunbären zu sehen, die an einem Wasserfall stehen und springende Lachse fangen. Diese ikonischen Wasserfälle heißen Brooks Falls und liegen im abgelegenen Katmai-Nationalpark im Südwesten des Bundesstaates. Achtung: Es führen keine Straßen dorthin.

Um die Bären zu sehen, musst du von Anchorage nach King Salmon fliegen (Hin- und Rückflug ca. 500 USD) und dort auf ein kleines Wasserflugzeug umsteigen (weitere 450 USD). Dazu kommt eine Unterkunft in der Nähe des Parks ab 500 USD pro Nacht. Eine Nacht in der ikonischen Brooks Lodge kostet irre 1.200 bis 1.600 USD. Es ist ein spektakuläres Erlebnis – aber dafür muss man wirklich einen ordentlichen finanziellen Puffer angespart haben.

denali national park

7. Die Inside Passage und regnerische Kreuzfahrten

Die südöstliche Ecke Alaskas (Region Southeast) sieht auf der Karte aus wie ein zersplittertes Puzzle aus Inselchen und tiefen Fjorden. Es gibt keine Straßenverbindung zum amerikanischen Fernstraßennetz, und in Städte wie Juneau (die Hauptstadt des Bundesstaates) oder Ketchikan kommt man ausschließlich per Flugzeug oder Schiff. Das ist das Hauptrevier der riesigen Kreuzfahrtschiffe.

Ich gebe zu: Auch ich hatte mir das so vorgestellt – springende Wale, kalbendeGletscher, Sonnenschein. Die Realität ist ein wenig anders. In Juneau regnet es zum Beispiel im Schnitt an 230 Tagen im Jahr und die Sommertemperaturen fallen problemlos auf 10 °C. Berichte aus Reiseforen und von Bekannten bestätigen, dass es ziemlich üblich ist, eine ganze Kreuzfahrt in so dichtem Nebel zu verbringen, dass man die Bugspitze des Schiffes nicht mehr sieht. Pack für diesen Teil der Reise unbedingt eine hochwertige wasserdichte Jacke ein.

8. Plant nicht mehr als 5 Stunden Fahrt pro Tag

Alaska ist unglaublich weitläufig. Wenn du auf einem klassischen Roadtrip unterwegs bist, versuche nicht, alles auf einmal zu sehen. Von Anchorage nach Seward dauert es 2,5 Stunden (ca. 200 Kilometer), von Anchorage ins weiter entfernte Fairbanks sind es 6 Stunden reine Fahrzeit – und das ohne Stopps.

Die Straßen sind oft voll mit Wohnmobilen, hin und wieder muss man wegen eines Elchs am Straßenrand bremsen, und alle paar Minuten möchte man anhalten zum Fotografieren, weil die Ausblicke einen einfach nicht in Ruhe lassen. Erfahrene Reisende sind sich einig: Sobald du mehr als vier bis fünf Stunden Fahrt pro Tag in den Reiseplan schreibst, verwandelt sich dein Urlaub in einen erschöpfenden Fahrmarathon und du kannst die ganze Pracht gar nicht mehr genießen.

Seward, Alaska
Seward, Alaska.

9. Anchorage: Notwendiges Übel oder perfekte Basis?

Der Großraum Anchorage, in dem der Großteil der Bevölkerung des gesamten Bundesstaates lebt, bildet einen enormen Kontrast zum Rest der wilden Natur. Viele Reisende neigen dazu, die Stadt ganz aus dem Reiseplan zu streichen und direkt vom Flughafen in die Berge zu flüchten. Ehrlich gesagt hat Anchorage einen ziemlich ruppigen Industriecharakter und man möchte dort keine ganze Woche verbringen.

Andererseits ist es der einzige Ort mit großen und gut sortierten Supermärkten. Wir empfehlen, mindestens eine Nacht nach der Ankunft hier zu verbringen. Du kannst alle nötigen Dinge besorgen, dir ein ordentliches Bärenspray kaufen (Bear Spray, das du nicht ins Flugzeug mitnehmen darfst), die Atmosphäre in einem der lokalen Cafés aufsaugen und nach dem langen Transatlantikflug und dem enormen Jetlag neue Kräfte tanken.

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10. Polarlichter im Sommer zu suchen ist vergeblich

Es klingt logisch, und doch machen viele immer wieder denselben Fehler: Sie fliegen im Juli in den Sommerferien nach Alaska und hoffen heimlich, diesen wunderschönen grünen Tanz am Himmel zu sehen. Den werden sie nicht sehen. Alaska liegt weit im Norden und im Sommer ist es nachts einfach viel zu hell.

Um Polarlichter zu sehen, braucht man eine richtig dunkle Nacht. Die Saison für Nordlichtjäger beginnt realistisch erst ab Mitte September, auch wenn man im Oktober und November natürlich deutlich bessere Chancen hat. Wenn das Nordlicht dein Hauptziel ist, kauf dir auf keinen Fall Flüge im August.

11. Wähle eine Richtung, wenn du nur eine Woche hast

Wenn du nur 7 bis 10 Tage für Alaska eingeplant hast, versuche keinen riesigen Rundtrip zu machen. Du musst dich für eine der zwei Hauptrichtungen vom Flughafen Anchorage entscheiden. Entweder fährst du nach Norden in die Berge (Kombination aus Anchorage, dem zauberhaften Talkeetna und dem Denali-Nationalpark).

Oder du fährst nach Süden auf die wunderschöne Kenai-Halbinsel. Dort erwarten dich Gletscher, die ins Meer kalben beim Hafen von Seward, Ausflugsboote und das Städtchen Homer, von dem aus viele Angler aufbrechen. Sobald du versuchst, Norden und Süden in sieben Tage zu quetschen, verbringst du die Hälfte der Zeit damit, durch die Windschutzscheibe auf Asphalt zu starren.

12. Erwarte keine europäische Campingkultur

Wer bei den astronomisch teuren Hotels sparen möchte, indem er sich einen Campervan mietet und in der Natur schläft, sollte sich auf lokale Besonderheiten einstellen. „Wildes“ Schlafen (Boondocking) wird zwar an vielen Rastplätzen geduldet, aber die offiziellen staatlichen und nationalen Campgrounds haben nicht den europäischen Komfort.

Es fehlen Spültoiletten (nur trockene Pit Toilets), von warmen Duschen darf man träumen, und Mobilfunksignal? Das gibt es schlicht nicht – manchmal tagelang nicht. Und dann noch die Bärenregeln: Duftende Lebensmittel dürfen nicht auch nur eine Minute unbeaufsichtigt vor dem Auto liegen. Da wir aus Kanada bereits Bären in der Nähe von Hotels gesehen hatten, waren wir darauf ganz gut vorbereitet. Aber die hiesigen Bären sollen laut Einheimischen deutlich aggressiver sein.

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13. Rauch und Feuer verderben den Urlaub

Neben gelegentlichem Regen gibt es noch einen weiteren sommerlichen Schrecken, über den in Reisekatalogen kaum gesprochen wird. In Alaska (und im benachbarten Kanada) sind im Juni und Juli großflächige Waldbrände absolut üblich. Der Klimawandel begünstigt das leider noch zusätzlich.

Während unserer Reise sahen wir viele enttäuschte Touristen, deren Satelliten-Apps Hunderte von Bränden in der Umgebung anzeigten. Der Himmel war oft grau bis gelblich von dichtem Rauch und die Berge waren überhaupt nicht zu sehen. Dagegen kann man schlicht nichts tun. In Alaska gilt im Sommer eine simple Gleichung: Ist es warm und schön, atmest du Rauch von Waldbränden. Ist es grau und kalt, ärgerst du dich, dass du den Urlaub gar nicht genießen konntest.

Wo essen: Unsere Tipps für Essen und Trinken (Anchorage)

Wer raffinierte Gastronomie an jeder Ecke erwartet, wird von Alaska ein wenig enttäuscht sein. Lukáš und ich haben hauptsächlich selbst gekocht. Die Restaurantpreise sind merklich höher als im Rest der USA und zum Rechnungsbetrag nicht vergessen: 15 bis 20 % Trinkgeld sind Pflicht. Schauen wir uns an, wo es sich in der größten Stadt, Anchorage, lohnt einzukehren.

Wenn du mit Kindern unterwegs bist oder einfach Lust auf etwas Ungezwungenes hast, ist die absolute Legende Moose’s Tooth Pub & Pizzeria. Es ist die umsatzstärkste unabhängige Pizzeria in ganz den USA und gleichzeitig eine Mikrobrauerei. Die Einheimischen lieben sie abgöttisch. Es werden keine Reservierungen angenommen und in der Hochsaison steht man locker anderthalb Stunden Schlange. Legendär ist die riesige Pizza „Large Avalanche“. Drinnen ist ordentlich was los und ziemlich laut. Der Smoked Salmon Spread (geräucherter Lachsaufstrich) kostet etwa 14 USD und die großen Salate sind ebenfalls sehr empfehlenswert.

Moose's Tooth Pub & Pizzeria in Anchorage — legendäre Mikrobrauerei
Moose’s Tooth — Foto: Google Maps

Für ein romantisches und richtig luxuriöses Abendessen zu zweit setzt auf das Crow’s Nest. Es befindet sich im zwanzigsten Stockwerk des Hotel Captain Cook und bietet zum Essen einen fantastischen 360-Grad-Blick auf Berge und Bucht. Die Speisekarte dreht sich hauptsächlich um frische Krabben (King Crab) und riesige Heilbutte, dazu haben sie eine Weinkarte mit unglaublichen 10.000 Flaschen. Hier solltest du aber damit rechnen, dass ein Abendessen für zwei mit Wein locker über 200 USD kostet. Außerdem gibt es einen Dresscode – in Wanderstiefeln kommt man hier nicht rein.

Für ein tolles Frühstück empfehle ich das Snow City Cafe direkt im Stadtzentrum. Es ist wohl das beliebteste Café der Stadt (nur bis 15:00 Uhr geöffnet). Die Einheimischen strömen hierher für das berühmte „Deadliest Catch“ – Eggs Benedict mit einer großzügigen Portion alaskischer Krabbe.

Snow City Cafe in Anchorage — beliebtes Frühstückscafé
Snow City Cafe — Foto: Google Maps

Und wenn du etwas Hipstermäßigeres ausprobieren möchtest, empfehle ich das Spenard Roadhouse. Ihre Tater Tots mit Trüffelöl und Speckwürfeln in Pekannüssen sind einfach eine unvergessliche kulinarische Sünde. Noch besser, wenn man das Ganze mit einem Glas aus ihrer beeindruckenden Sammlung hochwertiger Bourbons hinunterspült.

Spenard Roadhouse in Anchorage — hipsteriges Bistro
Spenard Roadhouse — Foto: Google Maps

Tipps und Tricks für stressfreies Reisen in Amerika

Reisen in den USA hat seine Eigenheiten – und in Alaska gilt das doppelt. Wir haben noch ein paar praktische Ratschläge für euch zusammengestellt, die euch auf Reisen jede Menge Nerven und Geld sparen. Aus Erfahrung wissen wir: Unzureichende Vorbereitung zahlt sich hier einfach nicht aus.

Bevor du überhaupt die Koffer packst, achte vor allem auf Sicherheit und Konnektivität. Hier sind die drei absolut grundlegenden Säulen, die du nicht vergessen darfst:

  • Reiseversicherung: In die USA fliegen wir grundsätzlich nicht ohne gute Versicherung – die Arztkosten dort können verheerend sein. Für Reisen in die USA empfehlen wir, eine hochwertige Reisekrankenversicherung zu prüfen.
  • eSIM für Internet: Alaska hat manchmal riesige Funklöcher, aber in den Städten ist mobiles Internet unverzichtbar. Statt teures Roaming zu buchen, schau dir unsere Empfehlung für Holafly an – eine eSIM speziell für Reisen in die USA.
  • Wanderausrüstung: Alaska steckt voller Schlamm, Schmelzschnee und Bäche. Gutes Equipment ist Pflicht – solide wasserdichte Wanderschuhe wirst du hier mehr brauchen, als du jetzt vielleicht denkst.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Als wir mit Familie und Freunden unsere Alaska-Pläne geteilt haben, bekamen wir eine wahre Flut an Fragen – und dieselben wiederholten sich immer wieder! Deshalb habe ich die wichtigsten hier zusammengestellt, damit ihr alles schön an einem Ort habt und nicht mühsam in Foren suchen müsst.

Kdy a za kolik koupila Amerika Aljašku?

Spojené státy koupily Aljašku od Ruského impéria v roce 1867. Americký ministr zahraničí William H. Seward tehdy dojednal odkup za zhruba 7,2 milionu dolarů. Američané tehdy nákup silně kritizovali a nazývali ho „Sewardovým mrazákem“, dokud se na Aljašce nenašlo zlato a o desítky let později ohromné zásoby ropy. Dnes je to jedna z nejvýnosnějších investic v historii.

Jak dlouho je tma na Aljašce?

To ohromně záleží na tom, kde přesně se nacházíte, stát je obrovský. V nejsevernějším městě Utqiagvik (bývalé Barrow) panuje polární noc, kdy slunce nevyjde nad obzor dlouhých 65 dní v kuse, od listopadu do ledna. V Anchorage, které leží mnohem jižněji, slunce v zimě vyjde každý den, ale nejkratší zimní dny mají zhruba jen pět a půl hodiny denního světla.

Kolik je stupňů na Aljašce v zimě?

Aljaška má pět různých klimatických regionů. Na jihu a jihovýchodě u pobřeží (Juneau, Sitka) jsou zimy mírné a teploty se drží kolem nuly nebo mírně pod ní. Ale ve vnitrozemí, například kolem města Fairbanks a v národním parku Denali, teploty v lednu a únoru běžně klesají k -30 °C až -40 °C. Je to opravdu drsný mráz, který paralyzuje život i běžnou techniku.

Jak je draho na Aljašce?

Hodně. Aljaška logisticky funguje jako ostrov a velká část zásob se musí dovážet. Běžný denní rozpočet pro dva lidi v hlavní sezóně (červenec), včetně pronájmu normálního auta, benzínu, spíše obyčejnějšího motelového ubytování a nákupu jídla částečně v supermarketu a občas v restauraci, vyjde zhruba na 400 až 600 USD (9 500 až 14 200 Kč) na den. Plánujete-li drahé výlety letadlem, rozpočet letí raketově nahoru.

Je bezpečné si na Aljašce půjčit auto?

Ano, po hlavních asfaltových tazích jezdit klidně. My jsme ani jednou neměli pocit, že riskujeme. Jediné, čeho jsme se opravdu báli, byl los u cesty (a losí reflexy jsou tragické). Pozor ale na odlehlé štěrkové silnice bez signálu, kde málokdo projíždí. Jinak je asfalt většinou ve velmi dobrém stavu (i když každé jaro silničáři lepí obrovské díry po mrazech).

Kdy je nejlepší šance vidět polární záři?

Rozhodně od října do března. Potřebujete naprostou tmu, jasnou oblohu a samozřejmě určitou sluneční aktivitu. Do Fairbanks se jezdí na auroru nejčastěji v únoru a březnu, kdy už není tak krutý a drtivý mráz jako v prosinci, ale noci jsou stále dostatečně tmavé a jasné.

Zvládnu Aljašku projet za týden?

Ne. Za týden stihnete projet jen malinký zlomek státu a budete muset udělat velmi těžké kompromisy. Týdenní itinerář obvykle pokryje buď jen oblast kolem Anchorage a poloostrov Kenai směrem na jih, nebo z Anchorage popojedete na sever podívat se do národního parku Denali. Ke komplexnějšímu poznání hlavních míst potřebujete minimálně 14 až 21 dní.

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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