Cinque Torri & Lagazuoi, Dolomiten: 10 Tipps, was du sehen und erleben kannst

TL;DRCinque Torri (Fünf Türme) und der Berg Lagazuoi (2778 m) liegen nahe dem Passo Falzarego in den Dolomiten und sind bequem mit der Seilbahn erreichbar: die Kabinenbahn vom Passo Falzarego auf den Lagazuoi braucht keine drei Minuten (rund 30 EUR), der Sessellift von Bai de Dones zu den Cinque Torri kostet etwa 15 EUR. Die ganze Gegend war im Ersten Weltkrieg (1915–1918) Frontgebiet und ist heute ein riesiges Freilichtmuseum mit erhaltenen Schützengräben, Geschützen und Tunneln – der Eintritt ist kostenlos. Unter den zehn Tipps findest du etwa das Rifugio Lagazuoi mit Panoramablick, den Tunnel Galleria del Lagazuoi (600 m Abstieg, nur für fitte Erwachsene geeignet, Kinder unter 8 Jahren und Hunde sind nicht erlaubt) oder den Aufstieg zum Rifugio Nuvolau. Als Basis eignet sich am besten Cortina d’Ampezzo, etwa 15 Autominuten entfernt. Die beste Reisezeit ist Ende Juni bis Mitte September, idealerweise Anfang September, wenn das Ferragosto-Getümmel im August schon vorbei ist.

Die italienischen Dolomiten sind ein Paradies für sich – darüber haben wir schon in unserem großen Dolomiten-Reiseführer geschrieben. Aber die Gegend rund um Cinque Torri und Lagazuoi, unweit des berühmten Cortina d’Ampezzo, hat eine völlig andere Atmosphäre. Sie ist nämlich das größte Freilichtmuseum des Ersten Weltkriegs in Europa. Früher sind Lukáš und ich die Berge hier zu Fuß hochgekraxelt – inzwischen haben wir ein kleines Kind dabei und wissen die Seilbahnen mehr denn je zu schätzen. Sowohl die große Kabinenbahn auf den Lagazuoi ab Passo Falzarego als auch der Sessellift zu den Cinque Torri ab Bai de Dones sind mit Kleinkind (oder für Senioren) eine absolute Rettung.

Zusammenfassung

Wenn die Koffer schon gepackt sind, Jonášek im Kindersitz quengelt und du nur die wichtigsten Fakten brauchst – hier sind die Highlights aus unserem Reiseführer:

  • Zwei eigenständige Orte nah beieinander: Cinque Torri (Fünf Türme) und der Berg Lagazuoi liegen dicht beieinander beim Passo Falzarego. Beide Ziele erreichst du bequem per Seilbahn – ganz ohne Schweißausbruch.
  • Geschichte überall: Das gesamte Gebiet war im Ersten Weltkrieg Frontlinie zwischen Italien und Österreich-Ungarn. Du findest rekonstruierte Schützengräben, Artilleriestellungen und in den Fels gehauene Tunnels.
  • Beste Ausgangsbasis: Eindeutig Cortina d’Ampezzo – von dort sind es mit dem Auto rund 15 Minuten bis zu den Seilbahnen.
  • Für wen ist es geeignet: Dank der Seilbahnen ist die Region ideal für Familien mit kleinen Kindern, Senioren und Hundebesitzer. Du kommst mühelos nach oben.
  • Achtung bei den Tunnels: Die Galleria del Lagazuoi ist ein brutaler 600 Meter langer Abstieg im Dunkeln und in feuchter Kälte – absolut nichts für Kinder oder Hunde. Helm und Stirnlampe sind Pflicht.

Was sind Cinque Torri und Lagazuoi eigentlich?

Um etwas geografische Klarheit zu schaffen: Wir befinden uns in der Region Venetien, unweit der Pässe Passo Falzarego und Passo Giau. Das ist eine Gegend, die einem den Atem verschlägt, noch bevor man aus dem Auto ausgestiegen ist – wir nehmen jeden Besuch, der uns in die Berge begleitet, genau hierher.

Cinque Torri – auf Deutsch „Fünf Türme“ – ist eine absolut ikonische Felsformation, die wirkt, als wäre sie von einem anderen Planeten in die Landschaft gesetzt worden. Wie der Name schon verrät, besteht sie aus fünf Hauptmassiven: Der höchste ist die Torre Grande, daneben findest du Torre Inglese, Romana, Quarta und Quinta. Die Felsen sind ein Eldorado für Kletterer, aber auch ganz normale Wanderer kommen auf ihre Kosten – man kann die Türme auf bequemen Pfaden wunderbar umrunden. Direkt gegenüber auf der anderen Seite des Tals thront der majestätische Lagazuoi mit seinem Gipfel auf 2.778 Metern, der wie eine uneinnehmbare Steinburg aussieht.

Blutige Geschichte im Paradies: Der Große Krieg 1915–1918

Beim Anblick der sattgrünen Wiesen und weißen Felsen fällt es schwer zu glauben, was sich hier abgespielt hat. Jedes Mal, wenn wir zwischen den Cinque Torri spazieren, überkommt uns eine seltsame Demut. Von 1915 bis 1918 tobten hier einige der sinnlosesten und härtesten Kämpfe des Ersten Weltkriegs.

Der Lagazuoi wurde kreuz und quer von kilometerweiten Tunnels durchbohrt – italienische und österreichisch-ungarische Soldaten versuchten gegenseitig, die Stellungen des Feindes zu untergraben und in die Luft zu jagen. Den Höhepunkt dieses Wahnsinns bildete das Jahr 1917, als die Italiener buchstäblich eine riesige Mine direkt unter den Füßen der Österreicher zündeten. Als uns das ein Führer vor Ort schilderte, wussten wir ehrlich gesagt nicht, ob wir lachen oder weinen sollten. Bei den Cinque Torri hingegen findest du rekonstruierte italienische Artilleriestellungen – die Felsen boten damals perfekten Schutz. Heute ist alles wunderbar restauriert und dient als riesiges Freilichtmuseum mit freiem Eintritt, wo du am eigenen Leib spüren kannst, wie es gewesen sein muss, in einem eiskalten Schützengraben zu sitzen.

Wann am besten fahren und welches Wetter erwartet dich?

Die Reiseplanung für die Dolomiten ist immer ein kleines Glücksspiel, denn das Bergwetter macht, was es will – das gilt auch für das Cinque-Torri-Wetter. Wir schauen morgens immer kurz auf die Cinque-Torri-Webcam, um zu sehen, ob oben Wolken hängen.

Die ideale Zeit für Wanderungen und Museumsbesuche ist von Ende Juni bis Mitte September. Wenn möglich, solltest du aber den August – und vor allem den italienischen Nationalfeiertag Ferragosto am 15. August – meiden. Dann drängt sich die halbe Bevölkerung Italiens in die Berge, auf den Parkplätzen geht gar nichts mehr und an den Seilbahnen stehst du ewig an. Wir persönlich lieben Anfang September: Das Wetter ist dann meist stabiler, die Luft kristallklar, und das Herbstlicht taucht die Felsen in unglaubliche Gold- und Rosatöne – für Fotos schlechthin ideal. Im Winter verwandelt sich das gesamte Gebiet in ein erstklassiges Skigebiet rund um die Cinque Torri – dazu später mehr.

Anreise zu den Seilbahnen und Parken

Die Orientierung in diesem Teil der Dolomiten ist ganz einfach – vor allem wenn du ein Auto dabei hast, was unserer Meinung nach unverzichtbar ist. Wer aus Deutschland anreist, findet bequeme Verbindungen über München oder Innsbruck nach Cortina d’Ampezzo; die Fahrt dauert je nach Startpunkt etwa 3–5 Stunden. Für einen Mietwagen empfehlen wir aus eigener Erfahrung DiscoverCars.com, über das wir weltweit Autos buchen. Denk daran: In Österreich und Italien benötigst du für Autobahnfahrten eine Vignette bzw. zahlst Mautgebühren.

Willst du zum Lagazuoi, ist dein Ziel der Passo Falzarego, wo ein großer Parkplatz direkt an der Talstation der Kabinenbahn liegt. Richtung Cinque Torri hältst du ein paar Kurven vorher bei Bai de Dones, dem Ausgangspunkt des Sessellifts. An beiden Stationen ist das Parken in der Regel kostenpflichtig – rechne mit etwa 5 bis 10 € pro Tag und halte am besten Bargeld bereit, da die Automaten manchmal streiken. In der Hauptsaison fährt auch ein zuverlässiger Bus (Linie 27) von Cortina direkt zum Passo Falzarego – eine super Alternative, wenn du beim Mittagessen ein Glas Wein trinken oder den Parksuchstress vermeiden möchtest.

Wo übernachten in der Umgebung und was kostet es?

Unsere langjährige Lieblingsbasislager für diese Region ist Cortina d’Ampezzo. Von dort sind es rund 15 Minuten mit dem Auto zu den Seilbahnen, abends kannst du durch das wunderschöne Zentrum mit seinen Boutiquen und Cafés schlendern – und die Infrastruktur ist ausgezeichnet, egal ob du Luxus oder etwas Schlichteres suchst. Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com.

Falls Cortina gerade aus allen Nähten platzt (was in der Saison durchaus vorkommt), ist das malerische Städtchen Alleghe direkt unterhalb der majestätischen Marmolada eine hervorragende Alternative – oder das Dörfchen Arabba, von dem aus du wunderbar den berühmten Rundweg über Passo Pordoi und Passo Sella erkunden kannst. Der goldene Mittelweg sind Apartments direkt rund um den Passo Falzarego: Abends ist dort zwar nicht viel los, aber morgens stehst du als Erster an der Seilbahn.

  • Top-Unterkunft in Cortina: Mit gutem Gewissen empfehlen wir das Hotel de la Poste direkt im Zentrum mit seiner wunderbaren historischen Atmosphäre – oder das luxuriösere Rosapetra SPA Resort, wenn du nach einem Tag in den Bergen noch richtig verwöhnt werden möchtest.

10 Tipps, was du bei Cinque Torri und Lagazuoi sehen und erleben solltest

Hier lässt sich wirklich nicht einfach durchrasen und einen Haken setzen – denn im Zwei-Minuten-Takt wechseln sich atemberaubende Aussichten und bewegende Geschichte ab, und das lässt einen nicht kalt. Hier sind die zehn Dinge, die wir selbst erlebt haben und aufrichtig empfehlen können.

1. In drei Minuten per Seilbahn auf den Lagazuoi

Das ist schon für sich ein Erlebnis. Du steigst am Passo Falzarego in eine große rote Kabine, und in knapp drei Minuten bist du auf unglaublichen 2.778 Metern Höhe. Die Fahrt geht schnell, steil – und für unseren Jonášek war es das erste große Bergabenteuer, das er mit riesigen Augen aus der Trage beobachtet hat. Oben angekommen, befindest du dich in einer Welt aus Stein und Eis, wo selbst im August eine Daunenjacke nützlich sein kann. Tickets kannst du auch online kaufen – mehr Infos findest du auf der offiziellen Website der Lagazuoi-Seilbahn.

Als wir mit dem Kleinen zum ersten Mal oben ausstiegen, haben wir den barrierefreien Zugang bis zur Aussichtsplattform sofort zu schätzen gewusst. Keine Scheu, auch die Oma mitzunehmen – die Fahrt ist angenehm ruhig, und die Aussichten ins Ampezzotal sind es absolut wert, auch wenn man kein begeisterter Kletterer ist.

2. Galleria del Lagazuoi: Nur für Mutige

Hier muss ich eine ehrliche, unmissverständliche Warnung aussprechen. Die Tunnels, die italienische Soldaten ins Innere des Berges gegraben haben, sind ein beeindruckendes Ingenieurwerk – aber sie sind alles andere als ein gemütlicher Touristenpfad. Es geht mehr als 600 Meter steil durch den Fels bergab, auf nassen Eisen- und Steinstufen, überall tropft Wasser, und es ist absolut dunkel. Mit Lukáš sind wir das vor einigen Jahren gegangen – es hat uns fast drei Stunden gekostet. Das ist ausschließlich etwas für fitte Erwachsene; Hunde sind absolut ungeeignet, und Kinder dürfen aus gutem Grund nicht rein.

Wenn du es trotzdem wagen willst, leihe dir unbedingt unten an der Seilbahn oder bei der Hütte einen ordentlichen Helm und eine Stirnlampe aus. Die Stufen sind rutschig wie Glatteis, und du wirst jeden festen Halt dankbar annehmen. Aber das Gefühl, wenn du schließlich wieder ins Sonnenlicht kriechst – das ist unbezahlbar.

3. Aussichten vom Rifugio Lagazuoi

Ob du zu Fuß oder per Seilbahn heraufkommst – als Belohnung wartet das Rifugio Lagazuoi, eine Berghütte, die direkt am Felsrand thront wie ein Adlerhorst. Die Terrasse ist legendär. Wenn du dich dort mit einem heißen Tee hinsetzt und in die Ferne schaust, liegen die vergletscherte Marmolada, das Sellamassiv und die nahe Tofana wie auf dem Präsentierteller vor dir. Bei gutem Wetter soll man von hier bis nach Österreich sehen können.

Wir verbringen hier meistens mindestens eine Stunde, weil man sich von diesem Panorama einfach nicht losreißen kann. Drinnen in der Hütte brennt ein Ofen, und an kälteren Tagen duftet es nach herzhaftem Essen und Kaffee – ein idealer Unterschlupf, wenn sich über dem Gipfel Wolken zusammenziehen und der eisige Höhenwind auffrisch.

4. Sessellift zu den Cinque Torri

Während zum Lagazuoi eine große Kabine fährt, bringt dich zur Fünf-Türme-Gruppe der klassische offene Sessellift (Seggiovia Cinque Torri), den du an der Station Bai de Dones nimmst. Die Fahrt ist wunderbar entspannt: Du schwebst gemächlich über die Baumwipfel, und die Felsen wachsen vor dir langsam in den Himmel. Hunde sind problemlos willkommen – Kája und Baby hatten keine Schwierigkeiten damit.

Das Personal am Lift ist meistens sehr hilfsbereit; sie haben uns sogar mit Baby an Bord geholfen, als Lukáš ihn in der Bauchtrage hatte. Die gesamte Fahrt ist eine echte Wohltat – ringsum Stille, rauschende Wälder, und schon von weitem siehst du, wie sich die fünf majestätischen Steinfinger über dir erheben.

5. Freilichtmuseum bei den Fünf Türmen

Kaum aus dem Lift gestiegen, stehst du mitten im historischen Areal. Du kannst dich frei zwischen den rekonstruierten Schützengräben bewegen, in Unterstände schauen, in denen sogar erhaltene Geschütze und originale Feuerstellungen zu sehen sind. Der Eintritt ist kostenlos, und das gesamte Gelände ist mit Informationstafeln vorbildlich erklärt – sodass auch wir, die wir keine Historiker sind, schnell den Zusammenhang verstanden haben. Mehr dazu findest du auf der Website des Freilichtmuseums.

Besonders eindringlich wurde uns das Erlebnis, als wir begriffen, unter welch brutalen Bedingungen die armen Soldaten hier überleben mussten. An manchen Stellen sind die Gräben ziemlich eng, sodass man sich etwas ducken muss – aber alles ist sicher befestigt und auch in normalen Sportschuhen gut zu erkunden.

6. Panoramen vom Rifugio Nuvolau

Wenn du bei den Cinque Torri nicht nur herumschlendern möchtest, mach dir einen rund einen Kilometer langen Aufstieg zum Rifugio Nuvolau. Der Weg ist etwas steiler und felsig, aber mit guten Wanderschuhen oder Trekkingschuhen gut machbar. Die Belohnung ist ein klassischer 360-Grad-Rundblick über die gesamten Dolomiten. Diese Hütte gehört übrigens zu den ältesten der Region und hat einen ganz besonderen Charme.

Der Aufstieg ist jeden Schweißtropfen wert. Die mondähnliche Landschaft ringsherum bildet einen wunderschönen Kontrast zu den fernen Massiven, und wenn du oben ankommst, fühlst du dich tatsächlich wie auf dem Dach der Welt. Wir empfehlen dringend, früh morgens aufzubrechen, solange noch keine Touristenströme unterwegs sind.

7. Rast beim Rifugio Cinque Torri und Scoiattoli

Wenn uns beim Wandern der Hunger packt, landen wir meistens beim Rifugio Cinque Torri oder in der moderneren Nachbarhütte Scoiattoli, die direkt an der Bergstation des Sessellifts liegt. Von deren Terrassen lässt sich wunderbar beobachten, wie Kletterer die senkrechten Turmwände hochkämpfen – während man selbst Apfelstrudel und Kaffee genießt. Außerdem gibt es hier tolle Einrichtungen für Hundebesitzer.

8. Gemütliche Wanderung zur Cima Falzarego

Es ist wirklich ein angenehmes Dolomiten-Wandern mit sanftem Anstieg – die Wege sind klar markiert, und du entkommst dem Hauptstrom der Touristen. Hier fühlst du dich endlich wie ein echter Entdecker und nicht wie eine Schafherde beim Auslauf. Nimm genug Wasser mit!

Für Jonášek in der Trage war das die ideale Einschlaf-Wanderung, weil wir über keine riesigen Felsblöcke klettern mussten und einfach über weiches Gras dahingingen. Wenn ihr mal kurz von den Seilbahnen wegwollt und einfach nur die Bergstille genießen möchtet – ohne Touristenstöcke-Geklingel –, dann ist das genau die richtige Richtung.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in der Nähe von Cinque Torri und Lagazuoi übernachten kann
6 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

9. Klettersteig für erfahrene Bergsteiger

In früheren, kinderlosen Zeiten sind Lukáš und ich wegen der Klettersteige hierhergekommen – und die Gegend ist dafür schlicht ein Paradies. Wer ohne Kleinkind unterwegs ist, sollte unbedingt den Steig ausprobieren, der direkt durch die Galleria Lagazuoi führt.

Diese Route nimmt dich nämlich nicht nur über luftige Felsvorsprünge mit verrückten Ausblicken mit, sondern führt auch teilweise durch das Innere des Berges – das historische Erlebnis hautnah inklusive. Bitte unterschätzt das aber nicht: Im Sommer sind nachmittägliche Gewitter häufig, deshalb solltet ihr so früh wie möglich an die Wand.

10. Wintervergnügen und Dolomiti Superski

Auch wenn wir diesmal im Sommer hier waren – Cinque Torri ist im Winter ein absoluter Geheimtipp. Das gesamte Gebiet ist mit dem Skigebiet Cortinas verbunden, und du kannst dir einen Kombipass auf der Website von Dolomiti Superski kaufen. Die Pisten führen direkt unter diesen gigantischen Felsen hindurch, und wenn dazu noch die Wintersonne scheint, ist das ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Skifahren zwischen dieser Felskulisse hat eine ganz eigene, fast mystische Atmosphäre, die mit überfüllten Mainstream-Resorts nicht zu vergleichen ist. Die Pisten sind meist wunderbar breit und perfekt präpariert – auch Freizeitskifahrer finden hier ihr Plätzchen und können bis zum Sonnenuntergang die Hänge hinunterwedeln.

Cinque Torri und Lagazuoi mit Kindern: Schafft unser Jonášek das?

Reisen mit Kindern in die Berge wirft immer viele Fragen auf – das weiß ich inzwischen aus eigener Erfahrung. Ehrlich gesagt hatten wir anfangs ein bisschen Sorge, wie es mit Jonášek laufen würde. Aber die Bedenken waren unbegründet: Die Seilbahnen nehmen dir den anstrengenden Aufstieg ab, und oben kommst du ganz ohne Mühe an.

Das Freilichtmuseum bei den Fünf Türmen ist für ältere Kinder ein echtes Abenteuer – sie können gefahrlos durch die Schützengräben rennen (natürlich unter Aufsicht, damit niemand auf dem Gestein stolpert) und Bunker erkunden. Beim Rifugio Scoiattoli gibt es außerdem einen schönen Spielplatz im Freien, wo Jonášek seinen ersten italienischen Bergsand zwischen den Fingern erspürt hat, während wir das Panorama genossen. Vergesst nur nicht, Kindern warme Kleidung einzupacken – der Wind auf über 2.000 Metern kann selbst im August empfindlich kalt sein.

Wo essen?

Hochgebirgswandern funktioniert bei uns nicht ohne ordentliches Essen – da machen wir uns nichts vor. Und die lokale Bergküche überrascht angenehm: Die Dolomiten liegen nah an Österreich, und die Speisekarten spiegeln das deutlich wider.

  • Rifugio Lagazuoi: Hier machen sie einen absolut phänomenalen Eintopf (Stew) aus Wildziege, der auf der Zunge zergeht. Das musst du unbedingt probieren.
  • Traditionelle Berghütten in der Umgebung: Wenn du lieber etwas Traditionelleres möchtest, gönne dir eine ordentliche Portion Polenta überbacken mit lokalem Käse oder Tiroler Knödel – Hausmannskost auf Höchstniveau.
  • Lokaler Wein d’Ampezzo: Weil wir in Italien sind, darf der Wein natürlich nicht fehlen. Bestell zum Mittagessen diesen lokalen Tropfen – nach einem Tag an der frischen Bergluft schmeckt er wie Ambrosia. Aber übertreib es nicht, wenn du danach noch ins Tal fahren musst. 😁

Praktische Tipps, Preise und worauf du achten solltest

Damit dich vor Ort nichts kalt erwischt, haben wir ein paar praktische Hinweise zusammengestellt – die meisten haben wir selbst durch Versuch und Irrtum herausgefunden. Italien kann bei Regeln manchmal ziemlich unnachgiebig sein, und gute Vorbereitung lohnt sich hier wirklich. Wenn du noch keine Reiseversicherung hast, lies unbedingt unseren Artikel über Reiseversicherungen – einen Hubschrauber aus den Dolomiten möchte wirklich niemand selbst bezahlen. Und vergiss nicht, dir vorab eine eSIM von Holafly zu besorgen, damit du italienische Schilder problemlos übersetzen kannst.

  • Preise Seilbahnen: Eine Hin- und Rückfahrt auf den Lagazuoi kostet rund 30 €, der Sessellift zu den Cinque Torri liegt bei ungefähr 15 €. Flüge nach Italien (am besten nach Venedig oder Treviso) suchen wir meistens über Eurowings, Lufthansa oder Ryanair ab München oder Berlin.
  • Galleria del Lagazuoi: Wenn du dich wirklich für den Tunnelabstieg entscheidest, sind Helm und starkes Licht PFLICHT. Beides kannst du am Eingang oder unten an der Seilbahn für etwa 5 € ausleihen. Denk daran: Der offizielle Mindestalter für Kinder beträgt 8 Jahre.
  • Drohnen zuhause lassen: Lukáš hat das schwer getroffen (armer Kerl), aber im gesamten Gebiet gilt ein striktes Drohnenflugverbot, da ihr euch in einem geschützten Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe befindet. Die Bußgelder erreichen bis zu 3.000 €, also verzichtet lieber auf die Luftaufnahmen.

Wohin noch in den Dolomiten?

Wenn du mehr Zeit in der Region hast, schau unbedingt in unsere anderen Artikel aus der Umgebung – denn Cinque Torri und Lagazuoi sind nur der Anfang all dieser bergigen Schätze. Unternimm die ikonische Wanderung zu den Tre Cime di Lavaredo, dem absoluten Wahrzeichen der Dolomiten, oder erforsche die Königin der Berge, die vergletscherte Marmolada. Und wenn du deinen Dolomiten-Urlaub noch nicht ganz durchgeplant hast, schau in unseren Artikel Was man in den Dolomiten tun kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wir wissen, dass die Planung eines Ausflugs in so ein spezielles Berggebiet viele praktische Fragen aufwerfen kann – besonders wenn Kinder, Hunde oder knappe Zeit im Spiel sind. Deshalb haben wir die häufigsten Fragen zusammengestellt, die uns Freunde stellen, wenn wir sie hierher schicken.

Wie kommt man zu den Cinque Torri?

Der einfachste Weg führt von Cortina d’Ampezzo über die kurvige Straße Richtung Passo Falzarego. Ihr parkt euer Auto auf dem Parkplatz Bai de Dones und fahrt von dort direkt mit dem Sessellift nach oben, was nur ein paar Minuten dauert und etwa 15 EUR pro Person kostet.

Was kann man in der Umgebung von Cortina d’Ampezzo sehen?

Neben den Cinque Torri und dem Berg Lagazuoi solltet ihr unbedingt den wunderschönen Lago di Sorapis besuchen, der eine absolut unglaubliche türkisfarbene Farbe hat, einen Ausflug zu den Tre Cime di Lavaredo machen oder den Pass Passo Giau erkunden, von dem aus man herrliche Ausblicke hat.

Sind Hunde in den Seilbahnen erlaubt?

Ja, sowohl in der Kabinenbahn auf den Lagazuoi als auch im Sessellift zu den Cinque Torri werden Hunde problemlos mitgenommen, unsere Kája und Baby haben es mehrmals geschafft. Habt aber eine Leine dabei und bei größeren Rassen sicherheitshalber auch einen Maulkorb, damit sich die anderen Fahrgäste wohlfühlen.

Wo finde ich eine Cinque Torri Webcam?

Aktuelle Aufnahmen von den Webcams zur Wetterkontrolle findet ihr direkt auf den offiziellen Seiten von Dolomiti Superski oder auf dem Portal von Cortina d’Ampezzo. Schaut immer vor der Abfahrt von eurer Unterkunft rein, denn unten kann die Sonne scheinen, während oben dichter Nebel liegt.

Kostet das Museum des Ersten Weltkriegs Eintritt?

Nein, das gesamte Freilichtmuseum rund um die Fünf Türme sowie die Tunnel am Berg Lagazuoi sind frei zugänglich und der Eintritt ist kostenlos. Ihr zahlt im Grunde nur für die Anfahrt, also für die Seilbahn und gegebenenfalls fürs Parken.

Kann man die Tunnel am Lagazuoi mit Kindern begehen?

Nein, der Abstieg durch die dunklen, feuchten und steilen Tunnel (Galleria del Lagazuoi) ist nur für Kinder ab 8 Jahren erlaubt und ist definitiv kein angenehmer Spaziergang. Kleineren Kindern solltet ihr nur die Schützengräben unter freiem Himmel bei den Cinque Torri zeigen.

Brauche ich für die Cinque Torri Klettersteig-Ausrüstung?

Das hängt davon ab, was ihr vorhabt. Wenn ihr nur zwischen den Felsen spazieren und die Schützengräben bewundern wollt, reicht normale Wanderausrüstung und gutes Schuhwerk. Falls ihr aber auf die Türme selbst klettern oder gesicherte Wege gehen möchtet, sind Klettergurt, Sicherung und Helm absolut notwendig.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Via Ferratas in den Dolomiten für Anfänger: 5 beste Routen

TL;DRDie fünf besten Klettersteige für Einsteiger in den Dolomiten sind der Sentiero Bonacossa (Schwierigkeit A, 1–2 Stunden), Cesare Piazzetta am Sass Pordoi (A/B, 2–3 Stunden), Innerkofler-De Luca an den Drei Zinnen (C, mit Bergführer, 4–5 Stunden), die Ferrata delle Trincee an der Marmolada (B/C, 2–3 Stunden) und die Ferrata Possnecker am Sassolungo (B/C). Die beste Reisezeit ist Juli bis September – starte früh und plan die Rückkehr bis 13 Uhr wegen der Nachmittagsgewitter ein. Die komplette Klettersteig-Ausrüstung (Helm, Klettergurt, Bandfalldämpfer) leihst du dir in Cortina d’Ampezzo für 30 bis 50 EUR pro Tag – Cortina d’Ampezzo eignet sich am besten als Basis. Für die anspruchsvolleren Routen der Schwierigkeit C empfehlen wir einen zertifizierten Bergführer, das kostet 200 bis 300 EUR pro Tag für die Gruppe.

Die italienischen Dolomiten sind ein Paradies für alle Bergliebhaber – doch wer wirklich unvergessliche Erlebnisse sucht, sollte unbedingt die Via Ferratas in den Dolomiten ausprobieren. Diese gesicherten Klettersteige führen dich mithilfe von Stahlseilen, Eisenstiften und Leitern an Orte, die du ohne Kletterausrüstung und jahrelange Erfahrung niemals erreichen könntest.

Ich verrate dir schon mal, was dich erwartet: fünf Routen, bei denen du genau die richtige Portion Respekt bekommst, die Ausrüstung, ohne die du wirklich nicht losziehen solltest – und natürlich der Tipp, wo du nach dem Aufstieg ein kühles Bier verdient hast.

Zusammenfassung

Wenn du es eilig hast und nur einen schnellen Überblick vor der Reise brauchst, hier die wichtigsten Punkte. Am besten schnell als Screenshot aufs Handy – dann hast du alles unterwegs griffbereit:

  • Was ist eine Via Ferrata: Übersetzt „Eisenweg“ – eine Bergstrecke, die dauerhaft mit Stahlseilen, Eisenstiften und Leitern gesichert ist. Erfunden wurde sie genau hier, in den Dolomiten, während des Ersten Weltkriegs.
  • Schwierigkeitsskala: In Italien werden die Buchstaben A (leicht) bis D (extrem anspruchsvoll) verwendet. Für absolute Anfänger empfehlen sich Routen der Kategorie A oder B.
  • Pflichtausrüstung: Niemals ohne Helm, Klettergurt und zertifiziertes Klettersteigset (mit Falldämpfer) losziehen. Die Ausrüstung lässt sich vor Ort problemlos leihen.
  • Beste Reisezeit: Juli bis September. Immer früh morgens aufbrechen – Nachmittagsgewitter an Stahlseilen sind lebensgefährlich (Faustregel: bis 13 Uhr zurück im Tal).
  • Basislager: Cortina d’Ampezzo ist unsere liebste Basis und gleichzeitig der praktischste Ausgangspunkt für die bekanntesten Routen.
  • Bergführer: Für die erste Erfahrung oder schwerere Routen (C) lohnt sich ein zertifizierter IFMGA-Bergführer definitiv – für die Sicherheit und den Seelenfrieden.

Was ist eine Via Ferrata – und woher kommt sie?

Vielleicht hast du den Begriff schon gehört, aber was steckt in der Praxis dahinter? Eine Via Ferrata – auf Italienisch „Eisenweg“ – ist eine Bergstrecke, die dauerhaft mit Stahlseilen, Eisentritten, Leitern oder sogar Hängebrücken gesichert ist. Das bedeutet: Du kannst dich sicher in sehr steilem bis senkrechtem Gelände bewegen, das sonst nur erfahrenen Kletterern mit eigenem Seil und Sicherungstechnik zugänglich wäre. Du klinkst dich einfach mit Karabinern in das bereits in den Fels eingelassene Seil ein und steigst Schritt für Schritt nach oben.

Interessant ist, dass die Via Ferrata eine Erfindung ist, die direkt aus den Dolomiten stammt. Im Ersten Weltkrieg tobten hier in großer Höhe erbitterte Kämpfe zwischen dem italienischen und dem österreichisch-ungarischen Heer. Die Soldaten mussten Männer, Waffen und Vorräte schnell und sicher über steile Grate bewegen – und so begannen sie, Eisenhaken in den Fels zu schlagen und Seile zu spannen. Wir haben auf diesen alten Steigen manchmal eine halbe Stunde damit verbracht, uns vorzustellen, wie diese Männer das vor über hundert Jahren gemeistert haben – in fürchterlichen Bedingungen, mit schwerem Gepäck und im Winter. Da fühlt man sich auf einem modernen Klettersteig in leichten Schuhen und mit moderner Karabinertechnik fast ein bisschen unangemessen klein. Heute gibt es hier das dichteste Klettersteig-Netz ganz Europas, und viele Routen führen durch alte Bunker und direkt in den Fels gehauene Tunnel – die Atmosphäre lässt einen wirklich nicht unberührt.

Wie schwer ist es? Die italienische Klettersteig-Klassifizierung

Wenn du deine erste Route aussuchst, ist die Schwierigkeitsbewertung das Wichtigste, worauf du achten musst. Die italienischen Dolomiten nutzen eine eigene Skala mit Buchstaben von A bis D, alternativ auch Zahlen von 1 bis 5 (wobei 1 am leichtesten ist). In der Praxis ist jedoch die Buchstaben-Bewertung gebräuchlicher. Als absoluter Anfänger solltest du strikt bei A und B bleiben – und das ist wirklich keine Schande, ganz im Gegenteil.

  • A (Leicht): Im Grunde ein Wanderweg in steilem Gelände, der zur Sicherheit mit einem Seil ausgestattet ist. Oft muss man das Seil gar nicht anfassen – es gibt vor allem ein Gefühl der Sicherheit. Ideal für die erste Begegnung mit der Ausrüstung oder wenn du mit älteren Kindern unterwegs bist und ohne unnötigen Stress ausprobieren möchtest.
  • B (Mittelschwer): Hier trifft man schon auf steilere Passagen und Felsen. Das Seil wird aktiv zum Vorwärtskommen genutzt, man kommt ins Schwitzen – aber mit normaler körperlicher Fitness schafft das jeder durchschnittlich aktive Wanderer.
  • C (Anspruchsvoll): Senkrechte Wände, Überhänge, Passagen, bei denen man wirklich Armkraft braucht und das Körpergewicht richtig einsetzen muss. Für Anfänger ist dieser Schwierigkeitsgrad nur in Begleitung eines erfahrenen Bergführers geeignet – sonst kann das Erlebnis ziemlich beängstigend werden.
  • D (Extrem anspruchsvoll): Erfordert sehr gute körperliche Fitness und Vorerfahrung. Lange überhängende Passagen, bei denen man sich nur mit der Armkraft hält. Nichts für Einsteiger – diese Routen empfehlen wir wirklich nur den absolut erfahrensten Bergsportlern.

Pflichtausrüstung für den Klettersteig (und wo man sie bekommt)

Wer sich über Via Ferratas in den Dolomiten informiert, liest oft, dass man die Ausrüstung mitbringen kann – muss aber nicht. Wer mit dem Flugzeug anreist oder sich keine teure Ausrüstung für einen einzigen Versuch kaufen möchte, kann alles problemlos vor Ort leihen. Ich weiß, wie lästig es ist, einen riesigen Koffer mit unnötigem Zeug zu schleppen – Verleihstationen sind hier wirklich eine Wohltat.

Ohne eigene Ausrüstung kannst du sie in fast jedem Bergdorf problemlos ausleihen. In Cortina d’Ampezzo findest du gleich mehrere Verleihstationen (z. B. Snow Service oder lokale Bergführerbüros), wo ein komplettes Klettersteigset etwa 30 bis 50 € pro Tag kostet. Das Personal passt dir alles auf deine Größe an – du kannst also sicher sein, dass du alles richtig trägst.

Was du genau brauchst:

  • Kletterhelm: Niemals, wirklich niemals, einen Klettersteig ohne Helm angehen. Die Hauptgefahr kommt nicht davon, dass du deinen Kopf gegen den Fels stößt – sondern von anderen Kletterern über dir, die unbeabsichtigt einen Stein lösen könnten.
  • Klettergurt: Er muss perfekt sitzen – nicht einschnüren, aber auch nicht zu locker sein.
  • Klettersteigset (Y-Klemm-Bandschlinge mit Falldämpfer): Ein spezielles Set aus zwei elastischen Schlaufen mit Karabinern und Reißfalldämpfer. Bitte versuche niemals, einen Klettersteig mit normalen Kletterseilen zu sichern. Bei einem Sturz würde das böse enden – der Falldämpfer ist dazu da, die enorme Aufprallenergie abzufangen.
  • Klettersteighandschuhe: Stahlseile sind rau, manchmal lösen sich Drahtenden – nach zwei Stunden Klettern ohne Handschuhe hättest du Hände voller Blasen. Feste Lederhandschuhe aus dem Baumarkt oder Fahrradhandschuhe mit abgeschnittenen Fingern tun es zur Not auch, aber speziell gepolsterte Klettersteighandschuhe sind natürlich die beste Wahl.
  • Festes Schuhwerk: Turnschuhe bleiben im Hotel. Du brauchst gute Wanderschuhe, idealerweise mit steifer Zehenpartie (sogenannte Climbing Zone), damit du sicher auf kleinen Felsvorsprüngen stehen kannst.
  • Wasser und Erste-Hilfe-Set: Vergiss ausreichend Flüssigkeit nicht. Die Sonne brennt an Felswänden mit unglaublicher Kraft – wir haben immer mindestens zwei Liter Wasser pro Person dabei. Ein kleines Pflaster-Set lohnt sich ebenfalls, denn auch mit den besten Handschuhen entstehen manchmal Blasen.

Wann in die Dolomiten – und worauf du achten solltest

Die Saison für Klettersteige in den Dolomiten ist recht kurz. Im Winter liegen die Routen unter Schnee und Eis, das ideale Zeitfenster ist daher Juli bis Ende September. Im Herbst wird es zwar kühler, aber die Tage können wunderschön sonnig sein – und am Seil wirst du kaum auf Warteschlangen treffen.

Der größte Feind am Klettersteig ist das Wetter. An einem Stahlseil zu hängen, das direkt auf einen Gipfel führt – mitten in einem sommerlichen Gewitter – ist ungefähr die schlechteste Idee der Welt, denn die Seile wirken wie riesige Blitzableiter. Die goldene Regel in den Alpen lautet: Um 13 Uhr solltest du bereits bei einem Bier in der Berghütte sitzen oder zurück im Tal sein. Nachmittagliche Wärmegewitter entstehen sehr schnell, also brich immer früh auf – ruhig schon um sieben oder acht Uhr morgens. Als wir das erste Mal in den Dolomiten waren, musste Lukáš mich um fünf Uhr früh aus dem Bett zerren, was ich persönlich gar nicht mag. Aber als wir sahen, wie sich mittags dunkle Wolken über den Gipfeln zusammenzogen, musste ich zugeben, dass er recht hatte. Der frühe Aufbruch ist hier wirklich eine Frage der Sicherheit. Denk auch an eine ordentliche Reiseversicherung für Bergsport – wir setzen bei kürzeren Europatrips auf SafetyWing, das bietet auch Deckung für Aktivsport.

5 beste Via Ferratas in den Dolomiten für Anfänger

Diese Routen gehören zur bewährten Klassik für Einsteiger – empfohlen von erfahrenen Kletterern und Bergführern, denen wir vertrauen. Wir haben sie bewusst so ausgewählt, dass du dein Selbstvertrauen nicht verlierst, aber gleichzeitig gesunden Respekt entwickelst (genau das richtige Gefühl 😉). Schätze deine Kräfte ehrlich ein – und wenn du unsicher bist, engagiere einen Bergführer.

1. Sentiero Bonacossa (Schwierigkeit A)

Wenn du gerade erst mit Klettersteigen anfängst und dir nicht sicher bist, ob du unter Schwindelgefühlen leidest oder ob es dir überhaupt gefallen wird, ist der Sentiero Bonacossa die absolut ideale Wahl. Es handelt sich eher um einen herrlichen Hochgebirgsweg, der in steileren Abschnitten mit Seilsicherungen ausgestattet ist.

Die Route beginnt in der Nähe der berühmten Tre Cime und führt über Grate in Richtung Refugio Bossi. Senkrechte Wände oder kraftraubende Passagen gibt es hier keine – stattdessen genießt du atemberaubende Ausblicke auf zerklüftete Gipfel und das Gefühl, wirklich hoch oben in den Bergen zu sein. Ich erinnere mich noch genau, wie ich dort zum ersten Mal stand und ins Tal schaute – magisch. Der gesamte Ausflug ist in 1 bis 2 Stunden zu schaffen, sodass du dich kaum erschöpfst.

2. Cesare Piazzetta am Sass Pordoi (Klassiker A/B)

Das Sellamassiv und der beeindruckende Gipfel des Sass Pordoi bieten hervorragende Möglichkeiten für Einsteiger. Die Route Cesare Piazzetta bewegt sich in ihrer einfacheren Variante im angenehmen Schwierigkeitsbereich A/B. Der Einstieg ist gut erreichbar und die Route führt sehr logisch entlang von Felsblöcken.

Der Weg dauert etwa 2 bis 3 Stunden und belohnt dich mit wunderschönen Ausblicken auf die umliegenden Grate. Das ist genau der Typ Klettersteig, bei dem man Hände und Füße schon etwas koordinieren muss – sich aber dabei absolut sicher fühlt. Das Gefühl, wenn man oben ankommt und den Helm abnimmt, ist einfach unbezahlbar. Und als Belohnung gibt es auf dem Gipfel ein hervorragendes italienisches Espresso mit Blick auf die gesamte Sellagruppe – einfach großartig.

3. Innerkofler-De Luca bei den Tre Cime (Schwierigkeit C: mit Bergführer)

Obwohl dieser Klettersteig den Schwierigkeitsgrad C hat, ist er unglaublich beliebt auch bei sportlich ambitionierten Anfängern – allerdings empfehlen wir ausdrücklich, ihn beim ersten Mal mit einem zertifizierten Bergführer zu begehen. Er befindet sich direkt am Monte Paterno, der an die ikonischen Tre Cime di Lavaredo grenzt – die Ausblicke sind hier schlicht bilderbuchhaft.

Die Route fasziniert vor allem durch ihre Geschichte. Sie führt durch lange, in den Fels gehauene Kriegstunnel aus dem Ersten Weltkrieg – unbedingt eine Stirnlampe einpacken! Wenn das Licht in diesen dunklen Gängen ausgeht, ist das schon für sich ein kleines Abenteuer. Das eigentliche Klettern dauert etwa 4 bis 5 Stunden, und der Bergführer hilft dir über die schwierigeren Passagen hinweg und gibt dir die nötige Sicherheit – denn darunter tut sich stellenweise eine ziemlich beeindruckende Tiefe auf 😅.

4. Ferrata delle Trincee an der Marmolada (Schwierigkeit B/C)

Wer in den Dolomiten ist, sollte die Königin dieser Berge nicht verpassen: die Marmolada. Direkt gegenüber ihrem majestätischen Gletscher erhebt sich der Padon-Kamm, an dem der historische Steig Ferrata delle Trincee entlangführt. Schwierigkeit B/C bedeutet, dass man dabei ins Schwitzen kommt – insgesamt ist es aber flüssiges Klettern über abwechslungsreichen Fels.

Diese Route ist, wie der Name schon andeutet (Trincee = Schützengräben), von Kriegsgeschichte durchdrungen. Du gehst an alten Schießscharten, Bunkern und Gräben entlang. Es ist unglaublich zu sehen, wo sich damals die Soldaten verschanzten – und die Geschichte, die aus diesem Fels atmet, lässt einen nicht kalt. Die Ausblicke auf den gletscherbedeckten höchsten Gipfel der Dolomiten sind von hier so atemberaubend, dass man alle paar Meter stehen bleibt und fotografiert. Die gesamte Runde dauert etwa 2 bis 3 Stunden Kletterzeit plus An- und Abstieg.

5. Ferrata Possnecker am Sassolungo (Schwierigkeit B/C)

Der letzte Tipp ist eine absolute Klassikroute im Bereich des Sassolungo-Massivs. Der Possnecker gehört zu den ältesten Klettersteigen der Dolomiten und ist eine schöne historische Linie, die auf clevere Weise natürliche Risse und Kamine im Fels nutzt. Obwohl er mit B/C bewertet ist, erwarten dich keine unsinnig schweren Überhänge – dafür technisch anspruchsvolles und abwechslungsreiches Klettern.

Der Weg führt durch herrliches Kalksteingelände, wo sich Seilpassagen mit Gehpassagen auf Felsleisten abwechseln. Am besten brichst du gleich früh auf, damit genug Zeit für einen gemütlichen Abstieg bleibt – und du fühlst dich dabei wie ein echter Alpinist, auch wenn du mit dem Sport gerade erst anfängst. Auf genau dieser Route hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass wir das wirklich regelmäßig machen sollten. Der Kontakt mit dem Fels ist hier einfach magisch.

Mit Bergführer oder auf eigene Faust?

Eine Frage, die sich viele Anfänger stellen. Wenn du über einen selbst geführten Klettersteig nachdenkst, solltest du das sehr verantwortungsbewusst angehen. Für sehr einfache Routen (A oder A/B) – wenn du nicht unter Schwindel leidest, fit bist und sicher mit Karabinern umgehen kannst – kannst du durchaus eigenständig aufbrechen. Stelle aber immer sicher, dass jemand dabei ist, der zumindest ein bisschen weiß, was er tut.

Für Routen des Schwierigkeitsgrades C hingegen, oder wenn du einfach nicht ganz sicher bist, empfehlen wir wärmstens, einen zertifizierten IFMGA-Bergführer zu engagieren. Diese Profis kennen die heimischen Berge in- und auswendig. Sie wissen, wie man Menschenmassen ausweicht, helfen bei der Technik und erzählen dabei Geschichten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Ein Bergführer kostet in der Regel 200 bis 300 € pro Tag für eine kleine Gruppe – aufgeteilt unter Freunden definitiv lohnenswert.

Wo übernachten – das beste Basislager für Klettersteige

Wer die schönsten Klettersteige und Ausflüge in greifbarer Nähe haben möchte, dem empfehlen wir als Hauptquartier das malerische Städtchen Cortina d’Ampezzo. Cortina liegt mitten im Herzen der schönsten Gipfel, und mit dem Auto erreichst du die Einstiege der meisten beliebten Routen in wenigen Minuten.

Es ist zwar ein etwas gehobenes Urlaubsziel (ein ordentliches Zimmer kostet in der Hochsaison etwa 150 bis 250 € pro Nacht für zwei Personen), doch die Lage macht das mehr als wett. In der Stadt findest du Verleihstationen für Ausrüstung – und abends sitzt man auf Terrassen mit Aperol Spritz und beobachtet, wie andere Touristen ebenfalls ein wenig steif von den Bergen zurückkehren. Solidarität 😁. Wer es klassisch-stilvoll mag, ist im traditionsreichen Hotel de la Poste direkt im Zentrum bestens aufgehoben. Wenn wir lieber sparen und die Berge direkt vor der Tür haben wollen, wählen wir das gemütliche Hotel Passo Tre Croci, das etwas oberhalb der Stadt liegt – zu den Klettersteig-Einstiegen sind es von dort wirklich nur ein paar Minuten.

Gut essen in den Dolomiten

Wenn ich schon so viel über Unterkünfte und Ausflüge rede, darf das Allerwichtigste nicht fehlen: das Essen. Wir machen nach einem vollen Tag in den Felsen fast nie eine Ausnahme – der Hunger ist gigantisch. Und die italienischen Berge sind für das Stillen dieses Hungers schlicht der beste Ort der Welt.

In Cortina d’Ampezzo haben wir einen festen Lieblingsort, in den wir immer wieder einkehren: das Ristorante Pizzeria Croda Cafe. Die Pizza mit hauchdünnem Teig ist göttlich – und wenn wir noch in Wanderschuhen hereinstapfen, schaut uns niemand schief an. Es ist immer lebhaft, die Stimmung ist toll, und die Preise sind für das gehobene Cortina tatsächlich sehr angenehm.

Wer sich wirklich belohnen und etwas Lokales und Bäuerliches probieren möchte, sollte unbedingt im El Brite de Larieto reservieren. Das ist ein wunderbarer Bergbauernhof mit Restaurant etwas außerhalb von Cortina, wo Käse und Wurstwaren selbst hergestellt werden. Eine Holzplatte mit hausgemachten Käsesorten und ein Glas lokalem Wein beim Sonnenuntergang – das ist der wahre Grund, warum wir uns überhaupt in diese Berge schleppen 😁.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in den Dolomiten übernachten kann
3 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Training zu Hause – was du vor der Abreise ausprobieren kannst

Bevor du nach Italien zu den wirklich großen Wänden aufbrichst, ist es sehr sinnvoll, den Umgang mit der Ausrüstung erst einmal in Ruhe daheim zu üben. Lähmende Höhenangst entdeckt man besser zehn Meter über dem Boden in Deutschland als zweihundert Meter über einem italienischen Abgrund 😁. Deutschland bietet einige großartige Klettersteige für Anfänger, die sich perfekt als Vorbereitung eignen.

Gute Einstiegsmöglichkeiten in Deutschland findest du zum Beispiel im Frankenjura, am Hessenstein in Hessen oder am Klettersteig am Battert in Baden-Baden. Auch Österreich bietet mit dem Klettersteig-Gebiet rund um den Achensee oder im Salzkammergut ideale Übungsmöglichkeiten für Anfänger. An vielen dieser Orte gibt es Ausrüstungsverleih und kurze Einführungskurse mit einem Instruktor – genau das Richtige, um das Seil in Ruhe kennenzulernen, bevor es in die großen Dolomiten geht.

Was tun, wenn man gerade nicht klettert

Natürlich kann man nicht den ganzen Urlaub an Seilen hängen – Hände und Beine brauchen Erholung. Italien ist neben den Bergen auch ein Land des Genusses, und wir gönnen uns in den Dolomiten immer gerne ein paar ruhigere Stunden.

Nach einem anstrengenden Tag im Fels entdeckst du, dass die Südtiroler Küche ein wahres Wunder ist. Italienische Pasta trifft auf österreichliche Herzhaftigkeit – man isst dreimal so viel wie geplant und sagt sich dabei, dass man es verdient hat. Kanerderln (Canederli) in allen Variationen, herzhafte Polenta mit Fleisch oder süßer Apfelstrudel: alles ist köstlich. Abends empfehlen sich zur Muskelentspannung ein Bombardino oder ein Aperol Spritz auf der Terrasse. Die meisten besseren Hotels in Cortina bieten außerdem herrliche Wellnessbereiche und Saunen – genau das, was der Körper nach einem ganzen Tag im Fels braucht.

Persönlich gönnen wir uns neben dem Essen auch immer etwas Geschichte und entspannte Ausflüge. Die Dolomiten sind übersät mit wunderschönen Bergseen, wie dem ikonischen Lago di Braies, zu dem man einfach mit dem Auto fahren und die Landschaft genießen kann, wenn die Hände vom Klettern eine Pause brauchen. Man kann sich dort sogar ein Ruderboot leihen und einen richtig romantischen Nachmittag verbringen. Noch ein Hinweis: Wenn du gerne Videos drehst, lass die Drohne besser zu Hause. In den meisten Nationalparks der Dolomiten ist das Fliegen streng verboten – und die Bußgelder sind wirklich saftig 😅.

Weiterlesen

Tipps und Tricks vor der Reise

Jede Bergreise erfordert ein bisschen lästiges Planen zu Hause am Schreibtisch. Wir haben nach all den Jahren ein eingespieltes System entwickelt, das uns nicht nur Nerven, sondern meistens auch ziemlich viel Geld spart. Gerne teile ich ein paar unserer bewährtesten Tricks für Reisen nach Italien.

Anreise und Transport

Viele Reisende aus Deutschland fahren mit dem Auto in die Dolomiten – besonders aus dem Süden Deutschlands oder Österreich ist man in wenigen Stunden dort und kann beliebig viel Ausrüstung mitnehmen. Wer jedoch nach Mailand, Venedig oder Verona fliegt und von dort in die Berge möchte, empfiehlt sich ein Mietwagen. Wir haben langfristig sehr gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, das wir weltweit für Mietwagen nutzen.

Für günstige Flüge von deutschen Flughäfen (z. B. München, Frankfurt, Stuttgart) lohnt sich ein Blick auf Kiwi – unser bevorzugtes Portal zum Vergleich aller Optionen, das uns meistens die besten Verbindungen findet. Ein Mietwagen direkt am Flughafen ist die ideale Kombination, um in den Bergen völlig flexibel zu sein und sich nicht auf den spärlichen italienischen Busverkehr verlassen zu müssen.

Zuverlässiges Internet nicht vergessen

Auch wenn du in Europa bist und EU-Roaming gilt, verliert man in den Bergen oft das Signal – und manchmal ist es wichtig, schnell den Wetterradar checken zu können, besonders wegen der Gewittergefahr. Nichts ist schlimmer, als am Seil zu hängen und nicht zu wissen, ob die dunkle Wolke über dir bald losbricht oder sich verzieht.

Für längere Reisen oder wenn man viele Daten stressfrei nutzen und Fotos mit der Familie teilen möchte, empfehlen wir eine eSIM. Unsere klare Empfehlung ist Holafly (schau dir gerne unsere Rezension an). Du installierst sie noch gemütlich zu Hause, und sobald du die Grenze überquerst, bist du online – ganz ohne das Herumjonglieren mit physischen SIM-Karten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo finde ich eine zuverlässige Via-Ferrata-Karte für die Dolomiten?

Die besten und genauesten Karten für die Dolomiten gibt der italienische Verlag Tabacco heraus. Sie bekommen sie in jedem Zeitungskiosk oder jeder Buchhandlung direkt vor Ort. Sie haben den Maßstab 1:25.000 und die Klettersteige sind darin mit schwarzen Kreuzen entlang der Routen klar gekennzeichnet. Es gibt auch eine Tabacco-App für Smartphones, deren Download wir für eine leichtere Orientierung im Gelände empfehlen.

Kann ich mir eine Dolomiten Via Ferrata Karte kostenlos aufs Handy laden?

Ja, super hilfreich sind Apps wie Mapy.cz, die auch offline funktionieren und in denen die Klettersteige sehr gut eingezeichnet sind. Wir empfehlen außerdem Apps wie Fatmap oder Komoot, wo ihr auch konkrete Höhenprofile und Bewertungen von anderen Nutzern findet. Für Anfänger ist das eine absolut unschätzbare Informationsquelle, um die Tour richtig zu planen.

Sind Klettersteige sicher für Kinder?

Das hängt vom Alter und der Erfahrung des Kindes ab. Für Kinder ab etwa 10 Jahren gibt es spezielle leichte Kinder-Klettersteige (Schwierigkeit A), aber das Kind muss einen speziellen Kindergurt (Vollkörpergurt) und einen auf sein geringes Gewicht angepassten Bandfalldämpfer haben. Wir empfehlen auf jeden Fall, die ersten Touren mit Kindern ausschließlich mit einem Instruktor zu machen – so seid ihr auf der sicheren Seite und vermeidet mögliche Angsttränen.

Brauche ich zum Klettersteiggehen ein Kletterseil?

Für normale gesicherte Steige braucht ihr kein Seil, ihr bewegt euch nur mit dem Klettersteigset mit zwei Karabinern. Ein Kletterseil haben nur Bergführer dabei, um Kinder oder nervöse Gäste an besonders ausgesetzten Stellen zusätzlich zu sichern – dieses Ausrüstungsteil könnt ihr also getrost im Tal lassen.

Was passiert, wenn mir unterwegs die Kraft ausgeht?

Das ist einer der wichtigsten Punkte, an die man denken muss. Von einem Klettersteig kommt man sehr schwer zurück oder es gibt keinen Ausweg, bis man den Gipfel oder einen Notabstieg erreicht hat. Deshalb ist es entscheidend, sich nicht zu überschätzen, eine Route mit leichtem Schwierigkeitsgrad zu wählen und in Abschnitten zu pausieren, wo man bequem stehen kann. Hetzt euch nirgendwohin und legt ruhig Pausen ein – die Berge laufen euch nicht weg.

Welche Schuhe soll ich mitnehmen?

Nehmt auf keinen Fall Laufschuhe oder weiche Sneaker mit. Ihr werdet auf Klammern und Stahlstiften stehen und durch die dünne Sohle würden euch nach einer Stunde die Füße unerträglich wehtun. Lukas und ich haben mal unterwegs einen Herrn in normalen Turnschuhen getroffen – der Anblick seiner aufgescheuerten Füße verfolgt mich bis heute. Ideal sind niedrige oder knöchelhohe Trekkingschuhe mit sogenannter ‚Climbing Zone‘ an der Spitze, das ist ein harter, flacher Gummiteil, der genau dafür gemacht ist, auf kleinen Felsstücken zu stehen.

Kann ich direkt nach Regen auf einen Klettersteig gehen?

Lieber nicht. Kalkfelsen in den Dolomiten sind nach Regen extrem rutschig. Auch wenn ihr gute Schuhe habt – die Eisenklammern und Seile werden nass und kalt sein, was das Klettern deutlich erschwert und das Sicherheitsgefühl mindert. Checkt vor der Tour nicht nur das Regenradar mit Gewittern, sondern auch die Niederschlagsmengen der vergangenen Nacht. Ein nasser Klettersteig ist die Nerven wirklich nicht wert.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Lago di Sorapis, Dolomiten: 10 Tipps, was du sehen und erleben kannst

TL;DRDer Lago di Sorapis ist ein türkisfarbener Bergsee in den Dolomiten auf 1925 Metern Höhe. Der beliebte Wanderweg Nummer 215 startet am Passo Tre Croci und führt dich zu ihm hin. Hin und zurück sind es etwa 8 Kilometer mit rund 220 Höhenmetern, reine Gehzeit 3 bis 4 Stunden. Unterwegs gibt es ausgesetzte Abschnitte mit Metallgittern und Stahlseilen über dem Abgrund, weshalb sich die Route nicht für kleine Kinder, Kinderwagen oder größere bzw. ängstliche Hunde eignet. Baden und selbst Füße ins Wasser halten sind strikt verboten, ebenso das Fliegen von Drohnen (Bußgeld bis zu 3000 Euro). Am besten planst du die Wanderung Ende September oder Anfang Oktober, im Sommer solltest du früh morgens starten. Der Weg ist etwa von Juni bis Ende Oktober begehbar, und Parken am Passo Tre Croci kostet in der Hauptsaison bis zu 50 Euro pro Tag.

Wenn du die Berge liebst und eine Reise nach Italien planst, dann muss ich dich gleich warnen: Wer einmal in den Dolomiten in Italien wandern war, will nirgendwo anders mehr hin. Diese Bergwelt ist einfach ein Paradies auf Erden – und der Lago di Sorapis gehört zu den Orten, die du unbedingt mit eigenen Augen gesehen haben musst. Wir fahren mit Lukáš seit Jahren hierher, haben gefühlt jeden Winkel rund um Cortina erkundet, und dieser See ist eine unserer absoluten Lieblingsdestinationen. Wenn du nach stundenlangem Aufstieg und dem Überwinden von Felsvorsprüngen das erste Mal aus dem Wald trittst und das unglaublich satte, milchig-türkisfarbene Wasser unter dem majestätischen Sorapis-Massiv erblickst, vergisst du sofort, wie sehr die Beine brennen.

Aber bevor wir ins Detail gehen, möchte ich dir gleich etwas Wichtiges sagen: Nimm deinen Hund lieber nicht mit. Manche tun es zwar trotzdem, aber diese Route ist wirklich nicht geeignet dafür. Ich erkläre dir nicht nur, wo du parken und wann du aufbrechen solltest, sondern auch, warum du bei diesem Ausflug mit kleinen Kindern oder vierbeinigen Begleitern sehr vorsichtig sein solltest.

Zusammenfassung

Du packst gerade den Rucksack und hast keine Zeit, den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die wichtigsten Fakten auf einen Blick – das Minimum, ohne das du nicht losfahren solltest.

  • Ausgangspunkt: Vom Gebirgspass Passo Tre Croci, kurz außerhalb von Cortina d’Ampezzo.
  • Schwierigkeit und Länge: Der Trek (Route Nr. 215/401) ist insgesamt ca. 8 km Hin- und Rückweg mit etwa 220 Höhenmetern Aufstieg – plane rund 3 bis 4 Stunden reine Gehzeit ein.
  • Größte Herausforderung: Unterwegs erwarten dich mit Stahlseilen gesicherte Abschnitte und vor allem Metallroste, die direkt in die Felswand über einem tiefen Abgrund eingelassen sind.
  • Beste Reisezeit: Ende September bis Anfang Oktober – bestes Licht, weniger Andrang. Im Sommer unbedingt sehr früh aufbrechen.
  • Parken: Rund um den Passo Tre Croci ist das Parken in der Saison ein echtes Problem; private Parkplätze verlangen bis zu 50 € pro Tag. Deutlich entspannter: mit dem Bus aus Cortina anreisen.
  • Nicht geeignet für: Kinderwagen, kleine Kinder, Welpen und größere, ungeschickte Hunde. Baden im See ist streng verboten.

Was ist der Lago di Sorapis und warum hat er diese unglaubliche Farbe

Bevor wir uns auf die eigentliche Route machen, lass uns kurz darüber reden, warum alle hierher kommen. Die Dolomiten in Italien verbergen den Lago di Sorapis wie einen absoluten Juwel – und wenn du dir Fotos ansiehst, fragst du dich vielleicht, ob die Farbe nicht in Photoshop nachbearbeitet wurde. Ich versichere dir: nein. Der See liegt auf 1.925 Metern Höhe und hat einen ganz eigenen, milchig-türkisfarbenen Farbton, den du in der ganzen Umgebung kein zweites Mal findest.

Die Farbe entsteht durch feinen Kalkstaub – sogenanntes Gletschermehl –, das der schmelzende Gletscher vom Massiv oberhalb des Sees mit sich bringt. Weil diese winzigen Mineralpartikel im Wasser schwebend bleiben, entsteht dieser zauberhaft getrübte Türkis-Effekt, der dich erst eine Minute staunen lässt, bevor du überhaupt ans Fotografieren denkst. Genau deshalb ist der Sorapis eines der meistfotografierten Motive in ganz Norditalien – und ehrlich gesagt wundert mich das kein bisschen. Den Blick auf dieses Farbenspektakel, überragt vom zerklüfteten Felsfinger namens Dito di Dio (Finger Gottes), vergisst du so schnell nicht.

Wann du aufbrechen solltest und wie das Wetter am Lago di Sorapis ist

Die richtige Planung ist in den Dolomiten absolut entscheidend – der Winter ist lang, und der Sommer dafür umso überfüllter. Die Route zum See ist in der Regel von Juni bis Ende Oktober begehbar, wobei es immer auf die aktuelle Schneelage ankommt.

Wir fahren am liebsten im Herbst in die Dolomiten, also im September oder Anfang Oktober. Die Temperaturen sind zwar schon kühler und morgens kann es durchaus frostig sein, aber dafür ist die Luft kristallklar, der Himmel wolkenlos und die umliegenden Lärchen färben sich goldgelb. Außerdem umgehst du die schlimmsten Menschenmassen des Sommers. Der August steht in Italien ganz im Zeichen der Sommerferien – auf den engen Felssteigen zum See entstehen dann regelrechte Staus, was über einem tiefen Abgrund wirklich kein Vergnügen ist. Wenn du aktuelle Bedingungen prüfen möchtest, empfehle ich, vor dem Ausflug die Lago di Sorapis Webcam zu checken – so siehst du, ob oben Nebel oder Wolken hängen.

Wo du in der Nähe übernachtest und was es kostet

Wenn du den Trek wirklich früh morgens starten willst – was in der Saison ein Muss ist –, ist die richtige Unterkunft die halbe Miete. Du kannst zwar auch in der Stadt wohnen und täglich anreisen, aber wir haben ein echtes Geheimtipp-Hotel entdeckt, das uns jede Menge Parkstress und frühes Wecken erspart hat.

Unsere absolute Lieblingsunterkunft für diesen Ausflug ist das B&B Hotel Passo Tre Croci Cortina. Es liegt direkt am Startpunkt der Route – morgens aufstehen, frühstücken, losgehen. Dazu kommen moderne Zimmer mit atemberaubendem Ausblick aus dem Fenster, und das Hotel ist hundefreundlich. Letzteres ist für uns mit Kája und Baby ein absolutes Muss. Die Preise pro Nacht für zwei Personen liegen je nach Saison bei etwa 120 bis 180 €, was für die teuren Verhältnisse in Cortina ein wirklich gutes Angebot ist.

Eine weitere Option ist, direkt im Zentrum von Cortina d’Ampezzo zu übernachten, das wir als unsere Hauptbasis nutzen. Von dort erreichst du den Passo Tre Croci in etwa 15 Minuten mit dem Auto oder mit dem lokalen Bus. Cortina bietet hunderte Möglichkeiten – von luxuriösen Wellness-Hotels bis hin zu gemütlichen Bergapartments. Verfügbarkeiten und Preise vergleichst du am einfachsten auf Booking.com.

Wie du zum Startpunkt kommst und wo du parken kannst

Die Anreise zum Startpunkt des Treks ist in den letzten Jahren zu einer echten logistischen Herausforderung geworden, weil die Beliebtheit des Sees explodiert ist und die Infrastruktur einfach nicht mitgehalten hat. Den Startpunkt findest du am Gebirgspass Passo Tre Croci an der Straße SR48, die Cortina d’Ampezzo mit dem Lago di Misurina verbindet.

Wer mit dem Auto anreist, sollte gewarnt sein: Es ist ein echtes Parkplatz-Chaos. Noch vor wenigen Jahren konnte man kostenlos am Straßenrand parken, aber das ist längst Geschichte. Die Autos blockierten den Verkehr, und die Polizei begann, konsequent Strafzettel zu verteilen. Heute gibt es private Parkplätze, die locker 50 € pro Tag verlangen – was schlicht absurd ist. Wenn du diese Mondpreise vermeiden und in der Hochsaison anreisen möchtest, empfehle ich dringend, das Auto beim Hotel stehen zu lassen und den Bus zu nehmen. Von Cortina, Misurina und vom Lago di Misurina fahren in den Sommermonaten regelmäßige Linien, die dich direkt am Passo Tre Croci absetzen. Das spart jede Menge Nerven.

Lago di Sorapis: 10 Tipps, was du unterwegs und am See sehen und erleben kannst

Kommen wir endlich zum eigentlichen Ausflug. Der Weg zum See ist kein bloßer Transfer von A nach B, sondern ein vollwertiges Erlebnis – du wirst staunen, manchmal leicht erschaudern und dich am Ende einfach großartig fühlen. Hier sind unsere 10 liebsten Punkte und Tipps auf der Route.

1. Die klassische Route vom Passo Tre Croci

Die meisten Wanderer starten auf Route Nr. 215 (die sich stellenweise mit Weg 401 überschneidet) – das ist der bekannteste und direkteste Weg zum Lago di Sorapis. Zunächst führt er angenehm und flach durch einen duftenden Lärchenwald, wo man sich fast wie in einem Stadtpark fühlt. Bald aber steigt das Gelände an, und aus dem Waldpfad wird ein steiniger Steig, der sich die Bergflanke entlangwindet. Insgesamt legst du in eine Richtung etwa 4 Kilometer zurück und überwindest gut 200 Höhenmeter. Kein extremer Aufstieg, aber du wirst definitiv ins Schwitzen kommen.

Lukáš sagt immer, die erste Hälfte sei nur das Aufwärmen. Der Wald riecht nach Harz, und du denkst noch, das wird ein entspannter Spaziergang – bis du zum ersten steileren Anstieg über Steine und Baumwurzeln kommst.

2. Metallroste und Seile über dem Abgrund

Das ist der Moment, der die gemütlichen Spaziergänger von den erfahreneren Bergwanderern trennt. Etwa in der Mitte der Route knickt der Pfad direkt in eine steile Felswand ab. Um den Weg überhaupt passierbar zu machen, sind hier Metallroste und Leitern in den Fels eingelassen, die mit Stahlseilen gesichert sind – an denen du dich halten kannst und solltest.

Durch die Gitterroste siehst du den tiefen Abgrund unter dir, was für Menschen mit Höhenangst wirklich nichts Angenehmes ist. Wenn du unter extremer Höhenangst leidest, überlege gut, ob dieser Trek das Richtige für dich ist. Wir haben hier schon mehrere Menschen erlebt, die auf halber Strecke vor Angst eingefroren sind und sich mühsam zurückarbeiten mussten.

3. Pause im Rifugio Vandelli

Kurz bevor du den See erreichst, stößt du auf die Berghütte Rifugio Vandelli. Diese Steinhütte mit roten Fensterläden thront auf einem kleinen bewaldeten Hügel und bietet müden Beinen eine willkommene Auszeit. Meistens gönnen wir uns hier einen kurzen Kaffeestopp oder ein gezapftes Bier, bevor wir die letzten Meter zum Wasser hinabsteigen. In der Saison ist es hier recht voll, aber die Atmosphäre ist wunderbar entspannt, und der Ausblick ins Tal Richtung Tre Cime von der Terrasse aus ist es allemal wert.

Lukáš kann hier dem ein oder anderen Stück Kuchen nie widerstehen, während ich einfach den Blick genieße und Kräfte für den letzten Abschnitt sammle. Im Hochsommer dauert der Service manchmal etwas länger, aber mit dieser Aussicht stört dich das Warten wirklich nicht.

4. Das Foto vom hölzernen Steg

Wenn du endlich am See ankommst, verstehst du sofort, warum sich die ganze Mühe gelohnt hat. Der Lago di Sorapis ist in der Realität noch schöner als auf Fotos. Der beliebteste Spot für das ikonische Erinnerungsfoto ist das steinige Ufer am Seeanfang, aus dem ein paar Holzpfähle und Steine ragen. Von dort hast du den besten Blick auf den Berg Dito di Dio, der sich in der Wasseroberfläche spiegelt. Im Sommer musst du dich allerdings auf eine kleine Schlange gefasst machen, bis du den besten Winkel erwischst.

Bei unserem ersten Besuch haben wir das auf die harte Tour gelernt – wir warteten fast eine halbe Stunde auf dieses Traumbild. Heute suchen wir uns einfach einen anderen Stein etwas weiter weg und fotografieren aus einem Winkel, der zwar weniger berühmt, dafür umso authentischer ist.

5. Den See umrunden für mehr Ruhe

Die meisten Leute kommen an, machen ihr Foto am Eingang, essen ihre Brotzeit und gehen wieder. Wenn du aber ein Stückchen dieser Schönheit für dich allein haben möchtest, folge dem schmalen Pfad, der das Ufer entlangführt, und umrunde den See komplett. Am gegenüberliegenden Ufer ist es deutlich ruhiger. Dort findest du große Felsbrocken zum Sitzen und bekommst eine ganz andere Perspektive auf die Wasserfarbe, die sich je nach Sonnenstand verändert.

Hier setzen wir uns meistens mit unserem Lieblingstoast hin, schrauben die Thermoskanne auf und atmen einfach die kühle Bergluft. Das blaue Wasser von dieser Seite wirkt noch magischer, und die Stille wird nur vom gelegentlichen Pfeifen der Murmeltiere unterbrochen.

6. Das Phänomen der Enrosadira beobachten

Wenn du den Ausflug so planen kannst, dass du beim Sonnenuntergang noch am See oder auf dem Rückweg bist, wirst du Zeuge eines magischen Schauspiels namens Enrosadira. So nennt man den Moment, wenn die tief stehende Sonne den hellen Dolomitenkalk anleuchtet und die Felsen in sattes Rosa bis feuriges Orange taucht. Ein absolut atemberaubender Anblick. Vergiss in diesem Fall aber auf keinen Fall die Stirnlampe – der Rückweg über die Metallroste im Dunkeln wäre schlicht lebensgefährlich.

7. Weiterwandern zur Forcella Marcuoira

Wenn dir der klassische Lago di Sorapis Hike zu kurz ist und du noch Energie und Erfahrung mitbringst, kannst du ab der Hütte Vandelli weitergehen. Die Route zur Forcella Marcuoira ist allerdings anspruchsvolle Hochgebirgswanderung mit großem Höhenunterschied und steilen Aufstiegen über Geröll. Die Belohnung sind Ausblicke, die dir den Atem verschlagen: Cortina sieht von oben aus wie ein Modellbahnstädtchen, und das gesamte Sorapis-Massiv liegt auf einmal vor dir – ganz ohne Selfie-Sticks im Bild.

8. Alternativer Aufstieg vom Rifugio Tondi di Faloria

Es gibt noch einen weiteren Weg zum See, der den überfüllten Passo Tre Croci umgeht. Du kannst mit der Seilbahn von Cortina auf den Berg Faloria fahren und von dort zu Fuß zum Rifugio Tondi und weiter über die Berggrate hinunter zum Lago di Sorapis. Diese Route ist deutlich länger, körperlich anspruchsvoller und führt durch schwieriges Gelände mit steilen Abstiegen. Ich empfehle sie nur sehr erfahrenen Wanderern mit sicherem Schritt und keinerlei Scheu vor exponierten Stellen. Die Aussichten sind dafür grandios.

Wir haben diese Variante bisher nur aus der Ferne betrachtet und werden uns ehrlich gesagt so bald nicht daran wagen. Aber wenn du ein erfahrener Bergwanderer bist und echte Herausforderungen mit wenig Menschen drumherum liebst, lohnt es sich, das genauer zu recherchieren.

9. Morgennebel und Tipps für das beste Licht

Wenn man sagt, früh loszugehen sei wichtig, dann meint man das wirklich ernst. Nicht nur wegen der Parkplätze und der Menschenmassen auf den Metallrosten, sondern vor allem wegen der Atmosphäre. Gegen sieben Uhr morgens wabern oft zarte Nebelschleier über dem Seespiegel, die langsam an den Felswänden emporklettern. Die Sonne beleuchtet zu dieser Zeit gerade erst die umliegenden Gipfel, und das Wasser hat seinen tiefsten Türkiston. Die goldene Stunde ist hier zwar kurz, weil die Sonne bald hinter den hohen Bergen verschwindet, aber dieser Moment bleibt dir für immer im Gedächtnis.

Das frühe Aufstehen schmerzt, besonders wenn es draußen noch kalt ist und man am liebsten unter der Decke bleiben würde. Sobald du aber die ersten Strahlen siehst, die den Morgennebel durchschneiden, ist jede Müdigkeit wie weggeblasen.

10. Winterausflug mit Schneeschuhen

Obwohl die Route offiziell nur für Sommer- und Herbstmonate empfohlen wird, wagen sich erfahrene Bergsteiger auch im Winter auf Schneeschuhen hierher. Das ist jedoch wirklich eine Sache für Extrembergsteiger. Die Felsroste und gesicherten Abschnitte können unter tiefem Schnee oder Eis vergraben sein, und sowohl Absturz- als auch Lawinengefahr sind real. Der See selbst ist dann komplett zugefroren und unter Schnee begraben – das berühmte blaue Wasser siehst du gar nicht. Ich erwähne das nur als Kuriosum für alle, die die Wintereinsamkeit lieben, aber dem normalen Wanderer rate ich von einem Winterbesuch dringend ab.

Wenn ich manchmal die Fotos auf Instagram sehe, wie jemand auf schneebedeckten Felssimsen balanciert, bekomme ich ehrlich gesagt Herzklopfen vor Angst. Die Berge verzeihen im Winter keine Fehler – also so verlockend es auch klingen mag, komm lieber im Sommer und lass den Winter der Natur.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten in der Umgebung von Lago di Sorapis in den Dolomiten
3 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Lago di Sorapis mit Hunden und Kindern: Warum das keine gute Idee ist

Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen, weil wir es selbst erlebt haben. Der Ausflug zum Lago di Sorapis ist kein Spaziergang im Park, und für Familien mit kleinen Kindern oder Hundebesitzer kann er zur echten Herausforderung werden. Wir haben inzwischen den kleinen Jonáš, und mit ihm fahren wir in absehbarer Zeit definitiv nicht hin. Das Gelände ist mit kleinem Kind im Tragerucksack gefährlich, und an einen Kinderwagen ist überhaupt nicht zu denken. Wenn du ältere Kinder ab etwa 10 Jahren dabei hast, die gebirgserfahren sind und Respekt vor Höhen haben, schaffen sie die Route – aber auch dann musst du sie an den exponierten Stellen die ganze Zeit im Blick behalten.

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und Bussen wird ein Maulkorb für Hunde verlangt (den bekommst du praktisch überall zu kaufen, auch direkt an den Talstationen). Uns hat das ehrlich gesagt ziemlich genervt – sie wollten ihn sogar, wenn wir die Gondel völlig allein hatten. Wenn mehrere Seilbahnen hintereinander auf dem Programm standen, haben wir Kája und Baby lieber auf dem Campingplatz erholen lassen.

Und nun zu den Hunden. Unsere Kája ist damals mitgekommen – und ich muss zugeben, das war eine ziemlich schlechte Idee. Kája ist zwar ein Herzchen, aber ein etwas tolpatschiges. Die engen Waldwege meisterte sie noch begeistert, aber als wir die Metallroste über dem Abgrund erreichten, war Schluss. Hundepfoten rutschen durch die Eisengitter-Lücken, die Hunde bekommen Panik – und das kann ich ihnen wirklich nicht verdenken. Kája stellte sich quer und rührte sich keinen Schritt mehr.

Lukáš musste sie schließlich auf den Arm nehmen und die gesamte exponierte Passage tragen. Stell dir vor, du trägst einen 20 Kilo schweren, verängstigten Hund auf einem schmalen, nassen Felsvorsprung über einem tiefen Abgrund, während du dich mit der anderen Hand krampfhaft am Stahlseil festhältst. Das willst du wirklich nicht erleben. Wenn du also einen größeren, unbeholfenen Hund hast – oder im Gegenteil einen kleinen Yorkshire Terrier oder Malteser wie unsere Baby –, lass ihn für diesen Ausflug lieber sicher im Hotelzimmer. Von Welpen brauche ich erst gar nicht zu reden. Es ist Stress für dich, für den Hund und für alle anderen, die du auf dem engen Pfad blockierst.

Was du für den Trek zum türkisfarbenen See einpacken solltest

In den Bergen ändert sich das Wetter unglaublich schnell – selbst wenn unten in Cortina die Sonne scheint und Shorts-Wetter herrscht, kann es oben am See eisig winden. Das solltest du keinesfalls unterschätzen.

Das A und O sind gute Trekkingschuhe, denn auf der Route begegnen wir immer wieder Wanderern in Turnschuhen mit glatter Sohle – und das macht uns wirklich Sorgen. Die Felsen hier sind oft nass und rutschig, und auf den Eisenleitern kann eine mangelhafte Sohle böse Überraschungen bringen. Pack unbedingt eine zusätzliche Wärmeschicht ein – ein Fleece-Pullover oder eine leichte Daunenjacke –, sowie eine wasserfeste Regenjacke. Am See verschwindet die Sonne schnell hinter den hohen Bergen, und es wird schlagartig kühl.

Viele fragen, ob Klettersteig-Ausrüstung nötig ist. Für die klassische Route Nr. 215 braucht man kein Klettersteigset – die Seile dienen nur zur Handunterstützung. Wir empfehlen aber, einen leichten Kletterhelm mitzunehmen. Die Route führt direkt unter senkrechten Felswänden entlang, und durch Touristen oder Tiere losgelöste Steinchen von oben sind keine Seltenheit. Vergiss außerdem ausreichend Wasser und einen Snack nicht – der Aufstieg kostet echte Energie.

Wo du essen kannst: Was du im Rifugio Vandelli probieren solltest

Wenn du die schwierigsten Passagen gemeistert hast und am See ankommst, wirst du mit Sicherheit Hunger haben. Das Rifugio Vandelli ist zwar klein, kocht aber hervorragende traditionelle Bergkost, die dich schnell wieder auf die Beine bringt. Geöffnet ist die Hütte in der Regel von Mitte Juni bis Ende September.

Wenn du die italienische Bergküche liebst, probiere unbedingt ihre Canederli. Das sind große Tiroler Knödel, die hier in einer Spinat- und einer Käsevariante angeboten werden – entweder in der Brühe oder mit geschmolzener Butter übergossen. Ich bestelle sie nach den Metallrosten immer in der Brühe, weil ich danach vor allem Wärme und Ruhe brauche. 😊 Ein weiterer Klassiker ist ein herzhafter Polenta-Teller mit Gulasch oder Pilzen und lokalem Käse. Wer keinen langen Mittagstisch möchte und lieber fotografiert, kann sich an der Hütte auch ausgezeichnete Panini mit Caprese (Mozzarella, Tomate, Basilikum) kaufen und sie draußen auf der Bank mit Aussicht genießen. Die Preise sind hier natürlich höher als im Tal, weil alle Vorräte per Hubschrauber oder Seilbahn heraufgebracht werden müssen – aber für die Atmosphäre lohnt sich das allemal.

Praktische Informationen und Nationalpark-Regeln

Bevor du die Wanderschuhe schnürst und losfährst, möchte ich noch ein paar wichtige praktische Hinweise loswerden. Der See und seine Umgebung gehören zum Schutzgebiet des Nationalparks Dolomiti d’Ampezzo, wo recht strenge Regeln gelten, deren Missachtung teuer werden kann.

Der häufigste Fehler, den Touristen machen, ist das Fliegen mit der Drohne. Auf Instagram siehst du zwar Dutzende Luftaufnahmen des Sees, aber lass dich nicht täuschen: Im gesamten Nationalpark gilt ein striktes Drohnenflugverbot, weil das die heimische Tierwelt und andere Besucher stört. Die Parkwächter patrouillieren hier regelmäßig, und wer erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 3.000 €. Das ist für ein einziges hübsches Foto wirklich nicht lohnenswert.

Eine weitere häufige Frage lautet: „Kann man im Lago di Sorapis schwimmen?“ Die Antwort ist ein klares Nein – Baden ist verboten (das gilt auch für das bloße Plantschen mit den Füßen). Sonnencreme und Bakterien würden dem einzigartigen Ökosystem des Sees dauerhaft schaden.

Weitere Ziele in den Dolomiten

Der Sorapis ist wunderschön, aber er ist bei weitem nicht das einzige beeindruckende Ziel in dieser Region. Wenn du Zeit hast und das Beste sehen möchtest, was die italienischen Berge zu bieten haben, findest du bei uns jede Menge weitere Reiseberichte:

  • Lies unbedingt unseren ausführlichen Artikel mit 5 Wanderrouten für jeden in den Italienischen Dolomiten.
  • Wenn du etwas Entspannteres suchst, solltest du dir den deutlich leichter zugänglichen und mit dem Auto erreichbaren Lago di Braies nicht entgehen lassen. In der Saison ist es dort zwar sehr voll, aber die Kulisse ist einfach atemberaubend.
  • Von Cortina ist es auch nicht weit zu den ikonischen drei Zinnen der Dolomiten. Unser Artikel über die Tre Cime di Lavaredo zeigt dir, wie du die schönste Rundtour planst.
  • Und wenn du noch nicht weißt, womit du deinen Aufenthalt füllen sollst, schau in unsere komplette Liste mit Aktivitäten in den Dolomiten.

Reisetipps zum Abschluss

  • Günstige Flüge findest du auf Kiwi. Das ist unser Lieblingsportal – wobei in Norditalien oft die Anreise mit dem eigenen Auto aus Deutschland die praktischste Lösung ist.
  • Mietwagen: Wir nutzen regelmäßig den Vergleich auf DiscoverCars. Lukáš und ich haben damit weltweit gute Erfahrungen gemacht, wenn wir nicht mit dem eigenen Auto unterwegs sind.
  • Unterkunft buchen: Booking.com ist unsere erste Anlaufstelle für Hotels. In den Dolomiten empfehle ich, bis zu einem halben Jahr im Voraus zu buchen.
  • Reiseversicherung nicht vergessen: Für Bergtouren setzen wir am häufigsten auf eine Reiseversicherung mit speziellem Sportpaket für Hochgebirgswandern – prüfe Angebote deiner Hausbank oder spezialisierten Anbieter wie der ADAC Reiseversicherung.
  • Internet und eSIM: Wenn du viel unterwegs bist oder durch verschiedene Länder reist, schau dir eine eSIM von Holafly an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Als wir zum ersten Mal über den Lago di Sorapis geschrieben haben, kamen auf Instagram jede Menge Fragen von euch. Klar – für so einen Ausflug willst du gut vorbereitet sein, besonders wenn er manchmal klingt wie ein Eintrag aus einem Klettertagebuch. Deshalb habe ich die häufigsten Fragen an einem Ort zusammengestellt.

Ich hoffe, diese Antworten helfen dir bei der Planung und ersparen dir ein paar Nerven. Wenn dir noch etwas auf der Seele brennt, meld dich einfach bei uns!

Erlebnisse & Tickets
von Reisenden bewertet · GetYourGuide
San Vigilio di Marebbe: Die längste Zipline Europas
★★★★★ 4.8 · 100 Bewertungen
ab 89 €
Das will ich erleben →
🔗 Affiliate-Links — kein Aufpreis für dich, sie helfen uns, Inhalte zu erstellen. · Alle Erlebnisse →

Wie kommt man zum Lago di Sorapis?

Die gängigste Route startet am Passo Tre Croci. Von dort folgt man dem Wanderweg Nummer 215, der einen nach etwa zwei Stunden Gehzeit direkt zum See führt. Zum Pass gelangt man entweder mit dem Auto oder mit dem Bus von Cortina d’Ampezzo aus.

Kann man im Lago di Sorapis baden?

Nein, das Baden ist im gesamten See streng verboten, und das gilt auch für das bloße Füßeabkühlen. Der Grund dafür ist der Schutz des sehr empfindlichen Ökosystems und der speziellen Mineralzusammensetzung des Wassers, die durch menschliche Einwirkung dauerhaft gestört werden könnte.

Wie lange dauert die Wanderung zum See?

Die gesamte Wanderung nimmt etwa 3 bis 4 Stunden reine Gehzeit in Anspruch. Der Weg in eine Richtung dauert je nach körperlicher Fitness und eventuellen Warteschlangen an den Metallrosten etwa 1,5 bis 2 Stunden. Die Strecke misst insgesamt 8 Kilometer hin und zurück.

Ist die Route für Hunde geeignet?

Aus unserer persönlichen Erfahrung raten wir von dieser Wanderung mit Hunden definitiv ab. Auf der Strecke gibt es exponierte Metallroste über tiefen Abgründen, durch die Hundepfoten durchrutschen können. Kleine und mittelgroße Hunde kann man zwar tragen, aber das ist gefährlich und stressig. Größere Rassen oder ängstliche Hunde lässt man besser zu Hause.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Das schönste Erlebnis habt ihr im September und Anfang Oktober, wenn die Touristenmassen nachlassen und sich die Berge wunderschön verfärben. Wenn ihr euch für Juli oder August entscheidet, müsst ihr früh am Morgen starten (idealerweise vor 7:00 Uhr), um den Menschenmassen zu entgehen und das beste Morgenlicht zum Fotografieren zu erwischen.

Darf man am See mit einer Drohne fliegen?

Nein. Der Lago di Sorapis liegt im Gebiet des Nationalparks Dolomiti d’Ampezzo, wo ein generelles Drohnenverbot gilt. Bußgelder bei Verstößen gegen diese Regel können bis zu 3000 EUR betragen, daher raten wir definitiv davon ab, das zu riskieren.

Ist die Wanderung schwierig und schaffen sie auch Anfänger?

Körperlich ist die Route nicht besonders anspruchsvoll, der Höhenunterschied beträgt etwas über 200 Meter. Die Herausforderung liegt vor allem im Kopf, da man schmale Felsabschnitte mit Metallrosten über Abgründen passiert. Wenn ihr nicht unter Höhenangst leidet und festes Schuhwerk habt, schafft ihr die Wanderung als durchschnittlich fitter Wanderer problemlos. Für Menschen mit großer Höhenangst ist die Route nicht geeignet.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Alta Via 1: Die Königin der Mehrtageswanderungen in den Dolomiten

TL;DRDer Alta Via 1 ist der bekannteste und technisch einfachste Mehrtagestrek in den Dolomiten. Er führt rund 120 Kilometer vom Lago di Braies im Norden bis nach Belluno im Süden, mit insgesamt rund 6.500 Höhenmetern im Aufstieg. Die klassische Variante dauert 10 bis 12 Tage, es gibt aber auch Abkürzungen auf 4 oder 6 Tage. Der Schwierigkeitsgrad liegt bei EE, Klettersteigausrüstung brauchst du nicht, dafür aber eine gute Grundfitness. Übernachtet wird ausschließlich in Berghütten (Rifugi), die du 3 bis 6 Monate im Voraus buchen musst – wildes Campen ist verboten. Für den gesamten Trek solltest du mit 1.100 bis 1.300 Euro pro Person rechnen. Die beste Reisezeit ist Ende Juni bis Mitte September, am besten außerhalb des überfüllten Ferragosto-Feiertags am 15. August.

Wenn man „Alta Via 1″, Italien und Berge in einem Atemzug nennt, stellen sich die meisten sofort spitz zulaufende Felstürme vor, die im Abendrot glutrot leuchten – dazu der Duft frischer Polenta aus einer Berghütte. Lukas und ich lieben diese Kulissen abgöttisch und kehren praktisch jedes Jahr in die italienischen Alpen zurück. Mehrtägige Dolomiten-Wanderungen mit schwerem Rucksack waren für uns lange der Sommerhöhepunkt schlechthin. Seit unser Kleiner Jonáš auf der Welt ist, mussten wir solche langen, anspruchsvollen Touren erst einmal auf Eis legen. Das hindert uns aber kein bisschen daran, davon zu träumen und sie bis ins kleinste Detail zu planen. ☺️

Einer unserer größten Träume ist es, die gesamte Route in einem Stück zu gehen. Auch wenn wir sie noch nicht von Anfang bis Ende am Stück gelaufen sind, kennen wir einen großen Teil der Etappen bereits aus Tagestouren, als wir Cortina d’Ampezzo als Basis hatten. Die Strecke führt durch einige der schönsten Flecken überhaupt – etwa den Lago di Braies oder die Umgebung der ikonischen Felsen rund um die Rifugio Lagazuoi. Weil ihr uns ständig nach der Alta Via fragt, habe ich mich endlich hingesetzt und diesen ausführlichen Reiseführer geschrieben. Einmal lesen – und ihr wisst, was euch erwartet.

Also: Ihr wollt wissen, wann ihr losgehen sollt, wo ihr schläft, was es kostet und was in den Rucksack kommt? Ich habe alles für euch aufgeschlüsselt – Tag für Tag, Hütte für Hütte. Lest weiter. 😉

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

Ich weiß, ich weiß – auf dem Papier wirken diese Zahlen erschreckend. Aber glaubt mir: Im Gelände fließt alles viel natürlicher. Hier das Wichtigste auf einen Blick:

  • Länge und Höhenmeter: Der Trek misst rund 120 Kilometer, der kumulierte Höhengewinn liegt bei etwa 6.500 Höhenmetern.
  • Dauer: Üblicherweise 10 bis 12 Tage; es gibt aber auch kürzere Varianten mit 4 oder 6 Tagen.
  • Start und Ziel: Die klassische Route beginnt im Norden am ikonischen Lago di Braies und endet im Süden beim Städtchen Belluno (bzw. an der Haltestelle La Pissa).
  • Schwierigkeitsgrad: Der Trek ist technisch als EE (Escursionisti Esperti) eingestuft. Das bedeutet: Klettersteig-Ausrüstung ist nicht nötig, aber sehr gute körperliche Kondition und Trittsicherheit sind Pflicht. Für kleine Kinder ist er definitiv nichts.
  • Unterkunft: Übernachtet wird ausschließlich in Berghütten (Rifugi), die 3 bis 6 Monate im Voraus reserviert werden müssen. Wildes Zelten ist streng verboten.
  • Budget: Plant etwa 1.100 bis 1.300 € pro Person für den gesamten Trek ein (inklusive Halbpension auf den Hütten, Mittagessen und Anreise).

Was ist die Alta Via 1 – und für wen ist sie geeignet?

Wer sich für Mehrtageswanderungen in Italien interessiert, kommt früher oder später zur Frage: Alta Via 1 oder Alta Via 2? Die Alta Via 1 (auf Deutsch: Hoher Weg 1) ist die bekanntere, klassischere und technisch zugänglichere Variante. Während die Alta Via 2 Klettersteig-Ausrüstung und deutlich mehr Erfahrung verlangt, ist die „Eins“ deutlich freundlicher gehalten – und für jeden erfahrenen Bergwanderer machbar, der gute Ausdauer mitbringt und problemlos mehrere Tage hintereinander mit schwerem Rucksack unterwegs sein kann.

Die Route durchquert die Dolomiten von Nord nach Süd und führt euch in Gegenden, die der normale Tourist weder mit dem Auto noch mit der Seilbahn erreicht. Es ist eine echte Auszeit von der Zivilisation: Euer Tag schrumpft auf Gehen, Staunen, Essen und Schlafen zusammen. Technisch gesehen gibt es keine Kletterpartien, doch einzelne Passagen können steil, schmal oder mit einem Stahlseil zur Sicherung versehen sein. Gute Wanderschuhe und keine Höhenangst sind hier schlicht das A und O.

Wann ist die beste Zeit – und wie ist das Dolomiten-Wetter?

Die Wahl des richtigen Zeitfensters ist bei diesem Trek absolut entscheidend: Die Berghütten haben eine sehr kurze Saison, und das Dolomiten Wetter kann richtig unberechenbar sein. Schauen wir uns an, wann es am sinnvollsten ist, Tickets und Unterkunft zu buchen.

Das ideale Zeitfenster für den Trek

Die Saison ist tatsächlich sehr kurz – im Wesentlichen nur von Ende Juni bis Mitte September. Mit der Planung solltet ihr also nicht warten. Wer im Juli oder August aufbricht, hat die größte Sicherheit, auf stabileres Wetter zu treffen und alle Hütten auf der Route geöffnet zu finden.

Einen deutlichen Warnhinweis möchte ich euch jedoch für die Zeit rund um den 15. August mitgeben. In Italien wird an diesem Tag Ferragosto gefeiert – das große Nationalfeiertag-Wochenende, an dem ganz Italien Urlaub macht. Die Dolomiten (und eigentlich ganz Italien) sind dann bis auf den letzten Platz ausgebucht, die Hütten sind oft schon ein Jahr im Voraus restlos vergriffen, und auf den schmalen Bergpfaden fühlt man sich eher wie auf dem Hamburger Fischmarkt. Diesen Zeitraum würde ich mit einem großen Bogen umgehen, wenn ihr auch nur ein bisschen Ruhe genießen wollt. 😅

Anfang September ist dagegen oft zauberhaft. Die Luft ist klarer, die Touristenströme verebben nach den Sommerferien, und die Hütten haben noch auf. Ihr müsst nur mit kühleren Morgen und Abenden rechnen. Wir persönlich lieben den September in den Bergen am allermeisten. Wer schon im Juni starten möchte, sollte aufpassen: In höheren Lagen kann noch viel Schnee liegen, und manche Pässe sind ohne Steigeisen und Eispickel nicht passierbar.

Was kostet die Alta Via 1 – und wo schläft man vor dem Start?

Mehrtägige Hüttenwanderungen gehören in Europa nicht gerade zu den günstigsten Unternehmungen – und in den Dolomiten gilt das erst recht. Wildes Zelten (Wild Camping) ist im gesamten Nationalpark streng verboten, die Bußgelder sind empfindlich hoch. Ihr seid also vollständig auf das Netz der Berghütten angewiesen.

Vor dem eigentlichen Trekstart übernachtet man meistens in der Nähe des Lago di Braies oder im nahe gelegenen Cortina d’Ampezzo, von wo aus man morgens bequem mit dem Bus zum See gelangt. Cortina ist ein strategischer Ausgangspunkt, von dem man hervorragend in den Trek einsteigt und sich vorher ausruhen und Kräfte tanken kann. Es empfiehlt sich immer, einen Tag früher anzureisen, um die erste Etappe schon am frühen Morgen beginnen zu können.

Budget für 10 Tage in den Bergen

Schauen wir uns an, was das Ganze realistisch kostet. Der größte Posten ist natürlich die Unterkunft mit Verpflegung. Die meisten Berghütten arbeiten nach dem Prinzip der „Mezzapensione“ (Halbpension): Das umfasst ein Bett (oft im Mehrbettzimmer oder Matratzenlager), ein üppiges Mehrgänge-Abendessen und Frühstück.

Lukas und ich rechnen im Voraus immer alles sorgfältig durch, weil die Berg-Aufschläge die Geldbörse ganz schön belasten können.

  • Unterkunft mit Halbpension (Rifugi): Rechnet mit etwa 75 bis 95 € pro Person und Nacht. Für 10 Nächte ergibt das ungefähr 800 bis 1.000 €.
  • Mittagessen und Snacks unterwegs: Auf der Route gibt es viele kleinere Hütten, wo ihr Polenta oder Suppe bekommt – das kostet üblicherweise 15 bis 25 € pro Tag. Wer Essen von zu Hause mitnimmt oder sich Panini auf den Hütten kauft, spart etwas. Insgesamt solltet ihr rund 200 € einplanen.
  • Transport zum Start und vom Ende: Busse, Züge, ggf. Taxis. Plant etwa 100 € pro Person ein.
  • Gesamtschätzung: Pro Person empfehle ich ein Budget von 1.100 bis 1.300 € für die gesamten zehn Tage – ohne Anreise aus Deutschland und ohne Ausrüstung.

Hütten reservieren – die wichtigsten Regeln

Beim Planen möchte ich ganz ehrlich sein: Spontanität hat hier kaum Platz. Darauf zu vertrauen, dass die Hütte abends schon noch irgendwo ein Plätzchen für euch findet – das ist ein Risiko, das ich niemandem empfehlen würde.

💡 Tipp: Die Hütten (Rifugi) auf der Strecke reserviert ihr am besten direkt über deren Websites oder per E-Mail – auf Booking.com sind sie nicht zu finden. Für die Nacht vor dem Start und nach dem Ziel lohnt sich dagegen eine komfortable Unterkunft im Tal: Direkt am Lago di Braies liegt das ikonische Hotel Pragser Wildsee.

Wann und wie reservieren?

Die Kapazitäten der Hütten sind streng begrenzt und das Interesse von Wanderern aus aller Welt enorm. Ihr müsst deutlich im Voraus buchen – idealerweise 3 bis 6 Monate früher. Das bedeutet: Wer im Juli starten will, sollte spätestens im Januar oder Februar einen genauen Plan haben und die einzelnen Unterkünfte anschreiben. Die meisten Hütten nehmen Reservierungen per E-Mail oder über Formulare auf ihren Websites an; Portale wie Booking.com funktionieren hier oben in den Bergen meist nicht.

Eine weitere wichtige Regel in den italienischen Bergen: Barzahlung. Auch wenn sich die Lage langsam bessert und viele Hütten inzwischen Kartenlesegeräte haben, fällt der Empfang in großen Höhen oft aus – ihr könnt euch nicht auf die Karte verlassen. Habt immer genug Bargeld dabei, um die gesamte Unterkunft und das Essen unterwegs zu bezahlen. Wasser könnt ihr auf den Hütten immer auffüllen, sodass ihr zumindest kein abgepacktes Wasser kaufen müsst und keinen Plastikmüll produziert.

Die klassische 10-Tage-Variante (Itinerar Tag für Tag)

Das ist genau die Route, die Lukas und ich im Kopf haben – für den Tag, an dem wir wieder zu zweit aufbrechen können. Ein klassisches Zehntage-Programm, das euch durch das Schönste führt, was die Natur hier zu bieten hat. Beachtet bitte: Die Zeitangaben bei den Etappen sind reine Gehzeiten ohne Pausen zum Genießen, Fotografieren und Mittagessen. In der Realität dauert es meistens ein paar Stunden länger. Ihr werdet sehen, wie es euch ergeht! 😉

1. Lago di Braies zur Rifugio Biella (Der Weg vom See)

Der Trek beginnt nirgendwo anders als am berühmten Lago di Braies. Wer unseren Blog schon eine Weile liest, weiß: Dieser See ist schlicht atemberaubend. Morgens herrscht zwar reger Betrieb, weil er ein beliebtes Ausflugsziel für Tagesgäste ist – aber sobald ihr auf der Alta Via 1 nach oben steigt, lichten sich die Massen sehr schnell.

Der Einstieg ist ziemlich steil – ein erster Konditionstest gleich am Anfang. Aber sobald ihr das Sattel Porta del Forno erreicht, öffnen sich die typischen Kalkstein-Panoramen. Der Weg zur Rifugio Biella (auch bekannt unter ihrem deutschen Namen Seekofelhütte) dauert rund 5 Stunden reine Gehzeit. Die Hütte liegt in einer ziemlich kargen, mondähnlichen Umgebung, die aber eine unglaubliche Atmosphäre versprüht.

2. Rifugio Biella zur Rifugio Sennes (Mondlandschaft)

Der zweite Tag ist eine angenehme, etwas entspanntere Etappe. Rund 6 Stunden wandert ihr durch eine wundersame, schroffe Hochplateau-Landschaft, die stellenweise wirklich an die Mondoberfläche erinnert. Zu Sommerbeginn können hier noch Almblumen blühen.

Euer Ziel ist die reizende Rifugio Sennes. Die Hütte hat einen ausgezeichneten Ruf in Sachen Küche – lasst euch unbedingt etwas Lokales schmecken, zum Beispiel den klassischen Kaiserschmarrn, der aus dem nahen Österreich hierher herübergeschwappt ist. Südtirol ist kulinarisch herrlich gemischt und vereint das Beste aus der italienischen und der österreichischen Küche. 😋

3. Rifugio Sennes zur Rifugio Lagazuoi (In die Wolken)

Das ist einer der absoluten Höhepunkte des gesamten Treks. Ein langer Tag erwartet euch (rund 7 Stunden Gehzeit), aber die Aussichten rechtfertigen jeden Schweißtropfen. Ihr passiert weitere wunderschöne Kulissen und steigt schließlich zur Rifugio Lagazuoi hinauf, die auf über 2.700 Metern liegt. Es ist einer der ikonischsten Orte der Dolomiten – wir haben darüber bereits in unserem Artikel über Cinque Torri und Lagazuoi geschrieben.

Die Umgebung des Lagazuoi ist durchzogen von Tunneln aus dem Ersten Weltkrieg, als hier schwere Kämpfe zwischen Italienern und Österreichern tobten. Wer nach dem Mittagessen noch Energie hat, dem empfehle ich unbedingt, Stirnlampe aufzusetzen und einen Teil davon sicher zu erkunden. Und der Sonnenuntergang? Der Abendrot-Moment von der Terrasse der Rifugio Lagazuoi gehört zu den Erlebnissen, die man einfach nie vergisst.

4. Rifugio Lagazuoi zur Rifugio Nuvolau (Blick auf die fünf Türme)

Am vierten Morgen steigt ihr von der Lagazuoi ab (oder nehmt optional die Gondelbahn, wenn ihr eure Knie ein bisschen schonen möchtet) und marschiert Richtung eines weiteren sehr bekannten Gebiets. Rund 5 Stunden wandert ihr, und die ganze Zeit über habt ihr unglaubliche Felsformationen im Blickfeld.

Euer heutiges Ziel ist die Rifugio Nuvolau. Diese Hütte thront wie ein Adlerhorst auf dem Gipfel des gleichnamigen Bergs und ist die älteste Hütte in ganz den Dolomiten. Das Ambiente ist etwas beengt, aber der Blick auf die nahen Cinque Torri und die majestätische Marmolada – dem höchsten Gipfel der Dolomiten mit seinem Gletscher – macht das mehr als wett.

5. Rifugio Nuvolau zur Rifugio Città di Fiume (Landschaftswechsel)

Am fünften Tag, der rund 6 Stunden dauert, bemerkt ihr, wie sich die Landschaft verändert. Von den nördlichen, schroffen Gipfeln wechselt ihr allmählich in eine etwas grünere Region. Ihr überquert den Passo Giau, den wir mit Lukas oft mit dem Auto angefahren sind, weil es ein herrlicher Ort mit grasenden Kühen und klingelnden Glocken ist.

Die Route führt euch dann unter die gewaltige Wand des Monte Pelmo. Euer Nachtlager ist die Rifugio Città di Fiume. Diese Hütte ist für ihre Gemütlichkeit und das besonders freundliche Personal bekannt – nach fünf Tagen in den Bergen fühlt man sich fast wie zu Hause.

6. Rifugio Città di Fiume zur Rifugio Coldai (Unter dem majestätischen Civetta-Massiv)

Die sechste Etappe ist etwas kürzer, rund 5 Stunden, und im Mittelpunkt steht das Civetta-Massiv. Dieser gewaltige Felsblock begleitet euch den Großteil des Tages. Ihr werdet zwar nicht auf ihn steigen, aber der Anblick dieser kilometerbreiten Steilwände, die Kletterer aus aller Welt anziehen, verschlägt einem schlicht den Atem.

Die Rifugio Coldai liegt kurz oberhalb des gleichnamigen, wunderschönen Lago di Coldai. Wer früh genug ankommt, sollte unbedingt einen kurzen Spaziergang zum See machen – das Wasser ist unglaublich klar, auch wenn das Baden wohl nur etwas für hartgesottene Seelen ist. 😂

7. Rifugio Coldai zur Rifugio Vazzoler (Unter den Felsriesen)

Der siebte Tag (ca. 6 Stunden Gehzeit) führt euch direkt unter den riesigen Wänden des Civetta-Massivs entlang. Dieser Abschnitt ist für seine Wildheit bekannt und zieht weniger Tagesgäste an. Ihr passiert zwei weitere Hütten (die Rifugio Tissi eignet sich perfekt für eine Mittagssuppe oder Kaffee) und steigt allmählich in etwas niedrigere, wärmere Lagen ab.

Am Abend erreicht ihr die reizend im Wald versteckte Rifugio Vazzoler, die an einem kleinen botanischen Park liegt. Es herrscht wunderbare Stille, und die Abendluft riecht hier ganz anders als im Norden am Beginn des Treks.

8. Rifugio Vazzoler zur Rifugio Carestiato (Weg in den Nationalpark)

Diese Etappe dauert knapp 7 Stunden und führt euch unter einem weiteren beeindruckenden Berg entlang – dem Moiazza-Massiv. Der Weg ist hier oft etwas tückischer, steiniger und erfordert Vorsicht, besonders wenn es unterwegs geregnet hat.

Die Landschaft öffnet sich zunehmend Richtung Süden zu den Ebenen hin – ein Zeichen, dass das Ende eurer großen Wanderung naht. Die Rifugio Carestiato liegt unterhalb des Passo Duran und bietet wieder ausgezeichnetes regionales Essen und wohlverdienten Schlaf.

9. Rifugio Carestiato zur Rifugio Pian de Fontana (Der härteste Tag)

Die vorletzte Etappe ist ehrlich gesagt die anspruchsvollste des gesamten Treks – wappnet euch also mit Geduld und Kräften. Rund 8 Stunden zügiges Gehen erwarten euch in einem ziemlich abgelegenen Gebiet im Nationalpark Dolomiti Bellunesi. Ihr müsst mehrere tiefe Täler und steile Aufstiege zu Bergpässen überwinden.

Wenn ihr schließlich über den letzten Grat geschlüpft seid, taucht erleichtert die Rifugio Pian de Fontana auf. Es ist ein malerischer, zum Hüttenrefugium umgebauter Almhof, in dem man sich wunderbar um euch kümmert – und wo ihr sehr wahrscheinlich eine doppelte Portion Abendessen verdrücken werdet. 😅

10. Rifugio Pian de Fontana nach Belluno (Die süße Rückkehr in die Zivilisation)

Der letzte Tag! Noch etwa 5 Stunden Gehzeit bergab, bergab und wieder bergab. Die steilen Abstiege beanspruchen die Knie ordentlich (unterschätzt die Trekkingstöcke nicht, dazu gleich mehr), also habt es ruhig an.

Die Route endet an der Bushaltestelle beim Ort La Pissa, von wo regelmäßige Busse in die Stadt Belluno fahren. Wenn ihr auf dem Stadtplatz von Belluno ankommt, gönnt euch die größte Kugel Eis und einen ordentlichen Aperol Spritz zur Feier des Tages – ihr habt es euch verdient!

Den Trek verkürzen – wenn zehn Tage nicht drin sind

Zehn Urlaubstage sind eine ganze Menge, und wir verstehen, dass nicht jeder so viel Zeit oder Mut aufbringen kann. Die gute Nachricht: Die Alta Via 1 bietet mehrere hervorragende „Ausstiegsmöglichkeiten“ zurück in die Zivilisation, sodass ihr auch deutlich kürzere Itinere planen könnt.

Nördliche Variante auf 4 Tage

Wer das absolut Berühmteste sehen möchte – Lago di Braies und die Gegend rund um den Lagazuoi –, der kommt mit den ersten 4 Tagen des Treks aus. Ihr startet in Braies und steigt am vierten Tag nachmittags von der Rifugio Lagazuoi zum Passo Falzarego ab. Von dort fahren bequeme und häufige Busse direkt nach Cortina d’Ampezzo, wo wir viele Sommer verbracht haben.

Diese Variante ist ideal für alle, die nicht viel Urlaub haben, aber das echte Hochgebirgs-Feeling kosten wollen. Die Aussichten sind hier am spektakulärsten, und ihr verzichtet auf kein einziges Highlight – spart euch aber den langen Abstieg für die Knie.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten auf der Alta Via 1 in den Dolomiten
6 Unterkünfte — Hotels, Hütten und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL 🏨 Hotel
Hotel Pragser Wildsee
Ikonisches Hotel direkt am Pragser Wildsee, ideale Unterkunft für die Nacht vor dem Trekking-Start. Direkt am See aufzuwachen, bevor die ersten Busse mit Touristen ankommen, ist unbezahlbar.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Hütte
Rifugio Lagazuoi
Berghütte an den ikonischen Felsen auf über 2700 Metern Höhe. Einer der ikonischsten Orte in den Dolomiten. Der Sonnenuntergang von der Hüttenterrasse gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen.
★★★★ 75-95 EUR/Nacht mit Halbpension
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Hütte
Rifugio Sennes
Bezaubernde Berghütte auf einem Hochplateau mit ausgezeichnetem Essen. Berühmt für seinen Kaiserschmarrn mit Apfelmus. Vereint das Beste aus italienischer und österreichischer Küche.
★★★★ 75-95 EUR/Nacht mit Halbpension
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Hütte
Rifugio Nuvolau
Die älteste Berghütte der gesamten Dolomiten, thronend auf dem Gipfel wie ein Adlerhorst. Der Blick auf die Cinque Torri und die majestätische Marmolada macht das mehr als wett.
★★★★ 75-95 EUR/Nacht mit Halbpension
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Hütte
Rifugio Biella (Seekofelhütte)
Berghütte in unwirtlicher Mondlandschaft nach dem ersten Tag der Wanderung vom Pragser Wildsee. Liegt in einer ziemlich kargen, aber enorm atmosphärischen Umgebung.
★★★★ 75-95 EUR/Nacht mit Halbpension
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Hütte
Rifugio Città di Fiume
Berghütte bekannt für ihre Gemütlichkeit und sehr freundliches Personal. Nach fünf Tagen in den Bergen fühlt man sich hier fast wie zu Hause.
★★★★ 75-95 EUR/Nacht mit Halbpension
Verfügbarkeit prüfen

Mittlere Variante auf 6 Tage

Sehr beliebt ist auch die Sechstage-Variante. Die Route ist im Wesentlichen dieselbe bis zur Rifugio Città di Fiume oder zum nahen Passo Staulanza. Von dort lassen sich leicht Busse zurück zum Auto oder in größere Städte zum Zug finden. Zwar verpasst ihr das schöne Gefühl, den gesamten Übergang bis in den Süden abgeschlossen zu haben – aber auch so werdet ihr noch Jahre davon schwärmen.

Wir empfehlen diese Variante Familien mit älteren Kindern oder Menschen, die sich ihrer Ausdauer für die vollen zehn Tage nicht ganz sicher sind. Sechs Tage in den Bergen sind genau richtig, um den Kopf freizubekommen, ohne den eigenen Rucksack zu verfluchen. 😅

Was in den Rucksack kommt

Das Schlüsselwort beim Packen lautet: weniger ist mehr. Jedes Gramm schleppt sich nach ein paar Tagen und jeder überflüssige Pulli macht sich auf dem Rücken bemerkbar. Lukas und ich halten an der Regel fest, dass der Rucksack für solche Touren 8 bis 10 Kilogramm (inklusive Wasser und Essen) auf keinen Fall übersteigen sollte. Hier sind die Dinge, ohne die wir nie in die Berge aufbrechen würden.

Grundausstattung und Kleidung

Das A und O sind Top-Wanderschuhe. Geht niemals in absolut neuen, nicht eingelaufenen Schuhen auf den Trek – das ist ein garantiertes Rezept für einen blasengeplagten Urlaub. Für diese Route empfehlen wir eher höhere Wanderstiefel, die den Knöchel im steinigen Gelände gut stabilisieren. Ich schwöre seit Jahren auf Lowa (mein Paar ist über sechs Jahre alt und hält immer noch). La Sportiva sollen für technisches Gelände sogar noch besser sein, aber ich habe sie selbst nicht ausprobiert.

Das zweitwichtigste ist die Kleidung. Denkt ans Zwiebelprinzip: Im Tal kann es über 30 Grad warm sein und ihr lauft im T-Shirt, während ihr abends auf der Hütte auf 2.000 Metern oder in den frühen Morgenstunden am Lagazuoi eine Daunenjacke, Handschuhe und Mütze dankbar annehmt. Packt unbedingt eine hochwertige wasserdichte Jacke (Gore-Tex) oder einen guten Regenponcho ein – das Wetter in den Bergen kann sich von Minute zu Minute ändern.

Weitere unverzichtbare Ausrüstung

Wir versuchen, nichts Überflüssiges mitzunehmen – aber diese Dinge müsst ihr einfach dabei haben, egal was kommt.

  • Trekkingstöcke: Auch wenn ihr meint, sie nicht zu brauchen – bei langen Abstieg-Etappen mit Rucksack werden eure Knie dankbar sein. Wir schwören auf die leichten, faltbaren Modelle von Leki.
  • Schlafsackinlett (Liner): Auf Berghütten wird keine frische Bettwäsche für jeden Gast gestellt. Aus Hygienegründen ist ein eigenes leichtes Baumwoll- oder Seidenlaken (Hüttenschlafsack) Pflicht. Einen warmen Schlafsack braucht ihr nicht mitschleppen – auf den Hütten gibt es dicke Wolldecken.
  • Stirnlampe: Unentbehrlich – nicht nur für abendliche Erkundungen, sondern vor allem, wenn ihr euch auf dem Berg aufhaltet und erst nach Dunkelheit ankommt. Auch im Sommer wird es in den Bergen früher dunkel als im Tal.
  • Erste-Hilfe-Set: Blasenpflaster (z. B. Compeed), Schmerzmittel, Verband, Desinfektionsmittel und eine Rettungsfolie für den Fall einer Unterkühlung.
  • Powerbank: Auf vielen Hütten kann man das Handy nicht im Zimmer laden – Strom steht oft nur im Gemeinschaftsraum zur Verfügung, und die Steckdosen sind sofort belegt. Eine Powerbank mit mindestens 10.000 mAh ist ein echter Lebensretter.

Sicherheit in den Bergen und nützliche Apps

Die Berge sind wunderschön – aber sie können auch unerbittlich und unberechenbar sein. Auch wenn die Alta Via 1 eine markierte Wanderroute ist und ihr keinen Gletscher überquert, solltet ihr ein paar grundlegende Regeln für das alpine Gelände niemals unterschätzen.

Die 13-Uhr-Regel und Gewitter

Diese Regel halten Lukas und ich seit vielen Jahren ein, und sie hat uns noch nie im Stich gelassen. In den Dolomiten entstehen im Sommer – besonders im August bei der Hitze – sehr häufig starke lokale Wärmegewitter. Diese Gewitter kommen blitzartig und mit unglaublicher Wucht, meistens am Nachmittag. Die goldene Regel lautet daher: Plant eure Touren so, dass ihr bis 13:00 Uhr, spätestens 14:00 Uhr, an der Hütte oder zumindest in einem geschützten, nicht exponierten Abschnitt des Grats seid. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, nachmittags auf Klettersteig-Sicherungsseilen oder auf einem kahlen Gipfel zu stecken, wenn ein Gewitter aufzieht.

Solltet ihr doch draußen überrascht werden und es anfangen zu donnern: Steigt sofort vom Grat so weit wie möglich ab. Werft die Trekkingstöcke weg, die als Blitzableiter wirken, und sucht eine Mulde auf – niemals unter einen einzeln stehenden Baum.

Empfang und Navigation

Auch wenn Italien insgesamt gut mit Mobilfunk abgedeckt ist, gibt es in vielen Tälern schlicht keinen Empfang. Offline-Karten – etwa in der App Maps.me oder Google Maps offline – sind daher kein optionales Extra, sondern ein Muss. Ladet sie noch zu Hause herunter, solange ihr WLAN habt. Wer den Trek zum ersten Mal macht und sich Sorgen um Sicherheit oder schlechte Sicht macht, kann für mehr Sicherheit auch ein Satelliten-Kommunikationsgerät mitnehmen (z. B. Garmin inReach).

Wer sich als Einsteiger nicht traut, allein loszugehen, kann natürlich auch einen international zertifizierten Bergführer (IFMGA) engagieren. Eine Gruppenführung kostet in der Regel rund 250 € pro Tag für die gesamte Gruppe – das kann sich in größeren Gruppen lohnen, und ihr gewinnt dabei ein gutes Sicherheitsgefühl.

Praktische Reisetipps und Spartricks

Wenn ihr schon dabei seid, Flüge und Versicherung für eure Reise nach Italien zu planen, hier eine Zusammenfassung der Dienste, die Lukas und ich wirklich nutzen – nicht weil uns jemand dafür bezahlt, sondern weil sie uns immer wieder die Nerven gerettet haben:

Wie kommt man aus Deutschland in die Dolomiten?

Wer nicht mit dem Auto über Österreich fährt (was ab München oder Innsbruck in rund 3 Stunden zum Lago di Braies möglich ist), nimmt am besten einen Flug nach Venedig oder Treviso. Günstige Flüge findet ihr über Anbieter wie Eurowings, Lufthansa oder Ryanair – am besten 2 bis 3 Monate im Voraus buchen, dann sind die Preise am attraktivsten. Mehr fürs Geld bedeutet schließlich mehr Spielraum für ein Bombardino oder einen Aperol Spritz auf irgendeiner Berghütten-Terrasse.

Mietwagen für die An- und Abreise

Wer nach Italien fliegt und nicht ausschließlich auf Busse angewiesen sein möchte, nutzt am besten einen Mietwagenvergleich wie DiscoverCars oder ähnliche Portale. Die Fahrt vom Flughafen Venedig zum Lago di Braies dauert knappe 3 Stunden. Empfehlenswert ist ein Vollkaskoversicherungs-Upgrade: Die italienischen Bergstraßen sind eng, und die lokalen Fahrer haben einen sehr eigenwilligen Fahrstil. Außerdem lohnt sich ein Auto mit ausreichend Motorleistung – auf den Serpentinen bergauf werdet ihr es auf jeden Fall zu schätzen wissen!

Bergsteigerversicherung – ein Muss!

Das ist absolut entscheidend! Die übliche Kreditkarten-Reiseversicherung reicht für einen mehrtägigen Trek in den Bergen definitiv nicht aus – sie deckt oft keinen Hubschrauber-Rettungseinsatz ab. Für kürzere Europareisen wählen wir meistens eine Reiseversicherung, die explizit „mountain search and rescue“ abdeckt. Für längere oder anspruchsvollere Trips empfehlen wir eine bewährte Weltreiseversicherung – dazu könnt ihr unsere SafetyWing-Rezension lesen. Eine Bergversicherung mit Deckung für Höhenrettung ist schlicht keine Option, sondern Pflicht.

Unser Motto: Wer sich keine ordentliche Versicherung leisten kann, kann sich auch die Reise nicht leisten. Man weiß nie, wann man einmal falsch auftreten wird – und ein Rettungshubschrauber in den Dolomiten ist alles andere als ein günstiger Spaß, das könnt ihr mir glauben.

Internet und mobile Daten in Italien

Da Italien zur Europäischen Union gehört, könnt ihr euren deutschen Mobilfunktarif dank EU-Roaming in aller Regel problemlos nutzen – ohne Zusatzkosten. Wer jedoch von außerhalb der EU einreist und lokale Daten benötigt, schaut sich am besten unsere Lieblings-eSIM an (mehr dazu in unserem Artikel Holafly Rezension).

Aber ehrlich gesagt: Sobald ihr etwas weiter oben auf dem Trek seid, verschwindet das Signal ohnehin auch mit den besten Datentarifen der Welt. Nehmt es als Vorteil und genießt einen echten digitalen Detox – manchmal ist das die beste Erholung überhaupt!

Wo man vor und nach dem Trek übernachtet

Wie ich bereits geschrieben habe, schläft man auf der Route selbst ausschließlich auf Berghütten. Aber was macht man die Nacht vor dem Start oder wenn man den ganzen Trek bei Belluno erfolgreich abgeschlossen hat? Ein ordentliches Hotel zu finden, das euch nach dieser Leistung verwöhnt, ist das Mindeste.

Lukas und ich haben ein paar Lieblingsplätze, zu denen wir gerne zurückkehren, wenn wir uns erholen wollen. Meistens suchen wir nach etwas mit einem Hauch alpinem Charme, das unser Budget aber nicht sprengt.

Unsere Hoteltipps in Cortina und am See

Direkt am Lago di Braies ist das Hotel Lago di Braies eine absolute Klassiker-Wahl. Es ist zwar etwas teurer, aber direkt am See aufzuwachen, bevor die ersten Touristenbusse anrollen, ist unbezahlbar. Wir haben dort eine wunderschöne Nacht verbracht.

Wer eine Basis in Cortina d’Ampezzo sucht, denkt bei uns gerne an das Hotel de la Poste. Es liegt direkt im Zentrum, hat unglaublich freundliches Personal – und vor allem die fantastischsten Betten, in die man nach der Rückkehr aus den Bergen wie in eine Wolke sinkt. Dazu gibt es herrliche Frühstücke!

Essen und Energie tanken

In den Bergen muss man essen. Und die italienischen Alpen sind ein eigenes Kapitel für sich. Vergesst trockene Brötchen – hier wird auch auf über 2.000 Metern wie in einem erstklassigen Restaurant gekocht.

Das Essen auf den Berghütten ist meistens absolut hervorragend und reichhaltig. Die meisten Rifugi bieten mehrgängige Abendessen an, die euch wieder auf die Beine bringen, egal wie viele Kilometer ihr an diesem Tag zurückgelegt habt.

Die besten kulinarischen Stopps

Während des Treks dürft ihr auf keinen Fall die Küche der Rifugio Sennes verpassen. Ich habe es schon im Itinerar erwähnt, aber ihr Kaiserschmarrn mit Apfelmus ist legendär. Ich träume manchmal noch davon, wie gut er war!

Und wenn ihr in der Zivilisation von Cortina angekommen seid, geht unbedingt ins Ristorante Pizzeria Croda. Die besten und dünnsten Pizzen weit und breit gibt es dort, und der Käse ist schlicht unbeschreiblich. Lukas und ich verdrücken dort immer eine Pizza und spülen es mit einem Glas lokalem Wein herunter – wie echte Italiener. 🍷

Was kommt nach den Dolomiten?

Wenn ihr nach dem Trek noch in der Region bleibt (oder die Tour, wie wir, für die Zeit aufheben wollt, wenn Jonáš etwas größer ist 😄), schaut euch unsere weiteren Dolomiten-Artikel an: Lest nach, was man in den Dolomiten unternehmen kann – dort teilen wir das Schönste quer durch das Gebirge. Oder probiert unseren konkreten Wanderführer mit 5 Wanderrouten für jeden in den Italienischen Dolomiten. All diese Touren haben wir mit dem kleinen Jonáš in der Kraxe gemacht! ☺️

FAQ

Wie kommt man zur Alta Via 1?

Der Ausgangspunkt des Treks liegt am Lago di Braies (Pragser Wildsee). Am einfachsten erreicht ihr ihn mit dem Zug bis Villabassa/Niederdorf oder Dobbiaco/Toblach, von wo aus regelmäßige Buslinien zum See fahren. Von Cortina d’Ampezzo aus kommt ihr auch mit dem Auto oder Regionalbus in knapp einer Stunde dorthin.

Wann sollte man die Alta Via 1 gehen?

Die beste Zeit für den Trek ist von Mitte Juli bis Anfang September, wenn die Wahrscheinlichkeit für schönes Wetter am größten ist und der Schnee in den Pässen sicher geschmolzen ist. Meidet jedoch den August rund um Ferragosto (15. August), wenn die Berge und Hütten hoffnungslos überlaufen sind.

Wo kann man für die Alta Via 1 parken?

Am häufigsten lässt man das Auto im Städtchen Dobbiaco (Toblach) auf den öffentlichen Langzeitparkplätzen am Bahnhof oder auf den kostenlosen Parkplätzen bei Cortina d’Ampezzo stehen. Direkt am Lago di Braies ist mehrtägiges Parken nicht möglich beziehungsweise sehr teuer. Vom Endpunkt des Treks in Belluno kehrt ihr dann mit Zug oder Bus zum Auto zurück.

Wohin in den italienischen Dolomiten?

Falls ihr keine zehntägige Durchquerung plant, sind Cortina d’Ampezzo (für den östlichen Teil der Berge), Ortisei im Val Gardena (für die Gegend um Alpe di Siusi und Seceda) oder Canazei (für die Umgebung der Marmolada und des Pordoijochs) hervorragende Ausgangspunkte für Tagestouren.

Kann man auf der Route im Zelt schlafen?

Nein, leider ist das auf der gesamten Strecke nicht erlaubt. Wildes Campen ist in den Nationalparks der Dolomiten strikt verboten und die Parkranger kontrollieren das sehr genau und verhängen hohe Bußgelder. Die einzige legale Möglichkeit sind Berghütten (Rifugi).

Wie lange im Voraus muss ich die Hütten reservieren?

Aufgrund der enormen weltweiten Beliebtheit dieses Treks empfehlen wir, mit der Hüttenreservierung mindestens 3 bis 6 Monate im Voraus zu beginnen, also am besten im Januar und Februar für die Sommersaison. In letzter Minute (im Juni oder Juli) bekommt ihr nur noch mit einer riesigen Portion Glück einen Platz.

Brauche ich auf der Alta Via 1 Klettersteigausrüstung?

Nein, die klassische Route der Alta Via 1 ist als EE (Escursionisti Esperti – für erfahrene Wanderer) klassifiziert und enthält keine technisch anspruchsvollen Klettersteigpassagen. Die Stellen, an denen Stahlseile angebracht sind, dienen lediglich zum sicheren Festhalten und ihr schafft sie mit etwas Vorsicht auch ohne Gurt und Helm. Wenn ihr gesicherte Routen sucht, schaut euch den Trek Alta Via 2 an.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Drei Zinnen Dolomiten: 12 Tipps, was du sehen und erleben kannst

TL;DRDie Drei Zinnen in den Dolomiten (italienisch Tre Cime di Lavaredo) sind drei Felstürme in den italienischen Dolomiten (Cima Grande 2999 m, Cima Ovest 2973 m, Cima Piccola 2857 m). Rund um sie führt die beliebteste Wanderung von rund 10 Kilometern mit machbaren 350 Höhenmetern, für die du 3 bis 4 Stunden einplanst. Zu den 12 Tipps, was du sehen und erleben kannst, gehören der Aussichtspunkt bei der Rifugio Locatelli mit dem klassischen Blick auf die Nordwände, der Aussichtspunkt Cadini di Misurina, der Klettersteig Innerkofler auf den Monte Paterno mit Kriegstunneln aus dem Ersten Weltkrieg sowie ein Winterbesuch mit Schneeschuhen oder Skidoo. Seit 2026 brauchst du eine Online-Reservierung fürs Parken bei der Rifugio Auronzo über seethedolomites.com für 50 EUR pro Tag – als Alternative fährt ein Bus aus Misurina oder Cortina d'Ampezzo. Am schönsten ist es von Juli bis September (außer Mitte August) oder an der Wende von September zu Oktober.

Wenn du gerade einen Urlaub in Norditalien planst, muss ich dich vorab auf eine wichtige Sache hinweisen. Die Drei Zinnen in den Dolomiten sind wohl der beliebteste Ort der gesamten Region – das bedeutet leider, dass hier in der Saison einfach Kopf an Kopf gedrängt wird und sich die Organisation der Anreise komplett verändert hat. Diese Regeln können dich ganz schön überraschen, deshalb führe ich dich als Erstes durch sie – damit dich später keine Schranke kalt erwischt. Ich verrate dir auch, welche Route du mit Kindern oder Hunden wählst und wo du dich nach der Wanderung mit den besten Käseknödeln belohnst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Reservierung fürs Auto ist Pflicht: Seit 2026 ist der Parkplatz oben bei der Rifugio Auronzo strikt nur mit Online-Reservierung über die offizielle Website seethedolomites.com möglich. Ohne sie lässt man dich nicht hinauf.
  • Preis fürs Parken: Halte 50 EUR für den ganzen Tag bereit – das ist happig, aber es lohnt sich.
  • Die klassische Runde: Die beliebteste Wanderung rund um die drei Zinnen dauert rund 3 bis 4 Stunden, du legst etwa 10 Kilometer mit ganz minimalem Höhenunterschied zurück.
  • Kinder und Kinderwagen: Die Runde ist nicht kinderwagentauglich, aber die traumhaften Ausblicke genießt du gleich am Parkplatz ohne einen Tropfen Schweiß.
  • Drohnenverbot: Lass sie lieber zu Hause, die Bußgelder im Nationalpark steigen auf astronomische 3000 EUR.

Was sind die Drei Zinnen eigentlich und warum musst du sie sehen?

Kennst du das Gefühl, wenn du einen Ort hundertmal auf Instagram gesehen hast, aber wenn du dann live davorstehst, verschlägt es dir trotzdem den Atem? Genau das sind die Drei Zinnen, italienisch Tre Cime di Lavaredo, deutsch Drei Zinnen. Diese drei ikonischen Felstürme stehen auf der UNESCO-Liste und bilden das absolute Symbol der gesamten italienischen Dolomiten. Sie bestehen aus drei Hauptgipfeln: der Cima Grande mit 2999 Metern, der Cima Ovest mit 2973 Metern und der kleinsten Cima Piccola mit 2857 Metern.

Mir persönlich will es einfach nicht in den Kopf, dass all das einst tief unten auf dem Meeresgrund lag – als Korallenriffe. Die Felsen bestehen zum großen Teil aus sogenanntem Dolomit und Kalkstein, also im Grunde aus Karbonaten, was ihnen diese wunderbare Farbe verleiht, die sich bei Sonnenuntergang von Orange bis zu einem satten Rosa verändert. Neben der überwältigenden Natur weht dir hier auch eine ziemlich düstere Geschichte entgegen, denn direkt hier verlief während des Ersten Weltkriegs die Frontlinie – bis heute findest du Reste von Schützengräben und in den Fels gehauene Tunnel.

Wann du reisen solltest, um es wirklich zu genießen

Den richtigen Zeitpunkt zu wählen ist bei den Drei Zinnen absolut entscheidend – besonders, wenn du den Ausflug genießen und dich nicht nur durch Touristenmassen schlängeln möchtest. Die Sommermonate von Juli bis September bieten das stabilste Wetter, und alle Berghütten haben geöffnet. Ich würde aber unbedingt die Zeit um Mitte August meiden, wenn die Italiener das Fest Ferragosto feiern und praktisch ganz Italien in die Berge strömt – ein Massenwahnsinn, den du wirklich nicht erleben willst. 😅

Lukáš und ich fahren am liebsten an der Wende von September zu Oktober in die Dolomiten. Morgennebel liegt träge in den Tälern, die Lärchen färben sich langsam golden und die Luft ist herrlich klar und scharf. Außerdem sind deutlich weniger Besucher unterwegs. Egal, wann du losziehst: Prüfe immer sorgfältig die Vorhersage mindestens zehn Tage im Voraus, denn das Wetter auf rund dreitausend Metern kann sich innerhalb weniger Minuten drehen. Du kannst sogar im Mai kommen, wenn du perfektes Wetter erwischen kannst (die Straße nach oben öffnet allerdings erst Ende Mai).

Anfahrt zu den Drei Zinnen mit dem Auto im Jahr 2026

Das ist wohl das wichtigste Kapitel des ganzen Guides, denn die Regeln für die Zufahrt wurden kürzlich stark verschärft – und viele Touristen kreisen dann ratlos unterhalb des Berges herum, wenn sie merken, dass man sie nicht hinauflässt. Unten beschreibe ich dir ausführlich alle Möglichkeiten, wie du bequem und ohne Stress zu den Zinnen kommst.

Mit dem Auto hinauf zur Rifugio Auronzo (Reservierung nötig)

Das ist die bequemste, zugleich aber teuerste Variante, die sich vor allem für Familien mit kleinen Kindern eignet. Hinauf zur Hütte Rifugio Auronzo führt eine wunderschöne Bergstraße aus dem Gebiet rund um den Misurinasee, doch für die Zufahrt zahlst du satte 50 EUR.

Früher wurde erst vor Ort bezahlt, aber seit rund 2021 werden die Regeln stetig strenger. Neu gilt für 2026: Es dürfen maximal 1500 Autos pro Tag hinauf, und das Parken bei den Drei Zinnen musst du vorher online über die offizielle Website seethedolomites.com bezahlen. Ohne den QR-Code aus der Reservierung kommst du schlicht nicht über die Schranke – denk also unbedingt rechtzeitig daran.

Mit dem Bus aus Misurina oder Cortina

Wenn du keine Lust hast, für die teure Parkgebühr zu zahlen, oder schlicht kein Platz mehr für dich frei war, sind die lokalen Busse eine hervorragende Alternative. Wir haben diese Variante letztes Jahr einmal ausprobiert und ehrlich gesagt: Es war ziemlich entspannt – keine Suche nach einem Parkplatz und kein Stress mit den Serpentinen.

Aus Misurina, Cortina d’Ampezzo oder dem Städtchen Toblach (Dobbiaco) pendeln regelmäßig Busse, die dich bis hinauf zur Rifugio Auronzo bringen. Der Ticketpreis unterscheidet sich je nach Einstiegsort, kommt aber deutlich günstiger als das Auto – und außerdem musst du dich nicht mit dem Fahren in engen Serpentinen stressen.

Zu Fuß vom Misurinasee (für Bergfexe)

Für alle unter euch, die Herausforderungen lieben und sich die Maut sparen wollen, gibt es die Möglichkeit, zu Fuß auf einem markierten Weg direkt vom Misurinasee loszugehen.

Du zahlst überhaupt nichts, aber rechne damit, dass dich der Aufstieg zur Rifugio Auronzo mindestens 2 Stunden reine Gehzeit extra kostet – und zwar noch bevor du überhaupt auf die eigentliche Runde rund um die Zinnen aufbrichst. Es ist ein schöner Spaziergang durch den Wald, aber der Höhenunterschied ist hier deutlich zu spüren.

Wo du übernachten kannst und was es kostet

Wir suchen unsere Unterkunft sehr strategisch aus – wir wollen so früh wie möglich am Morgen oben sein, bevor halb Europa anrückt. Hier ist also, was wir über die verschiedenen Optionen in der Umgebung herausgefunden haben.

Generell gilt: Wenn du ein bisschen sparen möchtest, suchst du die Unterkunft besser im Pustertal (Val Pusteria), wo es Dörfer wie Toblach (Dobbiaco) gibt. Die Übernachtungen sind dort merklich günstiger, und in Reichweite hast du nicht nur die Drei Zinnen, sondern auch den Pragser Wildsee (Lago di Braies). Cortina d’Ampezzo ist zwar wunderschön und hat den richtigen italienischen Charme, aber sei darauf gefasst, dass du für ein durchschnittliches Hotel in der Saison auch mal 160 EUR pro Nacht zahlst. Direkt in Cortina ist etwa das Hotel de la Poste schön, aber wenn du sparen und in Toblach sein möchtest, empfehle ich dir einen Blick auf das Hotel Santer oder das familiäre Romantik Hotel Santer.

Sehr beliebt und strategisch ist eine Unterkunft direkt am Misurinasee, von wo es nur ein kurzes Stück bis zur Mautschranke ist. Und wenn du etwas wirklich Einzigartiges erleben möchtest, kannst du dir ein Bett direkt oben bei den Drei Zinnen in der Berghütte Rifugio Auronzo reservieren. Die Übernachtungen kosten dort rund 80 bis 120 EUR pro Person inklusive fantastischer Halbpension, aber du musst sie ruhig ein halbes Jahr im Voraus buchen, so groß ist die Nachfrage. Verfügbarkeit und Preise der Unterkünfte in Misurina, Cortina und den umliegenden Tälern vergleichst du ganz einfach auf Booking.com.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten bei den Tre Cime di Lavaredo
6 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP-WAHL 🏨 Hotel
Hotel Santer
Familienhotel in Dobbiaco (Toblach) im Pustertal, strategische Lage mit guter Erreichbarkeit sowohl zu den Tre Cime als auch zum Pragser Wildsee. Die Unterkunft hier ist deutlich günstiger als in Cortina.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏨 Hotel
Romantik Hotel Santer
Familienhotel in Dobbiaco, guter Ort für diejenigen, die sparen möchten und in Reichweite zu den Tre Cime und anderen Orten in den Dolomiten sein wollen.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏨 Hotel
Hotel de la Poste
Schönes Hotel direkt in Cortina d’Ampezzo mit echtem italienischem Flair, in der Saison zahlt man für ein durchschnittliches Hotel auch 160 EUR pro Nacht.
★★★★ ca. 160 EUR/Nacht
Verfügbarkeit prüfen
🏨 Hotel
Grand Hotel Misurina
Strategische Unterkunft direkt am Misurina-See, von wo es zur Mautstelle nur ein Katzensprung ist. Ideal für morgendliche Ausfahrten zu den Tre Cime.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Berghütte
Rifugio Auronzo
Berghütte direkt oben bei den Tre Cime mit Übernachtungsmöglichkeit. Übernachtungen kosten etwa 80-120 EUR pro Person inklusive Halbpension. Man muss auch ein halbes Jahr im Voraus reservieren wegen der enormen Nachfrage. Ein einzigartiges Erlebnis, direkt bei den Türmen zu übernachten.
★★★★ 80-120 EUR/Pers.
Verfügbarkeit prüfen
🔍 Suchen
Alle Unterkünfte bei den Tre Cime di Lavaredo anzeigen
Erkunden Sie alle verfügbaren Übernachtungsmöglichkeiten bei den Tre Cime di Lavaredo und finden Sie die beste nach Ihren Vorlieben und Budget.
★★★★ Preise vergleichen
Verfügbarkeit prüfen

Drei Zinnen Dolomiten: 12 Tipps, was du sehen und erleben kannst

Gut, jetzt kommt das Beste. Hier ist alles, was wir rund um die Drei Zinnen über die Jahre ausprobiert haben und was wir uns nicht entgehen lassen würden.

1. Die klassische Runde um die Zinnen

Das ist die Hauptaktivität, wegen der die meisten Leute hierherkommen – genau die Wanderung in den Dolomiten zu den Drei Zinnen, die wir früher so genossen haben. Es handelt sich um eine Rundtour von rund 10 Kilometern, die bei der Rifugio Auronzo beginnt und endet.

Sie dauert bei gemütlichem Gehen etwa 3 bis 4 Stunden. Das Gelände ist relativ eben mit insgesamt rund 350 Höhenmetern, sodass die Route auch weniger erfahrene Wanderer und ältere Kinder schaffen. Der Weg führt direkt unter den majestätischen Türmen entlang und bietet unglaubliche Ausblicke in alle Richtungen.

2. Luxuriöse Aussicht gleich am Auto (ideal mit Kindern)

Wenn du keine Lust auf eine ganztägige Tour hast, keine Sorge. Einen absolut atemberaubenden Blick auf die Drei Zinnen hast du praktisch sofort, sobald du bei der Hütte Rifugio Auronzo geparkt hast.

Es ist eine herrliche ebene Aussichtsplattform, wo du dich hinsetzen, einen Kaffee aus der Thermoskanne trinken und einfach den Blick auf diese gewaltigen Felsen genießen kannst. Das ist wohl unsere liebste Lösung für Tage, an denen die Beine müde sind, oder wenn du mit Senioren und Kinderwagen reist.

3. Die Rifugio Locatelli für das beste Foto

Wenn es einen ganz bestimmten Blick gibt, den du von Postkarten kennst, dann ist es der von der Hütte Rifugio Locatelli (deutsch Dreizinnenhütte). Zur Hütte kommst du ungefähr auf der Hälfte der klassischen Runde, und von hier bietet sich dir der klassischste und ikonischste Blick direkt auf die Nordwände der drei Zinnen.

Ich empfehle dir unbedingt, dich hier auf die Terrasse zu setzen, ein wohlverdientes Bier zu trinken und die Hochgebirgsatmosphäre zu genießen.

4. Kaffee bei der Rifugio Lavaredo

Eine weitere Station auf der klassischen Runde ist die gemütliche Hütte Rifugio Lavaredo. Sie liegt auf der Südseite der Zinnen und ist ein toller Ort für eine kurze Rast, bevor du bergauf Richtung Scharte ziehst.

Hier kochen sie ausgezeichneten Kaffee und haben einen absolut fantastischen Apfelstrudel, der nach dem Spaziergang blitzschnell in dir verschwindet. 😁

5. Über die Scharte Forcella Lavaredo

Wenn du von der Hütte Lavaredo aufbrichst, erwartet dich ein kurzer, aber recht steiler Aufstieg zur Scharte Forcella Lavaredo auf 2454 Metern. Das ist der Moment, in dem du die imaginäre Grenze überschreitest und dir zum ersten Mal der Blick auf die senkrechten Nordwände der Drei Zinnen in ihrer ganzen Gewaltigkeit erscheint.

Mir bekomme ich hier jedes Mal für ein paar Sekunden eine Gänsehaut – es ist wirklich ein imposantes Schauspiel.

6. Adrenalin auf dem Klettersteig Innerkofler

Wenn du zu den Bergsteigern und Liebhabern gesicherter Wege gehörst, darfst du den Klettersteig Innerkofler auf den Monte Paterno nicht auslassen. Es ist ein wunderschöner Klettersteig, der auf den benachbarten Berg Monte Paterno führt, von dem aus du die absolut besten Ausblicke auf die Drei Zinnen aus der Höhe hast.

Der Weg ist nicht extrem schwer, aber Helm und Klettergurt mit Sicherung sind absolute Pflicht, denn du bewegst dich in ziemlich luftigem Gelände.

7. Kriegstunnel im Inneren des Monte Paterno

Mit dem Klettersteig Innerkofler verbindet sich auch ein faszinierendes Erkunden der Geschichte. Ein Teil des Weges auf den Gipfel des Monte Paterno führt nämlich durch dunkle Tunnel und Stollen, die italienische Soldaten während des sogenannten Großen Krieges in den Fels gehauen haben.

Vergiss nicht, eine gute Stirnlampe einzupacken, denn die Gänge sind dunkel, kalt und führen dir absolut perfekt die harten Bedingungen vor Augen, unter denen die Soldaten hier leben und kämpfen mussten.

8. Enrosadira: Ein Sonnenuntergang, der den Atem raubt

Der Sonnenuntergang in den Dolomiten ist ein Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen darfst. Das Phänomen, bei dem die Sonnenstrahlen die Kalkfelsen in ein sattes Orange und Rosa tauchen, nennen die Einheimischen Enrosadira. Die Drei Zinnen sind dafür wie geschaffen.

Pass nur auf: Nach Sonnenuntergang kann es beim Wegfahren der vielen Autos zu einem kleinen Problem kommen, sodass sich manchmal Staus Richtung Mautschranke bilden. Wappne dich mit Geduld und lass dir dieses wunderbare Erlebnis nicht verderben.

9. Halt am Misurinasee

Wenn du mit dem Auto hinauf oder hinunter von den Drei Zinnen fährst, mach unbedingt einen kleinen Halt am Misurinasee.

Es ist einer der größten Naturseen der Region, und die Ausblicke auf die umliegenden Berge, die sich auf der Wasseroberfläche spiegeln, sind traumhaft. In der Umgebung gibt es mehrere Hotels und kleine Cafés, wo du dich ausruhen kannst – und auf dem Blog bereiten wir für dich bald einen eigenen Artikel mit einem kompletten Guide zu genau diesem malerischen Örtchen vor.

10. Sternenhimmel vom Observatorium Cosmolab

Nur wenige wissen, dass du ein kurzes Stück von Misurina ein sehr interessantes Observatorium und Forschungszentrum namens Cosmolab findest.

Das Gebiet rund um die Drei Zinnen und Misurina zeichnet sich nämlich durch sehr geringe Lichtverschmutzung und unglaublich klare Luft aus, was es zu einem der besten Orte Europas für die Beobachtung des Nachthimmels macht. Wenn du Astronomie magst, empfehle ich dir unbedingt herauszufinden, ob es dort abendliche Führungen für die Öffentlichkeit gibt.

11. Mordor zum Greifen nah: Aussichtspunkt Cadini di Misurina

Es sind zwar nicht die Drei Zinnen selbst, aber der Ausgangspunkt zu diesem Aussichtspunkt liegt gleich bei der Rifugio Auronzo, deshalb wäre es riesig schade, ihn auszulassen. Nach rund vierzig Minuten Gehzeit in die entgegengesetzte Richtung der Hauptrunde erreichst du die scharfen, spitzen Gipfel der Cadini di Misurina.

Es sieht dort genau aus wie in Der Herr der Ringe, und Fotos von diesem Ort gehören zu den allerbeliebtesten in den sozialen Netzwerken. Das Gelände ist aber etwas anspruchsvoller und enger, deshalb Vorsicht mit kleinen Kindern.

12. Die Drei Zinnen unter Schnee

Obwohl das Gebiet vor allem im Sommer beliebt ist, hat ein Winterbesuch seinen ganz eigenen enormen Zauber. Die Straße nach oben ist zwar für Autos gesperrt, aber du kannst die Dienste von Schneemobilen nutzen, die dich hinaufbringen, und mit dem Schlitten wieder hinunterfahren.

Die Fitteren nehmen Schneeschuhe oder Tourenski und stapfen durch die jungfräuliche verschneite Landschaft. Es herrscht absolute Stille und Ruhe – das komplette Gegenteil zum sommerlichen Trubel. Falls du im Winter dorthin aufbrichst, prüfe vorher die Webcam der Drei Zinnen und vergewissere dich, dass kein dichter Nebel herrscht, durch den du ohnehin nichts sehen würdest.

Wie du die Drei Zinnen mit Kinderwagen und kleinen Kindern meisterst

Mit einem kleinen Kind in der Trage oder im Kinderwagen können die Drei Zinnen auf den ersten Blick wie eine harte Nuss wirken, aber du brauchst keine Angst zu haben. Am Ende war es aber völlig entspannt, wir mussten nur die Pläne ein bisschen ändern. Ich rate auf keinen Fall dazu, mit einem klassischen Kinderwagen auf die Hauptrunde zu gehen. Auch wenn es am Anfang machbar scheint, ist der Weg nach kurzer Zeit voller Steine und ziemlich ausgewaschen, sodass du den Kinderwagen im Grunde nur tragen würdest – und diese Last willst du wirklich nicht rauf und runter schleppen.

Stattdessen haben wir den Parkplatz bei der Rifugio Auronzo genutzt. Du fährst bequem hinauf, holst den Kinderwagen aus dem Kofferraum und spazierst ein kurzes Stück auf dem schönen befestigten Weg rund um die Hütte. Hier findest du viele strategisch platzierte Bänke, wo du in aller Ruhe sitzen, den Kleinen füttern und dabei direkt auf die ikonischen Bergspitzen schauen kannst. So lassen sich locker zwei Stunden verbringen, und kleine Kinder sind meist rundum zufrieden – diese Kulisse wird schnell zu ihrer ersten großen Bergliebe. ☺️

Mit den Fellnasen unterwegs: Die Drei Zinnen mit Hund

Reisen mit Hunden ist in den Dolomiten insgesamt sehr beliebt, und wir nehmen unsere beiden Hündinnen, Kája und Baby, überall dorthin mit, wo es nur geht. Während etwa eine Wanderung zum Sorapissee mit Hund im Grunde unmöglich ist, weil der Weg ziemlich schmal und gefährlich ist (wie gesagt, das ist eine Route für Trittsichere, wo ein Hund leicht abrutschen kann), sind die Drei Zinnen in dieser Hinsicht absolut großartig.

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und in den Bussen verlangen sie für Hunde einen Maulkorb (den kaufst du praktisch überall, auch direkt an den Talstationen). Uns hat das ehrlich gesagt ziemlich genervt – sie wollten ihn sogar dann, wenn wir völlig allein in der Kabine fuhren. Wenn mehrere Seilbahnen hintereinander vor uns lagen, ließen wir Kája und Baby lieber im Campingplatz ausruhen.

Die klassische Runde um die Zinnen ist breit genug, und die Hunde schaffen sie mit links. Nur Vorsicht am Anfang des Klettersteigs Paternkofel, dort ist es schon ziemlich steil, und mit Kája und Baby an der Leine hätten wir uns dort gar nicht getraut. An der Leine musst du die Hunde übrigens die ganze Strecke führen – einerseits wegen der anderen Wanderer und andererseits wegen der örtlichen Bergkühe, die zwar gemütlich sind, aber einer kleinen Hündin wie eine interessante Herausforderung vorkommen können.

Wo du essen kannst (und was du probieren solltest)

Berge und Essen gehören einfach zusammen, und nach einer guten Tour bekommt jeder Hunger. Die Küche in diesem Teil der Dolomiten ist eine wunderbare Mischung aus traditioneller italienischer und Tiroler Gastronomie. Wenn du schon in der Sonne bei der Rifugio Locatelli sitzt, probiere unbedingt Canederli – köstliche und sehr sättigende Knödel. Wir nehmen sie in der Käse- oder Spinatvariante, serviert entweder in der Brühe oder einfach mit zerlassener Butter übergossen und mit Parmesan bestreut. Auch unten am See in der Pizzeria Edelweiss kochen sie hervorragend, dort gibt es eine großartige Pizza. Und wenn du etwas Besonderes suchst, probiere das Restaurant bei der Hütte Malga Langalm direkt an der Route.

Lukáš liebt die traditionelle Polenta, die sie hier sehr sorgfältig zubereiten und etwa mit Waldpilzen oder geschmolzenem Bergkäse servieren, und ich schwöre auf hausgemachte Pasta mit cremiger Pilzsoße oder einfach mit Butter und frischem Salbei. Es ist eine unglaubliche Delikatesse, und ich garantiere dir: Mit Blick auf die majestätischen Felsen schmeckt es absolut nach Michelin-Stern. Vergiss dazu natürlich nicht einen kleinen erfrischenden Aperol Spritz, ohne den ein Urlaub in Italien schlicht nicht zählt. 😉

Praktische Infos und strenge Regeln im Nationalpark

Die Dolomiten erleben einen riesigen Boom, und deshalb darfst du dich nicht wundern, dass die Nationalparkverwaltung angefangen hat, die Regeln hart durchzusetzen, damit diese wunderbare Natur nicht zerstört wird. Zwei Dinge, auf die du besonders gut achten solltest:

  • Drohnenverbot: Luftaufnahmen der Berge sehen zwar luxuriös aus, aber bei den Drei Zinnen und im gesamten Nationalpark sind Drohnen absolut strikt verboten. Wenn dich die Aufseher erwischen, droht dir ein sofortiges Bußgeld in astronomischer Höhe von 3000 EUR. Lass sie also lieber auf dem Boden deines Rucksacks liegen.
  • Webcams und Wetter: Bevor du aus dem Tal aufbrichst, schau dir die Webcam der Drei Zinnen an. Manchmal passiert es nämlich, dass in Cortina die Sonne scheint, oben aber der Nebel so dicht ist, dass man ihn schneiden könnte, und du überhaupt keinen Schritt weit siehst.

Tipps und Tricks für deine Reisen

Das sind die praktischen Dinge, nach denen ihr mich auf Instagram ständig fragt. Reisen in die Berge erfordert ein bisschen Planung, damit du kein Vermögen ausgibst und alles klappt.

Flüge und Anreise

Wenn du nicht mit dem Auto aus Deutschland nach Italien fährst, empfehle ich dir, die Flüge nach Venedig oder Treviso im Blick zu behalten – von dort ist es am nächsten in die Berge. Von Berlin, München oder Frankfurt fliegen dich unter anderem Lufthansa, Eurowings oder Ryanair recht günstig dorthin.

Günstige Flüge suchen wir auf Kiwi, unserem Lieblingsportal, wo wir uns bequem eine Preisbenachrichtigung einrichten.

Mietwagen

Ohne Auto kommt man in den Dolomiten ziemlich schwer voran, besonders wenn du früh am Morgen mehrere Orte schaffen möchtest.

Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, das wir überall auf der Welt nutzen. Dort findest du oft auch hervorragende lokale Vermietungen.

Vergiss die Versicherung nicht

Berge können unberechenbar sein, deshalb ist eine Reiseversicherung das absolute A und O, selbst wenn du nur zum Aussichtspunkt gehst. Ach ja, die Versicherung – Lukáš erinnert mich immer daran, denn ich würde sie glatt vergessen und es mir dann die ganze Reise vorwerfen.

Für kürzere Reisen wählen wir eine klassische Reiseversicherung, und fürs langfristige Nomadenleben mögen wir das Versicherungspaket von SafetyWing sehr, zu dem wir übrigens auch eine ausführliche Rezension geschrieben haben.

➜ Bevor du aufbrichst, wirf einen Blick auf unseren Vergleich der Reiseversicherungen.

Wohin weiter in den Dolomiten

Wenn du die Drei Zinnen abgehakt hast, heißt das nicht, dass du nach Hause fahren musst. Die Region bietet viele weitere traumhafte Orte. Ein natürlicher nächster Halt ist der ikonische Hochgebirgssee Pragser Wildsee (Lago di Braies) mit seinen Ruderbooten, über den wir bereits auf dem Blog geschrieben haben.

Eine Erkundung wert ist auch Cortina d’Ampezzo mit dem richtigen italienischen Charme, oder du kannst weiter westlich ins Gebiet Val Gardena aufbrechen. Dort haben wir für dich einen Guide zur wunderschönen Kammwanderung auf die Seceda vorbereitet, die aus praktisch jedem Winkel fotogen ist – oder du liest unseren allgemeinen Guide dazu, was man in den Dolomiten unternehmen kann, wo du Inspiration für den Rest deines Urlaubs findest.

FAQ: Das werdet ihr am häufigsten gefragt

Wie kommt man zu den Tre Cime di Lavaredo?

Der einfachste, aber teuerste Weg im Jahr 2026 ist die Fahrt mit dem Auto über die mautpflichtige Straße zur Hütte Rifugio Auronzo (Reservierung erforderlich auf seethedolomites.com für 50 EUR). Alternativ fahren lokale Busse von Misurina und Cortina, oder du wanderst etwa zwei Stunden vom Lago di Misurina hinauf.

Was bedeutet der Name Tre Cime?

Tre Cime di Lavaredo bedeutet auf Italienisch genau „Drei Gipfel von Lavaredo“. Der deutsche Name Drei Zinnen lässt sich ungefähr als drei Zinnen oder drei Zähne übersetzen, was perfekt ihre typische Form beschreibt, die an riesige Felszähne erinnert, die in den Himmel ragen.

Ist die Rundwanderung für kleine Kinder und Kinderwagen geeignet?

Die klassische Rundwanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet, das Gelände ist sehr steinig. Wenn du mit einem Kinderwagen oder einem ganz kleinen Baby unterwegs bist, empfehlen wir, mit dem Auto zum oberen Parkplatz beim Rifugio Auronzo zu fahren, von wo aus du eine fantastische Aussicht direkt vom asphaltierten Weg voller Bänke hast – absolut ohne Anstrengung.

Was kann man bei den Tre Cime sehen und unternehmen?

Die Hauptaktivität ist die Wanderung rund um die Zinnen, die viele schöne Stopps bietet wie die Hütte Rifugio Locatelli für die besten Fotos, einen herrlichen Blick auf die nahen Gipfel der Cadini di Misurina, oder du kannst mit einem Führer und Helm die Kriegstunnel am Monte Paterno aus dem Ersten Weltkrieg erkunden.

Wie kommt man im Winter zu den Drei Zinnen?

In den Wintermonaten ist die Mautstraße für Autos normalerweise wegen Schnee gesperrt. Nach oben kommst du zu Fuß mit Schneeschuhen, auf Skitouren oder du nutzt die beliebten Schneemobile, die Besucher hinaufbringen, und du fährst dann mit dem Schlitten wieder hinunter.

Wann ist die beste Zeit, um die Zinnen zu fotografieren?

Die goldene Stunde und der Sonnenuntergang. Zu dieser Zeit wechseln die Felsen ihre Farbe zu orangen bis rosafarbenen Tönen (ein Phänomen namens Enrosadira). Denke aber daran, dass der ikonischste Blick auf alle drei Zinnen von der Nordseite (von der Hütte Locatelli) ist, also plane deinen Ausflug so, dass du zur richtigen Zeit dort bist.

Kann man oben mit Karte zahlen?

Die Maut für den Parkplatz zahlst du online bei der Reservierung, aber in den Berghütten entlang der Route ist die Zuverlässigkeit der Terminals sehr unterschiedlich, oft haben sie kein gutes Signal. Nimm auf jeden Fall genug Bargeld mit für Kaffee, Mittagessen und die eventuell kostenpflichtige Nutzung der öffentlichen Toiletten in den Hütten.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Rosengarten in den Dolomiten: 10 Tipps für deinen Besuch

TL;DRDer Rosengarten in den Dolomiten liefert dir zehn zentrale Tipps für deinen Besuch. Dazu gehört das rosa Leuchten der enrosadira bei Sonnenuntergang, ebenso der Aufstieg zu den markanten Vajolettürmen und zur Rifugio Vajolet auf 2243 Metern. Weiter geht’s zur Rifugio Re Alberto (2620 m), von wo aus du den besten Blick auf die Türme hast. Die Seilbahn bringt dich von Vigo di Fassa hinauf zur Ciampedie, außerdem lohnt sich die Wanderung zur Roda di Vael ab dem Karerpass. Auf den Gipfel der Cima Catinaccio (2937 m) solltest du dich nur mit Erfahrung wagen, ebenso an die Klettersteig-Route Santnersteig. Nicht fehlen dürfen die ladinische Küche und die Legende um König Laurin. Die beste Wanderzeit ist Mitte Juni bis Ende September, wobei der August als Hochsaison gilt. Im gesamten Naturpark Schlern-Rosengarten gilt ein Drohnenverbot – Verstöße können bis zu 3000 EUR Strafe kosten.

Das Rosengarten-Massiv (italienisch Catinaccio) in den Dolomiten steckt voller unglaublicher Orte, bei denen dir schon beim Aussteigen aus dem Auto die Kinnlade herunterfällt. Lukáš und ich lieben diese italienischen Berge und kommen regelmäßig hierher, trotzdem warten ein paar ikonische Plätze noch darauf, von uns genauer erkundet zu werden. Die Region Rosengarten in den Dolomiten und die Vajolet-Türme ist genau so ein Fall.

Bisher haben wir diese majestätischen Gipfel nur aus der Ferne bewundert, wenn wir am berühmten Lago di Carezza (Karersee) vorbeigefahren sind. Doch weil sie uns so sehr reizen, haben wir für unsere nächste Reise wirklich gründlich recherchiert. Und da es ein absoluter Klassiker ist, den kein Berg- und Fotografiefan auslassen sollte, habe ich beschlossen, all diese sorgfältig gesammelten Infos und Tipps in diesem Guide zusammenzufassen.

Hierherzukommen ohne Vorbereitung ist ein bisschen so, als würdest du ohne Reservierung in das beste Restaurant der Stadt platzen. Technisch möglich, aber unnötig stressig. Deshalb habe ich für dich alles aufgeschrieben, was ich herausgefunden habe: von wo du startest, wo du schläfst und wie du bis zu den sagenhaften Türmen gelangst. Sei gespannt: Diese Felsen haben eine magische Eigenschaft, derentwegen Menschen aus der ganzen Welt anreisen. ☺️

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

Wenn du gerade deinen Rucksack packst und nur die wichtigsten Infos in Kürze brauchst, hier sind die zentralen Punkte, die du vor einer Tour zum Rosengarten in den Dolomiten kennen solltest:

  • Zwei Namen für einen Ort: Italienisch Catinaccio, deutsch Rosengarten. Es handelt sich um dasselbe Massiv zwischen dem Fassatal und Bozen.
  • Magische Enrosadira: Die Felsen sind dafür berühmt, sich bei Sonnenuntergang in ein unglaublich sattes Rosa bis Rot zu färben.
  • Vajolet-Türme: Das bekannteste Felsgebilde der gesamten Region. Drei scharfe Türme, die aussehen wie von einem anderen Stern.
  • Drei Hauptausgangspunkte: Der Karerpass (Seilbahn Paolina), das Städtchen Vigo di Fassa (Seilbahn Catinaccio) und das Dorf Tiers am Rosengarten (Tires al Catinaccio).
  • Beste Reisezeit: Zum Wandern von Mitte Juni bis Ende September. Im August musst du mit riesigen Menschenmengen rechnen.
  • Drohnenverbot: Im gesamten Naturpark ist das Fliegen mit Drohnen streng verboten – bei Strafen von bis zu 3000 EUR.

Was ist der Rosengarten / Catinaccio eigentlich?

Die Dolomiten sind riesig und gliedern sich in viele kleinere Gruppen, wobei der Rosengarten zu den allerschönsten gehört. Das belegt auch die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes. Dieses Kalkmassiv bildet die natürliche Grenze zwischen dem italienischsprachigen Fassatal und dem deutschsprachigen Südtirol – auf den Schildern findest du also alles doppelt.

Die größte Attraktion der Region ist die sogenannte Enrosadira. Dabei handelt es sich um ein optisches Phänomen: Bei Sonnenuntergang (und manchmal auch bei Sonnenaufgang) treffen die Sonnenstrahlen in einem so flachen Winkel auf die spezielle Zusammensetzung des Dolomitgesteins, dass die ganzen Berge in sattem Rosa, Orange und allmählich sogar in einem blutroten Ton erstrahlen. Gerade am Rosengarten soll dieses Phänomen am besten von allen Dolomiten zu sehen sein.

Mit dieser Färbung verbindet sich eine alte mittelalterliche Sage über den Zwergenkönig Laurin. Er soll in den Bergen einen wunderschönen Rosengarten gepflanzt haben (daher der deutsche Name). Als ihm aber seine geliebte Prinzessin geraubt wurde, verfluchte er den Garten, sodass ihn niemand mehr bei Tag oder bei Nacht sehen sollte. Doch er vergaß die Dämmerung – und deshalb leuchten die Rosen der Sage nach nur in jenen wenigen Augenblicken zwischen Tag und Nacht. Es ist nur ein Märchen, aber wenn du dieses rosige Glühen mit eigenen Augen siehst, glaubst du leicht, dass etwas dran ist. ☺️

Wann zum Rosengarten aufbrechen und wie orientierst du dich

Einmal kamen wir im Juni an und die Hälfte der Seilbahnen fuhr wegen des Schnees noch nicht. Seitdem planen wir das Timing immer vorab, denn die Dolomiten verzeihen schlechtes Timing nicht. Der Rosengarten bietet das ganze Jahr über etwas, doch jeder Monat hat seine Eigenheiten und Tücken, auf die man sich gut vorbereiten sollte.

Für klassisches Sommerwandern und Touren zu den Berghütten (Rifugio) ist das beste Zeitfenster von Mitte Juni bis Ende September. Die meisten Seilbahnen und Hütten öffnen genau im Laufe des Juni, sobald in den höheren Lagen der Schnee schmilzt. Juli und vor allem August sind Hochsaison, was in Italien riesige Menschenmengen, volle Parkplätze und höhere Preise bedeutet. Aus unseren Erfahrungen mit den Highlights der Dolomiten wissen wir, dass der Herbst (Ende September und Oktober) viel ruhiger ist und dank des stabilen Wetters ein echtes Paradies für Fotografen. Im Winter verwandelt sich die Region dann in ein tolles Skigebiet, besonders rund um den Karerpass und Vigo di Fassa.

Anreise zum Rosengarten und die Ausgangspunkte

Bis unter die Gipfel selbst zu kommen ist nicht so kompliziert, wie es auf der Karte zunächst aussieht. Alles hängt davon ab, von welcher Seite du anreist und welche konkrete Route du planst. Unten findest du die drei Haupteingangstore, von denen aus man am häufigsten in die Berge aufbricht.

Wenn du von Süden über Trient und Bozen kommst, führt die schönste Anfahrt über den Karerpass (Passo Costalunga). Hier kannst du die Seilbahn Paolina nutzen, die dich direkt auf über 2100 Höhenmeter bringt. Von dort erreichst du in knapp einer halben Stunde auf einem bequemen Weg die ikonische Hütte Rifugio Roda di Vael – ein hervorragender Ausgangspunkt für weitere Touren.

Die zweite beliebte Option ist das malerische ladinische Städtchen Vigo di Fassa, das direkt im Tal liegt. Vom Ortszentrum fährt die Kabinenbahn Catinaccio, die dich auf das Hochplateau Ciampedie bringt. Von hier verläuft die klassische Route in Richtung Vajolet-Türme. Die dritte Variante ist das ruhigere Dorf Tiers am Rosengarten (Tires al Catinaccio), von wo aus du zwar etwas länger zu Fuß gehen musst (rund 2 Stunden bis zu den ersten großen Hütten), dafür aber die größten Menschenmassen vermeidest und absolute Ruhe abseits des Massentourismus genießt. Für die Erkundung solcher Seitentäler ist ein Mietwagen praktisch unverzichtbar – wir buchen unsere Mietwagen weltweit gerne über vergleichbare Portale wie booking-basierte Anbieter.

Wo übernachten und was kostet das Hotel am Rosengarten

Die Wahl der richtigen Unterkunft entscheidet darüber, wie lange du morgens zur Seilbahn fährst und wie nah du den besten Ausblicken auf die Enrosadira bist. Generell gilt: Das Fassatal ist etwas teurer, bietet aber eine wunderbare italienisch-ladinische Atmosphäre und perfekte Anbindung an die gesamten Dolomiten. Rechne damit, dass ein gutes Doppelzimmer in der Sommersaison im Schnitt zwischen 150 und 250 EUR pro Nacht kostet.

Vigo di Fassa ist ein nettes ladinisches Städtchen, in dem die Leute abends vor den Restaurants sitzen und du auf der Straße drei Sprachen gleichzeitig hörst. Wenn du nah an der Seilbahn sein willst, ist das Hotel Olympic (Buchung über Booking.com) eine verlässliche Wahl, und für alle, die sich gerne etwas gönnen, das Ciampedie Luxury Resort. Da wirst du wirklich verwöhnt. Bevorzugst du den deutschsprachigen Teil und möchtest nah am Karersee sein, dann steuere Welschnofen (Nova Levante) an. Hier ist das Romantik Hotel Post ein absoluter Klassiker.

Für alle, die absolute Ruhe, alte Kirchlein und Wiesen mit Kühen samt Glöckchen suchen, ist Tiers am Rosengarten ein etwas abgelegenes Paradies mit einem der besten Ausblicke auf das gesamte Massiv. Das luxuriöse Cyprianerhof mit seinem Wellnessbereich ist laut Bewertungen ein Ort, von dem du einfach nicht mehr weg willst.

Rosengarten in den Dolomiten: 10 Tipps zum Sehen und Erleben

Schauen wir uns endlich das Beste an, was diese Berggruppe zu bieten hat. Wir haben Informationen von lokalen Bergführern eingeholt, Foren durchgelesen und einen Reiseplan zusammengestellt, was wir hier alles sehen möchten. Der Rosengarten ist nicht nur ein Aussichtspunkt, sondern ein komplexes Netz aus Wegen, Hütten und Gipfeln, in dem man problemlos eine ganze Woche verbringen kann.

Wir haben einen Mix zusammengestellt: von Dingen, die du auch nach einem opulenten italienischen Mittagessen schaffst (wir wissen, wovon wir reden 😅), bis hin zu Touren, bei denen du eine ordentliche Kondition und starke Nerven brauchst.

1. Enrosadira bei Sonnenuntergang (der Hauptgrund für den Besuch)

Das ist genau die Sache, derentwegen alle hierherkommen. Der Sonnenuntergang, bei dem die grauen Kalkwände aus dem Nichts plötzlich in sattem Rosa und Orange aufleuchten. Es ist ein Phänomen, das nur einen Moment dauert, aber einen Eindruck fürs ganze Leben hinterlässt. Die Einheimischen erzählen gerne Märchen über König Laurin und seine Rosen, doch die wissenschaftliche Erklärung lautet: Der Dolomit enthält Calcium- und Magnesiumcarbonat, das genau so auf die flachen Sonnenstrahlen reagiert.

Die besten Plätze, um dieses Schauspiel zu beobachten, liegen an der Westseite des Massivs, idealerweise vom Dorf Tiers oder von den Wiesen rund um Welschnofen. Viele Fotografen stehen aber lieber für den morgendlichen Sonnenaufgang früh auf, denn dann färben sich die Felsen eher in sanfteren Pastelltönen, und außerdem hast du gute Chancen, den Wolken zu entgehen, die sich in den Dolomiten oft nachmittags über den Gipfeln zusammenziehen.

2. Die Vajolet-Türme und der Aufstieg zum Rifugio Vajolet

Die Vajolet-Türme sind eine absolute Ikone – nicht nur der Rosengartengruppe, sondern der gesamten Dolomiten. Diese drei schlanken, unglaublich steilen Steinfinger, die in den Himmel ragen, siehst du auf jeder zweiten Postkarte der Region. Der beste Weg, sie zu erreichen, ist eine klassische Wanderung, die ein durchschnittlich fitter Wanderer schafft. Die Route beginnt meist nach der Seilbahnauffahrt von Vigo di Fassa und führt weiter ins Innere der Berge.

Der Weg zur Hütte Rifugio Vajolet, die auf 2243 Höhenmetern liegt, dauert je nach Tempo etwa 3 bis 4 Stunden. Die Hütte selbst sitzt wie ein Adlerhorst direkt unter den riesigen Felswänden und ist ein toller Ort für eine Mittagspause. Schon von hier hast du einen schönen Blick auf die Türme, auch wenn das noch nicht der allerbekannteste Fotopunkt ist. Dafür musst du dich etwas mehr anstrengen, was uns zum nächsten Tipp bringt.

3. Rifugio Re Alberto direkt unter den Türmen

Wenn dir der Blick aus der Ferne nicht genügt und du diese gewaltigen Türme direkt über dir spüren willst, musst du vom Rifugio Vajolet noch höher hinaufsteigen. Der Weg führt ziemlich steil durch ein Geröllfeld und steinige Rinnen bis auf 2620 Höhenmeter, wo die Hütte Rifugio Re Alberto (deutsch Gartlhütte) liegt. Hier weht dir die echte raue Hochgebirgsatmosphäre entgegen.

Der Aufstieg zu dieser Hütte erfordert bereits festes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, auch wenn es noch kein Klettersteig (Ferrata) ist. Gerade von der Re-Alberto-Hütte, beziehungsweise vom nahen kleinen See, eröffnet sich der ikonischste Blick auf die Vajolet-Türme von unten nach oben. Es ist der Ort, an dem die besten Fotos des gesamten Massivs entstehen. Sei nur darauf vorbereitet, dass es im August auf dem Steig wirklich voll werden kann.

4. Entspannte Seilbahnfahrt Catinaccio ab Vigo di Fassa

Manchmal hast du einfach keine Lust, mit dem Rucksack auf dem Rücken hunderte Höhenmeter zu erklimmen, oder dir tun nach drei Tagen in den Bergen die Beine so weh, dass du kaum noch gehen kannst. Wir kennen diese Rest Days nur zu gut 😅. Genau für solche Tage ist die Seilbahn Catinaccio ideal, die direkt aus dem Städtchen Vigo di Fassa startet und dich in wenigen Minuten auf 2000 Höhenmeter ins Gebiet Ciampedie bringt.

Schon die Fahrt selbst ist ein Erlebnis, aber das Beste kommt oben. Es öffnet sich ein weites und sehr freundliches Hochplateau mit Spielplätzen, vielen Bänken und vor allem den Terrassen der Berghütten, wo du einen ausgezeichneten Kaffee und Strudel genießen und einfach in die Berge schauen kannst. Von hier aus lassen sich völlig anspruchslose Spaziergänge auf ebenem Gelände unternehmen, die ideal für Kinderwagen oder ältere Menschen sind.

5. Klassische Wanderung vom Karerpass zur Roda di Vael

Das ist laut allen Reiseführern eine der beliebtesten Halbtagestouren der gesamten Region. Die Route beginnt am Karerpass (oder am Lago di Carezza, über den wir einen eigenen Artikel haben), von wo aus du mit dem Sessellift Paolina hinauffährst. Von der Bergstation geht es dann auf eigenen Füßen auf einem wunderschönen Aussichtsweg weiter.

Der Weg traversiert unter den Felswänden und bietet die ganze Zeit fantastische Ausblicke ins Tal und auf den gegenüberliegenden Latemar. Es ist ein klassischer Balkonweg, der kaum ansteigt oder abfällt, also eine recht entspannte Wanderung. Ziel dieser Route ist eine große Wegkreuzung und die gleichnamige Hütte, über die wir gleich im nächsten Punkt sprechen.

6. Rifugio Roda di Vael und Panoramablicke

Die Hütte Rifugio Roda di Vael (Rotwandhütte) ist ein perfekter Ort zum Ausruhen, wenn du dich auf eine Wanderung ab der Seilbahn Paolina begeben hast. Sie liegt auf 2283 Metern und bietet eines der besten 360-Grad-Panoramen der gesamten Dolomiten. Von hier siehst du nicht nur das benachbarte Marmolada-Massiv, dem wir übrigens einen riesigen Guide widmen, sondern bei guter Sicht reicht der Blick bis zu den österreichischen Alpen.

Wir empfehlen dir, hier ein Mittagessen einzulegen, auf der sonnigen Terrasse zu sitzen und einfach diese Hochgebirgsatmosphäre aufzusaugen. Wenn du noch genug Energie hast, kannst du von hier auf anspruchsvolleren Wegen weiter ins Innere der Berge wandern oder eine Runde drehen und auf einem anderen Weg ins Tal absteigen.

7. Besteigung der Rosengartenspitze (nur für Erfahrene mit Bergführer!)

Die Rosengartenspitze (Cima Catinaccio) ist mit 2937 Metern der höchste Gipfel des zentralen Massivteils. Aber Achtung, das ist keine Wanderung mehr. Die Besteigung dieses Gipfels ist ein alpines Klettererlebnis, das Klettererfahrung, Sicherung und idealerweise das Engagieren eines lokalen Bergführers erfordert, sofern du nicht zu den routinierten Bergsteigern gehörst.

Der Aufstieg selbst führt durch steile Rinnen und ausgesetzte Passagen, in denen du keinen Fehler machen darfst. Der Weg nach oben belohnt die Mutigsten mit dem unglaublichen Gefühl, einen der mächtigsten Gipfel der Dolomiten erobert zu haben, und mit einem Ausblick, der wohl halb Norditalien umfasst. Wenn du die Ausrüstung oder Erfahrung dafür nicht hast, bewundere diesen Berg lieber aus der Sicherheit der Hütten im Tal. Es ist keine Schande, zuzugeben, dass etwas über unsere Kräfte geht. 😉

8. Santner-Klettersteig für fortgeschrittene Klettersteig-Fans

Die Dolomiten sind die Wiege der Klettersteige (Via Ferrata), und das Rosengarten-Massiv beherbergt gleich mehrere davon. Einer der bekanntesten und schönsten ist der Santnerpass-Klettersteig. Er führt dich durch eine atemberaubende Landschaft aus Schluchten, senkrechten Wänden und alten Schmugglerpfaden bis hinauf zum Santnerpass.

Die Bewertung B/C klingt harmlos, aber diese Umgebung lehrt dich Respekt: Vereisung, Steinschlag und die Tatsache, dass eine Rettung Stunden dauert. Helm, Klettersteigset und Schuhe mit ordentlicher Sohle sind Pflicht, keine Empfehlung. Und es ist definitiv keine Route, auf die du einen Freund mitnehmen solltest, der zum ersten Mal in seinem Leben einen Klettergurt trägt. Aber wenn du weißt, was du tust, ist es ein fantastisches Abenteuer.

9. Kultur und ladinische Küche im Fassatal

Beim Besuch des Rosengarten-Massivs und des Fassatals darfst du das Wichtigste nicht verpassen: die lokale Kultur. Diese Region ist nämlich die Heimat der Ladiner, einer ethnischen und sprachlichen Minderheit, die hier seit über zweitausend Jahren lebt. Ladinisch ist die dritte Amtssprache der Region (neben Italienisch und Deutsch) und eine ungemein interessante romanische Sprache mit Wurzeln im Lateinischen.

Und dann ist da noch das Essen. Die Ladiner sind zwar ein kleines Volk, aber ihre Küche macht dich ordentlich satt. Vergiss für einen Moment die leichte Pizza und probiere die traditionellen Canederli (riesige Knödel mit Käse oder Spinat, im Brühe serviert), Polenta mit Pilzen und geschmolzenem Käse oder Käse, der direkt auf den Bergweiden unter den Felsen hergestellt wird.

10. Auf den Spuren der Sage von König Laurin

Wenn dich die Geschichte vom Rosengarten des Königs Laurin fasziniert hat, kannst du dich auf spezielle Lehrpfade begeben, die dieser Sage gewidmet sind. Das ist besonders für Familien eine tolle Aktivität, denn die Wege sind oft von Infotafeln gesäumt (meist auf Italienisch, Deutsch und manchmal Englisch), die Bruchstücke des Märchens erzählen.

Es gibt auch etwa zweistündige Wanderungen mit einheimischen Erzählern oder Guides, die dir die Geschichte direkt mit Blick auf die leuchtenden Felsen erzählen. Du verstehst dann, warum die Einheimischen über diese Berge nicht nur als Ausflugsort sprechen, sondern fast wie über lebendige Wesen.

Erlebnisse & Tickets
von Reisenden bewertet · GetYourGuide
San Vigilio di Marebbe: Die längste Zipline Europas
★★★★★ 4.8 · 100 Bewertungen
ab 89 €
Das will ich erleben →
🔗 Affiliate-Links — kein Aufpreis für dich, sie helfen uns, Inhalte zu erstellen. · Alle Erlebnisse →
lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in Catinaccio / Rosengarten übernachten kann
6 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Unterkunftsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL 🏨 Hotel
Hotel Olympic
Eine zuverlässige Wahl im ladinischen Städtchen Vigo di Fassa, direkt an der Catinaccio-Seilbahn gelegen, die Sie direkt zu den Vajolet Towers bringt.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
⭐ Luxury
Ciampedie Luxury Resort
Luxusresort in Vigo di Fassa für alle, die sich etwas gönnen möchten. Erstklassige Gästebetreung im ladinischen Städtchen mit hervorragender Anbindung in die Berge.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏨 Hotel
Romantik Hotel Post
Ein absoluter Klassiker im deutschsprachigen Teil in der Nähe des Karersees. Ideal für diejenigen, die die deutschsprachige Region bevorzugen.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
⭐ Luxury
Cyprianerhof
Luxushotel mit Wellness in Tires al Catinaccio. Ein Ort von absoluter Ruhe, mit alten Kirchen und Wiesen, auf denen Kühe mit Glocken grasen. Einer der besten Ausblicke auf das gesamte Massiv. Laut Bewertungen ein Ort, den man einfach nicht verlassen möchte.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Berghütte
Rifugio Vajolet
Berghütte auf 2243 Metern Höhe direkt unterhalb der Vajolet Towers. Liegt wie ein Adlerhorst unter den riesigen Felswänden, ein großartiger Ort für ein Mittagessen und Ausgangspunkt für weitere Trekkingtouren. Ausgezeichneter Apfelstrudel mit Blick auf die majestätischen Türme.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏔️ Berghütte
Rifugio Re Alberto (Gartlhütte)
Hochgebirgshütte auf 2620 Metern über dem Meer, direkt unter den Vajolet Towers. Echte raue Bergatmosphäre, von hier aus eröffnet sich der ikonischste Blick auf die Türme von unten nach oben. Der Ort, an dem die besten Fotos des gesamten Massivs entstehen.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen

Rosengarten mit Kindern und Hunden

Wenn du in die Berge aufbrichst, fragst du dich oft, ob der jeweilige Ort auch für die kleinsten Familienmitglieder geeignet ist. Der Rosengarten denkt zum Glück auch an sie. Die Auffahrt mit der Seilbahn Paolina oder Catinaccio ist für Kinder ein absoluter Hit und absolut problemlos zu schaffen. Von den Bergstationen führt eine Reihe befestigter, flacher Wege, die auch dreijährige Kinder gehen können, und oft gibt es hier Bänke und Spielplätze.

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und auch in den Bussen wird für Hunde ein Maulkorb verlangt (den bekommst du praktisch überall, auch direkt an den Talstationen). Uns hat das ehrlich gesagt ziemlich genervt – sie wollten ihn sogar dann, wenn wir ganz allein in der Kabine saßen. Wenn mehrere Seilbahnen hintereinander auf uns warteten, ließen wir unsere Hunde Kája und Baby lieber im Camp ausruhen.

Andererseits würden wir lange Wanderungen zu den Vajolet-Türmen oder anspruchsvollere Aufstiege durch Geröll mit kleineren Kindern definitiv nicht empfehlen. Die Wege sind dort steinig, können rutschen, und ein ganztägiger Marsch würde sie eher frustrieren.

Und was, wenn du mit einem Vierbeiner reist? Hunde sind in den Bergen und im Naturpark Rosengarten erlaubt, doch es gilt eine strenge Regel: Sie müssen ständig an der Leine sein. Du bewegst dich nämlich in einem Schutzgebiet, in dem Murmeltiere und Gämsen leben und an vielen Stellen Kühe weiden. In die meisten Seilbahnen wirst du mit Hund gegen einen kleinen Aufpreis oder kostenlos gelassen, aber der Hund muss oft einen Maulkorb tragen – vergiss ihn also auf keinen Fall.

Wo essen

Wenn du dich schon zu einer der Berghütten (Rifugio) hochkämpfst, wäre es eine Sünde, nicht etwas von den lokalen Köstlichkeiten zu probieren. Lukáš und ich können uns eine Tour in den Dolomiten ohne eine ordentliche Belohnung am Ende nicht vorstellen. Die Restaurants hoch oben in den Bergen haben oft ein überraschend hohes gastronomisches Niveau.

Die Basis ist natürlich der Apfelstrudel, der hier seinen starken Tiroler Einfluss bewahrt: voller Äpfel, Nüsse und Rosinen und oft mit warmer Vanillesauce übergossen. Hervorragenden Strudel gibt es zum Beispiel auf der Hütte Rifugio Vajolet, wo du ihn direkt mit Blick auf die majestätischen Türme genießt.

Wenn du nach der Tour wirklich Hunger hast, kehre im Restaurant der Tirler Alm ein und probiere das Tirler, ein traditionelles, sättigendes Berggericht mit Kartoffeln und Ei (in der ursprünglichen Variante auch mit Fleisch). Wir gönnen uns Polenta mit Pilzen und geschmolzenem Bergkäse auf der Hütte Rifugio Roda di Vael. Und vergiss nicht, das Ganze mit einem starken Espresso herunterzuspülen, denn die Kaffeekultur reicht – besonders wenn du vom italienischen Vigo di Fassa aufbrichst – bis hinauf zu den Berggipfeln.

Praktische Infos und Budget für die Rosengarten-Region

Die Dolomiten sind wunderschön, aber die Preise können hier auch überraschen. Ein paar Zahlen vorab, damit dich der Sticker Shock nicht erst vor Ort trifft:

Die Preise in den Dolomiten steigen jedes Jahr, daher ist es gut, eine ungefähre Budgetvorstellung zu haben. Für ein Hin- und Rückfahrtticket mit der Seilbahn (zum Beispiel die Seilbahn Paolina) zahlst du rund 35 EUR pro Erwachsenen. Kinder von etwa 6 bis 16 Jahren bekommen meist Ermäßigungen, Kinder unter 6 Jahren fahren in der Regel kostenlos, sofern sie keinen eigenen Sitzplatz beanspruchen. Auf den Hütten kannst du für ein Hauptgericht mit einem Preis zwischen 15 und 22 EUR rechnen, ein Bier oder Aperol Spritz kostet dich 5 bis 8 EUR.

ACHTUNG beim Drohnenverbot! Das gesamte Massiv gehört zu einem geschützten Naturpark (Naturpark Schlern-Rosengarten). Das Fliegen mit Drohnen ist hier streng verboten, um Wildtiere und andere Wanderer nicht zu stören. Die örtlichen Parkranger sind absolut kompromisslos. Wenn sie dich erwischen, droht dir eine sofortige Strafe von bis zu 3 000 EUR – überlege dir also, ob dir diese eine Aufnahme aus der Höhe die Nerven und das Geld wert ist.

Wenn du Klettersteige planst, denke daran, dass es in den Dörfern im Tal (Vigo di Fassa, Welschnofen) hervorragende Sportverleihe gibt, wo du für ein paar Euro ein komplettes Klettersteigset samt Helm für den ganzen Tag ausleihen kannst – du musst es also nicht extra von zu Hause im Koffer mitschleppen.

Wohin weiter in den Dolomiten

Die Dolomiten sind riesig und ein Massiv reicht nicht – wir wissen das nur zu gut, denn jedes Mal fahren wir mit einer noch längeren Liste an Orten ab, die wir nicht geschafft haben.

Wir empfehlen dir, unsere große Basis in der Region Cortina d’Ampezzo zu erkunden, die Zugang zu einem völlig anderen Typ von Felsgipfeln bietet. Weiter lohnt sich die monumentale Marmolada mit ihrem Gletscher, der höchste Berg der Dolomiten, der vom Rosengarten-Massiv aus quasi gleich hinter dem Hügel liegt. Und zum Schluss darfst du einen Stopp am bereits erwähnten, unglaublich türkisfarbenen Lago di Carezza (Karersee) nicht verpassen, der nur wenige Fahrminuten von den Talstationen der Seilbahnen in dieser Region entfernt liegt.

Praktische Tipps und Tricks für unsere Reisen

Wenn ihr uns fragt, wie wir mit Lukáš unsere Reisen durch Europa und darüber hinaus planen und organisieren, hier ist eine Liste der Dienste und Apps, auf die wir seit Jahren schwören und die uns jede Menge Zeit und Nerven gespart haben.

Wo günstige Flüge finden

Günstige Flüge nach Italien (zum Beispiel nach Venedig, Treviso oder Bergamo) suchen wir fast ausschließlich auf Vergleichsportalen. Von Deutschland aus fliegen Lufthansa und Eurowings regelmäßig in den Norden Italiens, und mit etwas Flexibilität findest du oft echte Schnäppchen.

Wenn wir flexible Termine haben, schauen wir uns den Kalender an und wählen die günstigsten Flüge aus. Dann müssen wir nur noch ins Handgepäck packen, und das gesparte Geld können wir gleich für einen Aperol oder eine ausgezeichnete italienische Pizza ausgeben.

Mietwagen im Ausland

Wenn wir zu abgelegenen Seilbahnen in den Dolomiten gelangen müssen, ist ein Auto das A und O. Wir buchen unsere Mietwagen weltweit über etablierte Vergleichsportale und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Sie haben eine riesige Auswahl an Fahrzeugen, und du siehst immer klar, was im Preis enthalten ist und was nicht. Denk außerdem an die italienische Maut auf den Autobahnen, die du bei der Anreise von Deutschland aus an den Mautstellen bezahlst.

Die Basis ist immer, die Versicherungsbedingungen gut zu studieren und ein Auto mit Vollkasko zu nehmen. Bergstraßen können einem hin und wieder mit aufwirbelnden Steinchen zusetzen, also sind die paar Euro mehr für die Ruhe im Kopf definitiv ihr Geld wert.

Wo Unterkünfte buchen

Booking.com ist unsere liebste Suchmaschine für Hotels und Apartments. Uns gefällt die Möglichkeit der einfachen Stornierung und das Genius-Programm, dank dem wir oft an wirklich interessante Rabatte in luxuriöseren Hotels kommen.

Wir lesen auch gerne die Bewertungen früherer Gäste, vor allem wenn es um Bergpensionen oder Apartments geht. Dadurch haben wir schon mehrmals unglaubliche Orte mit den besten Gastgebern gefunden, die wir sonst wohl komplett verpasst hätten.

Vergiss Versicherung und Internet nicht

Auch wenn du nur ein Stückchen über die Grenze fährst, ist eine Versicherung das A und O. Bei uns hat sich die Versicherung SafetyWing (lies die Bewertung) hervorragend bewährt, die du auch dann noch abschließen kannst, wenn du bereits losgefahren bist. Für kürzere Ausflüge oder Skifahren im Winter in Italien wählen Reisende aus Deutschland oft die klassische ADAC-Auslandskrankenversicherung.

Wenn dir in Italien dein europäisches Datenvolumen nicht reicht oder du unterwegs arbeitest, wirf einen Blick auf unsere Bewertung der eSIM-Karten von Holafly, mit denen du unbegrenzte Daten direkt aufs Handy bekommst, ohne lokale Anbieter suchen zu müssen. Auch wenn der Offline-Modus oben in den Bergen manchmal das Beste ist, was du tun kannst.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum wird der Catinaccio auch Rosengarten genannt?

Der Name Rosengarten stammt aus der deutschen bzw. Tiroler Tradition und bezieht sich auf die alte Legende vom Zwergenkönig Laurin. Dieser Name wurde vor allem wegen der typischen rosa Färbung der Felsen (Enrosadira) gebräuchlich, in die sich das gesamte Massiv bei Sonnenuntergang verfärbt. Das Gebiet liegt an der Grenze zwischen deutsch- und italienischsprachigen Provinzen, daher werden beide Namen üblicherweise verwendet.

Wie lange dauert der Aufstieg zu den Vajolet Towers?

Das hängt von Ihrem Ausgangspunkt ab, aber die gängigste Route von der Bergstation der Catinaccio-Seilbahn (von Vigo di Fassa) dauert in flottem Tempo etwa 3 bis 4 Stunden zur Hütte Rifugio Vajolet. Wenn Sie weiter hinauf zur Hütte Re Alberto möchten, von wo aus Sie den ikonischen Blick auf die Türme von unten haben, müssen Sie mit einer weiteren anspruchsvollen Stunde Aufstieg rechnen.

Kann man den Catinaccio mit Kindern bewältigen?

Ja, einige Bereiche sind für Kinder absolut ideal. Am besten fährt man mit der Seilbahn Paolina oder Catinaccio zu den Hochplateaus, wo es relativ flache, gut ausgebaute Wege gibt, viele Bänke und sogar Spielplätze bei den Berghütten. Anspruchsvollere Trekkingtouren unter Felswände und Geröllfelder sind jedoch für kleine Kinder definitiv nicht geeignet.

Wo ist der beste Ort, um die Enrosadira zu beobachten?

Die rosa Färbung der Felsen bei Sonnenuntergang ist am besten von der westlichen und südwestlichen Seite des Massivs aus zu sehen. Hervorragende Aussichtspunkte sind die Wiesen und Dörfer im Tal rund um Nova Levante, vom Lago di Carezza aus oder direkt von den Fenstern der Unterkünfte in der Gegend von Tires al Catinaccio, wo die Felsen unglaublich über der grünen Landschaft leuchten.

Muss man Unterkünfte in Berghütten im Voraus reservieren?

Wenn Sie eine mehrtägige Durchquerung planen und hoch in den Bergen übernachten möchten (zum Beispiel im Rifugio Vajolet oder Roda di Vael) während der Sommersaison im Juli und August, ist eine Reservierung mehrere Wochen bis Monate im Voraus absolut notwendig. Die Kapazitäten der Hütten sind begrenzt und diese Plätze sind aus der ganzen Welt sehr gefragt.

Darf ich über den Vajolet Towers mit einer Drohne fliegen?

Nein, im gesamten Naturpark Schlern-Rosengarten gilt ein striktes und kompromissloses Flugverbot für Drohnen zum Schutz der Wildtiere. Die örtlichen Ranger kontrollieren die Einhaltung dieser Regel streng und bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen von bis zu 3000 EUR.

Welche Ausrüstung brauche ich für normale Routen im Catinaccio-Gebiet?

Für grundlegende Touren zu den Haupthütten reichen gute Wanderschuhe mit fester Sohle, Sportkleidung, eine Windjacke (das Wetter in den Bergen ändert sich extrem schnell), Sonnencreme und ausreichend Wasser. Wenn Sie jedoch gesicherte Wege wie die Ferrata Santner planen, benötigen Sie zusätzlich ein zertifiziertes Klettersteigset, einen Klettergurt und einen Kletterhelm.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Sass Pordoi, Dolomiten Italien: 10 Tipps – was sehen & erleben

TL;DRDer Sass Pordoi ist eine Felsplattform in der Sella-Gruppe in den Dolomiten (2950 m), auch als Dolomiten-Terrasse bekannt. Von der Passo Pordoi erreichst du ihn in knapp 3 Minuten mit der Seilbahn (Einzelfahrt rund 28 Euro, hin und zurück 39 Euro). Zu den 10 wichtigsten Tipps zählen die Panoramaterrasse mit Blick auf die Marmolada und die Tre Cime di Lavaredo, der Aufstieg auf den knapp dreitausend Meter hohen Piz Boè (3152 m, etwa anderthalb Stunden zu Fuß), die Sellaronda-Runde (rund 50 km) für Autos und Räder sowie die anspruchsvollste Klettersteig-Route, die Cesare Piazzetta. Die beste Reisezeit ist Ende Juni bis Mitte September, allerdings solltest du die Woche um Ferragosto meiden. In der Region gilt ein striktes Drohnenverbot mit Bußgeldern bis zu 3000 Euro.

Wenn du eine Reise in die Dolomiten Italien planst, wirst du früher oder später auf Fotos des Sass Pordoi stoßen – einem majestätischen, flachen Felsplateau, das aussieht wie aus einem Science-Fiction-Film über die Mondlandschaft ausgeschnitten. Die italienischen Dolomiten sind voll unglaublicher Naturwunder, aber der Sass Pordoi nimmt unter ihnen eine absolut herausragende Stellung ein. Es ist eines jener Orte, die du einfach kennen und in deinen Reiseplan aufnehmen musst, wenn du echte Hochgebirgsatmosphäre erleben willst – ohne professioneller Bergsteiger sein zu müssen.

Sass Pordoi ist eines jener Dolomiten-Ziele, das man einfach nicht überspringen darf. Es ist eine Destination, die den Begriff „Seilbahn-Dolomiten“ geradezu definiert – und wir selbst sind mit der Seilbahn ganz nach oben auf die Terrasse gefahren, noch zu der Zeit, als unser Hund Kája unser einziger Reisebegleiter war. Wir haben alle aktuellen Informationen für euch zusammengestellt, damit ihr das Ausflugsziel maximal genießen könnt.

Und jetzt zum Wesentlichen: Ich habe 10 Tipps für euch vorbereitet, was es hier zu sehen und zu erleben gibt. Vom Aufstieg zum Dreitausender Piz Boè über legendäre Aussichtspunkte bis hin zu dem Grund, warum ihr die Drohne besser zuhause lassen solltet. 😉 Außerdem gebe ich euch Empfehlungen zu Unterkunft und Seilbahn.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Wo liegt es: Sass Pordoi (2.950 m ü. M.) ist ein Felsplateau in der Sellagruppe, an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Trentino und Belluno.
  • Wie kommt man hin: Am einfachsten vom Gebirgspass Passo Pordoi (2.239 m ü. M.) aus, von wo eine Seilbahn direkt zum Gipfel fährt. Die Fahrt dauert etwa 3 Minuten.
  • Für wen ist es geeignet: Für absolut jeden. Die Gondel bringt euch nach oben, und auf der Aussichtsplattform könnt ihr gemütlich einen Kaffee trinken und die Aussicht genießen – ohne einen einzigen Schweißtropfen.
  • Hauptziel: Aufstieg zum nahegelegenen Gipfel Piz Boè (3.152 m ü. M.) – einer der zugänglichsten Dreitausender der gesamten Alpen.
  • Achtung mit Drohnen: In der Region gilt ein absolutes Flugverbot für Drohnen, und die Bußgelder können bis zu 3.000 Euro betragen.

Was ist Sass Pordoi – und was ist die Terrasse der Dolomiten?

Lass uns zunächst etwas genauer erklären, über welchen Ort wir hier eigentlich reden – denn Sass Pordoi ist kein gewöhnlicher Berggipfel, auf den man sich den ganzen Tag durch dichten Wald hochkämpft. Stell dir einen riesigen Felsblock vor, der aus den umliegenden grünen Tälern hervorragt wie eine mittelalterliche Riesenburgruine.

Sass Pordoi bildet den südlichsten Ausläufer des Sellamassivs – ein faszinierendes geologisches Gebilde. Anders als die spitzen, scharfen Türme, die wir etwa aus dem Bereich der Tre Cime kennen, hat die Sellagruppe die Form eines riesigen Tafelbergs. Oben erwartet euch eine scheinbar endlose Mondlandschaft aus hellem Gestein und Geröll, wo keine Bäume wachsen und man sich vollständig von der Zivilisation unten im Tal abgeschnitten fühlt.

Dem Gipfelplateau des Sass Pordoi wird der Beiname „Terrasse der Dolomiten“ gegeben – und sobald man dort oben ist, versteht man sofort warum. Auf 2.950 Metern über dem Meeresspiegel hat man das Gefühl, auf dem Dach der Welt zu stehen. Das Gelände ist oben relativ flach, sodass man gefahrlos am Rand dieser gigantischen Terrasse entlangspazieren und die umliegenden Gipfel bis zum Horizont beobachten kann. Es ist ein äußerst beliebtes Ziel für eingefleischte Bergfans ebenso wie für Familien mit Kindern, denn die große Seilbahn überwindet die Höhenunterschiede in wenigen Minuten.

Beste Reisezeit und Anreise zum Sass Pordoi

Wer eine Reise nach Italien plant und überlegt, wann der beste Zeitpunkt für einen Besuch dieser Bergikone ist, muss bedenken, dass auf fast 3.000 Metern Höhe das ganze Jahr über ein recht raues Klima herrscht. Hier findet ihr eine vollständige Übersicht der Jahreszeiten und Anreisemöglichkeiten, damit ihr vor Ort nicht ratlos vor einer geschlossenen Seilbahn steht.

Ideale Jahreszeit für einen Besuch

Für klassische Wandertouren und das Genießen der Aussicht ist der Zeitraum von Ende Juni bis Mitte September ideal. In dieser Zeit liegt auf dem Plateau am wenigsten Schnee und alle Berghütten haben geöffnet. Allerdings solltet ihr den August – besonders die Woche rund um Ferragosto (2026 fällt das auf den 11. bis 18. August) – meiden. Ganz Italien hat dann Urlaub, die Dolomiten platzen aus allen Nähten, und ihr riskiert endlose Schlangen an der Seilbahn und ein Gedränge an den Aussichtspunkten.

Der Herbst, vor allem Ende September und Oktober, ist fantastisch für Fotografen, weil die Luft klarer und der Himmel stabiler ist – allerdings muss man mit kühlem Wind und erstem Schnee rechnen. Im Winter gehört das Gebiet dann natürlich den Skifahrern, denn die gesamte Region ist Teil des riesigen Skiverbunds Dolomiti Superski und des berühmten Sellaronda-Rundkurses.

Mit der Seilbahn in den Himmel

Der einfachste und mit Abstand beliebteste Weg nach oben ist die Sass Pordoi Seilbahn. Ihre Talstation liegt direkt am Gebirgspass Passo Pordoi (auf 2.239 m Höhe). Wenn ihr in euer Navi „funivia Sass Pordoi stazione a valle“ eingebt, werdet ihr direkt zum großen Parkplatz an der Talstation geführt.

Die Fahrt in der Hängeseilbahn ist ein gewaltiges Erlebnis: Man steigt steil entlang einer senkrechten Felswand ohne jegliche Zwischenstützen empor. Die Fahrt dauert knapp drei Minuten, in denen ihr über 700 Höhenmeter überbrückt. Was die Tickets betrifft, variiert der Preis der Sass Pordoi Seilbahn jährlich leicht – aktuell solltet ihr mit rund 28 € für eine einfache Fahrt und etwa 39 € für eine Hin- und Rückfahrt rechnen. Tickets können vor Ort gekauft werden, in der Hochsaison empfehle ich jedoch den Online-Kauf, um lange Kassenwartezeiten zu vermeiden.

Mit dem Auto zum Passo Pordoi

Zur Talstation der Seilbahn muss man zunächst entweder mit dem Auto oder mit lokalen Bussen anreisen. Der Passo Pordoi verbindet das Städtchen Canazei im Val di Fassa mit dem Ort Arabba. Von Canazei aus dauert die Fahrt auf der herrlich kurvenreichen Serpentinenstraße etwa 20 Minuten – der Kopf dreht sich vielleicht ein wenig, aber die Ausblicke unterwegs sind es absolut wert.

Direkt am Pass gibt es mehrere Parkplätze. Das Parken ist kostenpflichtig (ein Tagesstellplatz kostet etwa 8 €), und besonders im Juli und August solltet ihr wirklich früh morgens ankommen – idealerweise vor neun Uhr –, sonst riskiert ihr, keinen Parkplatz zu finden und kilometerweit am Straßenrand zu parken.

Wer die Dolomiten: vollständiger Reiseführer erkunden möchte, findet am Passo Pordoi einen ausgezeichneten Ausgangspunkt. Und wer nicht mit dem eigenen Auto nach Italien fährt: Wir haben seit Jahren gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen.

Wo übernachten beim Besuch des Sass Pordoi

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist in den Dolomiten absolut entscheidend – obwohl die Entfernungen auf der Karte gering aussehen, kann das Fahren über Gebirgspässe viel Zeit kosten. Damit ihr möglichst nah am Sass Pordoi seid und gleich nach dem Frühstück als Erste an der Seilbahn stehen könnt, empfehle ich eine Unterkunft in einem der drei strategischen Gebiete rund ums Sellamassiv.

Canazei und Val di Fassa

Dieses Tal ist wohl die praktischste und lebendigste Wahl. Canazei ist ein wunderschönes, typisch alpines Städtchen mit vielen ausgezeichneten Restaurants, Outdoor-Ausrüstungsläden und angenehmen Cafés. Von Canazei aus seid ihr in etwa 20 Minuten mit dem Auto am Passo Pordoi. Das Tal ist außerdem gut an andere Touristenziele angebunden und bietet ein breites Übernachtungsangebot – von Luxus-Wellnesshotels bis hin zu preiswerten Apartments.

Unser Tipp für einen wirklich komfortablen Aufenthalt mit hervorragender Küche und schönem Design ist das Hotel Locanda degli Artisti. Wer lieber einen soliden Mittelklassestandard zum vernünftigen Preis bevorzugt, sollte sich das Albergo Alla Rosa direkt im Ortszentrum ansehen. Eine Woche für zwei Personen in Canazei in der Hauptsaison kostet je nach Halbpensions- und Wellnessoptionen ungefähr 1.000 bis 1.600 €.

Arabba

Während Canazei sehr lebendig ist, ist Arabba auf der anderen Seite des Passes deutlich ruhiger und etwas kleiner. Im Winter ist es ein absolutes Paradies für Skifahrer, denn von hier aus führt der kürzeste Weg zum Marmolada-Gletscher – im Sommer hingegen herrscht eine unglaubliche Ruhe und Beschaulichkeit. Die Fahrt von Arabba zum Passo Pordoi dauert mit dem Auto etwa 15 herrlich kurvenreiche Minuten.

Die Unterkunft ist hier etwas günstiger als im Val di Fassa. Ein wunderbares Alpinerlebnis bietet zum Beispiel das familiengeführte Hotel Evaldo, wo man sich nach der Wanderung in den Whirlpool legen und den Sonnenuntergang über den umliegenden Gipfeln beobachten kann.

Selva di Val Gardena (Wolkenstein)

Eine dritte, hervorragende Möglichkeit ist eine Unterkunft am nördlichen Rand des Sellamassivs, im bekannten Grödnertal. Selva – auf Deutsch Wolkenstein, denn hier hört man eher Deutsch als Italienisch – ist ein exklusiverer Resort, was sich leider sofort in den Preisen bemerkbar macht. Lukáš würde sagen, alles sei hier „ein Drittel teurer aus Prinzip“ – und er läge damit nicht ganz falsch. 😅 Zum Passo Pordoi fährt man von hier etwa 30 bis 40 Minuten über den Sellajoch (Passo Sella), was für sich genommen schon eine atemberaubend schöne Fahrt ist.

Für Liebhaber absoluten Komforts empfehlen wir das wunderbare Boutique Hotel Nives, das mit Spitzengastronomie begeistert.

10 Tipps: Was sehen und erleben auf Sass Pordoi und Umgebung

Sass Pordoi und seine Umgebung ist definitiv kein Ort für einen bloßen halbstündigen Stopp. Dieser Teil der Dolomiten bietet Aktivitäten für mehrere Tage – sowohl für Liebhaber einfacher Spaziergänge als auch für begeisterte Kletterer. Hier sind meine Top 10 – von Dingen, die man problemlos in Sandalen erledigen kann, bis hin zu Adrenalin, nach dem die Arme noch drei Tage wehtun. 😁

1. Panoramaterrasse: 360 Grad Perfektion

Kaum verlässt man die obere Seilbahnstation, befindet man sich schon auf der Terrasse der Dolomiten. Keinen einzigen Schritt muss man extra gehen, um einen Ausblick zu haben, den man wahrscheinlich sein Leben lang nicht vergisst. Rund um den gesamten Felsrand führen gut gesicherte Steinwege und Aussichtsplattformen.

Von hier aus sieht man bei klarem Wetter nahezu alle bedeutenden Dolomitengruppen. Direkt gegenüber erhebt sich die verschneite Königin der Dolomiten, die Marmolada, bei guter Sicht reicht der Blick bis zu den ikonischen Tre Cime di Lavaredo, und auch die monumentalen Wände von Pelmo, Civetta oder die Catinaccio-Gruppe (Rosengarten) sind klar erkennbar.

Hier einfach eine Stunde lang zu beobachten und zu fotografieren ist die absolute Grundvoraussetzung für jeden Besuch. Vergess auf keinen Fall eine Windjacke einzupacken, denn auf diesem exponierten Plateau pfeift ein eisiger Wind, auch wenn es unten im Tal hochsommerlich heiß ist.

2. Rifugio Maria und Rifugio Sass Pordoi: Mittagessen in den Wolken

Hochgebirgswanderungen machen hungrig und müde. Direkt neben der Seilbahnstation befindet sich das Rifugio Maria Sass Pordoi – ein modernes Gebäude mit großen Glasfronten. Man kann dort drinnen in der Wärme sitzen, eine heiße Suppe löffeln und dabei das Gefühl haben, über dem Val di Fassa zu schweben. Mittags ist das Restaurant meist ziemlich voll – besser früh kommen oder erst später am Nachmittag vor der Talfahrt einkehren.

Wer lieber traditionelle Bergatmosphäre möchte, muss nur ein paar Dutzend Meter über das Steinplateau zur historischen Hütte Rifugio Sass Pordoi gehen. Es ist eine kleinere Steinhütte, die genau so aussieht, wie man sich ein Bergsteiger-Refugium vor hundert Jahren vorstellt.

Ich empfehle persönlich, die Polenta mit Steinpilzen und geschmolzenem Bergkäse zu probieren und danach einen ordentlichen Apfelstrudel zu genießen. Die Preise sind in dieser Höhenlage naturgemäß etwas höher als unten in den Ortschaften, aber das Erlebnis, mit einem Glas Wein oder einem Bombardino den Blick über die gesamten Dolomiten zu genießen, ist den Aufpreis allemal wert.

3. Aufstieg zum Dreitausender Piz Boè: durch Mondlandschaft zum Gipfel

Das ist für die meisten Besucher der Hauptgrund, die Sass Pordoi Seilbahn überhaupt zu nutzen. Unweit der Bergstation liegt nämlich der Piz Boè mit 3.152 Metern. Er gilt als einer der zugänglichsten Dreitausender der Alpen, weil man dank der Seilbahn einen großen Teil des Höhenunterschieds bereits hinter sich hat.

Der Weg von der Bergstation zum Gipfel dauert reine Gehzeit bergauf etwa eineinhalb Stunden. Man läuft durch leicht gewelltes Gelände voller heller Geröllfelder, das wirklich an die Oberfläche eines fremden Planeten erinnert. Der letzte Anstieg auf die Gipfelpyramide des Piz Boè ist recht steil, und in manchen Stellen muss man sich an installierten Stahlseilen mit den Händen helfen – aber mit etwas Kondition und festen Wanderschuhen schafft das jeder durchschnittliche Wanderer.

Oben erwartet euch die kleine, aber ungemein bezaubernde Hütte Capanna Piz Fassa und ein absolut atemberaubender Blick über ganz Norditalien. Wählt für diesen Ausflug unbedingt einen Tag mit stabilem Wetter, denn ein Gewitter auf diesem offenen Steinplateau ist extrem gefährlich.

4. Sellaronda im Sommer: der klassische Roadtrip für Motorradfahrer und Autofahrer

Wenn man wieder auf Talfahrt ist, wartet die nächste legendäre Attraktion. Rund um das gesamte Sellamassiv – das man gerade von der Aussichtsplattform bewundert hat – verläuft ein Straßenrundkurs namens Sellaronda. Er verbindet vier großartige Gebirgspässe: Passo Pordoi, Passo Campolongo, Passo Gardena und Passo Sella.

Diese rund 50 Kilometer lange Route ist der Traum jedes Fahrbegeisterten und Motorradfahrers. Die Straße schlängelt sich in endlosen Serpentinen, man fährt durch malerische Dörfer, und hinter jeder Kurve taucht ein neues, faszinierendes Felsgebilde auf. Auf jedem Pass kann man anhalten, in einem Café einen schnellen italienischen Espresso trinken und dann weiterfahren.

Man nimmt sich dafür locker den ganzen Nachmittag – besonders wenn man oft wegen Fotohalts anhält. Der Verkehr ist in den Sommermonaten allerdings sehr dicht, und gelegentlich kann man hinter einem langsamen Wohnmobil feststecken. Also genug Zeit einplanen und Geduld mitbringen.

5. Sellaronda Hero: Paradies für Mountainbiker

Wer ein Fan des Radsports ist, kennt den Begriff Sellaronda Hero sicher bereits. Es ist eines der härtesten und renommiertesten Mountainbike-Rennen der Welt, das genau rund um das Sellamassiv ausgetragen wird und auch unseren bekannten Passo Pordoi überquert.

Profisportler muss man dafür aber nicht sein, um die Strecke auszuprobieren. Das gesamte Gebiet bietet ein riesiges Angebot an fantastischen Singletrails und ausgeschilderten Radrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade – darunter Dolomiten-Wanderwege, die sich wunderbar kombinieren lassen. In vielen Tälern findet man hervorragend ausgestattete Verleihstationen für vollgefederte E-Mountainbikes, mit denen man diese steilen Alpenberge genießen kann, auch ohne Profikondition.

Die Grundlage der Berghütten wie Rifugio Maria am Sass Pordoi ist die traditionelle Maispolenta. Aber vergesst den faden Brei aus der Schulkantine: Hier wird Polenta mit einer enormen Menge Käse und Butter gerührt und mit wilden Steinpilzen aus den Wäldern unten sowie geschmolzenen Bergkäsesorten serviert – manchmal auch mit einem Gulasch oder Ragout aus Wild.

Erlebnisse & Tickets
von Reisenden bewertet · GetYourGuide
San Vigilio di Marebbe: Die längste Zipline Europas
★★★★★ 4.8 · 99 Bewertungen
ab 89 €
Das will ich erleben →
🔗 Affiliate-Links — kein Aufpreis für dich, sie helfen uns, Inhalte zu erstellen. · Alle Erlebnisse →

FAQ: Häufige Fragen zum Sass Pordoi

Angesichts der enormen Beliebtheit dieses Berges und des gesamten Sellamassivs wiederholen sich immer wieder dieselben praktischen Fragen. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt, damit ihr alle Antworten schnell an einem Ort findet.

1. Wo liegt der Piz Boe?

Der Gipfel des Piz Boè (auch Piz Boé genannt) befindet sich in den italienischen Dolomiten im Sella-Massiv. Er liegt auf 3152 Metern Höhe. Der einfachste Zugang erfolgt von der Terrazza delle Dolomiti, der Bergstation der Seilbahn Sass Pordoi. Von dort dauert der Aufstieg über steiniges Gelände etwa eineinhalb Stunden zu Fuß. Gerade deshalb strömen in der Saison Touristenmassen hinauf, weshalb ich empfehle, früh am Morgen zu starten. Belohnt werdet ihr mit dem großartigen Gefühl, einen Dreitausender bezwungen zu haben, und mit perfekten Fotos.

2. Wie lange dauert die Fahrt mit der Seilbahn zum Sass Pordoi?

Die Fahrt mit der riesigen Gondel von der Talstation am Passo Pordoi (2239 m) zur Bergstation Sass Pordoi (2950 m) ist extrem schnell und dauert nur 3 Minuten, obwohl dabei über 700 Höhenmeter überwunden werden. Während dieser kurzen Zeit bietet sich euch ein atemberaubender Blick auf die steilen Kalksteinwände. Haltet also eure Kamera gleich nach dem Einstieg in die Gondel bereit.

3. Was kostet ein Ticket für die Seilbahn?

Die Preise werden jede Saison leicht angepasst, aber aktuell (für die Sommersaison) müsst ihr mit etwa 28 Euro für eine einfache Fahrt und 39 Euro für ein Rückfahrticket rechnen. Die Seilbahn ist auch Teil der großen kombinierten Wander- und Skipässe Dolomiti Superski. Kinder und Senioren erhalten natürlich Ermäßigungen. Ich empfehle, die Tickets vorab online zu kaufen – so spart ihr euch eine Menge Zeit und Nerven beim Anstehen an den Kassen.

4. Kann ich den Passo Pordoi auch im Winter erreichen?

Ja, in den Wintermonaten ist der Passo Pordoi eine der Hauptadern für die riesige Skirunde Sellaronda. Ihr könnt sowohl über präparierte Pisten als auch mit dem Auto von Canazei oder Arabba hierher gelangen. Die Straßen am Pass werden ständig gewartet, aber Winterausrüstung (Winterreifen und oft auch Schneeketten im Kofferraum) ist absolut notwendig. Wenn ihr euch beim Fahren im Schnee unsicher fühlt, könnt ihr auch die örtlichen Skibusse nutzen. Diese fahren in der Saison absolut zuverlässig und bringen euch sicher zu den Seilbahnen.

5. Gibt es auf dem Sass Pordoi und Piz Boè Restaurants?

Ja, direkt am Ausstieg der Seilbahn auf der Terrazza delle Dolomiti findet ihr das große verglaste Restaurant Rifugio Maria und nur ein kleines Stück davon entfernt die traditionelle Steinhütte Rifugio Sass Pordoi. Auf dem eigentlichen Gipfel des Piz Boè (nach der Besteigung des Dreitausenders) gibt es eine weitere kleine gemütliche Hütte, die Capanna Piz Fassa, wo ihr einfache Erfrischungen kaufen könnt. Wenn ihr Süßes mögt, gönnt euch unbedingt eine heiße Schokolade oder hausgemachten Strudel auf der Hütte. Die Preise sind zwar etwas höher, aber für das Gefühl von Wärme und die fantastische Aussicht lohnt es sich.

6. Darf ich eine Drohne für Videoaufnahmen mitnehmen?

Tut das auf keinen Fall! Das gesamte Gebiet ist eine strenge Flugverbotszone für Drohnen zum Schutz der Natur und wegen des Verkehrs von Rettungshubschraubern. Die italienische Polizei kontrolliert dies aktiv, und wenn ihr erwischt werdet, verhängt sie saftige Bußgelder, die oft über 3000 Euro liegen, und eure Drohne wird konfisziert. Verlasst euch lieber auf eine klassische Kamera oder ein gutes Smartphone. Auch damit bringt ihr fantastische Aufnahmen mit nach Hause – ohne das Risiko eines ruinierten Urlaubs und einer leeren Geldbörse.

7. Ist der Sass Pordoi auch für kleine Kinder sicher?

Ja, zur Aussichtsterrasse an der Seilbahnstation (2950 m) könnt ihr problemlos auch kleine Kinder mitnehmen, da ihr die Höhenmeter mühelos mit der Seilbahn überwindet und das Gelände oben weitläufig ist. Höhenkrankheit tritt bei so kurzen Besuchen normalerweise nicht auf, bei den Kleinsten solltet ihr jedoch vorsichtig sein. Aber Achtung an den Rändern – die Felsen sind steil und ohne Absperrung, also lasst kleine Kinder wirklich nicht aus den Augen. Und versucht es nicht mit einem Kinderwagen, das lose Gestein verschluckt ihn förmlich. Eine Babytrage ist ein Muss.

Ein großer Vorteil: In der Sommersaison kann man spezielle Fahrradtickets für die Seilbahnen nutzen, die einen samt Rad auf die Grate bringen – und dann kann man lange, technische Abfahrten ins Tal genießen. Ein absolutes Radparadies, wenngleich es auf engen Pfaden manchmal wirklich starke Nerven erfordert.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man am Sass Pordoi übernachten kann
5 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

9. Marmolada fotografieren vom Passo Pordoi: Fotografen-Pflichtprogramm

Man muss nicht einmal ganz bis zum Rifugio Maria Sass Pordoi hinauffahren, um die schönsten Aufnahmen seines Urlaubs zu schießen. Schon der Pass selbst ist ein fantastischer Ort für Landschaftsfotografie.

Von einigen Kurven unterhalb des Parkplatzes auf der Seite Richtung Arabba öffnet sich nämlich der ikonischste Blick auf den höchsten Berg der Dolomiten, die Gletscherwelt der Marmolada. Es gibt dort einen bestimmten Punkt mit einem kleinen Holzkreuz und einem Denkmal für die Radsportlegende Fausto Coppi, von dem die Bildkomposition absolut magisch wirkt – besonders kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht warm wird und die umliegenden Felsen sich rosa färben (dieses Phänomen nennen die Einheimischen Enrosadira).

Hier begreift man, warum die Dolomiten zum UNESCO-Welterbe zählen und warum sie ein Paradies für Fotografen aus aller Welt sind. Wer im Herbst kommt, kann morgens mit etwas Glück eine Inversion erleben und über einem Wolkenmeer stehen, aus dem nur die höchsten Schneegipfel herausragen.

10. Passo Sella als alternativer Durchfahrtspass

Der letzte Tipp betrifft Logistik und Routenplanung für alle, die mit dem Auto durch die Dolomiten reisen und möglichst viel sehen wollen. Wer vom Sass Pordoi zurückfährt und im Raum Cortina untergebracht ist, sollte nicht den schnellsten Weg nehmen, sondern einen kleinen Umweg über den Passo Sella (Sellajoch) einplanen.

Dieser Pass verbindet das Val di Fassa mit dem Grödnertal und bietet meiner Meinung nach die dramatischste Kulisse der gesamten Straßen-Sellaronda. Die Straße windet sich direkt unterhalb der senkrechten, dreihundert Meter hohen Wände der Sassolungo-Türme entlang. Es ist ein Ort, an dem man sich unglaublich klein fühlt – und es lohnt sich unbedingt, kurz auf dem Parkplatz anzuhalten und diese Atmosphäre aufzusaugen.

Der Passo Sella ist oft von Bussen und Motorradfahrern überfüllt, aber glaubt mir: Der Anblick der riesigen, senkrechten Felswände, die sich im Mittagslicht spiegeln, während man auf einer Bank sitzt, einen Kaffee aus dem Fensterchen trinkt und Bergsteiger hoch oben in den Wänden beobachtet – das ist ein Erlebnis, das man mit Geld nicht kaufen kann.

Sass Pordoi mit Kindern: entspannt und stressfrei

Viele Eltern zögern, kleine Kinder auf fast 3.000 Meter Höhe mitzunehmen – aber Sass Pordoi ist in dieser Hinsicht eine absolute Ausnahme und einer der familienfreundlichsten Orte in den gesamten Alpen. Der Grund dafür ist natürlich die bequeme und schnelle Großkabinen-Seilbahn.

Da man nichts laufen muss, kommt man völlig mühelos nach oben. Die Terrasse der Dolomiten ist oben relativ sicher und flach – natürlich unter der Voraussetzung, dass man Kinder nicht unbeaufsichtigt an den steilen Felskanten herumrennen lässt. Zwei Dinge sollte man aber wirklich nicht vergessen: Bei sehr kleinen Kindern kann die Höhe Müdigkeit und Kopfschmerzen verursachen, daher den Aufenthalt oben nicht unnötig in die Länge ziehen. Und dann das Gelände: Überall liegt loses Gestein, sodass ein normaler Kinderwagen auf dem Plateau schlicht nicht weiterkommt – eine Kraxe oder Tragehilfe ist Pflicht. Ansonsten gibt es ein großes Glasrestaurant, Toiletten und genug Platz, um sich mit der Familie gemütlich aufzuhalten.

Sind Hunde auf dem Sass Pordoi erlaubt?

Ihr reist mit eurem Vierbeiner durch Italien? Dann habe ich gute Nachrichten. Rund ums Sellamassiv wird niemand mit Hund weggeschickt – der Ausflug lässt sich prima gemeinsam erleben.

In der Seilbahn sind Hunde erlaubt, müssen jedoch an der Leine geführt werden. Betreiber verlangen oft auch einen Maulkorb, besonders wenn die Gondel – was im Sommer fast immer der Fall ist – voll besetzt ist. Für den Hund wird oben ein kleiner Aufpreis von einigen Euro fällig. Auf dem Plateau kann man mit ihm in Ruhe spazieren gehen, aber auch hier gilt: Der scharfe Kalkstein und das Geröll können für Hundepfoten unangenehm sein, wenn das Tier nicht an Bergtouren gewöhnt ist. In der sommerlichen Hitze gibt es oben keinerlei Schatten und keine natürlichen Wasserquellen, daher muss man ausreichend Wasser nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Hund mitbringen.

Wo essen in den Dolomiten

Ehrlich gesagt hatte ich auf der Berghütte zunächst einen Teller Pasta erwartet – dann kam Polenta, und es war eine der größten kulinarischen Überraschungen des gesamten Ausflugs. Die Küche hier ist stark vom nahen österreichischen Tirol beeinflusst und darauf ausgerichtet, einen möglichst schnell aufzuwärmen und nach einem langen kalten Skitag oder einer Sommerwanderung mit Energie zu versorgen.

Die Grundlage der Berghütten wie Rifugio Maria am Sass Pordoi ist die traditionelle Maispolenta. Aber vergesst den faden Brei aus der Schulkantine: Hier wird Polenta mit einer enormen Menge Käse und Butter gerührt und mit wilden Steinpilzen aus den Wäldern unten sowie geschmolzenen Bergkäsesorten serviert – manchmal auch mit einem Gulasch oder Ragout aus Wild.

Erlebnisse & Tickets
von Reisenden bewertet · GetYourGuide
San Vigilio di Marebbe: Die längste Zipline Europas
★★★★★ 4.8 · 99 Bewertungen
ab 89 €
Das will ich erleben →
🔗 Affiliate-Links — kein Aufpreis für dich, sie helfen uns, Inhalte zu erstellen. · Alle Erlebnisse →

FAQ: Häufige Fragen zum Sass Pordoi

Angesichts der enormen Beliebtheit dieses Berges und des gesamten Sellamassivs wiederholen sich immer wieder dieselben praktischen Fragen. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt, damit ihr alle Antworten schnell an einem Ort findet.

1. Wo liegt der Piz Boe?

Der Gipfel des Piz Boè (auch Piz Boé genannt) befindet sich in den italienischen Dolomiten im Sella-Massiv. Er liegt auf 3152 Metern Höhe. Der einfachste Zugang erfolgt von der Terrazza delle Dolomiti, der Bergstation der Seilbahn Sass Pordoi. Von dort dauert der Aufstieg über steiniges Gelände etwa eineinhalb Stunden zu Fuß. Gerade deshalb strömen in der Saison Touristenmassen hinauf, weshalb ich empfehle, früh am Morgen zu starten. Belohnt werdet ihr mit dem großartigen Gefühl, einen Dreitausender bezwungen zu haben, und mit perfekten Fotos.

2. Wie lange dauert die Fahrt mit der Seilbahn zum Sass Pordoi?

Die Fahrt mit der riesigen Gondel von der Talstation am Passo Pordoi (2239 m) zur Bergstation Sass Pordoi (2950 m) ist extrem schnell und dauert nur 3 Minuten, obwohl dabei über 700 Höhenmeter überwunden werden. Während dieser kurzen Zeit bietet sich euch ein atemberaubender Blick auf die steilen Kalksteinwände. Haltet also eure Kamera gleich nach dem Einstieg in die Gondel bereit.

3. Was kostet ein Ticket für die Seilbahn?

Die Preise werden jede Saison leicht angepasst, aber aktuell (für die Sommersaison) müsst ihr mit etwa 28 Euro für eine einfache Fahrt und 39 Euro für ein Rückfahrticket rechnen. Die Seilbahn ist auch Teil der großen kombinierten Wander- und Skipässe Dolomiti Superski. Kinder und Senioren erhalten natürlich Ermäßigungen. Ich empfehle, die Tickets vorab online zu kaufen – so spart ihr euch eine Menge Zeit und Nerven beim Anstehen an den Kassen.

4. Kann ich den Passo Pordoi auch im Winter erreichen?

Ja, in den Wintermonaten ist der Passo Pordoi eine der Hauptadern für die riesige Skirunde Sellaronda. Ihr könnt sowohl über präparierte Pisten als auch mit dem Auto von Canazei oder Arabba hierher gelangen. Die Straßen am Pass werden ständig gewartet, aber Winterausrüstung (Winterreifen und oft auch Schneeketten im Kofferraum) ist absolut notwendig. Wenn ihr euch beim Fahren im Schnee unsicher fühlt, könnt ihr auch die örtlichen Skibusse nutzen. Diese fahren in der Saison absolut zuverlässig und bringen euch sicher zu den Seilbahnen.

5. Gibt es auf dem Sass Pordoi und Piz Boè Restaurants?

Ja, direkt am Ausstieg der Seilbahn auf der Terrazza delle Dolomiti findet ihr das große verglaste Restaurant Rifugio Maria und nur ein kleines Stück davon entfernt die traditionelle Steinhütte Rifugio Sass Pordoi. Auf dem eigentlichen Gipfel des Piz Boè (nach der Besteigung des Dreitausenders) gibt es eine weitere kleine gemütliche Hütte, die Capanna Piz Fassa, wo ihr einfache Erfrischungen kaufen könnt. Wenn ihr Süßes mögt, gönnt euch unbedingt eine heiße Schokolade oder hausgemachten Strudel auf der Hütte. Die Preise sind zwar etwas höher, aber für das Gefühl von Wärme und die fantastische Aussicht lohnt es sich.

6. Darf ich eine Drohne für Videoaufnahmen mitnehmen?

Tut das auf keinen Fall! Das gesamte Gebiet ist eine strenge Flugverbotszone für Drohnen zum Schutz der Natur und wegen des Verkehrs von Rettungshubschraubern. Die italienische Polizei kontrolliert dies aktiv, und wenn ihr erwischt werdet, verhängt sie saftige Bußgelder, die oft über 3000 Euro liegen, und eure Drohne wird konfisziert. Verlasst euch lieber auf eine klassische Kamera oder ein gutes Smartphone. Auch damit bringt ihr fantastische Aufnahmen mit nach Hause – ohne das Risiko eines ruinierten Urlaubs und einer leeren Geldbörse.

7. Ist der Sass Pordoi auch für kleine Kinder sicher?

Ja, zur Aussichtsterrasse an der Seilbahnstation (2950 m) könnt ihr problemlos auch kleine Kinder mitnehmen, da ihr die Höhenmeter mühelos mit der Seilbahn überwindet und das Gelände oben weitläufig ist. Höhenkrankheit tritt bei so kurzen Besuchen normalerweise nicht auf, bei den Kleinsten solltet ihr jedoch vorsichtig sein. Aber Achtung an den Rändern – die Felsen sind steil und ohne Absperrung, also lasst kleine Kinder wirklich nicht aus den Augen. Und versucht es nicht mit einem Kinderwagen, das lose Gestein verschluckt ihn förmlich. Eine Babytrage ist ein Muss.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Adolf-Munkel-Weg, Dolomiten: 10 Tipps, was du sehen und erleben kannst

TL;DRDer Adolf-Munkel-Weg ist eine leichte Rundwanderung im Villnösstal in Südtirol, direkt unterhalb der Geislergruppe. Die Strecke ist 5 bis 7 Kilometer lang, mit nur 200 bis 400 Höhenmetern und 3 bis 4 Stunden Gehzeit. Zehn zentrale Tipps führen dich über die klassische Runde durch die Geisler Alm und die Zanser Alm, zu Fotospots unter den Geislerwänden und zum Abstecher nach Roanergolo. Dazu kommen das Tschantschenontal mit seinen Wasserfällen, der Wald Cuecenes und die berühmte Kirche St. Magdalena. Startpunkt ist der Parkplatz Zanser Alm (1685 m), das Parken kostet 8 Euro pro Tag. Die beste Reisezeit ist Mai bis September, im Oktober zeigen sich die Lärchen aber in ihren schönsten Farben. Der Weg ist geeignet für Hunde an der Leine und Kinder ab 5 Jahren, mit dem Kinderwagen ist er allerdings nicht machbar.

Wenn man an die italienischen Dolomiten denkt, haben die meisten sofort das ikonische Bild vor Augen: satte grüne Wiesen, ein kleines Kirchlein und dahinter die schroffen, kaum glaublich vertikalen Felstürme. Willkommen im Val di Funes, der Heimat der Odle-Gruppe. Und genau unter diesen majestätischen Wänden verläuft der Adolf-Munkel-Weg – einer der schönsten Wege fürs Dolomiten Wandern überhaupt.

Die Route ist schlicht ideal: maximale Aussichten bei minimalem Höhenunterschied – in den Dolomiten eine echte Seltenheit 😅. Der Adolf-Munkel-Weg ist zwar flacher und weniger anspruchsvoll, aber der Untergrund ist sehr steinig, sodass ein Kinderwagen leider nicht funktioniert. Dafür lässt sich die Tour wunderbar mit größeren Kindern planen, sobald diese für längere Wanderungen bereit sind.

Wer eine Route sucht, die angenehme drei bis vier Stunden dauert, hundefreundlich ist und die fotogenischsten Landschaften ganz Südtirols bietet, ist hier genau richtig. Also los – ich zeige euch alles, was ihr über diesen Trek wissen müsst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben den ganzen Artikel zu lesen

  • Wo: Val di Funes, Südtirol (Italien).
  • Länge und Zeit: Die Rundtour misst je nach gewählter Variante etwa 5 bis 7 Kilometer und dauert 3 bis 4 Stunden gemütlicher Wanderung.
  • Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel. Der Höhenunterschied beträgt nur ca. 200 bis 400 Meter, aber das Gelände ist stellenweise steinig – festes Schuhwerk ist ein Muss.
  • Mit Kinderwagen und Kindern: Ein Kinderwagen ist wegen der Steine und Wurzeln wirklich nicht möglich. Für Babys braucht ihr eine Kraxe; ältere Kinder (ab ca. 5 Jahren) schaffen die Strecke problemlos selbst.
  • Mit Hund: Hunde sind erlaubt, müssen aber strikt an der Leine geführt werden. Auf den Weiden grasen frei Kühe, und Almkühe mögen frei laufende Hunde überhaupt nicht – glaubt mir 😅.
  • Parken: Zanser Alm am Ende des Tals. In der Saison kostet ein Tagesticket 8 €, und ich empfehle, früh morgens zu kommen – sonst wird man weiter unten im Tal bereits an einer Schranke aufgehalten.
  • Drohnenverbot: Ihr befindet euch im Naturpark Puez-Geisler. Das Fliegen mit Drohnen ist hier streng verboten und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 3.000 € geahndet.

Was steckt eigentlich hinter dem Adolf-Munkel-Weg?

Ich muss zugeben, dass ich die Geschichte dahinter erst nachrecherchieren musste – mich hat schlicht interessiert, nach wem dieser Weg benannt ist. Adolf Munkel war ein begeisterter deutscher Alpinist, und der Weg entstand auf seine Initiative hin im Jahr 1894. Mehr als 130 Jahre alt – und trotzdem stehen wir noch immer Schlange für das perfekte Foto (das sagt doch alles, oder?). Der Weg schlängelt sich direkt unter der Odle-Gruppe (ladinisch Odle, deutsch Geisler) entlang, über Waldpfade und Almwiesen, begleitet von den riesigen weiß-grauen Kalksteinnadeln auf der einen Seite.

Wann hinfahren und wie kommt man hin

Das Timing ist in den Dolomiten generell – und hier im Besonderen – wirklich entscheidend. An der Schranke kann man leicht kalt erwischt werden, daher hier meine Tipps, wie ihr das vermeidet.

Die beste Jahreszeit

Die Hauptsaison in den Dolomiten läuft von Mai bis September. In dieser Zeit sind alle Berghütten (Rifugien) geöffnet, das Wetter ist am stabilsten und der Schnee in höheren Lagen längst geschmolzen. Man muss jedoch damit rechnen, dass man auf dem Weg nicht allein ist. Besonders im August, wenn ganz Italien Urlaub macht (Ferragosto), kann es hier richtig voll werden. Falls es sich einrichten lässt, empfehle ich den Herbst – am liebsten Oktober. Die Lärchen im Tal färben sich in unglaubliche Goldtöne, und der Kontrast mit den verschneiten Odle-Gipfeln ist schlicht magisch. Im Frühling blühen hingegen tausende Krokusse, was ebenfalls wunderschön ist. Im Winter ist der Weg wegen Schnee und Lawinengefahr offiziell gesperrt – das sollte man also besser nicht einplanen.

Anreise mit dem Auto zur Zanser Alm

Ausgangspunkt der Tour ist der Parkplatz Zanser Alm (Zannes) auf 1.685 Metern Höhe, am Ende des Val di Funes. Ihr fahrt durch das malerische Dörfchen Santa Maddalena und weiter bergauf, bis euch die Schranke stoppt. In der Hauptsaison fallen 8 € Parkgebühr pro Tag an – für Dolomitenverhältnisse ein fairer Preis. Es gibt aber einen großen Haken: Die Kapazität des Tals ist begrenzt, und sobald der Parkplatz voll ist, wird die Straße weiter unten gesperrt. Aus eigener Erfahrung empfehle ich, spätestens um 8:00 Uhr an der Schranke zu sein.

Von Deutschland aus erreicht ihr das Val di Funes am bequemsten über Innsbruck und den Brenner (A13/A22) in Richtung Brixen/Bressanone – von München sind es etwa 2,5 Stunden Fahrt, von Stuttgart oder Frankfurt entsprechend mehr. Wer ein Mietauto braucht, findet gute Angebote über DiscoverCars.

Entspannt und umweltfreundlich mit dem Bus

Wer den morgendlichen Parkplatzstress vermeiden möchte oder ohne Auto unterwegs ist, dem bietet der öffentliche Nahverkehr eine tolle Alternative. Vom nahegelegenen Städtchen Brixen (Bressanone) fahren die Linien 330 und 335 regelmäßig (mehr Infos auf den offiziellen Seiten des Südtirol-ÖPNV) direkt bis zum Parkplatz Zanser Alm. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und man kann dabei entspannt die Tallandschaft genießen. Gerade im Sommer ist das nach meiner Meinung deutlich angenehmer als die Sorge, ob noch ein Parkplatz frei ist. Und die Natur freut sich auch.

Wo man in der Nähe des Val di Funes übernachtet und was es kostet

Wer morgens als Erster auf dem Weg sein möchte und am liebsten gleich mit Bergblick aufwacht, für den ist die Wahl des richtigen Quartiers entscheidend. Die Preise in der Region liegen in der Saison im Schnitt zwischen 100 und 200 € pro Nacht für zwei Personen – je nachdem, ob man ein Luxushotel mit Wellness oder einen traditionellen Bauernhof wählt.

Direkt im Herzen des Tals liegt das Dörfchen Santa Maddalena – die wohl ideale Lage. Hier findet man viele traditionelle Agriturismo-Unterkünfte (Bauernhofurlaub) und gemütliche B&Bs. Die Preise sind etwas höher, aber man spart sich die Anfahrt und die Atmosphäre des abendlich stillen Tals ist unbezahlbar. Eine gute Wahl sind Familienpensionen wie das Hotel Ranuimüllerhof, wo zum Frühstück Käse vom Nachbarbauern serviert wird. Oder der beliebt bewertete Proihof mit fantastischen Gästebewertungen.

Wer eine etwas günstigere oder lebendigere Basis bevorzugt, ist im historischen Brixen gut aufgehoben (mehr Infos auf Dolomiti.org). Die Stadt liegt nur etwa 15 bis 20 Fahrminuten vom Taleingang entfernt und bietet ein deutlich größeres Angebot an Restaurants und Abendprogramm – bei tendenziell günstigeren Übernachtungspreisen. Eine weitere beliebte, wenn auch etwas weiter entfernte Option (ca. 30 Minuten über den Bergpass) ist das bekannte Zentrum Ortisei im benachbarten Val Gardena. Hier findet man alles von Luxusresorts bis hin zu einfachen Ferienwohnungen, muss jedoch längere Anfahrten zum Ausgangspunkt einplanen.

Konkrete Empfehlungen? Unterkünfte buchen wir immer über Booking.com – dort gibt es tolle Angebote, und mit dem Genius-Status bekommt man auch in der Hochsaison sehr attraktive Preise.

Adolf-Munkel-Weg: 10 Tipps für Orte und Erlebnisse unterwegs

Kommen wir zum Wesentlichen. Der Adolf-Munkel-Weg ist nicht einfach ein Weg von A nach B – er ist eine Abfolge von kleinen Erlebnissen, Aussichtspunkten und Abzweigungen. Die meisten Wanderer wählen die klassische Rundtour ab der Zanser Alm, die auf den Weg Nr. 35 führt und über Almwiesen zurückkommt. Hier sind 10 Dinge, die ihr nicht verpassen solltet.

1. Die klassische Rundtour Geisler Alm und Zanser Alm

Die Basis für die meisten Wanderer ist eine Rundtour von etwa 5 bis 6 Kilometern. Los geht es am Parkplatz Zanser Alm auf dem Weg Nr. 6, der nach kurzer Zeit auf den eigentlichen Adolf-Munkel-Weg (als Route 35 ausgeschildert) trifft. Dieser führt direkt unter den Felsmassiven entlang bis zur Abzweigung zur populären Geisler Alm, von wo aus man über blühende Wiesen und Waldwege sanft zurück zum Ausgangspunkt absteigt. Die Rundtour ist ideal, weil man nicht den gleichen Weg zurückläuft und ständig neue Aussichten vor sich hat.

Diese Runde ist eine goldene Mitte: das Beste sehen, ohne sich völlig zu verausgaben. Am schönsten ist es, sie auf einen ganzen Nachmittag auszudehnen, damit man sich Zeit für ein paar Pausen nehmen kann.

2. Die vertikalen Wände der Odle bewundern

Die Odle-Gruppe ist ein gewaltiges Ensemble vertikaler Nadeln, die sich auf über dreitausend Meter erheben. Wenn man von unten zu ihnen aufschaut, macht das Herz einen seltsamen Sprung. Eine schonungslos große Schönheit, die einen die eigene Winzigkeit spüren lässt 😅. Besonders am Nachmittag, wenn sich die Felsen in warmes Orange tauchen, entstehen Aufnahmen, die man nicht so schnell vergisst.

Dazu wechseln diese Ansichten ständig – je nachdem, wie die Wolken gerade ziehen. Mal sind die Gipfel strahlend beleuchtet, mal verschwinden sie in dramatischen Schatten. Man drückt immer wieder auf den Auslöser, auch wenn man sich sagt, dass man eigentlich genug Fotos hat.

3. Rast auf dem Rifugio Geisler Alm

Das Rifugio Geisler Alm (knapp 2.000 m ü. M.) ist keine gewöhnliche Berghütte – es ist eine Institution. Sobald man aus dem Wald tritt, öffnet sich eine riesige, perfekt gepflegte Wiese mit hölzernen Liegestühlen, die die Einheimischen scherzhaft „Kino“ nennen. Und der Film, der läuft, sind die Odle-Gipfel direkt vor euch. Wir machen hier immer eine längere Pause. Die Kinder haben einen tollen Spielplatz, die Erwachsenen können ein kühles Bier oder einen Aperol Spritz genießen und den weidenden Kühen nebenan zusehen. Es kann voll sein, aber der Platz ist so weitläufig, dass man immer ein schönes Fleckchen findet.

Wer in der Hauptsaison ein richtiges Mittagessen am Tisch möchte, schaut am besten vorher auf die offizielle Website, um die Öffnungszeiten zu prüfen. Ein Picknick auf der Wiese mit der besten Aussicht der Welt ist aber genauso schön.

4. Rifugio Zanser Alm – Start und Ziel in einem

Direkt am Parkplatz Zanser Alm liegt die gleichnamige Hütte auf 1.685 Metern (sie hat auch eine eigene Website mit aktuellen Infos). Sie eignet sich hervorragend als erster Anlaufpunkt am Morgen: ein kräftiger italienischer Espresso und ein Stück Strudel zur Stärkung, bevor es losgeht. Der große Vorteil: Die Hütte ist auch nach der Wanderung eine ausgezeichnete Restauration. Müde vom Trek zurückgekehrt, muss man nirgendwo mehr hinfahren – einfach auf der Terrasse Platz nehmen und ein spätes Mittagessen oder frühes Abendessen genießen, bevor man ins Tal zurückfährt.

Das Sitzen auf der Terrasse am späten Nachmittag, wenn sich die Touristenströme langsam auflösen, hat eine ganz besondere Atmosphäre. Man kann sich richtig satt essen und dabei einfach die Bergstille in sich aufnehmen.

5. Die besten Fotospots unter den Felswänden

Wer gern fotografiert, wird auf diesem Weg im absoluten Paradies sein. Die besten Fotospots findet man ungefähr in der Mitte des Weges Nr. 35, wo der Wald etwas zurückweicht und die Lärchen und Kiefern natürliche Rahmen mit den scharfen Gipfeln im Hintergrund bilden. Wer die ikonischen hellen Geröllfelder und Schutthalden im Bild haben möchte, sieht einige kleine ausgetretene Pfade (meist von Wasser geformt), die direkt zu den Felsen führen. Bitte respektiert aber die Natur und entfernt euch nicht zu weit von den markierten Wegen – die Bodenerosion ist ein ernstes Problem.

Jeder Schritt abseits des Weges kann seltene Almblumen beschädigen, die unter diesen harten Bedingungen Jahre brauchen, um zu wachsen. Von den ausgetretenen Stellen aus entstehen ohnehin Aufnahmen, für die man auf Instagram begeisterte Kommentare ernten wird.

6. Verlängerung zur Roanergola (Forcella Roa) für Fortgeschrittene

Wer die klassische Fünfkilometerrunde als zu kurz empfindet und ein bisschen ins Schwitzen kommen möchte, kann die Tour verlängern. Statt zur Geisler Alm abzubiegen, geht man weiter unter den Wänden entlang in Richtung Forcella Roa (Roanergola). Hier endet der Schatten des Waldes und man tritt in eine rauere, von Geröll geprägte Hochgebirgslandschaft ein. Die Aussichten von diesem Sattel in die umliegenden Täler sind atemberaubend – man muss aber mit einem anspruchsvolleren Aufstieg rechnen, der mindestens zwei weitere Stunden hinzufügt.

Das ist ordentlich Cardio, also ausreichend Wasser und Snacks einpacken. Als Belohnung winkt ein Weg, auf dem man manchmal eine Stunde lang keiner Menschenseele begegnet.

7. Abstecher ins Tschantschenon-Tal

Ein weiterer schöner und deutlich ruhigerer Abstecher führt zu den Weiden und dem Bach Tschantschenon. Das ist der östliche Teil des Weges, gleich zu Beginn, wenn man ab der Zanser Alm gegen den Uhrzeigersinn läuft. Hier entdeckt man wunderschöne kleine Wasserfälle und Kaskaden des Gebirgsbachs. An heißen Sommertagen ist das der perfekte Ort, um müde Füße im eiskalten Wasser zu kühlen – ein Genuss für euch und eure Vierbeiner. Es sind hier deutlich weniger Menschen unterwegs als bei der Haupthütte Geisler Alm.

Dieses kleine Tal ist ein verborgener Schatz – ideal zum Untertauchen, wenn der Hauptweg zu voll ist. Selbst ein simples Pausenbrot schmeckt hier wie im Sternerestaurant, wenn man dabei dem Rauschen des Wassers lauscht.

8. Der Tannen- und Lärchenwald Cuecenes

Ein Großteil des Adolf-Munkel-Weges führt durch die gewachsenen Wälder des Gebiets Cuecenes. Auch wenn ein Waldweg in den Bergen auf den ersten Blick wenig spektakulär klingt, ist das Gegenteil der Fall: Diese Wälder spenden in den heißen Sommermonaten dringend benötigten Schatten. Und im Herbst verwandeln sich die Lärchen, die hier vorherrschen, in ein unvergessliches Meer aus Orange und Gelb. Durch diesen goldenen Tunnel zu wandern, durch den das Bergsonnen-Licht fällt, gehört wohl zu den romantischsten Erlebnissen, die die Dolomiten zu bieten haben.

9. Das Kirchlein in Sankt Magdalena auf dem Weg hinauf

Dieser Tipp liegt zwar nicht direkt auf dem Höhenweg, aber daran vorbeizufahren wäre wirklich schade. Auf dem Weg morgens mit dem Auto hinauf zum Parkplatz Zanser Alm kommt man durch das Dorf Sankt Magdalena (Santa Maddalena). Haltet unbedingt am Aussichtspunkt über dem Dorf an. Von hier aus entsteht das weltberühmte Bild des einsamen kleinen Kirchleins vor dem Odle-Massiv – ein Motiv, das man aus jedem Reiseführer und Kalender zu Südtirol kennt.

Rechnet aber damit, dass an den besten Fotostellen schon früh am Morgen viel Betrieb herrscht. Manchmal braucht man etwas Geduld, um keinen fremden Rucksack oder kein Handy im Bild zu haben – aber das Warten lohnt sich wirklich.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten in Val di Funes (Dolomiten)
3 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

10. Die Variante über den oberen Weg zur Brogleshütte

Für wirklich ausdauernde Wanderer gibt es noch eine deutlich längere Variante: Vom Adolf-Munkel-Weg kann man auf Wege abzweigen, die zur Brogleshütte führen. Diese Hütte liegt am westlichen Ende der Odle-Gruppe (in Richtung des Seceda-Kamms). Der Weg dorthin ist ein ganztägiges Unternehmen mit beträchtlichem Höhenunterschied – die Belohnung sind aber Bergpanoramen aus einem völlig anderen, unverbrauchten Blickwinkel. Man trifft auf die wildere Seite der Dolomiten und begegnet nur einem Bruchteil der üblichen Touristenmassen.

Die Westseite des Massivs hat einen ganz eigenen Reiz und ist definitiv einen separaten Ausflug wert. Wer mehr Zeit und die nötige Kondition mitbringt, sollte das auf jeden Fall in die Reiseplanung aufnehmen.

Kann man den Adolf-Munkel-Weg mit Kindern und Hunden machen?

Das ist eine Frage, die uns sehr häufig gestellt wird. Mit kleinen Kindern und Hunden ist die Zugänglichkeit von Wegen ein zentrales Thema. Wie sieht es bei diesem Trek konkret aus?

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und auch in Bussen verlangen sie für Hunde einen Maulkorb (den bekommt man praktisch überall, auch direkt an den Talstationen). Das ist manchmal lästig – sie fordern ihn auch dann, wenn man allein in der Kabine ist. Wer mehrere Seilbahnen hintereinander plant, lässt die Hunde oft lieber in der Unterkunft ausruhen.

Wandern mit kleinen und größeren Kindern

Wie ich schon in der Einleitung erwähnt habe, ist der Adolf-Munkel-Weg definitiv nicht für Kinderwagen geeignet – auch nicht für Geländemodelle. Der Weg führt über schmale Waldpfade mit herausstehenden Wurzeln, großen Steinen und gelegentlichen Stufen oder ausgewaschenen Rinnen. Mit einem Kinderwagen käme man keine 100 Meter weit.

Für Babys und Kleinkinder (etwa bis 2–4 Jahre) ist eine gute Trekking-Kraxe die ideale Lösung. Der Höhenunterschied ist nicht dramatisch, sodass man das mit der Kraxe auf dem Rücken gut durchhält. Für ältere Kinder (ab etwa 5 Jahren) ist diese Tour absolut wunderbar: abwechslungsreich, mal durch den Wald, mal über Steine springen, Kühe beobachten – und am Ziel auf der Geisler Alm wartet ein riesiger Spielplatz. Langeweile ist hier ausgeschlossen.

Mit dem Hund auf dem Weg

Die Dolomiten gehören zu den besten Reisezielen für Hundebesitzer, und der Adolf-Munkel-Weg ist eine der hundefreundlichen Routen. Das Gelände ist für Hundepfoten mehr als angenehm – kein exponiertes Klettern an Leitern und kein scharfes Geröll, das die Pfoten aufschürft. Wasser muss man auch nicht in großen Mengen schleppen, denn unterwegs findet man mehrere Bäche und Kaskaden, wo sich die Vierbeiner problemlos laben können.

Eine Regel muss jedoch strikt eingehalten werden: Hunde müssen durchgehend an der Leine geführt werden. Der Weg führt über Almweiden mit frei weidendem Vieh. Almkühe können durchaus territorial sein, und wenn ein Hund frei auf sie zuläuft, kann das böse enden. In den Sommermonaten sollte man zudem auf Zeckenprophylaxe achten – auch in diesen Höhen kann man sich Zecken einfangen.

Was man in den Berghütten (Rifugien) probieren sollte

Das Essen in den italienischen Dolomiten ist meiner Meinung nach das Beste ganz Italiens – und wer dem widerspricht, hat noch nie nach einer vierstündigen Wanderung richtige Knödel gegessen 😄. Hier verbindet sich die Leichtigkeit der italienischen Küche mit der Deftigkeit der österreichisch-tirolerischen Tradition – und genau das ist nach ein paar Stunden Bergauf das, was der Körper braucht. Auf der Terrasse des Rifugio Geisler Alm oder der Zanser Alm sollte man unbedingt die regionalen Spezialitäten probieren.

Ein absoluter Klassiker sind die Knödel – neben Speckknödeln gibt es hier auch Käse- und Spinatknödel, serviert entweder in kräftiger Brühe oder einfach mit zerlassener Butter und Schnittlauch. Kalorienreich, aber unglaublich gut. Wer lieber etwas Italienisches möchte, bestellt Schlutzkrapfen – gefüllte Teigtaschen (ähnlich wie Ravioli), meistens mit Spinat und Ricotta, überbacken mit Butter und Parmesan.

Ein regionaler Klassiker ist außerdem die herzhafte Mais-Polenta mit Pilzragout und geschmolzenem Bergkäse. Und weil wir uns in Südtirol befinden, das für seine Äpfel berühmt ist, darf zum Abschluss ein warmer Apfelstrudel mit Vanillesauce nicht fehlen. Übrigens: Viele Betriebe im Tal gehören zum Verband Roter Hahn, was garantiert, dass aus lokalen, hochwertigen und handwerklichen Zutaten gekocht wird.

Praktische Tipps, bevor ihr die Wanderschuhe schnürt

Ein paar Dinge, die man in den Dolomiten besser vorher weiß (oder zumindest nicht auf die harte Tour lernen sollte):

  • Teures Drohnenverbot: Wer gern Luftaufnahmen macht, lässt die Drohne am besten tief im Rucksack. Das Val di Funes liegt im Naturschutzgebiet Puez-Geisler, und das Drohnenverbot wird aktiv kontrolliert. Wer erwischt wird, riskiert eine Strafe von bis zu 3.000 €. Für ein Instagram-Bild lohnt sich das wirklich nicht.
  • Festes Schuhwerk: Auch wenn die Route relativ leicht ist, läuft man oft über Steine, die morgens oder nach Regen sehr rutschig sein können. Turnschuhe aus der Stadt gehören nicht hierher – nehmt feste Wanderschuhe mit guter Sohle mit.
  • Wanderstöcke: Wir nennen sie liebevoll „Hockeystöcke“ und benutzen sie in den Dolomiten fast überall. Beim Überqueren der unebenen Passagen auf dem Adolf-Munkel-Weg entlasten sie die Knie erheblich.
  • Trinkwasser: Am Parkplatz am Ausgangspunkt kann man die Flasche auffüllen, und auch in den Berghütten gibt es frisches Wasser. Ihr müsst keine schweren Wasservorräte für den ganzen Tag schleppen.

Hilfreiche Tipps für eine reibungslose Anreise

Bevor man überhaupt am Ausgangspunkt steht, sollten Anreise, Auto und all der organisatorische Kram geklärt sein. Hier sind unsere bewährten Dienste, auf die wir nicht verzichten möchten.

Flüge nach Italien finden

Wer nicht mit dem Auto fährt: Die nächsten großen Flughäfen sind Venedig und Bergamo. Von Deutschland aus fliegen unter anderem Eurowings und Lufthansa nach Venedig. Günstige Flüge suchen wir auf Kiwi – unser Lieblingsportal für Preisvergleiche.

Mietwagen in Italien

Für Touren in den Dolomiten ist ein Auto praktisch unverzichtbar (außer man möchte ausschließlich auf lokale Busse angewiesen sein). Wir machen seit Langem gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen.

Reiseversicherung nicht vergessen

Die Berge sind unberechenbar, und eine gute Reiseversicherung ist das A und O. Wir setzen seit Langem auf SafetyWing.

Internet im Ausland

Innerhalb der EU gilt zwar EU-Roaming, aber eine Backup-Lösung schadet nie. Schaut euch unsere Erfahrungen mit Holafly an – praktische eSIM-Karten für unterwegs.

Wohin sonst noch in den Dolomiten

Wer mehrere Tage im Val di Funes verbringt, sollte unbedingt unseren ausführlichen Reiseführer zu Val di Funes und Santa Maddalena lesen – mit weiteren Aussichtspunkten und Geheimtipps im Tal.

Vom benachbarten Val Gardena aus kann man die wohl berühmteste Grattour der Alpen unternehmen – schaut in unseren Seceda-Reiseführer.

Wer einen Gesamtüberblick über die Region sucht, findet ihn in unserem Artikel Was man in den Dolomiten unternehmen kann mit unseren liebsten Seen, Pässen und Städtchen. Und für weitere Wanderinspirationen empfehlen wir unsere 5 Wandertipps in den italienischen Dolomiten für jeden.

FAQ (Häufig gestellte Fragen)

Wie lang ist die Strecke des Adolf Munkel Weg?

Die klassische und beliebteste Rundtour misst etwa 5 bis 6 Kilometer, je nachdem, bei welcher Hütte ihr startet und welchen Weg ihr für den Rückweg wählt. Ihr solltet mit etwa 3 bis 4 Stunden reiner Gehzeit ohne längere Pausen rechnen.

Wie viele Höhenmeter hat die Strecke?

Die Höhenmeter sind für Dolomiten-Verhältnisse sehr moderat, insgesamt überwindet ihr nur etwa 200 bis 400 Meter im Auf- und Abstieg. Der Weg verläuft größtenteils höhenlinienparallel entlang des Bergfußes.

Kann man die Strecke mit Kinderwagen gehen?

Nein, die Strecke ist für Kinderwagen absolut ungeeignet. Der Weg ist voller Steine, hervorstehender Wurzeln und Stufen. Für die Kleinsten empfehlen wir eine Babytrage oder Kraxe.

Was kostet das Parken bei der Zanser Alm?

In der Hauptsaison im Sommer müsst ihr mit einer Gebühr von 8 EUR pro Tag für einen PKW rechnen. Es ist ratsam, Bargeld dabeizuhaben, auch wenn die Automaten mittlerweile meist Karten akzeptieren.

Sind Hunde auf der Strecke erlaubt?

Ja, Hunde sind auf der Strecke willkommen, müssen aber zum Schutz der Natur und des weidenden Viehs während des gesamten Aufenthalts im Naturpark strikt an der Leine geführt werden.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Für klassisches Wandern sind die Monate von Juli bis September ideal. Für Fotografiebegeisterte empfehle ich den Oktober, wenn sich die hiesigen Lärchenwälder in wunderschöne Goldtöne verfärben. Im Winter ist der Weg wegen Schnee meist gesperrt.

Kann man auf der Strecke übernachten?

Wildes Campen ist im Naturpark streng verboten. Übernachten könnt ihr jedoch in einer der Unterkünfte unten im Tal oder nach vorheriger Absprache in einer der Berghütten in der Nähe der Strecke.

Erlebnisse & Tickets
von Reisenden bewertet · GetYourGuide
San Vigilio di Marebbe: Die längste Zipline Europas
★★★★★ 4.8 · 99 Bewertungen
ab 89 €
Das will ich erleben →
🔗 Affiliate-Links — kein Aufpreis für dich, sie helfen uns, Inhalte zu erstellen. · Alle Erlebnisse →

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Croda da Lago & Lago Federa, Dolomiten: 10 Tipps, was du sehen und erleben kannst

TL;DRDie Croda da Lago (Bergmassiv in den Dolomiten, Teil des UNESCO-Welterbes) und der türkisfarbene Lago Federa auf 2034 m Höhe sind eine deutlich ruhigere Alternative zum Lago di Sorapis südwestlich von Cortina d’Ampezzo. Wir haben 10 Tipps für dich zusammengestellt, was man hier sehen und unternehmen kann: vom klassischen Aufstieg ab Passo Giau (3 Stunden, 350 Höhenmeter) über die ganztägige Rundtour ab Ponte de Ru Curto (5–6 Stunden) bis zur Übernachtung in der Rifugio Palmieri direkt am Seeufer. Am schönsten ist es hier im Herbst, Ende Oktober, wenn sich die Lärchen gelb färben. Parken am Passo Giau kostet 5 Euro für 3 Stunden. Über dem See gilt ein striktes Drohnenflugverbot mit Bußgeldern von bis zu 3000 Euro.

Wer an Bergseen rund um das italienische Cortina d’Ampezzo denkt, hat sofort den berühmten Lago di Sorapis vor Augen. Wunderschön, keine Frage – aber in der Hochsaison drängen sich dort die Massen wie auf einer belebten Einkaufsmeile. Wer Dolomiten wandern möchte, ohne sich durch endlose Touristenschlangen zu kämpfen, den nehmen wir mit zu einem unserer absoluten Lieblingsplätze. Croda da Lago und der darunter liegende Lago Federa sind genau der Grund, warum wir immer wieder nach Italien fahren. ☺️

Von Cortina ist es nicht weit, und die Wanderung selbst ist ein Erlebnis für sich: Durch dichte Wälder, vorbei an dramatischen Felswänden, bis sich schließlich ein türkisblauer See vor euch auftut, umrahmt von goldenen Lärchen. Lukáš und ich waren hier noch bevor unser kleiner Jonášek das Licht der Welt erblickt hat. Die klassische Rundtour dauert gute fünf bis sechs Stunden – mit unserem einjährigen Racker im Gepäck sparen wir sie uns also für nächstes Jahr auf, wenn er etwas größer ist.

Hier findet ihr alles, was ihr wissen müsst: die besten Parkplätze, die Route mit dem geringsten Höhenunterschied, wo man übernachten kann und was es in der Hütte zu essen gibt. Außerdem verrate ich euch, welcher Fehler euch Tausende von Euro kosten könnte. 😉

Zusammenfassung

Ihr packt gerade den Rucksack und braucht nur einen schnellen Überblick? Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Lage: Bergmassiv südwestlich von Cortina d’Ampezzo in der italienischen Region Venetien.
  • Hauptattraktion: Der türkisfarbene Lago Federa auf 2034 m ü. M. und die Berghütte Rifugio Palmieri Croda da Lago.
  • Schwierigkeitsgrad: Mittel. Die klassische Rundtour dauert 5–6 Stunden, lässt sich aber auf 3 Stunden ab Passo Giau kürzen. Für Kinderwagen ungeeignet, ältere Kinder ab 8 Jahren schaffen es problemlos.
  • Beste Reisezeit: Besonders schön im Herbst (Ende Oktober), wenn sich die Lärchen goldgelb färben. Im Sommer klassisches Alpenidyll, im Winter Schneeschuhwandern.
  • Wichtige Warnung: Über dem See gilt ein striktes Drohnenflugverbot – die Bußgelder können bis zu 3.000 Euro betragen.

Was ist eigentlich Croda da Lago und Lago Federa?

Der Name klingt zunächst verwirrend: Croda da Lago ist kein See, auch wenn das Wort „Lago“ das nahelegen würde. Es handelt sich um ein beeindruckendes Bergmassiv, das zum UNESCO-Welterbe gehört, mit gezackten Gipfeln, die weit über die umliegende Landschaft ragen. Der türkisfarbene See, den alle in dieser Gegend suchen, heißt Lago Federa und liegt direkt am Fuß dieser majestätischen Felsen auf 2034 Metern Höhe.

Diese Kombination aus messerscharfen Dolomitengipfeln und der stillen Wasseroberfläche, in der sich die Felsen spiegeln, hat uns beide völlig in den Bann gezogen – ich mit der Kamera in der Hand, Lukáš mit offenem Mund daneben, und keiner von uns wollte sich von der Stelle rühren. Direkt am Seeufer steht außerdem die ikonische Steinhütte, bekannt als Rifugio Gianni Palmieri. Sie ist ein perfektes Refugium zum Ausruhen, Genießen und Übernachten – morgens, wenn noch Nebel über dem Wasser wabert und weit und breit kein Mensch zu sehen ist, ist das hier reinste Magie.

Beste Reisezeit und Dolomiten Wetter

Die Wahl der richtigen Reisezeit ist ehrlich gesagt unser ewiges Dilemma vor jeder Dolomiten-Reise. Jede Jahreszeit sieht hier völlig anders aus – und jedes Mal denken wir, dass gerade dieser Besuch der schönste war. Allerdings sollte man bedenken: Das Dolomiten Wetter auf über 2000 Metern kann sehr unbeständig sein, also immer mit einer wärmeren Schicht einplanen.

In der klassischen Sommersaison von Mai bis September erwarten euch satte grüne Almwiesen, blühende Bergblumen und angenehme Temperaturen zum Wandern. Ehrlich gesagt ist der August jedoch der Hochpunkt der italienischen Sommerferien (das sogenannte Ferragosto), weshalb auch hier auf den Wegen mehr los ist – wenngleich noch immer deutlich weniger als am nahe gelegenen Lago di Sorapis.

Unser persönlicher Favorit ist der Herbst. Ende Oktober färben sich die Lärchen rund um den See in unglaubliche Gold- und Orangetöne, die im Kontrast zum türkisfarbenen Wasser und den weißen Felsen aussehen, als hätte jemand die Szene in Photoshop nachbearbeitet. Im Winter liegen die Wege unter Schnee und die Hütte ist meist geschlossen, aber die Gegend wird zum beliebten Ziel für Schneeschuhwanderungen. Checkt vor einer Wintertour unbedingt die Croda da Lago Webcam, um die aktuelle Schneelage einschätzen zu können.

Anreise und Routen zu Croda da Lago (3 Hauptvarianten)

Auch wir haben uns am Anfang ein bisschen zwischen den verschiedenen Ausgangspunkten verloren – daher haben wir für euch die drei beliebtesten Optionen zusammengefasst. Welche passt, hängt von eurer Kondition und dem verfügbaren Zeit ab.

Ab Passo Giau (kürzeste und aussichtsreichste Route)

Wer den besten Aufwand-Aussicht-Kompromiss sucht, startet am Gebirgspass Passo Giau. Der Weg führt über die Forcella Giau, die Hin- und Rückroute dauert ca. 3 Stunden gemütlicher Wanderung mit rund 350 Höhenmetern. Da der Start bereits hoch oben liegt, gibt es keinen mühsamen Aufstieg durch den Wald – stattdessen genießt ihr von Anfang an Panoramablicke. Parken am Pass kostet rund 5 € für 3 Stunden.

Ab Ponte de Ru Curto (goldene Mitte)

Das ist der echte Klassiker – die beliebte Croda da Lago Runde. Startpunkt ist der kleine Parkplatz an der Brücke Ponte de Ru Curto, direkt an der Straße zwischen Cortina und dem Passo Giau. Die Route führt zunächst durch dichten Wald, dann über Bergbäche und schließlich hinauf zum See. Die ganze Runde dauert 5–6 Stunden und ist ein wunderschöner Ganztagsausflug für alle, die ordentlich Kilometer machen möchten.

Ab Parkplatz Olympia in Cortina (für Ausdauerwanderer)

Wer Lust auf eine wirklich lange und anspruchsvolle Tagestour hat, kann direkt vom Parkplatz Olympia am Stadtrand von Cortina starten. Einkalkulieren müsst ihr dabei einen tiefen Talabstieg und entsprechend viele Höhenmeter mehr. Parken kostet hier für den ganzen Tag rund 10 €. Diese Variante ist eher etwas für Menschen, die die Einsamkeit im Wald genießen, bevor sie das eigentliche Massiv erreichen.

Wo übernachten in der Nähe – Dolomiten Hotel & Unterkünfte

Strategisch am günstigsten ist eine Unterkunft in einem der Täler, von wo aus ihr die Ausgangspunkte der Wanderungen in wenigen Fahrminuten erreicht. Die Preise in dieser Region sind generell recht hoch (Cortina ist nun mal ein Premiumziel), aber außerhalb des Augusts findet man auch vernünftige Angebote.

Cortina d’Ampezzo ist die erste Wahl. Von hier aus sind es ca. 15–20 Minuten Fahrt über spektakuläre Serpentinen zum Passo Giau. Wer Charme und etwas alpinen Luxus schätzt, schaut sich das ikonische Hotel de la Poste direkt im Zentrum an, oder das sehr angenehme Franceschi Park Hotel. In Cortina zu wohnen bedeutet außerdem, nach der Wanderung beste Restaurants und Cafés direkt vor der Tür zu haben.

Eine günstigere Alternative zu Cortina ist San Vito di Cadore, etwas weiter südlich. Es ist ruhiger, die Übernachtungspreise liegen spürbar niedriger, und zu den Wanderwegen ist es trotzdem nicht weit. Ebenfalls empfehlenswert ist Alleghe, ein malerisches Dorf direkt an einem See unterhalb der Marmolada. Das familiengeführte Chalet al Lago dort ist etwas weiter vom Startpunkt entfernt, aber die Atmosphäre am See entschädigt dafür vollständig. Eine Woche Unterkunft für zwei Personen in der Sommersaison kostet in dieser Region typischerweise zwischen 700 und 1.500 €, je nach Komfortniveau.

Croda da Lago: 10 Tipps – das Beste, was du sehen und erleben kannst

Jetzt, wo ihr wisst, wie ihr hinkommt und wo ihr schlafen könnt, geht’s ans Eingemachte: Was erwartet euch dort wirklich? Denn eine Wanderung zu Lago Federa ist mehr als nur zum See laufen und wieder umkehren – es gibt Abzweigungen, versteckte Aussichtspunkte und Erlebnisse, die man nicht verpassen sollte.

1. Klassische Wanderung ab Passo Giau zum See

Das ist das absolute Pflichtprogramm, das auch durchschnittlich fitte Wanderer gut meistern. Der Weg vom Passo Giau zum See ist grandios – er führt über Hochalmenwiesen voller Murmeltiere. Die 350 Höhenmeter Aufstieg sind harmlos, und als ihr das Sattel Forcella Giau überquert und das Tal unter euch liegt, verschlägt es einem buchstäblich den Atem. Lukáš und ich haben hier gefühlt eine Million Fotos gemacht, bevor wir überhaupt am Wasser ankamen.

Unterwegs begegnet ihr einer erstaunlichen Anzahl von Murmeltieren, die sich auf Felsen sonnen oder euch von weitem anpfeifen. Kája und Baby – unsere Hündinnen – waren völlig aus dem Häuschen, mussten aber natürlich brav an der Leine bleiben. Der Moment, wenn man über den Kamm taucht und das Tal wie auf dem Tablett liegt, macht jeden Schweißtropfen wett.

2. Übernachtung im Rifugio Palmieri Croda da Lago

Direkt am Seeufer steht die malerische Steinhütte, bekannt als Rifugio Gianni Palmieri. Wer ein wirklich unvergessliches Erlebnis mitnehmen möchte, sollte sich einen Schlafplatz reservieren. Die Plätze sind oft Monate im Voraus ausgebucht, also früh genug planen! Morgens aufzuwachen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Wasseroberfläche vergolden und ihr dazu einen echten italienischen Espresso trinkt – das ist purer Genuss.

Das Personal ist herzlich und aufmerksam, sodass man sich sofort wohlfühlt. Zum Abendessen gibt es lokale Bergspezialitäten, und die Atmosphäre an den gemeinsamen Holztischen, wo alle ihren Tag miteinander teilen, hat einen ganz eigenen Zauber. Nur eines vorab: Mit dem Warmwasser in der Dusche ist es in dieser Höhenlage oft eine Art Lotteriespiel.

3. Das ikonische Foto vom Holzsteg

Am See gibt es einen kleinen Holzsteg, der wirkt, als wäre er eigens dafür gebaut worden, das perfekte Spiegelbild der Felsspitzen auf der glatten Wasseroberfläche einzufangen. Mittags bildet sich manchmal eine kleine Schlange, aber das Warten lohnt sich. Wir kamen früh morgens, die Oberfläche war spiegelglatt und das Wasser so eiskalt, dass uns schon beim Reinhalten eines Fingers fast die Finger abgefroren sind. 😅

Wenn ihr nicht möchtet, dass fremde Köpfe auf eurem Foto sind, kommt früh. Das Licht ist ohnehin am Morgen am schönsten – die goldene Sonne, die langsam die gegenüberliegenden Felsen anstrahlt, schlägt jedes Instagram-Filter. Lukáš hat dort gut zwanzig Minuten mit der Kamera verbracht, bis er mit dem Bildausschnitt wirklich zufrieden war.

4. Den Wanderweg ab Parkplatz Olympia erkunden

Wer dichte Wälder liebt, sollte der Route vom Parkplatz Olympia eine Chance geben. Sie ist deutlich länger, bietet aber eine völlig andere Perspektive auf das Gebirge. Es ist ein besonderes Gefühl, stundenlang zwischen Bäumen aufzusteigen, nur das Knacken der Äste unter den Füßen zu hören – und dann öffnet sich plötzlich der Wald und gibt den Blick auf die gewaltige Felswand frei.

Auf dieser Strecke begegnet man kaum anderen Wanderern, was sie zur idealen Wahl für alle macht, die in den Bergen echte Stille suchen. Kleine Bäche und hölzerne Brücken entlang des Weges verleihen ihm etwas Märchenhaftes. Gutes Schuhwerk ist hier Pflicht – die Baumwurzeln können nach dem Morgentau ordentlich rutschig sein.

5. Für Fortgeschrittene: Via Ferrata della Strafala

Wem normales Wandern zu wenig ist, der findet in der Gegend den gesicherten Klettersteig Via Ferrata della Strafala. Wir haben ihn mit den Hunden natürlich ausgelassen, aber lokale Bergführer schwärmen von den Tiefblicken in felsige Schluchten, die man sonst nirgendwo erlebt.

Der Klettersteig ist nicht extrem schwierig, setzt aber vollständige Klettersteigausrüstung voraus – Helm, Gurt und Klettersteigset sind Pflicht. Einige Felsvorsprünge sind durchaus exponiert, daher sollte man bei Höhenangst lieber beim klassischen Seerundweg bleiben. Wer sich aber hinaufwagt, wird mit einem unvergesslichen Weg durch scharfe Kalksteinnadeln belohnt.

6. Abstecher zur Forcella Ambrizzola

Nach dem Genuss am See und einem kühlen Bier auf der Hütte lohnt sich noch ein kurzer Abstecher zur Forcella Ambrizzola. Von der Hütte sind es nur etwa 20 Minuten mäßigen Aufstiegs, aber die Aussicht, die sich dann auftut, ist unbezahlbar. Ein riesiges Stück der Dolomiten liegt vor euch – bei gutem Wetter sogar der Marmolada-Gletscher in der Ferne.

Lukáš und ich haben uns dort auf einem großen, flachen Stein niedergelassen, Brotzeit ausgepackt und einfach in die Landschaft geschaut. Von diesem Punkt aus öffnen sich Wege in weitere Täler – ideal als Ausgangspunkt für Mehrtagestouren. Nur eine dünne Windjacke solltet ihr immer im Rucksack haben, denn oben bläst es meist ordentlich.

7. Die Mondlandschaft der Lastoi de Formin

Wer die gesamte Croda da Lago Rundtour läuft, kommt auch über das faszinierende Hochplateau Lastoi de Formin. Es ist eine riesige Kalksteinplatte, die eher an eine Mondlandschaft erinnert als an irdische Berge. Die Felsen sind seltsam zerklüftet und wirken unglaublich rau. Kája und Baby hopsten dort verwirrt von Stein zu Stein.

Der Kontrast zwischen dieser kahlen, grauen Wildnis und dem grünen Tal mit dem See darunter ist wirklich augenfällig. Der Weg über das Plateau ist nicht besonders gut markiert, und bei schlechter Sicht wäre ich dort sehr vorsichtig. Bei schönem Wetter aber fühlt man sich wie auf einer Erkundungsmission auf einem fremden Planeten.

8. Enrosadira beim Sonnenuntergang erleben

Die Enrosadira ist das Phänomen, das die Dolomiten weltweit berühmt gemacht hat. Beim Sonnenuntergang (oder -aufgang) färben sich die Kalksteinfelsen in unglaubliche Rosa- und Lilatöne. Bis zum Abend am Lago Federa zu bleiben ist Romantik der höchsten Güte – vergesst nur nicht die Stirnlampen für den Rückweg zum Auto.

Das Farbenspiel dauert meist nur wenige Dutzend Minuten, bevor die Sonne endgültig hinter dem Horizont verschwindet. Es lohnt sich deshalb, einen guten Platz zum Fotografieren oder Sitzen schon vorher auszuspähen. Sobald die Schatten länger werden, kann die Temperatur locker um zehn Grad fallen – eine warme Schicht im Rucksack ist also auch an einem sommerlichen Tag ein Muss.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten bei Croda da Lago und Lago Federa
5 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL 🏔️ Mountain
Rifugio Gianni Palmieri (Rifugio Palmieri Croda da Lago)
Malerische steinerne Berghütte direkt am Ufer des Lago Federa auf 2034 m Höhe. Bietet Übernachtung mit unvergesslichem Erwachen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Wasseroberfläche beleuchten. Es werden lokale Bergspezialitäten wie Polenta Gröstl serviert. Die Hütte ist normalerweise von Mitte Juni bis Ende September geöffnet.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏨 Hotel
Hotel de la Poste
Ikonisches Hotel im Zentrum von Cortina d’Ampezzo mit Geschichte und alpinem Luxus. Idealer Ausgangspunkt für die Wanderung zum Croda da Lago (15-20 Minuten Autofahrt zum Passo Giau).
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏨 Hotel
Franceschi Park Hotel
Sehr angenehmes Hotel in Cortina d’Ampezzo. Nach der Wanderung finden Sie hier die besten Restaurants und Cafés für abendliche Entspannung. Entfernung zum Passo Giau ca. 15-20 Minuten mit dem Auto.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏡 Chalet
Chalet al Lago
Familiäres Chalet am See in Alleghe, direkt unter dem Marmolada-Massiv gelegen. Bietet eine herrliche Seeatmosphäre, auch wenn die Autofahrt zum Wanderungsbeginn etwas länger ist als von Cortina. Eine Wochenunterkunft für zwei Personen in der Sommersaison kostet normalerweise zwischen 1.000 und 1.600 EUR.
★★★★ ab 1.000 – 1.600 EUR/Woche
Verfügbarkeit prüfen
🔍 Suchen
Alle Unterkünfte bei Croda da Lago und Lago Federa anzeigen
Erkunden Sie alle verfügbaren Übernachtungsmöglichkeiten bei Croda da Lago und Lago Federa und finden Sie die beste Option nach Ihren Vorlieben und Ihrem Budget.
★★★★ Preise vergleichen
Verfügbarkeit prüfen

9. Winterliches Schneeschuhwandern unter verschneiten Gipfeln

Auch im Winter hat dieser Ort seinen ganz besonderen Reiz. Schneeschuhwandern hier ist magisch – überall herrscht eine fast andächtige Stille und der Schnee knirscht bei jedem Schritt. Die Hütte ist im Winter meist geschlossen und der See liegt unter einer dicken Eisschicht, aber die raue Winterlandschaft entschädigt für alles. Prüft unbedingt vorab die Lawinengefahrenstufe und schaut auf die Croda da Lago Webcam.

Schneeschuhwandern ist übrigens viel unkomplizierter als viele denken – man muss nur die Beine etwas höher heben als normal. Wer sich die Wintertour nicht alleine zutraut, findet in Cortina viele erfahrene Bergführer, die euch begleiten und nebenbei spannende Geschichten über die Region erzählen. Schritt für Schritt durch die weiße Einsamkeit – ein perfekter Kopf-frei-Moment.

10. Die Wanderung mit der Panoramafahrt über den Passo Giau verbinden

Die Anfahrt zur Wanderung kann selbst ein Erlebnis sein. Der Passo Giau gehört zu den schönsten Bergstraßen Europas, mit engen Kehren und atemberaubenden Ausblicken. Nehmt euch etwas Zeit für Stopps an den Aussichtspunkten und lasst die echte italienische Bergwelt auf euch wirken.

Nur zur Warnung: Die Straße ist sehr beliebt bei Motorradfahrern und Rennradlern, also als Autofahrer immer aufmerksam bleiben. Oben am Pass gibt es ein tolles Café, wo wir uns nach der Tour immer ein ordentliches italienisches Cappuccino und ein Croissant gönnen. Und denkt an Kleingeld für den Parkplatz.

Croda da Lago mit Kindern und unseren Hunden (Kája und Baby)

Wer unseren Blog verfolgt, weiß: Wir reisen mit unserem kleinen Jonášek. Wie ich am Anfang erwähnt habe, ist die fünfstündige Wanderung mit dem entsprechenden Höhenunterschied mit einem Zweijährigen im Tragetuch eine ziemliche Herausforderung – also heben wir sie uns für später auf. Und mit dem Kinderwagen solltet ihr es erst gar nicht versuchen: Das Gelände ist sehr steinig und stellenweise mit lästigen Wurzeln durchsetzt.

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und Bergbussen wird für Hunde ein Maulkorb verlangt (erhältlich praktisch überall, auch direkt an den Talstationen). Das hat uns ehrlich gesagt oft genervt – sogar wenn wir allein in einer Gondel saßen. Wenn mehrere Seilbahnfahrten anstanden, haben wir Kája und Baby lieber im Campingplatz entspannen lassen.

Für Familien mit älteren Kindern ab etwa acht Jahren ist das hier eine perfekte Alternative zu überlaufenen Klettersteigen. Die abwechslungsreiche Landschaft begeistert Kinder, und die Aussicht auf den See mit einem guten Essen in der Hütte motiviert sie mehr als jedes Argument der Eltern.

Und unsere vierbeinigen Begleiter? Kája und Baby haben diese Tour absolut geliebt. Allerdings gilt eine wichtige Regel: Hunde müssen während der gesamten Tour an der Leine bleiben. Rund um den See und auf den umliegenden Weiden lebt eine große Kolonie von Murmeltieren, und die Ranger nehmen freilaufende Hunde sehr ernst. Die Strecke selbst ist für Hunde sehr angenehm – abwechselnd schattige Waldabschnitte und sonnige Passagen, nur auf scharfen Steinen in Schuttfeldern sollte man aufpassen.

Was essen im Rifugio Palmieri

Eines der schönsten Dinge beim Wandern in Italien: Egal auf welchen Berg ihr klettert, fast immer wartet oben fantastisches Essen. Das Rifugio Palmieri ist keine Ausnahme. Die Küche vereint italienische Leidenschaft mit Tiroler Sättigung – genau das, was man nach stundenlangem Aufstieg braucht.

Unbedingt probieren: die lokale Spezialität Polenta Gröstl. Eine herrlich knusprige gebratene Polenta mit saftigen Stücken lokalem Fleisch, Zwiebeln und Käse. Eine Kalorienbombe, ja – aber Lukáš und ich haben uns fast darum gestritten. Dazu passt ein Glas Vino d’Ampezzo, der lokale Wein aus der Region, der einen angenehm wärmt. Wer lieber Klassisches mag: Die hausgemachten Nudeln oder der Apfelstrudel mit Vanillesauce sind schlicht und einfach perfekt.

Praktische Infos, Preise und Regeln (Drohnenverbot!)

Ein paar praktische Hinweise vorab, damit euch vor Ort nichts überrascht. Das haben wir auf unserer Reise gelernt:

  • Parken: Die Parkplätze an den Ausgangspunkten sind in der Sommersaison schnell belegt. Am Passo Giau zahlt ihr ca. 5 € für drei Stunden, am Parkplatz Olympia in Cortina rund 10 € für den ganzen Tag. Am besten spätestens um 9 Uhr morgens da sein.
  • Wasser: Entlang der Strecke gibt es kaum Möglichkeiten, Wasser sicher aufzufüllen. Weder das Seewasser noch das Wasser aus Bächen ist ohne Abkochen trinkbar. Nehmt unbedingt genug mit – im Sommer mindestens 2 Liter pro Person.
  • DROHNENVERBOT: Das muss ich in großen Buchstaben betonen. Das gesamte Gebiet Croda da Lago liegt in einer Schutzzone und der Drohnenflug ist absolut und strikt verboten. Bei Erwischung drohen Bußgelder von bis zu 3.000 € – ohne Wenn und Aber. Ein Instagram-Foto ist das Risiko definitiv nicht wert.

Weitere Dolomiten-Ziele in der Nähe

Die Dolomiten sind so wunderschön, dass eine einzige Wanderung niemals reicht. Wenn ihr schon in der Gegend um Cortina seid, lohnen sich auch diese Highlights (nur auf deutlich mehr Menschenandrang einstellen):

Reisetipps für euren Italien-Urlaub

Bevor ihr den Rucksack packt, noch ein paar schnelle Tipps, die uns beim Reisen durch Italien immer wieder Zeit und Geld sparen.

Anreise in die Dolomiten

Wer nicht mit dem eigenen Auto aus Deutschland anreist, fliegt am besten nach Venedig oder Treviso. Von München oder Berlin gibt es regelmäßige Verbindungen mit Eurowings, Lufthansa oder Ryanair. Für den Vergleich von Flügen und Routen empfehlen wir Kiwi – unser Lieblingsportal für Preisvergleiche.

Mietwagen für die Dolomiten

Zwischen Pässen und Bergseen in den Dolomiten kommt man ohne Auto nicht weit. Wir nutzen seit Jahren DiscoverCars und haben damit überall auf der Welt gute Erfahrungen gemacht – der Dienst findet zuverlässig das günstigste Angebot aus verschiedenen Anbietern.

Reiseversicherung nicht vergessen

In den Bergen kann schnell etwas passieren – ein falscher Tritt, und ein Rettungshubschrauber wird teuer. Für kürzere Reisen nutzen wir gerne eine Reiseversicherung mit Bergrettungsschutz; für längere Trips oder abenteuerlichere Touren schwören wir auf SafetyWing.

Internet und Daten in Italien

Als EU-Land gilt in Italien euer normales deutsches Datenkontingent ohne Aufpreis (EU-Roaming). Wer jedoch ein begrenztes Tarifvolumen hat oder zuverlässige Daten für unterwegs braucht, findet in unserer Holafly eSIM-Rezension eine praktische Alternative.

Das richtige Schuhwerk für die Dolomiten

Auf dem steinigen Dolomiten-Gelände sind feste Wanderschuhe absolute Pflicht. Keine Sneaker! Falls ihr noch keine guten Bergschuhe habt, lest unseren Artikel darüber, wie man die richtigen Wanderschuhe auswählt – damit ihr nicht mit Blasen von der Tour zurückkehrt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert die Wanderung zur Croda da Lago?

Das hängt von der gewählten Route ab. Die kürzeste Variante vom Passo Giau dauert hin und zurück etwa 3 Stunden. Die längere Rundtour von der Brücke Ponte de Ru Curto nimmt insgesamt 5 bis 6 Stunden gemütliches Gehen in Anspruch.

Ist die Wanderung zur Croda da Lago für Kinder geeignet?

Für Kinderwagen und ganz kleine Kinder ohne Kraxe ist die Wanderung wegen des steinigen und teils steilen Geländes nicht geeignet. Fittere Kinder ab etwa acht Jahren sollten die Rundtour oder zumindest den Weg vom Passo Giau aber problemlos schaffen.

Kann man im Lago Federa baden?

Nein, das Baden im See ist zum Schutz des empfindlichen Hochgebirgsökosystems verboten. Außerdem ist das Wasser so eiskalt, dass ihr wahrscheinlich sowieso keine Lust darauf hättet.

Darf man Hunde zum See mitnehmen?

Ja, Hunde sind auf der Wanderung willkommen, müssen aber die ganze Zeit strikt an der Leine geführt werden. In der Gegend leben viele Murmeltiere, und es drohen ziemlich hohe Strafen für frei laufende Tiere.

Wann hat die Hütte Rifugio Palmieri geöffnet?

Die Hütte ist normalerweise von Mitte Juni bis Ende September oder Anfang Oktober geöffnet. Außerhalb der Saison und im Winter ist sie geschlossen, aber Übernachtungen können im Sommer im Voraus reserviert werden.

Brauche ich für diese Wanderung einen Bergführer?

Überhaupt nicht. Die Wege in den Dolomiten sind perfekt und übersichtlich markiert, auch mit den rot-weißen Markierungen des italienischen Alpenvereins. Es reicht, Offline-Karten dabei zu haben und den Wegweisern zu folgen.

Ist das Drohnenfliegen über dem See erlaubt?

Nein, hier gilt ein sehr striktes Drohnenflugverbot. Da das Gebiet Teil einer Schutzzone und eines Naturparks ist, drohen bei Verstößen gegen dieses Verbot saftige Strafen von bis zu 3000 Euro.

Erlebnisse & Tickets
von Reisenden bewertet · GetYourGuide
San Vigilio di Marebbe: Die längste Zipline Europas
★★★★★ 4.8 · 99 Bewertungen
ab 89 €
Das will ich erleben →
🔗 Affiliate-Links — kein Aufpreis für dich, sie helfen uns, Inhalte zu erstellen. · Alle Erlebnisse →

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Seceda, Dolomiten: 10 Tipps – Was du sehen und erleben solltest

TL;DRDie Seceda ist einer der bekanntesten Aussichtsberge der Dolomiten (Trentino-Südtirol, Grödental). Von Ortisei bringt dich eine zweiteilige Seilbahn in rund 15 Minuten auf 2.500 Meter Höhe. Von dort sind es nur 10 Minuten zu Fuß bis zum berühmten Gipfelkreuz mit Blick auf den zackigen Kamm der Geislergruppe. Unter den 10 Tipps für die Region findest du neben der Hauptaussicht auch eine leichte Rundwanderung entlang des Grats, die Hütten Rifugio Troier und Rifugio Firenze, die Felstürme der Pieralongia, eine E-Bike-Abfahrt, das Beobachten von Sonnenauf- oder -untergang (Enrosadira) sowie einen Bummel durch Ortisei. Das Rückfahrticket für die Seilbahn kostet 2026 zwischen 40 und 45 Euro. Die beste Reisezeit ist Mitte Juni bis Ende September, idealerweise außerhalb des Ferragosto im August. Die Seilbahnen fahren von Ende Mai bis Mitte Oktober.

Als wir das erste Mal vor diesen ikonischen, gezackten Gipfeln standen, die aussehen, als hätte sie jemand schief aus dem Boden gerissen, blieb mir buchstäblich der Mund offen. Seceda in den Dolomiten ist einfach Liebe auf den ersten Blick. Wenn ihr plant, die italienischen Dolomiten zu besuchen, muss ich euch vorwarnen: Dieser Ort wird euch komplett in seinen Bann ziehen – und danach werdet ihr kaum noch woanders in die Berge fahren wollen. ☺️

Wir fahren schon seit Jahren mit Lukáš in die Dolomiten – so sehr, dass unsere Hündin Kája dort sogar ihre Begleiterin Baby gefunden hat, eine Hündin, die direkt aus den hiesigen Bergen stammt. Dieses Jahr war jedoch alles anders. Es war 2026, und wir brachen zum ersten Mal mit unserem zweijährigen Jonáš auf. Die romantischen Vorstellungen von langen, anspruchsvollen Tagestouren verflüchtigten sich schnell und wir mussten unsere Pläne komplett überdenken. Und genau deshalb ist Seceda so brillant: Die Seilbahn erledigt den Großteil der Arbeit für euch, und in nur 15 Minuten befindet ihr euch auf 2.500 Metern Höhe mit dem fotogenischsten Panorama ganz Italiens. Das klappt mit Kleinkind, mit Hund – und genauso gut, wenn ihr einfach keine Hochleistungssportler seid.

Also, ich zeige euch, wie ihr das alles stressfrei hinbekommt – von der Seilbahn bis zur besten Almhütte mit Alpakas. 😉 Dazu gibt es Infos zur richtigen Seilbahn, zum besten Mittagessen am Berg und dazu, wann ihr losfahren solltet, um den größten Touristenströmen aus dem Weg zu gehen.

Zusammenfassung

  • Wo es liegt: Im Grödnertal (Val Gardena), Region Trentino-Südtirol im Norden Italiens.
  • So kommt ihr rauf: Am schnellsten mit der zweiteiligen Seilbahn direkt aus dem Ort Ortisei (St. Ulrich).
  • Für wen es geeignet ist: Wirklich für alle. Der Ausblick ist direkt an der Bergstation, es gibt einfache Spazierwege genauso wie anspruchsvolle Grattouren.
  • Mit Kinderwagen: Grundsätzlich möglich, aber nur mit einem Geländekinderwagen und auf den breiten Hauptwegen. Ein Tragesystem ist deutlich empfehlenswerter!
  • Wann fahren: Die Seilbahnen laufen von Ende Mai bis Mitte Oktober. Im Sommer am besten gleich zur ersten Fahrt morgens da sein.
  • Unterkunft: Ortisei ist die ideale Basis – spart euch die teuren Parkgebühren direkt an der Seilbahn.
  • Hunde: Dürfen in die Seilbahn (meist gegen eine kleine Gebühr) und müssen einen Maulkorb tragen, auch wenn es die Italiener damit oft nicht so genau nehmen.

Was ist Seceda eigentlich – und warum will dort jeder hin?

Seceda ist technisch gesehen nicht einmal der höchste Berg der Umgebung – aber das spielt überhaupt keine Rolle. Wenn man „Seceda“ sagt, sehen alle sofort diesen unglaublichen Grat des Geislermassivs (italienisch Odle), der aussieht wie von einem anderen Planeten. Die Berge wirken, als hätte jemand riesige Steinklingen in die Erde gerammt: Auf einer Seite fallen sie sanft in grüne Almwiesen ab, auf der anderen stürzen sie senkrecht in eine tiefe Schlucht. Dieser Anblick hat der Region einen Platz auf der UNESCO-Welterbeliste eingebracht.

Besonders faszinierend ist die Geologie dieses Ortes. Diese Gipfel bildeten einst Korallenriffe am Grund des Urmeeres Tethys, die sich über Millionen von Jahren in ihre heutige Form gefaltet haben. Vielleicht ist es genau diese besondere Gesteinszusammensetzung (Dolomit), die ein weiteres magisches Phänomen erzeugt, wegen dem Fotografen aus aller Welt hierher pilgern: die sogenannte Enrosadira. Bei Sonnenauf- und -untergang färben sich die Felsen in atemberaubende Nuancen von Rosa, Orange und Feuerrot. Wir haben mit Jonáš dieses Jahr leider nicht auf den Sonnenuntergang gewartet – der Abendbrei ließ grüßen – aber aus früheren Besuchen kann ich bestätigen: Das ist ein Erlebnis, bei dem einem eine Gänsehaut nach der anderen überlauft.

Wann die Seceda besuchen – und was euch wettertechnisch erwartet

Einmal sind wir bei strahlendem Sonnenschein raufgefahren und innerhalb von zehn Minuten hüllte uns dichter Nebel ein – kein Meter Sicht. Die 40 Euro für die Seilbahn haben wir dann mit Canederli und Kaffee in der Hütte weggeatmet. Die Lektion: Das Bergwetter lässt sich nicht bestechen, und die Wahl des richtigen Tages ist das Allerwichtigste. Die beste Reisezeit ist eindeutig von Mitte Juni bis Ende September, wenn die Berghütten in vollem Betrieb sind und der Schnee von den Wegen meist vollständig verschwunden ist.

Im Juli und August ist es wunderschön warm und die Wiesen sind mit blühenden Alpenblumen übersät – aber ihr müsst mit einem enormen Touristenandrang rechnen. Der August ist in Italien außerdem der Monat der Nationalferien (das sogenannte Ferragosto), sodass ihr oben nicht nur uns nordeuropäische Reisende antrefft, sondern quasi ganz Italien, das sich geschlossen in die Berge verlagert hat 😅. Mein Geheimtipp: im September oder Anfang Oktober fahren. Die Luft ist klarer und frischer, die Massen lichten sich und die Lärchen beginnen sich golden zu färben.

Was das Seceda-Wetter betrifft, gilt in den Dolomiten eine nahezu eiserne Regel: die 13-Uhr-Regel. In den Sommermonaten ist der Himmel morgens meist strahlend blau, doch sobald sich die Täler erwärmen, beginnen sich Wolken zu bilden und gegen 13 bis 14 Uhr kommen sehr häufig heftige Gewitter auf. Fahrt also gleich mit der ersten Gondel rauf – in Ortisei geht es gegen halb neun los. Bevor ihr überhaupt Tickets kauft, empfehle ich dringend, die aktuelle Webcam Seceda im Netz zu checken (einfach „Seceda Webcam“ googeln), damit ihr seht, ob oben nicht dichte Tiefbewölkung hängt. Das Wetter in den Bergen ändert sich von Minute zu Minute – die Kamera ist euer bester Freund.

So kommt ihr auf die Seceda: Seilbahn oder zu Fuß

Das Grödnertal (Val Gardena) ist aus Deutschland sehr bequem mit dem Auto erreichbar – über den Brenner und dann ins Tal hinein. Von München aus seid ihr in etwa dreieinhalb bis vier Stunden dort, von Berlin eher sieben bis acht Stunden – je nachdem, wie lange ihr auf der A8 im Münchner Stau steht. Wer mit dem Flieger anreist, findet günstige Verbindungen nach Innsbruck (nur ca. 1,5 Std. entfernt), Verona oder Venedig. Vor Ort habt ihr dann mehrere Möglichkeiten, den berühmten Grat zu erreichen.

Mit der Seilbahn ab Ortisei (schnellste und bequemste Option)

Das ist die absolute Klassiker-Variante, und die Seceda-Seilbahn (auch bekannt als Seceda cable car) ist für die meisten Besucher die erste Wahl. Die Talstation findet ihr direkt im Ortszentrum von Ortisei (ladinisch Urtijëi). Die Fahrt erfolgt in zwei Abschnitten: Zuerst bringt euch eine kleinere Kabine zur Mittelstation Furnes, wo ihr in eine große Gondel umsteigt, die euch direkt auf den Gipfel auf 2.500 Meter bringt.

Alles in allem dauert es rund 15 Minuten. Das Erlebnis ist toll – in der großen Gondel schaukelt es ein wenig, wenn ihr über die Stützen fahrt, aber die Ausblicke ins Tal sind einfach fantastisch. An der Talstation gibt es ein großes kostenpflichtiges Parkhaus, das in der Hochsaison aber oft schon früh morgens voll ist.

Alternative über Col Raiser ab St. Christina

Wer im benachbarten St. Christina (Santa Cristina) übernachtet oder den Warteschlangen in Ortisei ausweichen möchte, kann die Gondelbahn Col Raiser nehmen. Diese bringt euch zwar nicht ganz bis auf den höchsten Grat mit dem ikonischen Ausblick, setzt euch aber etwas tiefer auf wunderschönen Almwiesen am Fuß der Geislerspitzen ab.

Von dort müsst ihr zum Hauptaussichtspunkt auf der Seceda noch ungefähr anderthalb Stunden stramm bergauf laufen. Es ist ein schöner Spaziergang – vorausgesetzt, ihr schiebt keinen Kinderwagen – und dazu noch etwas günstiger als die direkte Variante.

Zu Fuß für Ausdauerbegeisterte

Für alle, die gerne herausgefordert werden und keinen Jonáš im Gepäck haben: Von Ortisei oder St. Christina führen mehrere Wanderwege auf den Gipfel. Rechnet aber mit einem ordentlichen Aufstieg – rund 1.100 Höhenmeter liegen vor euch, was gut drei bis vier Stunden reine Gehzeit bedeutet.

In früheren Jahren wären Lukáš und ich wahrscheinlich keuchend zu Fuß raufgestapft. Dieses Jahr haben wir das teure Seilbahnticket am Drehkreuz mit großer Erleichterung und Dankbarkeit gezückt.

Wo übernachten in Ortisei und Umgebung + Budget

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist für die Erkundung des Grödnertals entscheidend. Wir schwören auf Ortisei. Es ist ein zauberhaftes Alpenstädtchen mit einem schönen historischen Zentrum, einer Fußgängerzone voller kleiner Cafés, in denen es nach Espresso duftet – und vor allem habt ihr die Seilbahn auf die Seceda (und auf die gegenüberliegende Seiser Alm) zu Fuß erreichbar. So müsst ihr jeden Morgen nicht um teure Parkplätze kämpfen.

Übernachten im Grödnertal ist keine günstige Angelegenheit – aber für den Ausblick direkt aus dem Fenster am frühen Morgen ist das Geld einfach gut angelegt. Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, dem können wir mit gutem Gewissen das B&B Villa Angelino empfehlen, wo wir selbst schon sehr zufrieden waren, oder das schöne Apartment Apt Lara Siela, wenn ihr lieber selbst kocht. Wer etwas mehr Komfort mit traumhaftem Bergblick und Pool möchte, ist im ausgezeichneten Hotel Scherlin bestens aufgehoben. Aktuelle Verfügbarkeiten und Preise für Unterkünfte in Ortisei und dem Grödnertal vergleicht ihr ganz einfach auf Booking.com.

Was das Budget angeht: Das Grödnertal ist teurer als weniger bekannte Täler im Trentino. Eine Woche Urlaub für zwei Personen in einer ordentlichen Pension mit Frühstück, dem Kauf einer Mehrtages-Karte für die Seilbahnen (z. B. die attraktive Gardena Card) und gelegentlichen Abendessen im Restaurant kostet euch grob zwischen 1.400 und 1.800 Euro. Das hängt natürlich davon ab, wie viele Aperol Spritz für 6 bis 8 Euro ihr täglich auf den sonnigen Hüttenterrassen trinkt 😅. Dazu kommen noch ein paar Euro für die Maut auf italienischen Autobahnen und Sprit.

Was auf der Seceda und in der Umgebung zu sehen ist: 10 Tipps für die schönsten Orte und Erlebnisse

Die Seceda in den Dolomiten ist mehr als nur das eine ikonische Foto. Das ist ein riesiges Hochplateau, das wir über die Jahre ausgiebig erwandert haben – mit Hunden, ohne Hunde, mit Jonáš im Tragesystem und ohne. Hier ist das, was sich wirklich lohnt.

1. Das ikonische Gipfelpanorama (Der beste Aussichtspunkt)

Das hier ist der Grund, warum alle herkommen – und ihr findet ihn überraschend leicht. Sobald ihr aus der großen Gondel an der Bergstation aussteigt, folgt ihr dem breiten Weg nach links bergauf.

Zehn Minuten auf dem gut ausgebauten Weg – und plötzlich steht ihr vor der eisernen Aussichtsplattform und dem Gipfelkreuz auf 2.519 m ü. M., und dann klappt euch einfach der Kiefer runter. Direkt vor euch öffnet sich ein unendlicher Abgrund, aus dem sich die unglaublichen Spitzen des Fermeda- und Geislermassivs erheben. Man hat das Gefühl, vom Grat wie auf einer Rutsche tief hinunter ins benachbarte Villnösstal gleiten zu können. Es ist immer viel los, alle wollen hier ihr Foto – aber der Anblick nutzt sich nie ab. Schaut euch auch die runde Panoramatafel an, die euch die Namen von Dutzenden umliegender Gipfel verrät.

2. Gemächliche Gratrunde

Wer den Tag nicht mit anstrengenden Aufstiegen verbringen möchte, dem empfehle ich eine Runde über das obere Plateau. Vom Gipfelkreuz geht es auf dem breiten Weg Nummer 1 in Richtung Rifugio Troier und weiter zur Pieralongia. Der Weg verläuft leicht wellig, überwiegend aber eben oder leicht bergab.

Diese gemächliche Runde dauert inklusive ausgiebiger Foto- und Genießerpausen sowie Knödelpausen etwa drei bis vier Stunden. Unsere Hündinnen Kája und Baby trottelten entspannt über die Wege, während wir die Wolken beobachteten, die sich unablässig über die scharfen Gipfel wälzten. Für Familien und Hundebesitzer ist das wohl die schönste Route am gesamten Berg.

3. Rast in der Berghütte Rifugio Troier

Almhütten – in den Dolomiten Rifugien genannt – sind eine eigene Kultur und ohne sie wäre das alles halb so schön. Das Rifugio Troier liegt direkt am Fuß der gezackten Gipfel und ist wohl unsere liebste Hütte in diesem Gebiet. Die riesige Sonnenterrasse mit Liegestühlen lädt dazu ein, einfach innezuhalten und die klare Bergluft zu genießen.

Was diese Hütte besonders macht, sind die Tiere. Rund um die Hütte laufen frei Ziegen, Hühner, Ponys, eine Alpakasippe und Kaninchen umher. Für Jonáš war das dieses Jahr besser als jedes Kinderprogramm – und Lukáš und ich konnten in aller Ruhe einen ausgezeichneten Espresso trinken. Die Küche ist fantastisch, und es riecht immer nach wärmendem Holzfeuer und Bergkräutern.

4. Besuch der Regensburger Hütte im Tal

Wer noch etwas Kraft in den Beinen hat und einen größeren Abstieg mit anschließendem Wiederaufstieg nicht scheut, kann vom Grat hinunter zur Regensburger Hütte (italienisch Rifugio Firenze) wandern. Es ist eine ältere, traditionsreichere Hütte mit langer Geschichte, die auf einer prachtvollen grünen Wiese direkt unterhalb der majestätischen Berge liegt.

Von der Bergstation der Seceda-Seilbahn braucht ihr etwa anderthalb Stunden hinunter. Die Landschaft verändert sich dabei deutlich: Ihr passiert Gebirgsbäche, kleine Bergseen und trefft unterwegs manchmal auf Murmeltiere, die euch aus ihren Verstecken unter den Steinen heraus pfeifen. Denkt daran: Ohne ein Ticket für die Col-Raiser-Seilbahn für den Rückweg müsst ihr den ganzen Aufstieg zur Bergstation der Seceda wieder zu Fuß zurücklegen.

5. Die zwei Türme Pieralongia und die Almsennerei

Das hier ist ein sehr fotogener Ort, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Auf dem Wanderweg stoßt ihr auf zwei riesige, freistehende Felstürme, die aus einer sonst flachen grünen Wiese ragen, als hätte sie dort jemand einfach abgestellt. Der Ort heißt Pieralongia.

Dort gibt es kein nobles Restaurant – eher eine kleine, improvisierte Almhütte mit Holzbänken, wo ihr frische Buttermilch, Joghurt oder selbstgemachten Käse bekommt. Hier zu sitzen mit Blick auf die gewaltigen Felstürme und frische Sauermilch zu trinken ist ehrlich gesagt eines der authentischsten Erlebnisse, die die Dolomiten zu bieten haben. Oft grasen dort auch frei laufende Esel, was die stimmungsvolle Atmosphäre noch abrundet.

6. E-Bike-Abfahrt für Adrenalinfans

In Ortisei könnt ihr hochwertige E-Bikes ausleihen und damit rauffahren – oder die Seilbahn nutzen, die euer Rad gegen Aufpreis befördert. Die Seceda ist nämlich von einem Netz aus Schotter- und Erdwegen durchzogen, die wie gemacht für E-Bikes sind.

Die Abfahrt vom Gipfel hinunter ins Tal ist offenbar ein Erlebnis für sich – jedenfalls hat Lukáš den vorbeifahrenden Bikern mit einem solch sehnsüchtigen Blick nachgeschaut, dass ich Angst hatte, er springt einfach so ohne Vorwarnung auf ein Bike. Die Wege teilt ihr mit Wanderern, und die steileren Abschnitte mit losem Gestein sollen ziemlich tückisch sein – also nichts für bluttige Anfänger.

7. Sonnenauf- und Sonnenuntergang über den gezackten Gipfeln

Wie schon erwähnt: Das Phänomen der Enrosadira ist typisch für diese Region. Obwohl die Seilbahn regulär erst gegen neun Uhr morgens fährt (und ihr bis fünf Uhr nachmittags wieder unten sein müsst), steigen Fotografen nachts zu Fuß rauf oder nutzen spezielle Frühfahrten, die nur wenige Male im Jahr während der Hochsommermonate angeboten werden.

Die ersten Sonnenstrahlen zu sehen, wie sie sich langsam ins Tal ergießen und die dunklen Schatten der Geislerspitzen in Feuerrot tauchen – das vergisst man sein Leben lang nicht. Wer kein Frühaufsteher ist, kann auch eine Abendrunde einplanen, muss dann allerdings mit der Stirnlampe zu Fuß ins Tal absteigen, weil die Seilbahnen nicht mehr fahren.

8. Ortisei (St. Ulrich) erkunden

Nach einem langen Tag auf dem Berg einfach zum Hotel durchzufahren wäre schade. Ortisei ist die Perle des gesamten Tals. Das Grödnertal ist seit Jahrhunderten berühmt für seine Schnitzkunst. An fast jeder Ecke findet ihr Läden mit unglaublich detailreich gearbeiteten Holzskulpturen – von traditionellen Krippen bis hin zu moderner Kunst.

Schlendert durch die Fußgängerzone, gönnt euch ein herrliches Eis (das Gelato ist natürlich absolut göttlich) und lasst einfach diese besondere Atmosphäre auf euch wirken, in der sich tirolische Präzision und süditalienische Leichtigkeit vermischen. Genau dieser seltsame Mix ist es, der mich an Südtirol immer wieder begeistert.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten in Sëlva, Dolomiten
4 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

9. St. Christina und Wolkenstein im Grödnertal

Das Grödnertal ist mehr als nur Ortisei – und es wäre schade, so weit zu fahren und den Rest nicht zu sehen. St. Christina ist etwas ruhiger und kleiner, wir machen dort gerne einen Nachmittagsspaziergang – am besten mit einem Eis auf dem Weg heimwärts.

Am höchsten liegt Wolkenstein (Selva), das im Sommer etwas vom Wintersport-Charme einbüßt, aber die Ausblicke auf den Sellastock sind wirklich beeindruckend. Von beiden Orten fahren außerdem Dutzende weiterer Seilbahnen in alle Richtungen – Langeweile ist hier ausgeschlossen.

10. Fotografieren und die beste Perspektive finden

Ehrlich gesagt bin ich keine professionelle Fotografin – und trotzdem habe ich festgestellt, dass die besten Bilder nicht direkt beim Gipfelkreuz entstehen, wo sich alle drängen, sondern ein Stück dahinter am Gratrand. Von dort wirken die spitzen Türme optisch enger zusammengerückt und noch viel dramatischer.

Fotografiert auch gerne mit einer kleinen Figur aus eurer Gruppe am Wegrand, um dem Bild einen Maßstab zu geben – sonst kommt die überwältigende Größe der Felswände nicht wirklich rüber. Und bedenkt: Das schlechteste Licht zum Fotografieren ist genau mittags, wenn die Sonne am höchsten steht und harte Schatten wirft. Versucht, bis zum späten Nachmittag durchzuhalten.

Seceda mit Kinderwagen und Kleinkind (unsere diesjährige Realität)

Ich muss zugeben: Ausflüge mit einem Zweijährigen zu planen ist eine völlig andere Disziplin als das, was Lukáš und ich bisher gewohnt waren. Aber schafft eine Familie mit Kleinkind die Seceda? Absolut! Die zweiteilige Seilbahn ist dabei eine riesige Hilfe. In die große Gondel an der Mittelstation passt ein Kinderwagen problemlos rein.

Oben führt zur Aussichtsplattform ein recht breiter Schotterweg, und mit einem wirklich guten Geländekinderwagen (gemeint: mit großen Rädern und Federung, nicht das Klappgestell aus dem Einkaufszentrum) kommt ihr auch auf einem Teil der Gratroute zu den Hütten weiter – aber ehrlich gesagt ist ein ergonomisches Tragesystem die viel bessere Idee. Jonáš hatte so einen herrlichen Rundumblick, wir hatten die Hände frei und mussten keine Angst haben, ihn auf größeren Steinen durchzuschütteln. Außerdem ist er in der Trage in der frischen Bergluft wunderbar eingeschlafen. Vergesst auf keinen Fall eine warme Mütze und eine gute Jacke für die Kinder – oben pfeift es ordentlich, und es ist 10 bis 15 Grad kühler als unten im Tal.

Wo essen

In den Dolomiten erwartet euch eine ganz besondere Gastronomie: Italienischer Espresso und Pasta treffen auf deftige Südtiroler Knödel, und dazu bringen die Ladiner – die ursprünglichen Bewohner der Täler – ihre uralten Rezepte mit ein.

Wenn ihr auf einer Holzbank mit diesem Ausblick sitzt, müsst ihr unbedingt Canederli (auf Deutsch: Knödel) probieren. Das sind große, runde Knödel aus Semmelteig, die mit lokalem Speck oder Spinat vermengt und entweder in kräftiger Brühe serviert oder mit heißer Butter übergossen und mit Parmesan bestreut werden. Klingt schlicht – schmeckt aber wie im Himmel.

Eine weitere Konstante ist die hervorragende Polenta, die die Ladiner mit im Wald gesammelten Pilzen und geschmolzenem Alpkäse zubereiten. Und das süße Finale? Ohne Apfelstrudel mit warmer Vanillesoße oder ohne eine Portion Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren dürft ihr nicht gehen. Beides liefert euch so viel Energie, dass ihr den Weg zur Seilbahn hinunter wie ein Gemse lauft.

Praktische Tipps und Fotoguide

Für alle, die noch in der Planungsphase sind: Hier kommen ein paar bewährte Hinweise. Im Jahr 2026 lag der Preis für eine Hin- und Rückfahrt ab Ortisei auf den Gipfel bei rund 40 bis 45 Euro pro Person. Das ist kein Schnäppchen, aber die Wartung dieser gewaltigen Seilbahninfrastruktur unter extremen Bedingungen kostet eben ihren Preis. Wer mehrere Tage im Grödnertal verbringt, sollte unbedingt die Gardena Card in Betracht ziehen, die alle umliegenden Seilbahnen einschließt.

Lasst euch von der Temperatur unten in der Unterkunft nicht täuschen. Im Rucksack müsst ihr IMMER eine Windjacke, eine warme Zwischenschicht und ruhig auch eine dünne Mütze dabei haben – selbst wenn unten in Südtirol gerade Hochsommer mit dreißig Grad herrscht. Auf über 2.500 Metern kann das Wetter blitzschnell umschlagen.

Die letzte Seilbahn nach unten fährt üblicherweise zwischen 17:00 und 17:30 Uhr (genaue Zeit bitte am Drehkreuz prüfen). Verlasst euch nicht darauf, dass man euch noch mitnimmt. Wenn die Seilbahn schließt, erwartet euch ein langer und kniebelastender Abstieg zu Fuß. Und noch einmal – ich kann es nicht oft genug sagen: Bevor ihr die teuren Tickets kauft, öffnet auf dem Handy das Seceda-Wetter und vor allem die Live-Kamera vom Gipfel. Manchmal strahlt das gesamte Tal in der Sonne, während die Seceda eine dicke graue Wolkenkappe trägt und ihr oben buchstäblich die Hand vor Augen nicht seht.

Was es in der Umgebung noch zu sehen gibt: Tipps für weitere Ausflüge

Wenn ihr das Grödnertal erkundet habt und Lust auf einen Tagesausflug mit dem Auto habt: Die Dolomitenregion ist riesig und bietet endlose Möglichkeiten. Direkt gegenüber der Seceda jenseits des Tals liegt die weitläufige Hochalm Seiser Alm (Alpe di Siusi) mit verstreuten Holzhütten und Blick auf den Langkofel. Wer dramatischere Berge liebt, sollte einen Blick in unseren vollständigen Reiseführer zu Cortina d’Ampezzo werfen – die perfekte Basis für die östlichen Dolomiten und die berühmten Drei Zinnen.

Außerdem empfehle ich unseren Artikel darüber, was es in den Dolomiten zu tun gibt, mit vielen weiteren Inspirationen. Wer lieber entspannte Spaziergänge sucht, findet bei uns 5 Wanderwege für jeden. Und wer ein bisschen Trubel für ein schönes Foto in Kauf nimmt, sollte auch den smaragdgrünen See Pragser Wildsee (Lago di Braies) nicht verpassen.

Was vor der nächsten Italienreise zu erledigen ist

Bevor ihr zum nächsten Abenteuer aufbrecht, haben wir ein paar bewährte Hinweise für euch. Reisen durch Italien kann manchmal etwas chaotisch sein – da ist es besser, gut vorbereitet zu sein.

Lukáš und ich organisieren das mittlerweile ziemlich routiniert, aber selbst uns passiert es manchmal, dass wir etwas vergessen. Diese Dienste haben sich für uns jedenfalls bewährt:

  • Flüge finden: Wer nicht mit dem Auto fährt, findet günstige Flüge nach Innsbruck, Verona oder Venedig – wir suchen gerne auf Kiwi. Ab Deutschland gibt es auch direkte Züge nach Bozen oder Innsbruck.
  • Mietwagen: Wer fliegt, kommt in den Bergen ohne Auto kaum weiter. Wir nutzen seit Langem DiscoverCars – weltweit zuverlässig und mit gutem Preisvergleich.
  • Reiseversicherung nicht vergessen: Die Berge sind unberechenbar, und ein Rettungshubschrauber in Italien kostet ein Vermögen. Wir fahren regelmäßig mit einer guten Auslandskrankenversicherung – mehr dazu in unserer Rezension zu SafetyWing.
  • Mobile Daten: Damit ihr die Webcam und die Wettervorhersage direkt auf dem Trail abrufen könnt, braucht ihr gute Verbindung. Lest unsere Rezension zur Holafly eSIM.
  • Das richtige Schuhwerk: Turnschuhe aus der Stadt könnt ihr vergessen – auch auf den befestigten Wegen braucht ihr Halt. Schaut euch unsere Tipps zu Wanderschuhen an.
Erlebnisse & Tickets
von Reisenden bewertet · GetYourGuide
San Vigilio di Marebbe: Die längste Zipline Europas
★★★★★ 4.8 · 100 Bewertungen
ab 89 €
Das will ich erleben →
🔗 Affiliate-Links — kein Aufpreis für dich, sie helfen uns, Inhalte zu erstellen. · Alle Erlebnisse →

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Noch Fragen offen? Hier sind die Antworten auf die häufigsten Dinge, die mich zur Seceda auf Instagram erreichen und die im Netz rege gesucht werden.

Was kostet die Seilbahn auf die Seceda?

Die Preise ändern sich natürlich jedes Jahr leicht. Im Jahr 2026 kostet ein Rückfahrticket von Ortisei zum Gipfel (beide Sektionen der Seilbahn) für Erwachsene zwischen 40 und 45 Euro. Es gibt ermäßigte Kindertickets und Familienpakete. Für euren Hund zahlt ihr meistens eine Gebühr von etwa 5 Euro. Und wenn ihr länger im Val Gardena bleibt, lohnt es sich auf jeden Fall, den Kauf einer mehrtägigen Gardena Card in Betracht zu ziehen, die alle umliegenden Seilbahnen einschließt.

Wie kommt man zur Seceda?

Am einfachsten fahrt ihr mit dem Auto ins italienische Tal Val Gardena nach Ortisei. Wir empfehlen euch, gleich morgens einen Parkplatz zu sichern, weil es später ziemlich voll wird. Direkt vom Zentrum in Ortisei führt dann eine zweiteilige Seilbahn (Ortisei-Furnes und Furnes-Seceda), die euch in etwa 15 Minuten bis auf den Gipfel des Berges auf 2.500 Meter Höhe zum ikonischen Aussichtspunkt bringt.

Wie lange fährt die Seilbahn zur Seceda?

Die Fahrt von Ortisei besteht aus zwei Teilen und dauert reine Fahrzeit etwa 15 Minuten. Das Erlebnis in der Kabine ist aber sehr angenehm und vergeht wie im Flug. Rechnet aber immer mit einem Umstieg in der Mittelstation Furnes und lasst euch in den Sommermonaten ausreichend Zeitpuffer für Wartezeiten und Schlangen an der Talstation.

Wo parkt man am besten für einen Ausflug zur Seceda?

Am besten lasst ihr euer Auto auf dem großen gebührenpflichtigen Parkplatz direkt an der Talstation der Seilbahn in Ortisei stehen. Dann habt ihr es zu den Kassen wirklich nur ein paar Schritte. In der Hauptsaison im Sommer füllt er sich aber sehr schnell, deshalb empfehle ich, gleich morgens anzureisen. Alternativ könnt ihr auch die Auffangparkplätze im Ort nutzen und das Stück zur Seilbahn zu Fuß gehen.

Kann man Hunde mit auf die Seilbahn und die Wanderung nehmen?

Ja, wir reisen mit zwei Hunden (Kája und Baby) und mit der Seilbahn gab es nie Probleme. Ihr müsst für sie aber ein eigenes Ticket kaufen und einen Maulkorb dabeihaben, auch wenn die Italiener das oft nicht so genau nehmen. Auf dem Grat selbst solltet ihr euren Hund lieber an der Leine führen. Überall ringsum weiden nämlich frei Kühe, Schafe und Pferde, damit ihr euch nicht unnötig Stress mit dem Hinterherjagen macht.

Schaffen wir die Seceda auch bei Regen?

Ehrlich gesagt würde ich euch einen Besuch bei Regen oder dichtem Nebel nicht empfehlen. Für das Geld für die Seilbahn seht ihr nur einen grauen Schleier, verpasst die Aussichten und wegen der matschigen Wege wird es eher zur Qual. Wartet lieber auf besseres Wetter, das ist in den Bergen wirklich entscheidend. Wenn es schön ist, entschädigt euch die Aussicht hundertfach für alles.

Dürfen wir oben mit einer Drohne fliegen?

Die Dolomiten haben sehr strenge Regeln für Drohnen und die Seceda ist in dieser Hinsicht absolut hoffnungslos. Es gibt hier UNESCO-Regeln, Naturpark, Naturschützer und Strafen, bei denen ihr weinen werdet. Macht eure Fotos also lieber auf traditionelle Weise und lasst die Drohne schön zu Hause im Rucksack. Außerdem werden die Ruhe ohne surrende Propeller über dem Kopf auch die anderen Touristen und Tiere zu schätzen wissen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!