Seceda, Dolomiten: 10 Tipps – Was du sehen und erleben solltest

Als wir das erste Mal vor diesen ikonischen, gezackten Gipfeln standen, die aussehen, als hätte sie jemand schief aus dem Boden gerissen, blieb mir buchstäblich der Mund offen. Seceda in den Dolomiten ist einfach Liebe auf den ersten Blick. Wenn ihr plant, die italienischen Dolomiten zu besuchen, muss ich euch vorwarnen: Dieser Ort wird euch komplett in seinen Bann ziehen – und danach werdet ihr kaum noch woanders in die Berge fahren wollen. ☺️

Wir fahren schon seit Jahren mit Lukáš in die Dolomiten – so sehr, dass unsere Hündin Kája dort sogar ihre Begleiterin Baby gefunden hat, eine Hündin, die direkt aus den hiesigen Bergen stammt. Dieses Jahr war jedoch alles anders. Es war 2026, und wir brachen zum ersten Mal mit unserem zweijährigen Jonáš auf. Die romantischen Vorstellungen von langen, anspruchsvollen Tagestouren verflüchtigten sich schnell und wir mussten unsere Pläne komplett überdenken. Und genau deshalb ist Seceda so brillant: Die Seilbahn erledigt den Großteil der Arbeit für euch, und in nur 15 Minuten befindet ihr euch auf 2.500 Metern Höhe mit dem fotogenischsten Panorama ganz Italiens. Das klappt mit Kleinkind, mit Hund – und genauso gut, wenn ihr einfach keine Hochleistungssportler seid.

Also, ich zeige euch, wie ihr das alles stressfrei hinbekommt – von der Seilbahn bis zur besten Almhütte mit Alpakas. 😉 Dazu gibt es Infos zur richtigen Seilbahn, zum besten Mittagessen am Berg und dazu, wann ihr losfahren solltet, um den größten Touristenströmen aus dem Weg zu gehen.

Blick vom Aussichtspunkt Seceda auf die gezackten Geislerspitzen über einem Holzgeländer
Blick vom Aussichtspunkt Seceda auf die Geislerspitzen (Odle)
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Zusammenfassung

  • Wo es liegt: Im Grödnertal (Val Gardena), Region Trentino-Südtirol im Norden Italiens.
  • So kommt ihr rauf: Am schnellsten mit der zweiteiligen Seilbahn direkt aus dem Ort Ortisei (St. Ulrich).
  • Für wen es geeignet ist: Wirklich für alle. Der Ausblick ist direkt an der Bergstation, es gibt einfache Spazierwege genauso wie anspruchsvolle Grattouren.
  • Mit Kinderwagen: Grundsätzlich möglich, aber nur mit einem Geländekinderwagen und auf den breiten Hauptwegen. Ein Tragesystem ist deutlich empfehlenswerter!
  • Wann fahren: Die Seilbahnen laufen von Ende Mai bis Mitte Oktober. Im Sommer am besten gleich zur ersten Fahrt morgens da sein.
  • Unterkunft: Ortisei ist die ideale Basis – spart euch die teuren Parkgebühren direkt an der Seilbahn.
  • Hunde: Dürfen in die Seilbahn (meist gegen eine kleine Gebühr) und müssen einen Maulkorb tragen, auch wenn es die Italiener damit oft nicht so genau nehmen.

Was ist Seceda eigentlich – und warum will dort jeder hin?

Seceda ist technisch gesehen nicht einmal der höchste Berg der Umgebung – aber das spielt überhaupt keine Rolle. Wenn man „Seceda“ sagt, sehen alle sofort diesen unglaublichen Grat des Geislermassivs (italienisch Odle), der aussieht wie von einem anderen Planeten. Die Berge wirken, als hätte jemand riesige Steinklingen in die Erde gerammt: Auf einer Seite fallen sie sanft in grüne Almwiesen ab, auf der anderen stürzen sie senkrecht in eine tiefe Schlucht. Dieser Anblick hat der Region einen Platz auf der UNESCO-Welterbeliste eingebracht.

Der geneigte Grasgrat der Seceda mit den charakteristischen Geislerspitzen im Hintergrund
Der geneigte Grasgrat der Seceda mit den charakteristischen Geislerspitzen (Odle)

Besonders faszinierend ist die Geologie dieses Ortes. Diese Gipfel bildeten einst Korallenriffe am Grund des Urmeeres Tethys, die sich über Millionen von Jahren in ihre heutige Form gefaltet haben. Vielleicht ist es genau diese besondere Gesteinszusammensetzung (Dolomit), die ein weiteres magisches Phänomen erzeugt, wegen dem Fotografen aus aller Welt hierher pilgern: die sogenannte Enrosadira. Bei Sonnenauf- und -untergang färben sich die Felsen in atemberaubende Nuancen von Rosa, Orange und Feuerrot. Wir haben mit Jonáš dieses Jahr leider nicht auf den Sonnenuntergang gewartet – der Abendbrei ließ grüßen – aber aus früheren Besuchen kann ich bestätigen: Das ist ein Erlebnis, bei dem einem eine Gänsehaut nach der anderen überlauft.

Wann die Seceda besuchen – und was euch wettertechnisch erwartet

Einmal sind wir bei strahlendem Sonnenschein raufgefahren und innerhalb von zehn Minuten hüllte uns dichter Nebel ein – kein Meter Sicht. Die 40 Euro für die Seilbahn haben wir dann mit Canederli und Kaffee in der Hütte weggeatmet. Die Lektion: Das Bergwetter lässt sich nicht bestechen, und die Wahl des richtigen Tages ist das Allerwichtigste. Die beste Reisezeit ist eindeutig von Mitte Juni bis Ende September, wenn die Berghütten in vollem Betrieb sind und der Schnee von den Wegen meist vollständig verschwunden ist.

Das Langkofel-Massiv mit Almwiesen und Schneeresten im späten Frühling
Das Langkofel-Massiv mit Almwiesen und Schneeresten im späten Frühling

Im Juli und August ist es wunderschön warm und die Wiesen sind mit blühenden Alpenblumen übersät – aber ihr müsst mit einem enormen Touristenandrang rechnen. Der August ist in Italien außerdem der Monat der Nationalferien (das sogenannte Ferragosto), sodass ihr oben nicht nur uns nordeuropäische Reisende antrefft, sondern quasi ganz Italien, das sich geschlossen in die Berge verlagert hat 😅. Mein Geheimtipp: im September oder Anfang Oktober fahren. Die Luft ist klarer und frischer, die Massen lichten sich und die Lärchen beginnen sich golden zu färben.

Was das Seceda-Wetter betrifft, gilt in den Dolomiten eine nahezu eiserne Regel: die 13-Uhr-Regel. In den Sommermonaten ist der Himmel morgens meist strahlend blau, doch sobald sich die Täler erwärmen, beginnen sich Wolken zu bilden und gegen 13 bis 14 Uhr kommen sehr häufig heftige Gewitter auf. Fahrt also gleich mit der ersten Gondel rauf – in Ortisei geht es gegen halb neun los. Bevor ihr überhaupt Tickets kauft, empfehle ich dringend, die aktuelle Webcam Seceda im Netz zu checken (einfach „Seceda Webcam“ googeln), damit ihr seht, ob oben nicht dichte Tiefbewölkung hängt. Das Wetter in den Bergen ändert sich von Minute zu Minute – die Kamera ist euer bester Freund.

So kommt ihr auf die Seceda: Seilbahn oder zu Fuß

Das Grödnertal (Val Gardena) ist aus Deutschland sehr bequem mit dem Auto erreichbar – über den Brenner und dann ins Tal hinein. Von München aus seid ihr in etwa dreieinhalb bis vier Stunden dort, von Berlin eher sieben bis acht Stunden – je nachdem, wie lange ihr auf der A8 im Münchner Stau steht. Wer mit dem Flieger anreist, findet günstige Verbindungen nach Innsbruck (nur ca. 1,5 Std. entfernt), Verona oder Venedig. Vor Ort habt ihr dann mehrere Möglichkeiten, den berühmten Grat zu erreichen.

Die Seceda-Seilbahn fährt eine steile Felswand ins Tal hinunter
Die Seceda-Seilbahn an der steilen Felswand

Mit der Seilbahn ab Ortisei (schnellste und bequemste Option)

Das ist die absolute Klassiker-Variante, und die Seceda-Seilbahn (auch bekannt als Seceda cable car) ist für die meisten Besucher die erste Wahl. Die Talstation findet ihr direkt im Ortszentrum von Ortisei (ladinisch Urtijëi). Die Fahrt erfolgt in zwei Abschnitten: Zuerst bringt euch eine kleinere Kabine zur Mittelstation Furnes, wo ihr in eine große Gondel umsteigt, die euch direkt auf den Gipfel auf 2.500 Meter bringt.

Die Gondelbahn von Ortisei steigt über bewaldete Hänge empor
Die Gondelbahn von Ortisei steigt über die bewaldeten Hänge empor

Alles in allem dauert es rund 15 Minuten. Das Erlebnis ist toll – in der großen Gondel schaukelt es ein wenig, wenn ihr über die Stützen fahrt, aber die Ausblicke ins Tal sind einfach fantastisch. An der Talstation gibt es ein großes kostenpflichtiges Parkhaus, das in der Hochsaison aber oft schon früh morgens voll ist.

Alternative über Col Raiser ab St. Christina

Wer im benachbarten St. Christina (Santa Cristina) übernachtet oder den Warteschlangen in Ortisei ausweichen möchte, kann die Gondelbahn Col Raiser nehmen. Diese bringt euch zwar nicht ganz bis auf den höchsten Grat mit dem ikonischen Ausblick, setzt euch aber etwas tiefer auf wunderschönen Almwiesen am Fuß der Geislerspitzen ab.

Dörfer im Grödnertal unterhalb der Dolomitengipfel
Dörfer im Grödnertal unterhalb der Dolomitengipfel

Von dort müsst ihr zum Hauptaussichtspunkt auf der Seceda noch ungefähr anderthalb Stunden stramm bergauf laufen. Es ist ein schöner Spaziergang – vorausgesetzt, ihr schiebt keinen Kinderwagen – und dazu noch etwas günstiger als die direkte Variante.

Zu Fuß für Ausdauerbegeisterte

Für alle, die gerne herausgefordert werden und keinen Jonáš im Gepäck haben: Von Ortisei oder St. Christina führen mehrere Wanderwege auf den Gipfel. Rechnet aber mit einem ordentlichen Aufstieg – rund 1.100 Höhenmeter liegen vor euch, was gut drei bis vier Stunden reine Gehzeit bedeutet.

Wanderin auf dem Bergpfad unterhalb der mächtigen Geislergruppe
Wanderin auf dem Bergpfad unterhalb der mächtigen Geislergruppe

In früheren Jahren wären Lukáš und ich wahrscheinlich keuchend zu Fuß raufgestapft. Dieses Jahr haben wir das teure Seilbahnticket am Drehkreuz mit großer Erleichterung und Dankbarkeit gezückt.

Wo übernachten in Ortisei und Umgebung + Budget

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist für die Erkundung des Grödnertals entscheidend. Wir schwören auf Ortisei. Es ist ein zauberhaftes Alpenstädtchen mit einem schönen historischen Zentrum, einer Fußgängerzone voller kleiner Cafés, in denen es nach Espresso duftet – und vor allem habt ihr die Seilbahn auf die Seceda (und auf die gegenüberliegende Seiser Alm) zu Fuß erreichbar. So müsst ihr jeden Morgen nicht um teure Parkplätze kämpfen.

Ortszentrum von Ortisei mit gelbem Gebäude und Geschäften
Ortszentrum von Ortisei mit gelbem Gebäude und Geschäften

Übernachten im Grödnertal ist keine günstige Angelegenheit – aber für den Ausblick direkt aus dem Fenster am frühen Morgen ist das Geld einfach gut angelegt. Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, dem können wir mit gutem Gewissen das B&B Villa Angelino empfehlen, wo wir selbst schon sehr zufrieden waren, oder das schöne Apartment Apt Lara Siela, wenn ihr lieber selbst kocht. Wer etwas mehr Komfort mit traumhaftem Bergblick und Pool möchte, ist im ausgezeichneten Hotel Scherlin bestens aufgehoben. Aktuelle Verfügbarkeiten und Preise für Unterkünfte in Ortisei und dem Grödnertal vergleicht ihr ganz einfach auf Booking.com.

Was das Budget angeht: Das Grödnertal ist teurer als weniger bekannte Täler im Trentino. Eine Woche Urlaub für zwei Personen in einer ordentlichen Pension mit Frühstück, dem Kauf einer Mehrtages-Karte für die Seilbahnen (z. B. die attraktive Gardena Card) und gelegentlichen Abendessen im Restaurant kostet euch grob zwischen 1.400 und 1.800 Euro. Das hängt natürlich davon ab, wie viele Aperol Spritz für 6 bis 8 Euro ihr täglich auf den sonnigen Hüttenterrassen trinkt 😅. Dazu kommen noch ein paar Euro für die Maut auf italienischen Autobahnen und Sprit.

Was auf der Seceda und in der Umgebung zu sehen ist: 10 Tipps für die schönsten Orte und Erlebnisse

Die Seceda in den Dolomiten ist mehr als nur das eine ikonische Foto. Das ist ein riesiges Hochplateau, das wir über die Jahre ausgiebig erwandert haben – mit Hunden, ohne Hunde, mit Jonáš im Tragesystem und ohne. Hier ist das, was sich wirklich lohnt.

1. Das ikonische Gipfelpanorama (Der beste Aussichtspunkt)

Das hier ist der Grund, warum alle herkommen – und ihr findet ihn überraschend leicht. Sobald ihr aus der großen Gondel an der Bergstation aussteigt, folgt ihr dem breiten Weg nach links bergauf.

Das ikonische Gipfelprofil des Seceda-Grats mit den gezackten Türmen der Geislerspitzen
Das ikonische Gipfelprofil des Seceda-Grats mit den gezackten Türmen der Geislerspitzen

Zehn Minuten auf dem gut ausgebauten Weg – und plötzlich steht ihr vor der eisernen Aussichtsplattform und dem Gipfelkreuz auf 2.519 m ü. M., und dann klappt euch einfach der Kiefer runter. Direkt vor euch öffnet sich ein unendlicher Abgrund, aus dem sich die unglaublichen Spitzen des Fermeda- und Geislermassivs erheben. Man hat das Gefühl, vom Grat wie auf einer Rutsche tief hinunter ins benachbarte Villnösstal gleiten zu können. Es ist immer viel los, alle wollen hier ihr Foto – aber der Anblick nutzt sich nie ab. Schaut euch auch die runde Panoramatafel an, die euch die Namen von Dutzenden umliegender Gipfel verrät.

2. Gemächliche Gratrunde

Wer den Tag nicht mit anstrengenden Aufstiegen verbringen möchte, dem empfehle ich eine Runde über das obere Plateau. Vom Gipfelkreuz geht es auf dem breiten Weg Nummer 1 in Richtung Rifugio Troier und weiter zur Pieralongia. Der Weg verläuft leicht wellig, überwiegend aber eben oder leicht bergab.

Diese gemächliche Runde dauert inklusive ausgiebiger Foto- und Genießerpausen sowie Knödelpausen etwa drei bis vier Stunden. Unsere Hündinnen Kája und Baby trottelten entspannt über die Wege, während wir die Wolken beobachteten, die sich unablässig über die scharfen Gipfel wälzten. Für Familien und Hundebesitzer ist das wohl die schönste Route am gesamten Berg.

3. Rast in der Berghütte Rifugio Troier

Almhütten – in den Dolomiten Rifugien genannt – sind eine eigene Kultur und ohne sie wäre das alles halb so schön. Das Rifugio Troier liegt direkt am Fuß der gezackten Gipfel und ist wohl unsere liebste Hütte in diesem Gebiet. Die riesige Sonnenterrasse mit Liegestühlen lädt dazu ein, einfach innezuhalten und die klare Bergluft zu genießen.

Was diese Hütte besonders macht, sind die Tiere. Rund um die Hütte laufen frei Ziegen, Hühner, Ponys, eine Alpakasippe und Kaninchen umher. Für Jonáš war das dieses Jahr besser als jedes Kinderprogramm – und Lukáš und ich konnten in aller Ruhe einen ausgezeichneten Espresso trinken. Die Küche ist fantastisch, und es riecht immer nach wärmendem Holzfeuer und Bergkräutern.

4. Besuch der Regensburger Hütte im Tal

Wer noch etwas Kraft in den Beinen hat und einen größeren Abstieg mit anschließendem Wiederaufstieg nicht scheut, kann vom Grat hinunter zur Regensburger Hütte (italienisch Rifugio Firenze) wandern. Es ist eine ältere, traditionsreichere Hütte mit langer Geschichte, die auf einer prachtvollen grünen Wiese direkt unterhalb der majestätischen Berge liegt.

Hüttenterrasse mit Blick auf das weitläufige Dolomitenplateau
Hüttenterrasse mit Blick auf das weitläufige Dolomitenplateau

Von der Bergstation der Seceda-Seilbahn braucht ihr etwa anderthalb Stunden hinunter. Die Landschaft verändert sich dabei deutlich: Ihr passiert Gebirgsbäche, kleine Bergseen und trefft unterwegs manchmal auf Murmeltiere, die euch aus ihren Verstecken unter den Steinen heraus pfeifen. Denkt daran: Ohne ein Ticket für die Col-Raiser-Seilbahn für den Rückweg müsst ihr den ganzen Aufstieg zur Bergstation der Seceda wieder zu Fuß zurücklegen.

5. Die zwei Türme Pieralongia und die Almsennerei

Das hier ist ein sehr fotogener Ort, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Auf dem Wanderweg stoßt ihr auf zwei riesige, freistehende Felstürme, die aus einer sonst flachen grünen Wiese ragen, als hätte sie dort jemand einfach abgestellt. Der Ort heißt Pieralongia.

Felstürme der Geislergruppe über den Almwiesen im Bereich Pieralongia
Felstürme der Geislergruppe über den Almwiesen im Bereich Pieralongia (Foto: Wolfgang Moroder, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons)

Dort gibt es kein nobles Restaurant – eher eine kleine, improvisierte Almhütte mit Holzbänken, wo ihr frische Buttermilch, Joghurt oder selbstgemachten Käse bekommt. Hier zu sitzen mit Blick auf die gewaltigen Felstürme und frische Sauermilch zu trinken ist ehrlich gesagt eines der authentischsten Erlebnisse, die die Dolomiten zu bieten haben. Oft grasen dort auch frei laufende Esel, was die stimmungsvolle Atmosphäre noch abrundet.

6. E-Bike-Abfahrt für Adrenalinfans

In Ortisei könnt ihr hochwertige E-Bikes ausleihen und damit rauffahren – oder die Seilbahn nutzen, die euer Rad gegen Aufpreis befördert. Die Seceda ist nämlich von einem Netz aus Schotter- und Erdwegen durchzogen, die wie gemacht für E-Bikes sind.

Die Abfahrt vom Gipfel hinunter ins Tal ist offenbar ein Erlebnis für sich – jedenfalls hat Lukáš den vorbeifahrenden Bikern mit einem solch sehnsüchtigen Blick nachgeschaut, dass ich Angst hatte, er springt einfach so ohne Vorwarnung auf ein Bike. Die Wege teilt ihr mit Wanderern, und die steileren Abschnitte mit losem Gestein sollen ziemlich tückisch sein – also nichts für bluttige Anfänger.

7. Sonnenauf- und Sonnenuntergang über den gezackten Gipfeln

Wie schon erwähnt: Das Phänomen der Enrosadira ist typisch für diese Region. Obwohl die Seilbahn regulär erst gegen neun Uhr morgens fährt (und ihr bis fünf Uhr nachmittags wieder unten sein müsst), steigen Fotografen nachts zu Fuß rauf oder nutzen spezielle Frühfahrten, die nur wenige Male im Jahr während der Hochsommermonate angeboten werden.

Gezackte Dolomitengipfel im goldenen Licht beim Sonnenuntergang
Gezackte Dolomitengipfel im goldenen Licht beim Sonnenuntergang (Foto: Félix Sobry, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons)

Die ersten Sonnenstrahlen zu sehen, wie sie sich langsam ins Tal ergießen und die dunklen Schatten der Geislerspitzen in Feuerrot tauchen – das vergisst man sein Leben lang nicht. Wer kein Frühaufsteher ist, kann auch eine Abendrunde einplanen, muss dann allerdings mit der Stirnlampe zu Fuß ins Tal absteigen, weil die Seilbahnen nicht mehr fahren.

8. Ortisei (St. Ulrich) erkunden

Nach einem langen Tag auf dem Berg einfach zum Hotel durchzufahren wäre schade. Ortisei ist die Perle des gesamten Tals. Das Grödnertal ist seit Jahrhunderten berühmt für seine Schnitzkunst. An fast jeder Ecke findet ihr Läden mit unglaublich detailreich gearbeiteten Holzskulpturen – von traditionellen Krippen bis hin zu moderner Kunst.

Das Dörfchen Ortisei mit barocker Kirche unterhalb der bewaldeten Hänge
Das Dörfchen Ortisei mit barocker Kirche unterhalb der bewaldeten Hänge

Schlendert durch die Fußgängerzone, gönnt euch ein herrliches Eis (das Gelato ist natürlich absolut göttlich) und lasst einfach diese besondere Atmosphäre auf euch wirken, in der sich tirolische Präzision und süditalienische Leichtigkeit vermischen. Genau dieser seltsame Mix ist es, der mich an Südtirol immer wieder begeistert.

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9. St. Christina und Wolkenstein im Grödnertal

Das Grödnertal ist mehr als nur Ortisei – und es wäre schade, so weit zu fahren und den Rest nicht zu sehen. St. Christina ist etwas ruhiger und kleiner, wir machen dort gerne einen Nachmittagsspaziergang – am besten mit einem Eis auf dem Weg heimwärts.

Historisches Dörfchen im Grödnertal mit bunten Häusern
Historisches Dörfchen im Grödnertal mit bunten Häusern

Am höchsten liegt Wolkenstein (Selva), das im Sommer etwas vom Wintersport-Charme einbüßt, aber die Ausblicke auf den Sellastock sind wirklich beeindruckend. Von beiden Orten fahren außerdem Dutzende weiterer Seilbahnen in alle Richtungen – Langeweile ist hier ausgeschlossen.

10. Fotografieren und die beste Perspektive finden

Ehrlich gesagt bin ich keine professionelle Fotografin – und trotzdem habe ich festgestellt, dass die besten Bilder nicht direkt beim Gipfelkreuz entstehen, wo sich alle drängen, sondern ein Stück dahinter am Gratrand. Von dort wirken die spitzen Türme optisch enger zusammengerückt und noch viel dramatischer.

Blick vom Seceda-Grat auf die gezackten Geislerspitzen und das Grödnertal
Blick vom Seceda-Grat auf die gezackten Geislerspitzen und das Grödnertal

Fotografiert auch gerne mit einer kleinen Figur aus eurer Gruppe am Wegrand, um dem Bild einen Maßstab zu geben – sonst kommt die überwältigende Größe der Felswände nicht wirklich rüber. Und bedenkt: Das schlechteste Licht zum Fotografieren ist genau mittags, wenn die Sonne am höchsten steht und harte Schatten wirft. Versucht, bis zum späten Nachmittag durchzuhalten.

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Seceda mit Kinderwagen und Kleinkind (unsere diesjährige Realität)

Ich muss zugeben: Ausflüge mit einem Zweijährigen zu planen ist eine völlig andere Disziplin als das, was Lukáš und ich bisher gewohnt waren. Aber schafft eine Familie mit Kleinkind die Seceda? Absolut! Die zweiteilige Seilbahn ist dabei eine riesige Hilfe. In die große Gondel an der Mittelstation passt ein Kinderwagen problemlos rein.

Seceda ist sicherlich der schönste per Seilbahn erreichbare Gipfel der italienischen Alpen. Dolomiten, Italien.
Seceda ist sicherlich der schönste per Seilbahn erreichbare Gipfel der italienischen Alpen. Dolomiten, Italien.

Oben führt zur Aussichtsplattform ein recht breiter Schotterweg, und mit einem wirklich guten Geländekinderwagen (gemeint: mit großen Rädern und Federung, nicht das Klappgestell aus dem Einkaufszentrum) kommt ihr auch auf einem Teil der Gratroute zu den Hütten weiter – aber ehrlich gesagt ist ein ergonomisches Tragesystem die viel bessere Idee. Jonáš hatte so einen herrlichen Rundumblick, wir hatten die Hände frei und mussten keine Angst haben, ihn auf größeren Steinen durchzuschütteln. Außerdem ist er in der Trage in der frischen Bergluft wunderbar eingeschlafen. Vergesst auf keinen Fall eine warme Mütze und eine gute Jacke für die Kinder – oben pfeift es ordentlich, und es ist 10 bis 15 Grad kühler als unten im Tal.

Wo essen

In den Dolomiten erwartet euch eine ganz besondere Gastronomie: Italienischer Espresso und Pasta treffen auf deftige Südtiroler Knödel, und dazu bringen die Ladiner – die ursprünglichen Bewohner der Täler – ihre uralten Rezepte mit ein.

Traditionelles Berghotel mit gelber Fassade in Ortisei
Traditionelles Berghotel mit gelber Fassade in Ortisei

Wenn ihr auf einer Holzbank mit diesem Ausblick sitzt, müsst ihr unbedingt Canederli (auf Deutsch: Knödel) probieren. Das sind große, runde Knödel aus Semmelteig, die mit lokalem Speck oder Spinat vermengt und entweder in kräftiger Brühe serviert oder mit heißer Butter übergossen und mit Parmesan bestreut werden. Klingt schlicht – schmeckt aber wie im Himmel.

Eine weitere Konstante ist die hervorragende Polenta, die die Ladiner mit im Wald gesammelten Pilzen und geschmolzenem Alpkäse zubereiten. Und das süße Finale? Ohne Apfelstrudel mit warmer Vanillesoße oder ohne eine Portion Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren dürft ihr nicht gehen. Beides liefert euch so viel Energie, dass ihr den Weg zur Seilbahn hinunter wie ein Gemse lauft.

Praktische Tipps und Fotoguide

Für alle, die noch in der Planungsphase sind: Hier kommen ein paar bewährte Hinweise. Im Jahr 2026 lag der Preis für eine Hin- und Rückfahrt ab Ortisei auf den Gipfel bei rund 40 bis 45 Euro pro Person. Das ist kein Schnäppchen, aber die Wartung dieser gewaltigen Seilbahninfrastruktur unter extremen Bedingungen kostet eben ihren Preis. Wer mehrere Tage im Grödnertal verbringt, sollte unbedingt die Gardena Card in Betracht ziehen, die alle umliegenden Seilbahnen einschließt.

Lasst euch von der Temperatur unten in der Unterkunft nicht täuschen. Im Rucksack müsst ihr IMMER eine Windjacke, eine warme Zwischenschicht und ruhig auch eine dünne Mütze dabei haben – selbst wenn unten in Südtirol gerade Hochsommer mit dreißig Grad herrscht. Auf über 2.500 Metern kann das Wetter blitzschnell umschlagen.

Die letzte Seilbahn nach unten fährt üblicherweise zwischen 17:00 und 17:30 Uhr (genaue Zeit bitte am Drehkreuz prüfen). Verlasst euch nicht darauf, dass man euch noch mitnimmt. Wenn die Seilbahn schließt, erwartet euch ein langer und kniebelastender Abstieg zu Fuß. Und noch einmal – ich kann es nicht oft genug sagen: Bevor ihr die teuren Tickets kauft, öffnet auf dem Handy das Seceda-Wetter und vor allem die Live-Kamera vom Gipfel. Manchmal strahlt das gesamte Tal in der Sonne, während die Seceda eine dicke graue Wolkenkappe trägt und ihr oben buchstäblich die Hand vor Augen nicht seht.

Was es in der Umgebung noch zu sehen gibt: Tipps für weitere Ausflüge

Wenn ihr das Grödnertal erkundet habt und Lust auf einen Tagesausflug mit dem Auto habt: Die Dolomitenregion ist riesig und bietet endlose Möglichkeiten. Direkt gegenüber der Seceda jenseits des Tals liegt die weitläufige Hochalm Seiser Alm (Alpe di Siusi) mit verstreuten Holzhütten und Blick auf den Langkofel. Wer dramatischere Berge liebt, sollte einen Blick in unseren vollständigen Reiseführer zu Cortina d’Ampezzo werfen – die perfekte Basis für die östlichen Dolomiten und die berühmten Drei Zinnen.

Außerdem empfehle ich unseren Artikel darüber, was es in den Dolomiten zu tun gibt, mit vielen weiteren Inspirationen. Wer lieber entspannte Spaziergänge sucht, findet bei uns 5 Wanderwege für jeden. Und wer ein bisschen Trubel für ein schönes Foto in Kauf nimmt, sollte auch den smaragdgrünen See Pragser Wildsee (Lago di Braies) nicht verpassen.

Was vor der nächsten Italienreise zu erledigen ist

Bevor ihr zum nächsten Abenteuer aufbrecht, haben wir ein paar bewährte Hinweise für euch. Reisen durch Italien kann manchmal etwas chaotisch sein – da ist es besser, gut vorbereitet zu sein.

Lukáš und ich organisieren das mittlerweile ziemlich routiniert, aber selbst uns passiert es manchmal, dass wir etwas vergessen. Diese Dienste haben sich für uns jedenfalls bewährt:

  • Flüge finden: Wer nicht mit dem Auto fährt, findet günstige Flüge nach Innsbruck, Verona oder Venedig – wir suchen gerne auf Kiwi. Ab Deutschland gibt es auch direkte Züge nach Bozen oder Innsbruck.
  • Mietwagen: Wer fliegt, kommt in den Bergen ohne Auto kaum weiter. Wir nutzen seit Langem DiscoverCars – weltweit zuverlässig und mit gutem Preisvergleich.
  • Reiseversicherung nicht vergessen: Die Berge sind unberechenbar, und ein Rettungshubschrauber in Italien kostet ein Vermögen. Wir fahren regelmäßig mit einer guten Auslandskrankenversicherung – mehr dazu in unserer Rezension zu SafetyWing.
  • Mobile Daten: Damit ihr die Webcam und die Wettervorhersage direkt auf dem Trail abrufen könnt, braucht ihr gute Verbindung. Lest unsere Rezension zur Holafly eSIM.
  • Das richtige Schuhwerk: Turnschuhe aus der Stadt könnt ihr vergessen – auch auf den befestigten Wegen braucht ihr Halt. Schaut euch unsere Tipps zu Wanderschuhen an.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Noch Fragen offen? Hier sind die Antworten auf die häufigsten Dinge, die mich zur Seceda auf Instagram erreichen und die im Netz rege gesucht werden.

Was kostet die Seilbahn auf die Seceda?

Die Preise ändern sich natürlich jedes Jahr leicht. Im Jahr 2026 kostet ein Rückfahrticket von Ortisei zum Gipfel (beide Sektionen der Seilbahn) für Erwachsene zwischen 40 und 45 Euro. Es gibt ermäßigte Kindertickets und Familienpakete. Für euren Hund zahlt ihr meistens eine Gebühr von etwa 5 Euro. Und wenn ihr länger im Val Gardena bleibt, lohnt es sich auf jeden Fall, den Kauf einer mehrtägigen Gardena Card in Betracht zu ziehen, die alle umliegenden Seilbahnen einschließt.

Wie kommt man zur Seceda?

Am einfachsten fahrt ihr mit dem Auto ins italienische Tal Val Gardena nach Ortisei. Wir empfehlen euch, gleich morgens einen Parkplatz zu sichern, weil es später ziemlich voll wird. Direkt vom Zentrum in Ortisei führt dann eine zweiteilige Seilbahn (Ortisei-Furnes und Furnes-Seceda), die euch in etwa 15 Minuten bis auf den Gipfel des Berges auf 2.500 Meter Höhe zum ikonischen Aussichtspunkt bringt.

Wie lange fährt die Seilbahn zur Seceda?

Die Fahrt von Ortisei besteht aus zwei Teilen und dauert reine Fahrzeit etwa 15 Minuten. Das Erlebnis in der Kabine ist aber sehr angenehm und vergeht wie im Flug. Rechnet aber immer mit einem Umstieg in der Mittelstation Furnes und lasst euch in den Sommermonaten ausreichend Zeitpuffer für Wartezeiten und Schlangen an der Talstation.

Wo parkt man am besten für einen Ausflug zur Seceda?

Am besten lasst ihr euer Auto auf dem großen gebührenpflichtigen Parkplatz direkt an der Talstation der Seilbahn in Ortisei stehen. Dann habt ihr es zu den Kassen wirklich nur ein paar Schritte. In der Hauptsaison im Sommer füllt er sich aber sehr schnell, deshalb empfehle ich, gleich morgens anzureisen. Alternativ könnt ihr auch die Auffangparkplätze im Ort nutzen und das Stück zur Seilbahn zu Fuß gehen.

Kann man Hunde mit auf die Seilbahn und die Wanderung nehmen?

Ja, wir reisen mit zwei Hunden (Kája und Baby) und mit der Seilbahn gab es nie Probleme. Ihr müsst für sie aber ein eigenes Ticket kaufen und einen Maulkorb dabeihaben, auch wenn die Italiener das oft nicht so genau nehmen. Auf dem Grat selbst solltet ihr euren Hund lieber an der Leine führen. Überall ringsum weiden nämlich frei Kühe, Schafe und Pferde, damit ihr euch nicht unnötig Stress mit dem Hinterherjagen macht.

Schaffen wir die Seceda auch bei Regen?

Ehrlich gesagt würde ich euch einen Besuch bei Regen oder dichtem Nebel nicht empfehlen. Für das Geld für die Seilbahn seht ihr nur einen grauen Schleier, verpasst die Aussichten und wegen der matschigen Wege wird es eher zur Qual. Wartet lieber auf besseres Wetter, das ist in den Bergen wirklich entscheidend. Wenn es schön ist, entschädigt euch die Aussicht hundertfach für alles.

Dürfen wir oben mit einer Drohne fliegen?

Die Dolomiten haben sehr strenge Regeln für Drohnen und die Seceda ist in dieser Hinsicht absolut hoffnungslos. Es gibt hier UNESCO-Regeln, Naturpark, Naturschützer und Strafen, bei denen ihr weinen werdet. Macht eure Fotos also lieber auf traditionelle Weise und lasst die Drohne schön zu Hause im Rucksack. Außerdem werden die Ruhe ohne surrende Propeller über dem Kopf auch die anderen Touristen und Tiere zu schätzen wissen.

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