Rosengarten in den Dolomiten: 10 Tipps für deinen Besuch

Das Rosengarten-Massiv (italienisch Catinaccio) in den Dolomiten steckt voller unglaublicher Orte, bei denen dir schon beim Aussteigen aus dem Auto die Kinnlade herunterfällt. Lukáš und ich lieben diese italienischen Berge und kommen regelmäßig hierher, trotzdem warten ein paar ikonische Plätze noch darauf, von uns genauer erkundet zu werden. Die Region Rosengarten in den Dolomiten und die Vajolet-Türme ist genau so ein Fall.

Bisher haben wir diese majestätischen Gipfel nur aus der Ferne bewundert, wenn wir am berühmten Lago di Carezza (Karersee) vorbeigefahren sind. Doch weil sie uns so sehr reizen, haben wir für unsere nächste Reise wirklich gründlich recherchiert. Und da es ein absoluter Klassiker ist, den kein Berg- und Fotografiefan auslassen sollte, habe ich beschlossen, all diese sorgfältig gesammelten Infos und Tipps in diesem Guide zusammenzufassen.

Hierherzukommen ohne Vorbereitung ist ein bisschen so, als würdest du ohne Reservierung in das beste Restaurant der Stadt platzen. Technisch möglich, aber unnötig stressig. Deshalb habe ich für dich alles aufgeschrieben, was ich herausgefunden habe: von wo du startest, wo du schläfst und wie du bis zu den sagenhaften Türmen gelangst. Sei gespannt: Diese Felsen haben eine magische Eigenschaft, derentwegen Menschen aus der ganzen Welt anreisen. ☺️

Rosengarten in den Dolomiten beim Sonnenuntergang rot leuchtend (Enrosadira)
Rosengarten in den Dolomiten beim Sonnenuntergang rot leuchtend (Enrosadira) (Foto: Anna Marchenko, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons)
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Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

Wenn du gerade deinen Rucksack packst und nur die wichtigsten Infos in Kürze brauchst, hier sind die zentralen Punkte, die du vor einer Tour zum Rosengarten in den Dolomiten kennen solltest:

  • Zwei Namen für einen Ort: Italienisch Catinaccio, deutsch Rosengarten. Es handelt sich um dasselbe Massiv zwischen dem Fassatal und Bozen.
  • Magische Enrosadira: Die Felsen sind dafür berühmt, sich bei Sonnenuntergang in ein unglaublich sattes Rosa bis Rot zu färben.
  • Vajolet-Türme: Das bekannteste Felsgebilde der gesamten Region. Drei scharfe Türme, die aussehen wie von einem anderen Stern.
  • Drei Hauptausgangspunkte: Der Karerpass (Seilbahn Paolina), das Städtchen Vigo di Fassa (Seilbahn Catinaccio) und das Dorf Tiers am Rosengarten (Tires al Catinaccio).
  • Beste Reisezeit: Zum Wandern von Mitte Juni bis Ende September. Im August musst du mit riesigen Menschenmengen rechnen.
  • Drohnenverbot: Im gesamten Naturpark ist das Fliegen mit Drohnen streng verboten – bei Strafen von bis zu 3000 EUR.

Was ist der Rosengarten / Catinaccio eigentlich?

Die Dolomiten sind riesig und gliedern sich in viele kleinere Gruppen, wobei der Rosengarten zu den allerschönsten gehört. Das belegt auch die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes. Dieses Kalkmassiv bildet die natürliche Grenze zwischen dem italienischsprachigen Fassatal und dem deutschsprachigen Südtirol – auf den Schildern findest du also alles doppelt.

Die größte Attraktion der Region ist die sogenannte Enrosadira. Dabei handelt es sich um ein optisches Phänomen: Bei Sonnenuntergang (und manchmal auch bei Sonnenaufgang) treffen die Sonnenstrahlen in einem so flachen Winkel auf die spezielle Zusammensetzung des Dolomitgesteins, dass die ganzen Berge in sattem Rosa, Orange und allmählich sogar in einem blutroten Ton erstrahlen. Gerade am Rosengarten soll dieses Phänomen am besten von allen Dolomiten zu sehen sein.

Mit dieser Färbung verbindet sich eine alte mittelalterliche Sage über den Zwergenkönig Laurin. Er soll in den Bergen einen wunderschönen Rosengarten gepflanzt haben (daher der deutsche Name). Als ihm aber seine geliebte Prinzessin geraubt wurde, verfluchte er den Garten, sodass ihn niemand mehr bei Tag oder bei Nacht sehen sollte. Doch er vergaß die Dämmerung – und deshalb leuchten die Rosen der Sage nach nur in jenen wenigen Augenblicken zwischen Tag und Nacht. Es ist nur ein Märchen, aber wenn du dieses rosige Glühen mit eigenen Augen siehst, glaubst du leicht, dass etwas dran ist. ☺️

Wann zum Rosengarten aufbrechen und wie orientierst du dich

Einmal kamen wir im Juni an und die Hälfte der Seilbahnen fuhr wegen des Schnees noch nicht. Seitdem planen wir das Timing immer vorab, denn die Dolomiten verzeihen schlechtes Timing nicht. Der Rosengarten bietet das ganze Jahr über etwas, doch jeder Monat hat seine Eigenheiten und Tücken, auf die man sich gut vorbereiten sollte.

Für klassisches Sommerwandern und Touren zu den Berghütten (Rifugio) ist das beste Zeitfenster von Mitte Juni bis Ende September. Die meisten Seilbahnen und Hütten öffnen genau im Laufe des Juni, sobald in den höheren Lagen der Schnee schmilzt. Juli und vor allem August sind Hochsaison, was in Italien riesige Menschenmengen, volle Parkplätze und höhere Preise bedeutet. Aus unseren Erfahrungen mit den Highlights der Dolomiten wissen wir, dass der Herbst (Ende September und Oktober) viel ruhiger ist und dank des stabilen Wetters ein echtes Paradies für Fotografen. Im Winter verwandelt sich die Region dann in ein tolles Skigebiet, besonders rund um den Karerpass und Vigo di Fassa.

Anreise zum Rosengarten und die Ausgangspunkte

Bis unter die Gipfel selbst zu kommen ist nicht so kompliziert, wie es auf der Karte zunächst aussieht. Alles hängt davon ab, von welcher Seite du anreist und welche konkrete Route du planst. Unten findest du die drei Haupteingangstore, von denen aus man am häufigsten in die Berge aufbricht.

Wenn du von Süden über Trient und Bozen kommst, führt die schönste Anfahrt über den Karerpass (Passo Costalunga). Hier kannst du die Seilbahn Paolina nutzen, die dich direkt auf über 2100 Höhenmeter bringt. Von dort erreichst du in knapp einer halben Stunde auf einem bequemen Weg die ikonische Hütte Rifugio Roda di Vael – ein hervorragender Ausgangspunkt für weitere Touren.

Die zweite beliebte Option ist das malerische ladinische Städtchen Vigo di Fassa, das direkt im Tal liegt. Vom Ortszentrum fährt die Kabinenbahn Catinaccio, die dich auf das Hochplateau Ciampedie bringt. Von hier verläuft die klassische Route in Richtung Vajolet-Türme. Die dritte Variante ist das ruhigere Dorf Tiers am Rosengarten (Tires al Catinaccio), von wo aus du zwar etwas länger zu Fuß gehen musst (rund 2 Stunden bis zu den ersten großen Hütten), dafür aber die größten Menschenmassen vermeidest und absolute Ruhe abseits des Massentourismus genießt. Für die Erkundung solcher Seitentäler ist ein Mietwagen praktisch unverzichtbar – wir buchen unsere Mietwagen weltweit gerne über vergleichbare Portale wie booking-basierte Anbieter.

Wo übernachten und was kostet das Hotel am Rosengarten

Die Wahl der richtigen Unterkunft entscheidet darüber, wie lange du morgens zur Seilbahn fährst und wie nah du den besten Ausblicken auf die Enrosadira bist. Generell gilt: Das Fassatal ist etwas teurer, bietet aber eine wunderbare italienisch-ladinische Atmosphäre und perfekte Anbindung an die gesamten Dolomiten. Rechne damit, dass ein gutes Doppelzimmer in der Sommersaison im Schnitt zwischen 150 und 250 EUR pro Nacht kostet.

Vigo di Fassa ist ein nettes ladinisches Städtchen, in dem die Leute abends vor den Restaurants sitzen und du auf der Straße drei Sprachen gleichzeitig hörst. Wenn du nah an der Seilbahn sein willst, ist das Hotel Olympic (Buchung über Booking.com) eine verlässliche Wahl, und für alle, die sich gerne etwas gönnen, das Ciampedie Luxury Resort. Da wirst du wirklich verwöhnt. Bevorzugst du den deutschsprachigen Teil und möchtest nah am Karersee sein, dann steuere Welschnofen (Nova Levante) an. Hier ist das Romantik Hotel Post ein absoluter Klassiker.

Für alle, die absolute Ruhe, alte Kirchlein und Wiesen mit Kühen samt Glöckchen suchen, ist Tiers am Rosengarten ein etwas abgelegenes Paradies mit einem der besten Ausblicke auf das gesamte Massiv. Das luxuriöse Cyprianerhof mit seinem Wellnessbereich ist laut Bewertungen ein Ort, von dem du einfach nicht mehr weg willst.

Rosengarten in den Dolomiten: 10 Tipps zum Sehen und Erleben

Schauen wir uns endlich das Beste an, was diese Berggruppe zu bieten hat. Wir haben Informationen von lokalen Bergführern eingeholt, Foren durchgelesen und einen Reiseplan zusammengestellt, was wir hier alles sehen möchten. Der Rosengarten ist nicht nur ein Aussichtspunkt, sondern ein komplexes Netz aus Wegen, Hütten und Gipfeln, in dem man problemlos eine ganze Woche verbringen kann.

Wir haben einen Mix zusammengestellt: von Dingen, die du auch nach einem opulenten italienischen Mittagessen schaffst (wir wissen, wovon wir reden 😅), bis hin zu Touren, bei denen du eine ordentliche Kondition und starke Nerven brauchst.

1. Enrosadira bei Sonnenuntergang (der Hauptgrund für den Besuch)

Enrosadira am Rosengarten – rosa Färbung der Felsen bei Sonnenuntergang
Foto: Anna Marchenkova / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Das ist genau die Sache, derentwegen alle hierherkommen. Der Sonnenuntergang, bei dem die grauen Kalkwände aus dem Nichts plötzlich in sattem Rosa und Orange aufleuchten. Es ist ein Phänomen, das nur einen Moment dauert, aber einen Eindruck fürs ganze Leben hinterlässt. Die Einheimischen erzählen gerne Märchen über König Laurin und seine Rosen, doch die wissenschaftliche Erklärung lautet: Der Dolomit enthält Calcium- und Magnesiumcarbonat, das genau so auf die flachen Sonnenstrahlen reagiert.

Die besten Plätze, um dieses Schauspiel zu beobachten, liegen an der Westseite des Massivs, idealerweise vom Dorf Tiers oder von den Wiesen rund um Welschnofen. Viele Fotografen stehen aber lieber für den morgendlichen Sonnenaufgang früh auf, denn dann färben sich die Felsen eher in sanfteren Pastelltönen, und außerdem hast du gute Chancen, den Wolken zu entgehen, die sich in den Dolomiten oft nachmittags über den Gipfeln zusammenziehen.

2. Die Vajolet-Türme und der Aufstieg zum Rifugio Vajolet

Rifugio Vajolet und Preuss mit den Vajolet-Türmen
Foto: Ansgar Koreng / CC BY 3.0 de / Wikimedia Commons

Die Vajolet-Türme sind eine absolute Ikone – nicht nur der Rosengartengruppe, sondern der gesamten Dolomiten. Diese drei schlanken, unglaublich steilen Steinfinger, die in den Himmel ragen, siehst du auf jeder zweiten Postkarte der Region. Der beste Weg, sie zu erreichen, ist eine klassische Wanderung, die ein durchschnittlich fitter Wanderer schafft. Die Route beginnt meist nach der Seilbahnauffahrt von Vigo di Fassa und führt weiter ins Innere der Berge.

Der Weg zur Hütte Rifugio Vajolet, die auf 2243 Höhenmetern liegt, dauert je nach Tempo etwa 3 bis 4 Stunden. Die Hütte selbst sitzt wie ein Adlerhorst direkt unter den riesigen Felswänden und ist ein toller Ort für eine Mittagspause. Schon von hier hast du einen schönen Blick auf die Türme, auch wenn das noch nicht der allerbekannteste Fotopunkt ist. Dafür musst du dich etwas mehr anstrengen, was uns zum nächsten Tipp bringt.

3. Rifugio Re Alberto direkt unter den Türmen

Gartlhütte (Rifugio Re Alberto) mit den Vajolet-Türmen
Foto: Ansgar Koreng / CC BY 3.0 de / Wikimedia Commons

Wenn dir der Blick aus der Ferne nicht genügt und du diese gewaltigen Türme direkt über dir spüren willst, musst du vom Rifugio Vajolet noch höher hinaufsteigen. Der Weg führt ziemlich steil durch ein Geröllfeld und steinige Rinnen bis auf 2620 Höhenmeter, wo die Hütte Rifugio Re Alberto (deutsch Gartlhütte) liegt. Hier weht dir die echte raue Hochgebirgsatmosphäre entgegen.

Der Aufstieg zu dieser Hütte erfordert bereits festes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, auch wenn es noch kein Klettersteig (Ferrata) ist. Gerade von der Re-Alberto-Hütte, beziehungsweise vom nahen kleinen See, eröffnet sich der ikonischste Blick auf die Vajolet-Türme von unten nach oben. Es ist der Ort, an dem die besten Fotos des gesamten Massivs entstehen. Sei nur darauf vorbereitet, dass es im August auf dem Steig wirklich voll werden kann.

4. Entspannte Seilbahnfahrt Catinaccio ab Vigo di Fassa

Manchmal hast du einfach keine Lust, mit dem Rucksack auf dem Rücken hunderte Höhenmeter zu erklimmen, oder dir tun nach drei Tagen in den Bergen die Beine so weh, dass du kaum noch gehen kannst. Wir kennen diese Rest Days nur zu gut 😅. Genau für solche Tage ist die Seilbahn Catinaccio ideal, die direkt aus dem Städtchen Vigo di Fassa startet und dich in wenigen Minuten auf 2000 Höhenmeter ins Gebiet Ciampedie bringt.

Schon die Fahrt selbst ist ein Erlebnis, aber das Beste kommt oben. Es öffnet sich ein weites und sehr freundliches Hochplateau mit Spielplätzen, vielen Bänken und vor allem den Terrassen der Berghütten, wo du einen ausgezeichneten Kaffee und Strudel genießen und einfach in die Berge schauen kannst. Von hier aus lassen sich völlig anspruchslose Spaziergänge auf ebenem Gelände unternehmen, die ideal für Kinderwagen oder ältere Menschen sind.

5. Klassische Wanderung vom Karerpass zur Roda di Vael

Das ist laut allen Reiseführern eine der beliebtesten Halbtagestouren der gesamten Region. Die Route beginnt am Karerpass (oder am Lago di Carezza, über den wir einen eigenen Artikel haben), von wo aus du mit dem Sessellift Paolina hinauffährst. Von der Bergstation geht es dann auf eigenen Füßen auf einem wunderschönen Aussichtsweg weiter.

Der Weg traversiert unter den Felswänden und bietet die ganze Zeit fantastische Ausblicke ins Tal und auf den gegenüberliegenden Latemar. Es ist ein klassischer Balkonweg, der kaum ansteigt oder abfällt, also eine recht entspannte Wanderung. Ziel dieser Route ist eine große Wegkreuzung und die gleichnamige Hütte, über die wir gleich im nächsten Punkt sprechen.

6. Rifugio Roda di Vael und Panoramablicke

Rotwandhütte – Rifugio Roda di Vael im Rosengarten
Foto: Steffen 962 / CC0 / Wikimedia Commons

Die Hütte Rifugio Roda di Vael (Rotwandhütte) ist ein perfekter Ort zum Ausruhen, wenn du dich auf eine Wanderung ab der Seilbahn Paolina begeben hast. Sie liegt auf 2283 Metern und bietet eines der besten 360-Grad-Panoramen der gesamten Dolomiten. Von hier siehst du nicht nur das benachbarte Marmolada-Massiv, dem wir übrigens einen riesigen Guide widmen, sondern bei guter Sicht reicht der Blick bis zu den österreichischen Alpen.

Wir empfehlen dir, hier ein Mittagessen einzulegen, auf der sonnigen Terrasse zu sitzen und einfach diese Hochgebirgsatmosphäre aufzusaugen. Wenn du noch genug Energie hast, kannst du von hier auf anspruchsvolleren Wegen weiter ins Innere der Berge wandern oder eine Runde drehen und auf einem anderen Weg ins Tal absteigen.

7. Besteigung der Rosengartenspitze (nur für Erfahrene mit Bergführer!)

Die Rosengartenspitze (Cima Catinaccio) ist mit 2937 Metern der höchste Gipfel des zentralen Massivteils. Aber Achtung, das ist keine Wanderung mehr. Die Besteigung dieses Gipfels ist ein alpines Klettererlebnis, das Klettererfahrung, Sicherung und idealerweise das Engagieren eines lokalen Bergführers erfordert, sofern du nicht zu den routinierten Bergsteigern gehörst.

Der Aufstieg selbst führt durch steile Rinnen und ausgesetzte Passagen, in denen du keinen Fehler machen darfst. Der Weg nach oben belohnt die Mutigsten mit dem unglaublichen Gefühl, einen der mächtigsten Gipfel der Dolomiten erobert zu haben, und mit einem Ausblick, der wohl halb Norditalien umfasst. Wenn du die Ausrüstung oder Erfahrung dafür nicht hast, bewundere diesen Berg lieber aus der Sicherheit der Hütten im Tal. Es ist keine Schande, zuzugeben, dass etwas über unsere Kräfte geht. 😉

8. Santner-Klettersteig für fortgeschrittene Klettersteig-Fans

Santnerpass-Klettersteig im Rosengarten
Foto: Anna Marchenkova / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Die Dolomiten sind die Wiege der Klettersteige (Via Ferrata), und das Rosengarten-Massiv beherbergt gleich mehrere davon. Einer der bekanntesten und schönsten ist der Santnerpass-Klettersteig. Er führt dich durch eine atemberaubende Landschaft aus Schluchten, senkrechten Wänden und alten Schmugglerpfaden bis hinauf zum Santnerpass.

Die Bewertung B/C klingt harmlos, aber diese Umgebung lehrt dich Respekt: Vereisung, Steinschlag und die Tatsache, dass eine Rettung Stunden dauert. Helm, Klettersteigset und Schuhe mit ordentlicher Sohle sind Pflicht, keine Empfehlung. Und es ist definitiv keine Route, auf die du einen Freund mitnehmen solltest, der zum ersten Mal in seinem Leben einen Klettergurt trägt. Aber wenn du weißt, was du tust, ist es ein fantastisches Abenteuer.

9. Kultur und ladinische Küche im Fassatal

Beim Besuch des Rosengarten-Massivs und des Fassatals darfst du das Wichtigste nicht verpassen: die lokale Kultur. Diese Region ist nämlich die Heimat der Ladiner, einer ethnischen und sprachlichen Minderheit, die hier seit über zweitausend Jahren lebt. Ladinisch ist die dritte Amtssprache der Region (neben Italienisch und Deutsch) und eine ungemein interessante romanische Sprache mit Wurzeln im Lateinischen.

Und dann ist da noch das Essen. Die Ladiner sind zwar ein kleines Volk, aber ihre Küche macht dich ordentlich satt. Vergiss für einen Moment die leichte Pizza und probiere die traditionellen Canederli (riesige Knödel mit Käse oder Spinat, im Brühe serviert), Polenta mit Pilzen und geschmolzenem Käse oder Käse, der direkt auf den Bergweiden unter den Felsen hergestellt wird.

10. Auf den Spuren der Sage von König Laurin

Wenn dich die Geschichte vom Rosengarten des Königs Laurin fasziniert hat, kannst du dich auf spezielle Lehrpfade begeben, die dieser Sage gewidmet sind. Das ist besonders für Familien eine tolle Aktivität, denn die Wege sind oft von Infotafeln gesäumt (meist auf Italienisch, Deutsch und manchmal Englisch), die Bruchstücke des Märchens erzählen.

Es gibt auch etwa zweistündige Wanderungen mit einheimischen Erzählern oder Guides, die dir die Geschichte direkt mit Blick auf die leuchtenden Felsen erzählen. Du verstehst dann, warum die Einheimischen über diese Berge nicht nur als Ausflugsort sprechen, sondern fast wie über lebendige Wesen.

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Hochgebirgshütte auf 2620 Metern über dem Meer, direkt unter den Vajolet Towers. Echte raue Bergatmosphäre, von hier aus eröffnet sich der ikonischste Blick auf die Türme von unten nach oben. Der Ort, an dem die besten Fotos des gesamten Massivs entstehen.
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Rosengarten mit Kindern und Hunden

Wenn du in die Berge aufbrichst, fragst du dich oft, ob der jeweilige Ort auch für die kleinsten Familienmitglieder geeignet ist. Der Rosengarten denkt zum Glück auch an sie. Die Auffahrt mit der Seilbahn Paolina oder Catinaccio ist für Kinder ein absoluter Hit und absolut problemlos zu schaffen. Von den Bergstationen führt eine Reihe befestigter, flacher Wege, die auch dreijährige Kinder gehen können, und oft gibt es hier Bänke und Spielplätze.

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und auch in den Bussen wird für Hunde ein Maulkorb verlangt (den bekommst du praktisch überall, auch direkt an den Talstationen). Uns hat das ehrlich gesagt ziemlich genervt – sie wollten ihn sogar dann, wenn wir ganz allein in der Kabine saßen. Wenn mehrere Seilbahnen hintereinander auf uns warteten, ließen wir unsere Hunde Kája und Baby lieber im Camp ausruhen.

Andererseits würden wir lange Wanderungen zu den Vajolet-Türmen oder anspruchsvollere Aufstiege durch Geröll mit kleineren Kindern definitiv nicht empfehlen. Die Wege sind dort steinig, können rutschen, und ein ganztägiger Marsch würde sie eher frustrieren.

Und was, wenn du mit einem Vierbeiner reist? Hunde sind in den Bergen und im Naturpark Rosengarten erlaubt, doch es gilt eine strenge Regel: Sie müssen ständig an der Leine sein. Du bewegst dich nämlich in einem Schutzgebiet, in dem Murmeltiere und Gämsen leben und an vielen Stellen Kühe weiden. In die meisten Seilbahnen wirst du mit Hund gegen einen kleinen Aufpreis oder kostenlos gelassen, aber der Hund muss oft einen Maulkorb tragen – vergiss ihn also auf keinen Fall.

Wo essen

Wenn du dich schon zu einer der Berghütten (Rifugio) hochkämpfst, wäre es eine Sünde, nicht etwas von den lokalen Köstlichkeiten zu probieren. Lukáš und ich können uns eine Tour in den Dolomiten ohne eine ordentliche Belohnung am Ende nicht vorstellen. Die Restaurants hoch oben in den Bergen haben oft ein überraschend hohes gastronomisches Niveau.

Die Basis ist natürlich der Apfelstrudel, der hier seinen starken Tiroler Einfluss bewahrt: voller Äpfel, Nüsse und Rosinen und oft mit warmer Vanillesauce übergossen. Hervorragenden Strudel gibt es zum Beispiel auf der Hütte Rifugio Vajolet, wo du ihn direkt mit Blick auf die majestätischen Türme genießt.

Wenn du nach der Tour wirklich Hunger hast, kehre im Restaurant der Tirler Alm ein und probiere das Tirler, ein traditionelles, sättigendes Berggericht mit Kartoffeln und Ei (in der ursprünglichen Variante auch mit Fleisch). Wir gönnen uns Polenta mit Pilzen und geschmolzenem Bergkäse auf der Hütte Rifugio Roda di Vael. Und vergiss nicht, das Ganze mit einem starken Espresso herunterzuspülen, denn die Kaffeekultur reicht – besonders wenn du vom italienischen Vigo di Fassa aufbrichst – bis hinauf zu den Berggipfeln.

Praktische Infos und Budget für die Rosengarten-Region

Die Dolomiten sind wunderschön, aber die Preise können hier auch überraschen. Ein paar Zahlen vorab, damit dich der Sticker Shock nicht erst vor Ort trifft:

Die Preise in den Dolomiten steigen jedes Jahr, daher ist es gut, eine ungefähre Budgetvorstellung zu haben. Für ein Hin- und Rückfahrtticket mit der Seilbahn (zum Beispiel die Seilbahn Paolina) zahlst du rund 35 EUR pro Erwachsenen. Kinder von etwa 6 bis 16 Jahren bekommen meist Ermäßigungen, Kinder unter 6 Jahren fahren in der Regel kostenlos, sofern sie keinen eigenen Sitzplatz beanspruchen. Auf den Hütten kannst du für ein Hauptgericht mit einem Preis zwischen 15 und 22 EUR rechnen, ein Bier oder Aperol Spritz kostet dich 5 bis 8 EUR.

ACHTUNG beim Drohnenverbot! Das gesamte Massiv gehört zu einem geschützten Naturpark (Naturpark Schlern-Rosengarten). Das Fliegen mit Drohnen ist hier streng verboten, um Wildtiere und andere Wanderer nicht zu stören. Die örtlichen Parkranger sind absolut kompromisslos. Wenn sie dich erwischen, droht dir eine sofortige Strafe von bis zu 3 000 EUR – überlege dir also, ob dir diese eine Aufnahme aus der Höhe die Nerven und das Geld wert ist.

Wenn du Klettersteige planst, denke daran, dass es in den Dörfern im Tal (Vigo di Fassa, Welschnofen) hervorragende Sportverleihe gibt, wo du für ein paar Euro ein komplettes Klettersteigset samt Helm für den ganzen Tag ausleihen kannst – du musst es also nicht extra von zu Hause im Koffer mitschleppen.

Wohin weiter in den Dolomiten

Die Dolomiten sind riesig und ein Massiv reicht nicht – wir wissen das nur zu gut, denn jedes Mal fahren wir mit einer noch längeren Liste an Orten ab, die wir nicht geschafft haben.

Wir empfehlen dir, unsere große Basis in der Region Cortina d’Ampezzo zu erkunden, die Zugang zu einem völlig anderen Typ von Felsgipfeln bietet. Weiter lohnt sich die monumentale Marmolada mit ihrem Gletscher, der höchste Berg der Dolomiten, der vom Rosengarten-Massiv aus quasi gleich hinter dem Hügel liegt. Und zum Schluss darfst du einen Stopp am bereits erwähnten, unglaublich türkisfarbenen Lago di Carezza (Karersee) nicht verpassen, der nur wenige Fahrminuten von den Talstationen der Seilbahnen in dieser Region entfernt liegt.

Praktische Tipps und Tricks für unsere Reisen

Wenn ihr uns fragt, wie wir mit Lukáš unsere Reisen durch Europa und darüber hinaus planen und organisieren, hier ist eine Liste der Dienste und Apps, auf die wir seit Jahren schwören und die uns jede Menge Zeit und Nerven gespart haben.

Wo günstige Flüge finden

Günstige Flüge nach Italien (zum Beispiel nach Venedig, Treviso oder Bergamo) suchen wir fast ausschließlich auf Vergleichsportalen. Von Deutschland aus fliegen Lufthansa und Eurowings regelmäßig in den Norden Italiens, und mit etwas Flexibilität findest du oft echte Schnäppchen.

Wenn wir flexible Termine haben, schauen wir uns den Kalender an und wählen die günstigsten Flüge aus. Dann müssen wir nur noch ins Handgepäck packen, und das gesparte Geld können wir gleich für einen Aperol oder eine ausgezeichnete italienische Pizza ausgeben.

Mietwagen im Ausland

Wenn wir zu abgelegenen Seilbahnen in den Dolomiten gelangen müssen, ist ein Auto das A und O. Wir buchen unsere Mietwagen weltweit über etablierte Vergleichsportale und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Sie haben eine riesige Auswahl an Fahrzeugen, und du siehst immer klar, was im Preis enthalten ist und was nicht. Denk außerdem an die italienische Maut auf den Autobahnen, die du bei der Anreise von Deutschland aus an den Mautstellen bezahlst.

Die Basis ist immer, die Versicherungsbedingungen gut zu studieren und ein Auto mit Vollkasko zu nehmen. Bergstraßen können einem hin und wieder mit aufwirbelnden Steinchen zusetzen, also sind die paar Euro mehr für die Ruhe im Kopf definitiv ihr Geld wert.

Wo Unterkünfte buchen

Booking.com ist unsere liebste Suchmaschine für Hotels und Apartments. Uns gefällt die Möglichkeit der einfachen Stornierung und das Genius-Programm, dank dem wir oft an wirklich interessante Rabatte in luxuriöseren Hotels kommen.

Wir lesen auch gerne die Bewertungen früherer Gäste, vor allem wenn es um Bergpensionen oder Apartments geht. Dadurch haben wir schon mehrmals unglaubliche Orte mit den besten Gastgebern gefunden, die wir sonst wohl komplett verpasst hätten.

Vergiss Versicherung und Internet nicht

Auch wenn du nur ein Stückchen über die Grenze fährst, ist eine Versicherung das A und O. Bei uns hat sich die Versicherung SafetyWing (lies die Bewertung) hervorragend bewährt, die du auch dann noch abschließen kannst, wenn du bereits losgefahren bist. Für kürzere Ausflüge oder Skifahren im Winter in Italien wählen Reisende aus Deutschland oft die klassische ADAC-Auslandskrankenversicherung.

Wenn dir in Italien dein europäisches Datenvolumen nicht reicht oder du unterwegs arbeitest, wirf einen Blick auf unsere Bewertung der eSIM-Karten von Holafly, mit denen du unbegrenzte Daten direkt aufs Handy bekommst, ohne lokale Anbieter suchen zu müssen. Auch wenn der Offline-Modus oben in den Bergen manchmal das Beste ist, was du tun kannst.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum wird der Catinaccio auch Rosengarten genannt?

Der Name Rosengarten stammt aus der deutschen bzw. Tiroler Tradition und bezieht sich auf die alte Legende vom Zwergenkönig Laurin. Dieser Name wurde vor allem wegen der typischen rosa Färbung der Felsen (Enrosadira) gebräuchlich, in die sich das gesamte Massiv bei Sonnenuntergang verfärbt. Das Gebiet liegt an der Grenze zwischen deutsch- und italienischsprachigen Provinzen, daher werden beide Namen üblicherweise verwendet.

Wie lange dauert der Aufstieg zu den Vajolet Towers?

Das hängt von Ihrem Ausgangspunkt ab, aber die gängigste Route von der Bergstation der Catinaccio-Seilbahn (von Vigo di Fassa) dauert in flottem Tempo etwa 3 bis 4 Stunden zur Hütte Rifugio Vajolet. Wenn Sie weiter hinauf zur Hütte Re Alberto möchten, von wo aus Sie den ikonischen Blick auf die Türme von unten haben, müssen Sie mit einer weiteren anspruchsvollen Stunde Aufstieg rechnen.

Kann man den Catinaccio mit Kindern bewältigen?

Ja, einige Bereiche sind für Kinder absolut ideal. Am besten fährt man mit der Seilbahn Paolina oder Catinaccio zu den Hochplateaus, wo es relativ flache, gut ausgebaute Wege gibt, viele Bänke und sogar Spielplätze bei den Berghütten. Anspruchsvollere Trekkingtouren unter Felswände und Geröllfelder sind jedoch für kleine Kinder definitiv nicht geeignet.

Wo ist der beste Ort, um die Enrosadira zu beobachten?

Die rosa Färbung der Felsen bei Sonnenuntergang ist am besten von der westlichen und südwestlichen Seite des Massivs aus zu sehen. Hervorragende Aussichtspunkte sind die Wiesen und Dörfer im Tal rund um Nova Levante, vom Lago di Carezza aus oder direkt von den Fenstern der Unterkünfte in der Gegend von Tires al Catinaccio, wo die Felsen unglaublich über der grünen Landschaft leuchten.

Muss man Unterkünfte in Berghütten im Voraus reservieren?

Wenn Sie eine mehrtägige Durchquerung planen und hoch in den Bergen übernachten möchten (zum Beispiel im Rifugio Vajolet oder Roda di Vael) während der Sommersaison im Juli und August, ist eine Reservierung mehrere Wochen bis Monate im Voraus absolut notwendig. Die Kapazitäten der Hütten sind begrenzt und diese Plätze sind aus der ganzen Welt sehr gefragt.

Darf ich über den Vajolet Towers mit einer Drohne fliegen?

Nein, im gesamten Naturpark Schlern-Rosengarten gilt ein striktes und kompromissloses Flugverbot für Drohnen zum Schutz der Wildtiere. Die örtlichen Ranger kontrollieren die Einhaltung dieser Regel streng und bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen von bis zu 3000 EUR.

Welche Ausrüstung brauche ich für normale Routen im Catinaccio-Gebiet?

Für grundlegende Touren zu den Haupthütten reichen gute Wanderschuhe mit fester Sohle, Sportkleidung, eine Windjacke (das Wetter in den Bergen ändert sich extrem schnell), Sonnencreme und ausreichend Wasser. Wenn Sie jedoch gesicherte Wege wie die Ferrata Santner planen, benötigen Sie zusätzlich ein zertifiziertes Klettersteigset, einen Klettergurt und einen Kletterhelm.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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