Wenn ihr überlegt, mit Kindern auf die Lofoten in Norwegen zu reisen, meldet sich vielleicht sofort eine rationale Stimme und fragt, ob das nicht der reine Wahnsinn ist. Mit guter Vorbereitung und den richtigen Erwartungen kann der Norden Norwegens jedoch zum schönsten Familienurlaub werden, an den ihr euch euer Leben lang erinnern werdet.
Dieser Ratgeber ist nicht für Solo-Rucksackreisende gedacht, sondern löst genau die Situationen, in denen ihr sichere Wege ohne Abgründe finden, den Schlafrhythmus halten oder ein Programm für einen verregneten Nachmittag braucht. Ihr werdet feststellen, dass die Inseln traumhafte Strände mit weißem Sand bieten, ebene Strecken ideal für die Kraxe und jede Menge Bauernhöfe mit Tieren, die eure Sprösslinge restlos begeistern werden.
In diesem Artikel schauen wir uns genau 8 Tipps an, was man auf den Lofoten sehen und unternehmen kann, damit ihr die Reise in Ruhe und ohne unnötigen Stress genießt. Ich verrate euch, wie ihr die Eigenheiten des Polartages meistert, wo ihr Lebensmittel einkauft, ohne das Familienbudget zu sprengen, und wie ihr strategisch die ideale Basis für eure Ausflüge wählt.

Zusammenfassung
- Wählt ein festes Basislager: Vermeidet mit Kindern das ständige Umziehen, sucht euch eine strategisch gelegene Unterkunft mit Küche und unternehmt nur Tagesausflüge in die Umgebung.
- Unterschätzt den Polartag nicht: Von Ende Mai bis Mitte Juli geht die Sonne nicht unter, also vergesst nicht, Reise-Verdunkelungsrollos oder dunkle Müllsäcke für die Fenster einzupacken.
- Behaltet die norwegische App yr.no im Auge: Das Wetter ändert sich von Minute zu Minute, und Flexibilität ist der Schlüssel zum Erfolg – habt immer einen Plan B unter Dach parat.
- Meidet steile Trekkingtouren: Überlasst beliebte Gipfel wie den Reinebringen lieber anderen und wählt sichere Küstenwege und breite Strände.
- Kocht selbst mit lokalen Zutaten: Die Preise in Restaurants sind extrem hoch, deshalb lohnt es sich, in den Supermärkten Kiwi oder Rema 1000 einzukaufen.
- Stellt euch auf den Zwiebellook ein: Selbst im Juli liegen die Temperaturen bei etwa 12 bis 15 Grad, eine gute wasserdichte Schicht und Merinowolle sind also absolut Pflicht.

Wann ihr auf die Lofoten reisen solltet
Die beste Zeit für eine Familienreise sind eindeutig Juli und August, wenn die Temperaturen am angenehmsten sind und durchschnittlich zwischen 12 und 15 Grad Celsius liegen. In dieser Zeit laufen alle Fähren, Restaurants und Attraktionen auf Hochtouren, allerdings müsst ihr mit mehr Touristen und volleren Straßen rechnen. Aus logistischer Sicht ist es sinnvoll, nach Bodø zu fliegen und die Fähre zu nehmen, oder den Flughafen Evenes anzusteuern und sich direkt dort einen Mietwagen zu nehmen.
Die Besonderheit der Sommermonate ist die sogenannte Mitternachtssonne, die vom 28. Mai bis 14. Juli überhaupt nicht hinter dem Horizont verschwindet und eine magische Atmosphäre schafft. Für den kindlichen Organismus stellt das jedoch eine riesige Herausforderung dar, denn der Körper braucht Dunkelheit zur Bildung von Melatonin. Deshalb solltet ihr ein striktes Abendritual einhalten und das Schlafzimmer komplett abdunkeln.
Das Wetter im Norden ist äußerst wechselhaft, und Sonne, starker Wind und horizontaler Regen können sich problemlos innerhalb eines einzigen Nachmittags abwechseln. Statistisch regnet es hier im Juli durchschnittlich an neun Tagen im Monat, im August sogar an elf, verlasst euch also lieber nicht auf sonnendurchflutete Postkartenmotive. Die norwegische Wetter-App yr.no wird zu eurem besten Freund – besonders ihr 90-Minuten-Radar lohnt sich, nach dem ihr eure Pläne flexibel anpassen könnt.
Die ideale Aufenthaltsdauer für eine Familie mit kleineren Kindern beträgt etwa 7 bis 10 Tage, was euch genug Puffer für schlechtes Wetter gibt. So müsst ihr nicht von Ort zu Ort hetzen und gönnt euch im Gegenteil den Luxus, einen Tag in der warmen Hütte zu bleiben, wenn es draußen wie aus Kübeln gießt. In der Hauptsaison rate ich außerdem absolut davon ab, auf wildes Campen zu setzen, denn abends mit einem weinenden Kleinkind im Auto einen freien und sicheren Stellplatz zu finden, ist praktisch unmöglich.

Wo ihr auf den Lofoten übernachten könnt
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich, über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Mit kleineren Kindern merkt ihr schnell, dass ein klassischer Roadtrip mit ständigem Hotelwechsel nur Stress bringt – deshalb ist es viel besser, ein festes Basislager zu wählen. Die traditionellen roten oder gelben Fischerhütten auf Stelzen über dem Wasser, die sogenannten Rorbuer, bieten eine wunderbare Atmosphäre und vor allem eine voll ausgestattete Küche, die euer Budget rettet. In der Hauptsaison müsst ihr mit Preisen von 2.000 bis 3.500 norwegischen Kronen pro Nacht rechnen, das sind umgerechnet etwa 175 bis 305 €. Wenn ihr Auswahl haben wollt, bucht eure Unterkunft vier bis sechs Monate im Voraus.
Prüft bei der Auswahl der Unterkunft immer vorab, ob das Schlafzimmer gute Verdunkelungsvorhänge hat, oder bringt zur Sicherheit eigene dunkle Fenstersäcke mit. Achtet außerdem auf Terrassen und steile Treppen, denn viele historische Hütten liegen direkt über dem eiskalten Meer und erfordern ständige elterliche Aufsicht, sobald sich eine Tür öffnet.
Wenn ihr eine absolute Ikone mit hervorragender Erreichbarkeit sucht, schaut euch den Komplex Sakrisøy Rorbuer an, der aus wunderschönen gelben Häuschen besteht und direkt neben einem Spielzeugmuseum liegt. Eine schöne Alternative sind die berühmten roten Häuschen Eliassen Rorbuer auf der Insel Hamnøy, wo ihr allerdings damit rechnen müsst, dass Kinder ab drei Jahren bereits den vollen Erwachsenenpreis zahlen.
Eine weitere tolle Wahl für Familien ist die modernere Hattvika Lodge oder das preisgünstigere Kræmmervika Havn im Städtchen Ballstad, das einen hervorragenden strategischen Mittelpunkt für Ausflüge in beide Richtungen der Inseln bildet. Für Liebhaber der Zivilisation eignet sich das Svinøya Rorbuer in der Stadt Svolvær, von wo ihr bequem mit dem Kinderwagen direkt ins Zentrum zur Apotheke und zu größeren Geschäften gelangt. Wenn ihr Sand und mehr Freiraum bevorzugt, mietet euch eine günstigere Holzhütte im Lofoten Beach Camp am Strand Skagsanden, wo die Kleinen direkt über den riesigen Sandstrand laufen können, während ihr den mutigen Surfern zuschaut.

8 Tipps, was man auf den Lofoten sehen und unternehmen kann
Und jetzt schauen wir uns die 8 Tipps an, was man mit Kindern auf den Lofoten unternehmen kann.
1. Bunes Beach als Ganztagesabenteuer
Dieser Ausflug hat für Kinder einfach alles, denn er beginnt schon mit dem Einstieg in die lokale Fähre im Städtchen Reine, die euch in die abgelegene Siedlung Vindstad bringt. Allein die Fahrt durch den malerischen Fjord ist für kleine Reisende ein riesiges Erlebnis, bei dem sie Möwen und die umliegenden majestätischen Berge direkt vom offenen Deck aus beobachten können.
Nach dem Anlegen erwartet euch eine sehr angenehme und unkomplizierte Strecke über eine schmale Landenge mit gerade einmal 80 Höhenmetern, die ihr auch mit der Kraxe auf dem Rücken bequem meistert. Es handelt sich eher um einen rund vier Kilometer langen, sanften Spaziergang als um eine echte Trekkingtour, ihr müsst euch also vor keinerlei gefährlichen Abgründen oder rutschigen Steinen nach nächtlichem Regen fürchten.
Sobald ihr den sanften Sattel überquert habt, öffnet sich vor euch ein riesiger Strand mit weißem Sand und türkisem Wasser, der von hohen schwarzen Klippen gesäumt ist. Der Strand ist so weitläufig, dass sich die Touristen selbst in der Hochsaison gut verteilen und die Kinder hier endlosen Platz zum sicheren Herumtoben haben. Da es in der Umgebung weder Restaurant noch Café gibt, vergesst nicht, genug lokalen Käse, Nüsse und frisches Gebäck für ein ordentliches Familienpicknick einzupacken.
💡 Tipp: Prüft immer vorab sorgfältig die Abfahrtszeiten der Rückfähre und seid rechtzeitig am Anleger in Vindstad, denn die Boote warten nicht, und einen alternativen Rückweg über Land gibt es schlichtweg nicht.

2. Küstenweg zwischen den Stränden Haukland und Uttakleiv
Während sich die meisten Touristen den steilen Berg Mannen hinaufquälen, könnt ihr mit Kindern die alte Küstenstraße wählen, die beide berühmten Strände bequem verbindet. Es ist ein absolut ebener und breiter Schotterweg, der sich knapp über dem Ozean in die Klippe schneidet und fantastische Ausblicke bietet – ganz ohne einen Tropfen Schweiß auf der Stirn.
Diese Strecke ist einer der wenigen Orte auf den Inseln, an dem ihr unbesorgt mit einem Geländekinderwagen mit Luftreifen unterwegs sein könnt, denn der Untergrund ist schön glatt und sicher. Der gesamte Spaziergang hin und zurück misst rund 8 Kilometer – wenn euer Nachwuchs also unterwegs zufrieden einschläft, legt ihr in aller Ruhe ein wunderschönes Stück raue norwegische Natur zurück.
Der Strand Haukland selbst gilt oft als der meistfotografierte in ganz Norwegen, deshalb lohnt es sich, lieber gleich morgens herzukommen, bevor sich der gebührenpflichtige Parkplatz (rund 100 bis 200 norwegische Kronen, also etwa 9 bis 17 €) komplett mit Wohnmobilen füllt. Das Wasser erinnert von der Temperatur her zwar eher an Eisbrei, aber der weiße Sand und der flache Einstieg machen daraus ein perfektes Sandkasten-Paradies unter freiem Himmel.
💡 Tipp: Zieht den Kindern einen wasserdichten Gummi-Overall und gute Gummistiefel an, damit sie nach Herzenslust im nassen Sand buddeln können und im scharfen Meereswind nicht unnötig auskühlen.

3. Eine Reise in die Vergangenheit im Lofotr Wikingermuseum
Wenn ihr das perfekte Programm für einen verregneten Vormittag sucht, fahrt ins Dorf Borg, wo Archäologen die Überreste des größten Wikingerhauses der Welt entdeckt und es in voller Größe von 83 Metern wieder aufgebaut haben. Erwartet keine langweiligen Vitrinen, denn im Inneren dieses riesigen Langhauses brennt ein Feuer, es duftet nach Holz und Menschen wandeln in historischer Kleidung umher, was Kinder sofort in den Bann zieht. In der Saison ist typischerweise von zehn bis siebzehn Uhr geöffnet.
Während ihr euch traditionelle Handwerkskünste anschaut und eine vegetarische Gemüsesuppe mit frischem Brot probiert, können eure Kinder den weitläufigen Raum unter dem Dach sicher erkunden. Das Erlebnis gipfelt draußen, wo ihr auf Gehege mit Wildschweinen, Schafen und wunderschönen Islandpferden trefft, die ihr aus nächster Nähe betrachten könnt.
Wenn das Wetter etwas mitspielt, geht rund anderthalb Kilometer über einen befestigten Weg sanft bergab direkt zum See, wo die Replik eines historischen Wikingerschiffs ankert. Erwachsene bekommen massive Ruder und können versuchen, das Boot über das Wasser zu bewegen, während Familien in aller Ruhe eine stille Fahrt über das Wasser ohne Motorenlärm genießen.
💡 Tipp: Das Areal ist sehr weitläufig, aber der Schotterweg zum See ist bequem mit dem Geländekinderwagen befahrbar, ihr müsst also keine Angst haben, müde Sprösslinge den ganzen Weg bergauf auf dem Rücken zurücktragen zu müssen.

4. Lofoten Aquarium als Rettung vor dem Regen
Wenn dichte Wolken den Himmel verdunkeln und es kräftig zu regnen beginnt, setzt euch ins Auto und fahrt ins Städtchen Kabelvåg, wo ihr ein überschaubares arktisches Aquarium findet. Es ist zwar keine riesige Meereswelt wie in den großen europäischen Metropolen, aber für kleinere Besucher ist es durch seine Größe und Übersichtlichkeit ein absolut idealer Zufluchtsort, in dem ihr nicht den ganzen Tag verbringt.
Das Highlight des gesamten Programms ist eindeutig die regelmäßige Fütterung von Ottern und Robben, die zuverlässig jede kindliche Krise oder schlechte Laune bei mieserem Wetter vertreibt. Erkundigt euch gleich am Eingang, wann diese Aktion stattfindet, und stellt euch etwas früher ans Außenbecken, um den besten Blick auf die tobenden Tiere zu haben.
Im Inneren des Hauptgebäudes seht ihr dann im Warmen verschiedene nordische Fischarten und erfahrt jede Menge Wissenswertes über das Leben in den eisigen Gewässern. Es gibt auch ein gemütliches Café, in dem ihr nach dem Rundgang einen heißen Kräutertee trinken und die Kinder thematische Ausmalbilder ausmalen lassen könnt, bis der schlimmste Wolkenbruch draußen vorbeigezogen ist.
💡 Tipp: Wenn ihr am Nachmittag noch Energie habt und es weiter regnet, fahrt ins nahe Svolvær zur Eisgalerie Magic Ice, wo ihr warme Ponchos bekommt und mit den Kindern eine halbe Stunde zwischen beleuchteten Skulpturen aus reinem Eis spazieren könnt.

5. Besuch der lokalen Höfe Hov Gård und Aalan Gård
Tiere sind der universelle Schlüssel zur Kinderfreude, und ein Besuch des familiären Ziegenhofs Aalan Gård im mittleren Teil der Inseln ist ein sicherer Treffer. Die Kinder drehen hier vor Begeisterung über die Tiere förmlich durch, die hier frei draußen herumlaufen und an die Aufmerksamkeit der Besucher gewöhnt sind, während ihr drinnen im Hof fantastische hausgemachte Käsesorten kaufen und in Ruhe bei einer Tasse frischem Kräutertee sitzen könnt.
Ein sonniger Tag verdient dagegen eindeutig einen Ausflug zur Nordseite der Insel Gimsøy, wo sich der wunderschöne Hof Hov Gård befindet, der Dutzende zottelige Islandpferde hält. Auch wenn eure Kinder für einen eigenen Ausritt noch zu klein sind, wirkt allein der Anblick der großen Herde, die auf weißem Sand mit dem türkisen Ozean im Hintergrund grast, wie aus einem Kinofilm.
Ihr könnt hier eine Pause einlegen, euch im gemütlichen Restaurant Låven einen tollen Kaffee mit vegetarischem Sandwich gönnen und die Kinder die Pferde sicher über den Holzzaun beobachten lassen. Die Umgebung des Hofs ist außerdem herrlich flach und ruhig, was sie zum idealen Ort für einen kurzen Familienspaziergang weit weg von den belebtesten Touristenzentren macht.
💡 Tipp: Norwegische Höfe sind von Natur aus sehr ungezwungen und freundlich, aber respektiert immer aufmerksam die Anweisungen der Besitzer zum Füttern der Tiere, um ihren speziellen Fütterungsrhythmus nicht zu stören.

6. Ruhige Strände ohne Menschenmassen: Storsandnes und Rambergstranda
Während die berühmten Strände rund um Leknes in der Hochsaison aus allen Nähten platzen, müsst ihr nur ein kleines Stück weiterfahren und entdeckt verborgene Perlen wie die Bucht Storsandnes. Dieser geschützte und ruhige Strand bietet einen unglaublich einfachen Zugang direkt von der Straße, sodass ihr das Auto buchstäblich ein paar Meter vom Sand entfernt parken könnt und überhaupt keine Trekkingtour auf euch nehmen müsst.
Dank dieser tollen Erreichbarkeit könnt ihr die Kinder direkt aus dem Autositz mit der Schaufel in der Hand entlassen und sie Sandburgen bauen oder endlos Muscheln sammeln lassen. Das Wasser ist zwar selbst im Juli nur für echte Abhärtungsfreunde geeignet, aber zum Planschen knöcheltief in wasserdichten Stiefeln ist es ein absolut sicheres und optisch atemberaubendes Paradies.
Ein weiterer wunderschöner Halt ist die herrlich geräumige Rambergstranda, die mit ihrer perfekten Sichelform glänzt und von allen Seiten von scharfen Bergspitzen umgeben ist. Der feine weiße Sand lädt zu langen Spaziergängen ein, und wenn gerade kein scharfer Nordwind weht, könnt ihr hier eine Picknickdecke mit belegten Broten ausbreiten und die Ausblicke wie irgendwo in der Karibik genießen – nur mit zwanzig Grad niedrigerer Temperatur.
💡 Tipp: Habt im Kofferraum immer ein komplettes Set trockener Wechselkleidung bereit, denn die nordischen Wellen können unberechenbar sein, und die kindliche Begeisterung fürs Wasser endet sehr oft mit durchnässten Hosen.

7. Fjordfahrt mit Brim Explorer
Wenn ihr in größere Städte wie Svolvær kommt, seht ihr wahrscheinlich überall Werbung für schnelle Adrenalin-Fahrten auf festen Gummibooten, sogenannten RIBs, die eine rasante Fahrt und die Fütterung von Seeadlern versprechen. Diese Boote springen jedoch hart über die Wellen, und die Stöße gehen direkt in die Wirbelsäule, was für kleinere Kinder absolut ungeeignet und potenziell gefährlich ist – außerdem gilt meist ein striktes Mindestalter von sechs Jahren.
Wählt für einen Familienausflug stattdessen das moderne Hybrid-Elektroboot der Firma Brim Explorer, das eine herrlich leise und sanfte Fahrt ohne unangenehmes Geruckel und ohrenbetäubenden Motorenlärm bietet. Die Fahrt durch den majestätischen Trollfjord dauert zwar knapp vier Stunden, aber die ganze Zeit könnt ihr euch frei auf dem geräumigen Deck bewegen, und die Kinder können hier sicher umhergehen.
Ein riesiger Bonus für Familien ist der beheizte Innensalon mit großen Panoramafenstern, in den ihr euch leicht zurückzieht, sobald der kalte arktische Wind aufkommt. Es gibt hier auch ein gutes Café mit kleinen Snacks und vor allem eine schön saubere, geräumige Toilette, auf der ihr in aller Ruhe das Wickeln und die Hygiene erledigt.
💡 Tipp: Auch wenn das Boot größtenteils überdacht und angenehm beheizt ist, vergesst nicht, den Kindern eine warme Mütze und Handschuhe mitzunehmen, denn das Außendeck lockt mit tollen Ausblicken, aber der Wind auf offener See kann sehr scharf sein.

8. Der Zauber der Fischerdörfer Henningsvær und Å
Wenn das Wetter gerade keine längeren Wanderungen in die Natur zulässt, wird das Erkunden der lokalen Dörfer zum idealen Ersatzplan voller angenehmer Überraschungen. In Henningsvær, das oft als das malerische Venedig des Nordens bezeichnet wird, könnt ihr auf einem ebenen Asphaltweg zwischen den ikonischen Holzgestellen zum Trocknen von Stockfisch schlendern und das berühmte Fußballfeld auf einer felsigen kleinen Insel bestaunen.
Hier findet ihr auch die alte Fabrik Trevarefabrikken, die zu einem tollen Gemeinschaftsraum umgebaut wurde, in dem es viel freien Platz für den Kinderwagen gibt und man bei gutem Kaffee und vegetarischem Sandwich ruhige Momente verbringen kann. Wenn ihr dagegen bis ans absolute Ende der Straße E10 fahrt, empfängt euch das Dorf mit dem kürzesten Namen, Å, das voller traditioneller roter Häuschen und ständig lauter Möwen ist.
Ein absolutes Muss ist hier die historische Bäckerei Bakeriet, wo im ursprünglichen Holzofen aus dem Jahr 1844 gebacken wird und deren frische Zimtschnecken namens Kanelboller euch sofort die angeschlagene Moral heben. Der Spaziergang über die festgetretenen Wege ist hier sehr leicht, alternativ könnt ihr ins Dorf Vikten fahren und den Kindern das faszinierende Glasblasen in der Werkstatt Glasshytta direkt am Strand zeigen.
💡 Tipp: Seid extrem vorsichtig beim Gehen über die alten Holzstege, die nach Regen oder Morgentau extrem rutschig sein können – haltet kleinere Kinder deshalb lieber wirklich fest an der Hand oder setzt sie in die Kraxe.

Wohin von den Lofoten aus weiter
Wenn ihr mehr Zeit habt, um die nordische Natur zu erkunden, überlegt euch eine Überfahrt zu den benachbarten Vesterålen, die eine ruhigere Atmosphäre bieten und für ihre Walbeobachtungen berühmt sind. Eine hervorragende Alternative ist auch die Insel Senja, oft als Norwegen in Miniatur bezeichnet, wo ihr genauso dramatische Berge, aber nur einen Bruchteil der Touristen findet – was ihr besonders in der Hauptsaison zu schätzen wisst.
Für eine bessere Orientierung und die detaillierte Planung eurer nächsten Schritte solltet ihr unbedingt unseren großen Lofoten-Reiseführer studieren, in dem ihr jede Menge weiterer Inspiration findet. Wenn euch die Wikingergeschichte interessiert und ihr mehr wissen wollt, schaut euch unseren Artikel über das Lofotr Wikingermuseum an. Für Ozeanliebhaber haben wir die schönsten Strände der Lofoten zusammengestellt, und wenn ihr immer noch bei der Wahl eures Basislagers zögert, werft einen Blick auf die Tipps, wo ihr auf den Lofoten übernachten könnt.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Lofoten sicher für kleine Kinder?
Ja, Reisen in den Norden sind sehr sicher, die örtliche Infrastruktur ist auf hohem Niveau und die Norweger sind Familien gegenüber äußerst freundlich. Das größte Risiko stellt das extrem wechselhafte Wetter und das rutschige Gelände nach Regen dar, daher ist es wichtig, die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen und exponierte Bergwanderungen ohne Geländer zu meiden, wie zum Beispiel den beliebten Reinebringen.
Brauche ich einen Geländekinderwagen für Ausflüge?
Ein gewöhnlicher Stadtbuggy mit kleinen Rädern wird dir auf Schotterwegen und Naturpfaden nicht besonders weiterhelfen, ideal ist ein Geländemodell mit Luftreifen, wie zum Beispiel von Thule. Für die meisten Ausflüge ist aber eine ergonomische Babytrage oder Kraxe viel praktischer, damit kommst du auch zu abgelegeneren Stränden und unebenen felsigen Klippen.
Wie ist das mit der medizinischen Versorgung und der Versicherung?
Auf den Inseln gibt es ein vollwertiges Krankenhaus im Städtchen Gravdal und eure europäische Versichertenkarte (EHIC) gilt hier für die Notfallversorgung. Es wird jedoch immer mit einer norwegischen Selbstbeteiligung gerechnet, die zwischen 200 und 400 norwegischen Kronen liegen kann. Eine kommerzielle Reiseversicherung für die ganze Familie ist daher absolut notwendig, da eine eventuelle Rückführung per Flugzeug finanziell verheerend wäre. Für eine schnelle Beratung funktioniert die Hotline 116 117 hervorragend.
Lässt sich auf den Lofoten beim Essen sparen?
Die Preise in Restaurants sind astronomisch, ein gewöhnliches Hauptgericht kann locker 200 bis 400 NOK (bis zu 38 EUR) kosten, daher ist die beste Lösung eine Unterkunft mit voll ausgestatteter eigener Küche. Lebensmittel kauft man am besten in den Supermärkten Kiwi oder Rema 1000, wo man preisgünstige Eigenmarken bekommt, und für unterwegs schmiert man sich am besten eigene Brote mit lokalen Käsesorten.
Was ist die kulinarische Spezialität hier vor Ort?
Typische lokale Spezialitäten sind Skrei, ein arktischer Kabeljau, sowie traditioneller Stockfisch, also luftgetrockneter Fisch, dessen spezifischen Geruch man in vielen Dörfern wahrnimmt. Kindern schmeckt allerdings meist am besten Brunost, ein süßlicher brauner Käse mit ausgeprägtem Karamellgeschmack, der sich hervorragend auf frisches Brot zum Frühstück eignet, oder die süßen Kartoffelpfannkuchen Lompe.
Wie nervig sind im Sommer die Mücken?
Dank der ständig kühleren Meeresbrise ist die Insektensituation auf den Inseln wesentlich erträglicher als im Landesinneren Norwegens. Im August können sich Kriebelmücken und Stechmücken an ruhigeren Orten jedoch zeigen, packt daher sicherheitshalber ein hochwertiges Insektenschutzmittel mit DEET und ein feines Moskitonetz für den Kinderwagen oder die Babytrage ein.
Soll ich Windeln und Babynahrung von zu Hause mitnehmen?
Auf keinen Fall, norwegische Supermärkte sind hervorragend mit sämtlichen Babyartikeln ausgestattet und ihr findet dort absolut alles von Fruchtbreien bis hin zu Babymilch. Die lokalen Windeln von Eigenmarken aus den Läden Rema oder Kiwi schneiden zudem qualitativ oft sehr gut ab und ruinieren euch preislich definitiv nicht, sodass ihr euch wertvollen Platz im Reisekoffer sparen könnt.
Kann man überall bar oder mit Karte bezahlen?
Norwegen ist im Grunde eine bargeldlose Gesellschaft und mit einer gewöhnlichen Bankkarte kannst du buchstäblich überall bezahlen, sogar an öffentlichen Toiletten mitten in der abgelegenen Natur. Physisches Bargeld brauchst du überhaupt nicht und das Geldwechseln vor der Reise ist somit reine Zeit- und Gebührenverschwendung. Die Einheimischen nutzen oft die mobile App Vipps, aber ein Kartenterminal haben sie immer parat.
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Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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