Stell dir ein Glas mit feiner Perlage im Schatten einer gotischen Kathedrale vor, wo sich alles um Perfektion dreht. Wenn dich französischer Wein reizt, entdeckst du das wahre Herz dieses Weinerbes in der Champagne in Frankreich, gleich östlich von Paris.
Echter Champagner ist eine stolze geschützte Marke und ein geologisches Unikat, für das Genießer aus aller Welt anreisen. Erwarte hier aber keine kleinen verstaubten Kellerchen. Vor dir öffnet sich eine faszinierende Welt berühmter Häuser und unterirdischer Labyrinthe, die Millionen kostbarer Flaschen verbergen.
Mach deine Geschmacksknospen bereit für eine Reise in eine Region, in der die Zeit in Jahrgängen gemessen wird. Dich erwartet ein unvergessliches Erlebnis an Orten, an denen das Leben jeden Tag gefeiert wird.
Foto: Tournasol7 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Zusammenfassung
- Vorab reservieren ist Pflicht: In berühmte Häuser wie Taittinger oder Moët & Chandon kommst du ohne ein Wochen im Voraus gekauftes Online-Ticket schlicht nicht hinein.
- Zwei Hauptbasen: Reims bietet großstädtisches Treiben und eine gotische Kathedrale, während Épernay die reinrassige Hauptstadt der Bläschen mit opulenter Architektur ist.
- Warme Kleidung für die Keller: In den Kreidetunneln herrschen das ganze Jahr über etwa 10 bis 12 °C, ohne Pullover oder leichte Jacke kommst du also selbst an einem schwülen Sommernachmittag nicht aus.
- Preise für Verkostungen 2026: Halte dein Portemonnaie bereit, denn die Basisführungen beginnen bei 40 Euro und die exklusiven klettern bis in den dreistelligen Bereich.
- Vergiss das Land nicht: Fahr ins malerische Dörfchen Hautvillers, wo der legendäre Mönch Dom Pérignon wirkte, oder ins historische Troyes.
- Umweltplakette fürs Auto: Wenn du mit dem eigenen Wagen fährst, brauchst du für Reims unbedingt die Crit’Air-Plakette wegen der strengen Umweltzonen.

Wann in die Champagne reisen
Die ideale Zeit für einen Besuch dieses zauberhaften Winkels Frankreichs fällt auf Mai, Juni oder September, wenn die Tage angenehm lang sind und die Weinberge in allen Farben leuchten. Im September erlebst du außerdem das unvergleichliche Treiben der Weinlese, das die ganze Region in einen einzigen großen, summenden Bienenstock verwandelt. Das genaue Datum des Erntebeginns, das sogenannte Ban des vendanges, wird jedes Jahr exakt nach Reife der Trauben verkündet, es lohnt sich also, die offiziellen Winzer-Webseiten zu verfolgen und die Pläne ruhig erst auf den letzten Drücker festzulegen. In dieser Zeit ist zwar überall viel los, aber diese Atmosphäre voller Duft des gärenden Mosts ist das hundertprozentig wert.
Den August solltest du dagegen meiden, denn die Franzosen haben massenhaft Urlaub und viele kleine Familienweingüter haben paradoxerweise geschlossen. Außerdem erleben die Autobahnen im August die sogenannten schwarzen Tage, an denen das ganze Land in den Süden zieht und du Stunden in endlosen Staus verbringen würdest. Die Adventszeit im November und Dezember ist hier zwar kalt und verregnet, lockt aber mit der enormen Nachfrage nach Weihnachtsmärkten, die aus dem benachbarten Elsass herüberschwappen und eine märchenhafte Stimmung schaffen. Rechne allerdings damit, dass die Hotelkapazitäten blitzschnell schwinden und die Preise steil nach oben schießen.
Wer nicht stundenlang hinterm Steuer sitzen möchte, wählt am besten die Anreise über Paris mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV, der dich vom Bahnhof Gare de l’Est in sagenhaften 45 Minuten nach Reims bringt. Von Deutschland aus erreichst du Paris bequem mit dem TGV ab Frankfurt, Stuttgart oder München, oder du fliegst direkt mit Lufthansa nach Paris. Tickets buchst du am besten so früh wie möglich, denn das System funktioniert genau wie bei Flugtickets: Je näher der Abfahrt, desto tiefer greifst du in die Tasche. Autofahrer müssen an die tückischen Umweltzonen in Reims denken, für die du unbedingt die Crit’Air-Plakette brauchst. Das kostet dich rund fünf Euro und erledigst du online, aber ohne sie riskierst du ein saftiges Bußgeld. Auf den französischen Autobahnen solltest du außerdem auf das neue Mautsystem Free-Flow achten, bei dem es keine Schranken mehr gibt, sondern Kameras dein Kennzeichen erfassen und du die Gebühr innerhalb von 72 Stunden online bezahlen musst 😅.

Wo übernachten in der Champagne
💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Den richtigen Ort für deine Basis zu wählen ist absolut entscheidend für einen reibungslosen Verlauf der ganzen Reise, denn die beiden Hauptstädte bieten ein völlig unterschiedliches Erlebnis. Reims ist eine großartige Wahl für Liebhaber des Stadtlebens, denn die Stadt bietet direkten TGV-Anschluss, ein reiches Nachtleben und die größten Kreidekeller liegen dir buchstäblich zu Füßen. Ein toller Tipp ist eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe der Kathedrale, etwa im eleganten Hotel La Caserne Chanzy, von wo aus du die besten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichst. Reims kann auf manche eher wie eine geschäftige Metropole als ein romantisches Weinland wirken, macht das aber mit perfekter Infrastruktur und einer riesigen Auswahl ausgezeichneter Restaurants wett.
Wenn du eine intimere Atmosphäre bevorzugst und direkt im Epizentrum des Weingeschehens sein willst, ist Épernay die richtige Destination. Diese kleinere Stadt ist der absolute Mittelpunkt der Bläschen, und von einem Hotel wie dem Hôtel Jean Moët erreichst du die berühmte Avenue de Champagne in nur wenigen Minuten. Das kompakte und gut zu Fuß erkundbare Zentrum bedeutet, dass du dich abends nach den Verkostungen nicht um Taxis kümmern musst, sondern einfach durch die beleuchteten Gassen zurück aufs Zimmer schlenderst. Der kleine Nachteil von Épernay ist, dass die Unterkünfte in der Hauptsaison und während der Weinlese extrem schnell ausgebucht sind und die Preise im Vergleich zu Reims etwas höher liegen können.
Die größte Auswahl an Unterkünften aller Art findest du klassisch auf dem Portal Booking.com, wo du genau das herausfiltern kannst, was du suchst – vom luxuriösen Schlösschen inmitten der Weinberge bis zum gemütlichen modernen Apartment. Wenn du mit dem eigenen Auto reist, prüfe immer vorab Verfügbarkeit und Preis der Parkplätze, denn Stellplätze in den historischen Zentren beider Städte sind ein knappes und sehr teures Gut. Ideal ist ein Hotel mit eigenem bewachten Innenhof, damit du das Auto in Ruhe stehen lassen und zu Fuß auf Glas-Entdeckungstour gehen kannst ☺️.

12 Tipps, was man in der Champagne in Frankreich sehen und tun kann
Tauchen wir gemeinsam in das Beste ein, was diese glanzvolle Region zu bieten hat – von majestätischer Architektur bis zu tiefen Kreidetunneln voller flüssigem Gold. In den folgenden zwölf Tipps findest du eine perfekte Mischung aus Geschichte, praktischen Ratschlägen für Verkostungen und wunderschönen Orten, die du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest.

1. Kathedrale Notre-Dame in Reims und die Krönung der Könige
Reims ist eine Stadt mit zwei Gesichtern, und über der Erde überwältigt dich sofort die monumentale Kathedrale Notre-Dame, ein Meisterwerk der Gotik, das auf der UNESCO-Liste steht. Genau an diesem heiligen Ort wurden im Laufe der Jahrhunderte dreiunddreißig französische Könige gekrönt, was sie zu einem der wichtigsten historischen und politischen Gebäude des ganzen Landes macht. Ihre Majestät und die unglaublich reiche Skulpturenverzierung der Hauptfassade lassen dich in stummem Staunen verharren, sobald du aus den angrenzenden Gassen auf den Hauptplatz trittst.
Bei der Besichtigung des dämmrigen Innenraums darfst du auf keinen Fall die wunderschönen Glasfenster verpassen, wobei die im hinteren Teil vom berühmten Künstler Marc Chagall geschaffen wurden und dem altehrwürdigen Raum einen unerwartet modernen, traumhaften Anstrich verleihen. Die Kombination aus blauen Tönen und gotischen Bögen wirkt geradezu magisch. Der Eintritt in die Kathedrale selbst ist kostenlos, aber wenn du auf die Türme steigen und den Panoramablick über die ganze Stadt genießen möchtest, empfehle ich, ein Ticket vorab online zu kaufen, um lange Warteschlangen zu vermeiden. 💡 Tipp: Versuch früh morgens oder am späten Nachmittag herzukommen, wenn die durch die bunten Fenster fallenden Sonnenstrahlen ein faszinierendes Spiel aus Licht und Schatten auf dem Steinboden zaubern.

2. Kreidekeller von Reims und ihre Unterwelt
Der wahre Reichtum von Reims liegt nicht nur an der Oberfläche, sondern verbirgt sich Dutzende Meter unter dem Pflaster in einem riesigen unterirdischen Labyrinth. Unter der Stadt ziehen sich Hunderte Kilometer in reine weiße Kreide gehauene Gänge, die man crayères nennt und die als perfekte, natürlich klimatisierte Reifekeller dienen. Diese Räume entstanden ursprünglich als antike römische Steinbrüche, doch heute bergen sie den teuersten Wein der Welt. Die Temperatur hält sich hier ganzjährig bei etwa 10 bis 12 °C und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass nach einer Weile Wasser auf deiner Kleidung kondensiert – ein Pullover ist also Pflicht.
Gönn dir eine Führung im berühmten Haus Taittinger, dessen Keller zu den atemberaubendsten zählen und mit einem Eintrag auf der UNESCO-Liste glänzen. Du steigst über steile Treppen hinab in tiefe Stille, die nur ein gelegentliches Klirren von Glas und die gedämpften Schritte des Führers durchbrechen. Die Führungen kosten hier 40 bis 90 Euro, je nachdem, welchen Jahrgang und wie viele Proben du zum Abschluss verkosten möchtest, und eine Reservierung über Webseiten wie Champagne Booking ist absolut unerlässlich. Ihre unterirdischen Paläste haben hier auch weitere Giganten wie Veuve Clicquot, das allerälteste Haus Ruinart oder das berühmte Pommery, wo man die Besichtigung der dunklen Gänge zusätzlich mit Installationen moderner Kunst verbindet, was ein absolut bizarres und visuell überwältigendes Erlebnis schafft 😁.

3. Épernay und die teuerste Straße der Welt, die Avenue de Champagne
Während Reims wie eine echte Großstadt wirkt, liegt etwa eine halbe Autostunde südlich Épernay, das als absolute Hauptstadt des Schaumweins gilt. Alles Wesentliche dreht sich hier um die berühmte Avenue de Champagne, über die Winston Churchill einst scherzhaft sagte, sie sei die trinkbarste Straße der Welt. Die ganze breite Promenade säumen opulente Anwesen aus dem 19. Jahrhundert, hinter deren schmiedeeisernen Zäunen und gepflegten Gärten die größten Marktakteure residieren.
Beim Spaziergang durch diese luxuriöse Straße fühlst du dich wie in einem anderen Jahrhundert, und unter deinen Füßen liegen in diesem Moment über 200 Millionen Flaschen in tiefen Kreidetunneln. Es ist ein unglaublicher Kontrast zwischen der ruhigen Wohnstraße an der Oberfläche und der massiven globalen Industrie im Untergrund. Viele dieser prächtigen Häuser bieten Sitzplätze in ihren Höfen, wo du einfach ein Glas bestellen und die snobistische, aber zugleich sehr entspannte Sommeratmosphäre aufsaugen kannst. 💡 Tipp: Reserviere für die Avenue de Champagne mindestens einen ganzen Nachmittag, denn das Wandern von einem schönen Hof zum nächsten ist unglaublich süchtig machend und die Zeit verfliegt hier gefährlich schnell.

4. Unterirdisches Labyrinth von Moët & Chandon und das Bähnchen bei Mercier
Direkt an der Avenue de Champagne residiert die legendäre Marke Moët & Chandon, die unter sich unglaubliche achtundzwanzig Kilometer präzise angelegter Keller hat. Die Führung ist hier außerordentlich professionell, perfekt organisiert und zeigt dir, wie genau die Produktion im riesigen weltweiten Maßstab funktioniert. Du gehst durch endlose Gänge voller Staub und Geschichte, in denen die besten Jahrgänge reifen. Die Verkostungspreise beginnen hier bei etwa 48 Euro und können bei exklusiven Verkostungen bis zu schwindelerregenden Beträgen von über 400 Euro klettern.
Wenn du etwas Entspannteres und Unterhaltsameres zur Auflockerung des Tages suchst, fahr unbedingt ins benachbarte Haus Mercier. Hier erwartet dich kein langweiliges Zu-Fuß-Gehen, sondern du steigst direkt in ein spezielles unterirdisches Bähnchen, das dich bequem durch die weitläufigen Kreidegänge fährt. Es ist zwar ein bisschen touristischer Kitsch, aber das riesige Holzfass mit eigenen Augen zu sehen – es fasste das Äquivalent von 200.000 Flaschen und Gründer Eugène Mercier zog es einst mit einem Ochsengespann zur Weltausstellung nach Paris – hat seinen unverwechselbaren historischen Charme und begeistert zuverlässig auch jene, die sich sonst nicht für Weingeschichte interessieren.

5. Hautvillers und die Legende namens Dom Pérignon
Fahr aus dem lebhaften Épernay nur ein paar Kilometer in die Hügel hinauf, und schon umgibt dich ein endloses Meer malerischer grüner Weinberge. Mittendrin liegt Hautvillers, ein unscheinbares Dorf mit gewaltigem historischem Erbe. Genau in der dortigen altehrwürdigen Abtei wirkte im 17. Jahrhundert der Mönch Dom Pérignon, von dem die Legende behauptet, er habe den Champagner erfunden und beim ersten Schluck begeistert ausgerufen, er trinke gerade die Sterne.
Auch wenn dir Historiker trocken erklären, dass dieser Mönch im Gegenteil verbissen versuchte, die Bläschen aus dem Wein zu verbannen, weil der Druck damals die zerbrechlichen Glasflaschen zerriss, lebt der schöne Mythos weiter, und sein Grab in der örtlichen Kirche ist buchstäblich ein Wallfahrtsort für alle Weinliebhaber. Das Dorf selbst ist unglaublich zauberhaft, voller schmiedeeiserner Aushängeschilder und enger gepflasterter Gassen, die zum ziellosen Bummeln einladen. Du findest hier viele kleine Familienweingüter, in denen du einen ausgezeichneten Tropfen für einen Bruchteil des Preises der großen kommerziellen Häuser aus Épernay verkostest und dich obendrein direkt mit den Menschen unterhalten kannst, die ihn mit Liebe gemacht haben.

6. Geheimnis der Herstellung: Wie Champagner entsteht
Den komplexen Herstellungsprozess zu verstehen ist der absolute Schlüssel dazu, jedes Glas wirklich in vollen Zügen genießen und seinen Preis nachvollziehen zu können. Grundlage ist die sogenannte méthode champenoise, ein streng reguliertes Verfahren, bei dem der Wein eine zweite Gärung direkt in der verschlossenen Flasche durchläuft. Genau während dieses langwierigen und heiklen Prozesses entstehen jene feinen, eleganten Bläschen, die aus einem gewöhnlichen Wein ein weltweites Phänomen machen.
Ein faszinierender Teil der Produktion ist das Rütteln der Hefe, die sogenannte Remuage, bei der die in speziellen Holzpulten mit dem Hals nach unten gelagerten Flaschen täglich von Hand um einen genauen Winkel gedreht werden. Auch wenn diese mühsame Arbeit bei großen Produzenten heute clevere Maschinen namens Gyropaletten übernehmen, siehst du in vielen traditionellen Kellern noch immer Meister, die mit einer bloßen Handgelenksbewegung blitzschnell Tausende Flaschen pro Tag drehen können. Der ganze Reifeprozess auf der Hefe dauert mindestens fünfzehn Monate, bei den besten Jahrgängen zieht er sich aber auch über mehrere Jahre, was dem Getränk den typischen Geschmack nach gerösteten Toasts und Brioche verleiht.
7. Regeln der Verkostung: Wie man probiert und Preise für 2026
Eine Verkostung in dieser prestigeträchtigen Region hat ihre ungeschriebenen Regeln und ist keineswegs ein schnelles Trinken an der Bar vor dem Abendessen. Bei der Probe bekommst du immer eine fachkundige Erläuterung zu den Rebsorten, am häufigsten Chardonnay, Pinot Noir und Meunier, und solltest vor dem ersten Schluck auf Farbe, Perlage und Duft achten. Du musst dich überhaupt nicht scheuen, die bereitgestellten Spuckgefäße zu benutzen, besonders wenn du an einem Tag mehrere Häuser besuchen willst und einen Mietwagen fährst.
Das Preisniveau hat sich 2026 ziemlich hoch eingependelt, und du musst damit rechnen, dass für Qualität und Exklusivität hier großzügig bezahlt wird. Basisführungen mit Verkostung von ein oder zwei Proben bewegen sich bei den großen Marken um die 40 bis 60 Euro pro Person. Wenn du aber in die kleineren Familienweingüter eintauchst, die über das Land verstreut sind, erlassen sie dir die Verkostungsgebühr oft gern, wenn du zum Abschluss ein paar Flaschen für zu Hause kaufst. Ausflüge und Verkostungen lassen sich oft sehr leicht über Plattformen wie GetYourGuide finden und buchen, was dir viele Nerven beim Übersetzen französischer Webseiten spart und dir eine sofortige Terminbestätigung beschert.

8. UNESCO-Weinberge und Naturpark Montagne de Reims
Die Landschaft zwischen Reims und Épernay besteht aus bewaldeten Hügeln und weitläufigen Hängen, die zum geschützten Naturpark Montagne de Reims gehören. Dieses Gebiet ist in der Weinwelt berühmt für den Anbau der blauen Rebsorte Pinot Noir, die den hiesigen Weinen die so nötige Kraft und Struktur verleiht. Das einzigartige Terroir hier – die perfekte Kombination aus spezifischem Kreideboden, Hanglage und günstigem Mikroklima – ist so wertvoll, dass es sich einen prestigeträchtigen Eintrag auf der Liste des UNESCO-Welterbes verdient hat.
Die beste Art, diese herrliche Landschaft im Detail zu erkunden, ist, sich ein E-Bike zu leihen und über die kleinen Sträßchen entlang der einzelnen Rebparzellen zu fahren. Du fährst durch ruhige Dörfer mit der Bezeichnung Grand Cru – der höchstmöglichen Qualitätsklassifizierung von Weinbergen in Frankreich – und vor dir öffnen sich Panoramablicke, die einem wirklich den Atem rauben. 💡 Tipp: Halt am Rand eines Weinbergs und schau dir den schneeweißen Boden aus der Nähe an, so siehst du mit eigenen Augen die reine Kreide, die wie ein perfekter natürlicher Schwamm Wasser für heiße Sommertage speichert.

9. Erlebnis Weinlese und das Programm Vendangeur d’un jour
Wenn du die Region in ihrer urigsten und authentischsten Form erleben willst, plane deine Reise auf die Wende von August zu September. In dieser Zeit findet die lang ersehnte Weinlese statt und die ganze Gegend schläft praktisch überhaupt nicht. Schmale Straßen blockieren langsame Traktoren, überall in der Luft liegt der süße Duft des gärenden Mosts und in den Weinbergen arbeiten Tausende Saisonarbeiter, denn die maschinelle Ernte ist hier per Gesetz streng verboten und jede Traube muss von Hand abgeschnitten werden.
Für Besucher ist das spezielle Programm namens Vendangeur d’un jour, also Erntehelfer für einen Tag, ein riesiger Anreiz. Gegen eine feste Gebühr nimmt dich ein örtlicher Winzer mit Schere und Korb direkt in die Reihen mit, zeigt dir, wie man die Trauben schonend und richtig abschneidet, und diese körperlich anstrengende Erfahrung beschließt du mit einem üppigen Mittagessen und einer wohlverdienten Verkostung direkt im sonnenverwöhnten Weinberg. Es ist ein unwiederholbares Erlebnis, das dir einen völlig neuen Blick darauf gibt, wie viel ehrliche menschliche Mühe hinter jeder luxuriösen Flasche in den Regalen steckt ☺️.

10. Stadt Troyes und mittelalterliche Fachwerkhäuser
Wenn du dich etwas weiter nach Süden begibst, stößt du auf die historische Stadt Troyes, die einst die ursprüngliche Hauptstadt der ganzen reichen Region war. Ihr historisches Zentrum ist aus der Vogelperspektive genau wie ein Champagnerkorken geformt, eine unglaubliche Laune des Schicksals und des mittelalterlichen Städtebaus. Troyes verzaubert dich sofort mit seiner fantastisch erhaltenen Architektur und den engen gepflasterten Gassen, die zu langen Spaziergängen einladen.
Der größte Anziehungspunkt der Stadt sind die wunderschönen krummen Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert, die sich oft so nah zueinander neigen, dass sie sich in den obersten Stockwerken fast berühren. Schlendere durch die berühmte Gasse Ruelle des Chats, wo du wirklich Katzen von Dach zu Dach springen siehst, besuche die großartige gotische Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul und genieße eine viel ruhigere, intimere Atmosphäre ohne die riesigen Touristenmassen, die sich meist nur im nördlicheren Teil rund um Reims konzentrieren.

11. Leuchtturm Verzenay und Blicke bis ins Unendliche
Eines der bizarrsten und meistfotografierten Bauwerke inmitten der französischen Weinberge ist zweifellos der Phare de Verzenay, ein unübersehbarer Leuchtturm, der sich auf einem Hügel verdammt weit von jedem Meer erhebt. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem örtlichen Unternehmer rein als raffinierter Werbegag errichtet, der die Aufmerksamkeit auf seine damalige Weinmarke lenken sollte – und diesen Zweck erfüllt er als perfekter visueller Leuchtturm bis heute makellos.
Heute befindet sich im Inneren dieses kuriosen und leicht deplatzierten Bauwerks ein interaktives Weinmuseum, in dem du auf unterhaltsame Weise jede Menge Wissenswertes über die Geschichte des Traubenanbaus in der ganzen Region und die Arbeit der Winzer im Lauf der Jahreszeiten erfährst. Die größte Belohnung ist aber der Aufstieg über die Wendeltreppe zur Spitze des Leuchtturms, von wo aus sich ein Rundumblick auf das endlose Meer grüner Weinberge öffnet und du bei klarem Wetter bis zu den Umrissen der Kathedrale von Reims am fernen Horizont blickst.

12. Gastronomie und lokale Käsesorten zu den Bläschen
Das Reiseerlebnis wäre definitiv nicht komplett ohne ein gründliches Erkunden der lokalen Gastronomie, die seit Jahrhunderten perfekt auf die Kombination mit Schaumwein abgestimmt ist. Selbst wenn du kein Fleischliebhaber bist, wird dich die französische Käsekultur hier vollkommen begeistern und reicht dir für den ganzen Aufenthalt. Zum perlenden Tropfen passen fantastisch lokale Käsesorten wie der cremige Chaource oder der kräftige Langres, dessen typische Mulde an der Oberseite vor dem Servieren manchmal mit einem kleinen Tropfen des lokalen Tresterbrands Marc de Champagne übergossen wird, für ein extra Geschmackserlebnis.
Neben den gereiften Käsesorten darfst du nicht abreisen, ohne die berühmten rosa Kekse Biscuits Roses de Reims probiert zu haben, die in den örtlichen Bäckereien seit dem 17. Jahrhundert nach einem traditionellen geheimen Rezept gebacken werden. Ihre absolut einzigartige Eigenschaft ist, dass man sie vor dem Verzehr leicht direkt ins Champagnerglas taucht, wobei sie dank ihres speziellen doppelten Backens nicht die Form verlieren und sich nicht im Getränk aufweichen. Es ist ein überaus eleganter, süßer und hundertprozentig vegetarischer Schlusspunkt für jeden großartigen Tag zwischen den Weinbergen.
Wohin weiter ab der Champagne
Wenn du schon die Reise in diesen Teil Frankreichs auf dich genommen hast, wäre es schade, nicht auch weitere berühmte Regionen zu erkunden, die in Fahrtdistanz liegen und ganz andere Erlebnisse bieten.
- Richte deine Aufmerksamkeit nach Süden und entdecke das Burgund, wo der rote Pinot Noir, berühmte Weinberge und das legendäre mittelalterliche Hospiz Hospices de Beaune mit seinem buntem Dach regieren.
- Wenn dich eher märchenhafte Architektur und Weißweine reizen, mach dich nach Osten auf, wo dich die atemberaubende Elsässer Weinstraße mit blumengeschmückten Dörfern und Storchennestern erwartet.
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man am besten in die Champagne von Paris aus?
Die schnellste und bequemste Variante ist die Nutzung der Hochgeschwindigkeitszüge TGV, die vom Pariser Bahnhof Gare de l’Est abfahren. Die Fahrt nach Reims dauert nur 45 Minuten und nach Épernay etwas über eine Stunde. Ich empfehle, die Tickets rechtzeitig im Voraus über die offizielle SNCF-App zu kaufen, da die Preise in letzter Minute deutlich steigen und die Züge oft ausgebucht sind.
Brauche ich für Reims ein Auto und eine Umweltplakette?
Ohne Auto kommst du in Reims selbst oder in Épernay gut zurecht, aber für die Erkundung der Dörfer und ländlichen Weingüter ist ein Wagen ein großer Vorteil. Falls du allerdings direkt nach Reims hineinfährst, brauchst du unbedingt die französische Umweltplakette Crit’Air (kostet etwas mehr als fünf Euro), denn die Stadt liegt in einer strengen Niedrigemissionszone und ohne sie riskierst du ein Bußgeld von 68 Euro.
Wie viel kosten Verkostungen und Kellerführungen?
Die Preise im Jahr 2026 bewegen sich bei den großen und berühmten Häusern zwischen 40 und 90 Euro für eine Grundbesichtigung mit Verkostung von ein oder zwei Proben. Wenn Sie kleine familiengeführte Winzer auf dem Land besuchen, sind die Verkostungen deutlich günstiger und oft wird Ihnen die Gebühr sogar erlassen, wenn Sie am Ende ein paar Flaschen als Andenken mit nach Hause kaufen.
Muss ich den Besuch der Weinkeller im Voraus reservieren?
Ja, bei allen großen kommerziellen Marken und bekannten Häusern ist eine Reservierung im Voraus absolut notwendig, und zwar durchaus auch einen Monat im Voraus, besonders in der Sommersaison und während der Weinlese im September. Ohne gültiges Online-Ticket lässt man euch nicht hinein, denn die Führungen finden in kleinen Gruppen mit einem Guide statt und die Kapazitäten der unterirdischen Räumlichkeiten sind streng begrenzt.
Wie ist das Wetter in den unterirdischen Kreidekellern?
In den tiefen Kreidetunneln, die crayères genannt werden, herrscht ganzjährig eine konstante Temperatur von etwa 10 bis 12 °C und es ist sehr feucht, sodass euch schnell kalt werden kann. Auch wenn draußen tropische Sommerhitze herrscht, packt für die einstündige Besichtigung der Unterwelt immer einen Pullover, eine leichte Jacke und geschlossene Schuhe ein, damit ihr euch das Erlebnis nicht durch eine Erkältung vermiest.
Ist die Region auch für Vegetarier geeignet?
Auf jeden Fall! Die französische Gastronomie dreht sich zwar oft um Fleisch, aber in dieser Region finden Sie eine fantastische Auswahl an lokalen Käsesorten wie den herrlich cremigen Chaource oder den kräftigen Langres, die perfekt zu den Bläschen passen. In Restaurants können Sie problemlos fleischlose Menüs bestellen, und vergessen Sie nicht, die berühmten rosafarbenen Kekse aus Reims zu probieren.
Kann ich einfach so kostenlos durch die Weinberge spazieren?
Ja, die meisten Weinberge sind frei zugänglich für Spaziergänge zu Fuß sowie für Radtouren auf befestigten Wegen und Asphaltstraßen zwischen den einzelnen Parzellen. Denkt aber bitte daran, dass die Weinreihen selbst Privateigentum sind, also achtet darauf, keine Trauben zu pflücken, die Rebstöcke nicht zu beschädigen und die schweren Maschinen zu respektieren, die häufig auf den Wegen unterwegs sind.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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