Belgien: 18 Tipps für Sehenswürdigkeiten 2026

Wenn du über ein ideales Ziel für ein verlängertes Wochenende nachdenkst, fällt dir wahrscheinlich sofort Paris oder London ein – aber Belgien ist ein absoluter Geheimtipp, der dich garantiert begeistern wird. Wie meine Freundin, die in Brüssel lebt, immer sagt: „Alle wollen nur Brüssel sehen, aber das Schönste an Belgien beginnt dort, wo die Grenze Brüssels endet.“ Dieses kleine Land im Herzen Europas bietet eine perfekte Mischung aus märchenhaften mittelalterlichen Städten, atemberaubender Architektur und einer Gastronomie, bei der einem schon beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammenläuft.

Wenn man Belgien sagt, denken die meisten von uns an köstliche Schokolade, goldgelb frittierte Pommes und tausende Biersorten – aber glaub mir, das ist erst der Anfang. Faszinierend ist vor allem, wie nah all diese wunderschönen Orte beieinander liegen, sodass du innerhalb weniger Tage die Atmosphäre gleich mehrerer völlig unterschiedlicher Städte in dich aufsaugen kannst.

Das Beste an allem ist das dichte Schienennetz, dank dem du zum Reisen überhaupt kein Auto brauchst, denn die Züge bringen dich bequem und schnell direkt in die historischen Zentren. Ich habe für dich einen ausführlichen Guide vorbereitet, in dem wir uns gemeinsam die schönsten Orte und praktische Tipps ansehen, damit du deine Belgien-Reise in vollen Zügen und ganz ohne Stress genießen kannst.

Zusammenfassung

  • Reisen mit dem Zug: Belgien ist wie geschaffen fürs City-Hopping – mit dem Zug gelangst du in wenigen Dutzend Minuten zwischen den Hauptstädten, und am Wochenende gilt zudem der halbe Fahrpreis.
  • Brüssel als Basis: Die Hauptstadt ist der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge, doch für die Besichtigung Brüssels selbst reicht dir ein voller Tag völlig aus.
  • Gent vs. Brügge: Während Brügge romantisch und märchenhaft ist, bietet Gent eine authentischere und lebendigere Universitätsatmosphäre mit weniger Touristen.
  • Vorsicht bei Pommes: Wenn du Vegetarier bist, frag immer vorher nach, worin die Pommes frittiert werden, denn traditionelle belgische Rezepte verwenden oft Rindertalg.
  • Unberechenbares Wetter: Vergiss den Regenschirm nicht, egal zu welcher Jahreszeit du reist – hier kann es wirklich jederzeit regnen.
  • Paradies für Vegetarier: Die Stadt Gent gilt als vegetarische Metropole Europas, und du findest hier eine riesige Auswahl an tollen fleischlosen Lokalen.

Wann nach Belgien reisen

Die Planung einer Reise nach Belgien erfordert ein wenig strategisches Denken, denn das hiesige Wetter kann ziemlich launisch sein. Das milde ozeanische Klima bringt das ganze Jahr über häufige Regenschauer mit sich, egal also wann du losfährst – eine gute Regenjacke oder ein Schirm sollten in deinem Rucksack auf keinen Fall fehlen.

Die beste Reisezeit ist der Zeitraum von Mai bis September, wenn die Tage am längsten sind und die Temperaturen um angenehme 20 bis 25 Grad liegen. Wenn du den größten Touristenmassen aus dem Weg gehen willst, plane deine Reise für den September, der meist sehr temperaturstabil ist und ideale Bedingungen für ganztägige Stadtspaziergänge bietet.

Eine spannende Alternative ist auch der Winter, denn die belgischen Städte glänzen mit wunderschönen Weihnachtsmärkten, von denen der in Brüssel oder das Lichterfestival in Brügge zu den zauberhaftesten in Europa gehören. Blumenliebhaber sollten ihre Reise dagegen auf den August in geraden Jahren legen, wenn sich auf dem Brüsseler Grand-Place der berühmte Blumenteppich aus tausenden Begonien ausbreitet.

Wo in Belgien übernachten

💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Wahl der Unterkunft hängt vor allem davon ab, welche Art von Reise du planst, aber grundsätzlich bieten sich zwei Hauptstrategien an. Die meisten Reisenden wählen Brüssel als ihre Hauptbasis, denn die Stadt bietet die größte Hotelauswahl und ausgezeichnete Verkehrsverbindungen in alle Ecken des Landes. Wenn du aber eine romantischere und ruhigere Atmosphäre suchst, empfehle ich dir, in Gent zu übernachten, das nach Einbruch der Dunkelheit wunderbar aufblüht und einen unglaublichen Zauber entfaltet.

Achte bei der Unterkunftssuche immer auf Lagen in Gehweite zu den wichtigsten Bahnhöfen, das spart dir bei den morgendlichen Ausflügen jede Menge Zeit. Die Hotelpreise variieren je nach Saison, aber rechne damit, dass du für ein gutes Doppelzimmer im Zentrum durchschnittlich rund 120 bis 150 Euro pro Nacht zahlst.

In Brüssel ist das stilvolle Hotel Hubert Grand Place eine sichere Wahl, das nur wenige Schritte vom Hauptplatz entfernt liegt und modernes Design mit hervorragendem Frühstück verbindet. Wenn du dich für das authentischere Gent entscheidest, schau dir das wunderschöne Pillows Grand Boutique Hotel Reylof an, das in einem historischen Gebäude untergebracht ist und puren Luxus samt einem schönen Innenhof bietet. In Antwerpen empfehle ich das Hotel Rubens-Grote Markt, dessen Lage direkt an der Kathedrale schlichtweg unschlagbar ist und von wo aus du alle Sehenswürdigkeiten schnell erreichst. Buche deine Unterkunft am besten rechtzeitig über Booking, besonders wenn du in den Sommermonaten reist.

18 Tipps für Sehenswürdigkeiten in Belgien

Schauen wir uns gemeinsam das Interessanteste an, was dieses bezaubernde Land zu bieten hat – von ikonischen historischen Städten bis hin zu praktischen Reisetipps. Belgien ist zwar flächenmäßig nicht besonders groß, aber die Dichte an Sehenswürdigkeiten und interessanten Orten ist hier absolut unglaublich, sodass du gar nicht weißt, wo du zuerst hinsollst.

1. Brüssel: Die Hauptstadt voller Kontraste

Brüssel ist eine Stadt, die dich mit ihrer Vielfalt überrascht, wo sich wunderschöne historische Architektur mit den modernen Gebäuden der EU-Institutionen vermischt. Deine Belgien-Hauptstadt-Tour sollte definitiv am Grand-Place beginnen, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und zu den schönsten Plätzen der ganzen Welt gehört.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt stößt du garantiert auf das berühmte Manneken Pis, die Statue des pinkelnden Jungen, die zwar überraschend klein ist, aber zu den meistfotografierten Symbolen der Stadt gehört. Einen Besuch wert ist auch das futuristische Atomium am Stadtrand, das für die Expo 58 entstand und einen schönen Ausblick bietet (der Eintritt kostet etwa 16 Euro). Wenn du alle Geheimnisse dieser Stadt entdecken möchtest, lies unseren ausführlichen Artikel Brüssel: 19 Tipps für Sehenswürdigkeiten.

2. Brügge: Mittelalterliches Märchen am Wasser

Brügge wird oft als das Venedig des Nordens bezeichnet, und ich muss sagen, dieser Vergleich trifft absolut zu, denn das Netz der Kanäle und mehr als 80 historische Brücken schaffen eine unvergessliche Atmosphäre. Am besten erkundest du die Stadt bei einer etwa halbstündigen Bootsfahrt, von der aus du die schönsten Backsteinhäuser aus einer ganz anderen Perspektive siehst.

Das Zentrum des Geschehens ist der Marktplatz mit dem imposanten Belfried, auf den 366 Stufen hinaufführen – aber der Ausblick von oben ist die anfängliche Anstrengung definitiv wert. Stell dich darauf ein, dass Brügge tagsüber voller Touristen ist, daher lohnt es sich, früh aufzustehen. Mehr Tipps findest du in unserem Guide Brügge: 16 Tipps für Sehenswürdigkeiten.

3. Gent: Die lebendige Studentenstadt

Wenn ich dir nur eine einzige belgische Stadt empfehlen müsste, die du nicht verpassen darfst, wäre es wohl Gent, das die perfekte Balance zwischen Geschichte und modernem Leben bietet. Die Uferpromenaden Graslei und Korenlei gehören zu den fotogensten Orten Europas, besonders in den Abendstunden, wenn sich die historischen Zunfthäuser wunderschön in der ruhigen Wasseroberfläche spiegeln.

Mitten in der Stadt thront stolz die mittelalterliche Burg Gravensteen, die ihr wehrhaftes Aussehen bewahrt hat und im Inneren eine faszinierende Ausstellung zur lokalen Geschichte beherbergt. Gent ist zudem für seine großartige Gastronomie und Kunst bekannt, darunter der berühmte Genter Altar der Brüder van Eyck. Für Detailinfos schau in den Artikel Gent: 16 Tipps für Sehenswürdigkeiten.

4. Antwerpen: Juwel für Mode, Diamanten und Kunst

Antwerpen ist die zweitgrößte Stadt Belgiens und steht überraschend oft im Schatten von Brügge, obwohl sie meiner Meinung nach zu den interessantesten und trendigsten Orten des Landes gehört. Schon die Ankunft ist ein Erlebnis, denn der Hauptbahnhof Antwerpen-Centraal ist ein architektonisches Wunderwerk, das man auch die „Eisenbahnkathedrale“ nennt und das immer wieder in den Ranglisten der schönsten Bahnhöfe der Welt auftaucht.

Das Wahrzeichen des historischen Zentrums ist die riesige Liebfrauenkathedrale mit dem höchsten Kirchturm Belgiens, der stolze 123 Meter misst und im Inneren atemberaubende Altarbilder des berühmten Malers Rubens birgt. Der Eintritt kostet 12 Euro, Studenten und Senioren erhalten Ermäßigung, und Kinder bis 18 Jahre kommen völlig kostenlos hinein. Direkt daneben findest du den Grote Markt mit dem wunderschönen Renaissance-Rathaus und dem ikonischen Brabo-Brunnen, der die Legende von der abgeschlagenen Hand des Riesen darstellt, die der Stadt angeblich ihren Namen gab.

Für Kunst und Geschichte lohnt sich ein Besuch im berühmten Rubenshaus, in dem der Meister lebte und wirkte, oder in der Renaissance-Druckerei Plantin-Moretus, die als einzige ihrer Art zum UNESCO-Welterbe zählt. Ein toller Tipp ist auch das moderne Museum MAS im Hafenviertel, das faszinierende Ausstellungen bietet, vor allem aber im 10. Stock eine völlig kostenlose Dachterrasse hat, von der du den besten Ausblick auf die ganze Stadt genießt.

Antwerpen ist weltweit für sein Diamantenviertel bekannt, durch das unglaubliche 84 Prozent der weltweiten Rohdiamantenproduktion fließen, sowie für die sogenannten „Antwerpener Sechs“, eine Gruppe von Designern, die aus der Stadt eine europäische Modemetropole gemacht hat. Zum Abschluss des Tages solltest du auf keinen Fall die Brauerei De Koninck verpassen, wo du für rund 20 Euro eine tolle interaktive Führung mit anschließender Verkostung ihres berühmten Biers Bolleke erlebst.

5. Löwen: Geschichte und die längste Bar Europas

Löwen, auf Niederländisch Leuven, liegt nur 25 Minuten mit dem Zug von Brüssel entfernt und beherbergt die älteste Universität der Niederlande, die bereits 1425 gegründet wurde. Die Stadt wird dich sofort mit ihrem gotischen Rathaus verzaubern, das zweifellos das schönste in ganz Belgien ist und dessen Fassade unglaubliche 236 detailreich gearbeitete Statuen schmücken.

Dank der allgegenwärtigen Studenten hat die Stadt eine fantastische Energie, die du am besten auf dem Oude Markt aufsaugst. Diesen Ort nennt man treffend die längste Bar Europas, denn er ist buchstäblich von Dutzenden Kneipen und Cafés gesäumt, wo sich Einheimische vom Nachmittag bis in die Nacht bei einem Glas Stella Artois treffen, das genau hier gebraut wird.

6. Mechelen: Die Stadt der Glockenspiele

Mechelen ist ein kleineres, aber unglaublich malerisches Städtchen, das genau auf halbem Weg zwischen Brüssel und Antwerpen liegt und von Touristen oft zu Unrecht übergangen wird. Der Hauptanziehungspunkt ist der mächtige Turm der St.-Rombouts-Kathedrale, die zum UNESCO-Welterbe gehört und die zwar nie ganz fertiggestellt wurde, aber dennoch einen gewaltigen, majestätischen Eindruck macht.

Wenn du in guter Kondition bist, empfehle ich dir, über die 538 Stufen zur Aussichtsplattform Skywalk ganz oben auf dem Turm hinaufzusteigen. Auf dem Weg nach oben siehst du aus nächster Nähe den einzigartigen Mechanismus der Glockenspiele, und bei klarem Wetter blickst du vom Gipfel bis zum Brüsseler Atomium.

7. Namur: Das Tor zur Wallonie

Namur ist die Hauptstadt der französischsprachigen Wallonie und liegt am malerischen Zusammenfluss der Flüsse Sambre und Maas. Die Stadt wird von einer riesigen historischen Zitadelle dominiert, die auf einem Hügel thront und die über Jahrhunderte als wichtiger Verteidigungspunkt diente – heute bietet sie nicht nur ein verzweigtes Netz unterirdischer Gänge, sondern auch herrliche Ausblicke ins Tal.

Das Stadtzentrum ist voller enger Gassen mit Backsteinhäusern und gemütlichen Cafés, wo die Zeit deutlich langsamer verstreicht als im Norden des Landes. 💡 Tipp: Verpasse in den Sommermonaten nicht die Fahrt mit dem lokalen Wassertaxi namens Namourettes – das sind kleine niedliche Boote, die dich gegen eine geringe Gebühr über beide Flüsse befördern und dir einen einzigartigen Blick auf die Stadt vom Wasser aus bieten.

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8. Dinant: Der Geburtsort des Saxofons

Dinant ist ohne Übertreibung eine der fotogensten Städte im ganzen Land, denn es ist unglaublich eng zwischen den Fluss Maas und steile Kalksteinfelsen gequetscht. Gleich bei der Ankunft überwältigt dich der Anblick der ikonischen Kirche Notre-Dame mit ihrem typischen zwiebelförmigen Turm, über der sich in 100 Metern Höhe die uneinnehmbare Zitadelle erhebt, die du entweder mit der Seilbahn oder über 408 steile Stufen erreichst.

Die Stadt ist auch dafür berühmt, dass hier Adolphe Sax, der geniale Erfinder des Saxofons, geboren wurde, und sein Erbe ist hier auf Schritt und Tritt spürbar. Die Brücke über den Fluss ist von riesigen bunten Saxofon-Skulpturen gesäumt, und du kannst auch ein kleines, aber sehr interessantes Museum besuchen, das seinem Leben und Werk gewidmet ist.

9. Spa: Der Kurort, der der Welt seinen Namen gab

Das Städtchen Spa in den bewaldeten Hügeln der Ardennen hat eine so berühmte Geschichte, dass sein Name den englischen Begriff für Wellness und Kurbäder prägte. Schon im 18. Jahrhundert kam hier die europäische Oberschicht zur Erholung her, darunter auch der russische Zar Peter der Große, um die heilende Wirkung der eisenhaltigen Quellen zu nutzen.

Heute kannst du hier moderne Thermalkomplexe genießen, die perfekte Entspannung nach anstrengendem Reisen bieten. Die Stadt ist aber auch aus einem ganz anderen Grund bekannt, denn ein Stück weiter liegt die legendäre Rennstrecke Spa-Francorchamps, die zu den schönsten und anspruchsvollsten Kursen im Formel-1-Kalender gehört.

10. Waterloo: Wo Napoleon fiel

Ein Stück südlich von Brüssel befindet sich ein Ort, der die Landkarte Europas für immer verändert hat, denn genau hier fand 1815 die berühmte Schlacht bei Waterloo statt. Heute wird dieses historische Schlachtfeld vom sogenannten Löwenhügel dominiert, einem künstlich aufgeschütteten Hügel, auf dessen Gipfel 226 Stufen führen und von wo aus du das ganze damalige Schlachtfeld wie auf dem Präsentierteller überblickst.

Direkt unter dem Hügel befindet sich das moderne unterirdische Museum Memorial 1815, das dich mit modernster interaktiver Technik und einer Panoramaleinwand vollständig ins Schlachtgetümmel hineinzieht. Es ist ein faszinierender Halt für alle Geschichtsliebhaber, für den du etwa einen halben Tag einplanen solltest.

11. Ostende und die Küstenstraßenbahn

Belgien hat zwar nur eine 67 Kilometer lange Nordseeküste, weiß sie aber absolut perfekt zu nutzen. Der Hauptbadeort ist die Stadt Ostende, die breite Sandstrände und eine lange Strandpromenade bietet, entlang der du viele Restaurants und Galerien findest.

Ein absolutes Weltunikat ist aber die Küstenstraßenbahn Kusttram, die mit ihren 68 Haltestellen die längste Straßenbahnlinie der Welt ist. Diese Linie verbindet alle Badeorte von der niederländischen bis zur französischen Grenze, und eine Fahrt mit Blick auf das tosende Meer ist wirklich ein außergewöhnliches Erlebnis.

12. Knokke: Das luxuriöse Gesicht der Küste

Wenn du eine etwas elegantere Atmosphäre suchst, fahr in den Badeort Knokke-Heist, der ganz im Norden an der Grenze zu den Niederlanden liegt. Dieser Ort ist als das belgische Saint-Tropez bekannt und bietet luxuriöse Boutiquen, erstklassige Galerien und wunderschöne Villen, die sich in den Sanddünen verstecken.

Neben dem Shopping und dem Entspannen am Strand findest du hier auch das Naturreservat Zwin, ein atemberaubendes Gebiet aus Salzsümpfen, das als wichtiges Refugium für tausende Zugvögel dient und wunderschöne Wege für ruhige Spaziergänge in der Natur bietet.

13. Ardennen: Das grüne Herz des Landes

Während der Norden Belgiens völlig flach ist, bietet die südliche Region der Ardennen wunderschön bewaldete Hügel, tiefe Flusstäler und eine rauere Natur. Ein idealer Ausgangspunkt ist das Städtchen La Roche-en-Ardenne mit einer romantischen Burgruine, das ein Zentrum für Outdoor-Aktivitäten von Wandern bis zu Kajaktouren auf dem Fluss ist.

Verpasse auch nicht die Stadt Bouillon mit ihrer imposanten mittelalterlichen Burg, die dem berühmten Kreuzritter Gottfried von Bouillon gehörte. Wenn du echte Wildnis suchst, mach dich auf ins Gebiet Hautes Fagnes, wo du faszinierende, raue Hochmoore findest, die eher an das schottische Hochland als an Mitteleuropa erinnern.

14. Tournai: Doppelte Dosis UNESCO

Ganz im Westen der Wallonie, unweit der französischen Grenze, liegt Tournai, eine der ältesten Städte des Landes mit einer unglaublich reichen Geschichte. Die Stadt kann gleich mit zwei UNESCO-Welterbestätten aufwarten, von denen die auffälligste die Kathedrale Notre-Dame mit ihren fünf typischen Türmen ist, die einen einzigartigen Übergang zwischen romanischem und gotischem Stil darstellt.

Die zweite bedeutende Sehenswürdigkeit ist der lokale Belfried aus dem Jahr 1188, der älteste in ganz Belgien. Tournai liegt abseits der touristischen Hauptrouten, sodass du die schönen gepflasterten Plätze und altertümlichen Gassen ganz ohne Gedränge in Menschenmengen genießen kannst.

15. Wie du von Deutschland nach Belgien kommst

Für einen City-Break aus Deutschland ist die Anreise besonders bequem, denn Belgien liegt praktisch vor der Haustür. Wenn du im Westen Deutschlands wohnst, ist das Auto oft die schnellste Option: Von Köln oder Aachen bist du in ein bis zwei Stunden in Brüssel oder Antwerpen, und auf belgischen Autobahnen gibt es keine Vignettenpflicht. Achte allerdings darauf, dass viele belgische Innenstädte Umweltzonen (LEZ) haben, für die du dein Fahrzeug vorab online registrieren musst.

Noch entspannter reist du mit dem Zug: Der ICE bzw. Eurostar bringt dich von Köln in nur rund 1,5 Stunden direkt nach Brüssel, von Frankfurt in etwa 3 Stunden. 💡 Tipp: Buche die Bahntickets frühzeitig, dann sind sie oft günstiger als ein Kurzstreckenflug. Wenn du aus dem Süden oder Osten Deutschlands kommst, bieten sich auch Flüge an – Brussels Airlines und Lufthansa fliegen von München, Frankfurt und Berlin zum Hauptflughafen Brüssel-Zaventem (BRU), von wo dich der Zug für unter 10 Euro in nur 17 Minuten ins Zentrum bringt.

16. Fortbewegung in Belgien mit dem Zug

Belgien hat eines der dichtesten Schienennetze Europas, und der nationale Bahnbetreiber SNCB (auf Niederländisch NMBS) funktioniert wirklich hervorragend, sodass du das Auto getrost zu Hause lassen kannst. Die Entfernungen sind minimal – von Brüssel bist du in Löwen in 15 Minuten, in Gent in 30 Minuten und in Brügge in etwa einer Stunde, was das Land zu einem Paradies für Tagesausflüge macht.

Die Fahrkarten haben einen festen Preis und sind an keine bestimmte Uhrzeit gebunden, sodass du an dem Tag in jeden beliebigen Zug einsteigen kannst. Ein normales Ticket von Brüssel nach Brügge kostet rund 17,60 Euro. 💡 Tipp: Wenn du freitagabends oder am Wochenende reist, kauf immer das sogenannte Weekend Ticket, das dir automatisch 30 Prozent Rabatt auf die Rückfahrt sichert (nach Brügge fährst du so für etwa 12,30 Euro). Das früher beliebte Standard-Multi-Ticket für 10 Fahrten wurde im Herbst 2025 abgeschafft, verlass dich also nicht mehr auf ältere Reiseführer-Angaben.

17. Belgische Küche (nicht nur) für Vegetarier

Die belgische Küche ist weltberühmt, und für Vegetarier ist sie ein wahres Paradies voller Süßigkeiten und hochwertigem Bier. Du musst unbedingt echte belgische Pralinen probieren, deren Konzept Jean Neuhaus bereits 1912 erfand, und in berühmten Chocolaterien wie Godiva oder Leonidas vorbeischauen. Bei deinen Spaziergängen stößt du auf Waffelstände, wo du zwischen der leichten rechteckigen Brüsseler Waffel und der gehaltvolleren Lütticher Waffel wählen kannst, die karamellisierte Zuckerkristalle enthält.

Der größte kulinarische Stolz sind natürlich die belgischen Pommes, aber Vegetarier müssen sehr aufpassen, denn traditionell werden sie zweimal in Rindertalg frittiert, frag also immer das Personal, ob es Pflanzenöl verwendet. Die absolute Spitze für fleischlose Ernährung ist die Stadt Gent, eine stolze vegetarische Metropole, die bereits 2009 den sogenannten Donnerstags-Veggiedag einführte – tolle pflanzliche Restaurants findest du hier also an jeder Ecke. Die Einheimischen lieben zwar auch fleischhaltige Spezialitäten wie Muscheln mit Pommes (moules-frites) oder in Bier geschmortes Rindfleisch, aber glaub mir, um gastronomische Erlebnisse kommst du auch ganz ohne Fleisch nicht herum. All das kannst du mit einem der 1500 belgischen Biere hinunterspülen, von denen die besten von Mönchen in Trappistenklöstern gebraut werden.

18. Empfohlene Reiserouten

Wenn du nur ein normales Wochenende (2 bis 3 Tage) zur Verfügung hast, quäl dich nicht mit dem Versuch, alles zu sehen, und konzentriere dich nur auf die Kombination aus Brüssel und dem romantischen Brügge. So bekommst du einen perfekten Überblick über die Hauptstadt und genießt gleichzeitig den bekanntesten historischen Klassiker, wobei dich die Zugfahrten kaum Zeit kosten.

Bei einem Ausflug von 4 bis 5 Tagen kannst du deinen Plan wunderbar erweitern und zu Brüssel und Brügge noch das jugendliche Gent und das architektonisch atemberaubende Antwerpen hinzufügen. Wenn du das Glück hast, eine ganze Woche unterwegs zu sein, dann baue auch kürzere Ausflüge nach Löwen oder Mechelen ein und fahr zur Abkühlung an die Nordseeküste oder in die bewaldeten Hügel im Süden.

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Häufig gestellte Fragen

Wie bewegt man sich am besten durch Belgien?

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Die beste und zuverlässigste Wahl sind eindeutig die Züge der nationalen Gesellschaft SNCB. Das Netz ist unglaublich dicht, die Verbindungen fahren häufig und bringen euch problemlos direkt in die historischen Stadtzentren, sodass ein Auto eher hinderlich wäre.
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Wie viele Tage brauche ich für einen Besuch in Belgien?

Für eine grundlegende Besichtigung der wichtigsten Highlights genügen Ihnen 3 bis 4 Tage, in denen Sie Brüssel, Brügge und Gent schaffen. Wenn Sie auch Antwerpen, Löwen sehen und an die Küste fahren möchten, sollten Sie idealerweise eine ganze Woche einplanen.

Ist es besser, in Brüssel zu übernachten oder in kleineren Städten?

Brüssel ist großartig als zentrale Basis dank der ausgezeichneten Zugverbindungen in alle Richtungen und dem breiten Hotelangebot. Kleinere Städte wie Gent oder Brügge bieten jedoch eine authentischere und ruhigere Abendatmosphäre, sobald die Tagestouristen abgereist sind.

Worauf man beim Essen achten sollte, wenn man kein Fleisch isst?

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Belgien ist für Vegetarier sehr freundlich, aber Achtung bei den traditionellen belgischen Pommes. In den meisten klassischen Imbissbuden werden sie nämlich immer noch in Rinderfett frittiert, also fragt lieber immer nach, ob sie auch eine Variante in Pflanzenöl haben.
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Was ist der Unterschied zwischen belgischen Waffeln?

In den Straßen begegnen Ihnen zwei grundlegende Arten von Waffeln. Die Brüsseler Waffel ist rechteckig, leicht, luftig und wird meist mit Schlagsahne und Früchten serviert. Die Lütticher Waffel ist dagegen kleiner, schwerer, abgerundet und enthält Stückchen von karamellisiertem Zucker.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

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Ideal ist es, von Mai bis September zu reisen, wenn es am wärmsten ist, wobei der September weniger Touristen und stabiles Wetter bietet. Im Winter erwachen die Städte wiederum mit wunderschönen Weihnachtsmärkten zum Leben. Rechnet aber damit, dass es in Belgien das ganze Jahr über ziemlich oft regnet.
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Welchen Flughafen soll ich für die Reise aus Tschechien wählen?

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Der Hauptflughafen Brüssel-Zaventem (BRU) ist wesentlich komfortabler, liegt ganz in der Nähe der Stadt und mit dem Zug ist man in 17 Minuten im Zentrum. Der Flughafen Charleroi (CRL), wo die Billigflieger landen, liegt 50 Kilometer entfernt und die Fahrt nach Brüssel mit dem Bus dauert etwa eine Stunde.
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Was ist das Weekend Ticket?

Hierbei handelt es sich um ein spezielles Bahnticket, das von Freitagabend bis Sonntagabend gültig ist und 30% Rabatt auf Hin- und Rückfahrt überall in Belgien bietet. Es ist die beste Möglichkeit, bei Wochenendausflügen zwischen den Städten zu sparen.

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