Alkohol in Norwegen: 10 Dinge, die du wissen musst – Preise, Vinmonopolet und Einfuhr 2026

Ein Halbliter in einer norwegischen Bar kostet so viel wie ein deftiges Mittagessen. Wenn du also Alkohol in Norwegen genießen willst, solltest du dich darauf einstellen, dass du eine Flasche durchschnittlichen Weins ausschließlich im staatlichen Geschäft bekommst – und das schließt samstags kompromisslos schon um drei Uhr nachmittags. Willkommen im wunderschönen Land der Fjorde, wo Alkohol seit über hundert Jahren ein heißes politisches Thema ist und wo die Regeln für den Verkauf einem Mitteleuropäer wie aus einem anderen Universum vorkommen. Wenn du einen Urlaub im hohen Norden planst und dir nach einer ganztägigen Wanderung gern ein Gläschen gönnst, habe ich für dich einen kompletten Ratgeber zu Preisen, Regeln und Einfuhrlimits für 2026 vorbereitet.

Zusammenfassung

  • Staatliches Monopol: Jeglichen Alkohol über 4,75 % (Wein, Spirituosen, starke Biere) kaufst du nur in den speziellen Läden von Vinmonopolet.
  • Zeitliche Beschränkungen: Normale Supermärkte verkaufen Bier nur bis 20:00 Uhr an Werktagen und bis 18:00 Uhr am Samstag, sonntags gilt ein absolutes Verkaufsverbot.
  • Altersgrenzen: Bier und Wein bekommst du ab 18 Jahren, für harten Alkohol über 22 % musst du aber mindestens 20 Jahre alt sein.
  • Hohe Preise 2026: Ein Halbliter Bier im Laden kostet rund 34 NOK (ca. 2,90 €), in der Bar zahlst du etwa 110 NOK (ca. 9,50 €) und eine Flasche Wein beginnt bei 170 NOK (ca. 14,50 €).
  • Grundlegende Einfuhrquote: Legal darfst du pro Person 1 Liter Spirituosen, 1,5 Liter Wein und 2 Liter Bier nach Norwegen einführen.
  • Null-Toleranz: Am Steuer gilt eine strenge Grenze von 0,2 Promille und öffentliches Trinken ist gesetzlich formal verboten.

10 Dinge, die du über Alkohol in Norwegen wissen musst

Vielleicht denkst du dir, dass du abends nach der Wanderung einfach schnell zum Kiosk für ein paar Bier gehst. So einfach ist es hier leider nicht. Das norwegische System für den Alkoholverkauf ist ein bisschen wie ein Hindernislauf, und deshalb habe ich diese Liste mit zehn wesentlichen Regeln zusammengestellt, die dir unnötigen Ärger und Geld ersparen.

Von den speziellen Öffnungszeiten bis zu den Limits an der Grenze hat alles seine strengen Regeln. Die meisten Einheimischen wissen längst, wie sie sich in diesem System bewegen – also legen wir los, damit dich während deines ersehnten Skandinavien-Urlaubs nichts aus der Bahn wirft.

1. Vinmonopolet: Staatliches Monopol auf alles über 4,75 %

Wenn du in Norwegen Lust auf ein Glas Wein oder einen guten Gin bekommst, müssen deine Schritte zu einem Laden mit dem Logo des großen Buchstabens V führen. Vinmonopolet ist die staatliche Monopolkette, die als einzige im ganzen Land Getränke mit einem Alkoholgehalt von über 4,75 Prozent verkaufen darf. Das System entstand 1922 als Kompromiss nach der Aufhebung der vollständigen Prohibition, und seitdem hat sich im Grunde nichts geändert – was den Norwegern erstaunlicherweise nichts ausmacht.

Derzeit findest du in ganz Norwegen über 330 Filialen dieser Kette, die sich überwiegend in größeren Städten und Einkaufszentren befinden. Kleinere Städtchen haben typischerweise nur einen Laden, während man in abgelegenen ländlichen Gegenden oder kleinen Dörfern vergeblich danach sucht. Die Einheimischen müssen stärkeren Alkohol dann vorab an spezielle Abholstellen bestellen, was einiges an Planung erfordert.

Die Öffnungszeiten dieser staatlichen Läden sind ein Kapitel für sich und überraschen Touristen oft. An Werktagen schließen sie meist schon um 18:00 Uhr, samstags gehen die Türen unerbittlich zwischen 15:00 und 16:00 Uhr zu. Sonntags und an gesetzlichen Feiertagen bleibt Vinmonopolet komplett geschlossen. Wenn dir also am Wochenende in den Bergen einfällt, dass du gern eine Flasche Wein zum Abendessen hättest, hast du schlicht Pech gehabt.

💡 Tipp: Die Filialen von Vinmonopolet punkten mit einer riesigen Auswahl und sehr kompetentem Personal, das dir hervorragend bei der Auswahl helfen kann. Paradoxerweise findest du hier manche Luxus- und Jahrgangsweine zu besseren Preisen als im Rest Europas, weil die norwegische Steuer sich primär nach dem Alkoholgehalt richtet und nicht nach dem Prestige der Marke selbst.

2. Zeitliche Limits in Supermärkten und die tückischen Freitage

In gewöhnlichen Läden wie Rema 1000, Kiwi oder Coop findest du zwar einen Gang mit Alkohol, aber die Regale verstecken ausschließlich Bier und Cider mit einem Gehalt bis 4,75 Prozent. Was für Ausländer aber weit schockierender ist, sind die strengen zeitlichen Verkaufslimits, die einem kompromisslosen Alkoholgesetz folgen. Die grundlegende staatliche Regel beschränkt den Verkauf auf 18:00 Uhr, doch die Gemeinden haben das Recht, diese Zeit etwas zu verlängern.

In der überwiegenden Mehrheit der norwegischen Gemeinden gilt daher, dass du Bier maximal bis 20:00 Uhr an Werktagen und bis 18:00 Uhr am Samstag kaufst. Sobald die Uhr eine Minute über dem Limit anzeigt, blockiert das Kassensystem den Alkoholverkauf automatisch und der Verkäufer scannt dir die Dose einfach nicht ein, selbst wenn du ihn auf Knien anflehst. In vielen Läden werden die Bierregale zu dieser Stunde sogar physisch mit einer Rollo verhängt oder abgeschlossen.

Noch strengere Regeln herrschen an Wochenenden und Feiertagen, wenn Alkohol in Supermärkten sonntags gar nicht verkauft wird. Dasselbe absolute Verbot gilt auch für gesetzliche Feiertage, den ersten und siebzehnten Mai (norwegischer Nationalfeiertag) und überraschenderweise auch für Heiligabend. Wenn du also ein Wochenend-Grillen planst, musst du deine Vorräte spätestens Samstagnachmittag besorgen.

💡 Tipp: Am Freitag gegen halb acht Uhr abends kannst du in den Läden regelmäßig nervöse Gruppen von Einkäufern beobachten, die mit Bierkästen zu den Kassen sprinten, um es vor acht zu schaffen. Verschiebe deinen Getränkeeinkauf deshalb nicht auf den letzten Moment und plane ihn gleich an den Anfang deines Tages ein.

3. Altersgrenzen 18 und 20 Jahre und strenge Kontrollen

Norwegen unterscheidet die Altersgrenzen nach der Stärke des Getränks, und diese Limits gehören zu den am strengsten durchgesetzten in Europa. Für den Kauf von Bier und Wein musst du mindestens 18 Jahre alt sein, was sowohl für Supermärkte als auch für Bars und Restaurants gilt. Dieses Limit betrifft alle Getränke, die weniger als 22 Prozent Alkohol enthalten.

Wenn du dir aber Wodka, Gin oder irgendeine andere Spirituose kaufen willst, musst du ein Alter von mindestens 20 Jahren nachweisen. Diese Regel gilt absolut ausnahmslos in den staatlichen Läden von Vinmonopolet, in Nachtclubs und bei der Einfuhr von Alkohol über die Landesgrenze. Die meisten Nachtlokale in größeren Städten setzen den Einlass sogar freiwillig auf ab zwanzig, um Probleme mit dem Mischen von unterschiedlich alten Gästen an der Bar zu vermeiden.

Ausweiskontrollen sind in Norwegen an der Tagesordnung und das Personal ist in dieser Hinsicht unnachgiebig. Personalausweis oder Reisepass wollen sie sehen, auch wenn du längst nicht mehr zwanzig bist, denn die Bußgelder für den Verkauf an Minderjährige sind für die Lokale existenzbedrohend. Ausländische Personalausweise werden meist problemlos anerkannt, aber ein physischer Reisepass ist immer die hundertprozentige Sicherheit.

💡 Tipp: Übrigens lohnt es sich absolut nicht, Alkohol für jemand Jüngeren zu kaufen. Das Personal oder die Security erwischen dich schneller, als du denkst, und du endest ohne Einkauf und ohne freundlichen Empfang. Dir droht der sofortige Rausschmiss aus dem Lokal und im äußersten Fall auch die Hilfe der örtlichen Polizei.

4. Warum Alkohol in Norwegen so absurd teuer ist

Die hohen Alkoholpreise sind wahrscheinlich das Erste, was dich in Norwegen überrascht. Der Hauptgrund ist die extrem hohe Verbrauchsteuer, die nicht vom Preis des Getränks berechnet wird, sondern direkt vom Gehalt an reinem Alkohol. Je stärker das Getränk, das du wählst, desto brutaler ist die Steuerlast, die der Staat darauf legt – und das schlägt sich im Endbetrag auf dem Kassenbon nieder.

Bei Spirituosen zahlst du einen speziellen Satz pro Volumenprozent und Liter, sodass allein die Steuer bei gewöhnlichem 40-prozentigem Wodka über 200 NOK (ca. 17 €) pro 0,7-Liter-Flasche beträgt. Zu dieser Summe kommen noch die fünfundzwanzigprozentige Mehrwertsteuer und natürlich die Marge des Händlers hinzu. Aus diesem Grund ist der Unterschied zwischen dem Bierpreis im Laden und in der Bar proportional geringer als bei hartem Alkohol, der in den Lokalen zum echten Luxus wird.

Bars und Restaurants haben ihre eigenen Regeln und die Preise unterscheiden sich stark je nach Lage. Ein Halbliter Fassbier im Zentrum von Oslo kostet dich locker 120 bis 150 NOK (ca. 10 bis 13 €), während man auf dem Land knapp über die Hundert-Kronen-Grenze kommt. Spirituosen dürfen in Bars zudem erst ab ein Uhr nachmittags ausgeschenkt werden und ein absoluter Verkaufsstopp tritt flächendeckend um drei Uhr morgens ein, wenn du genau dreißig Minuten Zeit zum Austrinken hast.

💡 Tipp: Die Einheimischen wissen genau, dass es keinen wirtschaftlichen Sinn macht, starke Spirituosen in Bars zu kaufen. Wenn du abends im Zentrum mit einem Cocktail sitzen willst, stell dich darauf ein, dass du für einen Mixdrink locker 150 bis 200 NOK (ca. 13 bis 17 €) zahlst. Das Nachtleben ist schlicht eine ziemlich teure Angelegenheit.

5. Genaue Quoten und wie viel du legal einführen darfst

Weil Norwegen nicht Teil der Zollunion der Europäischen Union ist, gelten hier strenge Einfuhrquoten, die die Zöllner an der Grenze sehr sorgfältig kontrollieren. Die grundlegende zollfreie Quote pro Person erlaubt die Einfuhr von 1 Liter Spirituosen über 22 %, 1,5 Litern Wein (was zwei gewöhnlichen Flaschen entspricht) und 2 Litern Bier (sechs Drittel-Liter-Dosen). Diese Limits gelten für jeden Reisenden über achtzehn Jahren (bei hartem Alkohol zwanzig Jahre).

Das norwegische Zollsystem ist aber überraschend flexibel und erlaubt es, die einzelnen Kategorien untereinander zu tauschen. Den Liter Spirituosen kannst du problemlos gegen weitere 1,5 Liter Wein oder Bier tauschen, wenn du keinen harten Alkohol trinkst. Ebenso lässt sich die Weinquote komplett in Bier umwandeln, im Verhältnis Liter für Liter – so kannst du dir das Limit genau nach deinen Vorlieben zusammenstellen.

Für die Liebhaber des goldenen Gerstensafts gibt es die sogenannte maximale Biervariante, die dir erlaubt, genau 5 Liter Bier pro Person einzuführen, wenn du komplett auf Spirituosen und Wein verzichtest. Umgekehrt erlaubt dir die reine Weinvariante die Einfuhr von 3 Litern Wein plus den grundlegenden 2 Litern Bier, was für eine zweiwöchige Reise mit dem Van ein sehr angenehmer Kompromiss ist.

💡 Tipp: Touristen mit ständigem Wohnsitz außerhalb Norwegens dürfen zusätzlich 200 Zigaretten oder 250 Gramm Tabak einführen. Die früher beliebte Regel, bei der man die Tabakquote gegen mehr Alkohol tauschen konnte, gilt leider seit einigen Jahren nicht mehr und die Zöllner überwachen diese Änderung sehr sorgfältig auf Fähren und an Landübergängen.

6. Lohnen sich Einkäufe im Duty-free am Flughafen und auf der Fähre?

Für viele Reisende stellen Duty-free-Shops die ideale Chance dar, sich vor der Einreise in das teure Land einzudecken. Norwegische Flughäfen haben eine praktische Besonderheit obendrauf: Tax-free-Shops findest du direkt in den Ankunftshallen, noch bevor du überhaupt nach draußen gehst. Wenn du nach Oslo oder Bergen fliegst, kannst du deine erlaubte Quote gleich vor Ort zu Preisen kaufen, die deutlich niedriger sind als bei Vinmonopolet.

Die Reise mit der Fähre aus Dänemark oder Deutschland bietet ähnliche Möglichkeiten, aber du musst auf eine wesentliche Regel achten. Wenn dein Aufenthalt außerhalb Norwegens kürzer als 24 Stunden ist, darfst du die zollfreie Quote nicht einführen, es sei denn, du weist nach, dass du die Ware mit gezahlter Steuer in einem anderen Land gekauft hast. Der Tax-free-Einkauf auf dem Schiff fällt nicht unter diese Ausnahme, was Leute auf kurzen Ausflügen oft überrascht.

Für den normalen Touristen, der auf einen zweiwöchigen Urlaub fährt, sind die Einkäufe auf dem Schiff aber problemlos. Die Preise auf den Fähren sind deutlich günstiger als auf dem norwegischen Festland, dennoch gilt weiterhin die strenge Einhaltung der persönlichen Quoten aus dem vorigen Punkt. Die Zöllner kontrollieren an den Hafenausfahrten stichprobenartig Koffer und Wohnmobile, und das Überschreiten des Limits wird hart bestraft.

💡 Tipp: Aus der Recherche geht hervor, dass der unversteuerte Einkauf am Ankunftsflughafen überhaupt der günstigste legale Weg ist, in Norwegen an harten Alkohol zu kommen. Der Unterschied bei einer Flasche Gin oder Wodka kann gegenüber dem Kauf im staatlichen Monopol mehrere hundert norwegische Kronen betragen.

7. Das Phänomen Strömstad und warum Norweger nach Schweden fahren

Die extreme Preispolitik hat ein faszinierendes kulturelles Phänomen hervorgebracht, das auf Norwegisch „harryhandel“ oder „harrytur“ heißt. Es bedeutet nur eines: Norweger fahren massenhaft ins benachbarte Schweden, um dort günstigeren Alkohol und Lebensmittel einzukaufen. Das berühmteste Ziel ist das schwedische Grenzstädtchen Strömstad und die riesige Einkaufszone Nordby gleich hinter der Svinesund-Brücke.

Schweden hat zwar auch sein eigenes staatliches Monopol namens Systembolaget, aber die dortigen Steuern sind um zig Prozent niedriger als in Norwegen. Für den durchschnittlichen Norweger lohnt es sich daher selbst nach Abzug der Benzinkosten, einen Samstagvormittag mit der Fahrt über die Grenze zu verbringen. Die Norweger geben dafür jedes Quartal rund zwei Milliarden Kronen aus, was einiges aussagt 😅

Wenn du gerade über Schweden mit dem Auto nach Norwegen fährst, ergibt dieses System auch für dich Sinn. Ein Stopp im schwedischen Supermarkt ICA oder im Systembolaget kurz vor der Grenze ist die beste Gelegenheit, deine Einfuhrquote zu relativ normalen europäischen Preisen zu füllen, bevor du in die norwegische Teuerung einfährst.

💡 Tipp: Das schwedische Monopol Systembolaget hat seine eigenen strengen Öffnungszeiten – samstags hat es meist nur bis zum frühen Nachmittag offen und sonntags ist es komplett geschlossen. Plane deine Grenzüberquerung deshalb so, dass du nicht am Samstagabend in Strömstad ankommst, wenn du gar nichts mehr bekommst.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo in Norwegen übernachten
3 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

8. Vorspiel und Nachspiel oder das Geheimnis der norwegischen Partykultur

Wenn du in Norwegen ins Nachtleben aufbrechen willst, wirst du schnell feststellen, dass die Bars bis in die späten Abendstunden erstaunlich leer gähnen. Der Grund ist die tief verwurzelte Kultur der Vorpartys namens Vorspiel, die sich in der Privatheit der eigenen vier Wände abspielen. Wegen der astronomischen Preise in den Lokalen treffen sich die Einheimischen einfach bei jemandem im Wohnzimmer, wo sie ihre eigenen mitgebrachten oder im Laden gekauften Vorräte trinken.

In die Clubs und Bars bricht man erst gegen elf Uhr abends auf, wenn die Stimmung schon auf dem Höhepunkt ist. In den Lokalen trinkt man eher symbolisch und für den Effekt, weil Drinks Tausende Kronen kosten und sich das kaum jemand leisten will. Sobald die Bars dann Schlag drei Uhr morgens verpflichtend schließen, kommt das sogenannte Nachspiel an die Reihe, bei dem die ganze Gruppe fließend zurück in jemandes Wohnung zieht und bis in den Morgen weitermacht.

Eine weitere wunderbare kulturelle Besonderheit ist das sogenannte Utepils, was übersetzt Draußen-Bier bedeutet. Es handelt sich um den ersten Frühlingstag, an dem die Sonne so weit scheint, dass sich die Norweger nach dem langen und dunklen Winter auf die Terrasse eines Restaurants setzen können. Dieser Moment wird mit fast religiöser Ehrfurcht gefeiert und kündigt den Beginn der ersehnten Sommersaison an.

💡 Tipp: Wenn dich norwegische Freunde oder Bekannte vom Campingplatz zu einem abendlichen Vorspiel einladen, ist es eine ungeschriebene Regel, eigenen Alkohol mitzubringen. Zu erwarten, dass dich der Gastgeber den ganzen Abend gratis mit seinen kostbaren Vorräten abfüllt, gilt als grober gesellschaftlicher Fauxpas.

9. Null-Toleranz am Steuer und Regeln in der Öffentlichkeit

Bei einem Roadtrip über norwegische Straßen und Fjorde musst du im Hinterkopf behalten, dass der skandinavische Ansatz zum Fahren unter Einfluss keine Kompromisse kennt. Das offizielle Limit für Alkohol im Blut ist auf 0,2 Promille festgelegt, was in der Praxis absolute Null-Toleranz bedeutet. Schon ein kleines Bier zum Mittagessen kann dich über diese Grenze bringen und dir den Rest deines Urlaubs ruinieren.

Die Bußgelder sind drakonisch, richten sich nach der Höhe deines Einkommens und überschreiten locker Zehntausende Kronen. Die Polizei kann dir zudem vor Ort den Führerschein abnehmen oder die ganze Sache im schlimmeren Fall mit einer Freiheitsstrafe regeln. Kontrollen erwarte dabei nicht nur nachts, sondern auch morgens am Wochenende.

Nicht weniger wichtig ist zu wissen, dass das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit in ganz Norwegen gesetzlich formal verboten ist. Obwohl in den Sommermonaten in den Parks von Oslo oft ein mäßiges Bier aus der Dose toleriert wird, hat die Polizei das volle Recht, dich jederzeit zu kontrollieren, dich zum Ausschütten des Getränks zu zwingen und dir im schlimmeren Fall ein saftiges Bußgeld wegen Störung der öffentlichen Ordnung aufzuerlegen.

💡 Tipp: Wenn du dir ein Bier am Fjord oder am Strand gönnen willst, verhalte dich maximal unauffällig und störe die Umgebung nicht. Die Einheimischen lösen das oft so, dass sie die Dosen nicht verstecken, sondern in Ruhe und leise trinken, wodurch sie keine unnötige Aufmerksamkeit patrouillierender Polizisten erregen.

10. Praktische Tipps, Apps und tückische Feiertage

Moderne Technologie kann dir die Orientierung im norwegischen Alkohol-Labyrinth deutlich erleichtern. Wenn du planst, etwas mehr Alkohol einzuführen, als die grundlegende zollfreie Quote erlaubt, lade dir die offizielle Zoll-App Kvoteappen aufs Handy. Über sie kannst du im Voraus sehr einfach und legal ein paar Flaschen extra verzollen, ohne an der Grenze umständlich nach Zöllnern suchen zu müssen.

Die vereinfachte Zollabfertigung über die App bietet pauschale und recht akzeptable Sätze, sodass es dich nicht ruiniert, einen Kasten Bier extra mitzubringen. Würdest du dich entscheiden zu riskieren und die Zöllner stießen auf nicht deklarierten Alkohol, verlierst du die gesamte Ware und zahlst gleich vor Ort ein Bußgeld, und zwar ein unangenehm saftiges.

Pass besonders auf die Öffnungszeiten der Läden während der Frühlingsferien und Feiertage auf. Der Mai ist in Norwegen ein Monat mit vielen freien Tagen, und rund um den 17. Mai, an dem der Nationalfeiertag begangen wird, herrscht in den Läden echter Wahnsinn. Wenn du dich gerade während dieser Feiern im Land befindest, musst du deine Vorräte mit mehreren Tagen Vorlauf sichern, sonst bleibst du auf dem Trockenen.

💡 Tipp: Die offizielle App von Vinmonopolet selbst ist ein großartiger Helfer bei der Suche nach der nächstgelegenen geöffneten Filiale. Sie zeigt dir die genauen Öffnungszeiten in deiner Umgebung und du kannst darin sogar den aktuellen Bestand eines bestimmten Weins direkt in der jeweiligen Filiale überprüfen.

✈️ Günstige Flüge
Norwegen: günstigste Flüge ab 102 €
Vergleichen Sie alle Airlines und finden Sie die günstigsten Termine. · Mehr günstige Flüge →
Flüge finden →

Praktische Zusammenfassung und Richtpreise

Damit du dir ein eigenes Bild machen kannst, hier die durchschnittlichen Preise vom Sommer 2026. Stell dich darauf ein, dass es vielleicht ein bisschen wehtut 😉 Die Wechselkurse können sich leicht bewegen, aber zur Orientierung rechne mit einem Umrechnungskurs von etwa 0,085 € pro norwegischer Krone (NOK).

Artikel und EinkaufsortRichtpreis in NOKUmrechnung in €
Bier (0,5 l) im normalen Supermarkt~34 NOK~2,90 €
Bier (0,5 l) im Restaurant oder in der Bar~110 NOK~9,50 €
Flasche durchschnittlicher Wein (Vinmonopolet)~170 NOK~14,50 €
Günstigster trinkbarer Wein (Vinmonopolet)110–130 NOK9,50–11 €
Glas Wein im normalen Restaurant110–140 NOK9,50–12 €
Wodka oder Gin (0,7 l, Vinmonopolet)350–450 NOK30–38 €
Cocktail in einer besseren Bar150–200 NOK13–17 €

Wo du übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann, über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Planung einer Reise durch Norwegen kommt ohne eine rechtzeitige Buchung der Unterkunft einfach nicht aus. Die Kapazitäten, besonders in den beliebten Gebieten rund um die Fjorde oder auf den Lofoten, verschwinden in der Sommersaison blitzschnell – und das auf den letzten Moment zu lassen bedeutet, unnötig den Geldbeutel zu strapazieren.

Beliebte Tipps in Oslo und an den Fjorden

Wenn du deine Reise in der Hauptstadt beginnst, empfehle ich dir einen Blick auf das Citybox Oslo. Es ist ein sehr modernes, selbstbedientes Konzept direkt im Zentrum, das für skandinavische Verhältnisse ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Für Naturliebhaber, die zum Geirangerfjord aufbrechen, ist dann das Hotel Union Geiranger eine großartige Wahl, weil die Ausblicke aufs Wasser von dort schlicht perfekt sind.

Generell lohnt es sich, mit flexibler Stornierung zu buchen, was bei einem Roadtrip enorm praktisch ist. Und vor allem: zögere nicht.

Wo du essen kannst

Restaurants in Norwegen gehören zu den teureren in Europa, sodass tägliche Mittag- und Abendessen in Lokalen ganz schön ins Geld gehen können. Viele Leute lösen das mit Einkäufen in Supermärkten wie Rema 1000 oder Kiwi, wo du hervorragende Fertiggerichte und frisches Gebäck findest. Aber wenigstens ab und zu will man etwas Lokales probieren.

Traditionelle Geschmäcker und schnelles Essen

In Oslo solltest du auf keinen Fall einen Stopp im Mathallen auslassen, einer riesigen überdachten Markthalle voller Stände mit Fisch, Käse und kleinen Tapas. Du isst dort hervorragend und die Atmosphäre ist absolut einzigartig. Bekannt ist auch die Kette Fiskeriet mit Fischburgern; Vegetarier kommen im Mathallen an den Käse- und Bäckereiständen auf ihre Kosten.

Auf dem Land an den Straßen stößt du dann auf klassische norwegische Kro (Rasthäuser), wo deftige Fleischbällchen mit Preiselbeeren oder eine cremige Fischsuppe serviert werden. Ein Stopp in einem solchen Lokal gehört zum Reisen durch Norwegen einfach dazu.

Wohin als Nächstes

Planst du eine Reise in den Norden und tüftelst an den praktischen Details? Ich empfehle dir einen Blick auf unsere weiteren Ratgeber, die dir viele Nerven und viel Geld sparen.

Wenn du noch keine Flugtickets hast, wirf unbedingt einen Blick auf Kiwi.com, wo sich tolle Verbindungen finden lassen. Für Reisen entlang der Fjorde ist ein zuverlässiges Auto dann fast unverzichtbar. Vergleiche die Angebote der Autovermietungen über RentalCars.com, was sich für Reisen durch Skandinavien meist sehr lohnt.

📶 DATEN FÜR DIE REISE
Mobiles Internet im Urlaub — per eSIM
⚡ QR-Aktivierung in 2 Min. · 📱 keine physische SIM · 🌍 35 Länder · ab 4,50 €
eSIM für Europa holen →
✅ Vom Team des Reiseblogs Loudavým krokem · Unser eigenes Projekt — lk-sim.com

Häufig gestellte Fragen

Wir haben für dich Antworten auf die häufigsten Fragen vorbereitet, die Reisende rund um den norwegischen Alkohol typischerweise interessieren. Damit du vor der Abreise komplett Bescheid weißt.

Wie viel Bier darf ich legal nach Norwegen einführen?

Wenn Sie weder Wein noch Spirituosen mitführen, dürfen Sie im Rahmen der sogenannten maximalen Bierquote genau 5 Liter Bier pro Person über 18 Jahre einführen. Falls Sie zusätzlich den Grundliter Destillat und zwei Flaschen Wein mitbringen, reduziert sich Ihre erlaubte Biermenge auf 2 Liter.

Was kostet Bier in Norwegen tatsächlich?

Im normalen Supermarkt zahlen Sie für eine 0,5-Liter-Dose gewöhnlichen Biers etwa 34 NOK (rund 3 €). Wenn Sie abends in einer Bar dasselbe halbe Liter bestellen, springt der Preis normalerweise auf 110 NOK (rund 9,50 €), wobei er im Zentrum von Oslo noch etwas höher sein kann.

Wo kann ich normalen Wein kaufen?

Sämtliche Getränke mit einem Alkoholgehalt über 4,75 Prozent, was auch alle klassischen Weine einschließt, kaufen Sie ausschließlich in den staatlichen Geschäften Vinmonopolet. In normalen Supermärkten finden Sie in den Regalen nur Bier und alkoholarme Cider.

Wird in Norwegen sonntags Alkohol verkauft?

Nein, sonntags gilt ein absolutes Verkaufsverbot für Alkohol in allen Geschäften sowie in den staatlichen Vinmonopolet-Läden. Die einzige Ausnahme, wo Sie sonntags ein Glas trinken können, sind lizenzierte Restaurants und Bars.

Ab welchem Alter wird mir in Norwegen Alkohol verkauft?

Für Bier, Cider und Wein (Getränke unter 22 % Alkohol) müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein. Wenn Sie jedoch Wodka, Gin oder andere Spirituosen (über 22 % Alkohol) kaufen möchten, verschiebt sich die gesetzliche Grenze und Sie müssen ein Mindestalter von 20 Jahren nachweisen.

Lohnt sich der Tax-free-Einkauf auf der Fähre?

Ja, der Einkauf auf der Fähre aus Dänemark oder Deutschland lohnt sich preislich auf jeden Fall. Achten Sie aber darauf, dass Sie die zollfreie Quote nur einführen dürfen, wenn Sie länger als 24 Stunden außerhalb Norwegens waren, sonst verstoßen Sie an der Grenze gegen die Vorschriften.

Was ist das Systembolaget in Schweden?

Systembolaget ist das schwedische Pendant zum staatlichen Alkoholmonopol. Da Schweden deutlich niedrigere Verbrauchssteuern hat, fahren Norweger massenhaft über die Grenze, um dort günstigere Vorräte einzukaufen, was als Phänomen unter dem Namen „Harryhandel“ bekannt ist.

Geprüfte Mietwagen in Norwegen🚗 Mietwagen auf ReisenGeprüfte Mietwagen in Norwegen

Suchen Sie über den DiscoverCars-Vergleich — er vergleicht Preise von Dutzenden lokalen und internationalen Vermietern, und die meisten Buchungen sind kostenlos stornierbar.

Autpreise in Norwegen vergleichen →
DiscoverCars-Vergleich✓ kostenlose Stornierung bei den meisten Buchungen✓ keine versteckten Gebühren

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Verwandte Artikel

ANTWORT SCHREIBEN

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Sie sind hier:

ReisenEuropaAlkohol in Norwegen: 10 Dinge, die du wissen musst – Preise,...

Aktuelle Blogbeiträge