Lukáš und ich sind Anfang März nach Barcelona in Spanien aufgebrochen und haben die ganze Zeit im fantastischen Hotel Gaudí ganz in der Nähe des Palau Güell gewohnt. Es hatte eine grandiose Dachterrasse, von der aus wir abends direkt auf die beleuchtete Stadt geblickt haben – insgesamt eine absolut strategische Basis. Die meiste Zeit sind wir vor allem zu Fuß durch die Stadt gelaufen, denn die engsten Gassen erkundest du sonst gar nicht.
Wir haben auf der berühmten Mosaikbank im Park Güell Platz genommen, die faszinierende Sagrada von außen und innen bestaunt und am Strand Barceloneta frische Luft geschnuppert. Natürlich haben wir auch den berühmten Markt La Boqueria, die gotische Kathedrale und den monumentalen Arc de Triomf nicht ausgelassen. Eigentlich wollten wir auch auf den Hügel Tibidabo, aber am Ende haben wir ihn ausgelassen – zum einen wegen des sehr schlechten Wetters, zum anderen wegen der vielen Bewertungen über aufgebrochene Autos in der Umgebung.
Wenn du aber mehr als vier Tage in der katalanischen Metropole verbringst, fangen Beton und der ständige Lärm an, dich ein wenig zu ermüden. Genau für diese Tage hat die Region fantastische Tagesausflüge parat, die du bequem mit dem Zug oder Bus erreichst. Ich habe einen ausführlichen Wegweiser durch die besten Ziele jenseits der Stadtgrenze zusammengestellt, geordnet nach der echten Nachfrage der Reisenden, damit du weißt, was wirklich einen ganzen Tag wert ist.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Die absolute Nummer eins ist Montserrat. Das bizarre Bergmassiv mit Kloster lockt mehr Menschen an als alle anderen Ausflüge zusammen. Als EU-Bürger hast du freien Eintritt zum Heiligtum, musst dir aber vorab ein Zeitfenster reservieren.
- Girona und Figueres bilden das perfekte Duo. Die mittelalterlichen Gassen, in denen Game of Thrones gedreht wurde, lassen sich leicht mit dem verrückten surrealistischen Museum von Salvador Dalí verbinden.
- An die Strände fährst du mit dem Zug. Statt der städtischen Barceloneta nimm die Linie R2 Sud in den Badeort Sitges, der sich mit neun Blauen Flaggen für Sauberkeit rühmt.
- Für Geschichte nach Tarragona. Die ehemalige Römerstadt bietet ein wunderschönes Amphitheater, das direkt auf der Klippe über dem Meer thront.
- Achtung vor tückischen Namensgleichheiten. Wenn du nach Verbindungen suchst, füge dem Namen immer das Wort Barcelona hinzu, damit dich die Algorithmen nicht auf eine Karibikinsel oder die Seite des Fußballklubs schicken.
- Tickets für die Nahverkehrszüge kaufst du am Bahnhof. Die Vorortzüge Rodalies haben keine Platzreservierungen, und das Ticket ziehst du dir einfach kurz vor der Abfahrt am Automaten.

Wann du zu Ausflügen ab Barcelona aufbrechen solltest
Katalonien hat ein angenehmes Mittelmeerklima, verwandelt sich in den Sommerferien aber in einen Glutofen. Wenn du planst, den ganzen Tag durch Sehenswürdigkeiten zu rennen, kosten dich Juli und August viel Kraft und literweise Schweiß. In diesen Monaten klettern die Temperaturen regelmäßig über 35 Grad und die Sonne brennt wirklich gnadenlos. Wenn du im Sommer herkommst, wähle eher Strandziele wie Sitges oder die Costa Brava.
Die beste Zeit, um Geschichte und Natur zu entdecken, ist im Frühling von April bis Juni, alternativ im Herbst während September und Oktober. Morgens ziehst du zwar noch einen leichten Pulli an, aber am Nachmittag spazierst du schon im T-Shirt. In diesen Monaten entgehst du den schlimmsten Menschenmassen und musst nicht in endlosen Schlangen für Züge und Seilbahnen stehen. Die Wintermonate sind zum Reisen ebenfalls schön – wir haben den März genossen, rechne nur mit kürzeren Tagen und gelegentlichen Schauern.
Was die Zeitplanung angeht, solltest du für die meisten Orte auf dieser Liste wirklich einen ganzen Tag einplanen. Pack dir bequeme Schuhe und genug Wasser in den Rucksack und brich gleich nach dem Frühstück auf. Meistens kehrst du erst am Abend zurück, angenehm müde und voller Eindrücke. Bei manchen Zielen, etwa dem Bergkloster, spielen die morgendlichen Verbindungen eine große Rolle, mit denen du den organisierten Busreisen zuvorkommst.

Wo du in Barcelona als Basis übernachten solltest
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Für Tagesausflüge ist absolut entscheidend, wo genau in der Stadt du wohnst. Wählst du ein Hotel an der falschen Stelle, verbringst du jeden Morgen eine unnötige halbe Stunde nur damit, dich mit der Metro zum Hauptbahnhof durchzuschlängeln. Ideal ist es, entweder in Fußnähe der Knotenpunkte Sants oder Plaça Espanya zu wohnen oder irgendwo im Zentrum, von wo aus du leicht zur grünen und roten Metrolinie kommst.
Unterkünfte buchen wir immer über Booking, weil wir dort den besten Überblick über echte Bewertungen und flexible Stornobedingungen haben. Hier sind drei konkrete Hoteltipps, die dir die Logistik unglaublich erleichtern (die Preise sind Richtwerte, sie hängen von Saison und Vorlaufzeit ab).
- Hotel Gaudí (unser erprobter Tipp). Du wohnst nur ein paar Schritte von der berühmten Straße La Rambla und der Metrostation Liceu entfernt. Auf dem Dach gibt es eine tolle Terrasse, das Frühstück ist reichhaltig und abends bist du mitten im Geschehen. Eine ideale Basis für alle, die Stadt und Ausflüge kombinieren möchten.
- Barceló Sants. Wenn du viel mit den AVE-Hochgeschwindigkeitszügen fahren willst (etwa nach Girona oder Figueres), liegt dieses Hotel buchstäblich direkt über dem Hauptbahnhof Sants. Es hat ein Weltraumdesign, unglaublich bequeme Betten, und morgens fährst du mit dem Aufzug direkt zu den Zügen.
- Catalonia Barcelona Plaza. Die perfekte Wahl für Ausflüge nach Montserrat, denn das Hotel steht direkt am Plaça Espanya, von wo die orangefarbenen FGC-Züge abfahren. Aus den höheren Etagen hast du zudem einen herrlichen Blick auf den magischen Springbrunnen und den Hügel Montjuïc.

12 Tipps, was du rund um Barcelona in Spanien sehen und erleben kannst
Schauen wir uns die konkreten Orte an, die deine Aufmerksamkeit verdienen. Daten und Statistiken kann man eines nicht absprechen: Sie zeigen, was Reisende wirklich begeistert. Die Reihenfolge ist deshalb nicht zufällig, sondern spiegelt die tatsächliche Beliebtheit der einzelnen Ziele wider. Von Bergklöstern über mittelalterliche Gassen bis zu verschlafenen Fischerdörfchen (die Preise gebe ich in Euro an).

1. Montserrat (das Kloster versteckt in den Kalksteinbergen)
Das ist der absolute König aller katalanischen Ausflüge, und laut Zahlen strömen hierher mehr Touristen als in alle anderen Orte zusammen. Es handelt sich um ein bizarres, vom Zahn der Zeit zernagtes Kalksteinmassiv, in das ein riesiges Benediktinerkloster eingebettet ist. In der Basilika findest du die berühmte La Moreneta, die Schwarze Madonna, die Schutzpatronin ganz Kataloniens. Die Ausblicke ins Tal sind von hier aus absolut atemberaubend.
Reiseseiten drängen dich oft zum Kauf teurer Basilika-Tickets, denn seit Mai 2023 ist der Eintritt tatsächlich kostenpflichtig. Das hat aber einen riesigen Haken: Bewohner der EU-Länder haben freien Eintritt. Als EU-Bürger zahlst du also nichts, musst dir aber vorab auf der offiziellen Website reserves.abadiamontserrat.cat ein Zeitfenster reservieren. So sparst du Geld, das du oben für weitere Seilbahnen ausgeben oder zum Mittag in vorzügliche vegetarische Tapas stecken kannst.
Der zweite große Anziehungspunkt ist die Escolania, der älteste Knabenchor Europas. Er singt jeden Werktag um 13:00 Uhr die Lieder Salve und Virolai und danach erneut nach der Vesper. Wenn du aber im August herkommst, erspare dir die Enttäuschung (der Chor hat vom 1. bis 26. August 2026 Ferien). Die Fahrt beginnt an der unterirdischen Station Plaça Espanya, von wo die orangefarbenen FGC-Züge der Linie R5 Richtung Manresa fahren (die Fahrt dauert etwa 50 Minuten).
Nach oben gelangst du dann entweder mit der Zahnradbahn (Cremallera) oder der Seilbahn (Aeri). Beide kosten 15 € für das Retourticket, du kannst sie aber nicht miteinander kombinieren. Die Zahnradbahn ist die sicherere Wahl, du sitzt bequem und sie bringt dich direkt zur Basilika. Die Seilbahn bietet einen schnellen fünfminütigen Adrenalinkick, platzt in der Saison aber aus allen Nähten und fährt über eine Stunde früher als die Zahnradbahn nicht mehr. 💡 Tipp: Kauf dir am Bahnhof gleich das Kombiticket TransMontserrat für 50 €, das die gesamte Logistik von der Stadt bis zum Gipfel regelt.

2. Girona (Mittelalter und Game of Thrones)
Das zweitbeliebteste Ziel bringt dich nach Norden in eine Stadt, die unglaubliche Geschichte atmet. Girona ist ein absolutes architektonisches Juwel und der ideale Ort für Liebhaber enger Steingassen. Ihre monumentale Kathedrale hält einen Weltrekord: Sie hat das zweitbreiteste gotische Steingewölbe der Welt (es misst fast 23 Meter und wird nur vom Petersdom in Rom übertroffen). Der Aufgang über die riesige Freitreppe wird dich absolut überwältigen.
Erkunde unbedingt das perfekt erhaltene jüdische Viertel Call und mach dich auf einen Spaziergang entlang der alten Stadtmauern (Passeig de la Muralla). Von dort hast du die ganze Stadt wie auf dem Präsentierteller. Vergiss nicht, die ikonischen bunten Häuser zu fotografieren, die sich über den Fluss Onyar neigen. Diese Häuser wurden in den Achtzigern in neunundzwanzig verschiedene Farbtöne gestrichen und bilden das bekannteste Panorama der ganzen Stadt.
Am berühmtesten machten Girona aber die Filmemacher, denn hier wurde die zehnte Folge der sechsten Staffel von Game of Thrones gedreht. Die Kathedralentreppe diente als Große Septe von Baelor, und die verwinkelten Gassen des jüdischen Viertels verwandelten sich in die Freie Stadt Braavos. Von Barcelona fahren hierher die AVE-Hochgeschwindigkeitszüge ab der Station Sants, die die Strecke in knapp 40 Minuten schaffen (der Preis ist dynamisch, etwa 12 bis 30 €). Du kannst auch den günstigeren und langsameren Regionalzug R11 nehmen.

3. Figueres und das Dalí-Theater-Museum
Wenn du Kunst magst, darfst du dieses Ziel einfach nicht auslassen. Figueres liegt noch ein Stück weiter nördlich von Girona, und es gibt eigentlich nur einen Grund für einen Besuch. Hier erwartet dich das Teatre-Museu Dalí, wahrscheinlich das bizarrste Museum, das du je gesehen hast. Schon von außen springt dir das rote Gebäude ins Auge, das rundherum mit riesigen Eiern und goldenen Statuen übersät ist.
Drinnen herrscht absolutes surrealistisches Chaos – genau so, wie es sich der exzentrische Künstler Salvador Dalí wünschte. Er hat das Museum nämlich selbst entworfen und errichtet, auf den Ruinen des ehemaligen Stadttheaters, das während des Bürgerkriegs abbrannte. Du findest hier seine berühmten Gemälde, holografische Installationen und den berühmten Raum, dessen Möbel aus einem bestimmten Blickwinkel das Gesicht der Schauspielerin Mae West bilden. Im Sommer 2026 ist täglich von 9:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Die Tickets kosten in den Sommermonaten 22 € beim Online-Kauf und 24 € direkt an der Kasse. 💡 Tipp: Kauf die Tickets grundsätzlich online, sonst riskierst du, dass du gar nicht hineinkommst. Bei der Anreise mit dem Zug pass auf eine Falle auf. Die AVE-Hochgeschwindigkeitszüge halten in der Station Figueres-Vilafant, die weit vom Zentrum entfernt ist. Der gewöhnliche Regionalzug R11 setzt dich dagegen direkt in der Stadt ab, nur ein paar Gehminuten vom Museum entfernt.

4. Costa Brava (Schönheit ohne Auto)
Die katalanische Küste nördlich der Metropole ist zerklüftet, voller romantischer Buchten und duftender Pinienhaine. Viele Leute denken, man käme hier nur mit dem Auto hin, aber die Anreise mit dem Wagen ist wegen der Parkplätze eher eine Qual. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln geht es dagegen überraschend reibungslos, du musst nur Züge gegen Busse tauschen. Die Gesellschaft Moventis betreibt regelmäßige Linien vom nördlichen Busbahnhof Estació del Nord (ein kurzer Weg von der Metro Arc de Triomf).
Einer der schönsten Stopps ist Tossa de Mar, wo du eine bezaubernde mittelalterliche Burg direkt am Sandstrand findest. Der Direktbus fährt eine Stunde und zwanzig Minuten (das Ticket kostet rund 15 bis 27 €). Du kannst auch das clevere Kombiticket der Bahn Rodalies namens Tren + Bus nutzen, mit dem du mit dem Zug in die Stadt Blanes fährst und dort gleich in den Anschlussbus umsteigst.
Wenn du dich nach etwas Intimerem sehnst, mach dich auf ins wunderschöne Fischerdorf Calella de Palafrugell. Seine schneeweißen Häuschen und das türkisfarbene Wasser sehen aus wie von einer Postkarte. Hier musst du aber bei der Logistik aufpassen, denn es gibt keine direkte Fernverbindung aus Barcelona. Der Bus setzt dich in der größeren Stadt Palafrugell ab, und du musst eine lokale Linie erwischen, was etwas bessere Planung für die Rückfahrt erfordert. Tickets für die Fernbusse kaufst du vorab über die Website compras.moventis.es.

5. Sitges (entspannte Strände und tolle Atmosphäre)
Wenn dich das Meer lockt, du aber nicht weit in den Norden fahren möchtest, ist dieser Badeort im Süden die klare Wahl. Sitges ist ein wunderschönes Strandstädtchen, das sich gleich mit neun Blauen Flaggen für die Sauberkeit von Wasser und Stränden rühmt (die meisten in ganz Katalonien). Es hat eine herrliche palmengesäumte Promenade, die schöne Kirche des heiligen Bartholomäus, die sich auf einer Klippe erhebt, und eine unglaublich entspannte Atmosphäre.
Die Stadt hat eine riesige und sehr einladende LGBT-Community, dank der hier bis spät in die Nacht das Leben tobt. Es finden auch viele Festivals statt, darunter das berühmte Filmfestival (im Oktober 2026 läuft bereits die 59. Ausgabe) und der wilde Frühlingskarneval. Kehr zum Mittagessen in eines der lokalen Restaurants ein, hier machen sie vorzügliche vegetarische Paella voller frischem Gemüse und tolle Patatas Bravas.
Die Logistik ist normalerweise sehr einfach. Ab dem Bahnhof Sants oder Passeig de Gràcia springst du in den Vorortzug Rodalies der Linie R2 Sud und steigst nach etwa 43 Minuten am Meer aus. Das Ticket kostet rund 4,50 €. 💡 Tipp: 2026 musst du aber enorm aufpassen – wegen Bauarbeiten des Schienenverwalters Adif auf dem Abschnitt Garraf–Sitges gelten alternative Beförderungspläne. Bevor du aufbrichst, prüfe unbedingt den aktuellen Stand auf der Website rodalies.gencat.cat.

6. Tarragona (römisches Erbe am Meer)
Während Girona das Mittelalter bietet, ist Tarragona ein Paradies für alle Liebhaber des antiken Roms. Die ehemalige Hauptstadt der riesigen römischen Provinz (damals Tárraco genannt) steht zu Recht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Stadt hat eine ganz andere, viel ruhigere Atmosphäre als der Rest der touristischen Küste, und sich durch ihr historisches Zentrum zu schlängeln ist die reine Freude.
Das Highlight des ganzen Ausflugs ist das beeindruckende römische Amphitheater aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Es ist direkt in den Hang eingelassen, und beim Blick auf die Arena hast du im Hintergrund das unendlich blaue Mittelmeer. Der Eintritt kostet angenehme 5 €. Die Inschrift, die seine Bühne säumt, misst 140 Meter und ist damit die längste erhaltene ihrer Art im gesamten ehemaligen Römischen Reich.
Neben dem Amphitheater findest du hier Überreste eines römischen Circus, das Provinzforum und eine wunderschöne gotische Kathedrale, zu der eine steile Treppe voller Cafés führt. Von Barcelona kommst du sehr leicht mit den Vorortzügen der Linien R14, R15, R16 oder R17 her. Die Fahrt dauert etwa eine Viertelstunde über eine Stunde, und für ein Einfachticket zahlst du zwischen 7 und 28 € je nach Zugtyp.

7. PortAventura für Familien mit Teenagern
Hast du ältere Kinder dabei, die sich schon standhaft weigern, einen weiteren Gaudí oder alte Ruinen zu bewundern? Das ist deine absolute Rettung. PortAventura World ist ein riesiger Freizeitpark ein Stück südlich von Tarragona. Er ist in mehrere Themenzonen unterteilt (vom Wilden Westen über Polynesien bis China) und bietet einige der besten und schnellsten Achterbahnen in ganz Europa.
Die Sommersaison läuft hier 2026 vom 27. Juni bis 5. September. Du findest die berühmte Bahn Shambhala, die dich in unglaubliche Höhe katapultiert, sowie den rasenden Dragon Khan mit acht Loopings. Direkt neben dem Hauptpark befindet sich zudem noch das eigenständige Areal Ferrari Land, wo die Attraktion Red Force auf dich wartet, die in nur fünf Sekunden von null auf 180 km/h beschleunigt.
Die Anreise hierher ist genial einfach und günstig. Der Park hat nämlich eine eigene Bahnstation namens PortAventura, an der die Linien R-17 und RT2 halten. 💡 Tipp: Wenn du bei der Bahn Rodalies direkt am Bahnhof ein Kombipaket aus Parkeintritt und Zugticket kaufst, bekommst du das Retourticket aus Barcelona komplett kostenlos. Der übliche Preis des Ausflugs allein über Agenturen liegt bei etwa 70 €.

8. Penedès (mit dem Zug zu Bläschen und Cava)
Wenn du guten Wein und ruhige Landschaft liebst, fahr ins Landesinnere. Die Region Penedès ist die Heimat des berühmten Cava, eines katalanischen Schaumweins, der nach traditioneller Methode hergestellt wird, ähnlich wie der französische Champagner. Die grünen Hügel sind hier mit endlosen Weinbergen und Dutzenden kleiner und riesiger Weingüter übersät, die tolle Führungen und Verkostungen anbieten.
Das Zentrum der ganzen Region, das malerische Städtchen Sant Sadurní d’Anoia, liegt nur 59 Minuten Fahrt mit dem normalen Zug der Linie R4 vom Plaça Catalunya oder vom Bahnhof Sants entfernt. Die Züge fahren jede Stunde, sodass du dir um die genaue Abfahrtsplanung keine Sorgen machen musst. Das Städtchen selbst ist ruhig und duftet nach Trauben und Eichenfässern.
Das beste und günstigste Angebot am Markt ist das Kombiticket Freixetren für nur 18 €. Es beinhaltet den Retourzug von jeder beliebigen Station des Barceloner Vorortnetzes und eine großartige anderthalbstündige Führung durch die riesigen Keller des berühmten Weinguts Freixenet mit Guide und Verkostung. 💡 Tipp: Den Termin für die Kellerführung musst du aber vorab per E-Mail oder telefonisch direkt beim Weingut reservieren, das Ticket allein garantiert dir keinen Platz bei der Führung.

9. Colònia Güell (Gaudís unterschätzte Kapelle)
Das ist ein absoluter Geheimtipp für alle, die Architektur lieben, aber Menschenmassen hassen. Während sich an der Sagrada Família Tausende drängen, machen sich zu dieser ehemaligen Arbeiterkolonie nur eine Handvoll eingeweihter Reisender auf. Genau hier hat Antoni Gaudí nämlich eine beeindruckende Krypta errichtet, die architektonisch als eine Art Labor für seine späteren Meisterwerke diente.
Die Krypta sieht aus, als wäre sie direkt aus dem Boden gewachsen, und ihre schrägen Säulen und die unglaubliche Arbeit mit dem Licht nehmen dir den Atem. Die Kolonie liegt nur 20 Minuten Fahrt mit den FGC-Zügen (Linien S3, S4, S8 und S9) von der Station Plaça Espanya entfernt. Vom Bahnhof führen dich blaue Fußspuren, die direkt auf den Gehweg gemalt sind, sicher zu den Sehenswürdigkeiten. Der Eintritt in die Krypta mit Audioguide kostet 10 €.
💡 Tipp: Frag am FGC-Schalter am Plaça Espanya nach dem Kombiticket Combinat Güell für 15,30 €. Darin sind der Retourzug aus Barcelona, der Eintritt in die Krypta und der Audioguide bezahlt, und du sparst gleich mehrere Euro. Führungen mit einem Live-Guide finden am Wochenende statt (im Juli und August sind sie auf 11:00 und 11:30 Uhr verlegt).

10. Vic (authentische Märkte und katalanisches Landleben)
Wenn du das echte, unverfälschte Katalonien erleben möchtest, fahr tiefer ins Landesinnere. Die Stadt Vic liegt etwa eine Stunde von der Küste entfernt und bezaubert dich mit ihrem riesigen zentralen Platz Plaça Major, der mit Sand bestreut und von alten Arkaden gesäumt ist. Dieser Ort hat mit den Badeorten nichts gemein, aus ihm strömt ein starker lokaler Stolz.
Vic ist berühmt für seine traditionellen Märkte, die auf dem Hauptplatz jeden Dienstag und Samstag schon seit dem neunten Jahrhundert stattfinden. Du bekommst hier vorzügliche handwerkliche Käse, frisches Obst und lokales Gemüse. Ein Stück vom Platz entfernt erhebt sich eine interessante Kathedrale mit romanischem Glockenturm und wunderschönen Wandmalereien im Inneren. Nimm dir unbedingt auch Zeit für die Besichtigung des großartig erhaltenen römischen Tempels aus dem zweiten Jahrhundert.
Die Anreise aus Barcelona ist recht einfach. Du kannst den Vorortzug Rodalies der Linie R3 nutzen, der dich durch eine schöne hügelige Landschaft führt, oder in einen Bus der Gesellschaft Sagalés steigen. Die Busse fahren etwa alle 30 Minuten und ein Einfachticket kostet rund 9 bis 18 € je nach gewählter Verbindung.

11. Cardona (Salzberg und riesige Burg)
Das ist ein Tipp für echte Feinschmecker, denn die Anreise ist deutlich schwieriger. Cardona rühmt sich mit einer riesigen mittelalterlichen Burg, die sich auf einem Hügel erhebt und in der Geschichte nie erobert wurde. Von ihren Mauern hast du einen fantastischen Blick in die Umgebung. Im Inneren des Burgkomplexes findest du die wunderschöne romanische Kirche des heiligen Vincentius, die zu den besten Beispielen dieses Stils in der Region gehört.
Das Highlight ist aber der nahegelegene Salzberg (Muntanya de Sal). Es handelt sich um ein faszinierendes geologisches Gebilde, wo Salz schon seit den Zeiten der alten Römer abgebaut wurde. Heute nehmen dich Guides tief in die alten Stollen mit, wo du unglaubliche Salzstalaktiten und -stalagmiten in allen Farben siehst. In den Innenräumen hält sich eine stabile Kühle, was du im Sommer sehr schätzen wirst.
Die Logistik ist allerdings eine harte Nuss. Ohne Auto ist es ein Ausflug eher für Abenteurer, denn hierher fährt der Bus der Gesellschaft ALSA nur einmal täglich (von Montag bis Freitag vom Passeig de Gràcia). Die Fahrt dauert fast zwei Stunden und das Ticket kostet zwischen 7 und 15 €. Wochenendausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du gleich vergessen, da ist ein Mietwagen absolute Pflicht.

12. Castelldefels und Ocata (schnelle Flucht an den Strand)
Wenn du in Barcelona nur ein paar Stunden frei hast und der Stadtstrand Barceloneta hoffnungslos überfüllt ist, retten dich die Nahverkehrszüge. Die Einheimischen wissen genau, dass es reicht, ein paar Stationen vor die Stadt zu fahren, und du findest breite Sandstrände mit viel saubererem Wasser und mehr Ruhe. Das sind ideale Orte, an denen du dich einfach aufs Handtuch legen, ein kühles Getränk genießen und den Kopf abschalten kannst.
Richtung Süden liegt Castelldefels, ein riesiger fünf Kilometer langer Strand mit feinem Sand und flachem Einstieg ins Meer. Du kommst mit dem Zug der Linie R2 Sud ab der Station Sants in etwa 25 Minuten hierher. Steig an der Haltestelle Platja de Castelldefels aus (nicht im Stadtzentrum), und zum Wasser sind es buchstäblich fünf Gehminuten. Du kannst hier Volleyball spielen oder ein Paddleboard leihen.
Wenn du dagegen nach Norden aufbrichst, steuere den Badeort Ocata an. Der Zug der Linie R1 bringt dich von der unterirdischen Station unter dem Plaça Catalunya in etwa einer halben Stunde direkt ans Meer. Die Haltestelle steht wohl fünfzig Meter vom riesigen, breiten Strand entfernt, sodass du aus dem Zug direkt in den Sand springst. Du findest hier auch viele angenehme Strandbars (Chiringuitos), wo sie tolle fleischlose Tapas und Käseplatten machen.

Wohin weiter ab Barcelona
Zu Barcelona haben wir auch diese ausführlichen Reiseführer:
- Verkehr in Barcelona: Metro, Tickets und Flughafen
- Barcelona in 3 Tagen: Reiseroute
- Wetter in Barcelona: Temperaturen pro Monat und wann du fahren solltest
- Wenn du die Metropole selbst noch nicht erkundet hast, öffne unseren Artikel Was du in Barcelona sehen kannst: 25+ Tipps, wo du Karten und Routen für Gaudís Bauwerke und das gotische Viertel findest.
- Zieht es dich in die Berge? Lies die ausführliche Anleitung Montserrat: Ausflug ab Barcelona in die Klosterberge, wo wir die genauen Zeiten von Seilbahnen und Tickets besprechen.
- Für Geschichtsliebhaber haben wir den Reiseführer Girona, Spanien: 16 Tipps, was du sehen kannst sowie den Artikel Tarragona: römisches Erbe am Meer.
- Wenn dich der Surrealismus lockt, darfst du unseren Text Figueres und das Dalí-Museum nicht verpassen.
- Wenn du den perfekten Badeort suchst, wirf einen Blick auf Sitges: 14 Tipps, was du bei Barcelona sehen kannst oder gleich auf die große Übersicht Costa Brava: die schönsten Strände und Städtchen.
- Und wenn du noch überlegst, wohin es dieses Jahr ans Meer gehen soll, schau dir unsere große Liste an: Urlaub Spanien: 17 Tipps, wohin du aufbrechen kannst.

Häufig gestellte Fragen
Was ist der beste Tagesausflug von Barcelona?
Statistiken und Bewertungen sprechen eine absolut klare Sprache: Unangefochtener Spitzenreiter ist das Bergkloster Montserrat. Es bietet nämlich die perfekte Kombination aus bizarrer Natur, tiefer Geschichte und dem Erlebnis der Fahrt mit der Zahnradbahn oder Seilbahn. Dicht dahinter folgt das historische Girona mit engen Gassen und hervorragender Gastronomie.
Wie kauft man Tickets für die Rodalies-Züge?
Die Nahverkehrszüge Rodalies (z. B. nach Sitges, Tarragona oder Ocata) haben keine Sitzplatzreservierungen. Das Ticket kaufen Sie einfach an den orangefarbenen Automaten direkt am Bahnhof (Sants, Passeig de Gràcia) kurz vor der Abfahrt. Die Automaten lassen sich auf Englisch umstellen und akzeptieren problemlos Bankkarten.
Lohnt sich Montserrat wirklich, wenn dort so viele Menschen sind?
Auf jeden Fall, aber man muss clever sein. Wenn Sie gleich morgens mit den Zügen zwischen acht und halb zehn losfahren, kommen Sie oben an, noch bevor die großen Reisebusse eintreffen. Sie können in Ruhe die Basilika besichtigen und dann den Menschenmassen auf die Wanderwege zum Gipfel Sant Jeroni entkommen.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Figueres nur für einen Kurzbesuch?
Ja, viele Leute machen das ganz normal so. Von Barcelona aus sind Sie mit dem Schnellzug in knapp 40 Minuten dort (aber Achtung beim Umstieg vom Bahnhof Vilafant) oder mit dem Regionalzug in unter zwei Stunden. Das Dalí-Museum selbst nimmt etwa zwei bis drei Stunden in Anspruch, sodass Sie bis zum Abend bequem wieder in der Stadt zurück sind.
Kann man Girona und Figueres an einem Tag schaffen?
Ja, das ist tatsächlich der zweitbeliebteste Kombi-Ausflug überhaupt. Es wird aber ein ziemlicher Sprint. Morgens müssen Sie früh nach Figueres aufbrechen, zur Öffnung des Museums, dort ein schnelles Mittagessen einnehmen und nachmittags mit dem Zug nach Girona weiterfahren, um die Kathedrale und die Stadtmauern zu besichtigen. Abends kehren Sie dann mit dem Schnellzug nach Barcelona zurück.
Wo findet man bei Barcelona die besten Strände ohne Menschenmassen?
Wenn Sie sauberes Wasser und Ruhe möchten, lassen Sie den Stadtstrand Barceloneta komplett aus. Steigen Sie in den Zug und fahren Sie südlich zum Badeort Sitges, der unglaubliche neun Blaue Flaggen hat, oder zu den langen Sandstränden von Castelldefels. In nördlicher Richtung ist wiederum Ocata eine ausgezeichnete Haltestelle, wo Sie direkt vom Zug in den Sand steigen.
Was tun, wenn man nur einen halben Tag Zeit hat?
Wählen Sie Ziele, die in der Nähe sind und bei denen die Anfahrt nicht Stunden dauert. Ideal ist Colònia Güell mit Gaudís wunderschöner Krypta, die Sie mit dem Zug vom Bahnhof Plaça Espanya in nur 20 Minuten erreichen. Eine gute Wahl sind auch die erwähnten Strände in Castelldefels, wo Sie vom Bahnhof Sants in 25 Minuten sind.
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