Die schönsten Städtchen der Toskana in Italien: 22 Tipps

Listen mit den angeblich schönsten Städtchen der Toskana in Italien gibt es im Internet wie Sand am Meer, und ehrlich gesagt kann jeder Reisende dort genau das hineinschreiben, was ihm gerade gefällt. In Italien geht man das Ganze aber etwas anders an, denn hier gibt es zwei offizielle Zertifizierungen, nach denen du völlig objektiv auswählen kannst.

Die Toskana ist eine Region, die auf den ersten Blick dazu verleitet, von einem ikonischen Ort zum nächsten zu springen – dabei entgeht dir dann das Beste. Während manche Orte unter dem Ansturm der Touristen aus allen Nähten platzen, bewahren sich andere noch ihre verschlafene, authentische Atmosphäre, die du in Reiseführern oft gar nicht findest.

Das Ergebnis sind 22 Orte, die durch ein strenges Sieb gegangen sind – und über die erfährst du jetzt alles, was du vor der Abreise wissen musst. Wir schauen uns an, wo du dich strategisch klug einquartierst, welche lokalen Gerichte du unbedingt probieren musst und warum sich ein Besuch eher im Herbst als im heißen Hochsommer lohnt.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Zwei offizielle Zertifizierungen: In Italien wird die Qualität historischer Orte am Verband I Borghi più belli d’Italia und an den orangefarbenen Flaggen Bandiere Arancioni gemessen.
  • Die Toskana führt die Ranglisten an: Diese Region hat rund 24 zertifizierte Orte im ersten Verband und ganze 45 orangefarbene Flaggen, was sie absolut an die Spitze setzt.
  • Wie viel du schaffst: An einem Tag empfehle ich, maximal zwei Städtchen zu besuchen, damit du die lokale Atmosphäre in Ruhe genießen kannst und nirgendwo hetzen musst.
  • Einfahrtsbeschränkungen: Fast alle historischen Zentren haben sogenannte ZTL-Zonen, du musst das Auto also immer auf einem Parkplatz unterhalb der Stadtmauern stehen lassen.
  • Beste Reisezeit: Ideal sind Frühling und Herbst, wenn du der Sommerhitze entgehst und gleichzeitig die traditionellen Kastanienfeste erleben kannst.
  • Reisen ohne Auto: Die meisten Orte erreichst du nur mit dem eigenen Wagen, aber es gibt auch Ausnahmen wie Barga oder Poppi, die du mit Zug oder Bus erreichst.
  • Wo du Ruhe findest: Wenn du dich nach Orten mit möglichst wenigen Touristen sehnst, steuere die Bergdörfer in den Gebieten Casentino oder Garfagnana im Norden der Region an.

Zwei offizielle Gütesiegel, nach denen du auswählen kannst

Wenn du sicher sein willst, dass dein Traumziel wirklich einen Besuch wert ist, kannst du dich auf den Verband I Borghi più belli d’Italia verlassen, der auf Initiative des italienischen Gemeindeverbands ANCI entstanden ist. Es geht hier nicht um irgendeine zufällige Abstimmung von Freunden im Internet – die Zertifizierung erfolgt nach der Norm ISO 9001, und bewertet werden sowohl der Erhalt des historischen Erbes als auch die Qualität der Dienstleistungen. Das hat also wirklich Gewicht. 😉

Anfang 2023 zählte dieser Verband 382 zertifizierte Orte in ganz Italien, wobei ausgerechnet die Toskana mit rund 24 Mitgliedern zu den Regionen mit der absolut größten Anzahl gehört. Diese Liste verändert sich von Jahr zu Jahr leicht, du kannst den aktuellen Stand also jederzeit auf der Website borghipiubelliditalia.it überprüfen – die Dominanz der Toskana bleibt aber langfristig unverändert.

Das zweite, ungemein wichtige Siegel ist die prestigeträchtige Bandiere Arancioni, die der Touring Club Italiano regelmäßig ausgewählten Orten im Landesinneren verleiht. Hier konzentrieren sich die Prüfer vor allem auf die Qualität der Umwelt, das Niveau der Gastfreundschaft und die lokale Gastronomie, was für uns Reisende absolut entscheidend ist.

Die Toskana führt in diesem Bereich die landesweite Rangliste mit 45 zertifizierten Orten an, und sogar im Juli 2023 kam mit dem bezaubernden Dorf Sassetta ein weiterer Ort auf die Liste. Für die überwältigende Mehrheit der Tipps in diesem Artikel gibt es also ein offizielles Qualitätssiegel, das du selbst nachschlagen kannst und das ein außergewöhnliches Reiseerlebnis garantiert.

Wo du welche Städtchen findest

Die Planung einer Rundreise durch die toskanische Landschaft kann eine echte Herausforderung sein, denn Entfernungen auf den kurvigen Straßen täuschen oft und die Fahrten dauern länger, als du nach der Karte erwarten würdest. Ich habe für dich eine übersichtliche Aufteilung in sieben logische Touren vorbereitet, die dir hilft, die beste Basis für deine täglichen Ausflüge in die Umgebung zu wählen.

TourEnthaltene StädtchenEmpfohlene Unterkunftsbasis
Tuffsteinstädte des SüdensPitigliano, Sovana, MontemeranoSaturnia oder Manciano
Casentino und ValdarnoPoppi, Raggiolo, Loro Ciuffenna, AnghiariArezzo und weitere Umgebung
Garfagnana und NordenBarga, Castiglione di Garfagnana, Coreglia AntelminelliLucca
Herz des ChiantiMontefioralle, San Donato in PoggioGreve in Chianti
Costa degli EtruschiSuvereto, Campiglia Marittima, Populonia, SassettaTal Val di Cornia
Zwischen Siena und Val d’OrciaBuonconvento, MonteriggioniSiena
Argentario und InselnCapalbio, Porto Ercole, Giglio CastelloHalbinsel Monte Argentario

22 schönste Städtchen der Toskana in Italien

Tauchen wir gemeinsam in das Gewirr steinerner Gassen ein und entdecken wir die zauberhaftesten Orte aus beiden offiziellen Listen, die zur besseren Orientierung nach geografischen Gebieten aufgeteilt sind. Vergiss nicht, auch berühmte Städte wie San Gimignano, Siena oder Volterra in deinen Reiseplan aufzunehmen – denen haben wir uns aber ausführlicher in eigenen Reiseführern gewidmet, um uns hier nicht zu wiederholen.

Tuffsteinstädte der Maremma im Süden

Dieser Teil der Region nahe der Grenze zum Latium wirkt unglaublich wild und verbirgt Orte, die direkt in vulkanischen Fels gehauen wurden – schon vor Jahrhunderten von den alten Etruskern errichtet. Wenn du wirklich dramatische Ausblicke und eine geheimnisvolle Atmosphäre suchst, wird dich die südliche Toskana garantiert nicht enttäuschen.

1. Pitigliano

Diesen absolut atemberaubenden Ort nennt man oft Klein-Jerusalem, denn hier siedelte sich einst eine große jüdische Gemeinde an, die den Gassen einen unverwechselbaren Charakter verlieh. Die Stadt scheint direkt aus einem riesigen Tuffsteinblock zu wachsen, sodass du aus der Ferne gar nicht erkennst, wo der natürliche Fels endet und die menschlichen Behausungen beginnen.

Beim Spaziergang durch das historische Zentrum stößt du auf eine uralte unterirdische Synagoge, koschere Bäckereien und ein verschlungenes Labyrinth aus Gängen, die tief unter den Häusern in den Fels gehauen wurden. Diese abgeschiedene Lage diente einst als perfekte Verteidigung gegen Feinde und bildet heute eines der fotogensten Panoramen ganz Italiens.

Ich empfehle dir, das Auto auf dem Parkplatz unterhalb der Stadt stehen zu lassen und dich auf einen ordentlichen Aufstieg über steile Treppen einzustellen – der lohnt sich aber auf jeden Fall. Das schönste Licht zum Fotografieren des gesamten Komplexes findest du am Aussichtspunkt an der Hauptstraße kurz vor Sonnenuntergang, wenn sich der Fels in kräftig orangene Töne färbt.

2. Sovana

Nur einen Katzensprung von Pitigliano entfernt liegt das unscheinbare, historisch aber ungemein bedeutende Sovana, das vor allem als antike etruskische Siedlung bekannt ist. Das Zentrum selbst besteht im Grunde nur aus einer einzigen Hauptstraße mit wunderschön erhaltenem Pflaster, um die sich beeindruckende romanische und mittelalterliche Bauten aus dem örtlichen goldschimmernden Stein erheben.

Der größte Anziehungspunkt dieser Gegend ist der weitläufige archäologische Park gleich hinter den Stadtmauern, wo du monumentale etruskische Gräber bestaunen kannst, die direkt in die Felswände gehauen wurden. Diese antiken Nekropolen sind durch die sogenannten Vie Cave verbunden – tiefe, geheimnisvolle Wege, die in den Tuffsteinuntergrund geschnitten wurden und über die einst die Ureinwohner schritten.

Ein Besuch in Sovana nimmt dir nicht mehr als zwei Stunden in Anspruch, du kannst ihn also leicht mit der Erkundung weiterer Orte in der Umgebung an einem Nachmittag verbinden. Es ist ein unglaublich ruhiger Ort, an dem du das langsame Tempo der toskanischen Landschaft fernab lärmender Touristenmassen voll auskostest.

3. Montemerano

Wenn du perfekte mittelalterliche Illusionen liebst, wird dich Montemerano sofort mit seinem Labyrinth aus engen Gassen und malerischen, blumengeschmückten Plätzchen für sich gewinnen. Dieser Ort gehört zu den überhaupt am besten erhaltenen historischen Komplexen in der Provinz Grosseto und bietet einen fantastischen Blick auf die umliegenden Olivenhaine und sanften Hügel.

Das Herz des ganzen Dorfes ist der märchenhafte Platz Piazza del Castello, den du durch einen Durchgang unter einem mächtigen Steinbogen erreichst, der früher als Burgtor diente. Die Häuser hier stehen so dicht beieinander, dass sie selbst an den heißesten Sommertagen angenehmen Schatten spenden – das schätzt du beim nachmittäglichen Kaffee.

Ein riesiger Vorteil dieses Ortes ist seine unmittelbare Nähe zu den berühmten Thermalquellen von Saturnia, die nur ein paar Autominuten entfernt liegen. So kannst du dir ein vormittägliches Bad im warmen, kaskadenartigen Fluss einplanen und den Nachmittag bei einem romantischen Spaziergang zwischen den uralten Stadtmauern dieses zertifizierten Juwels verbringen.

Casentino und Valdarno in der Provinz Arezzo

Dieses bewaldete, bergige Gebiet im Osten der Region bleibt für viele ausländische Besucher ein großer Unbekannter, obwohl es die authentischsten Dörfer verbirgt. Hier entspringt der Fluss Arno, und hier findest du tiefe, stille Wälder, die schon im Mittelalter Mönche und Pilger zur Besinnung einluden.

4. Poppi

Das Wahrzeichen des gesamten Casentino-Tals ist die monumentale Burg Castello dei Conti Guidi, die sich majestätisch über dem gleichnamigen Städtchen Poppi erhebt. Dieser Burgkomplex ist erstaunlich gut erhalten und bietet eine Besichtigung der uralten Bibliothek sowie einer mit prachtvollen Fresken geschmückten Kapelle, die dich Jahrhunderte zurückversetzen.

Das historische Zentrum unterhalb der Burg ist von den ursprünglichen Stadtmauern umgeben und besteht aus malerischen Gassen mit Laubengängen, wo früher rege Märkte stattfanden. Poppi ist zudem einer der wenigen Orte auf unserer Liste, den du ziemlich bequem mit der Regionalbahn aus dem nahen Arezzo erreichst.

Vom Burgturm bietet sich dir ein atemberaubender Blick auf das gesamte bewaldete Tal, das viel wilder wirkt als die klassische Postkarten-Toskana voller Zypressen. Die Gassen sind hier überraschend ruhig, und du triffst eher Einheimische, die ihren morgendlichen Espresso trinken, als Menschenmassen mit Kameras.

5. Raggiolo

Wenn du einen Ort suchst, der vom Massentourismus völlig unberührt ist, wird das Bergdorf Raggiolo für dich die perfekte Entdeckung sein. Diese winzige Siedlung schmiegt sich hoch an die Hänge des Berges Pratomagno, und ihre Steinhäuser verschwinden geradezu in den dichten Kastanienwäldern, die sie von allen Seiten umgeben.

Raggiolo hat eine raue Geschichte, geprägt von der Holz- und Eisenverarbeitung, was sich in seiner schlichten Architektur widerspiegelt. Autos dürfen hier nicht hinein, du bewegst dich also nur über steile gepflasterte Wege, für die sich bequemes Schuhwerk und ein bisschen Kondition empfehlen.

Die Atmosphäre hier ist absolut still und meditativ, komm also vor allem hierher, um dich zu erholen und der modernen Welt zu entfliehen. Ein Besuch im Herbst ist besonders magisch, denn dann duftet die ganze Umgebung nach gerösteten Kastanien und die Einheimischen feiern traditionelle Feste rund um diese typische Bergfrucht.

6. Loro Ciuffenna

Dieser fesselnde Ort liegt am äußersten Rand des Valdarno-Tals, und seine Häuser balancieren auf dem Rand einer tiefen Flussschlucht, die das wilde Wasser gegraben hat. Loro Ciuffenna hat sich bis heute starke Traditionen des Müllerhandwerks bewahrt, und noch heute ist hier eine der ältesten Wassermühlen der ganzen Region in Betrieb.

Ein Spaziergang über die alte Steinbrücke über dem tosenden Fluss bietet den schönsten Blick auf die uralte Bebauung, die geradezu nachlässig an die Klippe geklebt scheint. Enge Passagen zwischen den Häusern führen dich zu kleinen Plätzen und versteckten Aussichtspunkten, an denen dir die dramatische Lage der ganzen Stadt so richtig bewusst wird.

Die Gegend rund um das Städtchen ist berühmt für die Produktion von exzellentem Olivenöl und den Anbau von Bohnen, die die Grundlage vieler lokaler vegetarischer Gerichte bilden. Du kannst dich hier auf angenehme Wanderungen entlang des Flusses begeben oder die umliegenden Hügel erkunden, die mit kleineren mittelalterlichen Pfarrkirchen übersät sind.

7. Anghiari

Dieses stolze Städtchen, hoch über dem Tibertal gelegen, ging mit der berühmten Schlacht von Anghiari in die Geschichte ein, die Leonardo da Vinci später auf seinem verschollenen Fresko festzuhalten versuchte. Die Straße zum Haupttor ist gerade wie ein Lineal, und die Mauern zu beiden Seiten mustern dich, als kämst du zur Inspektion. Das ist ein etwas ungewöhnlicher Anblick für ein toskanisches Städtchen. 😅

Innerhalb der Befestigung erwartet dich ein absolut fesselndes Gewirr aus steilen Gassen, Treppen und Steinhäusern mit hölzernen Fensterläden. Anghiari hat sich seinen Ruf als Stadt der Handwerker bewahrt, und beim Bummel stößt du auf zahlreiche kleine Werkstätten, in denen bis heute traditionell Holz, Keramik und Textilien verarbeitet werden.

Es lohnt sich, am späten Nachmittag hierherzukommen, wenn die untergehende Sonne das ganze Tal unterhalb der Mauern wunderschön beleuchtet. Die örtlichen Cafés füllen sich um diese Zeit mit Menschen, und du kannst ein Glas lokalen Wein mit Blick auf die Landschaft genießen, die fast genauso aussieht wie zu Zeiten der Renaissance.

8. Lucignano

Eines der interessantesten städtebaulichen Juwelen der Toskana ist zweifellos Lucignano, das durch seinen einzigartigen konzentrischen, genauer gesagt elliptischen Grundriss berühmt wurde. Die Straßen verlaufen hier nicht im klassischen Raster, sondern winden sich spiralförmig um die zentrale Hügelkuppe – so etwas siehst du sonst nirgends in der Region in diesem Ausmaß.

Dieses durchdachte mittelalterliche Design sollte den Bewohnern eine perfekte Verteidigung ermöglichen, denn eventuelle Angreifer hätten sich in den kreisförmigen Gassen schnell verirrt. Heute ist das dagegen ein riesiger Vorteil für Besucher, die endlos durch die malerischen Passagen streifen und immer sicher zum Hauptplatz zurückfinden.

Im örtlichen Museum befindet sich der berühmte Goldene Baum, auch Baum der Liebe genannt – ein unglaublich kunstvoll gearbeitetes Reliquiar, zu dem noch heute verliebte Paare pilgern. Lucignano ist sehr kompakt und du durchquerst es leicht in einer Stunde, es ist also ein idealer Zwischenstopp auf der Fahrt zwischen Arezzo und Siena.

Garfagnana und die nördlichen Berge bei Lucca

Während der Süden der Region sonnenverwöhnt und voller Olivenbäume ist, ist der nördliche Teil namens Garfagnana zwischen den Apuanischen Alpen und dem Apennin eingezwängt. Dieses Gebiet besticht durch tiefe Täler, ein raueres Klima und eine eigenständige Kultur, die sich stark vom eleganten Florenz unterscheidet.

9. Barga

Barga ist das unbestreitbare kulturelle und historische Zentrum der ganzen Garfagnana und brilliert mit einer unerwartet eleganten Renaissance-Architektur, die von seinem einstigen Reichtum zeugt. Die Stadt stand lange unter dem Schutz von Florenz, und die hiesigen Paläste und Villen kontrastieren scharf mit den umliegenden rauen Bergen, die eine dramatische Kulisse im Hintergrund bilden.

Der höchste Punkt der Stadt ist die wunderschöne romanische Kathedrale Duomo di San Cristoforo, von der sich ein fantastischer Panoramablick auf das gesamte Gebirge öffnet. Barga ist für die örtlichen Verhältnisse recht gut erreichbar, und aus Lucca fährt hierher eine regelmäßige Buslinie, wobei die Fahrt angenehme 70 Minuten dauert.

Interessant ist, dass viele Einheimische einst nach Schottland auswanderten und später wieder zurückkehrten, sodass du hier gelegentlich Englisch mit schottischem Akzent hörst und im Sommer sogar Festivals mit Dudelsackspielern stattfinden. Die örtlichen Restaurants bieten großartige Gerichte aus Kastanienmehl und frischen Steinpilzen, die für diese Bergregion absolut typisch sind.

10. Castiglione di Garfagnana

Diese befestigte Siedlung entstand als strategischer militärischer Stützpunkt zum Schutz des Zugangs zum Tal, und ihre mächtigen Steinmauern flößen auch heute noch Respekt ein. Castiglione di Garfagnana hat seinen streng mittelalterlichen militärischen Charakter mit wuchtigen Türmen und engen Durchgängen bewahrt, durch die früher die Wachen zogen.

Vom Wehrgang der Mauer kannst du die Aussicht auf die grünen Berghänge genießen, die mit kleinen Einzelgehöften und endlosen Wäldern übersät sind. Das Leben verläuft hier sehr langsam, und auf dem Hauptplatz triffst du oft nur ein paar Alteingesessene, die jeden Neuankömmling aufmerksam beobachten.

Wenn du einen aktiven Urlaub magst, ist dieser Ort ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die Apuanischen Alpen mit Hunderten Kilometern markierter Wege – und abends kannst du dich dann herrlich in einer kleinen familiären Trattoria bei einer kräftigen Suppe aus lokalen Hülsenfrüchten aufwärmen.

11. Coreglia Antelminelli

Ein weiteres Kleinod hoch in den Bergen über dem Tal des Flusses Serchio besticht durch seine steilen Gassen und wunderschön erhaltenen Patrizierhäuser. Coreglia Antelminelli ist von tiefen Kastanienhainen umgeben, die den Einheimischen jahrhundertelang die Haupteinnahmequelle in Form von nahrhaftem Kastanienmehl boten.

Der Ort wurde weltweit durch die einzigartige Herstellung von Gipsfiguren berühmt, denen hier sogar ein faszinierendes Museum gewidmet ist, das dieses ungewöhnliche Handwerk dokumentiert. Einst zogen von hier Handwerker in die ganze Welt, um ihre Gipsfigürchen zu verkaufen und den Namen dieses kleinen Dorfes weit über die Grenzen Italiens hinauszutragen.

Die Zufahrtsstraße hinauf ist voller Serpentinen und erfordert vorsichtiges Fahren, doch als Belohnung erwarten dich absolute Ruhe und fantastisch reine Bergluft. Es ist ein idealer Ort, um den sommerlichen Hitzewellen zu entkommen, denn die Temperaturen sind hier deutlich angenehmer als in den aufgeheizten Tälern im Süden.

Herz der Region Chianti

Die Landschaft zwischen Florenz und Siena ist weltberühmt für ihre sanften Hügel, endlosen Weinberge und das Symbol des schwarzen Hahns. Die hiesigen Städtchen, oft mit dem Zusatz „in Chianti“, sind das absolute Paradies für Liebhaber von gutem Essen und Trinken und bieten eine perfekte Harmonie zwischen Natur und menschlicher Arbeit.

12. Montefioralle

Dieses winzige befestigte Dörfchen liegt auf einem Hügel nur einen Katzensprung über dem bekannten Zentrum Greve in Chianti und ist einer der ältesten besiedelten Punkte der Gegend. Montefioralle hat eine nahezu perfekte elliptische Form, die dem Verlauf der ursprünglichen Mauern folgt, und das ganze Dorf besteht im Grunde nur aus einer einzigen kreisförmigen Hauptstraße, gesäumt von Steinhäusern.

Der örtlichen Überlieferung zufolge stammte von hier das berühmte Geschlecht der Vespucci, dessen Namen später der Entdecker Amerigo Vespucci trug, und ihr Wappen findest du noch heute über der Tür eines der Häuser. Das Dorf ist wunderschön mit Geranienkästen und Kletterpflanzen geschmückt, was es zu einem ungemein romantischen und fotogenen Ort macht.

Angesichts seiner Größe durchquerst du es locker in fünfzehn Minuten, aber es lohnt sich zu verweilen, sich auf ein Steinmäuerchen zu setzen und den Blick auf die umliegenden Weinberge zu genießen. Parken ist auf einem kleinen Platz direkt unterhalb der Mauern möglich, in der Hauptsaison ist er aber schnell voll, ich empfehle dir also, lieber früh morgens zu kommen.

13. San Donato in Poggio

Ein weiterer der zertifizierten Borghi im Herzen des Chianti hat sich einen Großteil seiner ursprünglichen Befestigung samt Wachturm und imposantem Eingangstor bewahrt. San Donato in Poggio war einst eine wichtige Station an den Handelsrouten, und seine Gassen werden bis heute von prächtigen Renaissance-Palästen gesäumt, die vom damaligen Reichtum zeugen.

Im Zentrum findest du ein schönes Plätzchen mit einem alten Brunnen und der Pfarrkirche, wo oft lokale Bauernmärkte und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Die Atmosphäre ist hier sehr freundlich und heimelig, mit einer Reihe hervorragender Enotheken und Restaurants, die das Beste aus der örtlichen Ernte und vegetarische Spezialitäten bieten.

Es liegt genau auf halbem Weg zwischen Florenz und Siena – wenn du dir also eine Basis für die Erkundung des ganzen Chianti einrichten willst, findest du kaum eine praktischere Lage. Von hier aus kannst du zu Radtouren durch die umliegenden Weinberge aufbrechen oder die nahen Burgen mit Olivenöl-Verkostung besuchen.

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Costa degli Etruschi und die Küstenhügel

Der Streifen entlang der Küste des Tyrrhenischen Meeres verbindet den Duft der Pinienhaine mit salziger Meeresluft und reicher etruskischer Geschichte. Die hiesigen Städtchen liegen zwar nicht direkt am Strand, aber sie blicken von den umliegenden Hügeln aufs Meer, was ihnen einen unverwechselbaren Charme und einen strategischen Rundblick verleiht.

14. Suvereto

Dieses beeindruckende mittelalterliche Borgo liegt von Korkeichen umgeben, nach denen es seinen Namen erhielt, in den sanften Hügeln über dem Tal Val di Cornia. Suvereto ist von gut erhaltenen fünfeckigen Mauern umschlossen, und sein Wahrzeichen ist das uralte Rathaus mit dem charakteristischen Uhrturm, der den Hauptplatz beherrscht.

Die Gassen sind hier mit unregelmäßigen Steinen gepflastert und verbergen zahlreiche alte Kirchlein, Handwerkswerkstätten und kleine Läden mit lokalen Produkten. Die örtliche Gemeinschaft ist sehr aktiv, und im Sommer wie im Herbst finden hier unzählige historische Feste und Festivals statt, die das ganze Zentrum beleben.

In der Umgebung des Städtchens befinden sich einige der besten toskanischen Weingüter, die kräftige, vollmundige Rotweine produzieren, die hervorragend zu herbstlichen Pilzgerichten passen. Parken ist auf geräumigen Flächen direkt vor den Toren möglich, der Zugang zum historischen Herzen ist also völlig problemlos.

15. Campiglia Marittima

Ein weiteres Juwel unweit der Küste bietet einen fantastischen Blick auf das Meer und die Inseln des Toskanischen Archipels, die man bei klarem Wetter wunderbar sieht. Campiglia Marittima ist auf einem steilen Hügel erbaut, und ihre Gassen bilden ein kompliziertes Netz aus Treppen und Durchgängen, über denen die Ruine einer alten Burg thront.

Die Geschichte dieses Ortes ist eng mit dem Abbau seltener Metalle und Mineralien verbunden, woran du dich im nahen riesigen Bergbaupark San Silvestro erinnern kannst. Die Stadt selbst wirkt sehr sauber und gepflegt, mit vielen kleinen Cafés, in denen du dich nach dem anstrengenden Aufstieg zum Burgturm ausruhen kannst.

Ich empfehle, am frühen Abend hierherzukommen, wenn sich das Mauerwerk der Häuser in warme Töne färbt und aus den Restaurants der Duft frischer Kräuter zieht. Es ist ein großartiger Ort, wenn du ein Bad im Meer mit nachmittäglicher Geschichtsentdeckung verbinden willst, denn zu den Stränden sind es von hier nur zwanzig Autominuten.

16. Populonia

Dieser Ort ist völlig einzigartig, denn es handelt sich um die einzige etruskische Stadt, die direkt an der Küste erbaut wurde und von einer Klippe auf die wunderschöne Bucht von Baratti hinabblickt. Populonia fungierte als wichtiges Industriezentrum der Antike, wo im großen Stil das von der nahen Insel Elba angelieferte Eisenerz verarbeitet wurde.

Vom einstigen Ruhm ist heute ein kleines, aber ungemein reizvolles befestigtes Dorf mit einer Burg aus dem 15. Jahrhundert erhalten, das von Läden mit Keramik und Souvenirs gesäumt wird. Die Hauptattraktion ist allerdings der weitläufige archäologische Park unterhalb des Hügels, voller monumentaler etruskischer Gräber, versteckt im dichten mediterranen Wald.

Der Blick vom Burgturm in Populonia gehört zu den absolut schönsten an der gesamten toskanischen Küste, besonders wenn sich die Sonne in den blauen Gewässern der Bucht spiegelt. Die Zufahrtsstraße hinauf ist recht schmal, und der Parkplatz vor den Mauern füllt sich in den Sommermonaten schnell, es ist also ideal, gleich am Morgen hier anzukommen.

17. Sassetta

Der neueste Zuwachs auf der Liste der Orangefarbenen Flaggen, der diese Zertifizierung erst im Juli 2023 erhielt, liegt tief verborgen in den Wäldern des Tals Val di Cornia. Sassetta ist ein kleines, unscheinbares Dorf aus unverputztem Stein, das in seinem eigenen beschaulichen Tempo lebt, weit weg vom Strandtrubel.

Dieser Ort wurde vor allem durch seine fantastischen natürlichen Thermalquellen berühmt, die in den umliegenden Wäldern entspringen und perfekte Entspannung inmitten unberührter Natur bieten. Die Gassen des Dorfes selbst sind von modernen Skulpturen aus dem örtlichen roten Marmor gesäumt, die Künstler aus aller Welt Jahr für Jahr während der sommerlichen Symposien hier aufstellen.

Wenn du einen Ort suchst, an dem die Zeit stehen geblieben ist und absolute Ruhe herrscht, wird dich Sassetta mit seiner unaufdringlichen Freundlichkeit und der Herzlichkeit der Einheimischen garantiert begeistern. Rund um das Dorf führt zudem ein dichtes Netz an Wanderwegen, die dich durch dichte Eichenwälder führen und unerwartete Ausblicke ins Tal bieten.

Zwischen Siena und Val d’Orcia

Das Gebiet südlich von Florenz, Richtung Siena und zum berühmten Tal Val d’Orcia, ist die Verkörperung der toskanischen Landschaft aus Postkarten und Kinoleinwänden. Diese Städtchen lebten vom Handel und von religiösen Wallfahrten, was ihnen einen einzigartigen architektonischen Charakter und eine reiche Kultur verlieh.

18. Buonconvento

Dieses Städtchen, dessen Name übersetzt „glücklicher Ort“ bedeutet, liegt ungewöhnlicherweise ganz in der Ebene im Tal des Flusses Ombrone südlich des majestätischen Siena. Buonconvento war eine ungemein wichtige Station an der mittelalterlichen Pilgerroute Via Francigena, über die Scharen von Gläubigen aus Nordeuropa bis nach Rom zogen.

Der gesamte historische Kern ist perfekt in gut erhaltene Ziegelmauern mit zwei Haupttoren eingeschlossen, die bis heute ihren ursprünglichen Verteidigungscharakter bewahren. Innen findest du angenehme gerade Gassen mit Ziegelpalästen und ein Museum für sakrale Kunst, das kostbare Werke der Sieneser Malschule birgt.

Ein riesiger Vorteil dieses Ortes ist die Tatsache, dass du ihn im Gegensatz zu den meisten toskanischen Dörfern bequem mit dem Zug erreichst, denn er liegt direkt an einer regionalen Bahnstrecke. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für Radtouren durch die flache Umgebung, wo du dich nicht mit anstrengenden Anstiegen in steile Hügel abmühen musst.

19. Monteriggioni

Wenn du dich Monteriggioni näherst, hast du das Gefühl, als wäre vor dir eine perfekte Filmkulisse emporgewachsen, denn seine kreisförmigen Mauern mit vierzehn Türmen wirken absolut unwirklich. Dieses Festungsstädtchen ließ der Sieneser Staat als militärischen Vorposten gegen seinen ewigen Rivalen Florenz errichten.

Seine Mauern waren seinerzeit so imposant, dass der große Dichter Dante Alighieri sie in seiner Göttlichen Komödie mit Riesen verglich, die am Rand des höllischen Abgrunds stehen. Innerhalb der Befestigung findest du nur einen einzigen Hauptplatz, ein kleines Kirchlein und ein paar Häuser, die Besichtigung des Zentrums selbst nimmt dir also kaum eine halbe Stunde in Anspruch.

Ich empfehle dir aber unbedingt, den Eintritt auf den Wehrgang der Mauer zu bezahlen, von wo sich ein unvergesslicher Blick in die umliegende Landschaft voller Zypressenalleen und Weinberge bietet. Monteriggioni ist tagsüber stark von Touristen frequentiert, deshalb besuchst du es am besten entweder früh morgens oder umgekehrt gegen Abend, wenn es eine wunderschön mystische Atmosphäre bekommt.

Halbinsel und Inseln im Süden

Dieses Gebiet in der Provinz Grosseto ist eng mit dem Meer, den Lagunen und der Seefahrtsgeschichte verbunden und bietet einen völlig anderen Blick auf die Toskana, als du ihn aus dem Landesinneren kennst. Die Kombination aus Festungen, Häfen und wilder Natur macht es zu einem ungemein reizvollen Ziel für die Sommer- wie Herbsterkundung.

20. Capalbio

Am äußersten südlichen Zipfel der Region, nur einen Katzensprung von der Grenze zum Latium entfernt, erhebt sich auf einem Hügel Capalbio, genannt Klein-Athen, wegen seiner historischen und künstlerischen Bedeutung. Das Städtchen ist von einem doppelten Mauerring umgeben, über den du bequem spazieren und die Aussicht bis zur nahen Küste und der weitläufigen Lagune von Orbetello genießen kannst.

Im Labyrinth der engen Gassen findest du die mächtige Festung Rocca Aldobrandesca und uralte Kirchen, die Zeugen der langen, bewegten Geschichte dieses Grenzgebiets sind. Die hiesige Atmosphäre ist bei der italienischen Intelligenz und bei Künstlern beliebt, die hierherkommen, um die Sommermonate fernab überfüllter Badeorte zu verbringen.

Unweit des Zentrums befindet sich der berühmte und ungemein visuell fesselnde Tarot-Garten, den die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle schuf und der voller bunter Mosaikskulpturen ist. Mittelalterliche Gassen am Morgen, wilder Strand am Nachmittag. Für ein verlängertes Wochenende klingt das gar nicht schlecht. 😁

21. Porto Ercole

Dieses malerische Fischerdorf liegt an der Ostküste der faszinierenden Halbinsel Monte Argentario, die einst eine Insel war, bevor sie durch Sanddünen mit dem Festland verbunden wurde. Porto Ercole erstreckt sich in einer geschützten Bucht und ist von drei mächtigen spanischen Festungen umgeben, die den Hafen vor Piratenüberfällen schützten.

Ein Spaziergang entlang der Hafenpromenade führt dich vorbei an luxuriösen Yachten und alten Fischerbooten, während sich das historische Zentrum steil den Hügel über dem Wasser hinaufzieht. Die Gassen sind hier voller bunter Häuschen und Blumen, und auf Schritt und Tritt stößt du auf ausgezeichnete kleine Cafés, in denen die Einheimischen ihre nachmittägliche Ruhe genießen.

Interessant ist, dass in dieser Stadt der berühmte Maler Caravaggio seine letzten Tage verbrachte, der erschöpft und krank auf der Flucht vor dem Gesetz hierherkam. Auf die Halbinsel gelangst du bequem mit dem Auto über den Damm, und wenn du dramatische Küstenszenerien liebst, fahr unbedingt die gesamte Panoramastraße rund um die Klippen ab.

22. Giglio Castello

Das letzte zertifizierte Kleinod ist Giglio Castello, das ganz oben auf der Spitze der gleichnamigen Insel Giglio thront, die zum Toskanischen Archipel gehört. Dieser uneinnehmbare Ort ist komplett von massiven Mauern mit Wehrtürmen umschlossen, die ihn früher erfolgreich vor den häufigen Angriffen sarazenischer Korsaren schützten.

Innen erwartet dich ein faszinierendes Netz aus dunklen Gassen, Treppen und unerwarteten Durchgängen unter den Häusern, in denen du dich leicht und gern stundenlang verlierst. Von den höchsten Punkten des Dorfes öffnet sich ein atemberaubender Rundblick auf das endlose blaue Meer, und bei guter Sicht reicht dein Blick bis zur Nachbarinsel Elba.

Um hierherzukommen, musst du die regelmäßige Fähre vom Hafen Porto Santo Stefano nehmen und anschließend über eine kurvige Straße mit Bus oder Auto bis zur Spitze der Insel hinauffahren. Es ist ein Reiseziel für echte Liebhaber der Ruhe und Inselromantik, das dich mit seiner abgeschiedenen Schönheit völlig entwaffnet.

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Wie du dir daraus eine Reise zusammenstellst

Wenn du einen Roadtrip durch diese malerischen Orte planst, lautet die wichtigste Regel: Hetze nicht und nimm dir nicht mehr als zwei Städtchen pro Tag vor. Die Fahrten über die toskanischen Landstraßen sind langsam und voller Kurven, die tatsächliche Durchschnittsgeschwindigkeit ist also sehr niedrig, und viel Zeit verbringst du allein mit der Parkplatzsuche.

Rechne damit, dass fast alle historischen Zentren sogenannte ZTL-Zonen haben (Zona Traffico Limitato), in die die Einfahrt ohne Genehmigung streng verboten ist und mit Kameras überwacht wird. Das Auto musst du immer auf ausgewiesenen Parkplätzen unterhalb der Mauern stehen lassen, was oft einen anschließenden Aufstieg in den steilen Hügel mit dem Rucksack auf dem Rücken bedeutet.

Für das beste Erlebnis brich früh morgens oder umgekehrt am späten Nachmittag zur Erkundung auf, wenn die steinernen Gassen das schönste weiche Licht haben, ideal zum Fotografieren. Über Mittag ist zudem in den kleinen Orten wegen der Siesta alles geschlossen, du suchst dir zu dieser Zeit also besser ein schattiges Plätzchen und genießt in Ruhe ein langes italienisches Mittagessen.

Wann du reisen solltest

Obwohl Italien ein beliebtes Sommerreiseziel ist, sind für einen Besuch der historischen Orte im Landesinneren die Monate Juli und August die denkbar schlechteste Wahl, denn in den steinernen Gassen staut sich unerträgliche Schwüle. Die ideale Zeit ist April bis Juni, wenn die ganze Landschaft wunderschön blüht und die Temperaturen sehr angenehm für ganztägige Spaziergänge über Mauern und zu Sehenswürdigkeiten sind.

Eine absolut zauberhafte Zeit ist dann der Herbst, konkret September und Oktober, wenn sich die Weinberge rot färben und die Ernte von Trauben und Oliven stattfindet. Besonders in den Gebieten Casentino und Garfagnana finden zu dieser Zeit traditionelle Pilz- und Kastanienfeste statt, die den Dörfern eine unglaublich authentische und festliche Atmosphäre verleihen.

Wo du übernachten solltest

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Wahl der richtigen Basis ist für die Entdeckung der Toskana entscheidend, deshalb empfehle ich dir, eine Unterkunft irgendwo mitten auf dem Land zu wählen, von der aus du sternförmige Ausflüge unternehmen kannst. Wenn du ins Chianti reist, ist das Städtchen Greve in Chianti eine strategische Wahl, während sich für die Erkundung des Südens und der Tuffsteinstädte die Gegend um die Thermalquellen von Saturnia oder Manciano ideal eignet.

Für die nördlichen Bergregionen der Garfagnana wählst du am besten eine Basis direkt in Lucca, von wo aus du leichten Zugang zu den Bergen und zur Autobahn hast, und für die Erkundung der Umgebung von Siena und Val d’Orcia suchst du dir eine Übernachtung irgendwo südlich von Monteriggioni. Die Toskana ist berühmt für ihre wunderschönen Bauernhöfe und restaurierten Landgüter, die oft ein viel besseres Erlebnis bieten als klassische Stadthotels. Für das Chianti ist das Hotel Belvedere in Greve in Chianti eine großartige Wahl, das einen fantastischen Blick auf die Weinberge bietet. Wenn du die Tuffsteinstädte im Süden erkundest, probier das Relais Ciavatta unweit von Montemerano, wo du das echte toskanische Landleben genießt. Und für die nördliche Garfagnana eignet sich die Locanda Al Colle bei Lucca hervorragend.

Wenn du nicht weißt, wie du das richtige Agriturismo auswählst (und da gibt es jede Menge Fallstricke 😅), haben wir für dich einen ausführlichen Ratgeber mit konkreten Tipps und Richtpreisen verfasst. Wenn du in einer größeren Gruppe von Freunden oder mit der erweiterten Familie reist, überlege, ein ganzes Objekt zu mieten – dabei hilft dir unsere Übersicht über Villen mit Pool, die im Sommer absolut perfekte Privatsphäre und Komfort bieten.

Wo du essen und was du probieren solltest

Die toskanische Küche ist zwar berühmt für ihre Fleischgerichte, allen voran das riesige Florentiner Steak Bistecca und die Produkte vom Wildschwein, aber Lukáš und ich bevorzugen die lokalen pflanzlichen Spezialitäten, von denen es hier zum Glück eine unerschöpfliche Menge gibt. Die absolute Grundlage ist hochwertiges kaltgepresstes Olivenöl, mit dem großzügig geradezu alles beträufelt wird, und der ausgezeichnete Schafskäse Pecorino, der in vielen verschiedenen Formen und Reifegraden gereift wird.

Beim Streifen durch die Gassen stößt du bestimmt auf traditionelle Bauernsuppen wie die Ribollita, der Schwarzkohl und Bohnen zugegeben werden, oder die dickflüssige Brotsuppe Pappa al Pomodoro mit Tomaten und Knoblauch. Frag im Restaurant lieber gleich nach, die Brühe wird hier unterschiedlich zugegeben, und erst auf halbem Teller draufzukommen ist ein Klassiker. 😅 Wenn du konkrete Adressen suchst, machen sie eine fantastische Ribollita zum Beispiel in der Osteria delle Catene in San Gimignano.

In den südlichen Teilen der Region lass dir die hausgemachte Pasta Pici nicht entgehen, die an dicke Spaghetti erinnert und hervorragend nur mit einer einfachen Sauce aus Knoblauch und Tomaten schmeckt – großartige Pici gibt es etwa in der La Cantina in Greve in Chianti. Der erfrischende Brotsalat Panzanella ist dagegen die ideale Wahl für heiße Sommertage. Im Norden, in der Bergregion Garfagnana, musst du dann unbedingt die Süßspeisen aus Kastanienmehl probieren, vor allem die traditionellen Pfannkuchen Necci, gefüllt mit frischem Schafsricotta, die oft gerade während der Herbstfeste zubereitet werden.

Wohin als Nächstes

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Häufig gestellte Fragen

Die Planung einer Reise durch die toskanische Landschaft bringt jede Menge praktische Fragen mit sich. Damit du nicht mühsam in verschiedenen Foren und Diskussionen suchen musst, habe ich für dich die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um diese Städtchen zusammengefasst.

Welches toskanische Städtchen ist das schönste?

Die Bewertung von Schönheit ist zwar sehr subjektiv, aber dank Zertifizierungen wie I Borghi più belli d’Italia habt ihr eine Qualitätsgarantie. Die Toskana rühmt sich der höchsten Anzahl ausgezeichneter Gemeinden in ganz Italien, sodass ihr – ob ihr euch für das atemberaubende Pitigliano oder das malerische Anghiari entscheidet – garantiert nichts falsch macht.

Wie viele Städtchen schaffe ich an einem Tag?

Realistisch empfehle ich, maximal zwei Orte pro Tag einzuplanen, damit ihr genügend Zeit für eine entspannte Besichtigung und ein Mittagessen habt. Fahrten über Landstraßen sind oft langsam, die Straßen schlängeln sich stark, und ihr müsst außerdem die Zeit für die Parkplatzsuche unterhalb der Stadtmauern einrechnen.

Kann man die Toskana ohne Auto bereisen?

Die meisten kleineren historischen Ortschaften sind leider ohne eigenes Auto nur schwer erreichbar. Es gibt aber angenehme Ausnahmen wie Barga, das ihr per Bus von Lucca aus erreicht, oder die Städte Buonconvento und Poppi, die direkt an Bahnstrecken liegen und damit ein großartiges Ziel für Reisende sind, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.

Wo soll ich bei den Städtchen parken?

Fast alle historischen Zentren der Region haben strenge Zonen mit Zufahrtsbeschränkung (ZTL) eingerichtet, in die nur Anwohner fahren dürfen. Ihr müsst euer Auto in den meisten Fällen auf ausgewiesenen Auffangparkplätzen abstellen, die sich außerhalb der Stadtmauern befinden, und den Rest des Weges bergauf zu Fuß gehen.

Welcher Ort ist am wenigsten vom Tourismus betroffen?

Wenn ihr absolute Ruhe sucht und den Massen entgehen wollt, steuert die Bergregionen im Norden und Osten der Region an. Abgelegene Siedlungen wie Raggiolo, Montescudaio oder Palazzuolo sul Senio bewahren sich noch immer ihre verschlafene und authentische Atmosphäre, von der ihr im überlaufenen San Gimignano nur träumen könnt.

Was genau bedeutet die Zertifizierung Bandiera Arancione?

Es handelt sich um eine prestigeträchtige Auszeichnung, die der italienische Touring Club ausgewählten Gemeinden im Landesinneren als Garantie für hohe Qualität verleiht. Die Kommissare bewerten dabei nicht nur die Erhaltung des historischen Erbes und die Pflege der Umwelt, sondern auch das Niveau der lokalen Gastronomie und die allgemeine Gastfreundschaft gegenüber Besuchern.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in der Toskana?

Für die Entdeckung der Steinstädte ist der Frühling (April bis Juni) und der Herbst (September und Oktober) ideal, wenn sehr angenehme Temperaturen herrschen und die Natur in allen Farben leuchtet. Im Juli und August müsst ihr dagegen mit drückender Hitze und Touristenmassen rechnen, was die Spaziergänge durch die engen Gassen erheblich unangenehm machen kann.

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