Kiruna, Schweden: 18 Tipps für die Stadt, die umzieht

TL;DRKiruna in Schweden bietet dir 18 zentrale Tipps, um die schwedische Arktisstadt kennenzulernen, die wegen des Erzabbaus um drei Kilometer versetzt wird – vom neuen Rathaus Kristallen und der umgezogenen Holzkirche Kiruna kyrka über die LKAB-Mine bis zum Eishotel ICEHOTEL in Jukkasjärvi. Die ideale Zeit für Schnee und Nordlichter sind Februar und März, wenn die Temperaturen um minus zehn Grad liegen, während der Nationalpark Abisko mit seinem Mikroklima namens Blaues Loch die besten Chancen auf eine wolkenfreie Aurora bietet. Ein typischer Winteraufenthalt dauert drei bis fünf Tage, der Tageseintritt ins Icehotel kostet 325 SEK (etwa 30 €) und eine Hundeschlittenfahrt liegt bei 1000 bis 1500 SEK. Der Sommer von Juni bis August bringt Mitternachtssonne und Trekkingtouren zum höchsten Berg Schwedens, dem Kebnekaise.

Im arktischen Kiruna in Schweden spielt sich gerade ein ingenieurtechnisches und architektonisches Wunder ab, das die ganze Welt mit angehaltenem Atem verfolgt. Wegen einer gigantischen unterirdischen Eisenerzmine muss nämlich die gesamte Stadt um drei Kilometer versetzt werden, damit ihre Straßen nicht im Boden versinken.

Aus einer einst rauen Industriesiedlung ist so ein absolut faszinierendes Tor zur arktischen Wildnis geworden, wohin Reisende auf der Suche nach den stärksten nordischen Erlebnissen strömen. Hier findest du wirklich alles. Vom legendären Eishotel im nahen Jukkasjärvi über endlose verschneite Ebenen bis hin zu perfekten Bedingungen für die Beobachtung des magischen Nordlichts.

Ob es dich zum Polarlicht, zum Rentierschlitten oder zu einem sommerlichen Bergtrek zieht – hier sind 18 Tipps, wie du Kiruna und Umgebung richtig erkundest. Ich verrate dir auch, welche Strategie du für die Aurora-Jagd wählst, wo du strategisch übernachtest und wie viel so ein lappländisches Abenteuer eigentlich kostet.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Stadt in Bewegung: Kiruna zieht wegen des Erzabbaus um und im August 2025 wurde auch die riesige historische Holzkirche erfolgreich versetzt.
  • Eiskönigreich: Nur einen Katzensprung von der Stadt entfernt liegt das berühmte ICEHOTEL, das du auch im Rahmen eines viel günstigeren Tageseintritts besuchen kannst.
  • Arktische Aktivitäten: Bereite dich auf Adrenalinfahrten mit dem Schneemobil und die stille Pracht einer Hundeschlittenfahrt vor.
  • Nordlicht: Für die größte Chance auf einen grünen Himmel fährst du von Kiruna in den Nationalpark Abisko, wo ein spezielles Mikroklima herrscht.
  • Samische Kultur: Lerne das Leben der Ureinwohner Lapplands kennen, schau dir die Rentierherden an und probiere traditionelle Zutaten.
  • Sommergesicht: Von Juni bis August löst die Mitternachtssonne den Schnee ab und wunderschöne Treks öffnen sich, inklusive der Besteigung des höchsten Bergs Schwedens.
  • Praktische Planung: Ein üblicher Winteraufenthalt dauert drei bis fünf Tage und erfordert wirklich ordentliches Schichten hochwertiger Kleidung.

Wann nach Kiruna reisen

Den richtigen Reisetermin für die Fahrt jenseits des Polarkreises zu wählen, ist absolut entscheidend, denn die arktische Natur diktiert alles – von den Öffnungszeiten bis zu deiner körperlichen Ausdauer. Wenn Schnee und Nordlicht dein Hauptziel sind, sind Februar und März die beste Zeit für einen Besuch. In dieser Zeit werden die Tage schon angenehm länger und die Sonne bricht sich in den weißen Schneewehen. So kannst du alle Tagesaktivitäten voll auskosten, von Langlauf bis Schneemobil, ohne ständig in der Dunkelheit zu frieren. Die Nächte sind dabei immer noch lang genug, dass du eine riesige Chance hast, die Aurora borealis zu sehen, die rund um die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche außergewöhnlich aktiv ist. In dieser Zeit liegen die Tagestemperaturen zudem um minus zehn Grad, ein ehrlicher, aber immer noch erträglicher nordischer Frost.

Dezember und die erste Januarhälfte stehen dagegen für dunkle Romantik, wenn die Sonne überhaupt nicht über den Horizont steigt. Die Stadt taucht in die Polarnacht ein, was aber nicht totale Dunkelheit bedeutet. Um die Mittagszeit färbt sich die Landschaft für ein paar Stunden in unglaubliche violette und blaue Töne, die Fotografen als blaue Stunde bezeichnen. Rechne aber damit, dass die Temperaturen in dieser Zeit gewöhnlich auf minus zwanzig bis dreißig Grad fallen. So ein Frost kann einen längeren Aufenthalt draußen gefährlich erschweren, und viele Anbieter sagen bei extremen Temperaturen die Hundeschlittentouren aus Rücksicht auf die Tiere ab. Wenn du hinausgehst, musst du wirklich sorgfältig die Warnsignale deines eigenen Körpers beobachten und nicht den Helden spielen.

Eine interessante und oft übersehene Alternative ist der Herbst. Im September und Oktober kannst du das Nordlicht bei viel angenehmeren Temperaturen über null beobachten. Ein riesiger Bonus für Fotografen ist die Tatsache, dass die Seen noch nicht zugefroren sind und sich der grüne Himmel wunderschön auf der Wasseroberfläche spiegelt, was absolut magische Spiegeleffekte erzeugt. Es entfällt die Notwendigkeit, schwere Arktisausrüstung zu kaufen, und außerdem plagen dich keine sommerlichen Insektenschwärme mehr.

Der Sommer in Lappland ist dann ein Kapitel für sich. Er bietet eine völlig andere, aber nicht weniger atemberaubende Welt. Von Ende Mai bis Mitte Juli herrscht hier die Mitternachtssonne, wenn das Licht nie endet und die Natur regelrecht in Grün explodiert. Es ist die ideale Zeit für Wanderungen, Camping und das Erklimmen von Berggipfeln. Du musst nur damit rechnen, dass im Juli in den sumpfigen Gebieten an den Seen riesige Mückenschwärme auftauchen, sodass ein starkes, direkt vor Ort gekauftes Insektenschutzmittel dein bester Freund wird. Mitteleuropäische Mittel wirken gegen die robusten arktischen Mücken meist nicht besonders gut.

Wo übernachten in Kiruna und Umgebung

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Am liebsten suchen wir unsere Unterkunft auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Wahl der Unterkunft im hohen Norden beeinflusst nicht nur dein Budget grundlegend, sondern auch, wie leicht du zur nächtlichen Himmelsbeobachtung kommst. Die meisten Reisenden stehen vor dem klassischen Dilemma, ob sie in der Zivilisation bleiben oder gleich in die Wildnis aufbrechen. Wenn du allen Komfort, gute Restaurants und eine gute Erreichbarkeit des Flughafens suchst, bleibst du direkt im neuen Zentrum von Kiruna. Von hier holen dich die Anbieter bequem zu allen geplanten Ausflügen ab und du hast es nah zum Lebensmitteleinkauf, was deinen Geldbeutel deutlich entlastet.

Für Naturliebhaber und Nordlichtjäger lohnt es sich dagegen, rund hundert Kilometer nach Nordwesten in den Nationalpark Abisko zu fahren. Genau hier entkommst du dem Lichtsmog der Stadt und kannst die Aurora direkt vom Fenster deines Zimmers aus beobachten. Die Unterkünfte in der ganzen Region sind aber nicht unbegrenzt und in der winterlichen Hochsaison verschwinden sie wirklich schnell, sodass es durchaus klug ist, ein halbes Jahr im Voraus zu buchen. Für ein normales Doppelzimmer der Mittelklasse zahlst du zwischen 145 und 250 € pro Nacht. In den Zeiten schwedischer Feiertage und Schulferien können die Preise noch deutlich steigen.

Hier sind konkrete Tipps für Unterkünfte, die Reisende langfristig loben und die tolle Bewertungen haben:

  • Camp Ripan: Ein fantastisches Resort direkt am Rande von Kiruna, das eigenständige gemütliche Hütten bietet. Sein größter Anziehungspunkt ist das eigene erstklassige arktische Wellnesscenter mit beheizten Außenpools, in denen du dich nach einem Tag in der Kälte perfekt aufwärmen kannst.
  • Scandic Kiruna: Ein brandneues und architektonisch sehr interessantes Hotel direkt im neuen Stadtzentrum. Gäste loben hier vor allem die reichhaltigen nordischen Frühstücke und die Panoramabar im obersten Stock, von der aus man einen wunderschönen Blick auf die umliegenden Berge hat.
  • STF Abisko Turiststation: Eine ikonische Bergstation direkt am See Torneträsk im Nationalpark. Sie ist der absolute heilige Gral für alle Nordlichtjäger, denn sie liegt im sogenannten Blauen Loch mit minimaler Bewölkung.
  • Icehotel Jukkasjärvi: Wenn du dir einen Lebenstraum erfüllen willst, buche einen Kombiaufenthalt. Du verbringst eine Nacht im berühmten Eiszimmer im Schlafsack und den Rest des Urlaubs erholst du dich in einer beheizten Holzhütte, die der Komplex ebenfalls anbietet.

18 Tipps, was man in Kiruna sehen und erleben kann

Kiruna bietet überraschend viel: von ingenieurtechnischen Unikaten über die samische Kultur bis hin zu einer Natur, die dir schlicht den Atem raubt. Hier sind die besten Tipps. Ich verrate dir, wie du deine Zeit klug einteilst, damit du das Wichtigste schaffst und nicht unnötig Geld für überteuerte Attraktionen ausgibst. Ich empfehle, pro Tag höchstens eine große Aktivität einzuplanen, denn der nordische Winter und die frühe Dämmerung ermüden dich zuverlässiger, als du erwartest.

1. Das neue Rathaus Kristallen

Das Herz der neu entstehenden Stadt ist das unübersehbare Rathaus namens Kristallen, dessen kreisrundes Design Wiedergeburt und Vereinigung der Bewohner symbolisiert. In diesem modernen Bau findest du nicht nur Amtsräume, sondern auch schöne Ausstellungssäle, die die Geschichte des Bergbaus und den komplexen Prozess der Verlegung des gesamten städtebaulichen Ensembles dokumentieren. Das ursprüngliche Rathaus musste leider abgerissen werden, aber die Architekten retteten daraus den ikonischen eisernen Glockenturm, den sie sehr feinfühlig in den neuen Platz integrierten.

Hier zu beginnen ergibt großen Sinn. In einer Stunde verstehst du, warum die ganze Stadt eigentlich umzieht und was das in der Praxis für eine ingenieurtechnische Herausforderung bedeutet. Der Eintritt in die öffentlichen Teile des Gebäudes und zu den Ausstellungen ist völlig kostenlos, was dein Budget im Norden bestimmt freut. Vergiss nicht, dir auch die detaillierten Modelle des neuen Stadtplans anzuschauen, die zeigen, wie Kiruna in ein paar Jahrzehnten aussehen wird, wenn von der alten Bebauung nichts mehr übrig ist.

Im Inneren des Rathauses gibt es außerdem ein sehr angenehmes Café, in dem du dich vor der arktischen Kälte verstecken kannst. Die Schweden lieben ihr Kaffeeritual Fika, also kannst du hier bei einer Tasse heißem Getränk und einer frischen Zimtschnecke in Ruhe den Rest des Tages planen.

💡 Tipp: Das Rathaus ist vor allem während der üblichen Bürozeiten an Werktagen geöffnet. Wenn du am Wochenende kommst, kommst du wahrscheinlich nur auf den Außenplatz zum Glockenturm.

2. Die Holzkirche Kiruna kyrka

Diese wunderschöne ziegelrote Kirche aus dem Jahr 1912 erinnert in ihrer Form an ein traditionelles samisches Zelt, und die Schweden wählten sie in der Vergangenheit sogar zum schönsten Bauwerk des ganzen Landes. Wegen des sich ausbreitenden Erzabbaus geriet sie jedoch in die kritische Senkungszone und im August 2025 fand ihre viel beachtete Rettung statt. Ingenieure luden das gesamte 672 Tonnen schwere Gebäude auf spezielle Fahrgestelle und transportierten es in Schrittgeschwindigkeit über eine fünf Kilometer lange Strecke an einen neuen, sicheren Ort. Es war eine der komplexesten Operationen der modernen europäischen Geschichte.

Heute steht die Kirche schon stolz im neuen Zentrum und du kannst dir in Ruhe ihr einzigartiges Holzinterieur anschauen, das ein wunderschönes Altarbild ziert, getaucht in besonderes arktisches Licht. Lass dir auf keinen Fall die Details der Fassade und den massiven Glockenturm entgehen, der untrennbar zum Gebäude gehört und die Verlegung ohne einen einzigen Kratzer bewältigt hat. Im Inneren herrscht eine unglaubliche Ruhe, die scharf mit dem Lärm der Bergbaumaschinen in der Ferne kontrastiert.

Der Eintritt ist kostenlos, aber die Kirche ist bei Gottesdiensten oder Hochzeiten geschlossen. Trotzdem lass dir auf keinen Fall wenigstens einen Rundgang von außen entgehen, denn das rote Holz vor dem weißen Schnee ist wirklich ein Motiv. Versuche, es genau während des Morgenrots oder beim Sonnenuntergang festzuhalten, wenn die Fassade eine unglaublich satte Farbe bekommt.

💡 Tipp: Die Kirche hat für Touristen spezielle Öffnungszeiten, deshalb prüfe vor dem Besuch lieber die aktuellen Zeiten auf der offiziellen Website der örtlichen Gemeinde, damit du nicht umsonst hinfährst.

3. Die LKAB-Mine und InfoMine

Der Grund für die Existenz und die Verlegung der ganzen Stadt ist die gigantische Mine des staatlichen Unternehmens LKAB, die das größte unterirdische Eisenerzvorkommen der Welt darstellt. Der Abbau findet hier in unglaublichen Tiefen statt und das Unternehmen bietet fesselnde Führungen für die Öffentlichkeit direkt ins Erdinnere an. Ein spezieller Bus bringt dich mehr als fünfhundert Meter unter die Oberfläche in das riesige Besucherzentrum InfoMine, wo du mit eigenen Augen schwere Bergbautechnik und endlose Tunnel siehst.

Während der etwa dreistündigen Führung begreifst du den enormen Maßstab des ganzen Industriekolosses. Erfahrene Guides erklären dir detailliert, wie aus riesigen Brocken harten Gesteins kleine Pellets werden, die bereit für den Transport per Bahn ins norwegische Narvik sind. Du erfährst unter anderem auch, wie das gesamte unterirdische Labyrinth ständig wächst und das Schicksal der Menschen an der Oberfläche formt.

Die Tickets sind wirklich schnell weg, ruhig auch Monate im Voraus, also zögere mit der Reservierung nicht. Ein Ticket für Erwachsene kostet etwa 400 SEK, was umgerechnet rund 35 € sind. Untertage herrscht eine konstante Temperatur um zehn Grad über null, sodass du dich unten ganz gut aufwärmst, während es draußen bei bitterer Kälte krachen kann. Du bekommst einen obligatorischen Sicherheitshelm sowie Kaffee und Keks im dortigen unterirdischen Café.

💡 Tipp: Die Führungen starten immer vom Touristeninformationszentrum in der Stadt, von wo sie dich in den Bus einladen. Versuche nicht, mit dem eigenen Auto zur Mine zu fahren, denn ins streng bewachte Areal lässt dich die Security allein ohne Guide nicht hinein.

4. Tageseintritt ins ICEHOTEL in Jukkasjärvi

Etwa zwanzig Minuten Fahrt von Kiruna liegt das Dörfchen Jukkasjärvi, das das allererste und berühmteste Eishotel der Welt beherbergt. Jeden Herbst reisen hierher Künstler aus den verschiedensten Ländern an, um aus massiven Blöcken reinen Eises, das aus dem nahen Fluss Torne gewonnen wird, brandneue Kunst-Suiten zu meißeln. Die Eisblöcke werden im frühen Frühjahr abgebaut und den ganzen Sommer über in speziellen Kühlhallen gelagert. Wenn du keine horrenden Summen für eine Übernachtung im Frost zahlen willst, kannst du dir einen Tageseintritt für 325 SEK (etwa 30 €) leisten und den ganzen Komplex wie eine atemberaubende Galerie durchschreiten.

Während der Tagesführung schaust du in alle Eiszimmer, fotografierst unglaublich detaillierte Skulpturen und bewunderst das Lichtspiel, das durch die gefrorenen Wände dringt. Jedes Zimmer hat ein völlig einzigartiges Design und den in eine Eistafel gemeißelten Namen seines Schöpfers. Für Familien mit Kindern ist es ein absolut idealer Kompromiss, denn die kleinen Besucher zahlen nur symbolische 39 SEK (etwa 3,50 €) und du kehrst abends in Ruhe in die warme Pension zurück. Außerdem gibt es heute auch das Gebäude ICEHOTEL 365, das mit Solarenergie gekühlt wird und auch im Sommer nicht schmilzt.

Zum Hotel kommst du von Kiruna sehr leicht mit dem örtlichen Bus Nummer 501, sodass du dir nicht unbedingt ein teures Auto mieten musst. Die Fahrt dauert nur kurz und die Haltestelle liegt einen Katzensprung von der Hauptrezeption entfernt. Die Haltestellen in Schweden haben zwar nicht immer digitale Anzeigen, aber die Busfahrer sagen den Ausstieg am Hotel allen Touristen zuverlässig an.

💡 Tipp: Plane für die Hotelbesichtigung etwa zwei Stunden ein. Im Inneren herrscht eine konstante Temperatur von minus fünf Grad, also behalte auf jeden Fall deine Winterjacke und Mütze an, auch wenn du nur mal reinschaust.

5. Übernachtung im Eiszimmer

Für echte Abenteurer ist der Schlaf in einem riesigen Gefrierschrank ein Erlebnis, von dem sie noch ihren Enkeln begeistert erzählen werden. In den Zimmern hält sich die Temperatur dauerhaft bei minus fünf Grad Celsius und die Gäste schlafen in speziellen Expeditionsschlafsäcken auf Rentierfellen. Für die kommende Saison 2026/2027 öffnet zudem das Jubiläums-ICEHOTEL 37, das die ersten gefrorenen Übernachtungsgäste am Freitag, dem 11. Dezember 2026, empfängt.

Erfahrene Reisende sind sich bei einem absolut wesentlichen Rat einig. Buche auf dem Eis nur und ausschließlich eine einzige Nacht. Der Schlaf im Frost ist nämlich körperlich sehr anstrengend und erinnert eher an eine Polarexpedition als an einen Erholungsurlaub. Toiletten und Duschen findest du im Zimmer natürlich nicht, mitten in der Nacht musst du über einen eiskalten Gang ins benachbarte warme Gebäude laufen. Ins eigentliche Eiszimmer nimmst du zudem kein Gepäck mit, das bleibt in einer beheizten Garderobe verschlossen, damit es über Nacht nicht bis auf die Knochen durchfriert. Am Morgen weckt dich das Personal dann mit einem Becher heißem Preiselbeersaft direkt ins Bett.

Der Preis für dieses einzigartige Erlebnis ist überhaupt nicht niedrig. Ein normales Eiszimmer beginnt bei etwa 6 000 SEK (mehr als 550 €) pro Nacht und luxuriöse Kunst-Suiten mit eigenen Skulpturen kosten noch viel mehr.

💡 Tipp: Plane den Rest deines Aufenthalts in klassischen warmen Hütten, die der Hotelkomplex in Jukkasjärvi ebenfalls anbietet. Nach einer Nacht auf dem Eis weißt du eine heiße Dusche und eine normale weiche Matratze wirklich zu schätzen.

6. ICEBAR und Drinks aus Eis

Auch wenn du dich entscheidest, im Hotel nicht zu übernachten und nur zur Tagesführung kommst, solltest du auf keinen Fall den Besuch der örtlichen Eisbar auslassen, die fester Bestandteil der Besichtigungsroute ist. Im Inneren findest du einen massiven gefrorenen Tresen, Eistische und mit warmen Fellen bedeckte Sessel. Erfahrene Barkeeper mixen dir hier bunte Cocktails in massive Gläser, die aus reinem Flusseis gefertigt sind. Jedes Getränk hat seinen eigenen Namen und seine Farbe, die das Eisglas wunderschön durchleuchtet.

Die Atmosphäre im Inneren ist sehr entspannt und ein Drink aus dem Eisbecher gehört zu den ikonischsten Fotos, die du als Andenken aus Lappland mitbringen kannst. Vergiss aber nicht, die warmen Handschuhe anzubehalten, sonst friert dir das Glas voll eiskaltem Getränk sehr schnell und ziemlich unangenehm an der nackten Haut fest. Cocktails kosten üblicherweise um die 150 SEK (etwa 13 €) und im Angebot findest du auch hervorragende alkoholfreie Versionen voller nordischer Waldfrüchte wie Brombeeren und Preiselbeeren.

Die Bar ist schon ab Mittag für Tagesbesucher geöffnet, sodass du nicht bis zum Abend warten musst. Drinnen triffst du Menschen aus aller Welt in riesigen Daunenjacken, wie sie versuchen, elegant einen Drink aus einem fünf Zentimeter dicken Eisstück zu schlürfen. 😅

💡 Tipp: Das leere Eisglas musst du am Ende nirgends zurückgeben. Viele Besucher werfen es einfach in den Schnee vor dem Hotel, wo es im Frühjahr auf natürliche Weise wieder zurück in den Fluss schmilzt.

7. Hundeschlittenfahrt (Husky-Safari)

Nur das Knirschen des Schnees und das Hecheln eines Rudels begeisterter Zughunde zu hören, gehört zu den romantischsten Momenten, die der raue nordische Winter bietet. Alaskan- und Sibirische Huskys sind für den Lauf im Schnee geradezu geboren und ihre Energie ist unglaublich ansteckend. Bei der Buchung solltest du aber gut aufpassen, welche Art von Ausflug du eigentlich kaufst. Du kannst die bequemere Variante wählen, bei der du in Decken eingewickelt sitzt und der Schlitten von einem erfahrenen Guide gelenkt wird, oder du zahlst extra für die Möglichkeit, dein eigenes kleineres Gespann zu lenken, was dem ganzen Erlebnis eine völlig neue Dimension verleiht.

Einen Schlitten zu steuern ist körperlich ziemlich anstrengend. Du musst den Hunden bergauf aktiv helfen, indem du von den Kufen springst und schiebst, bergab kräftig bremsen und in scharfen Kurven das Gewicht ausbalancieren, sodass du unter der dicken Jacke ordentlich ins Schwitzen kommst. Gleichzeitig musst du dich auf die Erfahrung der Leithunde verlassen, die genau wissen, welcher Spur sie folgen sollen. Die Preise für eine Husky-Safari liegen üblicherweise zwischen 90 und 140 € pro Person (1 000 bis 1 500 SEK). Eine normale Tour dauert zwei bis vier Stunden und auf halbem Weg erwartet dich eine Pause in einem traditionellen Zelt am Feuer mit heißem Tee und Kuchen.

Die Anbieter leihen dir vor der Fahrt immer massive arktische Overalls und spezielle warme Schuhe, sodass du keine Angst haben musst, in deiner eigenen Kleidung zu frieren. Die Tiere sind unglaublich freundlich und nach der Fahrt kannst du sie nach Herzenslust streicheln, was die meisten Hunde begeistert begrüßen.

💡 Tipp: Wenn die Temperatur unter minus zwanzig Grad fällt, sagen die Anbieter die Fahrten oft aus Rücksicht auf die Gesundheit der Hunde ab. Die stabilsten Bedingungen bieten daher erst Februar und März, wenn es tagsüber schon wärmer ist und der Schnee die richtige Konsistenz hat.

8. Mit dem Schneemobil in die Wildnis

Während die Hunde für Ruhe und Verbundenheit mit der Natur stehen, bedeutet eine Expedition mit dem Schneemobil pures Adrenalin und enorme Effizienz beim Zurücklegen großer Strecken. Zugefrorene Seen und endlose verschneite Ebenen rund um Kiruna funktionieren wie ein perfektes Netz von Winterautobahnen. Auf ihnen gelangst du tief in die unberührte Wildnis, wohin du sonst tagelang auf Schneeschuhen stapfen müsstest.

Zum Lenken eines Schneemobils reicht ein gewöhnlicher Pkw-Führerschein und vor der eigentlichen Fahrt durchläufst du eine gründliche Sicherheitseinweisung. Du erfährst, wie du versteckten Steinen ausweichst, wie du mit dem Gas arbeitest und dass Bremsen auf reinem Eis nicht viel Sinn ergibt. Rechne damit, dass auf offenen Flächen bittere Kälte und starker Wind herrschen, der die gefühlte Temperatur tief unter den Gefrierpunkt drückt. Die hochwertige Leihausrüstung des Anbieters und die beheizten Griffe der Maschine sorgen aber dafür, dass du die dreistündige Tour in relativem Komfort überstehst. Die Ausflüge kosten üblicherweise 170 bis 290 € (80 bis 130 SEK… eigentlich 80 bis 130 €) je nach Streckenlänge.

Auf einem Schneemobil können zwei Personen sitzen und auf halbem Weg könnt ihr euch beim Lenken abwechseln. Der Fahrer genießt das Adrenalin und die volle Konzentration auf die Strecke, während der Beifahrer Zeit hat, die vorbeiziehende verschneite Landschaft zu bewundern, die aussieht wie von einem anderen Planeten.

💡 Tipp: Nimm unter den Helm unbedingt eine hochwertige Sturmhaube (Balaclava), die deinen Hals und dein Kinn vor der eisigen Luft schützt. Ein Schal eignet sich für den Fahrtwind auf dem Schneemobil überhaupt nicht, weil er sich leicht löst und seine Isolierfähigkeit verliert.

9. Nordlichtjagd in der Umgebung von Kiruna

Die Stadt selbst erzeugt einen recht starken Lichtsmog, der leider die Beobachtung schwächerer geomagnetischer Stürme direkt von den Straßen aus unmöglich macht. Wenn du das Nordlicht in voller Schönheit sehen willst, musst du in absolute Dunkelheit außerhalb der besiedelten Gebiete gelangen. Das lösen die lokalen Agenturen mit organisierten abendlichen Ausfahrten in Kleinbussen, bei denen dich erfahrene Guides genau dorthin bringen, wo die Modelle einen klaren Himmel versprechen. Heute kann sich zwar jeder clevere Apps wie My Aurora Forecast oder SpaceWeatherLive herunterladen, aber die einheimischen Guides wissen genau, in welchem Tal die Bewölkung am häufigsten aufreißt.

Während du auf das grüne Schauspiel wartest, entzünden die Guides üblicherweise ein Feuer im Wald, kochen heißen Tee und helfen dir bei der richtigen Einstellung der Kamera für die Langzeitbelichtung. Ohne Stativ und manuelle Fokussierung auf die Sterne geht es nämlich nicht. Diese Ausflüge kosten etwa 90 bis 130 € pro Person. Gut zu wissen: Erfahrene Aurora-Jäger verfolgen nicht nur den bekannten KP-Index, sondern vor allem die detaillierten Werte des Sonnenwinds und die Bewölkungskarten. Selbst die kleinste magnetische Aktivität zaubert nämlich eine wunderschöne Show, wenn du einen klaren Himmel über dem Kopf hast.

Und noch etwas Wichtiges: Mit bloßem Auge sieht die Aurora anfangs eher aus wie eine verdächtige gräuliche Wolke. Die satte grüne Farbe enthüllt erst die Kamera, also erschrick nicht, dass du umsonst hergefahren bist. 😅 In dem Moment aber, in dem ein starker Sonnensturm ausbricht, tanzen dir auch ohne Kamera unglaubliche grüne, rosa und violette Streifen direkt vor den Augen über den ganzen Horizont.

💡 Tipp: Die meisten kommerziellen Touren haben die Regel, dass es kein Geld zurück gibt, falls du die Aurora nicht siehst. Dem Wetter kannst du eben nicht befehlen, also geh es wie eine Lotterie mit einem angenehmen Abend im Wald an und erwarte keine Wunder auf Bestellung.

10. Nationalpark Abisko und das Blaue Loch

Rund hundert Kilometer von Kiruna liegt der Nationalpark Abisko, der weltweit als einer der absolut zuverlässigsten Orte zur Beobachtung der Aurora borealis berühmt ist. Diesen Status verdankt er einem einzigartigen Mikroklima und dem Regenschatten der umliegenden Berge. Diese erzeugen das sogenannte Blaue Loch über dem riesigen See Torneträsk. Dadurch reißt die Bewölkung hier sehr oft auf, selbst in Momenten, in denen der Rest Lapplands hoffnungslos bedeckten Himmel und Schneefall meldet.

Tagsüber bietet der Park wunderschöne Möglichkeiten für Winterspaziergänge. Am beliebtesten ist der kurze und leichte Trek zum zugefrorenen Canyon des Flusses Abiskojåkka, den du auch ohne Schneeschuhe schaffst. Hier kannst du die besonderen Eisgebilde an den gefrorenen Stromschnellen beobachten und die absolute Stille des nordischen Urwalds genießen. Nach Abisko kommst du von Kiruna sehr leicht mit dem bequemen Zug (die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden) oder mit dem Mietwagen. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier mindestens zwei oder drei Nächte zu verbringen, wodurch du deine Chancen auf eine erfolgreiche Jagd radikal erhöhst.

Das Dörfchen Abisko ist winzig, du findest hier nur ein paar Unterkünfte, einen kleinen Supermarkt und die Touristenstation. Umso stärker ist hier aber das Gefühl der Verbundenheit mit der echten arktischen Natur, weit weg von den Lichtern der städtischen Ballungsräume.

💡 Tipp: Wenn du direkt in der Touristenstation in Abisko schläfst, musst du dir keine teuren Abendtouren leisten. Es reicht, dich gut anzuziehen, fünfhundert Meter zum See in die Dunkelheit zu gehen und mit einem Thermobecher in der Hand zu warten. So sparst du eine riesige Menge Geld, das du lieber in eine hochwertigere Unterkunft investieren kannst.

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11. Aurora Sky Station am Berg Nuolja

Direkt in Abisko gibt es eine einzigartige Beobachtungsstation, die hoch an den Hängen des Bergs Nuolja in absolut perfekter Dunkelheit ohne ein einziges Straßenlicht liegt. Nach oben bringt dich ein älterer offener Sessellift, was in der arktischen Kälte an sich schon ein ziemlich intensives Erlebnis ist, bei dem du die ganze Fahrt für möglichst warme Kleidung betest. Auf dem Gipfel erwartet dich dann ein warmes Gebäude mit einem kleinen Café und einer riesigen Aussichtsterrasse, von der du den ganzen Himmel wie auf dem Präsentierteller hast.

Die Tickets für den abendlichen Besuch, den sogenannten Night Visit, sind recht teuer (sie liegen um 750 bis 900 SEK, also 65 bis 80 €). In der Hochsaison sind sie zudem sehr schnell ausverkauft, sodass eine Reservierung Monate im Voraus absolut notwendig ist, denn die Kapazität des Gipfels ist aus Sicherheitsgründen streng begrenzt. Wenn du sparen willst, reicht es, tagsüber mit dem Lift hinaufzufahren, wo du nur einen Bruchteil des Preises zahlst (um 220 SEK, etwa 20 €).

Die Tagesausblicke vom Berg auf den zugefrorenen See und das berühmte U-förmige Bergprofil, das Lapporten genannt wird, sind absolut atemberaubend. Oben kannst du dir im Warmen einen Kaffee gönnen, Panoramen im niedrigen Nachmittagslicht fotografieren und die Kulisse ohne nächtliches Frieren genießen.

💡 Tipp: Die Liftfahrt nach oben dauert etwa zwanzig Minuten. Die Anbieter leihen dir unten dicke Decken und Overalls, aber trotzdem zieh alles an, was du im Rucksack hast, denn der Lift fährt sehr langsam und setzt dich einem heftigen Wind aus.

12. Begegnung mit Rentieren und die samische Kultur

Die Samen sind die Ureinwohner der nordischen Gebiete und das einzige anerkannte indigene Volk in der Europäischen Union. Die Rentierhaltung ist bis heute ein absolut zentraler Teil ihrer Kultur und ihres Lebensunterhalts. Wenn du mehr über ihr faszinierendes Leben erfahren willst, empfehlen Reisende sehr den Besuch der Gemeinschaft Nutti Sámi Siida, die einen Katzensprung von Jukkasjärvi entfernt liegt und direkt von Einheimischen mit enormem Respekt vor den Traditionen betrieben wird.

Das ist wirklich nicht der weihnachtliche Kitsch von der finnischen Seite der Grenze. Es ist eine echte Gemeinschaft, in der man die Traditionen mit Respekt und ohne theatralischen Schnickschnack betrachtet. Während des Besuchs kommst du in unmittelbare Nähe halbwilder Rentiere, die du vorsichtig mit speziellen getrockneten Flechten aus der Hand füttern kannst. Du hörst fesselnde Erzählungen darüber, wie sich die alte Hütekultur der modernen Zeit voller Klimawandel und allgegenwärtigem Bergbau anpasst, der die alten Wanderrouten der Tiere stört.

Die Führung dauert üblicherweise zwei bis drei Stunden. Man sitzt in einem traditionellen Lavvu-Zelt am offenen Feuer, wo Kaffee aus dem Blechbecher gereicht wird und Geschichten aus dem Leben in der Wildnis erzählt werden, die du in Reiseführern garantiert nicht findest.

💡 Tipp: Sei bei der Begegnung mit den Rentieren ruhig und mach keine hektischen Bewegungen. Die Rentiere sind zwar an Menschen gewöhnt, aber es sind immer noch halbwilde scheue Tiere, die sich leicht durch unerwarteten Lärm oder einen Kamerablitz erschrecken.

13. Der Wintermarkt in Jokkmokk

Wenn du deine Reise für den absoluten Anfang Februar planst, solltest du ernsthaft einen Tagesausflug in das Städtchen Jokkmokk südlich von Kiruna in Erwägung ziehen. Hier findet nämlich der legendäre Wintermarkt mit einer ununterbrochenen Tradition von über vierhundert Jahren statt, zu dem jährlich Samen aus dem ganzen Norden zusammenkommen. Das Städtchen mit ein paar tausend Einwohnern verwandelt sich für drei Tage in ein pulsierendes Zentrum, in das bis zu dreißigtausend begeisterte Besucher und Dutzende Händler aus ganz Skandinavien kommen.

Du siehst hier wunderschöne Beispiele traditionellen Handwerks namens Duodji, hörst den Kehlgesang Jojk und kannst spannende Rentierschlittenrennen direkt auf dem zugefrorenen See verfolgen. Die Atmosphäre ist absolut elektrisierend und es ist die beste Gelegenheit, wirklich authentische Handarbeiten aus Birkenholz, Silber oder hochwertigem Leder zu kaufen, die dir ein Leben lang halten.

Die Unterkünfte rund um den Markt verschwinden ruhig auch ein Jahr im Voraus, sodass die meisten Leute eine frühe Morgenanreise von Kiruna und die abendliche Rückkehr zur Basis wählen. Die Autofahrt dauert etwa drei Stunden in eine Richtung, aber die Ausblicke unterwegs entlang der alten Flussbetten sind es auf jeden Fall wert.

💡 Tipp: Zieh dich wirklich extrem warm an. Den ganzen Tag verbringst du draußen zwischen den Ständen und die Temperaturen in Jokkmokk fallen im Februar verflixt tief, oft weit unter dreißig Grad. Ein heißes Getränk in der Thermoskanne ist eine absolute Notwendigkeit, ohne die du gar nicht erst zum Markt aufbrechen solltest.

14. Kostprobe der arktischen und samischen Küche

Die nordische Gastronomie ist rau, einfach und beruht auf lokalen Zutaten, die unter extremen Bedingungen überleben können. Für die traditionelle samische Kultur ist zwar geräuchertes Rentierfleisch mit Kartoffelbrei und verschiedenste Arten arktischer Fische (vor allem der Saibling) typisch, aber Schweden gehört zu den sehr bewussten Ländern mit einem riesigen Angebot an hervorragenden fleischlosen Alternativen. In jedem Restaurant stößt du auf ausgezeichnete cremige Suppen, sättigende Ofenkartoffeln mit Kräutern oder reichhaltige nordische Salate mit Wurzelgemüse.

Von den lokalen Spezialitäten probiere unbedingt die leuchtend orangenen Moltebeeren (Cloudberries), die im Norden als arktisches Gold bezeichnet werden. Sie wachsen überwiegend in Mooren und schmecken hervorragend zu warmen Waffeln, Sahne, Eis oder sogar herzhaft mit einem speziellen Käse. Nach einem anstrengenden Tag in der Kälte rettet dich dann absolut zuverlässig das heilige schwedische Ritual namens Fika, bei dem du einen starken Kaffee und eine warme Zimtschnecke (Kanelbulle) oder ein Gebäck mit Kardamom genießt. Diese süße Entspannung kostet dich etwa 6 bis 9 € (65 bis 100 SEK).

Interessant ist auch der lokale Umgang mit Alkohol. In Schweden gibt es das staatliche Monopol Systembolaget, was bedeutet, dass du stärkeres Bier und Wein nicht im gewöhnlichen Supermarkt kaufst, sondern nur in spezialisierten Läden mit sehr begrenzten Öffnungszeiten. Wenn du einen abendlichen Anstoß in der Hütte planst, kauf deine Vorräte rechtzeitig tagsüber ein. Das Leitungswasser ist hier dagegen so sauber und wohlschmeckend, dass es geradezu eine Sünde wäre, hier abgefülltes Wasser in Plastik zu kaufen.

💡 Tipp: Das Essen von der Abendkarte in den Restaurants ist extrem teuer. Es lohnt sich daher, Lokale zu suchen, die ein vergünstigtes Mittagsmenü namens Dagens Rätt anbieten. Für etwa 120 bis 150 SEK (11 bis 14 €) bekommst du ein warmes Hauptgericht, ein freies Salatbuffet, knuspriges Brot und Kaffee zum Abschluss.

15. Arktische Sauna und Eisbad

Bastu, also die Sauna, ist in Schweden nicht nur ein luxuriöses Zubehör teurerer Hotels, sondern eine absolute Lebensnotwendigkeit und ein Ort für gesellschaftliche Zusammenkünfte über Generationen hinweg. Nach einem Tag draußen bei minus zwanzig Grad gibt es nichts Besseres als eine glühend heiße Holzsauna direkt am Ufer eines zugefrorenen Sees. Die angenehme Strahlungswärme hilft dir sofort, die steifen Muskeln nach der Schneemobilfahrt zu lockern, kurbelt die Immunabwehr an und wärmt dich perfekt bis ins Mark.

Zum traditionellen arktischen Saunieren gehört aber untrennbar auch ein ins Eis geschlagenes Loch (Isvak), in das du dich wenigstens für ein paar Sekunden mutig eintauchen musst. Der Schock des eiskalten Wassers schwemmt eine unglaubliche Menge Endorphine in den Körper. Sobald du wieder herauskommst, kommt dir selbst der bitterste nordische Frost für einen Moment wie ein angenehmes Frühlingslüftchen vor und deine Haut kribbelt herrlich.

Ein hervorragendes öffentlich zugängliches arktisches Spa findest du zum Beispiel im Resort Camp Ripan, wo der Ganztageseintritt etwa 400 SEK (etwa 35 €) kostet. Sie haben hier auch beheizte Außenpools, aus denen sich abends wunderschön und bequem der sternenklare Himmel voller Aurora beobachten lässt.

💡 Tipp: In öffentliche Saunen in Schweden geht man oft ohne Badekleidung, aber Männer und Frauen haben meist getrennte Schwitzräume. Bei gemischten Saunen oder Außenbottichen unter freiem Himmel ist Badekleidung dagegen Pflicht, deshalb pack sie lieber immer ein.

16. Besteigung des Kebnekaise

Wenn du in den Sommermonaten nach Kiruna fährst, wird deine größte Herausforderung wahrscheinlich die Besteigung des höchsten Bergs Schwedens, der knapp über zweitausend Meter misst. Ausgangspunkt ist das malerische Dörfchen Nikkaluokta am Ende der Straße, rund siebzig Kilometer von der Stadt entfernt. Von hier musst du zunächst etwa neunzehn Kilometer zur Bergstation Kebnekaise Fjällstation gehen, wo du dein eigenes Zelt aufschlagen oder bequem in einem Bett übernachten kannst. Diese Basis ist zudem hervorragend mit einem Restaurant und einem Trockenraum für durchnässte Schuhe ausgestattet.

Der eigentliche Aufstieg zum Gipfel ist dann ein sehr langer und körperlich anstrengender Tagestrek durch steiniges Gelände, der dich hin und zurück zehn bis vierzehn Stunden kostet, je nach gewählter Route (Ost- oder Westweg). Den Gipfel des Bergs bedeckt ein Gletscher, der leider wegen des Klimawandels langsam abschmilzt, sodass sich seine genaue Höhe jedes Jahr leicht verändert und verringert. Die Erwärmung macht zudem die Gletscherspalten immer unberechenbarer.

Für den Aufstieg über die Westroute brauchst du keine spezielle Bergsteigerausrüstung, aber eine perfekte Kondition und absolut zuverlässige wasserdichte Kleidung. Das Wetter ändert sich in diesen Breitengraden von Minute zu Minute und im August kann dich hier durchaus ein unerwarteter Schneesturm oder undurchdringlicher Nebel erwischen.

💡 Tipp: Wenn du deine Kräfte für den Gipfel selbst schonen willst, kannst du den Weg von Nikkaluokta zur Bergstation mit dem Boot über den See Ladtjojaure abkürzen, was dir etwa sechs Kilometer mühsames Gehen durchs Tal spart.

17. Trekking auf dem berühmten Kungsleden

Der Nationalpark Abisko dient nicht nur winterlichen Nordlichtjägern, sondern funktioniert im Sommer als nördliches Tor für die allerberühmteste schwedische Fernwanderroute namens Kungsleden, den Königsweg. Die ganze Strecke misst über vierhundert Kilometer, aber die meisten normalen Reisenden wählen nur ihren schönsten und am besten zugänglichen nördlichen Abschnitt von Abisko nach Nikkaluokta, der etwa fünf bis sieben Tage gemächlichen Gehens durch wunderschöne Berge und Sättel in Anspruch nimmt.

Unterwegs schläfst du in einfachen, aber fantastisch gepflegten Berghütten der Tourismusvereinigung STF. Eine Übernachtung kostet etwa 400 bis 500 SEK (etwa 35 bis 45 €). In vielen von ihnen kannst du grundlegende haltbare Lebensmittel dazukaufen, sodass du nicht Essen für die ganze Woche auf dem Rücken schleppen musst, und dich abends bei einem warmen Ofen in netter Gesellschaft anderer Wanderer aus aller Welt ausruhen.

Die Landschaft rund um den Weg ist absolut atemberaubend, voller wilder reißender Flüsse, tiefer Gletschertäler und frei weidender Rentiere auf sommerlich blühenden Wiesen. Die Orientierung ist sehr einfach, denn der Weg ist perfekt mit typischen roten Kreuzen markiert und an den schlimmsten sumpfigen Abschnitten liegen zuverlässige hölzerne Bohlenwege.

💡 Tipp: Die beste Zeit für diesen Trek sind August und Anfang September, wenn die schlimmsten Mückenschwärme schon nachlassen, die Temperaturen angenehm zum Gehen sind und sich die Natur langsam in wunderschöne orange und rote Herbsttöne zu färben beginnt.

18. Mitternachtssonne und das Sommergesicht Lapplands

Während der Winter im Zeichen von Dunkelheit und klirrendem Frost steht, taucht die ganze Region von Ende Mai bis Mitte Juli in nie endendes Licht. Die Sonne geht in dieser Zeit nämlich überhaupt nicht unter den Horizont, sondern gleitet nur knapp über der Waldlinie. Dieses unglaubliche Phänomen namens Mitternachtssonne verleiht der Landschaft enorme Energie und ermöglicht dir, ruhig um drei Uhr morgens Touren zu unternehmen, wenn du die ganze Natur für dich allein hast, getaucht in besonderes goldenes Licht, ohne Angst haben zu müssen, dich im Dunkeln zu verirren.

Das sommerliche Kiruna ist überraschend grün und an sonnigen Tagen können die Temperaturen bis auf zwanzig Grad klettern, was regelrecht zu Spaziergängen im T-Shirt einlädt. Du musst aber mit einem kleinen Haken in Form der allgegenwärtigen Insekten rechnen. Pack unbedingt ein hochwertiges lokales Insektenschutzmittel in den Rucksack (die bewährte schwedische Marke heißt Mygga). Arktische Mücken können bei Windstille an den Seen ziemlich lästig und bissig sein, auch wenn du auf den offenen windigen Bergkämmen zum Glück nicht einmal von ihnen weißt.

Der Lohn für einen Sommerbesuch sind absolut ruhige Seen, bereit fürs Kanufahren, die Möglichkeit, dank des schwedischen Rechts Allemansrätten fast überall wild zu campen, und wunderschöne Ausblicke, die im Winter der Schneesturm verbirgt.

💡 Tipp: Der Schlaf bei vollem Licht kann für Mitteleuropäer anstrengend sein und der Körper schaltet nur schwer in den Nachtmodus. Wenn du im Sommer fährst und im Zelt oder in einer günstigeren Hütte ohne Verdunklungsvorhänge schläfst, ist eine hochwertige Augenmaske eine absolute Notwendigkeit, wenn du nicht nach drei Tagen todmüde sein willst.

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Wo essen in Kiruna

Die arktische Stadt von der Größe eines Landkreises hat ein überraschend ordentliches Angebot, auch wenn du dich daran gewöhnen musst: Das Abendessen endet früher als in Mitteleuropa und sonntags haben viele Lokale geschlossen. Rechne damit, dass ein Hauptgericht 150 bis 250 SEK (14 bis 23 €) kostet.

Die beste Anlaufstelle tagsüber ist das Café Safari im Zentrum. Es ist das natürliche Herz des örtlichen gesellschaftlichen Lebens, hier werden riesige Zimtschnecken gebacken und Kaffee mit Gebäck kostet um die 80 SEK (7 €). Vegetarier kommen hier auch im Frost gut zurecht, ebenso in Lokalen mit Suppen und Salatbuffet, die mittags Dagens Lunch für 120 bis 150 SEK inklusive Kaffee anbieten.

Einen Einblick in die moderne nordische Küche bekommst du im Restaurant Spis Mat & Dryck im neuen Zentrum, das auch bei den Einheimischen beliebt ist. Die Küche beruht hier auf lokalen Zutaten, sodass du neben vegetarischen Varianten auch traditionelle arktische Fische und Wild findest, das hier vor allem die Schweden essen. Ähnlich funktioniert Stejk Street Food in einem Lavvu-Zelt mit Feuerstelle im Inneren, wo als lokaler Klassiker Burger mit Rentier- und Elchfleisch serviert werden, aber auch fleischlose Versionen.

💡 Tipp: In Kiruna und Umgebung gibt es nur ein paar Supermärkte und in Jukkasjärvi praktisch keinen. Wenn du dir eine Unterkunft mit Küchenzeile nimmst, kauf in der Stadt ein, bevor du in den Norden aufbrichst.

Wie kommt man nach Kiruna

Die Fahrt jenseits des Polarkreises aus Deutschland bedeutet längst keine anstrengende einwöchige Expedition mehr. Du hast die Wahl zwischen drei Hauptmöglichkeiten, die sich in Zeit, Preis und Abenteuergrad unterscheiden.

Mit dem Flugzeug: Das ist eindeutig die schnellste und bequemste Variante. Von Berlin, München oder Frankfurt fliegen zum Beispiel Lufthansa, Eurowings oder SAS zum Stockholmer Hauptflughafen Arlanda (ARN), ein Rückflugticket bekommst du in Aktionen zwischen 80 und 200 €. Von Arlanda schließen dann innerschwedische SAS-Flüge direkt nach Kiruna an, die Reise dauert anderthalb Stunden und am Flughafen erwarten dich Busse oder Taxis. Pass gut auf Billigflug-Tickets zu den Flughäfen Skavsta oder Västerås auf, sie liegen nämlich hundert Kilometer von Stockholm entfernt und der anschließende Transfer nach Arlanda frisst dir eine riesige Menge kostbarer Zeit und Geld.

Mit dem Zug: Für Liebhaber des langsamen Reisens und endloser Romantik gibt es den zuverlässigen Nachtzug. Von Stockholm fahren jeden Abend lange Schlafwagenzüge (betrieben von den Gesellschaften SJ oder Vy), die dich in 15 bis 18 Stunden durch die magische verschneite Landschaft direkt nach Kiruna oder weiter nach Abisko bringen. Einen Sitzplatz bekommst du ab etwa 475 SEK (rund 45 €), ein bequemerer und deutlich privaterer Schlafplatz im geteilten Abteil beginnt bei 835 SEK (etwa 75 €). Die Reise vergeht dank des Speisewagens überraschend schnell, aber rechne damit, dass die nördliche Strecke Malmbanan im Winter durch Güterzüge mit Eisenerz extrem überlastet ist und Verspätungen durch Schneewehen hier keine große Ausnahme sind – plane deshalb am Ankunftstag keine wichtigen bezahlten Aktivitäten mit fixer Uhrzeit.

Mit dem Auto: Wenn du genug Zeit hast, das Fahren im Winter dich nur ein bisschen schreckt und du deine eigene umfangreiche Ausrüstung mitnimmst, kannst du mit dem Auto über die lange und schöne Fernstraße E10 aufbrechen, die durch ganz Schweden nach Norden führt. Die Straßen werden in den arktischen Gebieten überhaupt nicht gesalzen, sondern nur gelegentlich gepflügt und leicht mit feinem Splitt bestreut für grundlegende Traktion, sodass man ganz normal auf einer harten Schicht festgefahrenen Schnees oder direkt auf Eis (sogenanntes Black Ice) fährt. Deshalb sind Winterreifen Pflicht und die einheimischen Fahrer verwenden ausschließlich Reifen mit Metallspikes (dubbade däck), die sich übrigens vielerorts in Schweden zusammen mit dem Auto mieten lassen. Auf den Straßen musst du ständig auf der Hut sein, denn die Hauptgefahr sind erstaunlicherweise nicht Schleuder, sondern riesige Rentiere und unberechenbare Elche, die sich besonders in der Dämmerung sehr gern zu den geräumten Straßen ziehen, um das dort haftende Salz zu lecken. Autos aus lokalen Mietwagenfirmen sind zudem standardmäßig mit einem kleinen Stecker im Frontgrill ausgestattet – es handelt sich um den Anschluss eines sogenannten Motorvärmare, also der Motorvorwärmung aus der gewöhnlichen Steckdose, die nachts auf den Parkplätzen bei den Hotels üblicherweise verwendet wird.

Was man für den arktischen Winter mitnehmen sollte

Das winterliche Lappland verzeiht absolut keine groben Fehler bei der Ausrüstung. Die normale Tagestemperatur liegt den Großteil der Saison zwischen minus fünfzehn und minus dreißig Grad, also kannst du dünne Jeans und gewöhnliche Baumwoll-T-Shirts bedenkenlos gleich zu Hause in der Schublade lassen. Die Basis allen Erfolgs und Wärmegefühls ist das durchdachte Schichten der Kleidung, nicht eine einzige riesige unförmige Jacke.

Kleidung: Als allererste und wichtigste Schicht direkt auf der nackten Haut verwende hochwertige und dicke Merinowolle (idealerweise ein Langarmshirt mit einem Flächengewicht von mindestens 200 bis 250 g/m² und die gleiche Unterhose). Merino wärmt im Gegensatz zu Synthetik auch dann herrlich, wenn es leicht feucht ist, und leitet Schweiß zuverlässig von der Haut weg. Baumwolle würde sofort alle Feuchtigkeit aufsaugen, dich am Rücken auskühlen und du würdest garantiert sehr schnell auskühlen. Als mittlere Isolierschicht dient hervorragend ein dickes technisches Fleece oder ein ordentlicher grober Wollpullover, gegebenenfalls beides übereinander, je nachdem, welche Kälte gerade herrscht. Danach folgt die Haupt-Isolierschicht in Form einer hochwertigen und sehr flauschigen Daunenjacke, die Luft hält. Ganz zum Schluss musst du das alles mit einer gegen den frostigen Wind widerstandsfähigen Hülle abschließen, also einer äußeren Goretex-Jacke und -Hose, durch die weder Schnee noch Wind eine Chance haben, einzudringen.

Schutz der Extremitäten: Kopf, Hände und vor allem Füße leiden bei extremem Frost am allermeisten, weil der Körper instinktiv das warme Blut ins Zentrum zu den lebenswichtigen Organen zieht. Nimm dir deshalb zwei Paar Handschuhe. Dünne Merino-Fingerhandschuhe ziehst du unter dicke äußere Fäustlinge, damit du draußen leicht Handy oder Kamera bedienen kannst und dir dabei nicht die Finger erfrieren. Wähle die Schuhe immer mindestens eine ganze Nummer größer, damit sowohl eine dünne Liner-Socke als auch eine dicke gestrickte Wollschicht darüber hineinpassen und dir im Schuh gleichzeitig Platz für eine isolierende Luftschicht bleibt. Ein eingeengter Fuß friert nämlich zuerst. Auf den Kopf gehört eine ordentlich dicke Mütze und unter den Schneemobilhelm eignet sich eine gestrickte Sturmhaube (Balaclava), die Nase und Wangen zuverlässig vor gefährlichen Erfrierungen durch den tückischen kalten Wind schützt.

Du musst nicht alles kaufen: Die gute Nachricht für deinen Geldbeutel und den Platz im Koffer lautet, dass du zum Glück nicht gleich zu Hause schwere Expeditions-Winterstiefel für minus vierzig Grad für hunderte Euro kaufen musst, die du dann daheim nie wieder verwendest. Fast alle seriösen Anbieter in Kiruna und Umgebung leihen dir nämlich vor jeder geplanten Fahrt mit Hunden oder Schneemobilen im Preis der Aktivität automatisch und bereitwillig riesige warme arktische Overalls und die richtigen massiven, auf den hiesigen tödlichen Frost ausgelegten Stiefel.

Technik im Frost: Die Akkus in Smartphones und modernen Kameras sterben unter arktischen Bedingungen in Blitztempo, oft durchaus von voller Ladung bis zum Ausschalten während nur zwanzig Minuten draußen. Trage das Handy in der Brusttasche, damit deine Wärme es wärmt, hol es nur zum Fotografieren heraus und nimm eine leistungsstarke Powerbank einfach immer mit – das ist Gesetz Nummer eins des arktischen Tourismus. Wenn du es mit dem abendlichen Fotografieren der Aurora ernst meinst, besorg dir vorab kleine aufklebbare chemische Wärmepads und befestige sie mit einem Gummiband direkt am Objektiv oder am Batteriefach der Kamera, um deren Ausdauer deutlich zu verlängern.

Was kostet eine Reise nach Kiruna: 3 Modellbudgets

Schweden gehört für Mitteleuropäer zwar bestimmt nicht zu den billigen und günstigen Reisezielen, aber mit ein bisschen Cleverness und langfristiger Planung lässt sich dieser nordische Ausflug auch zusammenstellen, ohne dass du das Sparschwein schlachten musst. Hier sind drei Orientierungsbudgets pro Person für einen schönen fünftägigen Winteraufenthalt (umgerechnet in Euro mit einem Kurs von etwa 0,09 € pro 1 SEK).

1. DIY-Backpacker (ca. 800 – 950 €) Du reist zwar clever und sehr sparsam, bekommst aber trotzdem wunderschöne Erlebnisse. Du fliegst mit einem Billigflieger nach Stockholm, von wo du mit dem günstigen Nachtschlafwagen oder Sitzplatzzug direkt nach Abisko weiterfährst. Du schläfst in einem bescheidenen geteilten Zimmer in einem der wenigen lokalen Hostels (z. B. in der STF Turiststation). Alles Essen kochst du selbst aus grundlegenden Zutaten, die du im lokalen kleinen Supermarkt kaufst. Statt teure organisierte Aurora-Touren zu kaufen, gehst du abends einfach zu Fuß mit der Thermoskanne zum See, wo völlige Dunkelheit herrscht und das Nordlicht durch das Objektiv auch ohne Guide wunderschön zu sehen ist. Vom gesparten Geld leistest du dir nur den grundlegenden Tageseintritt ins berühmte Icehotel und eine dreistündige Hundeschlittenfahrt, bei der du dich mit jemandem beim Lenken abwechselst.

2. Der goldene Mittelweg (ca. 1100 – 1350 €) Das ist der absolut ideale und sehr häufige Kompromiss für junge wie ältere Paare ohne Kinder. Du fliegst schön bequem direkt von Berlin oder München über Stockholm zum kleinen heimischen Flughafen in Kiruna. Du wohnst in deinem eigenen privaten und angenehm beheizten Doppelzimmer in einer schönen Pension oder Hütte (z. B. im beliebten Camp Ripan). Tagsüber gehst du hin und wieder auf ein sättigendes vergünstigtes Mittagsmenü (Dagens Rätt), das dich für lange Zeit satt macht, und abends kochst du entweder selbst in der Küchenzeile oder gehst zur beliebten schwedischen Fika ins Café. Im Aktivitätenbudget hast du die Tagesbesichtigung des Icehotels, eine fantastische Schneemobiltour mit Verleih der gesamten warmen Ausrüstung sowie eine abendliche organisierte Nordlichtjagd mit Guide in die umliegende tiefe Wildnis inbegriffen, wo man dir die Flucht vor den Wolken garantiert.

3. Arktischer Komfort (ca. 2000+ €) Du willst schlicht vom Winter absolut alles voll erleben, ohne Kompromisse oder Zugeständnisse beim Komfort. Du wohnst in einem schönen modernen Hotel mit Panoramablick direkt im Zentrum von Kiruna inklusive reichhaltigem Hotelfrühstück und ziehst für eine einzige Nacht aus Neugier in das berühmte Kunst-Eiszimmer im Icehotel um. Du speist grundsätzlich in den renommierten lokalen klassischen Restaurants und genießt die hervorragende arktische Rentier- und Fischgastronomie. Du hast ein Ticket und die Auffahrt mit dem alten Lift zur prestigeträchtigen Aurora Sky Station für eine exklusive abendliche Nordlichtbeobachtung bezahlt, lenkst ausschließlich dein eigenes kleineres Husky-Gespann nur für dich allein und probierst zum Abschluss des Ausflugs ein erstklassiges arktisches Wellness mit heißen beheizten Außenpools und echter schwedischer Sauna mit der Möglichkeit eines Eisbads.

Wohin weiter von Kiruna

Wenn du einen größeren skandinavischen Reiseplan erwägst oder weitere Inspiration für die Aurora-Jagd suchst, schau dir unbedingt unsere ausführlichen Artikel aus der Region an. Wir haben gleich mehrere Reiseführer für dich verfasst, in denen du erfährst, wie du die beste Route weiter nach Süden zusammenstellst oder wie du die beeindruckenden Nationalparks in den benachbarten nordischen Ländern besuchst.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die Chance am größten, Polarlichter zu sehen?

Statistisch gesehen sind die besten Bedingungen in den Monaten Februar und März, wenn die Nächte klarer werden und die geomagnetische Aktivität um die Frühlings-Tagundnachtgleiche zunimmt. Im Gegensatz zum Dezember herrschen außerdem nicht mehr so extreme Minusgrade und die Tage sind deutlich länger, sodass ihr tagsüber bei Sonnenschein Wintersport betreiben und abends nach dem grünen Himmel Ausschau halten könnt.

Wie viele Tage sollte ich für Kiruna einplanen?

Die ideale Aufenthaltsdauer liegt zwischen drei und fünf Tagen. Dieser Zeitraum gibt euch genug Raum für alle wichtigen Aktivitäten wie Hundeschlittenfahrten oder den Besuch des Eishotels. Vor allem bietet er euch aber ausreichend Reserve für den Fall, dass es in den ersten beiden Nächten bewölkt ist und ihr wegen der Wolkendecke keine Aurora sehen könnt.

Wie komme ich am besten von Deutschland nach Kiruna?

Der schnellste und bequemste Weg ist ein Flug von Berlin nach Stockholm zum Hauptflughafen Arlanda, von wo aus dann problemlos direkte Inlandsflüge nach Kiruna anschließen. Wer langsameres Reisen bevorzugt, für den ist die romantischere Alternative der Nachtzug mit Schlafwagen, der von der schwedischen Hauptstadt abfährt und euch durch die verschneite Landschaft bis hinter den Polarkreis bringt.

Was kostet eine Hundeschlittenfahrt?

Die Preise für eine Husky-Safari liegen üblicherweise zwischen 90 und 140 € pro Person, also etwa 1 000 bis 1 500 schwedische Kronen. Der endgültige Betrag hängt hauptsächlich davon ab, ob ihr den Schlitten nur mit einem erfahrenen Führer teilt und in den Decken sitzt oder ob ihr für das körperlich anspruchsvollere Lenken eines eigenen kleineren Gespanns extra zahlt.

Brauche ich spezielle Kleidung für die Kälte?

Die Grundlage ist qualitatives Schichten aus Merinowolle und wärmendem Fleece, aber schwere Expeditionskleidung müsst ihr in Deutschland nicht kaufen. Massive arktische Overalls und riesige Schneestiefel für minus dreißig Grad leihen euch die Veranstalter vor Ort gerne und problemlos aus, und zwar immer im Preis eurer gebuchten Aktivität wie Schneemobile oder Hundeschlitten inbegriffen.

Kann man das Icehotel ohne Übernachtung im Eis besuchen?

Ja, und das ist sogar die beliebteste und cleverste Variante überhaupt. Für den Tageseintritt zahlt ihr 325 SEK, das sind umgerechnet etwa 30 €. Tagsüber könnt ihr euch so in Ruhe alle wunderschönen Kunstzimmer als einzigartige gefrorene Galerie anschauen und kehrt abends dann in die Wärme eurer klassischen beheizten Pension zurück.

Wie dunkel ist es im Dezember während der Polarnacht?

Es ist keine absolute pechschwarze Dunkelheit, wie wir sie von Mitternacht kennen, sondern eher ein ganztägiges Zwielicht. Die Sonne geht zwar überhaupt nicht über den Horizont, aber um die Mittagszeit erstrahlt die Landschaft für ein paar Stunden wunderschön in herrlichen blauen und violetten Tönen. Fotografen nennen dieses Phänomen die blaue Stunde und es ist ein absolut einzigartiges visuelles Erlebnis.

Ist ein Urlaub in Kiruna teuer?

Das winterliche Lappland gehört leider zu den finanziell anspruchsvolleren Destinationen. Selbst bei sehr vorsichtiger eigenständiger Planung und Unterkunft in der Mittelklasse solltet ihr mit einem Budget von etwa 850 bis 1 250 € pro Person für einen fünftägigen Aufenthalt rechnen. Der Betrag umfasst Flüge, Verpflegung, warme Unterkunft und die beliebtesten kostenpflichtigen arktischen Aktivitäten.

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