Die schwedische Region Småland ist für mich persönlich der Inbegriff ländlicher Idylle. Zwischen tiefen Wäldern und Seen stehen Glashütten, die fast 300 Jahre alt sind, und nur ein kurzes Stück weiter liegen die Dörfer, in denen Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und die Kinder aus Bullerbü zu Hause sind. Hier verbinden sich raue nordische Natur, der Zauber unvergänglicher Kinderliteratur und erstklassiges internationales Design auf ganz besondere Weise.
Wenn du nach dem perfekten Ziel für eine Autoreise ab dem Fährhafen suchst, bist du hier genau richtig. Südschweden bietet die archetypische Landschaft mit Granitblöcken und den typischen roten Häusern, ohne dass du Tausende Kilometer bis in den rauen Norden fahren musst. Und ganz ehrlich: Für Familien mit Kindern ist es schwer, in ganz Skandinavien einen besseren Ort zu finden.
Dieser Guide führt dich zu 16 Highlights, die sich wirklich lohnen – von der Glashütte Kosta Boda bis zum historischen Kalmar. Außerdem verrate ich dir, wo du übernachten kannst, was du probieren solltest und welche Orte du lieber auslassen kannst.

Zusammenfassung
- Das Herz des schwedischen Landlebens: Småland ist die Heimat roter Häuschen an Seen, endloser Wälder und des Phänomens namens Stuga – dem typisch schwedischen Ferienhaus.
- Das Königreich des Glases (Glasriket): Historische Glashütten wie Kosta Boda bieten Vorführungen des Glasblasens und riesige Outlets.
- Ein Paradies für Familien: Der Themen- und Theaterpark Astrid Lindgrens Värld in Vimmerby zählt zu den schönsten Familienerlebnissen Europas.
- Das historische Kalmar: Das Renaissanceschloss ist das Tor zur sonnigen Insel Öland.
- Hier wurde der IKEA-Mythos geboren: In Älmhult findest du das allererste IKEA-Kaufhaus und ein faszinierendes Designmuseum.
- Natur und Seen: Der Nationalpark Åsnen und der See Bolmen sind ideal zum Kanufahren und Radeln.
- Preise und Bezahlen: Schweden ist nahezu bargeldlos. Die Preise sind ungefähr doppelt so hoch wie in Mitteleuropa, und der Wechselkurs liegt bei etwa 2,2 CZK pro SEK.

Der komplette Reiseführer: Schweden — Reiseführer und Highlights
Wann ist die beste Reisezeit für Småland?
Die Hauptsaison im Sommer dauert von Ende Juni bis Mitte August. In dieser Zeit nehmen die meisten Schweden ihren sogenannten Industrieurlaub. Dann laufen alle Attraktionen, Campingplätze und Sommercafés auf Hochtouren. Das Sommerwetter erinnert eher an Norddeutschland: Die Temperaturen liegen bei angenehmen 20 bis 25 Grad, und es gibt deutlich weniger Mücken als im Norden. Die Tage sind herrlich lang, und es bleibt bis spät in die Nacht hell – perfekt für einen Grillabend am See. Pack aber auch im Juli unbedingt eine gute Windjacke und einen wärmeren Pullover ein: Abends kann es am Wasser ganz schön kühl werden.
Wenn du im Mai oder September kommst, kannst du die wunderschöne Ruhe und niedrigere Preise genießen, musst aber mit kleineren Einschränkungen rechnen. Viele saisonale Schlösser, Museen und kleinere Restaurants verkürzen ihre Öffnungszeiten oder schließen gleich ganz – mit einem Schild an der Tür, dass die Besitzer im Urlaub sind. Prüfe besonders bei Freizeitparks vorab die aktuellen Öffnungstage, denn im Herbst sind sie oft nur an ausgewählten Wochenenden geöffnet.
Eine Ausnahme bilden Glasriket, das Königreich des Glases, und die Natur der Region, die du das ganze Jahr über besuchen kannst. Im Herbst wird Småland außerdem zum Paradies für Pilzsammler und Blaubeerpflücker. Dank des großzügigen Jedermannsrechts darfst du sie überall im Wald legal sammeln. Auch im Winter sind die Glashütten geöffnet: Die heißen Öfen bieten eine willkommene Auszeit von der nordischen Kälte und bilden einen wunderschönen Kontrast zur verschneiten Landschaft. Genau die richtige Zeit für heißen Kaffee und lange, gemütliche Abende.

Wo übernachten in Småland?
💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Wir suchen unsere Unterkunft am liebsten auf Booking.com, wo es oft die besten Stornierungsbedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten kannst du anschließend auf GetYourGuide vergleichen und buchen.
Småland ist wie gemacht für einen Aufenthalt in einer typischen Holzhütte, einer sogenannten Stuga – am besten direkt am Ufer eines der Tausenden ruhigen Seen. Diese Art der Unterkunft bietet dir viel Freiheit und eine eigene kleine Küche. Bei den schwedischen Restaurantpreisen ist das ein unschätzbarer Vorteil. Beachte aber, dass Bettwäsche und Handtücher oft nicht im Grundpreis enthalten sind. Du musst sie entweder selbst mitbringen oder dafür ordentlich draufzahlen. Auch die Endreinigung (slutstädning) kostet häufig extra, wenn du die Hütte vor der Abreise nicht selbst gründlich putzen möchtest 😅.
Wenn du lieber in Hotels oder auf gut ausgestatteten Campingplätzen übernachtest, ist die Auswahl groß und die Qualität hoch. Für Familien mit Kindern ist eine Unterkunft in der Umgebung von Vimmerby besonders praktisch: Von dort sind es nur kurze Wege zu den Märchenparks, und du musst den kleinen Reisenden keine stundenlangen Autofahrten zumuten. Paare entscheiden sich dagegen häufig für romantische Pensionen in der Nähe der historischen Glashütten oder direkt an der Küste unweit von Kalmar. Von dort gelangst du bequem auf die sonnige Insel Öland.
Hier sind einige konkrete Unterkunftstipps, die Reisende seit Langem empfehlen und die hervorragende Bewertungen haben:
- Kosta Boda Art Hotel: Ein absolut einzigartiges Designhotel mitten im Königreich des Glases, in dem vom Kronleuchter bis zur Bartheke alles aus Glas gefertigt ist. Die Preise für ein Doppelzimmer mit ausgezeichnetem Frühstück beginnen bei etwa 1.800 SEK (ca. 160 €) pro Nacht.
- Smålandsbyn i Vimmerby: Eine großartige Wahl für Familien, die auf den Spuren Astrid Lindgrens unterwegs sind. Das Gelände bietet malerische rote Häuschen ganz in der Nähe des Freizeitparks. Eine Nacht in einer ausgestatteten Hütte kostet ungefähr 1.200 SEK (ca. 110 €).
- Ödevata Gårdshotell: Ein ökologisches Landhotel mit wunderbarer Atmosphäre zwischen Wäldern und Seen, unweit von Emmaboda. Ideal für Naturliebhaber und alle, die abends gern baden gehen. Die Zimmerpreise beginnen bei 1.100 SEK (ca. 100 €) pro Nacht.
- First Camp Vimmerby: Ein großer, bestens ausgestatteter Campingplatz mit Stellplätzen für Wohnmobile und Mietunterkünften, oft mit Pool und riesigem Spielplatz. In der Hauptsaison beginnen die Preise für Hütten bei 900 SEK (ca. 80 €).
- Hestraviken Hotell: Ein etwas exklusiveres Landhotel am Fluss Nissan unweit von Isaberg, ideal, wenn du Ruhe und Outdoor-Aktivitäten in der Nähe suchst. Eine Nacht für zwei kostet etwa 1.600 SEK (ca. 145 €).

16 Tipps: Was du in Småland sehen und erleben kannst
Die folgende Liste führt dich zu den schönsten Orten, die Südschweden zu bieten hat – egal, ob du mit kleinen Kindern unterwegs bist oder lieber Ruhe in der Natur und spannende Geschichte suchst. Småland ist eine riesige Region, und Entfernungen können auf der Karte täuschen. Such dir deshalb lieber einzelne Gebiete aus, statt ganze Tage unnötig im Auto zu verbringen. Im Urlaub hier geht es schließlich vor allem darum, das Tempo zu drosseln!

1. Astrid Lindgrens Värld in Vimmerby
Dieser riesige Theaterpark Astrid Lindgrens Värld zieht jedes Jahr rund eine halbe Million Besucher an und ist für die meisten Familienurlaube in Schweden das absolute Highlight. Dich erwarten hier weder blinkende Achterbahnen noch laute Jahrmarktsattraktionen. Stattdessen besteht der Park aus weitläufigen Kulissen aus den Geschichten Astrid Lindgrens. Sie erstrecken sich über unglaubliche 180.000 Quadratmeter, und die Kinder können sich darin ganz frei bewegen.
Den ganzen Tag über finden an verschiedenen Orten Live-Theateraufführungen statt. Danach springen die Schauspieler von der Bühne und spielen direkt mit den Kindern weiter. Du kannst Pippis Villa Kunterbunt erkunden, die riesige Mattisburg mit ihren singenden Räubern besuchen oder die verwinkelten Dächer entdecken, auf denen Karlsson vom Dach herumtollte. Alles wirkt unglaublich authentisch, ist bis ins Detail durchdacht und liegt in einem wunderschönen Waldpark, der selbst an heißen Sommertagen viel Schatten bietet. Familien aus ganz Schweden bringen übrigens gern eigene Holzbollerwagen mit, vollgepackt mit Essen für den ganzen Tag, und machen auf der Wiese ein Picknick.
Der Park eignet sich besonders für Kinder zwischen drei und zehn Jahren, die die Geschichten kennen und sofort in die Welt der Figuren eintauchen. Die Aufführungen sind zwar auf Schwedisch, aber die visuelle Inszenierung ist so eindrucksvoll, dass die Sprachbarriere überhaupt nicht stört. Die Eintrittspreise sind je nach Saison gestaffelt. In den belebtesten Sommermonaten zahlst du für Erwachsene mehr als 450 SEK (ca. 40 €), während Kinder unter zwei Jahren freien Eintritt haben.
💡 Tipp: Der Park ist wirklich riesig, und an einem Tag schaffst du nicht alles, ohne dass es für die Kinder stressig wird. Überleg dir, ein Zwei-Tages-Ticket zu kaufen: Es ist deutlich günstiger und du kannst die Erlebnisse entspannter aufteilen.

2. Vimmerby und Astrid Lindgrens Geburtshaus Näs
Auf den ersten Blick ist Vimmerby ein beschauliches, ruhiges Städtchen. Sein wichtigstes kulturelles Highlight ist jedoch das echte Geburtshaus der Schriftstellerin, das unter dem Namen Astrid Lindgrens Näs bekannt ist. Hier bekommst du einen faszinierenden Einblick in den Ort, an dem die berühmte Autorin ihre ersten Ideen für die unvergesslichen Geschichten sammelte, die heute auf der ganzen Welt bekannt sind.
Zum weitläufigen Gelände gehört eine moderne Ausstellung über ihr Leben. Dabei überrascht, wie offen auch die schwierigeren Kapitel ihrer Jugend zur Sprache kommen. Rund um das Haus liegen ausgedehnte Gärten mit Blumen und alten Bäumen, die zu einem gemütlichen Spaziergang einladen. Die Gärten sind sorgfältig in verschiedene Themenbereiche unterteilt und spiegeln die lebenslange Liebe der Schriftstellerin zur Natur und Freiheit wider. Im Museum gibt es außerdem einen schönen kleinen Laden, in dem du wahrscheinlich jedes Buch findest, das Astrid je geschrieben hat.
Zum Gelände gehört auch ein hervorragendes Café mit Sitzplätzen im Freien. Hier kannst du eine traditionelle schwedische Fika genießen – starken Kaffee mit süßem Zimtgebäck – und einfach die Umgebung auf dich wirken lassen. Das Ticket für die Hauptausstellung und die angrenzenden Gärten kostet für Erwachsene ungefähr 190 SEK (ca. 70 €). Für Erwachsene und Literaturfans ist dieser Ort oft ein noch intensiveres Erlebnis als der nahe gelegene Freizeitpark.
💡 Tipp: Plane für den Besuch mindestens drei Stunden ein. Beim Lesen persönlicher Briefe und Betrachten historischer Fotos vergeht die Zeit leicht schneller, als du denkst.

3. Katthult und Gibberyd: der Drehort der Filme
Wenn du oder deine Kinder die Fernsehserie über den frechen Michel aus Lönneberga geliebt habt, müsst ihr das Dorf Gibberyd unbedingt mit eigenen Augen sehen. In den 1970er-Jahren wurden hier die berühmten Filme gedreht. Der Katthult-Hof steht noch heute genauso da, wie du ihn aus dem Fernsehen kennst.
Du spazierst über den großen Hof, siehst das rote Haus mit dem Fahnenmast – auf den Michel seine kleine Schwester Ida statt der Flagge hinaufzog – und ringsum grasen ganz friedlich die Hoftiere, genau wie im Fernsehen. Natürlich kannst du auch einen Blick in Michels berühmte Tischlerschuppen werfen, in dem Dutzende kleine geschnitzte Männchen sitzen.
Der Eintritt zum Hof ist im Vergleich zu anderen schwedischen Attraktionen überraschend günstig: Er kostet etwa 60 SEK (rund 25 €), und der Rundgang dauert ungefähr eine Stunde. Ein schöner, unkomplizierter Zwischenstopp auf deiner Route, der dich sofort zurück in die unbeschwerte Kindheit versetzt.
💡 Tipp: Rund um die Mittagszeit ist der Hof am vollsten. Komm am besten gleich morgens zur Öffnung, dann hast du den Hof und den Schuppen fast für dich allein.

4. Bullerbü und das echte Sevedstorp
Nur eine kurze Fahrt von Vimmerby entfernt liegt das unscheinbare Dorf Sevedstorp, das als reales Vorbild für die geliebten Kinder aus Bullerbü diente. Hier stehen genau die drei Häuser nebeneinander – der Nord-, Mittel- und Südhof –, in denen Astrid Lindgrens Vater aufwuchs und in denen später auch die Verfilmungen gedreht wurden, an die sich viele von uns aus dem Fernsehen erinnern.
Die ikonischen Häuser sind in Privatbesitz und können deshalb nicht von innen besichtigt werden. Du kannst aber ganz frei über den Dorfplatz spazieren. Kinder können im alten Stall ins Heu springen, hohle Bäume erkunden und die unglaublich friedliche Atmosphäre auf dem Land genießen. Hier fühlt es sich an, als wärst du direkt in ein aufgeschlagenes Buch hineingetreten. Wenn du nach purer Entspannung suchst, findest du sie wahrscheinlich genau hier.
In der Sommersaison ist der Ort lebendig und sehr besucherfreundlich. Sevedstorp ist perfekt für Familien, die eine ruhigere Alternative zu großen, trubeligen Freizeitparks suchen – denn hier scheint die Zeit tatsächlich ein wenig stillzustehen.
💡 Tipp: Direkt bei den Häusern öffnet im Sommer das malerische Café Sörgården. Dort gibt es ausgezeichnete frische Waffeln mit hausgemachter Marmelade. Gönn dir einen Nachmittagskaffee, setz dich auf eine Holzbank und genieße das schwedische Landleben von seiner schönsten Seite.

5. Kosta Boda: Schwedens älteste Glashütte
Wenn von Glasriket, dem berühmten Königreich des Glases, die Rede ist, ist Kosta Boda der unangefochtene König. Die ikonische Glashütte wurde bereits 1742 gegründet und zählt bis heute zur absoluten Weltspitze des modernen Glasdesigns. Ihre bewegte Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie aus einem harten Handwerk inmitten der Wälder eine international anerkannte Kunstform wurde.
Du stehst nur wenige Meter vom Ofen entfernt und beobachtest, wie der Glasbläser die Pfeife dreht – und plötzlich ist eine Stunde vergangen. Die angenehme Wärme, die selbst im Oktober aus der Halle strömt, ist ein willkommener Bonus. Unter Anleitung kannst du sogar selbst versuchen, ein Glassouvenir zu blasen. Das ist eine tolle Erinnerung für Familien mit Kindern und für alle, die gern kreativ sind.
Neben der aktiven Glashütte gibt es ein riesiges Outlet für Designglas, in dem du schöne Stücke für einen Bruchteil des üblichen Preises findest. Halte Ausschau nach der Kennzeichnung „andrasortering“ – Ware zweiter Wahl, manchmal mit winzigen Bläschen. Wenn du klares skandinavisches Design magst, solltest du für Kosta mindestens einen halben Tag einplanen: Es gibt unzählige Boutiquen und Ausstellungsräume.
💡 Tipp: Auf dem Gelände befindet sich auch die wunderschöne Kosta Boda Art Gallery. Dort siehst du die außergewöhnlichsten Glasskulpturen und Installationen, die für Hunderttausende Kronen verkauft werden.

6. Orrefors und der Zauber kleinerer Glashütten
Kosta ist riesig und zieht viele Touristen an. Doch das Königreich des Glases beherbergt auch Dutzende kleinere Glashütten mit einer viel persönlicheren, intimeren Atmosphäre. Eine der berühmtesten historischen Marken ist Orrefors. Das weitläufige Gelände liegt inmitten tiefer Fichtenwälder, unweit der Stadt Nybro, und gibt spannende Einblicke in die Industriegeschichte der Region.
In kleineren Hütten wie Målerås oder Boda kommst du oft direkt mit unabhängigen Künstlern ins Gespräch und kannst dich in Ruhe mit ihnen über ihre Techniken austauschen. Das ist ein tolles, entspannendes Erlebnis für Erwachsene und ältere Kinder, die fasziniert beobachten, wie aus Sand zerbrechliche Schönheit entsteht. Oft darfst du sogar einen Blick in Werkstätten werfen, die in den großen Fabriken normalerweise nicht zugänglich sind.
Jede Glashütte hat ihren ganz eigenen Stil – von klassischem Schliffkristall bis zu wilden, farbenfrohen Tierskulpturen. Eine Fahrt mit dem Auto zu diesen kleinen Manufakturen im Wald gehört zu den schönsten Herbst-Roadtrips, die du in Südschweden unternehmen kannst.
💡 Tipp: In den meisten kleineren Glashütten ist der Eintritt in die Werkhalle kostenlos. Bezahlen musst du nur, wenn du selbst unter Anleitung eines Glasbläsers eine Glaskugel blasen möchtest.

7. Hyttsill: das traditionelle Glashüttenessen
Die harte Arbeit in den Glashütten brachte in Småland eine ganz besondere kulinarische Tradition hervor: Hyttsill bedeutet übersetzt ein abendliches Festessen direkt in der Glashütte. Früher liefen die Öfen die ganze Nacht. Die oft armen Glasbläser trafen sich nach der Schicht an den Öfen, um sich aufzuwärmen und das Essen in der Restwärme der glühenden Öfen zuzubereiten.
Heute wird dieser schöne Gemeinschaftsbrauch für Besucher und Reisende wieder lebendig. Du sitzt an langen Holztischen direkt neben den abkühlenden Öfen und genießt zu schwedischer Livemusik ein traditionelles Menü. Klassischerweise kamen gesalzene Heringe, Kartoffeln und Würstchen in den Ofen. Zum Glück gibt es heute meist auch eine köstliche vegetarische Variante mit geröstetem Gemüse und regionalem Käse, die du dir nicht entgehen lassen solltest.
Der Abend ist unglaublich gesellig: Die Gäste kommen an den Tischen ins Gespräch, und die Glasbläser führen manchmal unterhaltsame Kunststücke mit heißem Glas vor. So etwas erlebst du in einem normalen Restaurant nicht.
💡 Tipp: Hyttsill wird nur in ausgewählten Glashütten und an bestimmten Terminen während der sommerlichen Hauptsaison veranstaltet. Die Plätze sind blitzschnell vergeben, eine frühzeitige Reservierung ist daher unbedingt nötig.

8. Kalmar und sein Renaissanceschloss
Sobald du aus den tiefen Wäldern Smålands in Richtung Ostsee fährst, begrüßt dich die historische Stadt Kalmar mit ihrem prächtigen Schloss. Kalmar slott gilt als das besterhaltene Renaissanceschloss Skandinaviens und wirkt besonders majestätisch, wenn sich seine mächtigen Türme im ruhigen Meer spiegeln.
An diesem strategisch wichtigen Ort wurde 1397 die berühmte Kalmarer Union besiegelt, die Schweden, Dänemark und Norwegen unter der Herrschaft der mächtigen Königin Margarethe I. zu einem großen Reich vereinte. Die Innenräume des Schlosses sind heute wunderschön restauriert. Interaktive Führungen lassen dich in die rauen Intrigen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Politik eintauchen, als das Schloss die wichtigste Verteidigung gegen das nahe Dänemark bildete. Die Guides tragen historische Kostüme und verstehen es, ihre Geschichte lebendig zu erzählen.
Der Eintritt ins Schloss kostet etwa 170 SEK (ca. 70 €), und auf dem Gelände gibt es auch für Kinder viel zu entdecken. Sie können sich an einer spannenden Schatzsuche beteiligen oder im großen Innenhof spezielle Ritteraufgaben lösen.
💡 Tipp: Wenn du keinen regulären Eintritt zahlen möchtest, kannst du kostenlos über die äußeren Wälle spazieren und die herrliche Aussicht aufs Meer und den angrenzenden Stadtpark genießen.

9. Gamla Stan in Kalmar
Kalmar ist viel mehr als nur ein kurzer Abstecher zum berühmten Schloss. Die malerische Altstadt Gamla Stan begeistert mit engen Kopfsteinpflastergassen, gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern und alten Holzhäusern, die die Jahrhunderte unbeschadet überstanden haben. Die Stadt lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Du kannst das Auto also ganz entspannt auf einem Parkplatz am Hafen stehen lassen.
Spaziere unbedingt am lebhaften Stadthafen entlang, wo luxuriöse Yachten und alte Segelschiffe im Wind schaukeln, und kehre in einem der vielen Cafés auf einen guten Kaffee ein. Die Atmosphäre ist entspannt und maritim: Im Sommer sitzen die Gäste bis spät abends auf den Terrassen, und von der Uferpromenade klingt Livemusik herüber.
Auf dem Hauptplatz Stortorget findest du eine wunderschöne barocke Kathedrale. Rundherum gibt es zahlreiche kleine unabhängige Boutiquen und Designläden. Kalmar ist der perfekte Zwischenstopp für die Stadt, gutes Essen und einen Bummel, bevor du die wildere Natur der nahe gelegenen Inseln erkundest.
💡 Tipp: Im Sommer finden auf dem Hauptplatz häufig Bauernmärkte statt. Dort kannst du frische regionale Produkte probieren und leckeren Käse für ein abendliches Picknick kaufen.

10. Die Ölandbrücke: das Tor zur Insel
Von Kalmar aus spannt sich die beeindruckende, mehr als sechs Kilometer lange Ölandbrücke über die Meerenge. Als sie 1972 eröffnet wurde, war sie die längste Brücke Europas. Noch heute ist die Fahrt darüber ein beeindruckendes Erlebnis – besonders bei Sonnenuntergang, wenn das Meer unter dir wunderschön schimmert.
Die Überfahrt über die riesige Brücke ist kostenlos und führt direkt nach Öland. Die Insel gilt bei den Einheimischen als schwedische Sommer-Riviera: ein flaches Eiland, berühmt für Hunderte historische Windmühlen, endlose Sandstrände und die Kalksteinsteppe Stora Alvaret, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Während Småland bewaldet und ein wenig rau ist, wirkt Öland wie ein einziger großer Ferienstrand mit Wohnwagen und sonnenbadenden Schweden.
Wenn du mehrere Tage in Småland verbringst, solltest du mindestens einen Tagesausflug nach Öland einplanen – oder noch besser, der Insel einen eigenen mehrtägigen Abschnitt deiner Reise widmen. Der Kontrast zwischen den tiefen, dunklen Wäldern Smålands und dem flachen, sonnigen Öland ist faszinierend und zeigt dir an einem einzigen Tag zwei ganz unterschiedliche Seiten Schwedens.
💡 Tipp: Ganz im Süden der Insel steht der Leuchtturm Långe Jan, der höchste Leuchtturm Schwedens. Von dort hast du einen atemberaubenden Blick auf das Vogelschutzgebiet Ottenby.

11. IKEA Museum in Älmhult
Småland hat der Welt noch einen globalen Erfolg beschert: den blau-gelben Möbelgiganten. Im unscheinbaren Örtchen Älmhult eröffnete der junge Ingvar Kamprad 1958 sein allererstes Einrichtungshaus. Heute befindet sich in dem ursprünglichen, wunderschön renovierten Gebäude das hervorragend gestaltete und moderne IKEA Museum in Älmhult. Ob du die Marke liebst oder gar nichts mit ihr anfangen kannst – die Geschichte ihrer Entstehung wird dich begeistern.
Die großzügige Ausstellung führt dich anschaulich durch die Unternehmensgeschichte: von den bescheidenen Anfängen, als Kamprad die Waren noch persönlich mit dem Fahrrad zu den Kunden brachte, über die ikonischen gedruckten Kataloge bis hin zu den größten Designfehlern, zu denen sich das Unternehmen heute mit einem Lächeln und Stolz bekennt. Außerdem erfährst du, dass die Namen der Möbel wegen Kamprads Legasthenie entstanden. Damit er sich keine komplizierten Zahlen merken musste, benannte er Sofas und Tische nach echten schwedischen Städten und Seen.
Natürlich gibt es im Museum auch ein riesiges Restaurant des Unternehmens. Dort kannst du köstliche vegetarische Pflanzenbällchen mit Preiselbeeren und Kartoffelpüree probieren. Der Eintritt kostet angenehme 60 SEK (ca. 25 €). Für Fans von Wohnen und Retrodesign ist das Museum ein absolutes Muss.
💡 Tipp: Im Untergeschoss des Museums gibt es einen besonderen Bereich, in dem du dein eigenes Cover des berühmten IKEA-Katalogs gestalten und als witziges Souvenir mit nach Hause nehmen kannst.

12. Växjö und das Auswanderermuseum Utvandrarnas Hus
Växjö gilt zu Recht als Hauptstadt des Königreichs des Glases und liegt direkt am Ufer des wunderschönen gleichnamigen Sees. Die interessanteste und bewegendste Sehenswürdigkeit der Stadt ist Utvandrarnas Hus, das Auswanderermuseum. Es erzählt die eindringliche und oft sehr traurige Geschichte der großen schwedischen Auswanderungswelle.
Im 19. Jahrhundert war Småland eine unglaublich arme Region, und der steinige Boden konnte die großen Familien nicht ernähren. Wegen schwerer Hungersnöte und weit verbreiteter Armut wanderten mehr als eine Million Schweden – viele von ihnen aus Småland – aus, um in Amerika ein neues Leben und Hoffnung zu finden. Die interaktive Ausstellung zeigt persönliche Briefe, Schiffstickets und Tagebücher aus jener Zeit. Ehrlich gesagt wirst du bei manchen länger verweilen, als du zunächst gedacht hättest. Die Ausstellung hilft auch zu verstehen, warum die Schweden heute so stolz auf ihren Sozialstaat sind, den sie praktisch von Grund auf aufgebaut haben.
Växjö gilt außerdem als eine der grünsten Städte Europas. Es gibt viele Radwege, Parks und ausgezeichnete moderne Restaurants. Ein Zwischenstopp hier ist ein schöner Ausgleich zu den Tagen tief im Wald und bringt etwas städtischen Komfort und richtig guten Kaffee in deine Reise.
💡 Tipp: Rund um den Växjö-See verläuft ein wunderschöner, etwa fünf Kilometer langer Rundweg. Er eignet sich perfekt für einen entspannten Lauf am frühen Abend oder einen ausgedehnten Spaziergang vor dem Abendessen.

13. Nationalpark Åsnen und seine Seen
Wenn du vollständig in die unberührte nordische Natur eintauchen möchtest, solltest du unbedingt den beeindruckenden Nationalpark Åsnen besuchen. Dieses einzigartige Labyrinth aus Seen besteht aus Hunderten kleiner Inseln, tiefen Laubwäldern und weitläufigen Feuchtgebieten. Hier leben unzählige Vögel, darunter seltene Seeadler. Falls du ein Fernglas hast, nimm es unbedingt mit.
Am besten erkundest du Åsnen vom Wasser aus – mit einem gemieteten Kanu oder einem wendigen Seekajak. Das Wasser ist unglaublich ruhig, sauber und sicher. Beim lautlosen Paddeln kann es passieren, dass du stundenlang keiner Menschenseele begegnest. Boote kannst du unkompliziert und günstig auf Campingplätzen direkt am Seeufer mieten. Die Betreiber geben dir eine kurze Einführung und stellen Schwimmwesten bereit.
Rund um den weitläufigen Park gibt es außerdem gut markierte und gepflegte Wanderwege. Die meisten sind schön flach und einfach, sodass auch kleinere Kinder und ältere Reisende sie problemlos bewältigen. Wenn du gern umherstreifst, ist Åsnen genau das Richtige für dich.
💡 Tipp: Es gibt mehrere offizielle Parkeingänge. Die beste Infrastruktur und die schönsten Ausblicke findest du am Eingang Sunnabron, wo auch ein modernes Besucherzentrum liegt.

14. Der See Bolmen
Während der Åsnen eher an ein verwinkeltes Labyrinth erinnert, ist der Bolmen ein riesiger, majestätischer See und der zehntgrößte in ganz Schweden. Hier gibt es unglaubliche 365 bewaldete Inseln. Die Einheimischen scherzen gern, dass es eine Insel für jeden Tag des Jahres gibt. Wenn du gern weit vom Ufer entfernt schwimmst und kleine eigene Landflecken entdeckst, bist du hier genau richtig.
Der Bolmen ist das perfekte Ziel, wenn du eine abgelegene Hütte am Wasser mieten und die nordische Stille genießen möchtest. Die Umgebung des riesigen Sees ist von tiefen Wäldern gesäumt, die im Herbst voller Blaubeeren und Pilze sind. Das Wasser ist so sauber, dass die gesamte Region Skåne im Süden Schwedens daraus mit Trinkwasser versorgt wird.
Entlang des langen Ufers gibt es mehrere kleine, aber hervorragend ausgestattete Campingplätze. Dort kannst du problemlos Fahrräder mieten und auf malerischen Waldwegen einen Teil des Sees umrunden. Nach zwei Tagen am Bolmen verstehst du, warum die Schweden jeden Sommer das Handy beiseitelegen und einfach am Wasser sitzen.
💡 Tipp: Wenn du dir lange Radtouren nicht zutraust, miete dir auf dem Campingplatz ein kleines Motorboot und such dir für ein Picknick am Nachmittag deine eigene einsame Insel.

15. Isaberg und Outdoor-Abenteuer
Südliches Småland hat zwar keine hohen Berge zu bieten, aber hervorragende Bedingungen für Outdoor-Sportarten – vor allem in der hügeligen Gegend rund um Isaberg. Der markante Hügel ist im Winter ein beliebtes Skigebiet und verwandelt sich im Sommer in einen riesigen Abenteuerspielplatz für Mountainbiker und aktive Urlauber aus ganz Europa. Das Gelände ist mit modernen Liften und Verleihstationen für so ziemlich jede Ausrüstung ausgestattet.
Hier findest du Dutzende Kilometer bestens präparierte und ausgeschilderte Mountainbike-Trails. Das Angebot reicht von einfachen Familienrunden im Wald bis zu technisch anspruchsvollen Abfahrten mit zahlreichen Sprüngen. Im Resort kannst du problemlos hochwertige Ausrüstung mieten, darunter moderne E-Bikes. Du musst also keine eigenen Fahrräder auf dem Autodach mitbringen.
Wenn du Herausforderungen und Adrenalin magst, solltest du den großen Kletterpark oder die rasante Sommerrodelbahn nicht verpassen – beides macht Erwachsenen genauso viel Spaß wie Kindern. Ähnlich schöne, wenn auch etwas dramatischere Landschaften zum Wandern findest du im nahe gelegenen Nationalpark Skäralid. Viele verbinden ihn auf ihrer Reise Richtung Süden mit Isaberg und genießen dort die herrlichen Ausblicke aus tiefen Schluchten.
💡 Tipp: Der Kletterpark in Isaberg bietet mehrere Schwierigkeitsstufen. Die anspruchsvollste schwarze Route stellt deine Fitness hoch oben in den Baumwipfeln auf eine echte Probe.

16. Traditionelle Fika und Ostkaka
Die Küche Smålands ist traditionell bäuerlich, deftig und fleischlastig. Zum Glück findest du heute aber auch viele ausgezeichnete moderne vegetarische Gerichte. Unbedingt probieren solltest du die Småland-Spezialität Ostkaka. Das ist ein warmer, reichhaltiger Quarkkuchen, der traditionell mit reichlich Moltebeer- oder Erdbeermarmelade und einem großen Klecks Schlagsahne serviert wird.
Halte an einem aktiven Urlaubstag in Restaurants Ausschau nach dem Schild „dagens lunch“, dem günstigen Tagesmenü. Für etwa 130 SEK (ca. 55 €) bekommst du ein Hauptgericht, Salatbuffet, Brot und Kaffee. Ehrlich gesagt findest du in Schweden kaum ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und so viel Essen für dein Geld. Mittags gibt es häufig auch eine hervorragende vegetarische Alternative, zum Beispiel Gemüsequiche, cremige Suppen oder geröstetes Wurzelgemüse.
Die Region ist zwar auch für ihre kroppkakor bekannt – große, mit Schweinefleisch und Speck gefüllte Kartoffelklöße, die Einheimische lieben –, doch auf Reisen wird dir wahrscheinlich eher das tägliche Fika-Ritual ans Herz wachsen. Eine große Zimtschnecke und guter Filterkaffee auf einem Holzsteg am See sind das wohl schönste kulinarische Erlebnis, das du dir hier gönnen kannst.
💡 Tipp: Denk daran: Alkohol mit mehr als 3,5 Prozent – auch Wein – bekommst du in Schweden ausschließlich in den staatlichen Systembolaget-Läden. Samstagnachmittags und sonntags sind sie strikt geschlossen.

Wo du in Småland gut essen kannst
Zu einem typischen Schwedenurlaub im gemieteten Ferienhaus gehören zwar eher Grillabende am See und selbst gekochte Mahlzeiten mit Zutaten aus dem örtlichen Supermarkt, doch die lokale Küche solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen. Die Küche Smålands ist traditionell bodenständig und deftig, wird in den Restaurants heute aber wunderbar durch moderne nordische Einflüsse ergänzt. Ich habe ein paar konkrete Adressen für dich zusammengestellt, die du dir unbedingt auf der Karte markieren solltest.

Sterneküche und ländliche Gemütlichkeit
Wenn du in Växjö unterwegs bist und dir etwas ganz Besonderes gönnen möchtest, solltest du im Restaurant PM & Vänner einkehren. Das preisgekrönte Restaurant kann sich nicht nur mit einem Michelin-Stern schmücken, sondern vor allem mit einem beeindruckenden Weinkeller und einer regionalen Speisekarte, die das Beste aus den umliegenden Wäldern und Seen auf den Teller bringt. Das ist zwar ein etwas kostspieligeres Erlebnis, aber jeden Euro wert.
Deutlich entspannter geht es im Kultcafé Café Sörgården mitten in Sevedstorp zu – dem Dorf, das durch die Kinder aus Bullerbü bekannt ist. Dort gibt es herrlich frische Waffeln mit hausgemachter Marmelade, die an einem Sommernachmittag einfach perfekt schmecken. Und wenn du einen Klassiker probieren möchtest, geh ins Restaurant direkt im IKEA Museum in Älmhult. In modernem, verspieltem Ambiente kannst du dort die berühmten Fleisch- und Pflanzenbällchen genießen.

Anreise nach Småland und unterwegs vor Ort
Die Anreise nach Småland aus Mitteleuropa ist überraschend einfach, und du hast mehrere Möglichkeiten. Die meisten Reisenden nehmen das eigene Auto und kombinieren die Fahrt mit einer Fähre – das ist die praktischste Variante. Du kannst durch Deutschland (ab Rostock) oder Polen (ab Świnoujście) fahren und in Trelleborg oder Ystad ankommen. Von diesen südlichen Häfen sind es bis ins Herz Smålands, zum Beispiel nach Växjö, ungefähr 200 Kilometer. Die Strecke lässt sich bequem in knapp drei Stunden zurücklegen.
Eine weitere beliebte Möglichkeit für einen Roadtrip ist die Anreise über Land durch Dänemark. Du fährst bis nach Kopenhagen und überquerst anschließend die berühmte Öresundbrücke nach Malmö in Schweden. Die Maut für ein Auto beträgt etwa 470 DKK, also knapp 63 €. Von dort ist es auf der gut ausgebauten E4 nach Norden bis nach Småland nur noch ein Katzensprung.
Wenn du nicht tagelang am Steuer sitzen möchtest, kannst du auch direkt in den Süden Schwedens fliegen. Kleinere Flughäfen gibt es in Växjö und Kalmar. Alternativ kannst du nach Kopenhagen fliegen und dort am Flughafen direkt in einen Zug steigen, der dich in wenigen Stunden über die Brücke bis nach Småland bringt.
Egal, wie du anreist: Ohne Auto wird es in Småland ziemlich schwierig. Die schönsten Ferienhäuser liegen tief in den Wäldern, und auf einen Bus zu abgelegenen Seen solltest du dich nicht verlassen. Wenn du dich dagegen auf größere Städte wie Kalmar, Växjö oder Jönköping konzentrierst, sind die schwedischen Züge und Busse hervorragend. Im Sommer 2026 bezuschusst die schwedische Regierung den öffentlichen Nahverkehr außerdem massiv: Monatstickets für Züge und Busse in den Regionen gibt es dann zum halben regulären Preis.

5-tägige Rundreise durch Småland
Wenn du knapp eine Woche für Småland hast und die schönsten Orte ohne unnötige Eile sehen möchtest, bietet dir diese fünftägige Route die perfekte Mischung aus Geschichte, Design und tiefen Wäldern. Sie ist für die Anreise mit dem Auto aus dem Süden geplant – von der Fähre oder aus Malmö.
Tag 1: Das historische Kalmar und die Insel Öland Starte an der Ostküste. Erkunde am Vormittag das Schloss Kalmar und die malerischen Gassen der Gamla Stan. Am Nachmittag fährst du über die Ölandbrücke und schaust dir die Kalksteinsteppe Stora Alvaret oder die Windmühlen an. Übernachten kannst du auf einem Campingplatz direkt auf der Insel oder wieder in Kalmar.
Tag 2: Das Glasreich und Växjö Von Kalmar geht es rund 100 km nach Westen in die tiefen Wälder. Leg einen Zwischenstopp bei der Glashütte Kosta Boda ein, schau den Glasbläsern bei der Arbeit zu und stöbere im Design-Outlet. Am Nachmittag fährst du weiter nach Växjö, spazierst am See entlang und besuchst das Utvandrarnas Hus.
Tag 3: Auf den Spuren von Astrid Lindgren Fahr weiter nach Norden nach Vimmerby – von Växjö sind es etwa 130 km. Wenn du mit Kindern unterwegs bist, solltest du den ganzen Tag für den Park Astrid Lindgrens Värld einplanen. Ohne Kinder kannst du die Gärten am Geburtshaus Näs erkunden und am Nachmittag zum Filmdrehort Katthult fahren. Übernachte in einer typischen roten Holzhütte in den umliegenden Wäldern.
Tag 4: Stille Seen Von Vimmerby fährst du wieder nach Süden, Richtung Nationalpark Åsnen oder zum riesigen See Bolmen. Diesen Tag solltest du ganz dem Entschleunigen widmen. Leih dir ein Kanu, mach ein Picknick auf einer der einsamen Inseln und heize abends die traditionelle Holzsauna am Ufer ein.
Tag 5: Design und Heimreise Auf dem Rückweg zu den südlichen Fährhäfen lohnt sich ein Stopp im Städtchen Älmhult. Besuche das faszinierende IKEA Museum, iss vegetarische Bällchen im Restaurant und deck dich mit den letzten Zimtschnecken ein, bevor du Schweden endgültig verlässt.
Wohin du von Småland aus weiterreisen kannst
- Auf die sonnige Insel Öland: Wenn Kalmar dich auf den Geschmack des Insellebens gebracht hat, wirf einen Blick in unseren ausführlichen Artikel Öland: 16 Tipps für die schwedische Riviera. Dort findest du Tipps zu Stränden, Leuchttürmen und Kalksteinsteppe.
- Das ganze Land entdecken: Möchtest du nach Småland weiter nach Norden zum Vätternsee oder nach Stockholm reisen? Dann lies unseren umfassenden Guide Schweden: 30 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse.
- Praktische Tipps zur Unterkunft: Du träumst von einem eigenen roten Ferienhaus? In unserem Ratgeber Stuga: So mietest du ein schwedisches Ferienhaus am See erfährst du, worauf du vor der Buchung achten solltest.
- Reiseplanung: Für die Planung deiner Reise mit Auto und Fähre hilft dir sicher unser Artikel Mit der Fähre nach Schweden: Routen, Preise und die richtige Wahl.
- Was du sonst noch probieren solltest: Du hast Lust auf nordische Küche? Entdecke unsere Liste Schwedische Küche: 18 Gerichte, die du probieren musst.
Häufig gestellte Fragen
Bei der Planung einer Reise in den Norden tauchen viele praktische Fragen auf. Wo kann man überhaupt bar bezahlen, für wen eignen sich die Parks vor Ort, und wie viel Zeit solltest du für dieses ländliche Paradies in deiner Reiseroute einplanen?
Deshalb habe ich die Antworten auf die häufigsten Fragen für dich zusammengestellt – damit du ganz entspannt und bestens vorbereitet in den Urlaub starten kannst.
Was genau ist Glasriket?
Glasriket, das Königreich des Glases, ist eine geografische und kulturelle Region in den Wäldern zwischen den Städten Växjö und Kalmar, in der sich seit dem 18. Jahrhundert die schwedische Glasproduktion konzentriert. Bis heute sind hier über ein Dutzend Glashütten aktiv, von riesigen Betrieben wie Kosta Boda bis zu kleinen Kunstateliers, die du besuchen und den Meistern bei der Arbeit zusehen kannst.
Wie viele Tage brauche ich für Småland?
Für eine vernünftige Erkundung der Region empfehle ich dir, mindestens 4 bis 5 Tage einzuplanen. Wenn du mit Kindern in die Parks fährst und auch in einer Hütte am See entspannen möchtest, ist ein einwöchiger Aufenthalt absolut ideal, damit du nirgendwohin hetzen musst und die berühmte nordische Ruhe genießen kannst, ohne täglich die Koffer zu packen.
Ist Astrid Lindgrens Värld für kleine Kinder geeignet?
Ja, der Park ist absolut fantastisch auch für kleinere Kinder (ab etwa 3 bis 10 Jahren), weil du hier keine gruseligen Attraktionen oder aggressiven Lärm findest. Alles ist als lebendiges Theater und riesiger Spielplatz konzipiert, wo Kinder in Ruhe durch Häuschen klettern und Märchenfiguren treffen können, die mit ihnen spielen.
Was kosten die Eintritte in die Parks und Museen?
Die Eintrittspreise sind relativ hoch. Der Astrid-Lindgren-Park kostet in der Saison rund 450 SEK (ca. 40 €) pro Person, Schloss Kalmar 170 SEK (15 €) und das IKEA Museum etwa 60 SEK (5 €). Überall wird mit Karte bezahlt, mit Bargeld kommst du in Schweden bei Eintritten meistens überhaupt nicht weiter und viele Orte akzeptieren es gar nicht.
Wie komme ich am besten nach Småland?
Der beliebteste Weg für Familien ist die Anreise mit dem Auto und anschließend eine Nachtfähre von Deutschland oder Polen zu den Häfen Ystad oder Trelleborg, von wo aus du in knapp zwei Stunden Fahrt in Småland bist. Alternativ kannst du nach Kopenhagen fliegen, ein Auto mieten und über die Öresundbrücke fahren, oder den kleineren Flughafen direkt in der Stadt Växjö nutzen.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Wenn du möchtest, dass alle Cafés und Attraktionen geöffnet sind, fahr im Juli, wenn in Schweden die Hauptferienzeit ist (industrisemester). Wenn du Ruhe suchst, auf die Natur setzt und kürzere Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten kein Problem sind, versprechen Ende August und September wunderschön gefärbte Wälder und eine Fülle von Pilzen, die du frei sammeln kannst.
Kann man in den småländischen Seen baden?
Auf jeden Fall! Die meisten großen Seen haben sandige Ufer und sauberes Wasser, das sich in flachen Buchten im Juli angenehm erwärmt. Bei vielen Campingplätzen und öffentlichen Stränden findest du Holzstege, von denen man nach dem morgendlichen Saunagang ins Wasser springt – ein Erlebnis, das zum schwedischen Sommer untrennbar dazugehört.
Wo kann man schwedisches Glas günstiger kaufen?
Direkt bei den großen Glashütten wie Kosta oder Orrefors findest du riesige Outlet-Läden, wo sogenannte zweite Qualität (andrasortering) verkauft wird. Oft handelt es sich um winzige Bläschen oder Asymmetrien, die ein Laie überhaupt nicht erkennt, aber der Preis kann um die Hälfte niedriger sein als bei makellosen Stücken, die in normalen Boutiquen verkauft werden.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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