Småland Schweden: 16 Tipps, was du 2026 sehen solltest

Die schwedische Region Småland ist für mich persönlich genau die richtige ländliche Idylle. Inmitten tiefer Wälder und Seen stehen hier fast dreihundert Jahre alte Glashütten, und nur ein Stück weiter liegen die Dörfer, in denen Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und die Kinder aus Bullerbü aufgewachsen sind. Småland in Schweden verbindet auf perfekte Weise die raue nordische Natur mit dem Zauber unsterblicher Kinderliteratur und erstklassigem Weltdesign.

Wenn du die beste Wahl für eine Autoreise ab der Fähre suchst, hast du sie gerade gefunden. Südschweden bietet nämlich eine archetypische Landschaft voller Granitfelsen und typisch roter Holzhäuser, ohne dass du Tausende Kilometer in den rauen Norden fahren musst. Und ganz ehrlich: Für Familien mit Kindern findet man in ganz Skandinavien nur schwer einen besseren Ort.

Dieser Guide führt dich durch sechzehn Tipps, die sich wirklich lohnen – von der Glashütte Kosta Boda bis zum historischen Kalmar. Ich verrate dir außerdem, wo du übernachten kannst, was du probieren solltest und wo du lieber gar nicht erst hinfährst.

Zusammenfassung

  • Herz der schwedischen Provinz: Småland ist die Heimat roter Holzhäuschen an Seen, endloser Wälder und des Phänomens namens Stuga.
  • Königreich des Glases (Glasriket): Historische Glashütten wie Kosta Boda bieten Glasbläser-Vorführungen und riesige Outlets.
  • Paradies für Familien: Der Theaterpark Astrid Lindgrens Värld in Vimmerby gehört zu den besten Familienerlebnissen Europas.
  • Historisches Kalmar: Das Renaissanceschloss dient als Tor zur sonnigen Insel Öland.
  • Geburt des IKEA-Phänomens: In Älmhult findest du das allererste Warenhaus und ein faszinierendes Designmuseum.
  • Natur und Seen: Der Nationalpark Åsnen oder der See Bolmen sind ideal zum Kanufahren und Radfahren.
  • Preise und Zahlungen: Schweden ist nahezu bargeldlos, die Preise sind rund doppelt so hoch wie in Mitteleuropa, und der Kurs liegt bei etwa 0,09 € pro 1 SEK.

Wann du nach Småland reisen solltest

Die Hauptsaison im Sommer dauert von Ende Juni bis Mitte August, wenn die meisten Schweden den sogenannten Industrisemester (Industrieurlaub) haben. In dieser Zeit laufen alle Attraktionen, Campingplätze und Sommercafés auf Hochtouren. Das Wetter im Sommer erinnert eher an Norddeutschland, die Temperaturen liegen bei angenehmen 20 bis 25 Grad, und Mücken gibt es hier deutlich weniger als im Norden. Die Tage sind wunderbar lang und das Licht hält bis tief in die Nacht – absolut ideal für abendliches Grillen am See. Pack aber selbst im Juli eine gute Windjacke und einen wärmeren Pullover ein, denn die Abende am Wasser können schon mal richtig frisch werden.

Wenn du im Mai oder September aufbrichst, genießt du herrliche Ruhe und niedrigere Preise, musst aber mit kleinen Einschränkungen rechnen. Viele saisonale Burgen, Museen und kleinere Restaurants stellen auf verkürzte Öffnungszeiten um oder schließen ganz – mit einem Schild, dass die Besitzer im Urlaub sind. Besonders bei Freizeitparks solltest du daher immer vorab die aktuellen Öffnungstage prüfen, denn im Herbst haben sie oft nur an ausgewählten Wochenenden geöffnet.

Eine Ausnahme bilden das Königreich des Glases (Glasriket) und die Natur, die du ganzjährig besuchen kannst. Das herbstliche Småland verwandelt sich zudem in ein Paradies für Pilz- und Blaubeersammler, die du dank des großzügigen Jedermannsrechts völlig legal überall im Wald pflücken darfst. Die Glashütten arbeiten auch im Winter, wenn die heißen Öfen eine angenehme Flucht vor der nordischen Kälte bieten und einen herrlichen Kontrast zur verschneiten Landschaft bilden. Es ist genau die richtige Zeit für heißen Kaffee und lange, gemütliche Abende.

Wo du in Småland übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Småland ist wie geschaffen für die Miete eines typischen Holzhäuschens (Stuga), idealerweise direkt am Ufer eines der Tausenden stillen Seen. Diese Unterkunftsform gibt dir enorme Freiheit und eine eigene kleine Küche, was bei schwedischen Restaurantpreisen ein absolut unbezahlbarer Vorteil ist. Achte nur darauf, dass Bettwäsche und Handtücher meist nicht im Grundpreis enthalten sind – du musst sie entweder selbst mitbringen oder recht spürbar dazuzahlen. Genauso fällt oft ein Aufpreis für die Endreinigung (slutstädning) an, falls du das Haus vor der Abreise nicht selbst perfekt sauber machen willst 😅.

Wenn du Hotels oder voll ausgestattete Campingplätze bevorzugst, ist das Angebot hier wirklich groß und sehr hochwertig. Für Familien mit Kindern ist es am sinnvollsten, sich in der Umgebung von Vimmerby einzuquartieren, von wo aus du alle Märchenparks in der Nähe hast und mit den kleinen Reisenden nicht stundenlang im Auto sitzen musst. Paare wählen dagegen oft romantische Pensionen in der Nähe der historischen Glashütten oder direkt an der Küste unweit von Kalmar, von wo man leicht auf die sonnige Insel Öland übersetzen kann.

Hier sind konkrete Unterkunftstipps, die Reisende seit Langem empfehlen und die hervorragende Bewertungen haben:

  • Kosta Boda Art Hotel: Ein absolut einzigartiges Designhotel mitten im Königreich des Glases, wo alles vom Kronleuchter bis zur Bartheke aus Glas gefertigt ist. Der Preis für ein Doppelzimmer mit ausgezeichnetem Frühstück beginnt bei rund 1 800 SEK (ca. 160 €) pro Nacht.
  • Smålandsbyn i Vimmerby: Eine tolle Wahl für Familien, die zu Astrid Lindgren wollen, denn die Anlage bietet malerische rote Häuschen ganz in der Nähe des Freizeitparks. Eine Nacht in einer ausgestatteten Hütte kostet rund 1 200 SEK (ca. 110 €).
  • Ödevata Gårdshotell: Ein ökologisches Landhotel mit toller Atmosphäre inmitten von Wäldern und Seen unweit von Emmaboda, ideal für Naturliebhaber und abendliches Baden. Die Zimmer beginnen bei 1 100 SEK (ca. 100 €) pro Nacht.
  • First Camp Vimmerby: Ein großer, perfekt ausgestatteter Campingplatz mit Stellplätzen für Wohnwagen und Hüttenvermietung, oft mit Pool und riesigem Spielplatz. Hütten starten in der Hauptsaison bei 900 SEK (ca. 80 €).
  • Hestraviken Hotell: Ein etwas luxuriöseres Landgut am Fluss Nissan unweit von Isaberg, das du zu schätzen weißt, wenn du Ruhe und Outdoor-Aktivitäten in der Nähe suchst. Eine Nacht für zwei kostet 1 600 SEK (ca. 140 €).

16 Tipps, was du in Småland in Schweden sehen und erleben kannst

Die folgende Liste führt dich durch das Beste, was Südschweden zu bieten hat – egal, ob du mit kleinen Kindern reist oder eher stille Natur und packende Geschichte suchst. Småland ist eine riesige Region, und die Entfernungen können auf der Karte etwas täuschen. Deshalb empfehle ich dir, nur bestimmte Gebiete auszuwählen und nicht ganze Tage im Auto eingesperrt zu verbringen. Der Urlaub hier soll schließlich vor allem ums Entschleunigen gehen!

1. Astrid Lindgrens Värld in Vimmerby

Dieser riesige Theaterpark Astrid Lindgrens Värld zieht jährlich rund eine halbe Million Besucher an und bildet den absoluten Mittelpunkt der meisten Familienurlaube in Schweden. Blinkende Achterbahnen oder laute Jahrmarktsattraktionen erwarten dich hier nicht – der ganze Park steht auf weitläufigen Kulissen aus den Geschichten Astrid Lindgrens, die sich über unglaubliche 180 000 Quadratmeter erstrecken und in denen sich Kinder völlig frei bewegen können.

Den ganzen Tag über finden an verschiedenen Orten ununterbrochen Live-Theatervorstellungen statt, nach denen die Schauspieler nahtlos von der Bühne springen und direkt mit den Kindern zu spielen beginnen. Du kannst durch die ikonische Villa Kunterbunt klettern, die riesige Mattisburg voller singender Räuber besuchen oder die verwinkelten Dächer erkunden, über die Karlsson vom Dach lief. Alles ist ungemein authentisch, bis ins Detail durchdacht und in einen schönen Waldpark eingebettet, der selbst an heißen Sommertagen genug Schatten bietet. Familien aus ganz Schweden bringen hierher übrigens gern ihre eigenen Holzwägen voller Verpflegung für den ganzen Tag mit und veranstalten Picknicks direkt auf dem Rasen.

Der Park ist vor allem für Kinder von drei bis zehn Jahren ideal, die die Geschichten kennen und sich sofort ins Geschehen hineinziehen lassen. Auch wenn die Vorstellungen auf Schwedisch stattfinden, ist die visuelle Seite so stark, dass die Sprachbarriere überhaupt nicht stört. Der Eintritt funktioniert dynamisch je nach Saison, wobei du in den geschäftigsten Sommermonaten für einen Erwachsenen über 450 SEK (ca. 40 €) zahlst, während Kinder unter zwei Jahren völlig kostenlos hineinkommen.

💡 Tipp: Der Park ist wirklich riesig, und an einem Tag schaffst du es nicht, ihn so zu durchlaufen, dass die Kinder es entspannt und ohne Stress genießen. Erwäge den Kauf einer Zwei-Tages-Karte, die finanziell deutlich günstiger ausfällt und dir erlaubt, die Erlebnisse zu verteilen.

2. Vimmerby und das Geburtshaus Näs

Das Städtchen Vimmerby selbst ist auf den ersten Blick malerisch und sehr ruhig, aber sein größter kultureller Magnet ist das echte Geburtshaus der Schriftstellerin, das du unter dem Namen Astrid Lindgrens Näs findest. Der Ort bietet einen absolut faszinierenden Einblick, wo die berühmte Autorin ihre erste Inspiration für all die unsterblichen Geschichten schöpfte, die heute die ganze Welt kennt.

Teil der weitläufigen Anlage ist eine moderne Ausstellung über ihr Leben, und es wird dich überraschen, wie offen sie auch über die schwereren Kapitel ihrer Jugend spricht. Rund um das Haus erstrecken sich weitläufige Gärten voller Blumen und alter Bäume, die direkt zu einem gemächlichen Spaziergang einladen. Die Gärten sind sorgfältig in verschiedene thematische Bereiche unterteilt und spiegeln die lebenslange Liebe der Schriftstellerin zur Natur und Freiheit wider. Im Inneren des Museums fehlt zudem nicht ein hübscher kleiner Laden, in dem du wohl jedes Buch kaufst, das Astrid je geschrieben hat.

Teil des Komplexes ist auch ein hervorragendes Café mit Sitzgelegenheiten im Freien, wo du dir eine traditionelle schwedische Fika (starken Kaffee mit süßem Zimtgebäck) gönnen und einfach die Umgebung beobachten kannst. Der Eintritt in die Hauptausstellung und die angrenzenden Gärten kostet einen Erwachsenen rund 190 SEK (ca. 17 €). Für erwachsene Besucher und Literaturliebhaber ist dieser Ort oft ein viel stärkeres Erlebnis als der nahe gelegene Freizeitpark selbst.

💡 Tipp: Nimm dir für den Besuch mindestens drei Stunden Zeit, denn das Lesen persönlicher Briefe und das Betrachten historischer Fotos ziehen dich leicht länger in ihren Bann, als du ursprünglich erwartet hättest.

3. Katthult und Gibberyd: der Film-Hof

Wenn du oder deine Kinder je die Fernsehserie über den frechen Michel aus Lönneberga geliebt haben, musst du das Dörfchen Gibberyd einfach mit eigenen Augen sehen. Genau hier wurden in den Siebzigerjahren all die berühmten Filme gedreht, und der ganze Hof Katthult steht hier bis heute genau in der Form, wie du sie von den Fernsehbildschirmen kennst.

Du gehst über den großen Hof, schaust dir das rote Haus mit dem Mast an (den, an dem Michel statt einer Flagge seine kleine Schwester Ida hochzog), und rings um dich weiden in aller Ruhe Nutztiere – genau so, wie du es aus dem Fernsehen kennst. Beim Besuch kannst du natürlich direkt in Michels berühmten Holzschuppen hineinschauen, wo Dutzende kleiner geschnitzter Männchen sitzen.

Der Eintritt zum Hof ist im Vergleich zu anderen schwedischen Attraktionen überraschend günstig (du zahlst rund 60 SEK, also etwa 5 €), und die ganze Besichtigung dauert etwa eine Stunde. Es ist ein schöner, unkomplizierter Stopp auf deiner Route, der dich sofort in die unbeschwerten Kindertage zurückversetzt.

💡 Tipp: Der Hof ist meist gegen Mittag am vollsten, deshalb empfehle ich, gleich morgens nach Öffnung zu kommen, wenn du den ganzen Hof und den Schuppen fast für dich allein hast.

4. Bullerbü und das echte Sevedstorp

Nur ein kleines Stück von Vimmerby entfernt liegt das unscheinbare Dörfchen Sevedstorp, das die tatsächliche historische Vorlage für die geliebten Kinder aus Bullerbü ist. Hier stehen genau die drei nebeneinander aufgereihten Häuser (Nordhof, Mittelhof und Südhof), in denen der Vater von Astrid Lindgren aufwuchs und wo später auch die Filmadaptionen gedreht wurden, an die sich viele von uns aus dem Fernsehen erinnern.

Diese ikonischen Häuser befinden sich im Privatbesitz der Einheimischen, deshalb kann man nicht direkt hinein, aber du kannst dich völlig frei auf dem Dorfplatz bewegen. Kinder können hier ins Heu in der alten Scheune springen, durch hohle Bäume klettern und die unglaublich beschauliche Dorfatmosphäre einsaugen. Du fühlst dich hier komplett, als wärst du mitten in ein aufgeschlagenes Buch geraten. Wenn du Gelassenheit in ihrer reinsten Form suchst, findest du sie vermutlich genau hier.

Während der Sommersaison ist der Ort belebt und sehr besucherfreundlich. Ein Besuch von Sevedstorp ist absolut ideal für Familien, die eine ruhigere Alternative zu den großen und lauten Freizeitparks suchen, denn hier ist die Zeit wirklich ein bisschen stehen geblieben.

💡 Tipp: Direkt bei den Häusern gibt es im Sommer das malerische Café Sörgården, wo sie ausgezeichnete frische Waffeln mit hausgemachter Marmelade machen. Gönn dir hier einen Nachmittagskaffee, setz dich auf eine Holzbank und genieße das reinste schwedische Landleben.

5. Kosta Boda: die älteste Glashütte Schwedens

Wenn man Glasriket oder das berühmte Königreich des Glases sagt, ist Kosta Boda sein absoluter, ungekrönter König. Diese ikonische Glashütte wurde bereits 1742 gegründet und stellt bis heute die absolute Spitze in der Welt des modernen Glasdesigns dar. Ihre reiche Geschichte ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie aus einem rauen Handwerk in den Wäldern nach und nach eine weltweit anerkannte Kunst wurde.

Du stehst nur wenige Meter vom Ofen entfernt, schaust zu, wie der Meister die Glasmacherpfeife dreht, und merkst gar nicht, wie eine Stunde vergeht – und die Wärme, die selbst im Oktober aus der Halle zieht, ist dabei ein angenehmer Bonus. Du kannst sogar unter Anleitung das Blasen deines eigenen Glassouvenirs ausprobieren, was eine tolle Erinnerung nicht nur für Familien mit Kindern ist, sondern für jeden, der gern etwas erschafft.

Neben der eigentlichen funktionierenden Hütte findest du hier ein riesiges Outlet mit Designglas, wo man schöne Stücke für einen Bruchteil des üblichen Preises bekommt. Halte Ausschau nach Ware, die als andrasortering (zweite Wahl, gelegentlich mit winzigen Bläschen) gekennzeichnet ist. Wenn du klares nordisches Design magst, nimm dir für ganz Kosta mindestens einen halben Tag Zeit, denn Boutiquen und Ausstellungsräume gibt es dort unzählige.

💡 Tipp: Teil der Anlage ist auch die wunderschöne Kosta Boda Art Gallery, wo du die kühnsten Glasskulpturen und Installationen siehst, die für mehrere Zehntausend Euro verkauft werden.

6. Orrefors und der Zauber kleinerer Hütten

Während Kosta wirklich riesig und touristisch belebt ist, verbirgt das Königreich des Glases Dutzende kleinerer Hütten mit viel intimerer und familiärerer Atmosphäre. Eine der berühmtesten historischen Marken ist Orrefors, deren weitläufige Anlage inmitten tiefer Fichtenwälder ein Stück von der Stadt Nybro entfernt liegt und einen schönen Einblick in die industrielle Vergangenheit der ganzen Gegend bietet.

In kleineren Hütten wie etwa Målerås oder Boda kommst du oft in persönlichen Kontakt mit unabhängigen Künstlern und kannst dich in Ruhe über ihre Techniken unterhalten. Es ist ein tolles und sehr beruhigendes Erlebnis nicht nur für Erwachsene, sondern auch für ältere Kinder, die der Prozess der Verwandlung von Sand in zerbrechliche Schönheit fasziniert. Oft lässt man dich auch einen Blick in die Werkstätten werfen, in die man in den riesigen Fabriken normalerweise nicht kommt.

Jede Hütte hat ihren ganz eigenen Stil, vom klassischen geschliffenen Kristall bis zu wilden bunten Tierskulpturen. Eine Autofahrt entlang dieser kleinen Waldfabriken ist einer der besten Herbst-Roadtrips, die du in Südschweden überhaupt erleben kannst.

💡 Tipp: Die meisten kleineren Glashütten haben freien Eintritt in die Hütte, du zahlst nur dann, wenn du selbst das Blasen einer Glaskugel mit Hilfe des Glasmeisters ausprobieren möchtest.

7. Hyttsill: das traditionelle Glashütten-Dinner

Die Geschichte der schweren Glasindustrie ließ in Småland eine absolut einzigartige kulinarische Tradition namens Hyttsill entstehen, was übersetzt so viel wie abendliches Festmahl direkt in der Glashütte bedeutet. Früher wärmten die Öfen die ganze Nacht, und die armen Glasbläser versammelten sich nach der Schicht an ihnen, um sich zu wärmen und ihr Essen in der Restwärme zu backen, die die glühenden Öfen abstrahlten.

Heute lebt dieser schöne gemeinschaftliche Brauch für Besucher und Touristen wieder auf. Du setzt dich an lange Holztische direkt neben die abkühlenden Öfen, und zu den Klängen schwedischer Live-Musik wird ein traditionelles Menü serviert. Historisch werden hier im Ofen gebackene gesalzene Heringe, Kartoffeln und Würstchen zubereitet. Zum Glück wird heute aber ganz normal auch eine ausgezeichnete vegetarische Variante voller Ofengemüse und lokalem Käse serviert, in die du dich bestimmt verliebst.

Der Abend hat eine unglaublich freundliche Atmosphäre, die Leute unterhalten sich an den Tischen, und die Glasmeister zeigen ab und zu ein witziges Kunststück mit heißem Glas. Es ist ein Erlebnis, das du in einem gewöhnlichen Restaurant nie bekommst.

💡 Tipp: Hyttsill wird nur in ausgewählten Hütten und nur zu bestimmten Terminen während der Hauptsaison veranstaltet. Die Plätze an den Tischen sind wirklich blitzschnell weg, eine Reservierung mit großem Vorlauf ist also absolut notwendig.

8. Kalmar und sein Renaissanceschloss

Sobald du aus den tiefen småländischen Wäldern in Richtung Ostsee fährst, empfängt dich die historische Stadt Kalmar mit ihrem prächtigen Schloss. Das Kalmar slott ist mit Abstand das am besten erhaltene Renaissanceschloss in ganz Skandinavien und wirkt unglaublich majestätisch, wenn sich seine mächtigen Türme auf der ruhigen Meeresoberfläche spiegeln.

Genau an diesem strategischen Ort wurde 1397 die berühmte Kalmarer Union unterzeichnet, die Schweden, Dänemark und Norwegen zu einem riesigen Reich unter der festen Herrschaft der mächtigen Königin Margarete I. vereinte. Die Innenräume der Burg sind heute wunderschön restauriert, und die interaktiven Führungen ziehen dich sofort in die harten Intrigen der mittelalterlichen und Renaissance-Politik hinein, als die Burg als Hauptverteidigung gegen das nahe Dänemark diente. Die Guides sind hier meist in historische Kostüme gekleidet und verstehen ihr Handwerk wirklich.

Der Eintritt ins Schloss liegt bei rund 170 SEK (ca. 15 €), und die ganze Anlage bietet viel tolle Unterhaltung auch für Kinder. Sie können sich an einer spannenden Schatzsuche beteiligen oder spezielle Ritteraufgaben direkt im großen Innenhof erfüllen.

💡 Tipp: Wenn du keinen vollen Eintritt zahlen möchtest, kannst du ganz kostenlos über die äußeren Wehrmauern spazieren und die herrlichen Ausblicke auf das Meer und den angrenzenden Stadtpark genießen.

9. Gamla Stan in Kalmar

Die Stadt Kalmar selbst ist definitiv viel mehr wert als nur einen schnellen Besuch des berühmten Schlosses. Ihr malerisches historisches Zentrum (Gamla Stan) ist voller enger Kopfsteinpflastergassen, erhaltener mittelalterlicher Stadtmauern und alter Holzhäuser, die lange Jahrhunderte ohne einen einzigen Schaden überstanden haben. Die ganze Stadt ist bestens für Fußgänger geeignet, du kannst das Auto also bedenkenlos auf einem Park-and-ride-Parkplatz am Hafen stehen lassen.

Beim Besuch solltest du unbedingt entlang der lebhaften Stadtmarina spazieren, wo sich luxuriöse Yachten und alte Segelboote im Wind wiegen, und in einem der vielen lokalen Cafés auf einen ausgezeichneten Kaffee anhalten. Die Atmosphäre ist hier entspannt und maritim: Im Sommer sitzt man bis spät in den Abend auf den Terrassen, und von der Uferpromenade ziehen die Klänge von Live-Musik herüber.

Am Hauptplatz Stortorget findest du eine wunderschöne barocke Kathedrale und rundherum viele kleine unabhängige Design-Boutiquen und Läden. Kalmar ist einfach ein absolut idealer Städtestopp voller großartigem Essen, bevor du zur Erkundung der wilderen Natur der nahen Inseln aufbrichst.

💡 Tipp: Im Sommer finden auf dem Hauptplatz oft Bauernmärkte statt, wo du frische lokale Produkte probieren und dir tollen Käse für ein Abendpicknick kaufen kannst.

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10. Die Ölandbrücke und das Tor zur Insel

Von Kalmar spannt sich direkt über die Meeresenge die imposante, über sechs Kilometer lange Ölandbrücke. Als sie 1972 feierlich eröffnet wurde, war sie die längste Brücke in ganz Europa, und bis heute ist die Überfahrt ein enormes visuelles Erlebnis, besonders wenn du bei Sonnenuntergang fährst und das Meer unter dir wunderschön glänzt.

Die Überfahrt über diese riesige Brücke ist kostenlos und bringt dich direkt nach Öland, das bei den Einheimischen als schwedische Sommerriviera gilt: eine flache Insel, berühmt für Hunderte historischer Windmühlen, endlose Sandstrände und die Kalksteppe Stora Alvaret, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Während Småland bewaldet und etwas rau ist, ist Öland im Grunde ein einziger großer Ferienstrand voller Wohnwagen und sich sonnender Schweden.

Wenn du mehrere Tage in Småland verbringst, mach mindestens einen Tagesausflug nach Öland oder, noch besser, widme ihm einen eigenen mehrtägigen Teil deiner Reise. Der Kontrast zwischen den tiefen, dunklen Wäldern Smålands und dem flachen, sonnigen Öland ist absolut faszinierend und zeigt dir zwei sehr unterschiedliche Gesichter Schwedens an einem einzigen Tag.

💡 Tipp: Ganz im Süden der Insel findest du den Leuchtturm Långe Jan (Langer Jan), den höchsten Leuchtturm Schwedens, der einen atemberaubenden Ausblick auf das Vogelschutzgebiet Ottenby bietet.

11. Das IKEA Museum in Älmhult

Småland hat der Welt noch ein weiteres globales Phänomen geschenkt, nämlich den blau-gelben Möbelgiganten. Im unscheinbaren Städtchen Älmhult eröffnete der junge Ingvar Kamprad 1958 sein allererstes Warenhaus. Heute befindet sich in diesem ursprünglichen und wunderschön restaurierten Gebäude das hervorragend gemachte und sehr moderne IKEA Museum in Älmhult. Egal, ob du diese Marke liebst oder nicht ausstehen kannst – die Geschichte ihrer Entstehung wird dich einfach begeistern.

Die weitläufige Ausstellung führt dich fesselnd durch die Firmengeschichte von den sehr bescheidenen Anfängen, als Kamprad die Ware persönlich mit dem Fahrrad an die Kunden auslieferte, über die ikonischen gedruckten Kataloge bis zu den größten Design-Fehltritten, zu denen sich die Firma heute mit einem Lächeln und stolz bekennt. Du erfährst hier auch die witzige Tatsache, dass die Möbelnamen wegen Kamprads Legasthenie entstanden. Damit er sich keine komplizierten Zahlen merken musste, benannte er Sofas und Tische nach echten schwedischen Städten und Seen.

Im Museum fehlt natürlich auch nicht das riesige Firmenrestaurant, wo du ausgezeichnete vegetarische pflanzliche Bällchen mit Preiselbeeren und Kartoffelpüree bekommst. Der Eintritt kostet sehr angenehme 60 SEK (ca. 5 €), und für Fans von Wohnen und Retro-Design ist es ein absolutes Muss.

💡 Tipp: Im Untergeschoss des Museums findest du einen speziellen Bereich, wo du dein eigenes Cover des berühmten IKEA-Katalogs fotografieren und als witziges Souvenir mit nach Hause nehmen kannst.

12. Växjö und das Museum Utvandrarnas Hus

Die Stadt Växjö gilt zu Recht als Hauptstadt des Königreichs des Glases und liegt direkt am Ufer des wunderschönen gleichnamigen Sees. Ihre interessanteste und emotionalste Sehenswürdigkeit ist das Utvandrarnas Hus (Auswandererhaus), das die eindringliche und oft sehr traurige Geschichte der massenhaften schwedischen Auswanderung erzählt.

Im 19. Jahrhundert war Småland eine unglaublich arme Region, und der steinige Boden konnte die großen Familien hier nicht ernähren. Wegen der harten Hungersnot und der allgegenwärtigen Armut zogen mehr als eine Million Schweden (oft gerade aus Småland) los, um in Amerika ein neues Leben und Hoffnung zu suchen. Die interaktive Ausstellung ist voller persönlicher Briefe, Schiffstickets und zeitgenössischer Tagebücher, und ehrlich gesagt bleibst du bei manchen länger stehen, als du erwartet hättest. Die Ausstellung hilft auch hervorragend zu verstehen, warum die Schweden heute so stolz auf ihren Sozialstaat sind, den sie praktisch aus dem Nichts aufgebaut haben.

Växjö selbst gilt zudem als eine der absolut grünsten Städte in ganz Europa, voller Radwege, Parks und toller moderner Restaurants. Ein Stopp hier gleicht die Tage in den tiefen Wäldern schön aus und verleiht deiner Reise ein bisschen angenehmen städtischen Komfort mit ausgezeichnetem Kaffee.

💡 Tipp: Rund um den See Växjö führt ein wunderschöner Rundweg von etwa fünf Kilometern, der ideal für einen ruhigen Lauf am frühen Abend oder einen langen Spaziergang vor dem Abendessen ist.

13. Nationalpark Åsnen und die Seen

Wenn du dich nach dem völligen Verschmelzen mit der reinen nordischen Natur sehnst, fahr unbedingt in den atemberaubenden Nationalpark Åsnen. Dieses einzigartige Seenlabyrinth besteht aus Hunderten kleiner Inselchen, tiefen Laubwäldern und weitläufigen Feuchtgebieten, die die Heimat einer riesigen Zahl von Vögeln sind, darunter seltene Seeadler. Wenn du ein Fernglas hast, vergiss auf keinen Fall, es mitzunehmen.

Der beste Weg, ganz Åsnen in die Tiefe zu erkunden, ist von Bord eines gemieteten Kanus oder eines schnellen Seekajaks. Das Wasser ist hier unglaublich ruhig, sicher und sauber, und beim stillen Paddeln triffst du oft mehrere Stunden am Stück keine Menschenseele. Boote lassen sich sehr leicht und günstig auf den Campingplätzen direkt am Ufer des Sees mieten, wo dir die Betreiber auch eine grundlegende Einweisung und Westen geben.

Rund um den ganzen weitläufigen Park führen zudem hervorragend markierte und sorgfältig gepflegte Wanderwege. Die meisten von ihnen sind schön flach und leicht, sodass sie problemlos auch kleinere Kinder oder ältere Reisende schaffen. Wenn du gern umherstreifst, wird Åsnen genau dein Ding sein.

💡 Tipp: In den Park führen mehrere offizielle Eingänge, aber die beste Infrastruktur und die schönsten Ausblicke findest du am Eingang Sunnabron, wo sich auch ein modernes Informationszentrum befindet.

14. Der See Bolmen

Während der Park Åsnen eher an ein verzweigtes Labyrinth erinnert, ist der See Bolmen eine riesige und majestätische Wasserfläche, insgesamt der zehntgrößte in ganz Schweden. Du findest hier unglaubliche 365 bewaldete Inseln, was die Einheimischen gern und oft mit den Worten kommentieren, dass du für jeden Tag im Jahr eine Insel hast. Wenn du gern weit vom Ufer entfernt schwimmst und deine eigenen kleinen Landstücke entdeckst, wirst du hier in deinem Element sein.

Bolmen ist ein absolut ideales Ziel, wenn du dir eine einsame Hütte am Wasser mieten und die absolute nordische Stille genießen willst. Die Umgebung dieses riesigen Sees ist von tiefen Wäldern umgeben, die im Herbst voller Blaubeeren und Pilze sind, und das Wasser ist hier so unglaublich sauber, dass die ganze südliche Region Skåne von hier mit Trinkwasser versorgt wird.

Entlang der langen Ufer gibt es mehrere kleine, aber bestens ausgestattete Campingplätze, wo du dir leicht Fahrräder ausleihen und einen Teil des Sees auf malerischen Waldwegen umrunden kannst. Nach zwei Tagen am Bolmen verstehst du, warum die Schweden jeden Sommer das Handy weglegen und einfach nur am Wasser sitzen.

💡 Tipp: Wenn du dir lange Radtouren nicht zutraust, miete dir auf dem Campingplatz ein kleines Motorboot und mach dich auf die Suche nach deiner eigenen einsamen Insel für ein Nachmittagspicknick.

15. Isaberg und Outdoor-Vergnügen

Obwohl das südliche Småland definitiv keine hohen Berge hat, bietet es erstklassige Infrastruktur für alle Outdoor-Sportarten, vor allem in der hügeligen Region Isaberg. Dieser markante Hügel ist im Winter ein sehr beliebtes Skigebiet, verwandelt sich im Sommer aber in einen riesigen Adrenalin-Spielplatz für Mountainbikes und aktive Wanderer aus ganz Europa. Die Anlage ist von modernen Liften und Verleihstationen für jede erdenkliche Ausrüstung durchzogen.

Du findest hier Dutzende Kilometer perfekt präparierter und markierter Trails für Mountainbikes. Das Angebot reicht von einfachen Familienrunden im Wald bis zu technisch sehr anspruchsvollen Abfahrten voller Sprünge. Direkt im Zentrum leihst du dir problemlos jede erstklassige Ausrüstung inklusive moderner E-Bikes aus, sodass du hier überhaupt keine eigenen Räder auf dem Autodach herbringen musst.

Wenn du Herausforderungen und Adrenalin magst, lass dir auf keinen Fall den lokalen riesigen Kletterpark oder die schnelle Sommerrodelbahn entgehen, die Erwachsene genauso begeistert wie Kinder. Ähnliche, wenn auch etwas dramatischere Naturkulissen zum Wandern kannst du dann im nahen Nationalpark Skäralid erleben, der auf der Fahrt nach Süden oft in eine Route eingebunden wird und atemberaubende Ausblicke aus tiefen Schluchten bietet.

💡 Tipp: Der Kletterpark in Isaberg hat mehrere Schwierigkeitsstufen, wobei die schwerste schwarze Route deine körperliche Verfassung in den Baumkronen wirklich gründlich auf die Probe stellt.

16. Traditionelle Fika und Ostkaka

Die Gastronomie Smålands ist historisch bäuerlich, deftig und sehr fleischlastig, aber heute findest du hier zum Glück viele tolle und moderne vegetarische Möglichkeiten. Eine absolute kulinarische Pflicht ist es, die småländische Spezialität namens Ostkaka zu probieren. Es handelt sich um ein warmes und reichhaltiges Dessert aus Käsebruch, das traditionell mit einer großzügigen Portion Moltebeer- oder Erdbeermarmelade und einem riesigen Berg Schlagsahne serviert wird.

Halte während eines aktiven Tages in Restaurants immer nach Schildern mit dagens lunch (günstiges Tagesmenü) Ausschau. Für rund 130 SEK (12 €) bekommst du ein Hauptgericht, ein Salatbuffet, Brot und Kaffee, und ehrlich gesagt findest du in Schweden wohl kein besseres Preis-Mengen-Verhältnis. Zum Mittagessen kannst du oft eine tolle vegetarische Variante wählen, wie zum Beispiel Gemüse-Quiche, cremige Suppen oder gebackenes Wurzelgemüse.

Obwohl die Region historisch berühmt für ihre Kroppkakor ist (große Kartoffelknödel gefüllt mit Schweinefleisch und Speck, die die Einheimischen lieben), erobert das tägliche Ritual der Fika auf Reisen eher dein Herz. Eine große Zimtschnecke mit gutem Filterkaffee irgendwo auf einem Holzsteg am See ist das absolut beste kulinarische Erlebnis, das du dir hier gönnen kannst.

💡 Tipp: Denk daran, dass du Alkohol über 3,5 % (einschließlich Wein) in Schweden ausschließlich in den staatlichen Läden Systembolaget kaufst, die am Samstagnachmittag und den ganzen Sonntag strikt geschlossen haben.

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Wo du in Småland gut essen kannst

Auch wenn zum typischen schwedischen Urlaub in einer gemieteten Hütte eher abendliches Grillen am See und Kochen aus eigenen Vorräten aus dem lokalen Supermarkt gehören, wäre es ein enormer Verlust, sich um die lokale Gastronomie zu bringen. Die småländische Küche ist zwar im Grunde sehr hausmannskostartig und deftig, wird heute aber in den Restaurants fantastisch durch moderne nordische Einflüsse ergänzt. Ich habe für dich ein paar konkrete Lokale ausgewählt, die du dir unbedingt auf der Karte speichern solltest.

Sternegastronomie und ländliche Gemütlichkeit

Wenn du dich auf einen Streifzug nach Växjö vorbereitest und dir etwas wirklich Außergewöhnliches gönnen möchtest, steuere das Restaurant PM & Vänner an. Dieses ausgezeichnete Lokal ist nicht nur mit einem Michelin-Stern versehen, sondern glänzt vor allem mit einem unglaublichen Weinkeller und einem lokalen Menü, das stolz das Beste aus den Wäldern und Seen der Umgebung widerspiegelt. Es ist zwar ein etwas teureres Erlebnis, aber es ist jeden Euro wert.

Eine etwas entspanntere Atmosphäre bietet dann das Kult-Café Café Sörgården direkt in Sevedstorp (im Dörfchen der berühmten Kinder aus Bullerbü). Sie machen dort absolut fantastische frische Waffeln mit hausgemachter Marmelade, die einfach perfekt zum sommerlichen Faulenzen passen. Und wenn du den Klassiker testen willst, geh ins Restaurant direkt im IKEA Museum in Älmhult, wo du dir in moderner und verspielter Umgebung die bekanntesten Fleisch- und Pflanzenbällchen gönnen kannst.

Wie du nach Småland kommst und wie du dort reist

Die Anreise nach Småland aus Deutschland ist überraschend einfach, und du hast gleich mehrere Möglichkeiten. Die meisten Reisenden wählen das eigene Auto in Kombination mit der Fähre, was die praktischste Variante ist. Du kannst über Deutschland (ab Rostock) oder Polen (ab Świnoujście) fahren und in den Häfen Trelleborg oder Ystad anlegen. Von diesen südlichen Häfen sind es ins Herz Smålands (zum Beispiel bis zur Stadt Växjö) rund 200 Kilometer, was du bequem in knapp drei Stunden schaffst.

Eine weitere beliebte Alternative für einen Roadtrip ist die Landfahrt über Dänemark. Du fährst bis Kopenhagen und überquerst anschließend die berühmte Öresundbrücke direkt ins schwedische Malmö (die Maut für das Auto beträgt rund 470 DKK, also etwa 63 €). Von dort ist es über die gute Autobahn E4 nach Norden in Richtung Småland nur ein kleines Stück.

Wenn du keine Tage hinterm Steuer verbringen willst, kannst du direkt in den Süden Schwedens fliegen. Kleinere Flughäfen befinden sich direkt in Växjö oder in Kalmar; alternativ kannst du nach Kopenhagen fliegen und am Flughafen gleich in einen Direktzug steigen, der dich über die Brücke in wenigen Stunden bis nach Småland bringt. Lufthansa und Eurowings ab Frankfurt oder München fliegen regelmäßig nach Kopenhagen.

Egal, wie du anreist, ohne Auto wird es in Småland ziemlich mühsam: Die schönsten Hütten liegen tief in den Wäldern, und auf einen Bus zu den abgelegenen Seen kannst du einfach nicht warten. Wenn du dich aber an größere Städte wie Kalmar, Växjö oder Jönköping hältst, sind die schwedischen Züge und Busse erstklassig. Im Sommer 2026 subventioniert die schwedische Regierung zudem massiv den öffentlichen Verkehr, sodass du Monatstickets für Züge und Busse in den Regionen für genau die Hälfte des üblichen Preises bekommst.

Rundreise durch Småland in 5 Tagen

Wenn du knapp eine Woche für Småland hast und das Beste ohne unnötige Hektik sehen willst, bietet dir dieser fünftägige Reiseplan die perfekte Balance zwischen Geschichte, Design und tiefen Wäldern. Die Route geht davon aus, dass du mit dem Auto von Süden kommst (von der Fähre oder aus Malmö).

Tag 1: Historisches Kalmar und die Insel Öland Beginne an der Ostküste. Erkunde vormittags das Kalmarer Schloss und die malerischen Gassen von Gamla Stan. Fahre nachmittags über die Ölandbrücke und schau dir die Kalksteppe Stora Alvaret oder die Windmühlen an. Übernachten kannst du auf einem Campingplatz direkt auf der Insel oder zurück in Kalmar.

Tag 2: Königreich des Glases und Växjö Fahre von Kalmar nach Westen in die tiefen Wälder (rund 100 km). Halte bei der Glashütte Kosta Boda an, schau dir das Glasblasen an und kaufe im Design-Outlet ein. Fahre am Nachmittag nach Växjö, spaziere um den See und besuche das Utvandrarnas Hus.

Tag 3: Auf den Spuren von Astrid Lindgren Fahre nach Norden nach Vimmerby (von Växjö sind es etwa 130 km). Wenn du mit Kindern reist, reserviere den ganzen Tag für den Park Astrid Lindgrens Värld. Wenn du ohne Kinder unterwegs bist, besuche die Gärten beim Geburtshaus Näs und fahre am Nachmittag zum Film-Hof Katthult. Übernachte in einer typischen Stuga in den umliegenden Wäldern.

Tag 4: Stille der Seen Fahre von Vimmerby zurück nach Süden in Richtung Nationalpark Åsnen oder zum riesigen See Bolmen. Widme diesen Tag ganz dem Entschleunigen. Miete ein Kanu, mach ein Picknick auf einer der einsamen Inseln und heize am Abend die traditionelle Holzsauna am Ufer ein.

Tag 5: Design und Heimreise Halte auf dem Rückweg zu den südlichen Fähren im Städtchen Älmhult an. Besuche das faszinierende IKEA Museum, gönn dir vegetarische Bällchen im Restaurant und kaufe die letzten Vorräte an Zimtschnecken, bevor du Schweden endgültig verlässt.

Wohin weiter ab Småland

Häufig gestellte Fragen

Die Planung einer Reise in den Norden bringt viele praktische Fragen mit sich. Wo zahlt man eigentlich bar, für wen sind die lokalen Parks geeignet, und wie viel Zeit solltest du für dieses ganze ländliche Paradies in deinem Reiseplan einplanen?

Deshalb habe ich für dich Antworten auf die allerhäufigsten Fragen zusammengestellt, damit du völlig entspannt und hundertprozentig vorbereitet in den Urlaub aufbrichst.

Was genau ist Glasriket?

Glasriket, das Königreich aus Glas, ist eine geografische und kulturelle Region in den Wäldern zwischen den Städten Växjö und Kalmar, wo sich seit dem 18. Jahrhundert die schwedische Glasproduktion konzentriert. Bis heute arbeiten hier über ein Dutzend Glashütten, von riesigen Betrieben wie Kosta Boda bis hin zu kleinen Kunstateliers, die ihr besuchen und den Meistern bei der Arbeit zusehen könnt.

Wie viele Tage brauche ich für Småland?

Für eine vernünftige Erkundung der Region empfehle ich, mindestens 4 bis 5 Tage einzuplanen. Wenn ihr mit Kindern in die Parks fahrt und euch außerdem in einer Hütte am See erholen wollt, ist ein einwöchiger Aufenthalt absolut ideal, damit ihr nirgendwo hinhetzen müsst und die berühmte nordische Ruhe genießen könnt, ohne täglich die Koffer zu packen.

Ist Astrid Lindgrens Värld für kleine Kinder geeignet?

Ja, der Park ist absolut fantastisch auch für kleinere Kinder (ab etwa 3 bis 10 Jahren), denn hier findet ihr keine gruseligen Attraktionen oder aggressiven Lärm. Alles ist als lebendiges Theater und riesiger Spielplatz konzipiert, wo Kinder in Ruhe durch Häuschen klettern und Märchenfiguren begegnen können, die mit ihnen spielen.

Wie viel kosten die Eintritte in Parks und Museen?

Die Eintrittspreise sind ziemlich hoch. Der Astrid-Lindgren-Park kostet in der Hauptsaison rund 450 SEK (ca. 40 €) pro Person, Schloss Kalmar schlägt mit 170 SEK (16 €) zu Buche und das IKEA Museum mit etwa 60 SEK (6 €). Überall wird ausschließlich mit Karte gezahlt, mit Bargeld kommt ihr in Schweden an den Kassen meistens gar nicht weiter und viele Orte akzeptieren es überhaupt nicht.

Wie komme ich am besten nach Småland?

Der beliebteste Weg für Familien ist die Anreise mit dem Auto und anschließend eine Nachtfähre von Deutschland oder Polen zu den Häfen Ystad oder Trelleborg, von wo ihr in knapp zwei Stunden Fahrt in Småland seid. Alternativ könnt ihr nach Kopenhagen fliegen, ein Auto mieten und über die Öresundbrücke fahren, oder den kleineren Flughafen direkt in der Stadt Växjö nutzen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Wenn ihr alle Cafés und Attraktionen geöffnet haben wollt, fahrt im Juli, wenn in Schweden die Hauptferienzeit ist (Industrisemester). Wenn ihr Ruhe sucht, auf Natur setzt und euch kürzere Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten nichts ausmachen, versprechen Ende August und September herrlich verfärbte Wälder und eine Fülle an Pilzen, die ihr frei sammeln könnt.

Kann man in den småländischen Seen baden?

Auf jeden Fall! Die meisten großen Seen haben sandige Ufer und klares Wasser, das sich in flachen Buchten im Juli angenehm erwärmt. Bei vielen Campingplätzen und öffentlichen Stränden findet ihr Holzstege, von denen man nach dem morgendlichen Saunieren ins Wasser springt – ein Erlebnis, das zum schwedischen Sommer einfach dazugehört.

Wo kann man schwedisches Glas günstiger kaufen?

Direkt bei den großen Glashütten wie Kosta oder Orrefors findet ihr riesige Outlet-Läden, wo sogenannte zweite Wahl (andrasortering) verkauft wird. Oft handelt es sich um winzige Bläschen oder Asymmetrien, die ein Laie überhaupt nicht erkennt, aber der Preis kann sogar um die Hälfte niedriger sein als bei fehlerfreien Stücken, die in normalen Boutiquen verkauft werden.

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