Schwedisch Lappland: 20 Tipps für Erlebnisse am Polarkreis 2026

TL;DRSchwedisch Lappland am Polarkreis bietet 20 zentrale Erlebnisse – von der Jagd nach dem Polarlicht in Abisko und Kiruna über Hundeschlittentouren und Schneemobile (80–140 Euro für einen halbtägigen Ausflug) bis hin zur Übernachtung oder Tagesbesichtigung im berühmten ICEHOTEL in Jukkasjärvi (Tageseintritt 325 SEK). Die beste Zeit für Winteraktivitäten und Polarlichter sind Februar und März, während der Sommer mit Mitternachtssonne von Juni bis Juli zu Wanderungen auf dem Kungsleden (440 Kilometer) einlädt und die Wende von August auf September ideal für Touren ohne Mücken ist. Zu den Höhepunkten gehören auch der Wintermarkt in Jokkmokk und die samische Kultur mit eigenem Parlament. Am schnellsten kommst du per Flug über Stockholm nach Kiruna in den Norden, ein selbst organisierter Trip kostet für eine Woche rund 1 000 € pro Person, mit dem Reiseveranstalter über 2 900 €.

Schwedisch Lappland nimmt ein ganzes Viertel der Fläche Schwedens ein, doch hier leben nur zwei Prozent der Bevölkerung des ganzen Landes. In der Praxis heißt das, dass du in dieser riesigen nordischen Wildnis höchstwahrscheinlich mehr Rentiere als Menschen triffst. Wenn du das Weihnachtsmanndorf und kommerziellen Weihnachtsglanz suchst, musst du zu den Nachbarn nach Finnland fahren, denn hier herrscht reine, raue und unglaublich stille arktische Wildnis.

Der Winter jenseits des Polarkreises ist nicht einfach nur eine Jahreszeit, sondern eher ein eigenes Universum voller Extreme und Kontraste. Die Sonne geht hier für einige Wochen überhaupt nicht über den Horizont, und die Temperaturen fallen regelmäßig auf Werte, bei denen dir sogar der Atem am Jackenkragen gefriert. Belohnt wirst du dafür mit einem dunklen Himmel, der nachts in grünem Plasma explodiert, und endlosen Ebenen aus glitzerndem Schnee, die sich bis zum Horizont ziehen.

Diese Tipps habe ich für dich zusammengestellt, damit du deine Reise in den Norden wirklich in vollen Zügen genießt und außerdem weißt, wo du sparen kannst und worauf du achten solltest. Ich verrate dir, wo du dich strategisch am besten einquartierst, wie du eine Hundeschlittentour auswählst und wie viel dieser ganze arktische Spaß kostet. Du erfährst außerdem, wann die beste Zeit für die Reise ist, um den Mückenschwärmen des Sommers oder umgekehrt der härtesten Winterkälte auszuweichen.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Beste Basis: Für die Polarlichtjagd ist das absolute Nonplusultra das Dörfchen Abisko mit seinem wolkenarmen Mikroklima, für Aktivitäten und Infrastruktur eignet sich die Stadt Kiruna.
  • Hundeschlitten und Schneemobile: Diese Aktivitäten bilden den Kern des Winterspaßes, aber plane ein großzügiges Budget ein, denn die Preise für einen halbtägigen Ausflug beginnen üblicherweise bei 80 bis 140 Euro.
  • Eishotel: Das ikonische ICEHOTEL in Jukkasjärvi kannst du auch nur bei einer Tagesbesichtigung für 325 SEK erleben – eine tolle Alternative zur teuren Übernachtung in der Kälte.
  • Samische Kultur: Die Ureinwohner des Nordens sind keine Touristenattraktion, sondern ein stolzes Volk mit eigenem Parlament, dessen Wintermarkt in Jokkmokk zu den Höhepunkten der Saison zählt.
  • Sommerwandern: Der legendäre Kungsleden (Königsweg) bietet 440 Kilometer Wanderrouten mit hervorragender Hüttenversorgung, sodass du kein eigenes Zelt brauchst.
  • Anreise in den Norden: Aus Deutschland kommst du am besten per Flug über Stockholm nach Kiruna, alternativ kannst du die romantische Fahrt mit dem arktischen Nachtzug wählen.
  • Budget: Während du mit dem Reiseveranstalter für eine Woche über 2 900 € zahlst, kommst du auf eigene Faust locker mit rund 1 000 € pro Person aus.

Wann du nach Schwedisch Lappland reisen solltest

Die Wahl der richtigen Jahreszeit ist für eine Reise in den Norden absolut entscheidend, denn Lappland verändert sich mit jedem Monat bis zur Unkenntlichkeit. Wenn dein Hauptziel Polarlichter und Winterfreuden sind, öffnet sich das ideale Zeitfenster im Februar und März. In dieser Zeit werden die Tage schon länger, die Sonne hat Kraft, der Schnee bildet perfekte glitzernde Verwehungen, doch es bleibt genug Dunkelheit für das grüne Schauspiel am Abendhimmel. Dezember und Januar bieten zwar die magische Polarnacht, in der die Sonne überhaupt nicht aufgeht und die Landschaft in atemberaubenden blauen und violetten Schatten versinkt, doch dann musst du mit extremer Kälte bis zu minus dreißig Grad rechnen.

Der Sommer jenseits des Polarkreises ist eine völlig andere Welt, die vom Phänomen der Mitternachtssonne beherrscht wird. Im Juni und Juli gibt es rund um die Uhr Licht, was absolut ideal für lange Bergwanderungen oder nächtliches Angeln an den Seen ist. Die Sommermonate haben aber einen riesigen Haken: gigantische Schwärme von Mücken und winzigen beißenden Fliegen, die Kriebelmücken (schwedisch knott). Am Wasser bei Windstille fressen sie dich buchstäblich bei lebendigem Leib auf.

Erfahrene Reisende empfehlen deshalb oft, Sommerwanderungen erst auf die Wende von August auf September zu legen, wenn die sogenannte „ruska“ beginnt. Die ersten Nachtfröste vertilgen die Insekten zuverlässig, und die Natur färbt sich obendrein in unglaublich lodernde Herbstfarben. Das Polarlicht im September hat dann noch einen riesigen visuellen Bonus: Die Seen sind noch nicht zugefroren, und die grünen Lichter spiegeln sich wunderschön direkt auf der Wasseroberfläche.

Wo du in Schwedisch Lappland übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann, über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Grundlage einer gelungenen arktischen Expedition ist gute logistische Planung und die Wahl der richtigen Unterkunft je nach deiner Route. Die Entfernungen im Norden sind riesig, deshalb lohnt es sich nicht, auf einen einzigen Ort zu setzen, sondern eher mehrere Standorte danach zu kombinieren, was du gerade unternehmen möchtest. Wenn du in Kiruna landest und eine gute Ausstattung mit einem Hauch von Luxus suchst, schau dir unbedingt Camp Ripan an. Dieses Resort bietet wunderschöne freistehende Hütten mit riesigen Fenstern und ein fantastisches arktisches Wellnesscenter, in dem du dich nach einem Tag in der Kälte in den Saunen aufwärmen kannst. Eine tolle, moderne Alternative direkt im neu errichteten Stadtzentrum ist das Scandic Kiruna, das mit reichhaltigen Frühstücken und guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr punktet.

Für Polarlichtjäger ist es ein absolutes Muss, an den See im Nationalpark Abisko zu wechseln. Hier gibt es die legendäre Bergstation STF Abisko Turiststation, die alles bietet, von günstigeren Betten in Mehrbettzimmern bis hin zu privaten Hotelzimmern und freistehenden Hütten. Die Reservierung musst du hier aber viele Monate im Voraus klären, denn in der Hochsaison ist der Ort hoffnungslos ausgebucht.

Wenn dich eher die Küste und das gefrorene Meer reizen, leistet dir in der modernen Stadt Luleå das Clarion Hotel Sense gute Dienste, von wo aus du direkt auf die Eisflächen der Bucht blickst. Eine besondere Erwähnung verdient das Skigebiet Åre, das zwar etwas weiter südlich in der Region Jämtland liegt, aber als perfektes Tor zum Norden dient. Für Design-Liebhaber und erstklassigen Service steht hier das Copperhill Mountain Lodge bereit, ein riesiges Holzhotel, das direkt auf dem Berggipfel thront, mit eigener Seilbahn und luxuriösen Kupferakzenten.

Wo du in Schwedisch Lappland essen kannst

Wenn dir nach einem ganzen Tag an der frostigen Luft der Hunger kommt, stellt dich die schwedische Küche garantiert wieder auf die Beine. Trotz höherer Preise findest du hier tolle Lokale, die mit ehrlichen arktischen Zutaten kochen – inklusive Rentierfleisch, Polarfisch oder Moltebeeren.

Unsere Tipps für konkrete Restaurants

In Kiruna solltest du das Restaurant Spis Mat & Dryck auf keinen Fall auslassen, das tolle Mittagsmenüs bietet und sich abends in ein gemütliches Lokal mit fantastischer Atmosphäre verwandelt. Für Kaffeeliebhaber und Fans der traditionellen Fika ist das Café Safari Pflicht, wo es die besten Zimtschnecken weit und breit gibt. Wenn du nach Jokkmokk kommst, kehr im Restaurant Restaurang Ájtte direkt im Museum ein, wo man perfekte vegetarische Suppen und traditionelle nordische Spezialitäten zubereitet. Und wenn du nach einem echten Gourmet-Erlebnis suchst, serviert das Icehotel Restaurant in Jukkasjärvi ein luxuriöses arktisches Degustationsmenü, das du so schnell nicht vergisst.

20 Tipps, was du in Schwedisch Lappland sehen und erleben kannst

Schauen wir uns gemeinsam die besten Tipps und Aktivitäten an, die dir der schwedische Norden bietet. Ich verrate dir, wie du bei teuren Eintritten sparst und worauf du bei extremer Kälte am meisten achten solltest.

1. Kiruna und der einzigartige Umzug einer ganzen Stadt

Deine Reise beginnt höchstwahrscheinlich in Kiruna, einer Stadt mit einem absolut faszinierenden Schicksal. Sie liegt nämlich direkt auf einer riesigen Lagerstätte hochwertigen Eisenerzes, das hier das staatliche Unternehmen LKAB in der größten Untertagemine ihrer Art auf der Welt abbaut. Der Abbau ist inzwischen so massiv, dass er die Fundamente der Stadt selbst unterhöhlt hat, deren Zentrum real drohte, im Boden zu versinken. Die Schweden entschieden sich deshalb zu einem beispiellosen Schritt und verlegen die gesamte Stadt schrittweise drei Kilometer nach Osten.

Diesen gigantischen Prozess verfolgt die ganze Welt gespannt, und der Umzug der über hundert Jahre alten Holzkirche Kiruna kyrka ist für 2025 geplant. Dieses majestätische Bauwerk mit einem Gewicht von 672 Tonnen und einer Breite von vierzig Metern wird im Ganzen über eine fünf Kilometer lange Strecke an den neuen Ort transportiert – eine technische Operation, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Sobald dieses architektonische Juwel sicher im neuen Zentrum steht, kannst du dir eine Stadt anschauen, die vor deinen Augen neu entsteht.

💡 Tipp: Wenn dich die Industriegeschichte interessiert, reserviere dir unbedingt eine Führung durch die LKAB-Mine selbst. Ein Bus bringt dich hunderte Meter unter die Erde in ein weitläufiges Besucherzentrum, wo du mit eigenen Augen verstehst, warum eine ganze Stadt mit hunderttausend Einwohnern in Bewegung gesetzt werden musste. Verfügbarkeit und Zeiten der Touren richten sich nach dem aktuellen Abbau, also musst du dir die Tickets rechtzeitig online sichern.

2. ICEHOTEL in Jukkasjärvi und die Nacht im Gefrierfach

Etwa zwanzig Autominuten von Kiruna entfernt findest du ein Phänomen, das den Wintertourismus in Skandinavien im Grunde definiert hat. Das hiesige ICEHOTEL ist überhaupt das erste Eishotel der Welt, dessen Geschichte schon 1989 begann. Jeden Herbst schneiden Arbeiter aus dem nahen Fluss Torne riesige Blöcke aus makellos klarem Eis, aus denen Künstler aus aller Welt ein völlig neues, atemberaubendes Bauwerk errichten. Im Frühling schmilzt diese ganze Pracht dann einfach und fließt zurück in den Fluss – für die Saison 2026/2027 öffnet bereits die 37. Ausgabe.

Eine Übernachtung im Eiszimmer ist ein Erlebnis, das auf der Grenze zwischen Luxus und arktischer Expedition balanciert. Die Temperatur im Inneren hält sich dauerhaft bei minus fünf Grad, und du schläfst in einem speziellen isolierten Schlafsack auf einem Bett, das mit Rentierfellen bedeckt ist. Toiletten und Duschen im Zimmer suchst du natürlich vergeblich: Mitten in der Nacht musst du dich anziehen und über den frostigen Flur ins benachbarte warme Gebäude rennen. Der Preis für diesen kalten Spaß beginnt bei rund 6 000 SEK (etwa 540 €), wobei die luxuriöseren Kunst-Suiten noch weit mehr kosten.

💡 Tipp: Die überwiegende Mehrheit der Besucher ist sich einig, dass es völlig reicht, den Tageseintritt für 325 SEK zu zahlen (etwa 30 €). So kannst du in Ruhe alle Eiszimmer durchstreifen, dir in der ICEBAR einen Drink gönnen und zum Schlafen in eine normale, angenehm beheizte Pension zurückkehren. Dank der neuen Halle ICEHOTEL 365, die mit Solarenergie gekühlt wird, kannst du dir die Eisskulpturen sogar mitten im Sommer ansehen.

3. Hundeschlitten und die Stille des arktischen Waldes

Die Fahrt mit dem Hundeschlitten, das Husky-Safari, ist gleich nach dem Polarlicht der Hauptgrund, warum Menschen in den Norden reisen. Die Stille des verschneiten Waldes, die nur das freudige Hecheln der Hunde und das Knirschen des Schlittens durchbricht, wirkt auf die Psyche absolut hypnotisch. Der übliche Preis für dieses halbtägige Erlebnis liegt zwischen 80 und 140 Euro pro Person, was zwar nicht wenig ist, sich aber definitiv lohnt.

Überleg dir bei der Buchung gut, ob du den Schlitten selbst lenken oder dich nur fahren lassen möchtest. Ein Rudel begeisterter Hunde zu bändigen ist nämlich körperlich ziemlich anspruchsvoll: Du musst den Schlitten in den Kurven ausbalancieren und den Hunden bergauf aktiv durch Abstoßen helfen. Riesiges Adrenalin mischt sich so mit einer soliden sportlichen Leistung. Wenn du dir bei deiner Kondition nicht sicher bist, ist die Variante mit dem Guide als Fahrer absolut vollwertig, viel entspannter, und du kannst so die ganze Fahrt in Ruhe fotografieren.

💡 Tipp: Viele Anbieter sagen die Fahrten aus Sicherheitsgründen ab, sobald die Temperatur unter minus zwanzig Grad fällt. Eiskalte Luft bei körperlicher Anstrengung einzuatmen ist für Mensch und Tier gefährlich. Dezember und Januar sind oft extrem frostig, deshalb sind Februar und März für diese Aktivität statistisch die deutlich verlässlichere Wahl.

4. Schneemobile für Adrenalin-Fans

Während die Hunde für Romantik und die Verbindung mit der Natur stehen, bedeuten Schneemobile pures Adrenalin und enorme Effizienz. Es ist mit Abstand die beste Methode, um in kurzer Zeit tief in die unwegsame Wildnis, auf zugefrorene Seen und endlose weiße Ebenen zu gelangen. Zum Fahren dieser starken Maschine brauchst du nur einen gewöhnlichen gültigen Pkw-Führerschein, und die Preise liegen sehr ähnlich wie bei den Hunden, also zwischen 80 und 130 Euro.

Die Anbieter packen dich vor der Fahrt gründlich in spezielle schwere Thermo-Overalls, du bekommst eine warme Sturmhaube, einen Schutzhelm sowie massive Handschuhe und Schneestiefel. Ohne diese Ausrüstung würdest du bei etwa fünfzig Stundenkilometern auf offener Ebene sehr schnell erfrieren. Das Fahren selbst ist nicht kompliziert – du gibst mit dem Daumen der rechten Hand Gas und bremst mit der linken, aber es erfordert ständige Konzentration auf das Gelände und Respekt vor der enormen Kraft der Maschine.

💡 Tipp: Wähle lieber einen längeren, mindestens dreistündigen Ausflug mit Mittagessen am Lagerfeuer in der Natur. Die einstündigen Schnellfahrten rund um Kiruna führen dich oft nur auf ausgefahrene Strecken entlang der Straßen, wo du nicht das echte Gefühl arktischer Abgeschiedenheit erlebst und die Fahrt nicht richtig verinnerlichen kannst.

5. Samische Kultur und Respekt vor den Traditionen

Die Samen sind die Ureinwohner Nordskandinaviens und zugleich das einzige offiziell anerkannte indigene Volk in der Europäischen Union. Schwedisch Lappland ist ihre historische Heimat, die sie in ihrer Sprache Sápmi nennen, und sie haben hier sogar ein eigenes funktionierendes Parlament. Es ist absolut wichtig zu begreifen, dass die Samen keine historische Touristenkulisse sind, sondern eine lebendige und moderne Kultur, die oft sehr hart für ihre Landrechte gegen die Bergbaukonzerne kämpft.

Die Rentierzucht bildet bis heute den absoluten Kern der samischen Kultur und der traditionellen Lebensgrundlage. Wenn du diese faszinierende Welt aus der Nähe und mit Respekt kennenlernen möchtest, wähle Programme aus, die direkt von einheimischen samischen Familien betrieben werden. Ein tolles Beispiel ist die Organisation Nutti Sámi Siida, wo du etwas über das reale Leben der Hirten in der modernen Welt erfährst, die neugierigen Tiere fütterst und am Feuer in einem traditionellen Zelt namens Lávvu sitzt.

💡 Tipp: Eine lokale Spezialität, die die Samen traditionell essen, ist Suovas, also geräuchertes Rentierfleisch. Als Tourist kannst du bei der Buchung des Programms aber auch eine vegetarische Bewirtung anfragen, zu der oft dicker schwarzer Kaffee und ein köstliches süßes Brot serviert werden, das direkt über offenem Feuer gebacken wird.

6. Wintermarkt in Jokkmokk mit riesiger Tradition

Der absolute Höhepunkt des gesellschaftlichen Jahres im ganzen Norden ist der berühmte Wintermarkt im Städtchen Jokkmokk. Er findet regelmäßig immer Anfang Februar statt und rühmt sich einer unglaublichen, ununterbrochenen Tradition von über vierhundert Jahren. In das beschauliche Städtchen mit nur fünftausend festen Einwohnern strömen für drei Tage Zehntausende Menschen aus aller Welt, und der Ort verwandelt sich in ein Epizentrum von allem Nordischen.

Der Markt funktioniert als gigantische Schau wunderschönen samischen Kunsthandwerks namens Duodji, traditioneller Kehlkopfmusik (Jojk) und lokaler nordischer Spezialitäten. Die Atmosphäre ist absolut elektrisierend, auf dem zugefrorenen See finden beliebte Rentierrennen statt, und die verschneiten Straßen sind voller Menschen in bunten Trachten. Es ist ein einmaliges kulturelles Erlebnis, das dir viel tiefer als jede Museumsausstellung Einblick in die Seele des echten Lappland gibt.

💡 Tipp: Wenn du einen Besuch in Jokkmokk zur Marktzeit planst, musst du deine Unterkunft ruhig auch ein Jahr im Voraus reservieren. Die Kapazitäten in der weiteren Umgebung verschwinden blitzschnell, die Preise schießen in schwindelerregende Höhen, und in letzter Minute bekommst du nicht einmal einen Stellplatz fürs Wohnmobil.

7. Ájtte: Faszinierendes Museum der samischen Kultur

Wenn du schon den Weg nach Jokkmokk auf dich nimmst, sollten deine ersten Schritte ins Museum Ájtte führen. Es ist das wichtigste schwedische Museum, das der samischen Kultur und der Bergnatur gewidmet ist und auf absolut brillante, fesselnde Weise aufbereitet wurde. Du bekommst hier einen umfassenden Kontext über Geschichte, Mythologie und den täglichen Überlebenskampf unter den unwirtlichen Bedingungen der Arktis, was dir hilft, all das besser zu verstehen, was du draußen sehen wirst.

Die Ausstellungen sind in mehrere thematische Bereiche gegliedert und führen dich durch das ganze Jahr eines samischen Hirten. Du siehst originalen Silberschmuck, wunderschön geschnitzte Messer aus Birkenholz und Rentiergeweih, erfährst aber auch von den dunklen Kapiteln der schwedischen Geschichte, als die Samen gewaltsam assimiliert wurden. Das Museum ist sehr interaktiv, funktioniert auch für Familien mit Kindern hervorragend und weicht selbst schwierigen politischen Themen der Gegenwart nicht aus.

💡 Tipp: Plane für die Besichtigung mindestens drei Stunden ein und lass unbedingt das museumseigene Restaurant nicht aus, wo man vorzügliche cremige vegetarische Suppen und Blaubeerdesserts serviert, die dich nach drei Stunden durch die Ausstellung absolut zuverlässig retten.

8. Abisko und das blaue Loch für Polarlichtjäger

Das Dörfchen Abisko und der gleichnamige Nationalpark sind der absolute heilige Gral für alle Polarlichtjäger. Es liegt rund hundert Kilometer nordwestlich von Kiruna am Ufer des riesigen Sees Torneträsk und verdankt seinen Ruhm einem einzigartigen meteorologischen Phänomen namens „blaues Loch“. Dank des spezifischen Regenschattens der umliegenden Berge reißt die Bewölkung über dem See oft auf, selbst in Momenten, in denen der Rest der Region unter Wolken liegt. Statistisch hast du hier also die höchste Chance auf klaren Himmel.

Der Hauptmagnet ist hier die berühmte Aurora Sky Station auf dem Berg Nuolja. Ein langsamer Sessellift bringt dich dort hinauf (im Winter kostet das Ticket ab 220 SEK), und oben findest du dich in absoluter Dunkelheit mit perfektem Blick auf das ikonische Bergprofil namens Lapporten wieder. Der Preis für das spezielle Abendpaket „Night Visit“ liegt zwischen 750 und 900 SEK, wobei das Erlebnis, das Himmelsschauspiel von diesem Observatorium aus zu beobachten, absolut außergewöhnlich und fotogen ist.

💡 Tipp: Wenn du dir den teuren Sessellift sparen möchtest, zieh dich abends nur warm an und geh fünfhundert Meter von der beleuchteten STF-Station weg direkt zum See. Die Dunkelheit ist dort genauso, deine Chancen, das Polarlicht zu sehen, sind absolut vergleichbar, und außerdem kostet es dich keinen Cent.

9. Kungsleden, der Königsweg

Der Kungsleden ist in der Outdoor-Welt eine absolute Legende – Menschen nehmen sich Jahre im Voraus Urlaub dafür und sprechen dann noch jahrelang danach darüber. Der beliebteste nördliche Abschnitt führt von Abisko zur Siedlung Nikkaluokta und umfasst 108 Kilometer reine arktische Schönheit, die ein durchschnittlich fitter Wanderer in fünf bis sieben Tagen völliger Abkopplung von der Zivilisation schafft.

Ein riesiger Vorteil dieser Wanderung ist das perfekt funktionierende System von Berghütten, das der Schwedische Touristenverein (STF) betreibt. Sie liegen etwa zehn bis zwanzig Kilometer voneinander entfernt, sodass du kein schweres Zelt oder Essensvorräte für die ganze Woche auf dem Rücken schleppen musst. In den Hütten kannst du einheizen, auf einem Gaskocher Essen zubereiten und für eine Gebühr von etwa 470 bis 520 SEK (rund 45 €) im Warmen den Kopf zur Ruhe betten. Manche von ihnen, wie zum Beispiel Alesjaure, haben sogar eine eigene Sauna.

💡 Tipp: Den größten Ansturm erlebt der Weg im August, wenn die Massenveranstaltung Fjällräven Classic stattfindet, zu der über tausend Menschen aufbrechen. Ein viel besserer Termin ist die erste Septemberhälfte, wenn die Mücken zuverlässig verschwunden sind, die Natur in Herbstfarben leuchtet und du abends durch das Hüttenfenster schon das Polarlicht beobachten kannst.

10. Kebnekaise: Aufstieg auf das Dach Schwedens

Während der Wanderung auf dem Königsweg biegt die Route zur Bergstation Kebnekaise fjällstation ab, die ein idealer Ausgangspunkt für die Besteigung des höchsten Bergs Schwedens ist. Das Massiv Kebnekaise selbst wirkt unglaublich majestätisch, und der Aufstieg ist für viele Schweden ein erfüllter Lebenstraum. Die Station bietet hervorragende Infrastruktur mit Restaurant, Duschen und der Möglichkeit, die gesamte nötige Ausrüstung zu mieten.

Der Aufstieg zum Gipfel erfordert allerdings eine sehr gute körperliche Verfassung und idealerweise auch Bergerfahrung, denn der Weg führt über einen Gletscher, der wegen der globalen Erwärmung merklich abschmilzt, sodass der Südgipfel des Bergs selbst von Jahr zu Jahr niedriger wird. Wenn du dir deiner Fähigkeiten nicht sicher bist, engagiere an der Station unbedingt einen erfahrenen Bergführer, der dich sicher durch die kritischen Abschnitte bringt und dir Eispickel und Steigeisen leiht.

💡 Tipp: Rechne damit, dass sich das Wetter in diesem Massiv von einer Minute auf die andere ändern kann. Habe im Rucksack immer genug warme Schichten und eine zuverlässige wasserdichte Jacke, und verlass dich auf keinen Fall auf den Handyempfang, der in den umliegenden Bergen oft ganz fehlt.

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11. Sarek: Die letzte echte europäische Wildnis

Wenn der Königsweg eine gepflegte und übersichtliche Autobahn ist, dann erinnert der Nationalpark Sarek an einen unwegsamen, wilden Dschungel. Er bekommt oft und zu Recht das Etikett der letzten großen Wildnis Europas, denn hier findest du absolut keine markierten Wege, bequeme Hütten oder Brücken über die reißenden Gletscherflüsse. Hier bist du nur du, eine gedruckte Karte, ein Kompass und ein riesiger Rucksack auf dem Rücken, der zu Beginn der Reise locker fünfundzwanzig Kilo wiegt.

Die Furten der örtlichen Flüsse bedrohen real das Leben, und Handyempfang existiert hier während des gesamten Marschs schlichtweg nicht. Sarek wirkt wie ein riesiger Magnet für Experten und Solo-Abenteurer, die absolute Abkopplung vom zivilisatorischen Komfort suchen. Die Atmosphäre der zerklüfteten Gipfel und tiefen Täler ist hier zwar absolut unübertroffen, doch Fehler werden in dieser unwirtlichen Umgebung nicht verziehen.

💡 Tipp: Wenn du keine schweren mehrtägigen Touren mit voller Ausrüstung hinter dir hast und keine Karte ohne GPS-Navigation zuverlässig lesen kannst, lass Sarek vorerst nur auf deiner Wunschliste stehen. Sammle lieber Erfahrung auf den zugänglicheren schwedischen Routen, wo du dir der Hilfe sicher sein kannst.

12. Åre: Das größte Skigebiet Skandinaviens

Obwohl Åre geografisch etwas weiter südlich in der Region Jämtland liegt, gehört es zu den absoluten Juwelen des winterlichen Nordens. Es ist das mit Abstand größte und bestausgestattete Skigebiet in ganz Skandinavien, das von der Firma SkiStar betrieben wird und die strengsten Vergleiche mit alpinen Resorts aushält. Zwar findest du hier keine Dreitausender-Gipfel, und die Pisten sind etwas kürzer, aber das gleicht dir alles die absolute Sicherheit von hochwertigem Naturschnee und die halbleeren Hänge aus.

Die Kulisse ist hier atemberaubend, denn du fährst an den Hängen des riesigen Bergs Åreskutan mit Blick auf den zugefrorenen See tief im Tal. Das Gebiet richtet regelmäßig Weltcup-Rennen aus, bietet eine perfekte Infrastruktur für Familien mit Kindern und rühmt sich einer legendären Après-Ski-Szene. Die Preise für Skipässe sind mit dem besseren Österreich vergleichbar, aber für Essen und Alkohol am Hang zahlst du wegen der schwedischen Steuern deutlich drauf.

💡 Tipp: Ein riesiger Vorteil von Åre ist seine problemlose Erreichbarkeit. Von Stockholm fahren hierher bequeme Nachtzüge, aus denen du morgens praktisch direkt an der Talstation der Seilbahn aussteigst, sodass du keine Zeit mit langwierigen Autofahrten verlierst.

13. Luleå und die faszinierenden winterlichen Eisstraßen

An der Küste des zugefrorenen Bottnischen Meerbusens liegt die Stadt Luleå, die ein wichtiges Zentrum des Nordens mit einer ganz anderen Atmosphäre als das binnenländische Kiruna darstellt. Ein riesiger Publikumsmagnet dieser Stadt sind in den Wintermonaten die sogenannten Eisstraßen, die die Straßenbauer jedes Jahr direkt auf dem zugefrorenen Meer und den Seen anlegen. Diese Routen dienen den Einheimischen üblicherweise zur Abkürzung und Verbindung des Festlands mit den nahen Inseln.

Die Fahrt mit einem gewöhnlichen Auto über das zugefrorene Meer ist ein surreales Erlebnis, bei dem dir garantiert ein Schauer über den Rücken läuft. Das Eis muss ausreichend dick sein, und die Routen öffnen meist erst im Februar, wenn der Winter seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Neben Autos nutzen diese breiten Eisboulevards auch die einheimischen Langläufer und Fern-Schlittschuhläufer massiv, was direkt auf dem Eis eine unglaublich lebendige Wintergemeinschaft entstehen lässt.

💡 Tipp: Wenn du dich nicht traust, mit einem Mietwagen aufs Eis zu fahren, leih dir im Stadtzentrum spezielle Tourenschlittschuhe (långfärdsskridsko). Die Schweden schnallen sie an feste Schuhe und überwinden mit Stöcken in der Hand riesige Entfernungen auf den geräumten Bahnen nahe der Küste.

14. Gammelstad: Einzigartige UNESCO-Kirchstadt

Nur einen Katzensprung außerhalb der Stadt Luleå findest du das historische Juwel Gammelstad, das auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Es ist die überhaupt am besten erhaltene sogenannte Kirchstadt Schwedens. Sie besteht aus einer beeindruckenden Steinkirche aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die von mehr als vierhundert traditionellen, satt roten Holzhäuschen umgeben ist, die dicht eines neben dem anderen stehen.

Diese kleinen Häuschen dienten den Gläubigen aus entlegenen Winkeln der Pfarrei früher zum Übernachten, wenn sie am Wochenende zu den Sonntagsgottesdiensten oder großen kirchlichen Feiertagen reisten. Die Wege durch die raue Natur dauerten damals zu lange, als dass die Menschen es geschafft hätten, am selben Tag nach Hause zurückzukehren. Ein Spaziergang durch die schmalen verschneiten Gassen zwischen den roten Wänden wirkt wie eine Zeitreise in die Tiefen des nordischen Mittelalters.

💡 Tipp: Kehr unbedingt im örtlichen Besucherzentrum ein, wo du eine detaillierte Karte bekommst, und nutze die Möglichkeit, in die Innenräume einiger Häuschen zu schauen, die für die Öffentlichkeit gelegentlich zugänglich und im zeitgenössischen Stil mit historischem Mobiliar eingerichtet sind.

15. Arktische Sauna und das Eisbad Isvak

Die Sauna, schwedisch Bastu, ist in Schweden eine absolute Religion, und im kalten Norden gilt das doppelt. Es geht hier um kein überteuertes Luxus-Wellnesserlebnis, sondern um eine absolute Notwendigkeit und den wichtigsten Ort für gesellschaftliche Treffen nach der Arbeit. Nach einem ganzen Tag bei minus zwanzig Grad gibt es kein besseres Gefühl, als sich in eine glühend heiße Holzhütte am Ufer eines zugefrorenen Sees einzuschließen.

Zur echten schwedischen Sauna gehört allerdings untrennbar auch ein ins Eis gehauenes Loch namens Isvak. Der Schock beim Eintauchen ins Eiswasser schüttet in deinem Körper so viele Endorphine aus, dass du dich wie neugeboren fühlst. Nach so einem Bad kommt dir der Außenfrost auf dem Weg zurück zur Hütte wie ein angenehmes Frühlingslüftchen vor, und dein Immunsystem bekommt das allerbeste mögliche Training.

💡 Tipp: In den Saunen wird eine strenge Etikette eingehalten, und oft ist völlige Nacktheit verlangt, wobei man auf einem eigenen sauberen Handtuch sitzt. Wenn du eine gemischte öffentliche Sauna am Strand besuchst, schau dir unauffällig ab, welche Regeln die Einheimischen in Sachen Badebekleidung gerade befolgen.

16. Baumhotels und arktische Lodges

Die Schweden sind absolute Meister darin, atemberaubendes modernes Design mit der rauen Natur zu verbinden. Neben dem Eishotel in Jukkasjärvi bietet der Norden mehrere weitere Unterkunfts-Unikate, die weltweite Architekturmagazine umrundet haben. Das bekannteste ist das Treehotel im Dörfchen Harads, wo du in supermodernen Kabinen übernachten kannst, die hoch in den Baumkronen hängen. Zur Verfügung steht zum Beispiel eine Kabine in UFO-Form oder perfekte Spiegelwürfel, die mit dem Wald verschmelzen.

Ein weiterer riesiger Hit sind luxuriöse arktische Lodges und schwimmende Glas-Iglus, wie zum Beispiel das beeindruckende Arctic Bath. Dieses runde, an ein Nest erinnernde Bauwerk schwimmt auf dem Fluss Lule und friert im Winter direkt ins Eis ein. Es bietet absoluten Luxus, Spitzengastronomie und Blick auf das Polarlicht direkt vom Bett aus. Für diesen Luxus zahlst du natürlich – locker mehrere tausend Euro pro Nacht. Aber dafür hast du wenigstens etwas zu erzählen.

💡 Tipp: Auch wenn du dir eine Übernachtung für dieses Geld nicht leisten kannst, führt rund um das Treehotel ein öffentlich zugänglicher Weg, von dem aus du diese architektonischen Schätze bei einem gewöhnlichen Waldspaziergang wenigstens von außen aus sicherer Entfernung betrachten und fotografieren kannst.

17. Mitternachtssonne und das sommerliche Lappland

Das sommerliche Lappland bietet ein Erlebnis, das deinen bisherigen Lebens-Biorhythmus komplett umwirft. Dank der Lage jenseits des Polarkreises geht hier im Juni und Juli die Sonne überhaupt nicht unter, und die Landschaft badet in endlosem Tageslicht. So eröffnen sich unbegrenzte Möglichkeiten für Wanderungen, denn du musst nicht überlegen, ob du dein Ziel vor Einbruch der Dunkelheit erreichst, und die Routenplanung ist damit viel freier.

Diese ununterbrochene Lichtshow verleiht den Menschen eine riesige Portion Energie, sodass es überhaupt nicht ungewöhnlich ist, um Mitternacht zu einer anspruchsvollen Bergwanderung aufzubrechen. Das goldene Licht knapp über dem Horizont schafft außerdem absolut perfekte Bedingungen für die Naturfotografie, denn die sogenannte goldene Stunde dauert hier die ganze Nacht. Der sommerliche Norden dreht sich schlicht darum, jede Minute maximal für den Aufenthalt draußen zu nutzen.

💡 Tipp: Vergiss nicht, dir eine wirklich gute Schlafmaske einzupacken. Die meisten nordischen Hütten haben zwar Verdunklungsrollos, aber im vollen Tageslicht zu schlafen ist für das mitteleuropäische Gehirn anfangs eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

18. Kanu und Angeln an den Seen

Der Sommer im Norden gehört ohne Diskussion den Wassersportarten und dem stillen Gleiten über die Oberfläche. Schweden ist von zehntausenden Seen durchzogen, und dank des freien Zugangsrechts zur Natur (allemansrätten) kannst du hier mit dem Kanu an jedem verlassenen Inselchen anlanden und dort für die Nacht ein Zelt aufschlagen. Bootsverleihe gibt es an jedem größeren See, und man gibt dir gern auch eine Karte mit empfohlenen Zeltplätzen mit Feuerstellen. In der Provinz Dalsland kannst du sogar eine spezielle DANO-Karte für rund 5 € kaufen, die dir das Zelten an vorbereiteten Plätzen erlaubt.

Angeln gilt hier dann als absoluter Nationalsport. An der gesamten Ostseeküste und den fünf größten schwedischen Seen kannst du mit einer gewöhnlichen Angel völlig kostenlos fischen, während du für die binnenländischen Seen und Flüsse eine Genehmigung namens fiskekort brauchst. Die lassen sich heute einfach online zusammenklicken und kosten pro Tag zwischen 50 und 200 SEK (rund 5 bis 20 €), eine kleine Investition in eine fantastische Entspannung am Wasser.

💡 Tipp: Die Schweden schützen ihre Natur ungemein und befolgen bei Trophäenfischen die Regel „Fang und lass frei“ (catch and release). Mehr Fische mitzunehmen, als du an dem Tag realistisch zum Abendessen verzehren kannst, gilt als grober Verstoß gegen die lokale Ethik.

19. Mücken und Kriebelmücken: Die Kehrseite des Sommers

Wenn du dich entscheidest, im Juli in den Norden aufzubrechen, muss ich dich sehr eindringlich vor den örtlichen Insekten warnen. Das sommerliche Lappland verwandelt sich bei Windstille und am Wasser in die reinste Hölle, denn hier schwärmen Milliarden aggressiver Mücken und winziger beißender Fliegen namens Kriebelmücken (knott). Diese kleinen Biester schaffen es sogar durch die kleinsten Maschen gewöhnlicher Moskitonetze, und ihre Stiche jucken unangenehm noch mehrere Tage lang.

Gewöhnliche mitteleuropäische Insektensprays wirken hier leider ungefähr so, als würdest du dich mit reinem Wasser übergießen. Zum Glück kann man in jedem örtlichen Supermarkt starke schwedische Repellents kaufen (zum Beispiel die Marke Mygga), die direkt auf die dortigen Bedingungen ausgelegt sind. Die grundlegende Verteidigung ist allerdings die richtige Kleidung, also lange Hosen, feste Hemden und ein Hut mit Netz vor dem Gesicht, sobald du stehen bleibst.

💡 Tipp: Die Menge an Insekten sinkt oberhalb der Baumgrenze und auf den offenen windigen Ebenen dramatisch. Wenn du den Mücken völlig ausweichen möchtest, plane die Sommerreise erst auf die Wende von August auf September, wenn die ersten Fröste sie zuverlässig vertilgen.

20. Fika und lokale Leckereien für die Kälte

Wenn du im Norden schon frierst, musst du dich mit traditionellen lokalen Leckereien belohnen. Kehr tagsüber unbedingt zur sogenannten Fika ein, dem heiligen schwedischen Ritual der Kaffeepause mit süßem Gebäck, bei dem die Zeit stehen bleibt. In den örtlichen Cafés serviert man dir zum heißen schwarzen Kaffee eine perfekte Zimtschnecke (kanelbulle) oder eine Kardamombrioche, wobei du für dieses Set etwa 65 bis 100 SEK (rund 6 bis 9 €) zahlst.

Wenn dich mittags größerer Hunger überfällt, suche vor den Restaurants nach Schildern mit der Aufschrift dagens lunch. Es handelt sich um ein günstiges Mittagsmenü im Wert von 110 bis 145 SEK, bei dem du neben dem Hauptgang auch unbegrenzten Zugang zum Salatbuffet, Kaffee und Wasser bekommst. Die Einheimischen nehmen sich mit Vorliebe Rentierfleisch oder fermentierten Hering, aber Vegetarier haben hier immer die Wahl aus vorzüglichen cremigen Suppen, gehaltvollen Käsekuchen und lokalen Waldfrüchten, wie den ungemein geschätzten gelben Moltebeeren.

💡 Tipp: Bei langen Ausflügen auf Langlaufskiern oder Schneemobilen habe in der Thermoskanne eine dicke Blaubeersuppe namens blåbärssoppa dabei. Sie wird heiß getrunken, gibt dir sofort Energie und ist der allerbeste flüssige Pullover, den du dir in den Schneeverwehungen wünschen kannst.

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Wie du nach Schwedisch Lappland kommst

Die Distanz von zweitausend Kilometern zu überwinden und tief jenseits des Polarkreises zu landen, ist heute überraschend einfach, erfordert aber etwas strategische Planung. Wenn du Zeit sparen möchtest, ist die schnellste Variante eindeutig die Flugverbindung. Von Berlin, München oder Frankfurt fliegst du am besten mit Lufthansa, SAS oder Norwegian mit einem Umstieg am Stockholmer Flughafen Arlanda. Von dort gibt es dann Anschluss-Inlandsflüge direkt nach Kiruna (KRN) oder Luleå (LLA). Ein Hin- und Rückflug kostet dich bei rechtzeitiger Buchung rund 150 bis 300 €. Direktflüge aus Deutschland in den Norden gibt es nur sehr selten und eher in Form saisonaler Charter.

Für Bahnromantiker und Fans des langsamen Reisens bietet sich eine fantastische Fahrt mit dem Nachtexpress namens Arctic Circle Train an. Diese Züge betreiben die Gesellschaften SJ oder Vy, und sie fahren am frühen Abend aus Stockholm ab. Die Fahrt nach Kiruna und Abisko dauert 15 bis 18 Stunden, und du wachst morgens mitten in der verschneiten Wildnis auf. Ein Ticket für einen normalen Sitzplatz beginnt bei 475 SEK, während du einen bequemeren Schlafplatz ab 835 SEK bekommst. Plätze in den Schlafwagen verschwinden allerdings blitzschnell, also musst du sie ruhig auch mehrere Monate im Voraus kaufen. Die Strecke im Norden, Malmbanan genannt, ist im Winter außerdem durch Güterzüge mit Erz sehr überlastet, und es kann zu Verspätungen kommen.

Wenn du dich für einen Roadtrip entscheidest und dir vor Ort einen Wagen mietest, erwartet dich ein großartiges Abenteuer. Die Hauptadern des Nordens sind die Straßen E10 und E45. Die schwedischen Autovermietungen sind auf den extremen Winter perfekt vorbereitet: Die Autos haben erstklassige Winterreifen mit Spikes und oft auch eine elektrische Motorheizung. Die Straßen werden hier nicht gestreut, sondern nur geräumt und mit Splitt bestreut, sodass man ständig auf festgefahrenem Schnee und Eis fährt. Die größte Gefahr am Steuer ist allerdings die allgegenwärtige Dunkelheit und die Rentiere, die sich oft an die Straßen ziehen und die du in der Polarnacht erst im letzten Moment siehst. Die Entfernungen sind tückisch – die Fahrt von Kiruna nach Abisko misst zum Beispiel hundert Kilometer und dauert bei vorsichtiger Fahrt etwa anderthalb Stunden.

Wie viel eine Woche in Lappland kostet

Schwedisch Lappland ist teuer, das will ich dir nicht verheimlichen. Die Bereitschaft der Reisenden, hier zu zahlen, entspringt aber der Tatsache, dass es sich um einzigartige Erlebnisse handelt, die du sonst nirgendwo in Europa bekommst. Wenn du dir die Reise selbst zusammenstellst und die Luxusleistungen der Reiseveranstalter weglässt, lässt sich der ganze Trip auch mit einem vernünftigen Budget bewältigen. Unten stelle ich dir drei orientierende Varianten vor, mit denen du bei der Planung einer einwöchigen Reise (5 bis 7 Tage) rechnen kannst.

1. Low-Budget-Variante auf eigene Faust (rund 800 € pro Person) Diese Variante erfordert sorgfältige Planung und den rechtzeitigen Kauf von Schnäppchen-Flügen über Stockholm. Du quartierst dich in günstigeren Mehrbettzimmern der Bergstation STF in Abisko ein und kochst dir das Essen selbst aus lokalen Supermärkten, was dir enorme Kosten für Restaurants spart. Das Polarlicht jagst du zu Fuß auf eigene Faust kostenlos am See, und als bezahltes Haupterlebnis gönnst du dir den Tageseintritt ins Icehotel.

2. Der goldene Mittelweg (1 000 bis 1 400 € pro Person) In diesem Budget genießt du einen bequemen Flug und quartierst dich in einer warmen, privaten Hütte ein, zum Beispiel im Camp Ripan in Kiruna. Tagsüber gehst du zum günstigen Mittagsmenü (dagens lunch) und lässt auch den Nachmittagskaffee mit traditionellem Gebäck nicht aus. Was aber die Hauptsache ist: Dieses Budget erlaubt dir, zwei große Winteraktivitäten zu bezahlen, also zum Beispiel eine halbtägige Hundeschlittentour und einen Schneemobil-Ausflug.

3. Arktischer Komfort ohne Kompromisse (ab 2 900 € aufwärts) Wenn du dich nach absolutem, sorgenfreiem Luxus sehnst, lässt du dir die ganze Reise schlüsselfertig von einem spezialisierten Reiseveranstalter zusammenstellen. Du quartierst dich in architektonischen Schätzen wie dem Arctic Bath ein oder verbringst eine Nacht direkt in einer Kunst-Suite des Icehotels. Jeden Abend holt dich ein privater Guide ab und fährt dich in einem speziellen Van weit weg von der Zivilisation zum Polarlicht.

Wohin es dich von Schwedisch Lappland weiterzieht

Der schwedische Norden würde für ein ganzes Leben voller Ausflüge reichen – aber für den Anfang haben wir für dich ein paar weitere Reiseführer zusammengestellt, die dir bei der Planung nützlich sein werden:

Häufig gestellte Fragen

Bevor du dich jenseits des Polarkreises aufmachst, schwirren dir vielleicht ein paar praktische Fragezeichen im Kopf herum. Hier habe ich für dich die Antworten auf das zusammengestellt, was du zur Reise in den hohen Norden am häufigsten fragst 😉.

Wann ist die beste Reisezeit für Schwedisch-Lappland?

Für echte Winteraktivitäten und ideale Bedingungen zur Beobachtung der Polarlichter sind die Monate Februar und März absolut am besten. Die Kälte ist nicht mehr so extrem wie im Dezember, die Tage werden spürbar länger und die Sonne verleiht der verschneiten Landschaft einen wunderbaren Glanz. Wenn Sie hingegen die Mitternachtssonne erleben und lange Wanderungen ohne Schnee unternehmen möchten, reisen Sie im Juli. Rechnen Sie aber mit vielen Insekten, daher ist die Wende von August zu September eine großartige Alternative, wenn die Natur in Herbstfarben leuchtet und die Mücken bereits verschwunden sind.

Wie kommt man am besten aus Deutschland dorthin?

Die schnellste und insgesamt bequemste Variante ist über Stockholm direkt zu den kleineren Flughäfen in Kiruna oder Luleå zu fliegen. Häufig fliegen hierher Gesellschaften wie SAS, Lufthansa oder Norwegian, wobei man Tickets im Angebot zu sehr vernünftigen Preisen bekommen kann. Für abenteuerlustigere Naturen ist dann die Fahrt mit dem Nachtzug von Stockholm eine großartige Wahl, die zwar etwa fünfzehn bis achtzehn Stunden dauert, Sie aber direkt zu den Nationalparks bringt und Sie eine Hotelnacht sparen.

Was kostet ungefähr ein einwöchiger Aufenthalt?

Wenn Sie mit einem klassischen deutschen Reiseveranstalter reisen, müssen Sie für ein Komplettpaket mit Beträgen ab 2.800 € rechnen. Wenn Sie sich jedoch die Reise selbst individuell zusammenstellen, Flugtickets rechtzeitig im Voraus kaufen und gelegentlich aus eigenen Vorräten aus dem Supermarkt kochen, kommen Sie locker mit 1.000 € pro Person aus. In diesem Preis sind bereits eine oder zwei teurere Winteraktivitäten wie eine Fahrt mit dem Hundeschlitten eingerechnet.

Was soll ich bei Frost anziehen?

Die Grundlage zum Überleben ist das Zwiebelprinzip und der völlige Verzicht auf Baumwolle, die bei Frost den Schweiß nicht ableitet und Sie darin schnell auskühlen würden. Wählen Sie als erste Schicht hochwertige Merinowolle, ziehen Sie darüber ein warmes Fleece oder einen ordentlichen Wollpullover und obendrauf eine hochwertige windabweisende Daunenjacke. Sie müssen aber keine teuren Expeditionsanzüge kaufen, denn bei allen bezahlten Winteraktivitäten leihen Ihnen die Instruktoren vor Ort massive arktische Overalls und warme Schneestiefel.

Kann man auch im Sommer nach Lappland reisen?

Auf jeden Fall und es ist ein absolut fantastisches Erlebnis für Liebhaber langer Trekkingtouren, Camping in der Wildnis und Wassersport auf Seen. Sie genießen die durchgehende Mitternachtssonne, wandern auf dem berühmten Königsweg oder leihen sich ein Kanu. Entscheidend ist aber, ein hochwertiges schwedisches Insektenschutzmittel gegen Mücken nicht zu vergessen, denn die mitteleuropäischen wirken gegen die hiesigen Insekten überhaupt nicht. Eine großartige Lösung ist es auch, erst Anfang September zu reisen.

Ist das arktische Lappland für Kinder geeignet?

Schweden ist generell ein sehr kinderfreundliches Land, aber in der arktischen Kälte müssen Sie extrem auf Unterkühlung achten, denn kleinere Kinder kühlen viel schneller aus als Erwachsene. Die meisten anspruchsvolleren Winteraktivitäten wie längere Schneemobilfahrten haben zudem strikte Altersgrenzen oder verlangen, dass Kinder sicher in überdachten Schlitten sitzen, die vom Führer gezogen werden.

Was kostet ein Ausflug mit Hundeschlittengespann?

Es ist einer der teuersten Posten der Reiseroute, wobei ein halbtägiger Ausflug üblicherweise 80 bis 140 Euro pro Person kostet (umgerechnet etwa 2.000 bis 3.500 Kč). Der Preis kann sich geringfügig unterscheiden, je nachdem ob Sie ein eigenes Gespann aktiv lenken oder sich nur bequem fahren lassen möchten, in warme Decken gehüllt von einem erfahrenen Führer. Rechnen Sie auch damit, dass Fahrten aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, sobald die Temperatur unter minus zwanzig Grad fällt.

Was ist der Unterschied zwischen schwedischem und finnischem Lappland?

Finnisch-Lappland, und insbesondere die beliebte Umgebung von Rovaniemi, setzt massiv auf Tourismus rund um den Weihnachtsmann, kommerzielle Dörfchen und Menschenmassen von Familien mit kleinen Kindern. Die schwedische Seite ist hingegen einen anderen Weg gegangen und ist viel rauer, leerer und konzentriert sich auf pure Natur, authentische samische Kultur und die Stille der riesigen, ungestörten Wildnis.

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