Wann nach Schweden reisen: Wetter Monat für Monat

Wenn du überlegst, wann du nach Schweden reisen solltest, denk daran, dass zwischen dem südschwedischen Malmö und dem nördlichen Kiruna im Januar locker zwanzig Grad Temperaturunterschied herrschen können – und während es im Süden regnet, liegt der Norden unter einer dunklen Polarnacht. Die Frage nach dem perfekten Zeitpunkt hat also keine einfache Antwort, denn alles hängt davon ab, welche Hälfte des Landes du dir für deine Reise aussuchst. Schweden teilt sich aus Sicht des Reisenden nämlich in zwei völlig verschiedene Reiseziele, die sich kaum in einer einzigen Route verbinden lassen.

Wenn du sommerliche Entspannung an Seen, Designstädte und rote Holzhäuschen suchst, geht es in den Süden und die Mitte des Landes. Für ein arktisches Abenteuer mit dem Hundeschlitten musst du dagegen noch einmal tausend Kilometer weiter nach Norden fahren. Ich habe für dich einen kompletten Ratgeber zu Wetter und Jahreszeiten Monat für Monat vorbereitet, damit du genau weißt, wann du deine Flüge buchen solltest – und was du besser mit großem Abstand meidest.

Zusammenfassung

  • Zwei völlig verschiedene Saisons: Der Süden und die Städte locken Touristen vor allem im Sommer, während das nördliche Lappland seinen größten Boom im tiefsten Winter erlebt.
  • Günstigste Monate: Wenn du bei Unterkunft und Flügen deutlich sparen willst, reise im Mai oder Oktober in die Städte, wenn Nebensaison herrscht.
  • Sommerliche Lähmung: Im Juli erlebt das Land den sogenannten Industrisemester, wenn die meisten Einheimischen Urlaub nehmen und sich die Städte einen Monat lang leeren.
  • Mückeninvasion: Von Mitte Juni bis Mitte August musst du dich im Norden und im Landesinneren auf Unmengen von Mücken und Kriebelmücken einstellen, gegen die es kräftige lokale Insektensprays braucht.
  • Polarlichter: Die statistisch besten Chancen auf das Himmelsschauspiel hast du im Februar, März und überraschenderweise auch im September, wenn die Temperaturen zudem viel angenehmer sind.
  • Orientierungskurs: Für 2026 gilt: Eine schwedische Krone (SEK) entspricht ungefähr 0,09 €, für einen schnellen Überschlag teilst du die Preise also grob durch elf.

Schweden: 12 Monate, die du kennen musst

Das ganze Jahr Monat für Monat – denn Schweden ist so riesig und wandelbar, dass eine einzige allgemeine Empfehlung schlicht nicht ausreicht. Jeder Monat spielt sein eigenes Spiel, also lies aufmerksam und such dir deinen aus.

1. Januar: Polarnacht und eisige Exotik

Der Januar ist ein Monat der extremen Kontraste. Während in Stockholm die Tagestemperaturen knapp um den Gefrierpunkt liegen und es oft regnet oder Schneematsch fällt, herrscht im Norden echter arktischer Winter. In Kiruna und im Nationalpark Abisko fallen die Temperaturen regelmäßig auf minus zwanzig bis dreißig Grad, was wirklich ordentliche Kleidung im Zwiebellook erfordert. Vergiss Baumwolle und Jeans – die Basis für den Erfolg ist hochwertige Merinowolle, dickes Fleece, eine warme Daunenjacke und eine winddichte Außenschicht. Im hohen Norden herrscht zudem bis Mitte Januar Polarnacht, in der die Sonne gar nicht über den Horizont steigt. Erwarte aber keine pechschwarze Dunkelheit: Gegen Mittag beginnt die sogenannte blaue Stunde, in der die ganze verschneite Landschaft in ein magisches, weiches bläuliches Licht getaucht wird – ein Traum für Fotografen.

Im Süden des Landes genießt du rund sechs Stunden Tageslicht, denn die Sonne geht vor neun Uhr morgens auf und schon gegen drei Uhr nachmittags wieder unter. Genau in dieser Zeit läuft aber die Saison im legendären Eishotel in Jukkasjärvi auf Hochtouren, wo Reisende aus aller Welt für eine einzigartige, frostige Übernachtung zusammenkommen. Wenn du nicht rund 6.000 SEK (über 550 €) für eine einzige Nacht im Schlafsack bei minus fünf Grad zahlen willst, kannst du auch nur den Tageseintritt für 325 SEK (etwa 30 €) lösen, dir in Ruhe alle Eisskulpturen anschauen und abends in eine geheizte Pension zurückkehren. Arktische Aktivitäten wie Schneemobilfahrten laufen auf vollen Touren, auch wenn sie eine ordentliche Portion Widerstandsfähigkeit verlangen. In den südlichen Städten bleiben dagegen die meisten Saisonmuseen und Campingplätze fest geschlossen.

Beim Budget bietet der Januar zwei völlig unterschiedliche Preisniveaus. Die Preise für Flüge und Hotels in den Städten fallen nach den Weihnachtsfeiertagen steil ab, sodass du dir ein verlängertes Wochenende in Stockholm für einen Bruchteil der Sommerpreise gönnen kannst. Im Norden herrscht dagegen Hochsaison, und die arktischen Erlebnisse halten kompromisslos ihre Premiumpreise. Der Januar ist damit wohl der beste Monat für Jäger eisiger Exotik, die bei minus zwanzig Grad im Schlafsack frühstücken 😅 – oder umgekehrt für alle, die günstigen Städtetourismus suchen.

💡 Tipp: Wenn du eine Hundeschlittenfahrt planst, die normalerweise 200 bis 310 € kostet, buch die Termine lieber gegen Ende des Monats, denn bei extremer Kälte unter minus zwanzig Grad sagen die Anbieter die Fahrten aus Rücksicht auf die Tiere oft ab.

2. Februar: Rückkehr des Lichts und Top-Wintersaison

Der zweite Monat des Jahres eignet sich hervorragend für einen echten Winterurlaub, denn die Tage werden merklich länger und die Sonne strahlt endlich auf die verschneiten Ebenen. In Kiruna genießt du angenehme sieben bis neun Stunden Tageslicht, wobei die Sonne gegen acht Uhr aufgeht und nach vier Uhr nachmittags untergeht. Die Fröste im Norden sind nicht mehr so grausam und halten sich stabil bei minus zehn bis fünfzehn Grad, während die Temperaturen in Stockholm knapp unter dem Gefrierpunkt liegen. Der Winter lockert schlicht seinen extremen Griff, was den Aufenthalt draußen viel erträglicher macht.

Diese Zeit ist wie geschaffen für die Polarlichtjagd, Schneemobilfahrten oder Langlauf in unberührter Natur. Im Februar finden in Schweden die sogenannten sportlov statt, also Winterferien, in denen ganze Familien in die Bergorte ziehen. Der bekannteste davon ist Åre, das größte Skigebiet ganz Skandinaviens, das sichere Naturschneelage und traumhafte Ausblicke auf zugefrorene Seen im Tal bietet. Rechne also damit, dass die Skiresorts aus allen Nähten platzen, die Restaurants voll sind und die Preise für Unterkünfte in den Bergen sowie für Skipässe ihr Jahreshoch erreichen.

In der ersten Februarwoche findet außerdem der berühmte Wintermarkt in Jokkmokk (Jokkmokks marknad) statt, der auf eine über vierhundertjährige Tradition zurückblickt. Es ist eine faszinierende Schau des traditionellen Handwerks namens duodji und der Kultur des indigenen Volkes der Samen, die in das kleine Städtchen mit fünftausend Einwohnern rund dreißigtausend Besucher lockt. Der Februar begünstigt kurzum alle Liebhaber von Wintersport und arktischem Vergnügen – auch wenn du für diese Erlebnisse in der Hochsaison mehr zahlst und die Ruhe einsamer Wildnis eher fernab der großen Zentren findest.

💡 Tipp: Unterkünfte für den berühmten Wintermarkt in Jokkmokk sind oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht. Wenn du diese authentische samische Kultur erleben und die Rentierrennen mit eigenen Augen sehen willst, musst du deinen Ausflug mit riesigem Vorlauf planen.

3. März: Frühlingsäquinoktium und Langlaufski

Der März ist ein verstecktes Juwel für alle Wintersportfans, denn er kombiniert ausreichend Schnee mit langen, sonnigen Tagen. Rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche gleicht sich die Tageslänge im ganzen Land auf zwölf Stunden an, und die Sonnenstrahlen bekommen endlich echte Kraft. Der harte, festgetretene Schnee schafft hervorragende Bedingungen fürs Skilanglaufen, das in diesem Land eine Art Nationalreligion ist – auf den Loipen triffst du Einheimische aller Generationen. Die Temperaturen im Norden klettern tagsüber oft leicht über null, was den Aufenthalt draußen unvergleichlich angenehmer macht als im tiefen Winter und dir erlaubt, ganze Tage ohne Erfrierungsgefahr auf dem Schneemobil zu verbringen.

Rund um das Frühlingsäquinoktium tritt zudem historisch sehr starke geomagnetische Aktivität auf, was den März zu einem der allerbesten Monate für die Polarlichtbeobachtung macht. Dank des aktuellen Sonnenzyklus stehen die Chancen auf ein episches Himmelsschauspiel über dem Nationalpark Abisko besonders gut. Der glasklare Himmel und die milderen Abendtemperaturen bedeuten, dass du auf das grüne Plasma nicht in beißender Kälte warten musst und sogar ohne beheizte Spezialhandschuhe fotografieren kannst.

Im Süden des Landes, in der Region Skåne oder in Göteborg, beginnt schon langsam ein zaghafter Frühling und die Tageshöchstwerte klettern auf fünf Grad. Die ersten Cafés holen ihre Tische auf die Gehwege, auch wenn es zum Sitzen bei der traditionellen fika noch eine warme Decke und einen heißen Kaffee braucht. Die Flugpreise in die großen Städte bleiben auf sehr günstigem Niveau, doch die Bergorte sind noch recht teuer, denn die Wintersaison hat ihr letztes Wort längst nicht gesprochen. Der März ist kurzum ideal für alle, die einen echten nordischen Winter erleben wollen, denen aber die Vorstellung von dreißig Grad Frost und endloser Dunkelheit Angst macht.

💡 Tipp: Der März ist der letzte verlässliche Monat für einen Besuch des berühmten Eishotels in Jukkasjärvi, denn mit zunehmender Sonne und Erwärmung beginnt die Eisstruktur langsam weich zu werden, ihre scharfen Konturen zu verlieren und sich auf die Frühjahrsschmelze vorzubereiten.

4. April: Unzuverlässiger Frühling und Ende des Eistraums

Der April ist ein typischer Übergangsmonat, der dich mit den ersten wärmenden Strahlen erfreuen kann, dich aber ebenso mit einem unerwarteten Schneegestöber unangenehm überraschen mag. Im Süden erwacht die Natur langsam, Ostern wird gefeiert und die Städte füllen sich mit Menschen, doch das Wetter ist extrem unbeständig, windig und wechselt oft von Stunde zu Stunde. In Stockholm liegen die Tageshöchstwerte bei acht bis zehn Grad – warme Jacke und Mütze also noch nicht weglegen und zur Sicherheit einen verlässlichen Regenschirm einpacken. Wenn du über die Osterfeiertage reist, findest du in den Läden spezielle Frühlingsleckereien und siehst in den Fenstern die traditionelle Deko mit bunten Federn.

Im hohen Norden bedeutet der April das endgültige Ende der arktischen Hochsaison. Der Schnee schmilzt unter den Frühlingsstrahlen rasch, das Eis auf den riesigen Seen wird gefährlich dünn und das berühmte Icehotel in Jukkasjärvi schließt Mitte des Monats endgültig, um zurück in den Fluss Torne zu schmelzen. Die Tage werden so unglaublich schnell länger, dass die Sonne in Kiruna erst nach acht Uhr abends untergeht und das Licht eindeutig über die Dunkelheit siegt. Die Chancen auf Polarlichter sinken damit praktisch auf null, denn der Himmel wird selbst mitten in der Nacht nicht mehr dunkel genug. Die Anbieter arktischer Aktivitäten sagen Hundeschlittenfahrten im großen Stil ab und stellen die Schneemobile langsam für den Sommerschlaf beiseite, weil das matschige Gelände für den Tourismus nicht mehr sicher ist.

Der April eignet sich absolut nicht für Lappland, doch der Süden belohnt dich – die meisten Schlösser und Museen wechseln gerade auf den längeren Sommerbetrieb, sodass du im halb leeren Vasa-Museum in aller Ruhe einen ganzen Nachmittag verbringst, ohne dir am australischen Touristen die Ellbogen einzufangen, und die Gassen von Gamla Stan praktisch für dich allein hast. Die Hotels in den großen Städten stehen halb leer und bieten fantastische Nebensaison-Rabatte, was vor allem Paaren gefällt, die ein ruhiges Städtewochenende voller ausgezeichnetem Filterkaffee und nordischem Design suchen.

💡 Tipp: Der April ist eine großartige Zeit für Städtetourismus, wenn dir gelegentlicher Regen und Wind nichts ausmachen, denn die Flugpreise nach Stockholm liegen vor der Sommersaison auf absolutem Minimum und in den halb leeren Cafés genießt du in Ruhe die besten Kardamomschnecken ohne endloses Warten in der Schlange.

5. Mai: Blühender Süden und niedrigste Preise

Wenn du in den Süden und die Mitte Schwedens reist und den riesigen Menschenmassen sowie unnötig hohen Preisen entgehen willst, ist der Mai die beste Wahl für dich. In den Parks blüht alles in voller Pracht, die Tage sind unglaublich lang und die Temperaturen in den Städten klettern oft auf sehr angenehme fünfzehn Grad, was eine schöne Kulisse für ganztägiges Sightseeing zu Fuß bildet. Die meisten Attraktionen sind bereits sicher im vollen Sommerbetrieb und die Sonne geht in Stockholm erst vor zehn Uhr abends unter. Die echten sommerlichen Touristenmassen kommen aber erst in ein paar Wochen, sodass du all die schönen Orte wie das malerische Viertel Haga in Göteborg in völliger Ruhe genießt. Das Personal in den Restaurants hat viel mehr Zeit für dich und Tischreservierungen im Voraus sind meist nicht nötig.

Das nördliche Lappland verwandelt sich im Mai allerdings in ein einziges riesiges, schwer passierbares Schlammloch. Schmelzender Schnee und über die Ufer getretene Seen machen die meisten Naturpfade unbegehbar, und für Bergwanderer ist dieser Monat schlichtweg ungeeignet, da sowohl der berühmte Fernwanderweg Kungsleden als auch der wilde Nationalpark Sarek unter einer Schicht nassen Schnees liegen. Die Berghütten des schwedischen Tourismusverbandes STF haben noch die Fensterläden fest verschlossen und bereiten sich erst langsam auf die Sommersaison vor. Winterliche arktische Aktivitäten funktionieren natürlich gar nicht mehr, und die Mückenhölle hat noch nicht begonnen – die nördliche Wildnis schläft also einfach still vor sich hin.

Dieser Monat gehört damit eindeutig und ohne Diskussion den großen Städten und der Südküste. Die Preise für Mietwagen und Unterkünfte bleiben sagenhaft niedrig, was den ersten Frühlings-Roadtrips durch die malerische Region Skåne oder entlang der atemberaubenden Westküste Bohuslän wunderbar in die Karten spielt. Der Mai begeistert kurzum vor allem Liebhaber von Kaffee, klarem Design und entspannten Spaziergängen.

💡 Tipp: Nutze die beliebten verlängerten Mai-Wochenenden für einen Besuch in Göteborg oder Stockholm, denn du bekommst fantastische Luxusunterkünfte direkt im Zentrum zu Preisen, die du im Juli locker für einen gewöhnlichen Campingplatz am Stadtrand zahlst.

6. Juni: Midsommar und Mitternachtssonne

Der Juni ist für die Einheimischen mit Abstand der wichtigste Monat des Jahres, denn alles dreht sich um die großartigen Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende namens Midsommar. Dieses magische Fest fällt immer auf den Freitag zwischen dem 19. und 25. Juni, und das ganze Land kommt währenddessen praktisch zum Stillstand und zieht auf seine geliebten Sommerhäuser. Die lokale Tradition verlangt, sich einen Kranz aus Wiesenblumen zu flechten, wie Frösche um einen geschmückten Maibaum zu tanzen und zu schlemmen. Auf dem Tisch dürfen eingelegter Hering, neue Kartoffeln und Unmengen Dill nicht fehlen, das Ganze wird reichlich mit eiskaltem Aquavit und Bier hinuntergespült. Es ist eine zutiefst familiäre Angelegenheit, die du als Tourist am besten in Freilichtmuseen oder in der traditionellen Region Dalarna rund um den See Siljan erlebst, wo öffentliche Feiern Tausende Menschen in malerischen Trachten anziehen.

Nördlich des Polarkreises, besonders rund um die Bergbaustadt Kiruna und den Nationalpark Abisko, beginnt die atemberaubende Zeit der Mitternachtssonne. Das Licht verschwindet ganze vierundzwanzig Stunden nicht vom Himmel, und die Temperaturen im Süden überschreiten stabil schöne achtzehn bis zwanzig Grad, während sich das Thermometer im Norden eher um angenehme zehn bis fünfzehn Grad bewegt. Die Bergwandersaison öffnet allerdings erst ganz Ende Juni. Erst dann tauen die hochgelegenen Seen endlich auf und der Tourismusverband STF öffnet seine Berghütten für die ersten ungeduldigen Trekker, die in die Wildnis aufbrechen.

Mit dem nahenden echten Sommer beginnen die Unterkunftspreise natürlich steil zu steigen und die ersten beliebten Campingplätze melden volle Auslastung. Der Juni ist großartig für alle Reisenden, die endlose sonnige Tage und die nordische Kultur in vollem Gange erleben wollen. Wenn du mit dem Wohnmobil unterwegs bist, findest du noch großartige Wildcamping-Plätze direkt am Wasser, ganz ohne Kampf.

💡 Tipp: Als Tourist ohne Einladung in eine einheimische Familie sei am Midsommar-Freitag extrem vorsichtig, denn die Städte leeren sich komplett und die meisten Restaurants, Supermärkte und Geschäfte bleiben das ganze Wochenende kompromisslos geschlossen.

7. Juli: Industrisemester und Mückenhölle

Die meisten ausländischen Touristen reisen logischerweise gerade im Juli nach Schweden – doch das ist ausgerechnet der Monat, der von allen die sorgfältigste Planung verlangt. Das Land erlebt nämlich den sogenannten Industrisemester, wenn ein großer Teil der ganzen Nation drei bis vier Wochen Urlaub am Stück nimmt, was in der Praxis bedeutet, dass viele familiengeführte Cafés, kleinere Läden und lokale Betriebe in den Städten oft den ganzen Monat geschlossen haben. Die Schweden ziehen massenhaft in Wohnmobile, auf Campingplätze und an die sonnige Küste der Region Bohuslän. Strände und Erholungsgebiete platzen so aus allen Nähten und verlangen feste Reservierungen von Hütten oder Wohnwagenplätzen locker ein halbes Jahr im Voraus.

Die Natur steht in voller Blüte und Stockholm selbst bietet durchschnittliche Höchstwerte um einundzwanzig bis fünfundzwanzig Grad, während die nördlichen Regionen eher kühlere dreizehn bis achtzehn Grad melden. Wer an die Seen im Norden oder tiefer ins Landesinnere aufbricht, muss sich aber zwangsläufig auf brutale Angriffe von Mücken und winzigen beißenden Kriebelmücken (knott) einstellen, die romantisches Zelten am spiegelnden See in eine echte Nervenprobe verwandeln können. Die Sonne scheint hier unglaublich lange, im Süden geht sie erst gegen elf Uhr nachts unter, sodass du reichlich Zeit für lange Abendspaziergänge und zum Grillen hast.

Die Preise für die typischen roten Ferienhäuschen (stugor) und Campingplätze erreichen im Juli ihr Maximum. Andererseits überrascht dich vielleicht angenehm, dass die großen Hotelketten in den Städten paradoxerweise interessante Rabatte bieten, weil die Geschäftsreisenden weg sind und die Konferenzsäle leer stehen. Der Juli ist damit die beste Wahl für klassische Familien-Roadtrips am Wasser – vorausgesetzt, du hast wirklich alles im Voraus sorgfältig reserviert.

💡 Tipp: Kauf dir keine teuren Insektensprays vor dem Abflug zu Hause, denn gegen die aggressiven lokalen Insekten wirken sie meist überhaupt nicht. Besorg dir lieber gleich nach der Ankunft im ersten Supermarkt das zuverlässige schwedische Mittel Mygga und ein gutes Moskitonetz über den Kopf.

8. August: Warmes Wasser und Krebsschmaus

Der August gehört zu den beliebtesten Sommermonaten für clevere Reisende, denn das Wasser in den tausenden Seen und in der Ostsee hat sich über den Sommer ausreichend erwärmt und bietet die besten Bademöglichkeiten. Städte und Straßen kehren Mitte des Monats langsam zum normalen Leben zurück, denn für die schwedischen Kinder enden die Sommerferien und sie kehren zurück in die Schulbänke, was für dich automatisch leerere Campingplätze, verfügbarere Unterkünfte und unvergleichlich ruhigere Autobahnen für deinen Traum-Roadtrip bedeutet. Ein morgendliches Bad im stillen See ohne Massen schreiender Kinder weckt dich dann perfekt für den nächsten Tag.

Die Temperaturen halten sich im Süden weiterhin sehr stabil um angenehme zwanzig Grad, während es im hohen Norden schon langsam kälter wird und das Thermometer tagsüber eher um fünfzehn Grad zeigt. Das kulturelle Leben im August wird von der Tradition namens Kräftskiva beherrscht, wenn Papierlaternen mit Mondmotiv die Schaufenster fluten und sich die Einheimischen zu Freiluftfesten treffen, bei denen sie gekochte Flusskrebse, riesige Mengen Dill und eiskalten Aquavit verzehren. Auf der Insel Gotland findet in dieser Zeit außerdem die legendäre Mittelalterwoche statt, die die ganze historische Stadt Visby in ein einziges großes historisches Fest mit Ritterturnieren und Märkten verwandelt.

Die Tage werden merklich kürzer, was allerdings einen riesigen Vorteil für Jäger von Naturphänomenen mit sich bringt. Ende August bringt der Norden dunklere Nächte und mit ihnen die ersten realen Chancen, das magische Polarlicht einzufangen, während die Außentemperaturen bei Weitem noch keine schwere Winterausrüstung verlangen. Die Preise für Unterkünfte in der Natur sinken ab Mitte des Monats zudem sympathisch und du sparst nicht wenig Geld.

💡 Tipp: Ende August ist der ideale Reisekompromiss, denn es bietet noch sehr angenehme Sommertemperaturen zum Zelten, die lästigen Mücken verschwinden zuverlässig und die Straßen sind nach der Massenabreise der einheimischen Familien merklich leerer.

9. September: Verstecktes Juwel und herbstliche Ruska

Wenn du zum Trekking in die nordische Natur oder auf eine ordentliche Fotoexpedition aufbrichst, trag dir den September dick in den Kalender ein – als Top-Wahl. Die Natur im Norden durchläuft das faszinierende Phänomen namens ruska, wenn sich die ganze Landschaft in unglaubliche Töne von Gold, Orange und leuchtendem Rot färbt, was in Kombination mit der glasklaren Herbstluft atemberaubende Szenerien schafft. Die Temperaturen im Norden liegen tagsüber zwischen fünf und zehn Grad, sodass du beim anspruchsvollen Aufstieg nicht zerkochst, während du im Süden noch schöne, sonnige fünfzehn Grad genießt. Die Wälder sind zu dieser Zeit zudem voller Pilze und süßer Preiselbeeren, die du frei pflücken darfst.

Dank der ersten Nachtfröste verschwinden zudem endgültig die allgegenwärtigen Mücken und winzigen Kriebelmücken, sodass du das Zelten in der Wildnis endlich in himmlischer Ruhe und ohne ständiges Herumfuchteln genießen kannst. Die Polarlichter spiegeln sich im Herbst wunderschön in den noch nicht zugefrorenen Seen – ein einzigartiges visuelles Phänomen, das du im tiefen Winter schlicht nicht siehst, weil überall nur eine dicke Schicht weißen Schnees liegt. Die Tageslänge liegt im ganzen Land bei idealen zwölf bis dreizehn Stunden, sodass du noch genug natürliches Licht für wirklich lange Märsche durch die Natur und sichere Rückkehr ins Camp hast.

Die Preise für die typischen Holzhütten und Hotelzimmer fallen auf sehr angenehme Nebensaison-Werte, sodass dein Budget endlich aufatmet. Der September ist damit ideal für Paare ohne Kinder, leidenschaftliche Outdoor-Fans und überhaupt alle, die auf Reisen Ruhe ohne Massen suchen. Das herbstliche Schweden hat schlicht eine unverwechselbare, etwas melancholische Atmosphäre, die offenbar niemand vergisst.

💡 Tipp: Der September ist der absolut ideale Zeitpunkt, um den berühmten Fernwanderweg Kungsleden zu begehen, aber vergiss nicht, vorab sehr sorgfältig die Öffnungszeiten der Berghütten des Tourismusverbandes STF zu prüfen, die üblicherweise schon in der dritten Septemberwoche schließen.

10. Oktober: Tote Saison und fallendes Laub

Mit dem Oktober hüllt sich das ganze Land langsam, aber sicher in herbstliche Nasskälte und der Touristenbetrieb verstummt auf sein Jahresminimum. Die Tage werden merklich kürzer, die Sonne geht in Stockholm schon gegen fünf Uhr nachmittags unter und oft regnet es und weht ein wirklich starker, kalter Wind, was den Aufenthalt in der Natur eher zu einem Kampf ums nackte Überleben als zu einem angenehmen, erholsamen Urlaub macht. Die Temperaturen im Süden fallen rasch auf acht Grad, während im Norden schon regelmäßig die ersten ganztägigen Fröste auftreten und das Thermometer unangenehm nah um null pendelt. Das goldene Laub beginnt zu braunen und fällt schnell von den Bäumen.

Viele Saisonsehenswürdigkeiten, romantische Sommercafés und Fähren zu den kleineren Inseln der Schären stellen ihren Betrieb endgültig ein und öffnen erst im Frühling wieder. Für Liebhaber von Kultur, nordischem Design und Gastronomie bietet der Oktober aber ideale Bedingungen, um die großen Städte gemütlich unter Dach zu entdecken. Stockholm und Göteborg locken mit gemütlichen fika-Pausen in warmen Cafés, ausgezeichneten Museen, in denen du dich nicht in Schlangen drängen musst, und erstklassiger lokaler Gastronomie. Im Norden fällt zwar meist der erste Schnee, aber für Winteraktivitäten auf Schneemobilen oder Langlaufskiern reicht er noch lange nicht und die Seen sind noch nicht sicher zugefroren.

Der Oktober ist kurzum der Monat für echte Schnäppchenjäger bei Flügen und budgetbewusste Reisende. Die Unterkunftspreise halten sich auf ihrem absoluten Tiefpunkt, sodass du dir für vernünftiges Geld luxuriösere Designhotels mit tollem Frühstück leisten kannst, die im Sommer ein Vermögen kosten würden. Es eignet sich eher für Wochenendtrips mit Fokus auf Stadtkultur als für Ausflüge in die tückische Natur.

💡 Tipp: In Schweden wird am 4. Oktober landesweit der beliebte Tag der Zimtschnecke (Kanelbullens dag) gefeiert, also lass dir auf keinen Fall entgehen, diese frische, duftende Köstlichkeit in einer der traditionellen lokalen Bäckereien zu probieren, vor denen sich an diesem Tag riesige Schlangen von Einheimischen bilden.

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11. November: Dunkelheit und Warten auf den Schnee

November? Nein. Wirklich nicht. Es ist mit Abstand die dunkelste, nasskälteste und deprimierendste Zeit im ganzen Jahr, und ich rate dir ehrlich und ohne Umschweife von einer Reise in diesem Monat ab. Die Sonne geht nur für ein paar Stunden am Tag auf und den Himmel bedeckt zudem ständig eine schwere, undurchdringliche Decke bleigrauer Wolken. In Stockholm genießt du kaum sieben Stunden düsteres Zwielicht, während sich der Tag im nördlichen Kiruna auf gerade einmal drei bis vier Stunden sehr schwaches Licht zusammenschrumpft, was der Psyche ordentlich zusetzt. Wenn du schon mal hier bist, retten dich nur häufige Besuche in glühend heißen Saunen.

Der Schnee, der die nordische Landschaft wenigstens ein wenig optisch aufhellen würde, fällt im Süden meist noch überhaupt nicht, und die Temperaturen halten sich um unangenehme drei bis fünf Grad, sodass alles nur von grauem, tückischem Matsch und aufdringlicher Feuchtigkeit umhüllt ist. Im Norden warten die Einheimischen ungeduldig darauf, dass die Seen endlich sicher zufrieren und eine ausreichende Schneeschicht für den Wintersport fällt. Die meisten winterlichen arktischen Aktivitäten auf Schneemobilen oder mit dem Hundeschlitten sind noch nicht in Betrieb, weil das Gelände schlicht nicht sicher ist – abgesehen vom Warten auf die Dunkelheit gibt es hier eigentlich gar nichts zu tun.

Flüge und Hotels sind zwar extrem günstig und für einen Spottpreis zu haben, aber jeder Aufenthalt draußen ist ausgesprochen unangenehm und treibt dich schnell zurück ins Bett mit heißem Tee. Der November ist kurzum ein langes, trauriges Warten auf den echten nordischen Winter, wenn die Sommerfreuden längst vorbei sind und die winterlichen noch nicht begonnen haben. Eine Reise in diesem Monat solltest du dir deshalb lieber zweimal gut überlegen.

💡 Tipp: Wenn du im November wirklich beruflich nach Schweden musst, pack eine Pferdedosis Vitamin D und sehr gute wasserdichte Ausrüstung ein, denn die allgegenwärtige nordische Dunkelheit kann der Psyche eines unvorbereiteten Reisenden ordentlich zusetzen.

12. Dezember: Weihnachtsmärkte und blaue Dämmerung

Mit dem Dezember und der beliebten Adventszeit erstrahlen die schwedischen Städte in tausenden kleinen Lichtern, die sehr erfolgreich gegen die allgegenwärtige Dunkelheit ankämpfen, und die Straßen duften herrlich nach heißem Gewürzwein namens glögg. Die berühmten Weihnachtsmärkte im historischen Stockholmer Zentrum Gamla Stan oder im riesigen Vergnügungspark Liseberg in Göteborg gehören zu den allerschönsten in ganz Europa und atmen eine unglaublich zauberhafte, wenn auch für unsere Verhältnisse etwas teure festliche Atmosphäre. Die Temperaturen im Süden bewegen sich stabil um null, während der Norden schon harte minus fünfzehn Grad und ordentliche Schneeverwehungen meldet.

Im hohen Norden beginnt in diesem Monat offiziell die dunkle Polarnacht, doch trotz der völligen Abwesenheit direkter Sonne erwacht die Landschaft voll zum arktischen Tourismusleben. Für die kommende Saison 2026 öffnet das neue Icehotel in Jukkasjärvi nach aktuellen Plänen am 11. Dezember, was sofort Scharen begeisterter Erlebnistouristen in die Region zieht, die bereit sind, astronomische Summen für eine Übernachtung zu zahlen. Die meisten lokalen Anbieter von Hundeschlittentouren, Schneemobilfahrten und abendlichen Polarlichtjagden öffnen ihre Türen weit, denn die weiten Seen sind endlich sicher zugefroren und tragen auch schwere Maschinen.

Weihnachts- und Silvesteraufenthalte im Norden gehören allerdings zuverlässig zu den teuersten im ganzen Jahr, also stell dich darauf ein, dass dein Bankkonto ordentlich leidet. Der Dezember ist schlicht wie geschaffen für begeisterte Jäger von Weihnachtsromantik und arktischer Exotik, die gezielt ein unvergessliches Lebenserlebnis suchen und nicht auf jeden ausgegebenen Euro schauen. Wenn du einen günstigen Urlaub suchst, bleib lieber zu Hause.

💡 Tipp: Weihnachts- und Neujahrstermine im Norden gehören zu den teuersten im ganzen Jahr, also wenn du Hunderte Euro für genau dasselbe arktische Erlebnis und Polarlicht sparen willst, verschieb deine Traumreise lieber um ein paar Wochen in die zweite Januarhälfte.

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Temperaturen und Tageslänge im Überblick

Damit sich deine Reise möglichst gut planen lässt, habe ich einen klaren Überblick vorbereitet, was du vom Wetter realistisch erwarten kannst. Schweden ist ein riesiges Land und die Unterschiede zwischen Süden und Norden können dich leicht überraschen, deshalb lohnt es sich nicht, den Koffer nur nach einer einzigen Angabe aus der Vorhersage zu packen.

Während du in Stockholm im Sommer mit T-Shirt und kurzer Hose auskommst, brauchst du in Kiruna selbst im Juli abends unbedingt einen warmen Pullover und eine winddichte Jacke. Schau dir die Durchschnittswerte an, die dir zur groben Orientierung für die wichtigsten Monate des Jahres helfen.

  • Januar: In Stockholm erwarte Tageshöchstwerte um 0 °C und rund 6 Stunden Licht. Im nördlichen Kiruna stell dich auf grausame -15 bis -25 °C und die Polarnacht ein, in der die Sonne gar nicht über den Horizont steigt und nur blaue Dämmerung herrscht.
  • April: Der Süden erwacht bei Temperaturen um 8 bis 10 °C mit angenehmen 14 Stunden Licht. Im Norden hält sich das Thermometer um null, der Schnee beginnt weich zu werden und die Sonne scheint schon mehr als 15 Stunden am Tag.
  • Juli: Stockholm bietet schöne 21 bis 25 °C und ganze 18 Stunden Licht. Das Wasser in den Seen und der Ostsee erwärmt sich auf angenehme 18 bis 20 °C. Der Norden meldet eher 13 bis 18 °C, dafür genießt du das Phänomen der Mitternachtssonne, wenn es ganze 24 Stunden hell ist.
  • Oktober: Das herbstliche Stockholm kühlt auf 8 bis 10 °C ab und die Tage verkürzen sich auf 10 Stunden Licht. Kiruna fällt schon auf null oder leicht darunter, der erste Schnee taucht auf und das Tageslicht verschwindet in unglaublichem Tempo.

Wann für welche Aktivität reisen

Jeder Reisende hat sein eigenes Traumerlebnis, und das richtige Timing ist absolut entscheidend. Es gibt nichts Schlimmeres, als für die Polarlichter anzureisen und festzustellen, dass die Sonne nachts gar nicht untergeht – oder zu einem Bergtrek aufzubrechen, während die Pfade unter einem Meter nassen Schnees liegen.

Wenn dein Hauptziel das Polarlicht ist, fahr im Februar oder März in den Norden, wenn das Wetter stabiler und wolkenärmer ist. Eine großartige und günstigere Alternative sind auch September und Oktober, wenn du zudem den extremen arktischen Frösten entgehst. Das Phänomen der Mitternachtssonne erlebst du dagegen nur von Ende Mai bis Mitte Juli, und zwar ausschließlich nördlich des Polarkreises rund um Kiruna oder den Nationalpark Abisko. Liebhaber von Bergtouren sollten sich das Zeitfenster von Mitte Juli bis Mitte September freihalten, wobei der September dank der Herbstfarben und der Abwesenheit aggressiver Mücken absolute Spitze ist.

Fürs Baden im Sommer in den Seen ist eindeutig der August am besten, wenn sich das Wasser ausreichend erwärmt hat. Wenn dich Wintersport und Hundeschlittenfahrten locken, findest du ideale Bedingungen von Ende Januar bis März, wenn keine gefährlichen dreißig Grad Frost mehr drohen. Für Städtetourismus und Cafés sind dagegen Mai und September am besten, wenn du die günstigsten Flüge bekommst und dem sommerlichen Ansturm der Familien mit Kindern entgehst.

Praktische Zusammenfassung und Richtpreise

Schweden gilt zwar als teureres Reiseziel, aber dank der schwächeren Krone der letzten Jahre ist es definitiv kein Albtraum mehr für deinen Geldbeutel. Für 2026 liegt der Kurs bei etwa 0,09 € pro 1 SEK, was das Land deutlich erschwinglicher macht als das benachbarte Norwegen. Stell dich darauf ein, dass Bargeld hier praktisch nicht existiert und du selbst auf dem Bauernmarkt oder auf öffentlichen Toiletten die Kartenzahlung nutzt.

In Restaurants kostet dich ein Abendessen schnell über 45 €, aber wenn du mittags das beliebte Mittagsmenü namens dagens rätt nutzt, bekommst du für etwa 120 bis 150 SEK (11 bis 14 €) einen kräftigen Hauptgang, ein Salatbuffet ohne Ende und einen Kaffee – damit sparst du enorm viel Geld. Alkohol über 3,5 % kaufst du nur in den staatlichen Läden Systembolaget, die samstags gnadenlos schon um drei Uhr nachmittags schließen und sonntags gar nicht öffnen. Ganz neu ist der sogenannte Gårdsförsäljning – seit Sommer 2025 kannst du endlich lokales Bier oder Wein direkt bei kleinen Produzenten kaufen, wenn du für eine Verkostung oder Führung bei ihnen vorbeischaust.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 hat die Regierung den öffentlichen Nahverkehr massiv subventioniert, sodass 30-Tage-Tickets für den ÖPNV im ganzen Land genau die Hälfte ihres ursprünglichen Preises kosten. In Stockholm (Netz SL) kostet der Monatspass damit unglaubliche 530 SEK (rund 50 €), was sich definitiv zu kaufen lohnt, selbst wenn du in der Stadt nur etwa fünf aktive Tage verbringst. So kannst du für einen fantastischen Preis unbegrenzt mit U-Bahn, Straßenbahn und Fähren fahren. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, freut dich, dass die schwedischen Autobahnen komplett kostenlos sind – bezahlt werden nur Gebühren für große Brücken oder die Einfahrt in die Zentren der größten Städte.

💡 Tipp: Winteraktivitäten wie Hundeschlittentouren, Schneemobilfahrten oder Polarlichtjagden sind in der Hochsaison oft Wochen im Voraus ausgebucht. Vergleichen und vorab reservieren kannst du sie zum Beispiel über GetYourGuide, bei kleineren lokalen Farmen und Guides bekommst du dasselbe Programm aber oft günstiger, wenn du ihnen direkt schreibst.

Wo essen und Schweden schmecken

Die schwedische Gastronomie dreht sich schon lange nicht mehr nur um Fleischbällchen, auch wenn die hier natürlich am besten gelingen. Von gemütlichen Cafés mit traditioneller fika bis zu Spitzenrestaurants mit Fokus auf lokale arktische Zutaten – Essen ist hier ein Erlebnis für sich. Stell dich nur darauf ein, dass Essengehen einen recht großen Teil deines Budgets verschlingt.

Wenn du sparen willst, geh zur Mittagszeit in die Restaurants und bestell das sogenannte dagens rätt (Tagesmenü). Für einen Festpreis bekommst du einen Hauptgang, ein Salatbuffet, Brot mit Butter und Kaffee. Es ist eine beliebte Art, lokale Spezialitäten zu probieren, ohne dabei den Geldbeutel zu ruinieren.

Tipps für konkrete Lokale

In Göteborg darfst du das Kafé Husaren im malerischen Viertel Haga nicht auslassen. Genau hier backen sie die größten Zimtschnecken des Landes (hagabullen), die so groß wie ein Teller sind und die ihr euch in aller Ruhe zu zweit teilt. Es ist der perfekte Halt für eine nachmittägliche fika nach langen Spaziergängen durch die Stadt.

In Stockholm geh für die klassische fika ins Vete-Katten in der Kungsgatan, ein Café aus dem Jahr 1928, wo ein Kaffee mit kanelbulle rund 90 SEK (etwa 8 €) kostet. Ein kräftiges Mittagessen bietet das pflanzliche Buffet Hermans in Södermalm, wo du für etwa 280 SEK (rund 25 €) einen unbegrenzten Teller und dazu den Blick über die ganze Altstadt bekommst.

Ein traditioneller schwedischer Klassiker, den hier vor allem die Einheimischen essen, sind die Fleischbällchen köttbullar mit Preiselbeeren und Kartoffelpüree. Serviert werden sie zum Beispiel in der legendären Bierstube Pelikan in Södermalm, wo die Holzvertäfelung vom Anfang des letzten Jahrhunderts dazugehört. Im Winter im Norden triffst du dann häufig auf Rentierfleisch und im August auf die Krebsschmäuse kräftskiva.

Wo übernachten und wie sich die Preise ändern

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Die Unterkünfte unterscheiden sich dramatisch danach, in welcher Saison und in welchen Teil des Landes du reist. Schweden ist in dieser Hinsicht großartig: Das Jedermannsrecht allemansrätten erlaubt dir, praktisch überall in der Natur kostenlos zu zelten, aber wenn du Bett und Frühstück willst, reichen die Möglichkeiten von einfachen Hostels über gemütliche Hütten an Seen bis zu Designhotels, in denen man dir den Kaffee bringt, bevor du die Augen öffnest. Die Preisunterschiede zwischen Haupt- und Nebensaison können dir Tausende sparen – oder dich ordentlich erschrecken. In Stockholm gilt das interessante Paradox, dass Luxus-Businesshotels im Juli oft riesige Rabatte bieten, weil die Firmenkundschaft in den Urlaub fährt. Campingplätze und Sommerhütten klettern im August dagegen auf ihre Preishöchstwerte. Das winterliche Lappland ist ein Kapitel für sich, dort zahlst du für Weihnachts- und Neujahrstermine locker einen hundertprozentigen Aufschlag gegenüber dem ruhigeren März.

  • Stockholm und Städtetrips: Wenn du im Frühling oder Herbst reist, bekommst du ein Doppelzimmer in soliden Ketten für etwa 200 bis 320 € pro Nacht. Ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das Clarion Hotel Stockholm, das Reisende sehr für die fantastische Lage im trendigen Viertel Södermalm und das ausgezeichnete reichhaltige Frühstück loben. Eine weitere riesige Sicherheit direkt im Zentrum ist das elegante Scandic Continental, wo du direkt auf dem Dach eine schöne Bar mit Blick über die Stadt findest und Betten, aus denen du garantiert nicht aufstehen willst.
  • Göteborg und Westküste: In Göteborg lohnt es sich, nahe dem historischen Zentrum zu übernachten, damit du alle Cafés in der Nähe hast. Eine tolle Atmosphäre bietet das Boutique-Hotel Hotel Flora, das bei den Gästen mit seinem originellen, verspielten Design und dem unglaublich netten Personal voll punktet.
  • Sommer-Roadtrip und Campingplätze: Im Juli und August sind die typischen roten Holzhüttchen (stugor) auf perfekt ausgestatteten Campingplätzen an Seen der absolute Hit. Eine tolle und verlässliche Wahl ist die landesweite Kette First Camp mit Standorten im ganzen Land. Für eine kleinere Hütte zahlst du etwa 90 bis 180 € pro Nacht, aber in der Hauptferiensaison musst du mit riesigem Vorlauf reservieren.
  • Winterliches Lappland und Polarlichter: Hier weint dein Budget am meisten. Als absolut beste Basis für die Aurorajagd empfehle ich den beliebten Komplex STF Abisko Turiststation, wo du laut Statistik die allergrößte Chance auf klaren Himmel hast und die Gäste die gemütliche Sauna nach einem eisigen Tag lieben. Wenn du eine Nacht im echten Gefrierschrank probieren willst, kostet dich das berühmte ICEHOTEL Jukkasjärvi mindestens 550 € für eine einzige Eisnacht. Für eine gewöhnliche und deutlich günstigere Übernachtung in Kiruna eignet sich dann das bekannte Camp Ripan hervorragend, wo es zudem perfekte beheizte Außenpools gibt.

Wohin als Nächstes

Häufig gestellte Fragen

Die Planung einer Reise in den Norden kann viele Unklarheiten mit sich bringen. Deshalb habe ich für dich die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die mich zum schwedischen Wetter und den Jahreszeiten erreichen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Schweden?

Für die Erkundung schöner Städte und den Aufenthalt in der Natur ohne aggressive Insekten sind die besten Monate Mai und September, wenn du zuverlässig den größten Menschenmassen aus dem Weg gehst und günstigere Flugtickets ergattern kannst. Wenn du dich nach echtem Sommerbaden in Seen sehnst, reise im August, wenn das Wasser am wärmsten ist. Für die Jagd nach den magischen Polarlichtern sind hingegen statistisch Februar und März am erfolgreichsten.

Wann ist es in Schweden am günstigsten?

Die niedrigsten Preise für Unterkünfte und Flüge findest du sicher in der sogenannten toten Nebensaison, also im Oktober, November und von Mitte Januar bis April (mit Ausnahme der teuren Februarferien in den Skigebieten). Im Mai bekommst du wiederum fantastisch günstige Flüge in die großen Städte kurz vor Beginn des Sommerwahns, was ideal für Wochenendtrips ist.

Wann kann ich Polarlichter sehen?

Die Polarlicht-Saison dauert von September bis Anfang April. Die größten Erfolgschancen hast du im Februar und März, wenn stabileres Wetter herrscht, die Tage länger sind und es weniger Wolken gibt. Eine hervorragende Wahl ist auch der Herbst im September und Oktober, wenn die Landschaft noch nicht von extremer arktischer Kälte eingehüllt ist und sich das grüne Leuchten wunderschön in den noch nicht zugefrorenen Seen spiegelt.

Wann und wo kann ich die Mitternachtssonne erleben?

Die Mitternachtssonne erlebst du nur nördlich des Polarkreises, zum Beispiel in der Bergbaustadt Kiruna oder im atemberaubenden Nationalpark Abisko. Die Sonne geht hier von Ende Mai bis Mitte Juli überhaupt nicht hinter dem Horizont unter, was zwar eine unglaubliche Energiedosis bietet, aber gute Schlafmasken erfordert – sonst bekommst du einfach keinen Schlaf.

Wie kalt ist der Winter in Schweden?

Im Süden und in Stockholm selbst schwanken die Temperaturen im Winter oft nur knapp um den Nullpunkt, und hier regnet es eher, als dass es schneit. Dagegen herrschen im nördlichen Lappland harte arktische Bedingungen, wo das Thermometer von Dezember bis Februar stabil zwischen minus fünfzehn und minus dreißig Grad liegt, was einfach spezielle Schichtkleidung aus Merinowolle erfordert.

Kann man in der Ostsee und in den Seen baden?

Ja, im Juli und vor allem im August erwärmen sich die Seen und die Ostsee im Süden des Landes auf sehr angenehme Temperaturen, die oft über zwanzig Grad liegen. Die Einheimischen lieben zudem das ganzjährige Baden in der Natur, eng verbunden mit der heißen Holzsauna, sodass ein Sprung ins eisige Wasser mitten im Dezember hier für niemanden etwas Besonderes ist.

Wann ist die beste Zeit, um mit Kindern nach Schweden zu reisen?

Die beste Wahl für einen klassischen Sommer-Roadtrip mit der Familie ist der August. Das Wasser in den flachen Seen ist angenehm warm, und Mitte des Monats gehen zudem die Sommerferien der schwedischen Kinder zu Ende. Die beliebten Campingplätze und Freizeitparks leeren sich merklich, und außerdem wirst du nicht mehr von Schwärmen aggressiver Mücken geplagt, die im Juli unermüdlich das gesamte bewaldete Hinterland terrorisieren.

Welcher Monat ist zum Reisen am schlechtesten?

Eindeutig der November. Die Tage sind extrem kurz, der Himmel ist regelmäßig mit schweren und undurchdringlichen Wolken bedeckt, es regnet oft und es fällt nur grauer Matsch. Eine stabile Schneedecke, die die Landschaft wenigstens etwas visuell aufhellen würde, fehlt im Süden noch. Für jeden längeren Aufenthalt im Freien ist das eine ausgesprochen unangenehme Zeit.

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