Die meisten von uns verbinden Norwegen vor allem mit rauer Natur, tiefen Fjorden und einsamen Bergen – doch ausgerechnet Stavanger in Norwegen beweist, dass auch norwegische Städte einen ganz besonderen Charme haben. Es ist die viertgrößte Stadt des Landes, die durch die Erdölförderung zu Reichtum kam und sich dennoch die unglaublich entspannte Atmosphäre eines Fischerhafens mit engen, gepflasterten Gassen bewahren konnte.
Die meisten Reisenden kommen aus einem ganz einfachen Grund hierher: Stavanger ist der beste Ausgangspunkt für die Wanderung zum berühmten Felsen Preikestolen. Es wäre allerdings ein großer Fehler, die Stadt direkt nach dem Trek wieder zu verlassen. Hier findest du nämlich die besterhaltenen weißen Holzhäuser in ganz Europa, eine Straße, die in allen Neonfarben leuchtet, und überraschend lange Sandstrände, an denen die Einheimischen mit Vorliebe surfen.
In diesem Reiseführer schauen wir uns gemeinsam 12 Tipps an, was man in Stavanger sehen und unternehmen kann, damit dir keine Sehenswürdigkeit entgeht. Wir besprechen die beste Reisezeit, zeigen dir konkrete Möglichkeiten, wo du strategisch günstig übernachten kannst, und ich gebe dir auch Tipps für den Kauf von Bootstickets zum nahegelegenen Lysefjord.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Beste Basis: Stavanger ist die ideale Stadt, wenn du eine Wanderung zum ikonischen Felsen Preikestolen oder zum Felsbrocken Kjeragbolten planst.
- Historisches Zentrum: Lass dir auf keinen Fall das Viertel Gamle Stavanger entgehen, das mit 174 perfekt erhaltenen weißen Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert glänzt.
- Bunte Straße: Für einen guten Kaffee und tolle Fotos solltest du in die Straße Øvre Holmegate (bekannt als Fargegata) gehen, wo alle Häuser in kräftigen Farben gestrichen sind.
- Wann hin: Das beste Wetter und die längsten Tage genießt du von Mai bis September – das ist auch die Hauptsaison für Bergwanderungen.
- Bootstouren: Wenn du keine Lust auf den Aufstieg hast, kannst du den Lysefjord und die Wasserfälle vom Deck eines Ausflugsboots direkt aus dem Stadthafen bewundern.
- Anreise: Du erreichst die Stadt bequem per Flug zum Flughafen Sola, mit der Fähre aus dem dänischen Hirtshals oder über die malerische Zugstrecke von Oslo.

Wann nach Stavanger reisen
Wenn du eine Stadtbesichtigung mit Wanderungen in den umliegenden Bergen verbinden möchtest, ist die beste Reisezeit von Mai bis September. In diesen Monaten sind die Tage angenehm lang und die Bergpfade zum Preikestolen oder Kjerag sind in der Regel sicher begehbar und schneefrei. Die Sommertemperaturen liegen meist zwischen 15 und 20 Grad Celsius – für Wanderungen einfach perfekt.
Dank des Einflusses des Golfstroms hat das Wetter in Stavanger das ganze Jahr über ein überraschend mildes Klima, sodass es hier im Winter nicht so eisig kalt wird wie im Landesinneren oder im Norden Norwegens. Du musst allerdings damit rechnen, dass Herbst und Winter deutlich mehr Regenschauer und starken Wind mit sich bringen. Von Oktober bis April fahren zudem weniger Ausflugsboote und einige abgelegenere Bergrouten können komplett geschlossen sein.

Wo in Stavanger übernachten
💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich, über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Bei der Wahl der Unterkunft macht es am meisten Sinn, ein Hotel direkt im Stadtzentrum oder in unmittelbarer Nähe des Hafens Vågen und des Sees Breiavatnet zu suchen. Dank dieser strategischen Lage brauchst du für die Stadtbesichtigung kein Auto und gelangst zu Fuß bequem zu den Fähren und Bussen, die dich zu den Ausflügen in die Umgebung bringen. Norwegen gehört generell nicht zu den günstigen Reisezielen, und für eine Nacht im Doppelzimmer zahlst du hier üblicherweise zwischen 1.400 und 2.400 NOK, was umgerechnet etwa 120 bis 210 € entspricht.
Ich empfehle, die Unterkunft immer rechtzeitig über Booking zu reservieren, besonders wenn du in den geschäftigen Sommermonaten anreist. Hier sind drei konkrete Tipps für tolle Hotels, die hervorragende Bewertungen und eine perfekte Lage haben.
- Clarion Hotel Stavanger: Ein wunderschönes, modernes Hotel mitten im Herzen der Stadt, von dem aus du es überallhin nicht weit hast. Die Zimmer sind sehr gemütlich und die Gäste loben in den Bewertungen besonders die reichhaltigen Frühstücke, die dir vor dem ganztägigen Ausflug zu den Felsen Energie geben.
- Thon Hotel Maritim: Dieses Hotel liegt direkt am malerischen See Breiavatnet und bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine tolle Wahl, wenn du eine ruhigere Umgebung suchst, aber trotzdem nur wenige Gehminuten vom historischen Zentrum und dem wichtigsten Verkehrsknotenpunkt entfernt sein möchtest.
- Hotel Victoria: Wenn du Geschichte und Eleganz liebst, wird dich dieses Hotel in einem wunderschönen Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert restlos begeistern. Es liegt direkt am Hafen Vågen, sodass du aus einigen Zimmern einen perfekten Blick auf die ankernden Schiffe und das Meer hast.

Historisches und buntes Stadtzentrum
Das Zentrum von Stavanger ist nicht besonders groß und du kannst es in aller Ruhe an einem Nachmittag zu Fuß erkunden. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Stadt in zwei völlig unterschiedliche Gesichter aufteilen konnte, die nur wenige Gehminuten voneinander trennen. Auf der einen Seite des Hafens findest du ein streng geschütztes historisches Viertel voller weißer Häuser, während dich auf der anderen Seite eine Explosion aus Farben, moderner Kunst und belebten Cafés erwartet.
Ich empfehle, den Spaziergang am See in der Stadtmitte zu beginnen und sich nach und nach Richtung Bucht zu bewegen, wo alles vor Anker liegt – von kleinen Fischerbooten bis hin zu riesigen Ozeanriesen. Schauen wir uns die interessantesten Orte an, die du bei deinem Stadtbummel nicht verpassen solltest.

1. Gamle Stavanger (Altstadt)
Das Viertel Gamle Stavanger ist wahrscheinlich der meistfotografierte Ort der ganzen Stadt und gehört zweifellos zu den schönsten historischen Wohnvierteln in ganz Nordeuropa. Es liegt auf der Westseite des Hafens und besteht aus einem Ensemble von 174 wunderbar gepflegten Holzhäusern, die überwiegend aus der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert stammen. Ursprünglich gehörten diese Häuser armen Seeleuten und Arbeitern der örtlichen Konservenfabriken.
Beim Spaziergang durch die gepflasterten Gassen fällt dir sicher auf, dass absolut alle Häuser in leuchtendem Weiß gestrichen sind. Früher war Weiß die teuerste Farbe überhaupt, sodass sich nur wohlhabende Kaufleute sie leisten konnten, während ärmere Leute ihre Häuser mit billigerem Rot oder Ocker strichen. Als die Bewohner von Stavanger jedoch nach und nach zu Wohlstand kamen, strichen sie ihre Häuser weiß, um ihren gesellschaftlichen Aufstieg zu zeigen – heute schreiben es strenge Denkmalschutzregeln sogar vor.
💡 Tipp: Besuche das Viertel am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Menschenmassen von den Kreuzfahrtschiffen noch oder schon weg sind. Die Einheimischen hegen und pflegen ihre Häuser, schmücken die Fenster mit Blumen und ergänzen die Gassen mit altmodischen Laternen, sodass du dich hier wie in einem Märchen fühlst.

2. Die bunte Straße Øvre Holmegate (Fargegata)
Während die Westseite des Hafens der züchtigen weißen Geschichte gehört, verbirgt der östliche Teil die Straße Øvre Holmegate, die niemand anders nennt als Fargegata, also die bunte Straße. Hier findest du eine Reihe älterer Häuser, die allerdings in verrückten Tönen von Rosa, Türkis, Grün und Gelb gestrichen sind. Diese Idee entstand 2005, als der einheimische Friseur Tom S. Kosæg beschloss, den bis dahin recht langweiligen und verfallenden Stadtteil wiederzubeleben.
Er holte sich den Künstler Craig Flannagan zu Hilfe, der für jedes einzelne Haus genau das Farbschema entwarf, sodass benachbarte Gebäude harmonieren, aber gleichzeitig einen markanten Kontrast bilden. Der Plan ging voll auf, und aus der Fargegata wurde ein pulsierendes Zentrum des gesellschaftlichen Lebens, in dem sich Einheimische und Reisende gleichermaßen vergnügen.
Es ist der beste Ort in Stavanger, wenn du einen Spezialitätenkaffee trinken, ein Bier aus einer lokalen Mikrobrauerei genießen oder kleine unabhängige Boutiquen und Vintage-Läden erkunden möchtest. Du findest hier viele tolle Cafés mit vegetarischen Leckereien, die im Sommer ihre Tische direkt auf die Straße stellen, sodass du einfach dasitzen und die herrlich entspannte Atmosphäre aufsaugen kannst.

3. See Breiavatnet und Hafen Vågen
Genau im geografischen Zentrum der Stadt, nur ein Stück vom Hauptbahnhof entfernt, erstreckt sich der malerische See Breiavatnet. Er dient als eine Art grüne Oase der Ruhe inmitten des städtischen Trubels, wo man Schwäne und Enten füttern oder sich einfach auf einer Bank unter den Bäumen ausruhen kann. Rund um den See führt eine angenehme Promenade, die du in etwa zwanzig Minuten abläufst.
Vom See sind es nur wenige Schritte nach Norden, und schon stehst du am Hafen Vågen, der sich tief ins Stadtzentrum schneidet. Den Hafen säumen historische Kaufmannshäuser namens Sjøhusene, die früher als Salz- und Fischlager dienten, sich heute aber die besten Restaurants und Bars der Stadt verbergen. In den Sommermonaten ist hier wirklich viel los und gelegentlich siehst du gigantische Kreuzfahrtschiffe ankern, die mit ihren Ausmaßen die umliegende Bebauung überragen.
4. Die Kathedrale Stavanger Domkirke
Direkt am Ufer des Sees Breiavatnet steht die Kathedrale Stavanger Domkirke, die älteste durchgehend genutzte Kathedrale in ganz Norwegen. Sie wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut, etwa zur selben Zeit, als die Stadt selbst gegründet wurde. Ihren Bau initiierte der englische Bischof Reinald, was erklärt, warum die romanischen Teile des Gebäudes so stark an die englische Architektur jener Zeit erinnern.
Die Kathedrale durchlebte 1272 einen verheerenden Brand, nach dem sie wieder aufgebaut und um gotische Elemente erweitert wurde, was ihr ein sehr einzigartiges und interessantes Aussehen verleiht. Sie ist zwar kein riesiger, pompöser Bau, wie wir ihn aus Mitteleuropa kennen, aber ihre massiven Steinmauern und das hölzerne Interieur strahlen eine enorme Ruhe und Demut aus. Der Eintritt kostet eine kleine Gebühr, doch für die wunderschön verzierte Barockkanzel aus dem Jahr 1658 lohnt sich der Besuch auf jeden Fall.

Museen und Kunst für Regentage
Das Wetter in Norwegen kann ziemlich unberechenbar sein, daher ist es immer gut, einen Plan für den Fall von Regen in der Hinterhand zu haben. Stavanger hat zum Glück gleich mehrere erstklassige Museen im Ärmel, die dich stundenlang beschäftigen und dir obendrein jede Menge faszinierender Informationen liefern darüber, was die norwegische Gesellschaft geprägt hat.
Die Stadt glänzt außerdem mit einem sehr progressiven Umgang mit Straßenkunst. Wenn du gerne mit der Kamera in der Hand versteckte Winkel entdeckst, bist du hier in deinem Element. Hier sind drei Kulturtipps, die du nicht verpassen solltest.

5. Norwegisches Erdölmuseum (Norsk Oljemuseum)
Die Erdölförderung in der Nordsee veränderte den Lauf der norwegischen Geschichte vollständig und machte aus einem armen Fischerland einen der reichsten Staaten der Welt. Das Norwegische Erdölmuseum erzählt dir diese faszinierende Geschichte auf sehr moderne und interaktive Weise. Schon das Museumsgebäude selbst ist ein architektonisches Schmuckstück, denn es sieht aus wie eine winzige Bohrinsel, die direkt aus dem Wasser ragt, am Rand des Stadthafens.
Im Inneren erwarten dich Modelle echter Bohrplattformen, Unterwasserroboter und Rettungskapseln, in die du selbst hineinklettern und ausprobieren kannst, wie sich die Arbeiter auf hoher See fühlen. Das Museum scheut sich auch nicht vor schweren Themen, widmet sich großen Industrieunfällen und beleuchtet sehr ausführlich die ökologischen Folgen der Förderung sowie die Zukunft Norwegens nach dem Umstieg auf grüne Energie.
💡 Tipp: Die Ausstellungen sind so genial gestaltet, dass sie auch Menschen begeistern, die sich sonst überhaupt nicht für Technik oder Industrie interessieren. Plane für den Besuch mindestens zwei bis drei Stunden ein, denn es gibt hier wirklich viel zu sehen.

6. Konservenmuseum (Norsk Hermetikkmuseum)
Bevor Norwegen das schwarze Gold auf dem Meeresgrund entdeckte, verdiente Stavanger sein Geld mit etwas viel Prosaischerem. Die Stadt war nämlich eine Welthauptstadt der Fischkonservenproduktion, vor allem der berühmten geräucherten Sardinen. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gab es hier über 50 Konservenfabriken, in denen mehr als die Hälfte aller Stadtbewohner arbeitete.
Das Konservenmuseum befindet sich in den authentischen Räumen einer alten Fabrik mitten im Herzen des Viertels Gamle Stavanger. Es zeigt dir den kompletten Prozess vom Einsalzen der Fische über das Aufziehen auf Drähte und das Räuchern in riesigen Öfen bis hin zum manuellen Einlegen in kleine Dosen. Am interessantesten ist die Sammlung von Tausenden verschiedener Papieretiketten, die auf die Dosen geklebt und von hier aus in die ganze Welt exportiert wurden.

7. Street Art und das Nuart-Festival
Stavanger ist längst nicht mehr nur eine Stadt alter Traditionen, sondern hat sich als eines der bedeutendsten europäischen Zentren für Straßenkunst etabliert. Dafür ist vor allem das renommierte Nuart-Festival verantwortlich, das hier seit 2001 stattfand und zu dem jedes Jahr die besten Street-Art-Künstler aus aller Welt anreisten, um ausgewählte Wände und Gebäude der Stadt legal zu bemalen.
Auch wenn das Festival momentan pausiert, ist sein Vermächtnis auf Schritt und Tritt sichtbar. Bei deinen Spaziergängen durch das Zentrum stößt du ständig auf riesige Wandmalereien, witzige Schablonen und kleine Installationen. Versuch, durch die Gassen rund um die Fargegata oder Richtung Stadtteil Storhaug zu schlendern, wo du die schönsten Murals findest. In den örtlichen Touristeninformationen kannst du dir sogar eine spezielle Karte abholen, die dich zu den bekanntesten Werken führt.

Tor zu den Fjorden und Naturwundern der Umgebung
Die Stadt selbst ist wunderschön, aber der eigentliche Grund, warum Reisende aus aller Welt den Weg hierher auf sich nehmen, liegt jenseits ihrer Grenzen. Die Umgebung von Stavanger bietet einige der dramatischsten Naturkulissen Europas, und egal, ob du anspruchsvolle Bergtreks oder bequeme Bootstouren bevorzugst – du kommst hier voll auf deine Kosten.
Neben den bekannten Felsen findest du hier aber auch Orte, die du in Norwegen wahrscheinlich überhaupt nicht erwarten würdest, von historischen Denkmälern bis hin zu exotischen Gärten. Schauen wir uns 5 Tipps an, wohin du außerhalb der Stadt aufbrechen kannst.

8. Stavanger als Basis für den Preikestolen
Der Preikestolen, also die Kanzel, ist ein gigantischer Felsblock, der sich unglaubliche 604 Meter senkrecht über den Spiegel des Lysefjords erhebt. Es ist zweifellos das ikonischste Naturphänomen in ganz Norwegen, und Stavanger dient als wichtigster Verkehrsknotenpunkt und Basis für alle, die ihn bezwingen wollen. Der eigentliche Startpunkt des Treks liegt etwa 40 Kilometer von der Stadt entfernt.
Vom Zentrum Stavangers fahren in der Sommersaison regelmäßige Direktbusse, die dich bequem bis zum Parkplatz an der Berghütte Preikestolen Fjellstue bringen, von wo aus die Wanderung startet. Der gesamte Ausflug inklusive Anfahrt und Aufstieg dauert etwa 6 bis 8 Stunden, also plane dafür unbedingt einen ganzen Tag ein. Der Weg ist etwa 8 Kilometer lang (hin und zurück) und mittelschwer, aber die Aussichten vom Gipfel in den tiefen Fjord sind einfach atemberaubend.
💡 Tipp: Wir haben für dich einen detaillierten separaten Artikel über die Wanderung zum Preikestolen vorbereitet, in dem du eine genaue Wegbeschreibung, Tipps zum Parken und Ratschläge findest, wie du den größten Menschenmassen entgehst.

9. Bootstouren auf dem Lysefjord
Wenn du dir den anspruchsvollen Bergtrek nicht zutraust oder die Majestät der Fjorde aus einer völlig anderen Perspektive erleben möchtest, kannst du eine Aussichtsfahrt machen. Die Boote legen direkt vom Hafen Vågen im Zentrum von Stavanger ab und nehmen dich auf eine dreistündige Fahrt tief ins Innere des Lysefjords mit. Tickets kosten üblicherweise etwa 500 bis 600 NOK pro Erwachsenem (rund 45 bis 55 €) und sind in der Saison oft schnell ausverkauft.
Ich empfehle, deinen Platz auf dem Boot einige Tage im Voraus zu reservieren – am besten nutzt du dafür das Portal GetYourGuide, wo du klar die verfügbaren Zeiten und Bewertungen der einzelnen Anbieter siehst. Während der Fahrt unterquerst du direkt den gigantischen Felsen Preikestolen, siehst wilde Wasserfälle, die von steilen Felsen herabstürzen, und das Boot fährt oft bis in die unmittelbare Nähe von Höhlen, die früher von Schmugglern genutzt wurden. Es ist ein wunderbares Erlebnis, bei dem du erst die enorme Größe der norwegischen Berge richtig begreifst.

10. Das Denkmal Sverd i fjell
Nur etwa sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt an der Bucht Hafrsfjord das historische Denkmal Sverd i fjell, übersetzt „Drei Schwerter im Fels“. Von Weitem sieht es so aus, als hätte jemand drei riesige Bronzeschwerter in den festen Granit gerammt, von denen das größte fast 10 Meter misst. Dieses beeindruckende Monument schuf der Bildhauer Fritz Røed, und der norwegische König Olav V. enthüllte es 1983.
Der Ort wurde keineswegs zufällig gewählt. Genau in der Bucht Hafrsfjord fand im Jahr 872 die berühmte Seeschlacht statt, nach der König Harald Schönhaar Norwegen erstmals in der Geschichte zu einem einzigen Staat vereinte. Das größte Schwert symbolisiert den siegreichen König, während die beiden kleineren Schwerter den besiegten Anführern gehören. Die Kronen an den Griffen der Waffen stehen für die verschiedenen Regionen, und die Tatsache, dass die Schwerter fest im Fels stecken, symbolisiert den Frieden, der nie wieder durch Krieg gestört werden soll. Du erreichst diesen Ort bequem mit dem Stadtbus von Stavanger aus.

11. Die Sandstrände Jæren und Sola
Wenn man Norwegen sagt, denkt wohl kaum jemand ans Baden und Sonnenbaden am Strand. Die Region Jæren, die sich südlich von Stavanger erstreckt, belehrt dich jedoch eines Besseren, denn sie bietet mehrere Dutzend Kilometer lange Sandstrände mit Dünen, die du eher irgendwo in Dänemark oder im Norden Deutschlands erwarten würdest. Der bekannteste und am leichtesten erreichbare ist der Strand Solastranden, der nur ein Stück vom internationalen Flughafen entfernt liegt.
Das Wasser der Nordsee ist hier auch mitten im heißen Sommer ziemlich eiskalt, aber das hindert die Einheimischen keineswegs daran, die Strände voll auszunutzen. Es ist ein berühmter Spot zum Surfen und Kitesurfen, und wenn der Wind kräftig weht, ist es faszinierend, Dutzende Drachen am Himmel zu beobachten. Für längere Spaziergänge am Meer und zum Muschelnsammeln ist der etwas ruhigere und wildere Strand Borestranden ideal.
12. Die tropischen Gärten Flor & Fjære
Dieser Tipp klingt wie reine Science-Fiction, aber nur ein Stück von der Küste des rauen Norwegens entfernt kannst du eine echte tropische Oase besuchen. Auf der Privatinsel Sør-Hidle baut und pflegt die Familie Bryn schon seit mehreren Generationen die fantastischen Gärten Flor & Fjære, in denen dank des speziellen Mikroklimas riesige Palmen, Bananenstauden und Tausende exotischer Blumen wachsen.
Es ist ein äußerst beliebter Halbtagesausflug, hat aber einen Haken: Du musst ihn weit im Voraus reservieren. Die Gärten sind nur von Mai bis September geöffnet, und das Paket umfasst immer die Bootsfahrt von Stavanger, eine geführte Tour und ein hervorragendes Essen im dortigen Restaurant. Die Köche vor Ort sind Meister ihres Fachs, und obwohl du bei den lokalen Spezialitäten natürlich auch auf Fisch und Meeresfrüchte triffst, gelingt ihnen auch ein vorzügliches vegetarisches Menü aus lokalem Gemüse immer perfekt.

Wie man nach Stavanger kommt
Stavanger ist für norwegische Verhältnisse sehr gut erreichbar, und du kannst gleich aus mehreren Verkehrsmitteln wählen, je nachdem, von wo genau du aufbrichst und ob du mit dem eigenen Auto unterwegs bist.
Die schnellste Variante ist natürlich das Fliegen. Der internationale Flughafen Stavanger Lufthavn Sola liegt nur 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und nimmt Flüge aus vielen europäischen Metropolen sowie sehr häufige Inlandsverbindungen aus Oslo an. Direktflüge nach Stavanger gibt es unter anderem aus Berlin, München und Frankfurt. Vom Flughafen gelangst du dann mit dem speziellen Flughafenbus (Flybussen) bequem und recht günstig in etwa zwanzig Minuten ins Zentrum.
Wenn du mit dem eigenen oder gemieteten Auto aus Deutschland nach Norwegen reist, ist die direkte Fähre vom dänischen Hafen Hirtshals sehr praktisch. Die Überfahrt dauert etwa 10 bis 12 Stunden, oft fährt sie über Nacht, sodass du bequem in einer Kabine schläfst und morgens mit dem Auto direkt in Stavanger ausfährst. Für Reisende ohne Auto bietet sich auch die Zugstrecke Sørlandsbanen von Oslo an, die etwa 8 Stunden dauert und absolut fantastische Ausblicke auf die norwegische Natur entlang der Südküste bietet.
Wohin weiter von Stavanger aus
Wenn du die Stadt erkundet und dich zum Preikestolen aufgemacht hast, hat Norwegen noch jede Menge weiterer wunderschöner Orte für dich bereit. Lass dich in unseren weiteren Reiseführern inspirieren:
- Norwegen: 50 Tipps, was man sehen und besuchen sollte
- Wanderung zum Kjeragbolten und Lysefjord
- Norwegische Fjorde – der komplette Reiseführer
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage reichen für einen Besuch in Stavanger?
Na das historische Zentrum und die Museen wird euch gemütlich ein ganzer Tag reichen. Fügt aber auf jeden Fall noch einen weiteren Tag für die Wanderung zum Preikestolen hinzu und gegebenenfalls einen dritten Tag, falls ihr eine Bootstour auf dem Lysefjord plant oder an den Sandstränden südlich der Stadt entspannen möchtet.
Ist Stavanger ein guter Ausgangspunkt für den Preikestolen?
Ja, Stavanger ist der allerbeste und meistgenutzte Ausgangspunkt für diese Wanderung. Der Beginn des Weges liegt von hier aus nur etwa 40 Kilometer entfernt und in der Sommersaison fahren direkte Busse von der Stadt, die dich bequem bis zum Parkplatz bei der Berghütte bringen.
Wie kommt man am besten nach Stavanger?
Ihr könnt zum Flughafen Sola fliegen, der hervorragende Verbindungen zum Rest Europas sowie Inlandsflüge von Oslo bietet. Für Reisende mit dem Auto ist die Nachtfähre vom dänischen Hirtshals ideal, und sehr beliebt ist auch die etwa achtstündige malerische Zugfahrt von Oslo selbst.
Wann ist die beste Reisezeit?
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Die idealen Monate für einen Besuch sind von Mai bis September. In dieser Zeit genießt du lange Tage, angenehme Temperaturen und sicher geöffnete Bergpfade. Im Winter gibt es hier relativ viel Niederschlag und viele Schiffs- und Busverbindungen in die Berge fahren nicht.
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Was kann man in Stavanger mit Kindern sehen?
Kinder werden vom interaktiven Norwegischen Erdölmuseum begeistert sein, wo sie durch Rettungsmodule klettern können, oder von den riesigen Bronzeschwertern des Denkmals Sverd i fjell. Großartig ist auch ein Ausflug zu den Sandstränden von Jæren, wo es jede Menge Platz zum Herumrennen und Sandburgenbauen gibt.
Lohnt sich ein Besuch in der Stadt, auch wenn ich keine Bergwanderung machen möchte?
Auf jeden Fall ja. Das alte Viertel Gamle Stavanger ist wunderschön und die farbenfrohe Straße Fargegata voller Cafés wird euch mit Energie aufladen. Ihr könnt erstklassige Street Art bewundern oder eine gemütliche Aussichtstour mit dem Ausflugsboot unternehmen, ohne einen einzigen Kilometer bergauf laufen zu müssen.
Wo kann man in der Stadt gut essen?
Die größte Konzentration an großartigen Restaurants und Bistros findet ihr im Hafen Vågen und in der bunten Straße Fargegata. Hier gibt es zahlreiche gemütliche Cafés, interessantes Streetfood und auch sehr gutes vegetarisches Essen bekommt man hier relativ einfach.
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