Oaxaca, Mexiko: 15 Tipps – Gastronomie, Mezcal und der koloniale Süden

Eine Stadt, in der es an jeder Ecke nach gerösteten Maisfladen duftet, aus den bunten Häusern Gitarrenklänge dringen und sich abends Einheimische wie Reisende über einem kleinen Glas rauchigen Agavendestillats treffen. Diese wunderschöne Kolonialstadt im Süden Mexikos ist das kulturelle und kulinarische Herz des ganzen Landes – und sobald du einmal hier bist, wirst du wahrscheinlich gar nicht mehr weg wollen.

Oaxaca (gesprochen „Oachaka“) in Mexiko ist der Ort, an dem sich gleich sechzehn lebendige indigene Kulturen mischen, wo du das schönste Kunsthandwerk findest und wo die beste mexikanische Küche geboren wurde. Wenn du auf der Suche nach dem authentischen Mexiko mit seinen reichen Traditionen, bunten Festen und einer faszinierenden Geschichte bist, dann bist du hier genau richtig. In diesem Reiseführer findest du alle wichtigen Tipps, was du in Oaxaca sehen und unternehmen kannst, wohin du Ausflüge in die Umgebung machst, wo du übernachtest und was du unbedingt probieren musst.

Kirche Santo Domingo in Oaxaca
Foto: Amar Preciado / Pexels

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Beste Reisezeit: Von Oktober bis April, während der Trockenzeit. Der absolute Höhepunkt ist der Übergang von Oktober zu November rund um das Fest Día de Muertos – allerdings musst du die Unterkunft schon ein Jahr im Voraus organisieren.
  • Anreise: Nach Oaxaca kommst du mit komfortablen ADO-Bussen aus Mexiko-Stadt (etwa 6–7 Stunden) oder per Flugzeug. Eine neue Autobahn hat zudem die Fahrt zum Ozean nach Puerto Escondido auf nur noch 2,5 Stunden verkürzt.
  • Was du nicht verpassen darfst: Die zapotekischen Ruinen von Monte Albán, die versteinerten Wasserfälle von Hierve el Agua und die Weberdörfer in der Umgebung.
  • Gastronomie: Oaxaca ist ein kulinarisches Paradies. Probiere die berühmte Tlayuda, die sieben Sorten der Mole-Sauce und natürlich den lokalen Mezcal. Seit 2024 findest du hier sogar Restaurants mit Michelin-Stern.
  • Budget: Die Preise sind hier etwas niedriger als auf der Halbinsel Yucatán, aber mit der wachsenden Beliebtheit der Stadt steigen auch die Kosten. Als grober Richtwert: etwa 0,05 € pro 1 mexikanischen Peso (MXN).

Wann nach Oaxaca reisen

Die beste Reisezeit für Oaxaca ist eindeutig die Trockenzeit, die von Ende Oktober etwa bis April dauert. Die Temperaturen liegen tagsüber bei sehr angenehmen 25 bis 28 Grad, abends und morgens wird es kühler – ein leichter Pullover im Rucksack schadet also nie. Oaxaca liegt auf über 1.500 Metern Höhe; die Sonne wärmt tagsüber zwar schön, aber die Luft ist frisch und dich erwartet nicht diese drückende tropische Schwüle wie an der Küste. So sieht das typische Wetter in Oaxaca aus.

Wenn dich Mexiko von seiner buntesten und spirituellsten Seite reizt, versuche, deine Reise auf das berühmte Fest Día de Muertos (Tag der Toten) zu legen. Laut einer erfahrenen Reisenden lohnt es sich, ein paar Tage früher anzureisen, idealerweise schon um den 27. Oktober herum. Der offizielle Termin ist zwar vom 31. Oktober bis 2. November, aber die Vorbereitungen, das Schmücken der Altäre und die Straßenumzüge (comparsas) beginnen schon vorher. Der Friedhof Xoxocotlán ist absolut unvergesslich, voller Kerzen und oranger Cempasúchil-Blüten – stell dich aber auf riesige Verkehrsstaus ein. Unterkünfte und Ausflüge für dieses Fest sollte man angeblich schon im Januar buchen, denn die Preise verdreifachen sich und alles ist hoffnungslos ausverkauft. Ein weiteres riesiges Fest ist die Guelaguetza im Juli, eine Feier der indigenen Kulturen voller Tanz und Trachten, bei der die Stadt ebenfalls aus allen Nähten platzt.

💡 Tipp: Wenn du den größten Menschenmassen und überhöhten Preisen aus dem Weg gehen willst, reise im Februar oder März. Das Wetter ist herrlich und die Stadt lebt in ihrem ruhigen, entspannten Tempo. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie es mit dem Wetter im ganzen Land aussieht, schau dir unseren Artikel an, wann du nach Mexiko reisen solltest.

Wo in Oaxaca übernachten

Oaxaca ist eine recht kompakte Stadt und die allermeiste Zeit wirst du im historischen Zentrum verbringen, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Am besten suchst du dir eine Unterkunft genau hier, damit du überall zu Fuß hinkommst, durch die bunten Gassen schlendern und abends sicher vom Abendessen oder aus der Mezcalería zurückkehren kannst.

Das historische Zentrum (Centro Histórico) ist in mehrere kleinere Viertel unterteilt. Die Gegend rund um die Kirche Santo Domingo und die Straße Calle Macedonio Alcalá ist der schönste, aber zugleich teuerste Teil der Stadt. Hier findest du wunderschöne Boutique-Hotels in Kolonialhäusern, stilvolle Cafés und die besten Restaurants. Wenn du den goldenen Mittelweg suchst, sieh dich nach einer Unterkunft im Viertel Barrio de Jalatlaco um. Es ist ein zauberhaftes, ruhigeres Viertel voller Street Art, gepflasterter Gassen und kleiner familiengeführter Cafés, das sich seine völlig einzigartige Atmosphäre bewahrt hat und nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Eine weitere großartige und preiswertere Option ist das Barrio de Xochimilco, das älteste Viertel der Stadt mit uralten Aquädukten und lokalen Märkten.

Preislich reicht das Angebot in Oaxaca von sehr günstigen Hostels für Rucksacktouristen (rund 12 bis 20 € pro Nacht) über schöne Mittelklassehotels (60 bis 120 € pro Doppelzimmer) bis hin zu luxuriösen historischen Villen.

💡 Tipp: Da Oaxaca in höherer Lage liegt und die Temperaturen in den Wintermonaten nachts gut und gerne auf 8 Grad fallen, achte bei der Wahl der Unterkunft darauf, dass das Zimmer eine Heizmöglichkeit hat – oder bitte zumindest um zusätzliche Decken. Die meisten traditionellen Häuser haben nämlich dicke Steinmauern und Fliesenböden, was im Sommer ein Segen ist, im Winter aber ganz schön kalt ☺️.

Oaxaca lässt sich gut zu Fuß erkunden, daher lohnt es sich, möglichst nah am Zócalo-Platz zu wohnen – so spazierst du morgens auf den Markt und abends ohne ein einziges Taxi auf die Dachterrasse zum Mezcal. Das Zentrum ist voller Kolonialhäuser, die zu wunderschönen Boutiquen umgebaut wurden.

💑 Für Paare: Casa Antonieta ist ein Neun-Zimmer-Boutiquehotel in einem Gebäude aus dem Jahr 1529, nur wenige Schritte vom Zócalo entfernt, mit Dachterrasse und Wein bei Sonnenuntergang – Romantik pur (rund 270 € pro Nacht).

👨‍👩‍👧 Für Ruhe und Familien: Hotel Casa Conzatti hat einen grünen Patio-Garten, ein eigenes Restaurant und ist ruhig gelegen, dabei aber zu Fuß zu allen Sehenswürdigkeiten (ab ca. 90 € pro Nacht).

💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Hotel Trébol ist ein gemütliches Drei-Sterne-Hotel zwei Minuten vom Zócalo entfernt, mit kolonialem Patio und im Preis inbegriffenem Frühstück, das die Gäste loben (ab ca. 60 € pro Nacht).

Für das besondere Erlebnis: Quinta Real Oaxaca residiert in einem ehemaligen Kloster der heiligen Katharina aus dem Jahr 1576 im Herzen des Zentrums und ist eine Ikone der Stadt mit blühenden Kreuzgängen und einem Pool (ab ca. 240 € pro Nacht).

Tipp zur Buchung: Wähle bei all diesen Hotels einen Tarif mit kostenloser Stornierung – Pläne ändern sich und du willst nicht für etwas zahlen, wo du am Ende gar nicht ankommst. Und schiebe es nicht auf den letzten Drücker: Die bestbewerteten Adressen sind in der Hauptsaison oft schon mehrere Monate im Voraus ausgebucht und die Preise springen dann um zig Prozent nach oben.

Sehenswürdigkeiten in Oaxaca, Mexiko: 14 Tipps

Schauen wir uns gemeinsam die besten Tipps an, was du in Oaxaca und seiner näheren Umgebung sehen kannst. Diese Stadt ist wie ein lebendiges Museum voller Farben, Düfte und uralter Geschichte. Von faszinierenden archäologischen Stätten über rauchige Märkte bis hin zu Handwerksdörfern, in denen die Zeit vor Hunderten von Jahren stehen geblieben ist. Plane für Oaxaca idealerweise vier bis fünf Tage ein, damit du die echte Atmosphäre aufsaugen kannst, ohne dich hetzen zu müssen.

1. Der Zócalo-Platz

Zócalo-Platz in Oaxaca
Foto: Emilio González / Pexels

Jede richtige mexikanische Stadt hat ihren Hauptplatz, den Zócalo, und der in Oaxaca gehört zu den lebendigsten im ganzen Land. Er ist von schattigen Bäumen umgeben, unter denen ständig Einheimische sitzen, Neuigkeiten austauschen und Straßenmusikern lauschen. Auf der einen Seite des Platzes steht die majestätische Kathedrale Catedral de Nuestra Señora de la Asunción und auf der anderen findest du den Regierungspalast.

Rund um den ganzen Platz ziehen sich Arkaden mit Dutzenden Cafés und Restaurants. Auch wenn die Preise etwas höher sind und eher auf Touristen abzielen, ist es ein Erlebnis, das einfach zu einem Besuch der Stadt dazugehört: sich mit einer Tasse heißer lokaler Schokolade hierhin zu setzen, den Verkäufern bunter Luftballons zuzusehen und der Marimba-Musik zu lauschen.

2. Templo de Santo Domingo de Guzmán

Kirche Santo Domingo in Oaxaca
Foto: Amar Preciado / Pexels

Wenn der Zócalo das gesellschaftliche Herz der Stadt ist, dann ist die Kirche Santo Domingo ihre Seele. Dieser Dominikanertempel ist ein absolutes architektonisches Juwel. Von außen beeindruckt dich die mächtige Steinfassade, aber die eigentliche Überraschung wartet drinnen. Das Innere ist unglaublich reich mit Gold, Stuck und kunstvollen Ornamenten verziert. Für die Ausschmückung soll eine unglaubliche Menge Blattgold verwendet worden sein.

Vor der Kirche erstreckt sich ein weiter Platz voller Agaven, auf dem oft Hochzeiten, traditionelle Tänze stattfinden oder einfach Studenten der nahen Universität entspannen. Direkt neben der Kirche befindet sich das Kulturzentrum Museo de las Culturas de Oaxaca, das einen Besuch auf jeden Fall wert ist, wenn dich die Geschichte der zapotekischen und mixtekischen Kulturen interessiert.

3. Der Botanische Garten (Jardín Etnobotánico)

Ethnobotanischer Garten in Oaxaca
Foto: Miguel González / Pexels

Direkt auf dem Gelände des ehemaligen Klosters an der Kirche Santo Domingo findest du einen der interessantesten botanischen Gärten der Welt. Der Garten wurde in den 1990er-Jahren mit Unterstützung lokaler Künstler (darunter der berühmte Maler Francisco Toledo) angelegt, und du findest hier ausschließlich Pflanzen, die aus dem Bundesstaat Oaxaca stammen.

Du spazierst zwischen riesigen Kakteen, die aussehen wie Skulpturen, seltenen Agavenarten und wunderschön blühenden Bäumen. Es gibt aber einen Haken: In den Garten kommt man nicht einfach auf eigene Faust hinein, man muss mit einem Guide gehen. Führungen auf Englisch gibt es meist nur ein paar Mal pro Woche und die Tickets (rund 100 MXN / 5 €) werden vor Ort gekauft. Ich empfehle daher, früher zu kommen und sich in die Schlange zu stellen, denn die Kapazität ist sehr begrenzt.

4. Die Märkte Mercado 20 de Noviembre und Benito Juárez

Markt mit Essen in Oaxaca
Foto: Miguel González / Pexels

Märkte sind das pulsierende Herz der mexikanischen Kultur. In Oaxaca gibt es zwei große, sie liegen direkt nebeneinander und jeder ist ein bisschen anders. Der Mercado Benito Juárez eignet sich hervorragend zum Einkaufen von frischem Obst, Gemüse, Käse, Gewürzen und traditioneller Kleidung. Genau hier siehst du Säcke voller getrockneter Heuschrecken (chapulines), die die Einheimischen knabbern wie bei uns Erdnüsse.

Der Mercado 20 de Noviembre ist dagegen eine riesige Garküche. Laut einigen Reisenden ist das größte Erlebnis der sogenannte Pasillo de Humo (Verrauchte Gasse). Es ist chaotisch, laut und buchstäblich voller Rauch von Dutzenden Grills. Die Einheimischen wählen hier rohes Fleisch aus, das die Verkäufer direkt auf glühender Kohle für sie grillen. Es wird empfohlen, sonntags gegen vier Uhr nachmittags zu kommen, wenn die größten Massen weg sind. Wir Vegetarier probieren hier zwar kein Fleisch, aber die Atmosphäre ist fantastisch und gegrillte Frühlingszwiebeln, Paprika und frische Avocado mit einer heißen Maistortilla lassen sich immer arrangieren.

5. Die Fußgängerzone Calle Macedonio Alcalá

Fußgängerzone Alcalá in Oaxaca
Foto: Amar Preciado / Pexels

Diese gepflasterte Straße ist die Hauptader des historischen Zentrums und verbindet die Kirche Santo Domingo mit dem Zócalo. Es ist eine Fußgängerzone, sodass du hier in aller Ruhe deinen Spaziergang zwischen wunderschönen bunten Kolonialhäusern genießen kannst, von denen Kletterblumen herabhängen.

Die Straße ist voller Boutiquen mit Kunsthandwerk, Galerien, Textilgeschäfte und natürlich Cafés. Abends erwacht sie unglaublich zum Leben: Straßenverkäufer tauchen auf, Kunsthandwerker bieten ihren Schmuck direkt auf Decken am Boden an und oft triffst du auf einen Umzug mit Musik und riesigen Papierpuppen (mojigangas).

6. Die Ruinen von Monte Albán

Ruinen von Monte Albán
Foto: Magaly Taboada / Pexels

Das ist ein absolutes Muss. Die zapotekischen Ruinen von Monte Albán liegen auf einem künstlich eingeebneten Berggipfel nur ein Stück von der Stadt entfernt, und Besucher beschreiben sie als faszinierenden Ort mit riesigem Areal zum Erkunden. Es war einst eine der bedeutendsten Städte Mittelamerikas, und die Ausblicke ins Tal sind von hier oben schlichtweg atemberaubend.

Der Eintritt kostet rund 95 MXN (etwa 5 €), und aus der Stadt kommst du entweder mit dem Touristenbus (er fährt ein Stück vom Zócalo ab) hierher oder du nimmst dir ein Taxi oder ein Colectivo. Eine wichtige Warnung von Reisenden: Oben gibt es praktisch keinen Schatten. Nimm wirklich genug Wasser, eine Kopfbedeckung und creme dich mit Sonnenschutz ein – die Sonne kann hier unerbittlich sein. Ich empfehle, gleich zur Öffnung um 8:00 Uhr morgens zu kommen. Weitere aktuelle Infos findest du auf der offiziellen Website des Instituts INAH.

7. Die versteinerten Wasserfälle Hierve el Agua

Versteinerte Wasserfälle Hierve el Agua
Foto: Jorge Acre / Pexels

Etwa anderthalb Stunden Fahrt von Oaxaca entfernt liegt eines der schönsten Naturphänomene Mexikos. Hierve el Agua sieht von Weitem aus wie ein riesiger Wasserfall, der vom Felsen stürzt, doch in Wirklichkeit handelt es sich um Mineralquellen, die über Jahrtausende wunderschöne tropfsteinartige Kaskaden geformt haben. Ganz oben gibt es natürliche Mineralbecken mit türkisfarbenem Wasser, in denen du direkt am Rand der Klippe mit Blick auf die Berge baden kannst.

Der Eintritt bewegt sich zwischen rund 50 und 100 MXN (etwa 2,50 bis 5 €). Zu den Becken und unter den Wasserfall führt ein mittelschwerer Aufstieg über mehr als hundert Stufen, daher lohnt es sich, festes Schuhwerk mitzunehmen – in Sandalen macht es wirklich keinen Spaß. Du kannst im Rahmen einer organisierten Tour hierherkommen oder dir ein Auto mieten und auf eigene Faust losziehen.

8. Mezcal-Verkostung im Zentrum von Oaxaca (Mezcalerías)

Mezcal-Verkostung
Foto: Viridiana Rivera / Pexels

Oaxaca produziert unglaubliche 90 % des gesamten mexikanischen Mezcals. Während Tequila nur aus blauer Agave im Bundesstaat Jalisco hergestellt werden darf, wird Mezcal aus mehr als 30 Agavenarten gebrannt und hat einen typischen, leicht rauchigen Geschmack, weil die Herzen der Agave (piñas) vor der Fermentation in Erdgruben auf glühender Kohle gegart werden. Die Einheimischen sagen: „Para todo mal, mezcal, y para todo bien, también“ (Für alles Schlechte Mezcal und für alles Gute auch).

Im Zentrum der Stadt findest du Dutzende sogenannter Mezcalerías. Das sind gemütliche, oft etwas dunklere Bars mit riesiger Auswahl an Flaschen von kleinen lokalen Produzenten. Das Personal erklärt dir gerne die Unterschiede zwischen den Sorten (Espadín ist die gängigste, Tobalá oder Tepeztate sind seltener und teurer). Mezcal trinkt man nicht in einem Zug, sondern nippt langsam daran (die Einheimischen sagen „besos, no tragos“ – Küsse, nicht Schlucke) und isst dazu Orangenscheiben, bestreut mit Sal de gusano (Salz mit gemahlenen Würmern und Chili).

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9. Ausflug zu den Brennereien in Santiago Matatlán

Mezcal-Brennerei
Foto: Ricardo Olvera / Pexels

Wenn dich Mezcal wirklich interessiert, fahr direkt zur Quelle. Das Dorf Santiago Matatlán liegt knapp eine Stunde von der Stadt entfernt und nennt sich stolz die Welthauptstadt des Mezcals. Unterwegs siehst du endlose Felder blaugrüner Agaven, und im Dorf selbst sowie in seiner Umgebung findest du Dutzende traditioneller Brennereien, die palenques genannt werden.

Erfahrungen von Reisenden bestätigen, dass eine organisierte Tour mit Guide (die Preise bewegen sich zwischen 55 und 90 USD, also etwa 50 bis 85 €) die beste Wahl ist. Sie bringen dich zu kleinen Familienbetrieben, zeigen dir den gesamten Prozess vom Schneiden der Agave über das Garen in der Erde bis hin zur Destillation in kupfernen oder tönernen Gefäßen. Die Verkostungen finden oft auf Terrassen mit Blick auf die Felder statt und dazu wird traditionelles Essen aus Oaxaca serviert.

10. Der breiteste Baum der Welt: Árbol del Tule

Baum Árbol del Tule
Foto: Liisbet Luup / Pexels

Im Dörfchen Santa María del Tule, ein Stück außerhalb der Stadt, wächst eine Montezuma-Sumpfzypresse (ein Verwandter der Zypressen), die den breitesten Stamm der Welt hat. Der Stammumfang beträgt unglaubliche 42 Meter, und das Alter des Baumes wird auf über 2.000 Jahre geschätzt. Er ist so riesig, dass es auf den ersten Blick scheint, es handele sich um mehrere zusammengewachsene Bäume, aber DNA-Tests haben bestätigt, dass es wirklich nur ein einziger Baum ist. Hier zahlt man einen symbolischen Eintritt von rund 20 MXN (etwa 1 €) und für die paar Minuten Zwischenstopp lohnt es sich auf jeden Fall.

11. Das Weberdorf Teotitlán del Valle

Weberdorf Teotitlán
Foto: Walter Alejandro / Pexels

Oaxaca ist berühmt für seine Handwerksdörfer, wobei sich jedes Dorf auf etwas anderes spezialisiert. Teotitlán del Valle, etwa 30 Minuten östlich der Stadt, ist die Heimat der besten Weber. Hier entstehen wunderschöne Wollteppiche und Wandbehänge, die tapetes genannt werden.

Wie Besucher berichten, nehmen sich die Einheimischen nach dem Eintreten in die Familienwerkstätten fast immer deiner an und zeigen dir mit großem Stolz den gesamten Prozess. Du siehst das Waschen und Kardieren der Wolle, das Färben in Kesseln über dem Feuer mit Naturfarbstoffen (wie Rot aus der Cochenille-Laus, Gelb aus der Ringelblume oder Blau aus Indigo) und schließlich das eigentliche Weben komplizierter zapotekischer Muster an riesigen Holzwebstühlen. Wenn du an einem Montagvormittag herkommst, erlebst du auch den traditionellen, herzlichen Markt.

12. Schwarze Keramik in San Bartolo Coyotepec

Schwarze Keramik barro negro
Foto: Miguel González / Pexels

Ein weiterer faszinierender Halt auf der Handwerksroute ist San Bartolo Coyotepec. Dieses Dorf ist weltweit bekannt für seine einzigartige schwarze Keramik (barro negro). Die Technik entdeckte im 20. Jahrhundert eine lokale Töpferin, die herausfand, dass der Ton eine wunderschöne, glänzend schwarze Farbe annimmt, wenn man ihn vor dem Brennen mit einem Quarzstein glättet und bei niedrigerer Temperatur in einem geschlossenen Ofen ohne Sauerstoffzufuhr brennt. Du kannst hier viele Werkstätten besuchen, Vorführungen am Töpferrad sehen und natürlich die eine oder andere zerbrechliche Vase oder Schale als Souvenir mitnehmen.

13. Die Holzfiguren Alebrijes in San Martín Tilcajete

Holzfiguren Alebrijes
Foto: Dainé Zeferino / Pexels

Erinnerst du dich an die zauberhaften, leuchtend bunten tierischen Begleiter aus dem Animationsfilm Coco? Die nennt man alebrijes und sie stammen genau von hier. Die Dörfer San Martín Tilcajete und Arrazola sind voller Familienwerkstätten, in denen aus weichem Kopalholz fantastische Wesen geschnitzt werden – Mischungen aus Drachen, Hunden, Adlern und anderen Tieren. Anschließend werden die Figuren von Hand mit unglaublich winzigen, farbenfrohen Punkten und Mustern bemalt. Das ist eine Heidenarbeit, und die größten und detailliertesten Stücke werden sogar für Tausende von Dollar verkauft, aber einen kleinen bunten Hund bekommst du hier schon für ein paar Euro.

14. Die Feierlichkeiten zum Día de Muertos (wenn du Glück hast)

Feierlichkeiten zum Tag der Toten in Oaxaca
Foto: Isai Matus / Pexels

Wenn es dir gelingt, eine Unterkunft zu ergattern, und du am Übergang von Oktober zu November ankommst, erwartet dich etwas absolut Außergewöhnliches. Der Día de Muertos in Oaxaca ist ein Erlebnis fürs Leben. Die Straßen sind mit Sand-Wandteppichen übersät, aus den Häusern duftet das süße Brot pan de muerto und abends ziehen Umzüge (comparsas) voller Menschen mit bemalten Gesichtern im Stil der eleganten Skelettdame Catrina durch die Stadt, begleitet von Blaskapellen. Das Ganze ist überhaupt nicht traurig, im Gegenteil – es ist eine freudige Feier des Lebens und ein Gedenken an jene, die nicht mehr hier sind.

💡 Tipp: Um die Ruinen von Monte Albán und all die wunderschönen Handwerksdörfer und Brennereien in der Umgebung zu entdecken, lohnt es sich, entweder ein Auto zu mieten (die Straßen sind hier relativ in Ordnung) oder einen Fahrer/Guide für einen ganzen Tag zu organisieren. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nämlich nicht direkt in Oaxaca, sondern im Umkreis von einer Stunde Fahrt, und sich nur auf die öffentlichen Colectivos (Sammeltaxis) zu verlassen, kostet dich jede Menge kostbarer Zeit.

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Was du probieren musst: Mexikos kulinarisches Paradies

Oaxaca gilt unter Mexikanern als kulinarische Hauptstadt des Landes, und 2024 bestätigte das offiziell auch der berühmte Guide Michelin, der hier Restaurants wie Los Danzantes oder Levadura de Olla Sterne verlieh. Seitdem herrscht hier ein riesiger Boom, und in die besten Lokale musst du wochenlang im Voraus reservieren. Die gesamte mexikanische Küche wurde als erste der Welt ins UNESCO-Welterbe aufgenommen, und Oaxaca ist ihr strahlendstes Juwel.

Die absolute Grundlage der lokalen Küche ist Mole. Es ist eine unglaublich komplexe, dicke Sauce, deren Zubereitung mehrere Tage dauern kann und die gut und gerne über dreißig Zutaten enthält. In Oaxaca gibt es sieben Grundsorten von Mole, wobei die berühmteste das dunkle Mole negro ist, dem unter anderem auch Schokolade und ein Berg Gewürze beigegeben werden. Der Geschmack ist tief, leicht süß, pikant und rauchig zugleich.

Eine weitere Ikone, von der Reisende nicht genug bekommen, ist die Tlayuda. Sie wird oft als mexikanische Pizza bezeichnet. Es ist eine riesige, dünne und knusprige Maistortilla, die mit Bohnenpaste (frijoles) bestrichen und großzügig mit dem lokalen Zupfkäse quesillo (der ein bisschen wie salzigerer Mozzarella schmeckt) bestreut wird. Dann wird sie über Kohle gegrillt und zur Hälfte zusammengeklappt. Die Einheimischen lassen sich oft gegrilltes Fleisch dazugeben, aber in der einfachen Käse-Bohnen-Variante, ergänzt durch frische Tomate und Avocado, ist sie eine perfekte vegetarische Köstlichkeit.

Auf den Märkten und Straßen stößt du sicher auch auf Fleischspezialitäten wie das langsam geschmorte barbacoa oder gebratenes Schweinefleisch carnitas, für die die Leute hier alles geben würden. Zum Trinken nimm dir ein erfrischendes agua fresca (zum Beispiel aus Hibiskus – jamaica – oder aus Reis mit Zimt – horchata).

💡 Tipp: Wenn du Mais liebst, lass dir elote (gekochter Maiskolben auf einem Stäbchen, bestrichen mit Mayonnaise, Käse und Chili) oder seine Becher-Variante esquites nicht entgehen, die gleich nach Einbruch der Dunkelheit an wohl jeder Ecke verkauft werden. Für uns Vegetarier ist das mexikanische Street Food manchmal etwas knifflig wegen des Schmalzes, aber Mais, Käse-Quesadillas oder Tacos, gefüllt mit Pilzen oder Bohnen und einer Scheibe Kaktus (nopal), enttäuschen dich nie.

Praktische Reisetipps

Schauen wir uns ein paar praktische Dinge an, damit dich nach der Ankunft nichts überrascht. Mexiko ist ein wunderbares Land, hat aber seine Eigenheiten, auf die man sich gut vorbereiten sollte. Übrigens: Oaxaca liegt in der Central Time Zone, also meist sieben bis acht Stunden hinter Deutschland.

Anreise und Straßen. Von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge nach Oaxaca – in der Regel fliegst du mit Lufthansa, KLM oder Iberia über ein Drehkreuz nach Mexiko-Stadt. Von dort gibt es Inlandsflüge nach Oaxaca, aber genauso entspannt kommst du mit den komfortablen Fernbussen der Gesellschaften ADO oder Primera Plus hin. Die Fahrt von der Hauptstadt dauert etwa 6 bis 7 Stunden und das Ticket kostet rund 25 bis 40 USD (etwa 23 bis 37 €). Wenn du nach der Erkundung des Kolonialzentrums zum Ozean weiterziehen möchtest, habe ich eine tolle Nachricht: Vor Kurzem wurde eine neue Autobahn Richtung Puerto Escondido eröffnet, die die verrückte siebenstündige Serpentinenfahrt auf entspannte 2,5 Stunden verkürzt hat. Wenn du einen Mietwagen fährst, gilt hier die goldene Regel: Vermeide nächtliches Fahren. Die Straßen sind oft schlecht beleuchtet, häufig streunen Tiere darauf herum und aus Sicherheitsgründen ist es ohnehin nicht ganz vernünftig.

Geld und Bezahlen. Auch wenn viele bessere Restaurants und Hotels Karten akzeptieren, ist Bargeld in Oaxaca nach wie vor König. Auf den Märkten, für Street Food, kleinere Eintritte und Sammeltaxis (colectivos) zahlst du nur mit mexikanischen Pesos. Beim Abheben am Geldautomaten pass enorm auf das sogenannte DCC (Dynamic Currency Conversion) auf – der Automat bietet dir einen „garantierten“ Umrechnungskurs in Euro an, der aber extrem ungünstig ist (du verlierst gut 8–9 %). Lehne dieses Angebot immer ab und lass den Betrag in der lokalen Währung abrechnen. Was das Trinkgeld betrifft, lässt man in Restaurants üblicherweise 10 bis 15 %. Achte nur darauf, ob es dir nicht schon als Posten „servicio“ oder „propina“ auf die Rechnung gesetzt wurde.

Sicherheit – ist Oaxaca in Mexiko gefährlich? Der Bundesstaat Oaxaca und seine Hauptstadt gehören innerhalb Mexikos zu den sehr sicheren Gegenden, besonders für Touristen. Im historischen Zentrum und den angrenzenden Vierteln kannst du dich auch abends völlig entspannt bewegen. Es reicht, den klassischen gesunden Menschenverstand walten zu lassen – keinen teuren Schmuck unnötig zur Schau stellen, nicht das gesamte Bargeld in einer Tasche tragen und nachts an den Stadträndern lieber ein offizielles Taxi nehmen.

💡 Tipp: Wenn dich Verdauungsbeschwerden namens „Montezumas Rache“ plagen, merke dir beim Street Food die Regel: „Boil it, cook it, peel it, or forget it“ (Koch es, brate es, schäle es – oder lass es). Leitungswasser trinkt man in Mexiko nicht, kauf dir immer abgefülltes, und auch zum Zähneputzen nimmst du besser Wasser aus der Flasche. Für mobiles Internet vor Ort empfehlen wir eine eSIM von Holafly – so bist du gleich nach der Landung online.

Wohin von Oaxaca aus weiter?

Wenn du mehr Zeit für Mexiko hast (was ich hoffe, denn es ist riesig!), ist Oaxaca ein großartiges Sprungbrett für weitere Abenteuer.

Schau dir auf jeden Fall unseren großen Reiseführer an, was du in Mexiko sehen kannst, dort findest du jede Menge Inspiration für das ganze Land. Wenn dich die Feierlichkeiten zum Tag der Toten reizen, wirf einen Blick in unseren Artikel über Día de Muertos in Mexiko. Für Feinschmecker haben wir einen ausführlichen Artikel über die mexikanische Küche verfasst, in dem du mehr darüber erfährst, welche Gerichte du nicht verpassen darfst. Und wenn du nach Oaxaca Lust auf eine weitere Portion indigene Kultur und wilde Natur hast, mach dich auf nach Süden und erkunde mit uns den Bundesstaat Chiapas.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage brauche ich für Oaxaca?

Ideal sind 4 bis 5 Tage für Oaxaca einzuplanen. Zwei Tage verbringst du damit, durch das historische Zentrum zu schlendern, über Märkte zu bummeln und großartiges Essen zu probieren, weitere zwei bis drei Tage nutzt du für Ausflüge in die Umgebung zu den Ruinen von Monte Albán, Hierve el Agua und in die Handwerksdörfer.

Ist Oaxaca sicher für Touristen?

Ja, Oaxaca gehört zu den sichersten und freundlichsten Bundesstaaten in Mexiko. Im historischen Zentrum und in den touristischen Gegenden brauchst du keine Angst zu haben, es gilt hier nur die übliche Vorsicht vor Taschendieben auf Märkten und in Menschenmengen.

Brauche ich für einen Besuch in Oaxaca ein Auto?

Definitiv keine Notwendigkeit. Die Stadt lässt sich zu Fuß erkunden, und zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung (Monte Albán, Tule) fahren entweder Busse, Colectivos, oder du kannst einen organisierten Ausflug buchen. Ein Mietwagen lohnt sich, wenn du abgelegene Mezcal-Destillerien oder Kunsthandwerksdörfer in deinem eigenen Tempo erkunden möchtest.

Kann man in Oaxaca Leitungswasser trinken?

Auf keinen Fall. Leitungswasser in Mexiko ist nicht trinkbar. Kaufe immer Flaschenwasser oder bringe eine Flasche mit eigenem Filter mit. In besseren Restaurants wird das Wasser für Getränke und Eis gefiltert, also brauchst du dir keine Sorgen zu machen, aber auf der Straße solltest du aufpassen.

Ist es teuer, in Oaxaca zu essen?

Es kommt darauf an, wohin du gehst. Auf lokalen Märkten und an Ständen isst du für ein paar Euro, eine klassische Tlayuda kostet dich etwa 80 bis 150 MXN (4–7 EUR). In renommierten Michelin-Restaurants zahlst du aber natürlich drauf und die Preise nähern sich denen in Europa.

Wann findet das Fest Día de Muertos statt?

Der offizielle Feiertag fällt auf den 1. und 2. November, aber das Hauptgeschehen, das Schmücken der Altäre und die Straßenumzüge in Oaxaca beginnen bereits einige Tage früher, etwa ab dem 27. oder 28. Oktober. Die Unterkunft für diesen Zeitraum muss man mit enormem Vorlauf organisieren.

Wie komme ich von Oaxaca zum Meer?

Dank der neu eröffneten Autobahn ist die Reise zur Pazifikküste viel einfacher geworden. In das Surfer-Städtchen Puerto Escondido kommst du jetzt mit dem Auto oder Bus in nur 2,5 Stunden, verglichen mit den früheren 7 Stunden Serpentinen durch die Berge. Man kann auch mit einem kleinen Regionalflugzeug hinfliegen, was ein Erlebnis für sich ist.

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