Kennst du das Gefühl, wenn du im Internet auf Fotos voller oranger Blumen, bemalter Gesichter und Kerzen stößt und sofort die Koffer packen möchtest? Der Tag der Toten in Mexiko ist genau die Art von Ereignis, das jeder Reise- und Kulturliebhaber mindestens einmal im Leben erleben sollte. Es ist nicht nur eine visuelle Pracht, sondern vor allem ein unglaublich intensives und emotionales Erlebnis, das deinen Blick darauf, wie man den Abschied von unseren Liebsten wahrnehmen kann, komplett verändert.
In diesem Guide findest du alles, was du wissen musst, um den Tag der Toten in Mexiko hautnah und ohne Stress zu erleben. Gemeinsam schauen wir uns an, wo die Feierlichkeiten am schönsten sind, wie du dich während der Feiertage mit Respekt gegenüber den lokalen Traditionen verhältst, was es Gutes zu probieren gibt und vor allem, wie du die ganze Reise logistisch planst. Denn wenn es in Mexiko einen Termin gibt, auf den du dich mit enormem Vorlauf vorbereiten musst, dann ist es genau der Übergang von Oktober zu November. ☺️

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Wann gefeiert wird: Die Haupttage sind der 1. und 2. November, aber die Atmosphäre und die Straßenumzüge (comparsas) beginnen schon um den 28. Oktober herum.
- Wohin es sich lohnt: Oaxaca bietet das traditionellste und intensivste Erlebnis. Mexico City lockt mit einem riesigen Umzug und Pátzcuaro mit einer magischen (aber heute schon sehr überfüllten) Nacht am See.
- Es ist kein Halloween: Es geht um eine freudige Feier des Lebens und das Gedenken an die Verstorbenen, nicht ums Erschrecken. Seit 2008 steht der Feiertag auf der UNESCO-Liste.
- Unterkunft buchen: Hotels in den Haupthotspots sind locker ein halbes bis ganzes Jahr im Voraus weg und die Preise liegen oft beim Dreifachen.
- Etikette: Auf Friedhöfen verhältst du dich leise, trittst nicht auf Gräber und fragst vor dem Fotografieren immer die Einheimischen um Erlaubnis.
Was ist Día de Muertos und warum es kein mexikanisches Halloween ist

Bevor wir uns auf konkrete Tipps und Orte stürzen, klären wir eine absolut grundlegende Sache. Auch wenn beide Feste zur gleichen Jahreszeit stattfinden und in beiden Skelette vorkommen, hat der Tag der Toten in Mexiko absolut nichts mit dem amerikanischen Halloween zu tun. Während es bei Halloween um Angst und das Vertreiben böser Geister geht, ist der mexikanische Tag der Toten eine bunte, liebevolle und freudige Feier des Lebens derer, die nicht mehr bei uns sind.
Die Mexikaner glauben nämlich, dass sich die Tore zwischen der Welt der Lebenden und der Toten für ein paar Tage im Jahr öffnen und die Seelen der Verstorbenen so nach Hause zu ihren Familien zurückkehren können. Genau deshalb bauen die Einheimischen zu Hause und auf den Friedhöfen wunderschöne Altäre (ofrendas), die ihren Liebsten den Weg zeigen sollen. Diese Altäre sind buchstäblich mit orangefarbenen Studentenblumen (cempasúchil) übersät, deren intensiver Duft die Seelen zurück zum heimischen Herd locken soll.
💡 Tipp: Auf den Altären siehst du immer Fotos der Verstorbenen, Kerzen, ihre Lieblingsspeisen, Getränke und, wenn an Kinder erinnert wird, auch Spielzeug. Es ist ein unglaublich rührender Anblick, der dich am Herzen packt.
Der ganze Feiertag ist zudem so einzigartig, dass ihn die UNESCO im Jahr 2008 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen hat. Während der Feierlichkeiten begegnest du überall den allgegenwärtigen Zuckerschädeln (calaveras) und den Figuren eleganter Skelette, die man Catrinas nennt. Diese elegant gekleideten Skelettdamen entstanden ursprünglich als satirische Karikatur der mexikanischen High Society zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sind heute aber das absolute Symbol des gesamten Festes.
Wann genau der Feiertag stattfindet
Die Planung einer Reise nach Mexiko erfordert ein präzises Timing, denn obwohl der Feiertag „Tag“ der Toten heißt, handelt es sich in Wirklichkeit um eine mehrtägige Angelegenheit. Die offiziellen Tage sind die ersten beiden Novembertage, aber wenn du erst in letzter Minute anreist, verpasst du eine Menge Vorbereitungen und freudiger Vorfreude in den Straßen.
Der Feiertag selbst teilt sich in zwei Hauptteile. Der erste November (Día de los Inocentes oder Día de los Angelitos) ist traditionell dem Gedenken an verstorbene Kinder gewidmet. Der Tradition nach kommen die Kinderseelen als Erste in die Welt. Der zweite November (Día de los Difuntos) gehört dann den erwachsenen Seelen und ist der Haupttag, an dem sich die Familien auf den Friedhöfen versammeln, essen, trinken, singen und sich bis in die frühen Morgenstunden Geschichten erzählen.
💡 Tipp: Reise idealerweise schon um den 27. oder 28. Oktober nach Mexiko. Du siehst, wie sich die Städte verwandeln, wie die Marktleute tonnenweise Blumen zu verkaufen beginnen und wie in den Straßen die ersten Altäre aufgebaut werden. Außerdem finden schon an diesen Tagen die ersten Straßenumzüge statt.
Wo du den Tag der Toten in Mexiko hautnah erlebst

Mexiko ist ein riesiges Land und die Traditionen ändern sich buchstäblich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Mancherorts wird intim im Familienkreis gefeiert, anderswo verwandeln sich ganze Städte in ein großes Festival. Schauen wir uns die Orte an, die Reisenden die schönsten Erlebnisse bieten.
Oaxaca: Das intensivste und bunteste Erlebnis

Wenn du die authentischste und lebendigste Atmosphäre suchst, ist Oaxaca der eindeutige Sieger. Diese wunderschöne Kolonialstadt im Süden Mexikos ist berühmt für ihre tiefen indigenen Wurzeln und die Feierlichkeiten nehmen hier absolut epische Ausmaße an. Die Straßen sind voller Musik, Farben und dem Duft von Weihrauch namens Copal.
Der Hauptmagnet sind hier die sogenannten comparsas – wilde Straßenumzüge voller kostümierter Menschen, Livebands und Tanz, die sich durch die ganze Stadt ziehen. Die Reisende Natasha N schrieb nach ihrer Rückkehr im Tripadvisor-Forum, dass sie sich in Oaxaca zum Tag der Toten absolut verliebt hat und dass es der ideale Ort für Solo-Reisen war, weil dort ständig etwas los war und die Atmosphäre auf faszinierende Weise lebendig.
💡 Tipp: Aus der Erfahrung vieler Reisender geht hervor, dass die umliegenden Dörfer rund um Oaxaca an unterschiedlichen Tagen feiern. Wie der Blog No Maps or Foot Tracks hinweist, erwacht das Dorf Santa María Atzompa schon am 31. Oktober zum Leben, Etla am 1. November und Teotitlán del Valle erst am 2. November. So kannst du gleich mehrere verschiedene Friedhofsfeiern während einer einzigen Reise erleben.
Mexico City: Ein grandioser Umzug wie aus einem James-Bond-Film

Die Hauptstadt bietet einen völlig anderen Stil der Feierlichkeiten. Mexico City ist eine kosmopolitische Metropole, die den Tag der Toten wirklich im großen Stil zelebriert – inklusive monumentaler Altäre auf dem Hauptplatz Zócalo. Wusstest du aber, dass jener berühmte riesige Umzug, der heute Millionen Menschen anlockt, eigentlich eine ganz neue Erfindung ist?
Wie die Autoren im Blog Inside the Upgrade berichten, fand dieser Umzug (Desfile de Día de Muertos) erst 2016 zum ersten Mal statt. Die mexikanische Regierung ließ sich nämlich von einem fiktiven Umzug in der Anfangsszene des Bond-Films Spectre aus dem Jahr 2015 inspirieren und beschloss, ihn Realität werden zu lassen. Auch wenn es eine moderne Angelegenheit ist, ist es ein fantastisches Spektakel voller riesiger Festwagen und unglaublich ausgefeilter Kostüme.
Pátzcuaro und Janitzio: Traditionelle Nacht am See wie aus dem Film Coco

Die Region rund um den Pátzcuaro-See im Bundesstaat Michoacán ist das historische Zentrum der tiefsten Traditionen. Die einheimischen Purépechas fahren in der Nacht auf den 2. November mit kleinen, von Kerzen beleuchteten Booten zur Insel Janitzio, wo sie die Nacht auf dem Friedhof verbringen. Visuell ist es genau die Szene, die du vielleicht aus dem Animationsfilm Coco kennst.
Das hat aber einen großen Haken. Gerade wegen des Films Coco strömten hierher solche Touristenmassen, dass die Region unter extremem Overtourism leidet. Die Diskutierenden auf Tripadvisor erkennen zwar an, dass es dank der Tradition der Totennacht am See die authentischere Wahl ist, warnen aber vor den Menschenmengen. Wenn du allein reist, empfehlen sie eher Oaxaca wegen der besseren Verkehrsanbindung und Infrastruktur, denn in Pátzcuaro passiert es leicht, dass man wegen der Staus irgendwo festsitzt.
Mixquic: Authentische Atmosphäre unweit der Hauptstadt
Wenn du deine Basis in Mexico City hast, dir der riesige Bond-Umzug aber zu kommerziell ist, dann fahr in das Städtchen San Andrés Mixquic. Es liegt am Rand der Metropole und hat sich einen sehr traditionellen dörflichen Charakter bewahrt. Der örtliche Friedhof erstrahlt nach Einbruch der Dunkelheit im Licht tausender Kerzen und die Menschen singen hier und gedenken ihrer Liebsten in einer viel intimeren Atmosphäre als im Zentrum der Hauptstadt.
Was du am Tag der Toten siehst und erlebst

Wir haben schon Altäre und Umzüge angerissen, aber Día de Muertos bietet noch viel mehr Ebenen. Das schönste und rührendste Erlebnis ist zweifellos der nächtliche Besuch der Friedhöfe (zum Beispiel der bekannte Friedhof Xoxocotlán unweit von Oaxaca). Die Friedhöfe erstrahlen nach Einbruch der Dunkelheit buchstäblich in goldenem Licht, es duftet nach Blumen und die Menschen sitzen auf Picknickdecken an den Gräbern.
Es handelt sich um keine stille und düstere Trauerfeier, wie wir es aus Europa gewohnt sind. Die Mexikaner bringen sich Essen mit auf den Friedhof, eine Flasche von etwas Hochprozentigem, spielen Gitarre und erzählen sich lustige Geschichten über die Verstorbenen. Es ist eine Feier des Lebens, die dir auf die schönstmögliche Weise die Tränen in die Augen treibt. Nach den Erlebnissen vieler Reisender ist es faszinierend zu beobachten, wie sich auf den Altären vorchristliche indigene Symbole mit traditionellen katholischen Elementen wie Bildern der Jungfrau Maria vermischen.
Sehr beliebt ist auch das Bemalen der Gesichter im Stil der Catrinas und Skelette. An fast jeder Ecke triffst du auf geschickte Schminkkünstlerinnen, die dir für ein paar hundert Pesos in zwanzig Minuten ein wunderschönes Kunstwerk ins Gesicht zaubern, verziert mit Glitzer und Steinchen. Es ist eine tolle Möglichkeit, dich an den Feierlichkeiten zu beteiligen und Respekt für die lokale Kultur zu zeigen.
Wie du dich respektvoll verhältst: Etikette nicht nur auf Friedhöfen

Auch wenn der Tag der Toten in Mexiko fröhlich und bunt ist, handelt es sich immer noch um eine zutiefst spirituelle und heilige Zeit, in der die Familien ihrer Toten gedenken. Leider kommt es mit dem wachsenden Tourismus manchmal zu Situationen, in denen sich Fremde so verhalten, als wären sie zu einem Musikfestival voller Alkohol gekommen. Sagen wir uns also ein paar Grundregeln, damit du der bestmögliche Gast bist.
Erstens sind Friedhöfe keine Kulisse für Instagram-Fotos. Wie die Autorin im Blog Travel Mexico Solo treffend rät, bitte vor dem Fotografieren immer um Erlaubnis, egal ob es um Familien an den Gräbern oder um wunderschön geschmückte Altäre geht. Kontrolliere außerdem, dass du den Blitz an deinem Handy oder deiner Kamera wirklich ausgeschaltet hast, damit er nicht versehentlich mitten in der Andacht in die Dunkelheit aufblitzt.
💡 Tipp: Pass gut auf, wohin du trittst. Mexikanische Friedhöfe sind oft sehr eng und die Gräber häufig nicht klar abgegrenzt. Tritt niemals über Grabsteine und nutze sie nicht als Bänke zum Ausruhen.
Zweitens: Lass amerikanische Halloween-Kostüme weg. Sexy Krankenschwestern, Superhelden oder blutige Zombies gehören hier schlichtweg nicht hin und die Einheimischen können das als große Respektlosigkeit empfinden. Viel besser fährst du, wenn du dir auf dem lokalen Markt ein traditionelles besticktes Hemd oder Kleid kaufst, dir von den einheimischen Künstlerinnen das Gesicht bemalen lässt und so in der Menge aufgehst.
Praktische Logistik: Buche deine Unterkunft ruhig ein halbes Jahr im Voraus!
Das ist wohl der wichtigste Rat aus dem ganzen Artikel. Der Tag der Toten ist aus touristischer Sicht der absolute Höhepunkt der Saison, und wenn du die Organisation auf die letzte Minute verschiebst, findest du entweder nirgends Platz oder zahlst absolut astronomische Summen.
Laut dem First-hand-Guide vom Blog Travel Mexico Solo lohnt es sich, die Unterkunft in Oaxaca zum Tag der Toten mit enormem Vorlauf zu reservieren, denn die Hotels im Zentrum sind am Ende alle restlos ausgebucht. Die Autorin betont, dass das wirklich keine Panikmache ist, sondern die alljährliche Realität. Die Übernachtungspreise steigen in diesem Zeitraum zudem üblicherweise auf das Zwei- bis Dreifache des normalen Tarifs.
Wo du in Oaxaca während der Feierlichkeiten übernachtest
Am besten suchst du dir ein Hotel direkt im historischen Zentrum (Centro Histórico) oder in den Vierteln Jalatlaco und Xochimilco. So hast du alles Interessante in Gehweite und ersparst dir die Suche nach Taxis, die meist hoffnungslos voll sind.
Oaxaca lässt sich zu Fuß erkunden, deshalb lohnt es sich, so nah wie möglich am Zócalo zu wohnen – morgens ziehst du so auf den Markt und abends ohne ein einziges Taxi auf die Dachterrasse zum Mezcal. Das Zentrum ist voller Kolonialhäuser, die zu wunderschönen Boutiquen umgebaut wurden.
💑 Für Paare: Casa Antonieta ist eine Neun-Zimmer-Boutique in einem Gebäude aus dem Jahr 1529 wenige Schritte vom Zócalo entfernt, mit Dachterrasse und Wein zur Abenddämmerung – Romantik pur (rund 280 € pro Nacht).
👨👩👧 Für Ruhe und Familien: Hotel Casa Conzatti hat einen grünen Innenhofgarten, ein eigenes Restaurant und ist ruhig, dabei zu Fuß zu allen Sehenswürdigkeiten (ab ca. 95 € pro Nacht).
💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Hotel Trébol ist ein gemütliches Drei-Sterne-Hotel zwei Minuten vom Zócalo mit kolonialem Innenhof und inkludiertem Frühstück, das die Gäste loben (ab ca. 60 € pro Nacht).
✨ Für das Erlebnis: Quinta Real Oaxaca residiert in einem ehemaligen Katharinenkloster aus dem Jahr 1576 im Herzen des Zentrums und ist eine Ikone der Stadt mit blühenden Kreuzgängen und Pool (ab ca. 250 € pro Nacht).
Buchungstipp: Wähle bei all diesen Hotels einen Tarif mit kostenloser Stornierung – Pläne ändern sich und du willst nicht für etwas zahlen, wo du am Ende gar nicht ankommst. Und schieb es nicht auf die letzte Minute: Die bestbewerteten Adressen sind in der Hochsaison locker mehrere Monate im Voraus ausgebucht und die Preise schnellen dann um zig Prozent nach oben.
- Luxuserlebnis: Quinta Real Oaxaca — Wunderschönes Hotel in einem ehemaligen Kloster aus dem 16. Jahrhundert mit perfekter Lage direkt im Zentrum. Reisende loben in den Bewertungen die absolut magische Atmosphäre und die fantastischen Frühstücke.
- Goldene Mitte: City Centro by Marriott Oaxaca — Das berühmte „rosa Hotel“ im Viertel Jalatlaco (das übrigens zum Tag der Toten am aufwendigsten geschmückt ist). Toller Dachpool und moderne Ausstattung.
- Boutique-Romantik: Casa de Siete Balcones — Kleines, familiäres und unglaublich zauberhaftes Hotel, das laut Gästen eine der besten Lagen der Stadt und ein fantastisches, herzliches Personal hat.
- Schön und preiswert: Hostal Central — Wenn du eine günstigere, aber trotzdem schöne und saubere Unterkunft suchst, bietet dieses Hostel tolle Privatzimmer und ein ausgezeichnetes traditionelles Frühstück gratis.
Verkehr und Transfers
In Mexiko reist du am besten mit komfortablen Fernbussen von Gesellschaften wie ADO oder Primera Plus. Die Tickets bewegen sich je nach Entfernung ungefähr zwischen 500 und 800 MXN (ca. 25–45 €). Wenn du von Oaxaca weiter an die Küste zum Ozean willst (zum Beispiel ins beliebte Puerto Escondido), haben wir eine tolle Nachricht. Vor Kurzem wurde eine neue Autobahn eröffnet, die die wahnsinnige siebenstündige Fahrt durch die Berge auf sehr angenehme 2,5 Stunden verkürzt hat.
💡 Tipp: Wenn du dir ein Auto mieten willst, sei besonders vorsichtig und vermeide Nachtfahrten. Die Maut auf den gebührenpflichtigen Autobahnen (cuotas) wird meist in bar bezahlt und kostet dich pro Abschnitt etwa 50 bis 300 MXN (3–15 €).
Was du während des Feiertags probieren solltest (vegetarisches Paradies)

Die mexikanische Küche ist weltberühmt, aber während des Tags der Toten bekommt sie noch eine ganz andere Dimension. Auch wenn sie voller Fleischspezialitäten ist, wirst du dir als Vegetarier hier buchstäblich einen pfeifen, denn die größten Festtags-Leckerbissen sind rein fleischlos.
Der absolute König ist das sogenannte pan de muerto (Brot der Toten). Es ist ein süßes, fluffiges Brötchen mit einem leichten Hauch von Orangenblüten oder Anis, das obenauf mit knochenähnlichen Teigstücken verziert und mit Zucker bestreut ist. Während der Feiertage siehst du es absolut überall und glaub mir, sobald du es einmal probierst, wirst du ein bisschen süchtig danach. 😅
Traditionell wird dieses süße Brötchen in heiße Schokolade getunkt. Die Oaxaca-Schokolade ist absolut außergewöhnlich – sie wird aus frisch gerösteten Kakaobohnen, Mandeln, Zimt und Zucker zubereitet und du kannst wählen, ob du sie in Wasser (die traditionellere Variante) oder in Milch anrühren möchtest. Es ist Balsam für die Seele, besonders an den kühleren Abenden auf dem Friedhof.
Wenn du Appetit auf etwas Herzhaftes bekommst, probier unbedingt die mexikanischen Tamales mit Käse und Jalapeño-Chilis (tamales de queso con rajas) oder das legendäre Mole aus Oaxaca. Die Stadt ist bekannt für ihre sieben Sorten Mole, wobei das berühmteste das dunkle mole negro ist, das Dutzende Zutaten inklusive Schokolade und Chili enthält. In Restaurants bekommst du es ganz normal in der vegetarischen Version, serviert mit Reis oder als Soße zu Enchiladas.
Und wir dürfen den Mezcal nicht vergessen! Oaxaca ist die Welthauptstadt dieses rauchigen Agavendestillats. Die Einheimischen halten sich an die Regel „Besos, no tragos“, was bedeutet, dass Mezcal nicht auf ex wie ein Kurzer getrunken, sondern in kleinen Schlucken wie Küsse genippt wird.
Wohin als Nächstes
Wenn dir Zeit bleibt und du weitere Schönheiten Mexikos erkunden möchtest, empfehle ich dir, dich in unsere weiteren Guides einzulesen. Eine Reise zum Tag der Toten lässt sich hervorragend mit dem Besuch einer pulsierenden Metropole verbinden, in der dir garantiert nicht langweilig wird. Lies unsere Tipps, was alles Mexico City verbirgt, oder tauch tiefer in die Geheimnisse der gastronomischen und kulturellen Perle im Artikel über Oaxaca ein.
- Was man in Mexiko sehen sollte: der komplette Guide
- Nächtliche Führungen und Tickets für die Día-de-Muertos-Feiern findest du bei GetYourGuide.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Tag der Toten in Mexiko sicher für Touristen?
Ja, die Feierlichkeiten in den wichtigsten Touristengebieten wie Oaxaca oder Mexiko-Stadt sind sehr sicher und es herrscht eine freundliche, fast festivalähnliche Stimmung. Wichtig ist nur, in den riesigen Menschenmengen auf die persönlichen Sachen aufzupassen und sich spät in der Nacht von verlassenen Gassen fernzuhalten.
Wie viel kostet es, sich das Gesicht als Catrina bemalen zu lassen?
In den Straßen von Oaxaca und der Hauptstadt findest du Dutzende von Maskenbildnerinnen direkt auf dem Bürgersteig. Der Preis liegt meistens zwischen 150 und 300 MXN (ca. 7–14 €), je nach Komplexität des Designs, und das Bemalen dauert etwa 15 bis 30 Minuten.
Wann genau sollte ich reisen, um die besten Umzüge zu sehen?
Der größte kommerzielle Umzug in Mexiko-Stadt findet oft schon am Wochenende vor dem eigentlichen Feiertag statt (das aktuelle Datum für das jeweilige Jahr sollte immer überprüft werden). In Oaxaca finden die Straßenumzüge (comparsas) am intensivsten am Abend des 1. November statt.
Kann ich den Friedhof auch tagsüber besuchen?
Selbstverständlich. Der Besuch von Friedhöfen bei Tageslicht hat eine ganz andere, ruhigere Atmosphäre und du kannst dir die Details der kunstvollen Blumenaltäre besser ansehen. Der wahre Zauber mit dem Kerzenlicht kommt aber erst nach Sonnenuntergang.
Ist es angebracht, ein Geschenk zum Friedhof mitzubringen?
Von Ausländern werden keine Geschenke erwartet, aber die Einheimischen schätzen es sehr, wenn du Respekt für ihre Kultur zeigst. Du kannst zum Beispiel am Eingang einen Strauß orangefarbener Tagetes kaufen und ihn an einem verlassenen Grab niederlegen, was eine sehr schöne Geste ist.
Ist es nicht unangebracht, an dem Fest teilzunehmen, wenn mir niemand gestorben ist?
Überhaupt nicht. Día de Muertos ist zwar ein Gedenken an die Verstorbenen, aber im Kern geht es um eine großartige Feier des Lebens selbst. Die Mexikaner sind sehr offen und teilen ihre Traditionen gerne mit respektvollen Besuchern aus der ganzen Welt.
Kann man in Mexiko Dinge problemlos mit Karte bezahlen?
In besseren Hotels und Restaurants ja, aber während der Straßenfeste wirst du unbedingt Bargeld brauchen. Für das Gesichtsbemalen, Straßenessen, Totenbrot auf den Märkten oder kleine Souvenirs kannst du definitiv nicht mit Karte bezahlen, also hab immer genug kleinere Scheine in mexikanischen Pesos zur Hand.
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