Die Dolomiten mit Kindern waren für uns lange Zeit eine einzige große Unbekannte. Als Lukáš und ich vor der Geburt unseres Sohnes in die italienischen Berge fuhren, sah unser Urlaub ungefähr so aus: Wir schliefen im Zelt oder im Wohnmobil, brachen frühmorgens zu den steilsten Anstiegen auf und kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit völlig erschöpft zurück. Wir lebten von dem Gefühl, einen weiteren Gipfel bezwungen zu haben. Dieses Jahr aber sind wir zum ersten Mal mit dem zweijährigen Jonáš und zwei Hunden, Kája und Baby, hierhergekommen. Und ehrlich gesagt? Wir hatten überhaupt keine Erwartungen. Unser Sohn hasst nämlich die Tragehilfe und den Kinderwagen begann er erst nach seinem zweiten Geburtstag halbwegs zu tolerieren – und auch das nur, wenn er wach ist. Ansonsten schläft er darin praktisch nur.
Und siehe da: Es war ein komplett anderer Urlaub, aber genauso grandios wie früher ohne Kind. Während wir uns früher jeden Tag eine mehrstündige Tour aussuchten und im Morgengrauen loszogen, gönnten wir uns dieses Jahr ein gemütliches Frühstück, genossen die Aussicht direkt vom Campingplatz aus und nahmen dann den Bus zur Seilbahn, die uns bequem nach oben brachte. Dort liefen wir ein Stück, testeten, was unser zusammenklappbarer Reisebuggy aushält, aßen Eis und verbrachten Stunden in den Berghütten auf den Gipfeln – einfach nur, um die Berge anzuschauen. So genossen wir zum ersten Mal auch Orte, die wir früher gar nicht aufgesucht hatten, weil sie uns nicht als „richtige“ Tour vorkamen.
Dadurch haben wir den Luxus der hiesigen Seilbahnen erst richtig zu schätzen gelernt – sie bringen euch samt Kinderwagen und Hund bis in die Wolken hinauf, wo flache grüne Almwiesen, atemberaubende Ausblicke und Berghütten mit Spielplätzen und fantastischem italienischem Essen warten. Nach dem ersten Tag schauten wir in den Seilbahnfahrplan statt in Höhenprofil-Karten, und das sagt eigentlich alles. Habt keine Angst, mit kleinen Kindern zu reisen – sie zeigen euch ganz andere Dolomiten, als ihr sie kennt. Und sie sind ehrlich gesagt jetzt unsere neuen Lieblingsberge.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Seilbahnen und Busse sind eure besten Freunde – sie bringen euch samt Kinderwagen und Hund vom Tal direkt auf über 2000 Meter Höhe, ganz ohne anstrengende Höhenmeter.
- Für Familien mit Kinderwagen ist die Hochalm Alpe di Siusi (Seiser Alm) ein Paradies, mit kilometerlangen befestigten und nahezu ebenen Wegen. Selbst unser ganz normaler Reisebuggy kam dort problemlos durch.
- Wählt eure Unterkunft strategisch an einem festen Standort (Base Camp), damit ihr mit Kindern nicht ständig packen und umziehen müsst. Toll sind St. Ulrich (Ortisei) oder Cortina.
- Für steinigere Pfade ist eine Tragehilfe ideal – aber nur, wenn euer Kind sie erträgt. Unseres lehnt sie ab, also setzten wir auf Seilbahnen und ebene Abschnitte, und das klappte super.
- Die Berghütten (Rifugi) sind auf Kinder eingestellt – häufig gibt es Kindermenüs, Hochstühle und Spielplätze mit Bergblick.
- Das Wetter in den Bergen ändert sich unglaublich schnell, also packt selbst im Hochsommer warme Schichten und Sonnencreme mit Faktor 50 ein.
Wann hinfahren und wie man hinkommt
Die Planung eines Familienurlaubs erfordert etwas mehr Logistik als das Reisen zu zweit. Wenn ihr mit den Kleinen in die italienischen Alpen aufbrecht, müsst ihr vor allem an stabiles Wetter und gut begehbare Wege denken, damit ihr euch nicht durch Matsch oder unerwarteten Schnee quälen müsst.

Die Dolomiten im Sommer funktionieren einfach – wir waren im Juli dort, und von Mitte Juni bis Anfang September ist unserer Meinung nach die beste Zeit. Ihr müsst euch aber mit Geduld wappnen, denn im August haben die Italiener landesweit Ferien (Ferragosto) und überall ist es richtig voll. Wenn ihr die Möglichkeit habt: Der September ist absolut zauberhaft, weil die Menschenmengen verschwinden, die Luft glasklar ist und die Temperaturen in der Sonne immer noch angenehm sind. Mit dem Auto von München aus seid ihr in etwa vier bis fünf Stunden da – über den Brenner ist das eine entspannte Strecke, und denkt an die österreichische Vignette sowie die Brennermaut. Mit Kindern lohnt sich eine längere Pause, etwa an einem der Tiroler Seen. Wenn ihr lieber fliegen möchtet, sind die nächstgelegenen Flughäfen Venedig oder Treviso, von wo ihr euch einen Mietwagen nehmt. Günstige Flüge findet ihr zum Beispiel mit Eurowings oder Lufthansa, und den Mietwagen reserviert ihr am besten rechtzeitig vorab.
Wo übernachten und was es kostet
Wenn ihr mit kleinen Kindern reist, vergesst den nomadischen Lebensstil, bei dem ihr jede Nacht woanders schlaft. Wir haben das einmal ausprobiert (jeden zweiten Tag ein anderes Hotel) und es war das reinste Chaos. Windeln, Quetschies, Kinderwagen, Hund … nein danke. Viel besser ist es, ein oder zwei strategische „Base Camps“ zu wählen, von denen aus ihr Sterntouren in die Umgebung unternehmt. Unterkünfte in den Dolomiten sind nicht gerade günstig – in der Hauptsaison solltet ihr für ein schönes Familienapartment mindestens 150 bis 250 Euro pro Nacht einplanen, aber für diesen Komfort und die Ruhe lohnt es sich definitiv.

St. Ulrich (Ortisei) im Grödnertal (Val Gardena) ist meiner Meinung nach der beste Ausgangspunkt für Familien mit Kinderwagen. Es liegt mitten im Herzen der schönsten Ausblicke, und vor allem führen von hier Seilbahnen direkt auf die Seiser Alm und die Seceda – morgens packt ihr die Familie einfach in die Gondel und seid in zehn Minuten im Paradies. Außerdem hat St. Ulrich eine wunderschöne Fußgängerzone mit Geschäften und Cafés, wo ihr abends entspannt einen Aperol trinkt, während der Zwerg im Kinderwagen schläft. Übernachten könnt ihr zum Beispiel in den schönen Familienapartments der Dolomiti Sweet Lodge, wo es für Kinder auch einen kleinen Spielplatz und viel Platz zum Toben gibt.
Die zweite tolle Variante ist Cortina d’Ampezzo – ideal, wenn ihr den östlichen Teil des Gebirges rund um die Drei Zinnen und den Sorapis-See erkunden möchtet. Cortina d’Ampezzo ist etwas trubeliger und mondäner, bietet aber eine komplette Infrastruktur von Supermärkten über Apotheken bis hin zu hervorragenden Restaurants. Wenn ihr eher campen möchtet, was Kinder meist lieben, empfehlen wir den Campingplatz Cortina Olympia mit toller Ausstattung für Familien und herrlicher Ruhe. Etwas weiter südlich liegt das Fassatal (Val di Fassa), das ich eher Familien mit älteren und aktiveren Kindern empfehlen würde, denn das dortige Gelände bietet mehr sportliche Möglichkeiten und längere Touren.
Was Kinder je nach Alter schaffen – vom Kinderwagen bis zu den Gämsen
Jedes Elternteil weiß, dass das, was bei einem Kind funktioniert, beim anderen überhaupt nicht klappen muss. Trotzdem haben wir uns unterwegs Notizen gemacht (was die Kleinen schaffen und was im Gegenteil mit Tränen auf den Steinen endet) – und hier ist unser Fazit.

1. Alter 0 bis 4 Jahre: Seilbahnen, Kinderwagen und (vielleicht) Tragehilfe
Das ist genau unsere aktuelle Phase mit dem zweijährigen Jonáš – und ich gebe gleich zu, dass es bei uns mit der Ausrüstung anders lief, als die meisten Blogs raten. Unser Sohn hasst die Tragehilfe nämlich, sodass der klassische Tipp „nehmt eine Kraxe mit“ bei uns überhaupt nicht galt. Wir setzten auf Seilbahnen, Busse und ebene Hochplateaus, wo das Kind bequem im Kinderwagen mitfährt und ihr dabei traumhafte Ausblicke ganz ohne steile Höhenmeter habt.
Seien wir ehrlich zum Thema Kinderwagen: Ein Geländewagen mit großen Lufträdern ist natürlich die beste Wahl für rauen Untergrund. Wir haben aber nur einen ganz normalen, zusammenklappbaren Reisebuggy (Joolz) – und der ist robuster, als man erwarten würde. Auf der Hochalm Seiser Alm hielt er problemlos einen ganzen Tag durch. Es gilt eine einfache Regel: Wenn euer Kind längere Zeit im Kinderwagen aushält, ist ein Geländemodell besser; wenn es dagegen die Tragehilfe verträgt, eröffnet euch das eine ganz andere Welt an Touren. Und wenn es weder das eine noch das andere macht, wie unseres? Macht nichts, die Seilbahnen retten den Tag.

Mit Kindern in diesem Alter hat es keinen Sinn, Strecken über fünf bis sieben Kilometer zu planen, denn ihr braucht viele Pausen zum Füttern, Wickeln und um den Zwerg über die Wiese rennen zu lassen. Nutzt Seilbahnen, wo immer es geht, und wählt Routen mit Ziel an einer Berghütte, wo es warmes Essen und einen Wickeltisch gibt. Vor allem: Hetzt nirgendwohin – der Berg läuft euch nicht weg, und das Wohl des Kindes ist viel wichtiger als ein zusätzlicher Kilometer.
2. Alter 4 bis 6 Jahre: Erste Bergschritte und große Motivation
In diesem Alter laufen die Kinder schon selbst, aber ihre Beinchen ermüden schnell, und vor allem verlieren sie nach kurzer Zeit die Lust, wenn der Weg nur stumpf bergauf führt. Der Trick ist, dass ständig etwas passiert, denn sonst kommt Langeweile, dann Müdigkeit, dann Tränen – ihr kennt das. Wählt Routen, an denen ein Bächlein entlangläuft, wo man Steinchen werfen oder Häuschen für Wichtel bauen kann.

Ein guter Trick ist, am Ziel Eis oder ein riesiges Stück Pizza auf der Hütte zu versprechen. Die Routen sollten keine großen Höhenunterschiede haben, und eine Länge von etwa sechs Kilometern ist meist genau richtig, um unnötiges Weinen und Tragen auf den Schultern zu vermeiden. Wir haben zwar noch kein so altes Kind, aber von Freunden wissen wir, dass genug Naschkram in der Tasche fast jede kleine Krise löst.
3. Alter 6 bis 10 Jahre: Action-Helden auf dem Pfad
Das ist laut vielen Eltern die beste Phase für Berge überhaupt – Schulkinder haben Kraft, halten durch und vor allem macht es ihnen Spaß, weil sie an jedem Schritt das Abenteuer spüren. Mit ihnen könnt ihr auf anspruchsvollere Wanderwege in den Dolomiten aufbrechen, die bereits leichte Anstiege und etwas anspruchsvolleres Gelände enthalten.
Ein riesiger Hit in diesem Alter sind alte Militärbunker und Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg, in die man mit Taschenlampe hineinkriechen kann, oder erste leichte Begegnungen mit Klettersteigen (Via Ferrata), wo die Kinder einen Klettergurt anlegen und sich wie echte Bergsteiger fühlen. Lukáš freut sich schon jetzt darauf, wenn Jonáš ein bisschen größer wird und sie gemeinsam mit Stirnlampen die dunklen Höhlen in den Felsen erkunden.
Konkrete Routen und Erlebnisse: 7 Tipps, die ihr mit Kindern erleben müsst
Hier ist unsere persönliche Auswahl der entspanntesten Orte, die wir selbst erwandert haben und von denen wir wissen, dass weder ihr noch eure Kinder dort leiden werdet. Ich habe mich vor allem auf Orte konzentriert, bei denen euch die Kinnlade herunterfällt und an denen sich auch die Kleinsten amüsieren.
4. Alpe di Siusi (Seiser Alm): Paradies für Kinderwagen
Wenn ihr mit Kinderwagen unterwegs sein wollt, ist die Alpe di Siusi (Seiser Alm) ein Ort, den ihr einfach nicht auslassen dürft. Es ist die größte Hochalm Europas, und der Ausblick auf die zackigen Berggipfel im Kontrast zu den leuchtend grünen Wiesen ist atemberaubend. Nach oben bringt euch bequem die Seilbahn von St. Ulrich, und schon befindet ihr euch auf einem Hochplateau, das von dutzenden Kilometern breiter, befestigter Wege durchzogen ist. Genau hier hielt übrigens unser ganz normaler zusammenklappbarer Reisebuggy Joolz einen ganzen Tag durch – ein Geländewagen wäre bequemer gewesen, aber auch unserer kam problemlos klar.

Wir haben hier mit Jonáš einen ganzen Tag verbracht. Die Seilbahn kostet zwar rund 30 Euro pro Person, aber für diesen Ausblick und die Ruhe hätten wir gern noch mehr gezahlt. Überall grasen Kühe mit niedlichen Glocken am Hals, was für unseren Kleinen eine riesige Attraktion war, und alle paar Kilometer stoßt ihr auf eine bestens ausgestattete Hütte – bei manchen gibt es sogar einen kleinen Spielplatz. Achtet nur auf die Radfahrer, von denen in der Saison hier einige unterwegs sind, und vergesst die Kopfbedeckung nicht, denn auf den Almwiesen findet ihr fast keinen Schatten.
5. Seceda: Der ikonischste Ausblick ohne Mühe
Der Berg Seceda ist jener berühmte geneigte Felsgrat, der euch überall auf Instagram entgegenspringt, wenn ihr „Dolomiten“ in die Suche eingebt. Die gute Nachricht für Eltern: Zu diesem fotogenen Wunder müsst ihr nicht stundenlang den Berg hinaufkraxeln. Auch hier rettet euch die Seceda und die Seilbahn von St. Ulrich, die euch in zwei Etappen bis auf 2500 Meter Höhe bringt, direkt zum Aussichtspunkt am Gipfel.

Mit dem Kinderwagen kommt ihr bis zum Hauptaussichtspunkt und ein kleines Stück über den Grat, aber für einen längeren Spaziergang hinunter zu den Hütten ist der Weg nicht mehr befahrbar – er ist ziemlich steinig und steil (hier wäre eine Tragehilfe praktisch, falls euer Kind sie verträgt). Wir haben es also nicht übertrieben: Wir blieben am Aussichtspunkt, machten ein herrliches Picknick, Jonáš tobte über die Wiese, und die Hunde Kája und Baby schnüffelten zufrieden an der Bergluft. Oben weht es ziemlich, also auch wenn es unten im Tal T-Shirt-Wetter ist, packt für hier oben unbedingt Windjacken und Mützen auch für die Erwachsenen ein.
6. Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo) von der Auronzohütte
Die drei massiven Felstürme der Drei Zinnen (Tre Cime) sind wohl das bekannteste Symbol der Dolomiten. Auch hierher kann man mit Kindern aufbrechen, aber es gibt ein paar Besonderheiten. Hinauf zur Auronzohütte (Rifugio Auronzo) führt eine mautpflichtige Hochgebirgsstraße (die Einfahrt mit dem Auto kostet 30 Euro), was super ist, denn so spart ihr euch einen gewaltigen Anstieg. Von dort führt ein breiter und nahezu ebener Weg Richtung Lavaredohütte (Rifugio Lavaredo).

Diesen ersten Abschnitt (etwa 45 Minuten pro Richtung) schafft ihr mit einem guten Geländewagen, aber wenn ihr weiter wollt und die komplette Runde um die Zinnen machen möchtet, lasst den Kinderwagen im Auto und nehmt nur die Tragehilfe. Die komplette Runde ist etwa 10 Kilometer lang und kann mit kleineren Kindern locker vier Stunden dauern, also plant sie mit einem Kleinkind nicht ein – wir haben nur das kürzere Stück gemacht und sind umgekehrt. Für ältere Kinder ist es aber ein tolles Abenteuer, denn unterwegs trefft ihr auf kleine Tunnel und Felsformationen. Kommt unbedingt früh morgens hinauf, idealerweise vor acht Uhr, denn die Mautschranke schließt kompromisslos, sobald der Parkplatz voll ist.
7. Der märchenhafte Karersee (Lago di Carezza)
Wenn ihr für einen Moment innehalten und den Kindern den Zauber der hiesigen Natur zeigen möchtet, ist der Karersee (Lago di Carezza) die perfekte Wahl. Dieser kleine Gletschersee leuchtet in einem unglaublich türkisen Farbton, in dem sich die Spitzen des Latemar-Massivs spiegeln. Die Legende besagt zudem, dass auf dem Grund eine Wassernixe lebt und die Farben im Wasser von einem zerbrochenen Regenbogen stammen, den ein verliebter Zauberer hineinwarf – eine Geschichte, die garantiert jedes Kind begeistert.

Vom Parkplatz an der Hauptstraße erreicht ihr den See in zwei Minuten durch eine Unterführung, also kein Stress. Rund um den See führt ein befestigter Sandweg, ideal für alle Arten von Kinderwagen, und den ganzen Spaziergang habt ihr in einer halben Stunde erledigt. Es ist eher ein schöner Erholungsstopp als ein vollwertiger Ausflug, aber wir sind kurz vor Sonnenuntergang hingefahren, als die Bus-Massen schon weg waren, und Jonáš wich vor dem türkisen Wasser nicht von der Stelle, wie ein Kind, das zum ersten Mal das Meer sieht. Das war’s.
8. Villnößtal (Val di Funes) und der Blick auf die Kirche St. Magdalena
Wenn ihr einen ruhigeren Winkel des Gebirges sucht, der nicht so überfüllt ist, fahrt ins Villnößtal (Val di Funes). Hier findet ihr weder gigantische Seilbahnen noch Touristenscharen, sondern eher das ruhige, langsame südtiroler Leben. Das schönste Foto macht ihr bei der berühmten Kirche St. Magdalena, über der sich dramatisch das Geisler-Massiv auftürmt.

Für Familien mit Kindern gibt es hier eine tolle sanfte Route über die Wiesen zur Geisleralm. Der Weg führt durch Wald und über Almwiesen, der Anstieg ist sanft, und am Ende wartet das Beste: Die Geisleralm hat einen tollen Spielplatz, viele Liegen auf der Wiese und macht einen der besten Apfelstrudel mit Vanillesauce weit und breit. Für diese Route braucht ihr allerdings eine Tragehilfe oder einen Geländewagen, der normale Buggy würde es stellenweise nicht schaffen.
9. Cinque Torri und die Erkundung alter Bunker
Die Gruppe der fünf Felstürme Cinque Torri ist vor allem für Familien mit älteren Kindern, sagen wir ab sechs Jahren aufwärts, eine riesige Attraktion. Auch hier fahrt ihr mit einem Zweisitzer-Sessellift direkt von der Hauptstraße bis zur Hütte Rifugio Scoiattoli. Der Blick auf die Türme ist atemberaubend, aber das eigentliche Abenteuer verbirgt sich direkt darunter.

Das gesamte Gebiet ist nämlich eigentlich ein riesiges Freilichtmuseum des Ersten Weltkriegs. Rund um die Felsen und direkt in ihnen sind Schützengräben, Schießscharten und Militärbunker in den Stein gehauen, durch die man frei spazieren kann. Kinder können hier stundenlang herumlaufen, über die Steine klettern und alte Unterstände entdecken, und ihr setzt euch derweil auf die Terrasse der Hütte und genießt den Ausblick. Packt den Kindern unbedingt eine kleine Taschenlampe in den Rucksack, sie werden begeistert sein.
10. Der Cortina Olympia Trail entlang des Flusses
Manchmal braucht ihr einfach eine Pause vom Bergauf und wollt nur ein bisschen spazieren gehen. Rund um Cortina d’Ampezzo verläuft eine alte Bahntrasse, die zu einem perfekten Radweg und einer Fußgängerpromenade umgebaut wurde, dem sogenannten Olympia Trail. Es ist absolut flach, der Belag besteht aus feinem Schotter oder Asphalt, und die ganze Zeit geht ihr entlang eines wilden türkisen Flusses mit Blick auf die Berggipfel.
Es ist wohl der sicherste und entspannteste Spaziergang, den wir hier mit Kinderwagen und Hunden entdeckt haben. Wenn den Kindern die Beinchen wehtun, setzt ihr euch einfach ans Flussufer, taucht die Füße ins eiskalte Wasser und ruht euch einfach aus. Die Strecke ist dutzende Kilometer lang, sodass ihr euch genau das Stück abschneidet, das euch gerade passt.
Wohin für einen kurzen Spaziergang direkt aus den Ortschaften
Das war für uns dieses Jahr die größte Entdeckung des Reisens mit Kleinkind. Früher fuhren wir durch die Ortschaften und stürmten direkt in die Berge, aber mit Jonáš haben wir festgestellt, dass auch ein gemütlicher Spaziergang durch die gepflasterte Fußgängerzone oder zu einer nahen Kirche ein schönes Programm ist – und vor allem fast immer mit Eis und Spielplatz endet. Hier sind unsere Tipps für einfache Spaziergänge, die auch mit einem normalen Kinderwagen befahrbar sind.
St. Ulrich (Ortisei) und das Val d’Anna
St. Ulrich hat eine der schönsten Fußgängerzonen der ganzen Dolomiten – die gepflasterte, ebene Zone Streda Rezia voller Geschäfte und Cafés lässt sich mit dem Kinderwagen wie von selbst durchspazieren. Direkt im Ort gibt es die Luis-Trenker-Promenade und daneben einen großen Spielplatz mit Rutsche, hölzerner Lokomotive und Sandkasten.

Wenn ihr ein Stück weiter wollt, macht euch auf die klassische Familienpromenade ins Val d’Anna. Sie führt direkt aus St. Ulrich entlang eines Baches, der Anstieg ist minimal, und am Ende wartet eine Wiese mit Spielplatz, Hängematten und einem Kneipp-Wassertretbecken. Der Untergrund ist stellenweise rauer, mit einem ganz leichten Buggy wird es also ein wenig zur Schinderei, aber ein robusterer Kinderwagen schafft es.
Seis am Schlern und die Kirche St. Konstantin
Seis am Schlern (Siusi) ist eine ruhige Ortschaft unterhalb des mächtigen Schlern-Massivs und der Hauptausgangspunkt der Seilbahn zur Seiser Alm. Für einen kurzen, entspannten Spaziergang macht euch von hier auf dem leichten Weg zur malerischen Kirche St. Konstantin auf – er führt über Wiesen und durch ein lichtes Wäldchen mit minimalem Höhenunterschied, und unterwegs stehen Bänke mit Bergblick.

Wenn ihr Aussicht ohne Anstrengung wollt, fahrt mit der Seilbahn aus dem Tal hinauf zur Tschötschalm auf den Puflatsch (rund 2000 m). Dort gibt es eine Ebene, die auch mit Kinderwagen befahrbar ist, und einen schönen Spielplatz – genau der Stil „mit der Seilbahn hinauf, dann nur noch schauen“, der uns dieses Jahr so begeistert hat.
Kastelruth (Castelrotto) und der Spielplatz Marinzen
Kastelruth zählt zu den schönsten Dörfern Italiens – bemalte Fassaden, ein Platz an der Kirche mit ikonischem Zwiebelturm und ein Spielplatz direkt im Zentrum. Für einen schnellen Spaziergang bietet sich die Runde über den Kofel (Kofelrunde) an: ein gut ausgebauter Weg von etwa einem Kilometer Länge, praktisch ohne Anstieg, mit Kinderwagen befahrbar, mit Kapellen und schönem Blick auf die Dächer der Ortschaft.
Mit Kindern ist aber der größte Magnet Marinzen. Vom Zentrum Kastelruths bringt euch eine kleine Seilbahn zur Marinzenalm (etwa 1500 m), wo es einen großen Spielplatz mit langer Rutsche, einen Streichelzoo und einen kleinen Teich gibt. Oben ist es eben, also kein Problem mit dem Kinderwagen, und die Kinder wollt ihr von dort gar nicht mehr losreißen.
Rund um Cortina: Lago di Pianozes und Corso Italia
Wenn ihr eure Basis in Cortina d’Ampezzo habt, müsst ihr nicht gleich ins Hochgebirge. Die berühmte Fußgängerzone Corso Italia mit dem Glockenturm in der Mitte ist flach, gepflastert und mit Kinderwagen ideal – Bars, Konditoreien und Blick auf die Gipfel. Ein toller Stopp für einen Kaffee und ein Kinder-Eis zwischen den Ausflügen.

Für einen ebenen Spaziergang in die Natur unweit der Stadt steuert das Seelein Lago di Pianozes an. Die kurze Runde um das Wasser schafft ihr auch mit einem normalen Kinderwagen in etwa zwanzig Minuten, und am See gibt es ein Restaurant, einen Kiosk und einen kleinen Spielplatz. Aufpassen solltet ihr dagegen beim Lago Ghedina und Lago d’Ajal – die sind steinig und steil, dort lasst ihr den Kinderwagen lieber zu Hause und nehmt die Tragehilfe.
Wenn es in den Dolomiten regnet: Rettungspläne für Familien
Auch im Sommer habt ihr in den Bergen keine Garantie auf Sonne an jedem Tag. Wenn es sich zuzieht, die Wolken ins Tal fallen und es anhaltend zu regnen beginnt, hat es keinen Sinn, die Kinder auf verschlammten Pfaden zu quälen. Zum Glück gibt es jede Menge Möglichkeiten, den Tag zu retten.
11. Erlebnisbäder, die die Lage retten
Statt verdrießlich im Apartment zu sitzen, packt die Badesachen und auf ins Warme. Eine tolle kleinere Anlage ist die Acquapura in Cortina d’Ampezzo, wo es beheizte Hallenbäder und ein Planschbecken für die Kleinsten gibt.
Wenn ihr im westlichen Teil des Gebirges untergebracht seid, empfehlen wir wärmstens, ein Stück hinunter in die Stadt Brixen zu fahren. Hier gibt es die riesige Wasserwelt Acquarena Brixen mit mehreren Hallen- und Außenbecken, Rutschen und einer großen Wellnesszone für die Eltern. Jonáš war vom warmen Wasser begeistert, und wir konnten nach mehreren Tagen Wandern schön die Muskeln entspannen.
12. Ötzi und Museen, die nicht langweilen
Wenn es den ganzen Tag regnet, macht einen Ausflug mit dem Auto in die Stadt Bozen. Im dortigen Südtiroler Archäologiemuseum liegt Ötzi, der berühmte über 5000 Jahre alte Mann aus dem Eis, den man eingefroren im Gletscher fand. Für ältere Kinder ist der Anblick einer echten Mumie und seiner Waffen ein unglaublich faszinierendes Erlebnis, das klassische Bilderausstellungen garantiert in den Schatten stellt.
Im Gadertal (Val Badia) könnt ihr dann das Museum Ladin besuchen, das die Geschichte der Entstehung der Dolomiten erzählt und wo die Kinder echte Fossilien und Knochen eines prähistorischen Höhlenbären bestaunen. Von so einem Riesen wussten selbst wir vorher nicht, dass er hier einst lebte, also war es auch für uns Erwachsene lehrreich.
Dolomiten mit Hund: Wie das mit den Fellnasen funktioniert
Wir sind das Reisen mit unserem Rudel gewohnt, also durften Kája und Baby auch bei unserer Familienpremiere mit Jonáš nicht fehlen. Generell sind die Italiener Hunden gegenüber sehr freundlich, aber da ein großer Teil der Dolomiten in Nationalparks und Naturschutzgebieten liegt, müsst ihr ein paar klare Regeln einhalten.

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und auch in den Bussen wird für Hunde ein Maulkorb verlangt (den bekommt ihr praktisch überall, auch direkt an den Talstationen). Uns hat das ehrlich gesagt ziemlich genervt – sie wollten ihn sogar dann, wenn wir völlig allein in der Gondel saßen. Wenn mehrere Seilbahnen hintereinander vor uns lagen, ließen wir Kája und Baby lieber auf dem Campingplatz ausruhen.
Hunde müssen auf den Bergwegen immer an der Leine sein. Besonders auf Almwiesen wie der Seiser Alm ist das absolut entscheidend, denn ein frei laufender Hund könnte die Kühe aufschrecken oder die grasenden Pferde und Murmeltiere gefährden. In die allermeisten Seilbahnen lässt man euch mit Hund problemlos, meist gegen eine kleine Gebühr von etwa drei bis fünf Euro. Habt nur den Maulkorb im Rucksack bereit, denn das Seilbahnpersonal besteht manchmal darauf, dass er für die Fahrt in der Gondel angelegt wird.
Was Unterkünfte und Restaurants angeht, heißen die meisten Berghütten (Rifugi) Hunde auf den Außenterrassen willkommen und bieten ihnen üblicherweise einen Napf mit Wasser an. Drinnen im Restaurant ist es individuell, aber meistens gibt es damit kein Problem. Mit Kája und Baby sind wir problemlos ein Stück Weg bei den Drei Zinnen und die Talpromenade gelaufen. Ein Ort, an den ich mit Hund definitiv nicht mehr gehen würde, ist der beliebte Sorapis-See (Lago di Sorapis) – dort gibt es mehrere sehr ausgesetzte Stellen mit Eisentreppen und riesigen Menschenmengen, an denen man mit Hund furchtbar schlecht ausweichen kann, also brecht zu dieser Tour lieber ohne sie auf.
Was essen und trinken: Ein Ratgeber für wählerische Kindergaumen
Einer der größten Vorteile eines Urlaubs in Italien ist die Tatsache, dass die einheimische Küche wohl fast alle Kinder lieben. Vergesst die Mittagessen-Boykotte – hier rettet euch eine Gastronomie, die in ihrer Einfachheit perfekt ist.

Alle Berghütten kochen fantastisch und bieten immer Gerichte an, die Kinder mögen. Wir haben uns total in die Hütte Rifugio Averau unweit der Cinque Torri verliebt, wo sie unglaubliche hausgemachte Pasta machen, und auch in das Rifugio Col Pradat im Gadertal (Alta Badia). An beiden Orten wurden wir mit einem Lächeln bedient, selbst als Jonáš gerade seinen lauteren Moment hatte.
Wir bestellten uns immer einfache Pasta al pomodoro (mit Tomatensauce) oder eine ausgezeichnete Pizza. Ein hiesiger Klassiker sind die sogenannten Canederli – große Tiroler Knödel aus Semmelteig. Wir als Vegetarier setzen auf die Variante mit Käse oder Kräutern, traditionell werden sie aber auch mit Speck gefüllt und in einer kräftigen Brühe oder mit zerlassener Butter serviert. Das ist eine ordentliche Kalorienbombe, nach der die Kinder nach dem Ausflug vor Energie strotzen.
Und natürlich – ein absolutes Muss und unser tägliches Belohnungsritual war ein echtes italienisches Gelato unten in der Stadt, das man in Cortina und St. Ulrich phänomenal macht. Für Kleinkinder wie Jonáš trugen wir auf die Berge Quetschies und Beikost mit, aber auf den Hütten wärmt man euch problemlos und mit einem Lächeln mitgebrachtes Essen auf oder bereitet eine ungesalzene, klare Brühe zu.
Praktische Tipps zum Schluss: Sicherheit und was einpacken
Berge sind Berge, und auch wenn ihr euch auf gepflegten Wiesen rund um die Hütten bewegt, dürft ihr die Vorbereitung nicht unterschätzen. Das Wetter in den Dolomiten kann von strahlend blauem Himmel in ein heftiges Gewitter mit Hagel umschlagen – locker innerhalb von zwanzig Minuten, wir haben das am eigenen Leib mehrfach erlebt.
Habt immer, selbst an den heißesten Augusttagen, für euch und die Kinder eine wasserdichte Schicht und einen wärmeren Pulli dabei. Die Sonne brennt in den Bergen über 2000 Metern Höhe zudem völlig anders als am Meer. Wir haben das am ersten Tag unterschätzt – Jonáš war innerhalb einer Stunde krebsrot, obwohl wir uns sagten, dass es doch bewölkt sei. Creme mit Faktor SPF 50, eine gute Sonnenbrille und ein Sonnenhut gegen Sonnenstich sind ein absolutes Muss.
Was das Packen angeht: Ideal ist ein Geländewagen mit großen Lufträdern – aber wenn ihr keinen habt wie wir, verzweifelt nicht: Auch ein ganz normaler zusammenklappbarer Reisebuggy (bei uns Joolz) hält auf ebenen Plateaus wie der Seiser Alm überraschend gut durch, überlastet ihn nur auf rauerem Untergrund nicht. Und wenn euer Kind die Tragehilfe verträgt, nehmt sie mit – das eröffnet euch mehr Routen. Wasser müsst ihr nicht in Massen schleppen, an jeder Hütte kauft ihr Getränke oder man füllt euch Wasser in die Flaschen ab. Wir werden definitiv wieder mit Kindern in die Dolomiten aufbrechen – sobald ihr merkt, wie entspannt es dank der Seilbahnen ist, wollt ihr nirgendwo anders mehr hin. 😉
Wohin als Nächstes
Die Dolomiten sind eine Herzensangelegenheit, und auf dem Blog haben wir noch jede Menge weiterer ausführlicher Reiseführer dazu geschrieben. Wenn ihr konkrete Touren planen möchtet oder euch weitere Täler interessieren, schaut hier rein:
- Kompletter Reiseführer und Wanderwege in den Dolomiten für jeden
- Was man in den Dolomiten unternehmen kann und wie man die Reiseroute zusammenstellt
- Cortina d’Ampezzo: Unsere Hauptbasis in den Dolomiten
- Seceda: Reiseführer zum fotogensten Bergrücken der Dolomiten
Tipps und Tricks für eine sorglose Reise
Wenn ihr mit kleinen Kindern reist, hilft das Glück den Vorbereiteten. Bei uns hat es sich bewährt, die wichtigsten Dinge wie Flüge, Auto oder eine gute Versicherung mit großem Vorlauf zu regeln, damit wir vor Ort nur noch klären mussten, auf welche Seite des Berges wir an dem Tag aufbrechen.
Wo Flüge finden
Günstige Flüge nach Venedig findet ihr zum Beispiel mit Eurowings oder Lufthansa, und ein Blick auf einen Flugvergleich wie Kiwi hilft euch, die besten Verbindungen zu kombinieren. Von Venedig sind es in die Berge dann nur noch ein Stück mit dem Auto.
Wenn ihr zum ersten Mal mit Baby fliegt, werdet ihr es sicher zu schätzen wissen, dass die Fahrt vom Flughafen nach Cortina über die schöne Autobahn etwa zwei Stunden dauert. Also kein endloses Geschleppe mit Kinderwagen und Koffern.
Mietwagen
Lukáš schaut immer auf RentalCars, und das hat uns bisher kein einziges Mal am Flughafen ohne Auto warten lassen. 😁 Der Vergleich spart uns jede Menge Zeit, egal ob wir in die Berge oder ans Meer fahren.
Mit Kindern lohnt es sich definitiv, für ein größeres Auto wie einen Kombi oder SUV draufzuzahlen. Glaubt mir, wenn ihr in den Kofferraum den Kinderwagen, einen Haufen Windeln und dazu das Gepäck für die Erwachsenen packt, seid ihr über jeden zusätzlichen Zentimeter froh.
Unterkunft buchen
Booking.com ist unsere liebste Suchmaschine für Hotels und Familienapartments. In den Dolomiten empfehlen wir, wirklich mit großem Vorlauf zu buchen, ruhig auch ein halbes Jahr, denn die besten Familienpensionen sind blitzschnell weg.
Wir achten immer darauf, dass die Unterkunft eine eigene Küchenzeile hat. Mit einem kleinen Kind braucht ihr einfach die Möglichkeit, mitten in der Nacht Wasser für die Milch zu erwärmen oder einen schnellen Snack zuzubereiten, ohne euch auf das Hotelrestaurant verlassen zu müssen.
Vergesst die Versicherung nicht
In die Berge ohne Versicherung zu reisen lohnt sich nicht, besonders mit Kindern. Für kürzere Reisen innerhalb Europas wählen wir eine zuverlässige Versicherung von AXA (für die wir oft Rabatte haben), und wenn wir für längere Zeit unterwegs sind, nutzen wir die Reiseversicherung SafetyWing.
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Die medizinische Versorgung in Italien ist zwar auf ausgezeichnetem Niveau, aber Einsätze der Bergrettung oder ein Hubschraubertransport aus abgelegeneren Tälern kosten ein Vermögen. Diese paar Euro für die Versicherung sind also die beste Investition in eure Seelenruhe.
Daten und Internet
In Italien funktioniert für uns das Roaming bestens, aber wenn ihr auch außerhalb der EU unterwegs seid oder schnelle Daten garantiert haben wollt, schaut euch unsere Erfahrungen mit der eSIM-Karte Holafly an.
Wir schalten die Daten in den Bergen meistens hin und wieder aus, um uns zu erholen, aber für die Kontrolle von Wetter-Apps ist Internet im Handy absolut notwendig. Der Radar hat uns dieses Jahr ein paarmal die Haut gerettet, vor einem unerwarteten Wolkenbruch.
FAQ — Häufige Fragen zum Reisen mit Kindern in den Dolomiten
1. Schaffen die Dolomiten mit Kindern auch Eltern, die keine trainierten Bergsteiger sind?
Auf jeden Fall. Dank des riesigen Netzes an Seilbahnen, die euch bis auf über 2000 Meter Höhe bringen, könnt ihr euch auf wunderschönen ebenen Hochplateaus bewegen, ohne einen einzigen steilen Hügel erklimmen zu müssen. Die Dolomiten sind für untrainierte Eltern mit Kindern absolut ideal.
Kann man in den Dolomiten mit dem Kinderwagen wandern?
Ja, aber Sie müssen die Routen sorgfältig auswählen. Ein Paradies für Kinderwagen ist die Hochebene Alpe di Siusi, Promenaden um die Seen (Lago di Carezza) und Wege in den Tälern — diese flachen Abschnitte schafft auch ein normaler Buggy. Für gröberes Gelände ist ein Geländekinderwagen mit großen Rädern besser und auf schmalen Bergpfaden brauchen Sie bereits eine Kraxe (falls Ihr Kind das mitmacht).
3. Sind die Berghütten auf Kinder eingestellt?
Die meisten Hütten (Rifugios) rechnen in der Hauptsommersaison mit Familien. Normalerweise haben sie dort Hochstühle zur Verfügung, wärmen bereitwillig mitgebrachte Babynahrung auf oder bieten ein Kindermenü an (Suppen, Pasta). Bei vielen von ihnen gibt es zudem Outdoor-Spielplätze mit Sandkasten und Klettergerüsten.
4. Was soll man für Kinder auf eine Wanderung einpacken?
Grundlage ist das Zwiebelprinzip. Auch im August kann sich das Wetter in den Bergen blitzschnell ändern. Packt eine hochwertige wasserdichte Jacke ein, ein Fleece-Oberteil, festes Schuhwerk, aber auch ein Hütchen, Sonnenbrille und Sonnencreme mit LSF 50, denn die Bergensonne brennt unglaublich stark, selbst durch die Wolken. Praktisch ist auch eine Tragehilfe (falls euer Kind sie toleriert) und ausreichend Snacks für ältere Kinder zur Motivation.
5. Muss man in den Dolomiten die Unterkunft im Voraus reservieren?
Auf jeden Fall. Wenn du eine Reise für Juli oder August planst, buche die Unterkunft idealerweise schon im Januar oder spätestens im Frühling. Die italienischen Alpen sind im Sommer sehr ausgebucht und hochwertige Familienapartments in der Nähe der Seilbahnen sind als erstes weg.
6. Dürfen Hunde in die Seilbahnen und auf die Wanderwege in den Dolomiten?
Ja, in die allermeisten Seilbahnen dürfen Sie Ihren Hund mitnehmen (oft gegen eine kleine Gebühr), und in den Nationalparks können Sie problemlos mit Ihrem Vierbeiner wandern – es besteht lediglich Leinenpflicht. Für die Seilbahnen sollten Sie sicherheitshalber auch einen Maulkorb im Rucksack dabeihaben.
7. Wie viel kosten die Seilbahnen in den Dolomiten?
Seilbahnen sind nicht gerade eine günstige Angelegenheit. Ein Rückfahrticket für Erwachsene kostet in der Regel zwischen 25 und 40 Euro, je nach Länge der Seilbahn. Kinder bis zu einem bestimmten Alter (oft bis 6 oder 8 Jahre) fahren meist kostenlos oder mit erheblichem Rabatt, aber das kann je nach Betreiber leicht variieren. Wenn ihr vorhabt, viel zu fahren, lohnt es sich, Mehrtagespässe in Betracht zu ziehen.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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