Typisch portugiesisches Essen: 18 Gerichte, die du unbedingt probieren musst

Wenn du einen Urlaub in Portugal planst, muss ich dich gleich zu Beginn auf etwas aufmerksam machen: Das Land ist ein absolutes kulinarisches Paradies auf Erden, und es kann gut sein, dass du danach gar nicht mehr nach Hause möchtest. ☺️ Lukáš und ich fahren seit 2020 regelmäßig jedes Jahr hierher – wir haben uns in das sonnige Algarve verliebt, in die wilden Wellen zum Surfen, aber vor allem in die unglaublich vielfältige und üppige Gastronomie. Typisch portugiesisches Essen ist dabei weit mehr als nur Nahrungsaufnahme – es ist ein Kulturerlebnis, das alle Sinne anspricht.

Wenn man von portugiesischer Küche spricht, sollte man sich weder gestärkte Tischdecken noch Pinzetten-Gastronomie vorstellen. Es ist im Gegenteil sehr rustikales, ehrliches und tief verwurzeltes traditionelles Essen, das nach Knoblauch, Olivenöl und dem Atlantik duftet. Die wahre Seele der lokalen Kultur liegt auf dem Papierserviettentisch in einem lauten Familienrestaurant, wo über dem Tresen Fußball läuft und alle durcheinanderreden. Portugiesen konsumieren Essen nicht einfach – sie erleben es.

Da Lukáš und ich Vegetarier sind, genießen wir hier vor allem die herrlichen Käsesorten, frisches Brot, Gemüsesuppen und die besten Süßigkeiten der Welt. Die traditionellen Fleisch- und Fischspezialitäten kennen wir daher eher aus den Erzählungen unserer Freunde und aus der Beobachtung des lokalen Treibens. Ich habe für euch den ultimativen Reiseführer durch die portugiesische Küche zusammengestellt – mit genau 18 Tipps, was ihr unbedingt kosten müsst. Ich erkläre euch außerdem, wie ihr euch in Restaurants nicht über den Tisch ziehen lasst, und gebe euch eine grobe Preisorientierung.

Zusammenfassung

  • Vorsicht beim Couvert: Der Brotkorb mit Oliven auf dem Tisch ist nicht gratis – ihr zahlt für das, was ihr esst.
  • Mittagsmenü (Menu do Dia): Der beste Weg zu sparen – kostet meist rund 10 bis 15 Euro und umfasst Suppe, Hauptgang, Kaffee und ein Getränk.
  • Nationale Kabeljau-Obsession: Bacalhau ist getrockneter Kabeljau, aus dem die Portugiesen angeblich 365 verschiedene Rezepte kochen können.
  • Süßes Klostergeheimnis: Die meisten Desserts, einschließlich der berühmten Pastéis de Nata, entstanden in Klöstern, wo Nonnen die übrig gebliebenen Eigelbe vom Stärken der Wäsche verwendeten.
  • Kaffeekultur: Ein Espresso heißt in Lissabon Bica, in Porto dagegen Cimbalino.
  • Wasser im Restaurant: Leitungswasser ist trinkbar, aber in Lokalen bekommt ihr automatisch das teurere Flaschenwasser angeboten.
  • Vegetarier haben es schwerer: Die traditionelle Küche ist sehr fleisch- und fischlastig, aber Suppen, Käse und eine unglaubliche Auswahl an Desserts retten euch.
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Wie (und wo) man wie ein Einheimischer isst

Bevor ihr die Gabel in den ersten Bissen stecht, ist es enorm wichtig, die Regeln des lokalen Essens zu verstehen. Ein portugiesisches Restaurant (oft als Tasca bezeichnet) funktioniert nach einem eigenen und für Reisende aus Deutschland manchmal überraschenden Kodex. Wenn ihr zum ersten Mal nach Portugal fliegt, bereitet eure Geschmacksknospen auf eine radikale Veränderung vor.

Das Wichtigste ist, das richtige Lokal zu finden. Meidet die glänzenden Restaurants mit Einpeitschern vor dem Eingang, die die Speisekarte in fünf Sprachen halten. Sucht lieber nach unscheinbaren Familienbetrieben, wo die Tische eng zusammengeschoben sind und Papierservietten die Tischdecken bedecken. Genau dort findet die wahre gastronomische Magie statt – und das zu sehr angenehmen Preisen.

Das Rätsel namens Couvert

Sobald ihr euch hinsetzt, stellt der Kellner fast sofort einen Brotkorb, eine Schüssel schwarzer Oliven, kleine Butterpäckchen und vielleicht etwas Sardinen-Paste oder Käsestückchen vor euch. Das sieht idyllisch aus und man könnte meinen, es sei eine Aufmerksamkeit des Hauses. Das ist jedoch ein großer Irrtum – es handelt sich um den traditionellen Couvert.

In Portugal gilt eine sehr einfache und faire Regel: Was ihr esst, das bezahlt ihr auch. Der Couvert wird entweder pro Einzelposition oder als Ganzes berechnet und kostet euch üblicherweise zwischen 2 und 5 Euro. Wenn ihr ihn nicht möchtet, reicht es, ihn einfach nicht anzufassen – oder noch besser: mit einem Lächeln „não, obrigado“ (nein, danke) zu sagen. Der Kellner räumt ihn ohne Murren ab. Das ist keine Touristenfalle – Portugiesen snacken eben gerne etwas Kleines, während das Hauptgericht zubereitet wird.

Wasser, Getränke und Trinkgeld

Leitungswasser (lokal água da torneira genannt) ist in ganz Portugal absolut sicher, und Lukáš und ich trinken es ganz normal. In Restaurants bekommt ihr es jedoch nicht automatisch auf den Tisch, da Lokale hauptsächlich von den Getränkemargen leben. Der Kellner wird euch daher fast immer Flaschenwasser anbieten, für das ihr draufzahlt.

Ihr könnt natürlich Leitungswasser verlangen, aber in gehobeneren Restaurants kommt das nicht so gut an und die Bedienung reagiert manchmal etwas säuerlich darauf. In einfachen Familienlokalen bringt man euch einen Krug mit Wasser dagegen meist kommentarlos. Was das Trinkgeld betrifft: Es ist nicht zwingend verpflichtend, aber durchaus erwartet, da die Löhne in der portugiesischen Gastronomie noch recht niedrig sind. Üblich ist es, den Betrag aufzurunden oder etwa 5 bis 10 Prozent in bar auf dem Tisch zu lassen.

Das Timing ist absolut entscheidend

Um 18 Uhr zum Abendessen zu kommen bedeutet, in einem völlig leeren Restaurant zu sitzen – oder in einem Lokal voller ratloser Briten und Deutschen. Das Mittagessen wird hier ungefähr von halb eins bis drei Uhr nachmittags serviert. Das ist die ideale Zeit für das sogenannte Menu do Dia (Tagesmenü).

Für sehr sympathische 10 bis 15 Euro bekommt ihr eine sättigende Suppe, ein Hauptgericht, ein Getränk (oft auch eine kleine Karaffe Hauswein) und zum Abschluss einen Espresso. Das ist mit Abstand der beste Weg, Geld zu sparen und dabei trotzdem wie echte Einheimische zu essen. Abends erwachen die Küchen dann erst gegen halb acht wieder zum Leben, aber die Portugiesen selbst beginnen ihr Abendessen eher nach acht Uhr, oft sogar erst um neun.

18 typisch portugiesische Gerichte, die ihr probieren müsst

Die geografische Vielfalt Portugals spiegelt sich perfekt auf den Tellern wider. Der Norden des Landes ist eher schwer, fleischlastig und sehr sättigend, während der Süden nach frischen Kräutern, Meeresfrüchten und Zitrusfrüchten duftet. Schauen wir uns eine Auswahl des Besten an, was die portugiesische Küche zu bieten hat.

1. Pastéis de Nata

Diese berühmten Cremetörtchen aus knusprigem Blätterteig müsst ihr einfach probieren, selbst wenn ihr nur einen einzigen Tag in Portugal verbringt. Sie sind mit heißer Eigelbcreme gefüllt und an der Oberfläche leicht angebrannt, mit charakteristischen schwarzen Bläschen. Lukáš und ich lieben sie abgöttisch und gönnen uns welche fast jeden Morgen zum Kaffee – das ist so unser kleines Ritual nach dem morgendlichen Surfen.

Die Geschichte dieses weltweiten Phänomens begann in Lissabon unweit des prachtvollen Klosters Jerónimos. Die Mönche im 19. Jahrhundert benötigten große Mengen Eiweiß zum Stärken ihrer Ordensgewänder und hatten so Tausende von Eigelben übrig. Sie mischten diese mit Kolonialzucker und begannen 1837 diese Törtchen zu backen, um Geld für das Überleben des Ordens zu verdienen. Das ursprüngliche Geheimrezept wird bis heute im Betrieb Pastéis de Belém gehütet, wo täglich über zwanzigtausend Stück gebacken werden.

Für viele Einheimische ist jedoch die Lissabonner und Portoer Bäckereikette Manteigaria die bessere Wahl. Der Teig ist etwas salziger und knuspriger, während die Creme weniger süß ist – was uns persönlich deutlich besser schmeckt. Sie haben kein Geheimrezept, alles wird direkt vor euren Augen hinter einer Glaswand zubereitet. Gegessen werden sie immer warm, und Einheimische bestreuen sie großzügig mit Zimt und Puderzucker aus den bereitstehenden Streuern auf dem Tisch. Die Preise liegen bei etwa 1,20 bis 1,50 Euro pro Stück.

2. Bacalhau à Brás

Bacalhau, also getrockneter und gesalzener Kabeljau, bildet den absoluten Grundstein der portugiesischen nationalen Identität. Es heißt, es gebe mindestens 365 verschiedene Rezepte, sodass man jeden Tag im Jahr eine andere Variante essen könnte. Das witzige Paradox bleibt dabei, dass Kabeljau in portugiesischen Gewässern gar nicht vorkommt und teuer aus dem Nordatlantik, hauptsächlich aus Norwegen, importiert werden muss.

Die Tradition des Einsalzens reicht tief in die Zeit der großen Entdeckungen zurück, als Seefahrer haltbares Essen für monatelange Ozeanreisen dringend benötigten. Vor dem Kochen muss der Bacalhau mehrere Tage in kaltem Wasser eingeweicht werden, um das überschüssige Salz zu entziehen und ihn wieder zu rehydrieren. Dieser Schlüsselprozess heißt lokal dessalga und erfordert einige Geduld – das Wasser muss regelmäßig gewechselt werden.

Eine der beliebtesten Zubereitungsarten ist Bacalhau à Brás. Es ist ein sehr populäres Comfort Food, das sich Portugiesen gerne zum Mittagessen gönnen. Streifen von Kabeljau werden mit hauchdünnen Pommes frites, Zwiebeln und verrührtem Ei gemischt, dann großzügig mit schwarzen Oliven und frischer Petersilie bestreut. Es ist ein vergleichsweise leichtes Gericht, aber unglaublich reichhaltig im Geschmack.

3. Sardinhas Assadas

Gegrillte Sardinen sind das absolute Synonym für den portugiesischen Sommer und bedeuten den Einheimischen mehr als nur gewöhnliches Essen. Im Juni, besonders während des ausgelassenen Fests Santo António in Lissabon und São João in Porto, werden in den Straßen Tausende kleiner Grills aufgestellt. Die gesamten Städte hüllen sich dann in dichten, kräftig nach Fisch riechenden Rauch, der überall eindringt.

Die Sardinen werden im Ganzen gegrillt, sogar mit Innereien, damit sie so viel Saft und natürlichen Geschmack wie möglich behalten. Vor dem Legen auf die glühende Kohle werden sie nur großzügig mit grobem Meersalz bestreut, das auf der Haut eine perfekte Kruste bildet. Das ist ein riesiges gesellschaftliches Ereignis – die Leute stehen auf den Straßen, trinken Bier und plaudern bis tief in die Nacht.

Die Einheimischen essen sie auf eine sehr spezifische und einfache Art. Keine aufwendigen Beilagen – der heiße Fisch wird einfach auf eine dicke Scheibe frisches, knuspriges Brot gelegt. Das Brot saugt nach und nach das gesamte köstliche Fett und den Saft der Sardine auf, sodass das Brot am Ende fast noch besser schmeckt als der Fisch selbst. Dazu gibt es oft nur einfache gekochte Kartoffeln oder einen leichten Salat.

4. Francesinha

Dieses Gericht stammt aus Porto und ist eine absolute Kalorienbombe, über die Lukáš und ich als Vegetarier immer nur ungläubig den Kopf schütteln. Der Name bedeutet „kleine Französin“, weil der Erfinder des Rezepts vom französischen Croque Monsieur inspiriert wurde. Etwas Feines oder französisch Elegantes sucht man hier jedoch vergebens – es ist eine brutale Fleischladung.

Es handelt sich um ein massives, geschichtetes Sandwich gefüllt mit Rindersteak, frischer Wurst, scharfer Linguiça-Wurst und dicken Schinkenscheiben. Das Ganze wird dann großzügig in Käsescheiben gewickelt und im Ofen überbacken, bis der Käse geschmolzen ist. Damit ist es aber noch nicht getan – am Ende wird dieser ganze Berg in einer dicken, heißen Geheimsoße aus Bier, Tomaten und Piri-Piri-Gewürz ertränkt.

Obendrauf thront oft noch ein perfektes Spiegelei, und das ganze Prachtstück schwimmt in einem tiefen Teller umgeben von einem Berg goldener Pommes frites. Laut unseren Freunden ist das ein absoluter Herzinfarkt auf dem Teller, aber nach einer ausgelassenen Nacht in Porto soll es keinen besseren Katerfrühstück geben. Portugiesen trinken dazu grundsätzlich eiskaltes Bier und führen leidenschaftliche Debatten darüber, welches Lokal die beste Soße macht.

5. Bifana

Wenn ihr den authentischsten portugiesischen Street Food sucht, habt ihr ihn gerade gefunden. Die Bifana ist unglaublich beliebt und dabei auf den ersten Blick eine völlig gewöhnliche Angelegenheit, die ihr buchstäblich an jeder Ecke für ein paar Euro kaufen könnt. Sie wird an Ständen, in kleinen Cafés und sogar an Tankstellen verkauft, und die Einheimischen essen sie zu jeder Tageszeit.

Es handelt sich um sehr dünne Schweinefleischscheiben, die zuvor lange in einer Mischung aus Knoblauch, Weißwein, Paprika und manchmal Lorbeerblatt mariniert werden. Das Fleisch wird dann scharf und schnell in einer großen Pfanne direkt in diesem duftenden Sud gebraten. Anschließend kommt es in ein einfaches knuspriges Brötchen, das zuvor leicht in das ausgelassene Fett getunkt wurde, damit es nicht trocken ist.

Der Zauber liegt in der absoluten Einfachheit und der perfekten Würzung. Portugiesen verfeinern ihre Bifana oft noch, indem sie etwas scharfen gelben Senf auf das Fleisch drücken oder Piri-Piri-Sauce hinzufügen. Das ist der ideale schnelle Snack für unterwegs, wenn ihr gerade zwischen Sehenswürdigkeiten wechselt und keine Zeit in einem Restaurant verbringen möchtet.

6. Caldo Verde

Caldo Verde ist die ikonische Suppe, die ihr auf der Speisekarte nahezu jedes traditionellen Restaurants findet. Sie stammt aus dem Norden Portugals, wird heute aber im ganzen Land gekocht. Es ist eine wunderbar dicke Suppe aus püriertem Kartoffeln, zu der am Ende sehr fein geschnittener grüner Kohl (couve galega) hinzugefügt wird.

Das Originalrezept enthält immer auch einige Scheiben der pikanten Chorizo-Wurst (chouriço), die der Suppe einen rauchig-fleischigen Geschmack verleiht. Wir bitten in Restaurants immer darum, sie in der vegetarischen Version ohne Wurst zuzubereiten, und man kommt uns dabei meist sehr bereitwillig entgegen. Auch ohne Fleisch ist es ein wunderbar schmackhaftes und sättigendes Gericht, das herrlich nach hochwertigem Olivenöl duftet.

Am besten schmeckt sie heiß in einer traditionellen Tonschüssel serviert, begleitet von einem guten Stück frischem Maisbrot. Sie ist die absolut ideale Wahl für kühlere Winterabende, die in Portugal überraschend feucht-kalt werden können. Eine Schüssel dieser Köstlichkeit kostet euch meist nur 2 bis 3 Euro – also auch eine sehr günstige Option für ein schnelles Abendessen.

7. Sopa de Pedra

Diese Suppe hat eine unglaublich interessante Geschichte und stammt aus der Stadt Almeirim. Der Legende nach entstand sie durch einen hungrigen und sehr klugen Pilger. Er kam mit nichts als einem gewöhnlichen Stein in ein Dorf und behauptete gegenüber den Einwohnern, er könne daraus die beste Suppe der Welt kochen – er brauche nur einen Topf und Wasser.

Die neugierigen Dorfbewohner willigten natürlich ein. Der Pilger begann dann nach und nach anzumerken, die Suppe wäre noch ein kleines bisschen besser, wenn ihm jemand eine Zwiebel spenden würde, ein anderer etwas Bohnen, ein weiterer ein Stück Wurst oder Speck. Am Ende hatte er so aus einem gewöhnlichen Stein, den er nach dem Kochen heimlich herausnahm, ein unglaublich reichhaltiges Festmahl für alle Anwesenden gezaubert.

Die heutige Sopa de Pedra ist ein extrem sättigendes Gericht, das für sich allein als Hauptgericht funktioniert. Sie enthält rote Bohnen, Kartoffeln, Karotten, Kohl und eine große Menge verschiedener Wurst- und Schweinefleischsorten. Es ist ein sehr schweres, sättigendes und rustikales Gericht, das nach einem langen Tag an der windigen Atlantikküste perfekt wärmt.

8. Açorda Alentejana

Das ist genau das Gericht, bei dem ihr merkt, wie es die Portugiesen verstehen, aus wenig etwas absolut Großartiges und geschmacklich Komplexes zu zaubern. Die Açorda stammt aus der heißen und trockenen Region Alentejo im Süden des Landes und war historisch das bescheidene Essen armer Bauern. Die Hauptzutaten sind nur älteres, hartes Brot, viel Knoblauch, frischer Koriander und erstklassiges Olivenöl.

Im Grunde ist es eine Brotsuppe oder eher ein dicker Brei. Das Brot wird mit heißem, mit Knoblauch und Kräutern gewürztem Wasser übergossen, sodass es weich wird und alle Aromen aufnimmt. Ganz am Ende wird ein rohes Ei in die heiße Masse gegeben, das sich in der heißen Brühe selbst gart und dem Gericht eine cremige Konsistenz verleiht.

Wir essen diese einfache vegetarische Variante sehr gerne, da sie unglaublich aromatisch ist. In Küstenregionen werden aber oft auch frische Garnelen oder Kabeljau-Stücke hinzugefügt, wodurch die Açorda de Marisco entsteht. Es ist eine riesige Portion Kohlenhydrate und Energie, die euch zuverlässig einen halben Tag satt hält.

9. Polvo à Lagareiro

Wenn eure Mitreisenden Meeresfrüchte mögen, ist dieses Gericht laut den Portugiesen ein absolutes Muss. Vergesst die gummiartigen, harten Ringe aus der Tiefkühltruhe, die ihr von billigen Küstenorten kennt. Der hiesige polvo, also Tintenfisch, ist ein wahres Kunstwerk und erfordert eine sehr spezifische und lange Zubereitung, damit das Fleisch zart bleibt.

Der Tintenfisch wird zunächst lange mit Zwiebeln in Wasser gekocht, bis er absolut weich ist und sich fast auflöst. Erst dann kommt er in eine Backform und wird kurz und scharf im Ofen gegart. Dazu gibt es sogenannte batatas a murro – kleine Kartoffeln, die in der Schale gekocht und dann vor dem Braten mit der Faust leicht zerdrückt werden, damit sie so viel Geschmack wie möglich aufnehmen.

Der eigentliche Zauber steckt im Wort lagareiro, das sich auf den Besitzer einer Olivenmühle bezieht. Das gesamte Backblech wird nämlich mit einer absurd großen Menge hochwertigstem Olivenöl übergossen und mit einer Unmenge gehacktem Knoblauch bedeckt. Das Gericht schwimmt im Fett, aber genau dieses Öl – gewürzt mit Meerwasser und Knoblauch – soll angeblich das Allerbeste am ganzen Gericht sein.

10. Amêijoas à Bulhão Pato

Muscheln auf diese spezifisch portugiesische Art sind denkbar einfach, sehr schnell zubereitet und wirken dabei unglaublich luxuriös. Das Gericht ist nach einem berühmten portugiesischen Dichter des 19. Jahrhunderts benannt und gehört heute zu den beliebtesten Vorspeisen im Land. Einheimische genießen sie gerne nachmittags zum Wein mit Freunden.

Frische Muscheln werden scharf in einer großzügigen Menge Olivenöl mit viel Knoblauch angebraten. Dann werden sie mit einem guten trockenen Weißwein abgelöscht und eine große Handvoll frischer Koriander hinzugefügt, der für die portugiesische Küche absolut typisch ist. Alles wird unter dem Deckel gedünstet, bis sich alle Muscheln geöffnet haben und ihren salzigen Meeressaft freigeben.

Der wichtigste Teil dieses Erlebnisses ist jedoch die Beilage. Die Muscheln werden immer mit einem Korb geschnittenes Weißbrot oder Toast serviert. Es dient dazu, dass man sich die wunderbar duftende Soße voll Wein, Knoblauch und Kräutern aufsoppen kann, die am Boden des tiefen Tellers bleibt. Die meisten Menschen sind sich einig, dass das Brottunken besser ist als die Muscheln selbst.

11. Arroz de Marisco

Dieser cremige Reis voller Meeresfrüchte ist eine wahre Delikatesse, die oft mit der spanischen Paella verglichen wird – obwohl er deutlich flüssiger ist und eher an eine sehr dicke Suppe oder ein italienisches Risotto erinnert. Er wird aus dem traditionellen portugiesischen Rundkornreis zubereitet, der die kräftige Fischbrühe, in der er langsam kocht, hervorragend aufnimmt.

Das Gericht kombiniert eine unglaubliche Menge frischer Zutaten. Darin findet man Garnelen verschiedener Größe, Muscheln, Krabbenstücke und manchmal auch kleinere Tintenfisch- oder Fischstücke. Alles ist leicht mit Tomaten, Weißwein und natürlich dem allgegenwärtigen frischen Koriander gewürzt – und oft auch leicht scharf durch einen Spritzer Piri-Piri-Chilisauce.

Serviert wird es sehr eindrucksvoll – meist bringt man euch einen riesigen Tontopf an den Tisch, aus dem es noch dampft und der Reis darin noch blubbert. Es ist ein Gericht zum Teilen, eine Portion im Restaurant reicht in der Regel für zwei Personen aus. Sehr gut dazu passt ein gekühlter Weißwein oder ein junger Vinho Verde, der die Reichhaltigkeit des Gerichts ausgleicht.

12. Cataplana de Marisco

Da wir schon bei den Meeresfrüchten sind – wir dürfen die typische Spezialität aus dem sonnigen Algarve nicht vergessen, wohin wir am häufigsten reisen. Das Wort cataplana bezeichnet nicht nur das Gericht selbst, sondern vor allem eine einzigartige Kupferpfanne in Form einer geschlossenen Muschel, in der dieses Gericht traditionell zubereitet und direkt auf den Tisch serviert wird.

Dieser besondere Topf hat arabische Wurzeln und funktioniert ähnlich wie ein moderner Schnellkochtopf. Im Innern werden unter dem fest geschlossenen Deckel Garnelen, Muscheln, Fischstücke, Tomaten, Zwiebeln, Weißwein und Paprika gemeinsam gedünstet. Dank der einzigartigen Form des Gefäßes bleiben alle Aromen und Geschmäcker eingeschlossen, die Zutaten trocknen nicht aus und verschmelzen zu einer perfekten Harmonie.

Den Höhepunkt erlebt man in dem Moment, wenn der Kellner die heiße Kupferpfanne direkt an den Tisch bringt und sie mit einem Knacken vor euren Augen öffnet. Aus dem Topf quillt eine riesige Wolke duftenden Dampfes, bei der einem sofort das Wasser im Mund zusammenläuft. Ein visuell wunderschönes Gericht, das sich Familien im Süden Portugals an festlichen Sonntagsmittagen gönnen.

13. Frango Piri-Piri

Gegrilltes Piri-Piri-Hähnchen ist wahrscheinlich das weltweit bekannteste portugiesische Gericht, obwohl seine Wurzeln eher in den ehemaligen afrikanischen Kolonien liegen – konkret in Mosambik und Angola. Genau von dort brachten portugiesische Seefahrer nämlich kleine, höllisch scharfe Chilischoten mit, aus denen bis heute die ikonische rote Soße hergestellt wird.

Dieses Gericht wurde besonders im Algarve zum absoluten Hit – fährt man dorthin, sieht man Schilder mit „Frango Piri-Piri“ buchstäblich an jeder Straße. Das Hähnchen wird zunächst in der Mitte aufgeschnitten und flach gedrückt (sogenannter Schmetterlingsschnitt), dann lange in einer scharfen Soße mit Knoblauch mariniert und schließlich scharf auf offenem Holzkohlegrill gegart.

Durch die Holzkohle bekommt das Fleisch einen unverwechselbaren Rauchgeschmack und die Haut wird perfekt knusprig. Traditionell wird es sehr schlicht serviert – meist nur mit einem Berg hausgemachter Pommes frites und einem einfachen Tomatensalat mit Zwiebeln. Kenner fahren ins kleine Städtchen Guia nahe Albufeira, das als inoffizielle Hauptstadt dieses scharfen Phänomens gilt.

14. Queijo da Serra da Estrela und Broa-Brot

Wenn ihr Käseliebhaber seid wie wir, wird das euer erfüllter Traum sein. Queijo da Serra da Estrela ist der König aller portugiesischen Käse und stammt aus dem höchsten Festlandgebirge des Landes. Er wird ausschließlich aus roher Schafsmilch hergestellt, und statt tierischem Lab verwendet man zum Gerinnen traditionell Extrakt aus wilden Distelblüten – was ihn zu einem hervorragenden vegetarischen Genuss macht.

Dieser Käse ist an der Oberfläche fest, innen aber unglaublich cremig, fast flüssig. Er wird daher nicht in klassische Dreiecke geschnitten. Richtigerweise schneidet man mit einem Messer nur den oberen Rand wie einen Deckel ab und schöpft das flüssige Innere mit einem Löffel heraus – oder taucht Brotstücke direkt hinein. Er hat einen sehr intensiven, leicht säuerlichen und erdigen Geschmack, der nicht jeden überzeugt, aber wir lieben ihn.

Am besten schmeckt er mit einem Stück Broa de Milho. Das ist ein traditionelles, sehr schweres und kompaktes Maisbrot mit harter, rissiger Kruste, innen aber wunderbar saftig und sattgelb. Diese Kombination aus kräftigem Käse, deftigem Brot und einem Glas Rotwein ist das perfekte und schnelle Abendessen, das wir uns oft in unserer Ferienwohnung zubereiten.

15. Bolinhos de Bacalhau

Diese kleinen frittierten Kugeln aus Kabeljau und Kartoffeln sind absolute Klassiker, auf die ihr nahezu überall stoßt. Ihr findet sie sowohl an den günstigsten Marktständen als auch in gehobenen Restaurants als elegante Vorspeise. Es sind solche kleinen gastronomischen Häppchen, die Portugiesen seit frühester Kindheit lieben.

Sie werden aus fein zerzupftem, entsalzenem Bacalhau zubereitet, der präzise mit Kartoffelpüree, Ei, gehackter Zwiebel und frischer Petersilie gemischt wird. Dann werden mit zwei Löffeln typische Nocken geformt, die in heißem Öl frittiert werden. Wenn sie richtig gemacht sind, müssen sie außen schön goldbraun und knusprig sein, während sie innen locker und weich bleiben.

Sie sind ein toller Auftakt zu jedem Essen und passen hervorragend zu einem kühlen Bier an einem heißen Nachmittag. In Lissabon findet man auf der Haupttouristenesplanade Rua Augusta sogar moderne Läden, die diese Kroketten mit heißem flüssigem Käse aus dem Serra-da-Estrela-Gebirge füllen. Für konservative Portugiesen ist das Ketzerei, aber Touristen lieben diese Kombination.

16. Ovos Moles de Aveiro

Wenn ihr das malerische Städtchen Aveiro besucht, das wegen seiner bunten Boote und Kanäle oft als portugiesisches Venedig bezeichnet wird, dürft ihr das größte lokale Süßigkeitenheiligtum nicht verpassen. Ovos Moles sind nämlich durch eine EU-Herkunftsbezeichnung geschützt, und ihre Geschichte stammt aus den örtlichen Dominikaner- und Franziskanerklöstern.

Es handelt sich um sehr dünne und zarte Oblaten, die traditionell in maritimen und fischerischen Motiven geformt werden – am häufigsten bekommt man kleine Muscheln, Fischchen oder kleine Fässchen. Im Innern dieser Oblaten verbirgt sich jedoch eine unglaublich süße und leuchtend gelbe Creme, die nur aus einer großen Menge Eigelb und dickem Zuckersirup gekocht wird.

Ich muss euch warnen: Es ist wirklich extrem süß und sättigend, sodass euch morgens zum Kaffee ein einziges Stück vollkommen reicht. Die Creme hat eine leicht körnige Textur vom Zucker und schmeckt sehr charakteristisch. Wenn ihr ein originelles essbares Souvenir mitnehmen möchtet – Ovos Moles werden oft in wunderschön bemalten Holzfässchen verkauft, die absolut bezaubernd aussehen.

17. Bolo de Bolacha

Dieser traditionelle ungekochte Kuchen ist ein absoluter Klassiker, den portugiesische Großmütter ihren Enkeln an Wochenenden und Familienfeiern backen. Übersetzt bedeutet es einfach „Kekskuchen“ und seine Zubereitung ist eigentlich recht unkompliziert – das Ergebnis ist dennoch absolut genial und macht süchtig. Wir gönnen uns ihn als süßen Abschluss nach einem üppigen Mittagessen in einer lokalen Tasca.

Die Grundlage sind die beliebten, sehr dünnen Maria-Kekse, die man in jedem Supermarkt kaufen kann. Diese werden nacheinander in starken, frisch gebrühten schwarzen Kaffee getaucht und übereinandergeschichtet. Zwischen jede Keksschicht kommt eine großzügige Schicht reicher Buttercreme, die mit Zucker und manchmal einem Schuss Alkohol für besseres Aroma aufgeschlagen wird.

Der Kuchen muss über Nacht im Kühlschrank ruhen, damit die Kekse die Feuchtigkeit aus der Creme und dem Kaffee aufnehmen und schön weich werden. Jeder einzelne Bissen zergeht dann geradezu auf der Zunge. Es ist ein sehr feines Dessert, das wunderbar nach Kaffee und Butter duftet. Wer deutsche Kühlschrankkuchen aus Löffelbiskuits mag, wird den Bolo de Bolacha garantiert lieben.

18. Queijadas de Sintra

Wenn ihr einen Ausflug in das romantische und nebelverhangene Sintra macht, das nur einen Katzensprung von Lissabon entfernt liegt, erwartet euch dort neben märchenhaften Palästen noch ein ganz besonderes gastronomisches Erlebnis. Queijadas de Sintra sind kleine runde Törtchen, die hier seit dem Mittelalter gebacken werden – und ihr Geschmack ist für mich genauso magisch wie die Stadt selbst.

Im Gegensatz zu den berühmten Pastéis de Nata enthalten sie keine Puddingcreme. Die Füllung basiert auf frischem, sehr feinem Käse (queijo fresco), der mit viel Zucker, Eiern und reichlich Zimt verrührt wird. Diese Masse wird in Förmchen aus unglaublich dünnem und knusprigem Teig gefüllt und kurz und heiß gebacken, bis die Oberfläche leicht aufreißt und goldbraun wird.

Sie haben eine ziemlich kompakte, leicht feuchte Textur und sind dank des Käses nicht so übermäßig süß wie andere Klosterdesserts. Am besten schmecken sie, wenn sie noch warm mit einer extra Portion Puderzucker bestreut werden. Wir kaufen sie in der legendären alten Bäckerei Piriquita mitten im Zentrum von Sintra, wo wir sie mit einem starken Espresso nach dem anstrengenden Aufstieg zum Palácio da Pena als Belohnung genießen.

Was man trinkt: Kaffee, Wein und lokale Liköre

Portugal ist nicht nur das Land des guten Essens, sondern auch hervorragender Getränke. Ob kräftiger Kaffee oder weltbekannter Wein – die Einheimischen legen Wert auf Qualität, und die Preise sind dabei noch sehr angenehm.

Kaffeehäuser (cafés) funktionieren hier als inoffizielle gesellschaftliche Zentren, in denen über Politik, Fußball und Familienneuigkeiten geredet wird. Eine Besonderheit: Das Wort „Espresso“ werdet ihr hier kaum hören, und der Kellner würde euch vielleicht etwas seltsam ansehen. Wenn ihr einen kleinen, sehr starken Kaffee möchtet, bestellt in Lissabon immer eine Bica. Der Name soll angeblich als witzige Abkürzung für „Beba Isto Com Açúcar“ (Trinkt das mit Zucker) entstanden sein, weil die ersten kommerziellen Kaffees für den lokalen Geschmack zu bitter waren. In Porto sagt man dagegen Cimbalino, was auf alte italienische Kaffeemaschinen verweist. Wer Kaffee mit Milch mag, probiert einen Galão (schwächerer Kaffee mit viel heißer Milch im hohen Glas) oder einen Pingado (Espresso mit einem kleinen Schuss Milch).

Was den Wein betrifft: Portugal ist eine großartige Weinnation, die noch immer über 250 ursprüngliche Rebsorten pflegt. Am bekanntesten ist natürlich der süße Portwein aus dem Douro-Tal. Er wird durch Zugabe von Weinbrand während der Gärung hergestellt, wodurch ein hoher Restzuckergehalt erhalten bleibt und der Alkoholgehalt auf bis zu 20 Prozent steigt. Man kann fruchtigeren Ruby oder nussigeren Tawny trinken, der in Fässern reift. In den heißen Sommermonaten greifen wir jedoch am liebsten zum Vinho Verde. Das Wort „grün“ bezieht sich dabei nicht auf die Farbe, sondern auf die Jugend des Weins. Er ist leicht prickelnd, sehr erfrischend und hat weniger Alkohol – er wird kurz nach der Ernte abgefüllt.

Und wenn ihr abends durch die engen Gassen Lissabons schlendert oder das mittelalterliche Städtchen Óbidos besucht, vergesst nicht, die Ginjinha zu probieren. Das ist ein sehr süßer, klebriger und starker Sauerkirschlikör. In Óbidos wird er traditionell in kleine Schokoladenbecher gefüllt, die man nach dem Trinken lächelnd aufisst. In Lissabon wird er im Stehen an winzigen Theken getrunken, wo der Barmann nur fragt: „Com ou sem elas?“ (Mit Kirschen auf dem Boden oder lieber ohne?)

Wohin als Nächstes

Wenn euer Bauch voll ist und ihr überlegt, wohin es in Portugal als Nächstes gehen soll – schaut unbedingt in unseren großen Lissabon-Reiseführer, wo ihr jede Menge Tipps zu Sehenswürdigkeiten und versteckten Aussichtspunkten findet. Die Stadt ist ziemlich hügelig, also könnt ihr die süßen Kalorien der Pastéis de Nata gut wieder abgehen. Nicht weit von Lissabon liegt das faszinierende Sintra mit seinen märchenhaften Palästen sowie das elegante Küstenstädtchen Cascais, das sich perfekt für einen Tagesausflug mit dem Zug eignet.

Für Liebhaber des Nordens und des Portweins haben wir einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben, was man in Porto sehen sollte. Vergesst auch nicht, Aveiro zu besuchen, das portugiesische Venedig, bekannt für seine Ovos Moles. Und wenn ihr die volle Kraft des Ozeans erleben möchtet, fahrt in das Fischerdorf Nazaré, wo im Winter die größten Wellen der Welt geritten werden.

Wir verbringen jedoch die meiste Zeit im Süden. Wenn ihr einen längeren Urlaub plant, lest unbedingt unseren ausführlichen 7-Tage-Roadtrip durch das Algarve. Dabei könnt ihr das schöne Lagos besuchen, die wilden Klippen in Sagres genießen oder die engen Gassen von Carvoeiro erkunden. Auf der Suche nach Geschichte begebt euch ins Landesinnere nach Silves mit seiner maurischen Burg. Damit ihr nach dem guten Essen auch gut entspannen könnt, empfehlen wir euch unsere Liste der schönsten Strände im Algarve. Und wenn ihr die ruhigere Ostküste mit wärmerem Wasser sucht, lasst Faro, das romantische Tavira und den Markt in Olhão nicht aus.

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Häufig gestellte Fragen

Sind Restaurants in Portugal teuer?

Im Vergleich zu Westeuropa sind die Preise in Portugal nach wie vor recht günstig und erschwinglich. Wenn ihr die ausgesprochenen Touristenfallen meidet und das Mittagsmenü (Menu do dia) nutzt, esst ihr für rund 10 bis 15 Euro reichlich. Für ein Abendessen in einem Restaurant der Mittelklasse zahlt ihr etwa 20 bis 35 Euro pro Person.

Was ist dieser Couvert und muss ich ihn bezahlen?

Couvert ist Brot, Käse, Oliven und Pasteten, die euch der Kellner gleich nach dem Hinsetzen an den Tisch bringt. Das ist keine Aufmerksamkeit des Hauses, ihr bezahlt für das, was ihr tatsächlich esst (meist 2 bis 5 Euro). Wenn ihr kein Interesse daran habt, reicht es, es nicht anzurühren oder den Kellner gleich zu bitten, es wieder mitzunehmen.

Kann man in Portugal Leitungswasser trinken?

Ja, das Leitungswasser ist im ganzen Land absolut sicher und wir trinken es ganz normal. In den Restaurants bietet man euch aber meistens automatisch Flaschenwasser an, für das ihr bezahlt. Nach Leitungswasser müsst ihr ausdrücklich fragen; in günstigeren Lokalen geben sie es euch problemlos, in den besseren murren sie manchmal ein wenig.

Esse ich dort auch als Vegetarier gut?

Die portugiesische Küche ist stark auf Fleisch und Fisch ausgerichtet, daher kann es in traditionellen Restaurants ab und zu eine Herausforderung sein. Es retten euch aber die fantastischen Gemüsesuppen (zum Beispiel Caldo Verde, wenn ihr nach der Version ohne Wurst fragt), großartige lokale Käsesorten, Gebäck und eine unerschöpfliche Auswahl an süßen Klosterdesserts. In großen Städten wie Lissabon und Porto ist das Angebot an veganen und vegetarischen Bistros zum Glück bereits riesig.

Spricht das Personal in den Restaurants Englisch?

In touristischen Gegenden wie Lissabon, Porto und der Algarve verständigt ihr euch absolut problemlos auf Englisch, die jüngere Generation spricht hervorragend Englisch. In abgelegeneren Dörfern und traditionellen lokalen Tascas hakt es manchmal, aber die Portugiesen sind unglaublich nett und entgegenkommend, sodass ihr euch immer irgendwie mit Händen und Füßen verständigen könnt.

Muss ich im Voraus reservieren?

Wenn ihr in ein berühmtes Restaurant oder ein beliebtes Lokal in Lissabon oder Porto am Wochenende gehen wollt, ist eine Reservierung definitiv ein Muss. In gewöhnliche Familienrestaurants zum Mittagsmenü reicht es meist, einfach hinzukommen, rechnet nur damit, dass dort gegen ein Uhr nachmittags der größte Andrang der Einheimischen herrscht.

Wann ist die beste Zeit, zum Abendessen zu gehen?

Die Portugiesen essen recht spät und das Abendleben beginnt viel später als bei uns. Die meisten Restaurants öffnen zwar schon gegen halb acht abends, aber die echte Atmosphäre kommt erst nach acht auf, oft eher gegen neun Uhr. Wenn ihr um sechs kommt, sitzt ihr ganz allein im Restaurant.

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