Wer einen Sommerurlaub in Spanien plant und einen Ort sucht, der niemals schläft, wird von Benidorm Spanien garantiert nicht enttäuscht. Das einstmals beschauliche Fischerdorf hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte in eine faszinierende Hochhausmetropole verwandelt, die die Geister zuverlässig scheidet.
Manche nennen es das europäische Manhattan, andere lieben es wegen seiner unvergleichlichen Familienresorts und endlosen Sandstrände. Ob wildes Nachtleben, perfekte Ausstattung für Kinder oder einfach eine garantierte Portion Sonne – hier findet sich alles ordentlich verpackt an einem Ort. Ich habe für euch einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, der euch alle Facetten dieses einzigartigen Urlaubsortes an der sonnenverwöhnten Costa Blanca zeigt.

Zusammenfassung
- Zwei ikonische Strände: Während der lebhaftere Strand Levante Wassersport- und Spaßbegeisterte anzieht, bietet der ruhigere Strand Poniente ein ideales Rückzugsgebiet für Familien mit Kindern.
- Historischer Kontrast: Versteckt zwischen modernen Wolkenkratzern liegt eine malerische Altstadt mit engen Gassen und dem Aussichtspunkt Balcón del Mediterráneo.
- Paradies für Familien: Hier warten riesige Freizeitparks wie Terra Mítica oder einer der größten Wasserparks Europas – die Aqualandia.
- Hervorragende Erreichbarkeit: Vom nahe gelegenen Flughafen Alicante kommt man sehr einfach hierher, zudem verbindet eine zuverlässige Küstenbahn die Region.
- Ausflüge in die Umgebung: Die Costa Blanca bietet wunderschöne historische Städtchen wie Altea oder das malerische Bergdorf Guadalest.
- Ganzjähriges Reiseziel: Dank des speziellen, durch die Berge geschützten Mikroklimas ist es auch in den Wintermonaten angenehm warm – ein beliebtes Ziel für digitale Nomaden.

Wann nach Benidorm reisen
Die gesamte Küste der Costa Blanca rühmt sich mit dem mildesten Klima ganz Spaniens, was sie zum absolut idealen Ganzjahresziel macht. Die umliegenden Berge schützen die Stadt vor kalten Winden aus dem Landesinneren und halten eine angenehme mikroklimatische Blase aufrecht. Wer im Meer baden möchte, ist von Juni bis Ende September am besten aufgehoben – allerdings sollte man sich bewusst sein, dass im Juli und August die Strände aus allen Nähten platzen und die Temperaturen regelmäßig weit über dreißig Grad steigen.
Für einen aktiven Urlaub mit vielen Ausflügen empfehle ich die Frühjahrs- oder Herbstmonate, wenn das Wetter deutlich angenehmer für Wanderungen und Erkundungstouren ist. Die Winter sind unglaublich sonnig und warm, weshalb viele Nordeuropäer dem Frost entfliehen und hierher kommen. Einen Frühjahrsbesuch kann man außerdem hervorragend mit einem Ausflug ins nahegelegene Valencia verbinden, wo im März das spektakuläre Festival Las Fallas stattfindet – die Stadt verwandelt sich dann in ein nicht enden wollendes Feuerwerk aus Knallern und riesigen Skulpturen.
Wie viele Tage braucht man? Für den Ort selbst und seine unmittelbare Umgebung reichen etwa drei bis vier Tage, wenn man auch die Freizeitparks besuchen möchte. Wer hingegen die gesamte Costa Blanca erkunden und Ausflüge in historische Städte unternehmen will, sollte lieber eine ganze Woche einplanen. So bleibt genug Zeit, um die südländische Atmosphäre in vollen Zügen zu genießen, ohne sich hetzen zu müssen.

Wo übernachten in Benidorm
💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die besten Stornobedingungen zu finden sind. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.
Die Wahl der richtigen Lage ist hier absolut entscheidend, denn jeder Stadtteil bietet eine völlig andere Atmosphäre. Wer Spaß und Trubel sucht und sich am Lärm nicht stört, findet sein Zuhause rund um den Strand Levante und in der sogenannten britischen Zone. Für Familien mit Kindern und Ruhesuchende ist das Gebiet rund um den Strand Poniente die eindeutig bessere Wahl – es ist deutlich lokaler und entspannter geprägt. Den goldenen Mittelweg bietet die Altstadt, von der aus Sehenswürdigkeiten und gute Tapas-Bars gleich um die Ecke liegen.
Bei der Suche auf Booking.com stößt man schnell auf das kultigen Hotel Don Pancho, das als eine der besten Adressen der Stadt gilt. Dieses Erwachsenenhotel bietet einen herrlichen beheizten Pool und liegt nur wenige Schritte vom Strand Levante entfernt. Wer echten Luxus und atemberaubende Ausblicke genießen möchte, sollte sich ein Zimmer im Fünf-Sterne-Villa Venecia Hotel Boutique reservieren. Es thront direkt auf dem Felsen in der Altstadt, und der Panoramablick auf das Mittelmeer aus seinen Fenstern sucht seinesgleichen.
Für Familien und alle, die eine ruhigere Basis suchen, ist das Hotel RH Corona del Mar am Strand Poniente eine hervorragende Wahl. Es bietet tolle Einrichtungen inklusive Pools mit Rutschen und liegt in Laufweite vom historischen Zentrum. Die Preise variieren stark je nach Saison – im Sommer sollte man für ein gutes Doppelzimmer mit etwa 140 bis 200 € pro Nacht rechnen. In den Winter- und Frühlingsmonaten fallen die Preise oft auf die Hälfte, sodass man für wenig Geld sehr schön wohnen kann.

15 Tipps – Was sehen und erleben in Benidorm, Spanien
Ich habe für euch eine Liste der besten Orte und Aktivitäten zusammengestellt, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Die Stadt bietet überraschend vielfältige Erlebnisse – von historischen Sehenswürdigkeiten über Adrenalin-Parks bis hin zu beeindruckenden Naturlandschaften in der näheren Umgebung.

1. Balcón del Mediterráneo und der Schlossberg

Den schönsten Aussichtspunkt der ganzen Stadt findet man auf einem Felsvorsprung, der die beiden Hauptstrände voneinander trennt. Ursprünglich stand an dieser strategischen Stelle eine Festung, die die Bewohner vor Überfällen berberischer Piraten schützte. Heute befindet sich hier der wunderschöne Plaza del Castell mit blütenweißen Balustraden und einem Pflaster in eleganten geometrischen Mustern. Die Atmosphäre ist ausgesprochen entspannt und kontrastiert stark mit dem Treiben der Promenaden tief unten am Fuß der Klippe.
Folgt man der weißen Treppe nach unten, gelangt man zum eigentlichen Balcón del Mediterráneo. Diese Aussichtsterrasse mit blauen Fliesen in Form eines fünfzackigen Sterns wirkt, als würde sie direkt über den Meereswellen schweben. Es ist zweifellos der meistfotografierte Ort weit und breit, und der Blick auf den tiefblauen Horizont nimmt einem schlichtweg den Atem.
💡 Tipp: Kommt früh morgens zum Sonnenaufgang, wenn die Stadt noch schläft und ihr den Aussichtspunkt ganz für euch habt – ohne Touristenmassen mit Smartphones in der Hand.

2. Der lebhafte Strand Levante
Diese zwei Kilometer lange Sandnehrung ist genau das, was die meisten Menschen mit dem Namen Benidorm verbinden. Der Strand Levante ist das Sinnbild für unermüdlichen Urlaubsspaß. Tausende von Liegen, endlose Reihen von Sonnenschirmen und eine Promenade gesäumt von Dutzenden Bars, Cafés und Restaurants – hier ist immer etwas los. Der Sand ist unglaublich fein, und dank täglicher sorgfältiger Pflege trägt der Strand die begehrte Blaue Flagge für Sauberkeit.
Das Wasser fällt sehr sanft ab, was das Baden sicher macht – auch wenn man in der Hochsaison fast Kopf an Kopf schwimmt. Geboten werden die unterschiedlichsten Wassersportarten, vom Jetski über Parasailing bis hin zur Fahrt auf einem aufblasbaren Bananen-Boot. Die Miete für zwei Liegen mit Sonnenschirm liegt bei etwa 15 bis 20 Euro pro Tag.
💡 Tipp: Wer einen guten Platz in Wassernähe ergattern möchte, sollte spätestens um acht Uhr morgens am Strand sein – später sind die besten Positionen hoffnungslos vergeben.

3. Der ruhigere Strand Poniente
Während der Levante niemals ruht, bietet der westliche Strand Poniente eine deutlich entspanntere und ursprünglichere Atmosphäre. Mit über drei Kilometern Länge ist er der größte Strand der Stadt und zieht vor allem spanische Familien sowie Ruhesuchende an. Selbst in den belebtesten Sommermonaten findet man hier immer noch genug Platz, um das eigene Handtuch auszurollen, ohne die Nachbarn anzustoßen.
Der Strand wird von einer völlig einzigartigen Promenade gesäumt, die von renommierten Architekten entworfen wurde. Ihr buntes Design erinnert an Meereswellen – Gelb, Grün und Blau wechseln sich harmonisch ab. Ideal zum Radfahren oder Inlineskaten, mit zahlreichen Bänken im Schatten von Palmen. Statt lärmender Clubs gibt es hier eher gemütliche Cafés und traditionelle spanische Restaurants.
💡 Tipp: Bleibt bis in den späten Nachmittag, denn Poniente bietet die schönsten Sonnenuntergänge, wenn sich der Himmel in dramatische Orangerot- und Lilatöne taucht.

4. Erkundung der Benidorm Altstadt (El Casco Antiguo)
Es ist leicht zu vergessen, dass zwischen Hunderten moderner Hochhäuser das ursprüngliche historische Herz der Stadt überlebt hat. Die Benidorm Altstadt, das sogenannte El Casco Antiguo, ist ein Gewirr enger, oft steiler Gässchen, die sich den Charme des einstigen Fischerdorfs bewahrt haben. Die Häuser leuchten weiß, an den Fenstern hängen schmiedeeiserne Balkone mit Geranien, und auf kleinen Plätzen schmiegen sich traditionelle Cafés aneinander. Das Wahrzeichen des Viertels ist die Kirche San Jaime y Santa Ana mit ihrer charakteristischen blauen Kuppel – einen kurzen Blick hinein lohnt es sich allemal.
Der eigentliche Star der Altstadt ist aber die berühmte Calle Santo Domingo, die alle nur die Tapas-Gasse nennen. Diese enge Straße ist buchstäblich gesäumt von kleinen Bars, aus denen der Duft von Olivenöl und Knoblauch strömt. Am Abend herrscht hier geschäftiges Treiben, denn Einheimische kommen zum traditionellen „Tapeo“ – dem Wandern von Bar zu Bar.
💡 Tipp: Bestellt ein Bier oder Wein und dazu hervorragende vegetarische Tapas wie Patatas Bravas (gebackene Kartoffeln mit pikanter Sauce) oder Pimientos de Padrón (gebratene grüne Paprikaschoten mit grobem Meersalz).

5. Wolkenkratzer-Architektur und der Intempo Tower
Die faszinierende Skyline der Stadt, die zu Recht als Manhattan Spaniens bezeichnet wird, ist kein Zufall. Schon in den fünfziger Jahren erkannte der damalige Bürgermeister, dass Bauen in die Höhe ökologischer ist, weil dadurch Fläche gespart wird und mehr Menschen einen Meerblick bekommen. Dank dieses visionären Stadtplanungskonzepts besitzt Benidorm heute die höchste Wolkenkratzer-Dichte pro Einwohner weltweit – ein absolut einzigartiges Panorama.
Das bekannteste Bauwerk ist zweifellos der goldene Intempo Tower, der sich auf knapp zweihundert Meter aufschwingt. Man erkennt ihn sofort an seiner Form, die an ein riesiges „M“ erinnert – zwei verbundene Türme, deren Spitze ein markanter goldener Konus krönt. Eine weitere Ikone ist das Gran Hotel Bali, das lange Zeit das höchste Hotel Europas war.
💡 Tipp: Fahrt mit dem verglasten Aufzug auf die Aussichtsplattform des Gran Hotel Bali (Ticket ca. 6 €) und genießt den Vogelblick darauf, wie sich die Stadt in die umliegenden Hügel frisst.
6. Bootsausflug zur Isla de Benidorm
Um die kleine unbewohnte Insel, die etwa drei Kilometer vor der Küste aus den Wellen ragt, rankt sich eine interessante Legende. Es heißt, sie sei das fehlende Stück des nahe gelegenen Berges Puig Campana, das der sagenhafte Riese Roland mit seinem Schwert ins Meer schlug. Ob man der Legende Glauben schenkt oder nicht – die Insel ist ein fantastisches Ziel für einen halbtägigen Ausflug. Vom Hafen legen regelmäßig Boote ab, die Hin- und Rückfahrt kostet etwa 15 Euro.
Die Insel ist ein bedeutendes Meeresschutzgebiet, daher ist Übernachten streng verboten. Das Wasser rund um die Felsen ist kristallklar und unter der Oberfläche wimmelt es von buntem Meeresleben. Ein Teil der Flotte bietet Boote mit Glasbodenblick an – ein phantastisches Erlebnis, besonders für Kinder. Auf der Insel selbst kann man auf ausgeschilderten Pfaden zwischen Kakteen und Möwen spazieren.
💡 Tipp: Nehmt unbedingt Schnorchel und Taucherbrille mit, denn bunte Fischschwärme lassen sich schon wenige Meter vom Ufer der Insel entfernt beobachten.
7. Freizeitpark Terra Mítica
Wer mit der Familie reist, sollte den Besuch dieses riesigen Themenparks ganz oben auf der Liste haben. Terra Mítica entführt euch auf eine Zeitreise in das antike Mittelmeer. Der Park ist in mehrere Zonen aufgeteilt, die das alte Ägypten, Griechenland und Rom darstellen – die Kulissen sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Riesige Pyramiden, antike Tempel und Nachbauten römischer Arenen erwarten euch.
Adrenalinjunkies kommen hier genauso auf ihre Kosten wie kleine Kinder. Zu den größten Attraktionen gehören der hölzerne Achterbahn Magnus Colossus und das riesige Pendelkarussell Synkope, das euch hoch über den Boden schleudert. Den ganzen Tag über finden verschiedene Shows statt, von Gladiatorenkämpfen bis hin zu Akrobatikvorführungen. Ein online im Voraus gekauftes Tagesticket kostet etwa 40 Euro.
💡 Tipp: Im Sommer kann es hier extrem heiß werden. Plant den Besuch so, dass ihr die größten Achterbahnen gleich morgens fahrt und euch mittags bei den Wasserattraktionen wie den Nil-Stromschnellen abkühlt.
8. Wasserspaß in der Aqualandia
Direkt neben dem Naturpark Sierra Helada erstreckt sich einer der ältesten und größten Wasserparks Europas. Die Aqualandia ist einzigartig, weil sie Meerwasser verwendet, das speziell gefiltert wird. Umgeben von üppiger mediterraner Vegetation bietet der Park mehr als zwanzig verschiedene Attraktionen für alle Altersgruppen – von gemächlichen Lazy Rivers bis hin zu extremen Rutschen.
Das Herzstück des Parks ist die Adrenalinstrecke Verti-Go, auf der man mit bis zu 100 Stundenkilometern nach unten saust. Für Familien mit Kindern gibt es ein riesiges Wellenbecken und durchdachte Kinderbereiche mit kleineren Rutschen. Der Eintritt liegt bei etwa 35 Euro, aber kombiniert man ihn mit dem benachbarten Tierpark Mundomar, spart man deutlich.
💡 Tipp: Wenn möglich, meidet den Park am Wochenende, wenn neben Touristen auch Massen von Einheimischen aus der gesamten Umgebung anreisen und die Wartezeiten an den Rutschen unangenehm lang werden.
9. Grüne Lunge der Stadt: Parque de L’Aigüera
Mitten im Betonwald der Hochhäuser liegt eine überraschend weitläufige Oase der Ruhe. Dieser langgestreckte Linearpark wurde vom bekannten katalanischen Architekten Ricardo Bofill im neoklassizistischen Stil entworfen. Er zieht sich wie ein langer grüner Streifen durch das Zentrum der Stadt und dient als wichtige Fußgängerachse zwischen Alt- und Neubebauung. Hohe Palmen und breite, sandbestreute Promenaden säumen den Park.
Im Park entdeckt man zwei wunderschöne Amphitheater, in denen in der Sommersaison Konzerte, Theateraufführungen und Festivals stattfinden. Es ist der ideale Ort für ein Nachmittagspicknick oder einfach für eine Auszeit im Schatten der Bäume, wenn man vom Strandleben genug hat. Einheimische kommen hierher, um ihre Hunde auszuführen und auf den gepflegten Plätzen Pétanque zu spielen.
💡 Tipp: Am Ende des Parks, nahe dem Rathaus, befindet sich die interessante überdachte Stierkampfarena Plaza de Toros, die heute vorwiegend für Kulturveranstaltungen und Konzerte genutzt wird.
10. Wanderung zum Kreuz La Cruz de Benidorm
Wer sich etwas bewegen und mit den besten Ausblicken auf die gesamte Küste belohnen möchte, sollte sich auf den Hügel am östlichen Stadtrand aufmachen. Das monumentale Kreuz La Cruz wurde in den sechziger Jahren errichtet – angeblich als symbolische Geste, die die Stadt von ihren Sünden freikaufen sollte, weil Benidorm als erstes Ort Spaniens das Tragen von Bikinis am Strand erlaubt hatte. Heute ist es ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer.
Der Weg beginnt am Ende des Strands Levante und führt über eine Asphaltstraße, die sich am Rand des Naturparks Sierra Helada entlangschlängelt. Zu Fuß dauert der Aufstieg knapp eine Stunde und ist für jeden mit durchschnittlicher Kondition machbar. Vom Gipfel aus liegt die Stadt wie auf einem Tablett – von den belebten Stränden über den Wald aus Wolkenkratzern bis zu den fernen Berggipfeln im Inland.
💡 Tipp: Geht am späten Nachmittag hinauf, denn der Blick auf die sich illuminierende Nachtstadt aus dieser Höhe ist schlichtweg magisch – und die Fotos brauchen absolut keinen Filter.
11. Nachtleben und legendäre Kabaretts
Sobald die Sonne untergeht, zeigt die Stadt ihr zweites Gesicht. Das Nachtleben gliedert sich in zwei klar abgegrenzte Zonen. Die erste ist die sogenannte „Zona Guiri“ (britische Zone) rund um die Calle Gerona. Hier reiht sich eine britische Pub nach der anderen, Karaoke-Bars und Clubs, wo die Party bis in den frühen Morgen weitergeht – laut, schrill und leuchtstark, genau wie man es aus TV-Dokumentationen kennt.
Wer etwas Ausgefeilteres sucht, sollte sich dem spanischen Nachtleben in der Altstadt oder rund um den Strand Levante widmen. Ein echtes Highlight ist der legendäre Benidorm Palace – ein prunkvolles Kabarett im Stil des Pariser Moulin Rouge. Euch erwartet eine opulente Abendshow voller Federn, Pailletten, Akrobatik und Flamenco, die sich auch wunderbar mit einem festlichen Abendessen verbinden lässt.
💡 Tipp: Für eine authentische spanische Fiesta geht in die Clubs entlang der N-332, wo sich die Einheimischen treffen und bis in die frühen Morgenstunden zu lateinamerikanischen Rhythmen tanzen.
12. Traditionelle Märkte und Einkaufen
Trotz seines modernen Gesichts hat die Stadt die Tradition der Straßenmärkte bewahrt, die ein fester Bestandteil des spanischen Lebens sind. Der größte ist der Mercadillo de Foietes am Mittwoch, der im oberen Stadtteil stattfindet. Zwischen den Ständen kauft man die frischesten lokalen Produkte – von reifen Tomaten und Zitrusfrüchten über Oliven bis hin zu riesigen Käselaiben. Ein großartiger Ort, um die authentische Atmosphäre aufzusaugen und mit den Händlern zu feilschen.
Einen Besuch wert ist auch der Wochenend-Flohmarkt El Cisne Rastro, etwas außerhalb des Zentrums auf dem Weg zur Nachbargemeinde L’Alfàs del Pi. Dieser Markt hat eine wunderbar bohèmische Atmosphäre, Live-Jazzmusik erklingt in der Luft und man kann sich durch Berge von Antiquitäten, Vintage-Kleidung und allerlei Kuriositäten wühlen.
💡 Tipp: Geht am Markt gegen neun Uhr morgens los, denn um die Mittagszeit ist die Hitze kaum auszuhalten und die Händler fangen ohnehin an, ihre Stände abzubauen.

13. Ausflug zum Bergdorf Guadalest

Wenn man genug von Wolkenkratzern und Stränden hat, lohnt es sich, ein Auto zu mieten oder den Bus zu nehmen und ins Landesinnere zu fahren. Nur etwa 25 Kilometer von der Küste entfernt liegt Castell de Guadalest – eines der meistbesuchten Dörfer ganz Spaniens. Seine Lage ist absolut dramatisch: Häuser und Überreste der alten Burg balancieren auf einem schmalen Felsgrat, den man nur durch einen in den Felsen gehauenen Tunnel betreten kann.
Von den Burgmauern öffnet sich ein unglaublicher Blick ins Tal, das von einem Stausee mit unnatürlich türkisfarbenem Wasser dominiert wird. Das Dörfchen selbst ist voller kleiner Läden mit Keramik und lokalen Produkten. Außerdem gibt es mehrere skurrile Museen, zum Beispiel ein Miniaturenmuseum oder ein Museum historischer Folterwerkzeuge. Der gesamte Ausflug inklusive Anfahrt dauert einen angenehmen halben Tag.
💡 Tipp: Der Parkplatz im Dorf hat sehr begrenzte Kapazität, daher empfiehlt es sich, entweder sehr früh morgens oder erst am späten Nachmittag zu kommen, wenn die großen Reisebusse wieder abgefahren sind.
14. Reisgerichte verkosten und die Wahrheit über die Paella
Die Costa Blanca liegt ganz in der Nähe von Valencia – der unbestrittenen Wiege der Paella. Einheimische Köche verzweifeln oft daran, dass Touristen die Paella mit Meeresfrüchten für die authentische Variante halten. Historisch gesehen ist es ein Landgericht, und die echte Paella valenciana wird ausschließlich mit Hühner- und Kaninchenfleisch, grünen Bohnen und großen weißen Bohnen zubereitet. Vegetarier müssen aber nicht verzweifeln – die meisten guten Restaurants bereiten auf Wunsch gerne eine köstliche Gemüsevariante zu (Paella de verduras).
Das Geheimnis der perfekten Paella liegt in der Zubereitung über offenem Feuer aus Orangenholz und in der Entstehung des sogenannten Socarrat – der leicht angebrannten, knusprigen Kruste am Pfannenboden. Unbedingt meiden sollte man Betriebe an der Hauptpromenade, die mit großen Fotoaufstellern für sich werben. Neben Reisgerichten lohnt es sich auch, das erfrischende Getränk Horchata aus Tigernüssen auszuprobieren – in der Sommerhitze ein echter Muntermacher.
💡 Tipp: Für den besten Reis sucht nach traditionellen Restaurants namens Arrocerías. Und merkt euch: Richtige Spanier essen Paella ausschließlich zum Mittagessen, nie zum Abendessen – man hält sie für zu schwer vor dem Schlafengehen.
15. Die Küste mit der modernen Straßenbahn erkunden
Eine der besten Möglichkeiten, die Umgebung des Urlaubsortes ohne Mietwagen zu entdecken, ist das Netz der TRAM d’Alacant. Dieses moderne Verkehrsmittel – eine Mischung aus Straßenbahn und Stadtbahn – verbindet die gesamte Küste von Alicante bis Dénia. Die Fahrt ist äußerst komfortabel, die Waggons vollständig klimatisiert, und aus den Fenstern ergeben sich fantastische Ausblicke auf das Meer und die dramatischen Klippen.
Unbedingt einen Abstecher nach Calpe machen, das von dem massiven Kalksteinfelsen Peñón de Ifach überragt wird, der sich über dreihundert Meter direkt aus den Meereswellen erhebt. Einen Halt sollte man auch in Altea einlegen, das oft als schönste Stadt der Costa Blanca bezeichnet wird. Sein Altstadtkern besteht aus einer Kaskade schneeweißer Häuser mit leuchtend blauen Kirchenkuppeln – eine perfekte mediterrane Kulisse.
💡 Tipp: Die Tickets für die TRAM sind sehr günstig (wenige Euro) und lassen sich einfach an den Automaten an jeder Haltestelle kaufen oder direkt beim Schaffner im Zug.
Wohin weiter von Benidorm
Wer Lust hat, weitere Schönheiten des sonnigen Spaniens zu erkunden, hat von hier aus eine hervorragende Ausgangsposition. Ein kleines Stück nördlich liegt das wunderschöne Valencia, das gekonnt zwischen tiefer Tradition und futuristischer Architektur balanciert – wie etwa die Stadt der Künste und Wissenschaften. In Richtung Süden kann man Alicante entdecken, mit seiner beeindruckenden Burg Santa Bárbara und der berühmten Marmorpromenade.
Wer tiefer in die Geheimnisse der lokalen Küche eintauchen möchte, empfehle ich unseren Reiseführer zu typisch spanischen Gerichten, in dem zu erfahren ist, was man während des Urlaubs unbedingt probiert haben sollte. Vom nahe gelegenen Flughafen fliegen günstige Inlandsverbindungen, mit denen man leicht für ein Wochenende nach Barcelona aufbrechen oder die eleganten Boulevards von Madrid erkunden kann. Wer es rauer und historischer mag, sollte die Pilgerstadt Santiago de Compostela nicht auslassen. Und Liebhaber arabischer Architektur dürfen unseren Granada-Reiseführer nicht verpassen, wo die berühmte Alhambra wartet.
Häufig gestellte Fragen
Ist Benidorm auch für Familien mit Kindern geeignet oder ist es nur eine Partystadt?
Auch wenn es den Ruf eines wilden Ferienorts voller britischer Pubs hat, ist es in Wirklichkeit eines der besten Familienreiseziele in Spanien. Wenn du dich im Bereich des Poniente-Strandes einquartierst, entgehst du dem lauten Nachtleben vollständig. Eine riesige Attraktion für Familien sind die hiesigen makellos sauberen Strände mit flachem Einstieg ins Meer sowie erstklassige Freizeit- und Wasserparks.
Brauche ich für die Fortbewegung im Ferienort ein Auto?
Überhaupt nicht, ein Mietwagen lohnt sich für dich nur, wenn du Ausflüge ins weiter entfernte Landesinnere planst. Die Stadt selbst ist hervorragend auf Fußgänger ausgelegt, es funktioniert hier ein zuverlässiges Netz von Stadtbussen und für Ausflüge entlang der Küste dient die schnelle Stadtbahn TRAM d’Alacant perfekt.
Welcher Flughafen liegt am nächsten und wie komme ich von dort in die Stadt?
Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Alicante (ALC), der etwa 60 Kilometer entfernt ist. Die Anreise von dort ist sehr einfach, direkt vom Terminal fahren Expressbusse der Gesellschaft ALSA ab, die dich in knapp einer Stunde ins Zentrum des Ferienorts bringen. Das Ticket kostet rund 10 Euro.
Stimmt es, dass in der Stadt eine Touristensteuer erhoben wird?
Während die Touristensteuer in Barcelona oder auf den Balearen üblich ist, hat die gesamte Region Valencia (zu der auch die Costa Blanca gehört) die Einführung der Steuer lange aufgeschoben. Die ursprünglich geplante Gebühr wurde nach den Wahlen ausgesetzt, sodass sie vorerst nicht erhoben wird. Die Situation kann sich aber ändern, daher überprüfe den aktuellen Stand vor der Reise lieber bei deinem Unterkunftsanbieter.
Wie warm ist das Meer während der Sommerferien?
Während Juli und August erwärmt sich das Mittelmeer in dieser Gegend so sehr, dass die Wassertemperatur üblicherweise 26 bis 28 Grad Celsius erreicht. Das Wasser ist herrlich warm und ideal auch für die Kleinsten, die darin stundenlang ohne Frösteln spielen können.
Kann man in der Stadt auch gesund essen oder gibt es hier nur Fastfood?
Obwohl die britische Zone von Angeboten für englische Frühstücke den ganzen Tag und Fastfood überquillt, bieten das historische Zentrum und der Bereich Poniente eine fantastische mediterrane Küche. Du findest hier Dutzende traditioneller Tapas-Bars, ausgezeichnete Cafés mit lokal gerösteten Kaffee und Restaurants, die auf frische lokale Zutaten und Gemüsegerichte ausgerichtet sind.
Hat es Sinn, im Winter hierherzukommen?
Auf jeden Fall, die Wintermonate verbringt hier eine riesige Menge sogenannter „Snowbirds“, überwiegend britische und skandinavische Rentner. Die Temperaturen klettern im Januar und Februar oft auf 18 Grad, die Sonne brennt und die Tage sind herrlich hell. Es ist die ideale Zeit für Radfahren, Wandern und gemütliches Sitzen in den Außenbereichen der Cafés ohne die sommerliche Hitze.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
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