Als Lukáš und ich in den Jahren 2016 und 2017 mitten im Herzen des Nationalparks gelebt und gearbeitet haben — genauer gesagt im kleinen Ort Lake Louise — haben wir die kanadische Natur in all ihren Stimmungen erlebt. Und glaubt mir, davon gibt es wirklich eine ganze Menge. Uns erreichen oft Fragen, wann man am besten nach Banff Kanada reisen sollte, um das schönste Wetter zu erwischen. Darauf antworte ich immer lachend, dass das Wetter in den Rocky Mountains sich herzlich wenig um den Kalender schert und euch mitten im Juli mit einem Schneesturm überraschen kann 😅.
Jeder Monat hat in den kanadischen Bergen einen völlig anderen Charakter, seine riesigen Vorteile, aber auch versteckte Tücken. Während der Sommer aus allen Nähten platzt vor Touristen und mit türkisfarbenen Seen lockt, ist der Winter ein Paradies für Tiefschnee-Liebhaber. Der Frühling duftet nach erwachender Natur (und Bären), und der Herbst serviert euch ein visuelles Feuerwerk aus goldenen Lärchen.
Deshalb habe ich alles Monat für Monat für euch aufgeschlüsselt, damit ihr wisst, was euch beim Wetter, bei den Preisen und vor allem bei der Natur erwartet, die macht, was sie will. Lukáš meint, ich sei da vielleicht etwas obsessiv — aber davon profitiert ihr 😁

Zusammenfassung
Die Planung einer Reise in die Berge kann ganz schön herausfordernd sein, besonders wenn jeder Monat völlig andere Bedingungen bietet. Hier habe ich das Wichtigste in ein paar schnelle Punkte zusammengefasst, damit ihr gleich zu Beginn den Überblick behaltet.
- Beste Zeit zum Wandern: Von Mitte Juni bis Ende September. Erst dann sind die meisten Hochgebirgswege schneefrei.
- Schönster Monat: September. Die Massen lassen nach, die Mücken verschwinden, und für etwa zwei Wochen färben sich die Wälder in unglaubliche Goldtöne (Phänomen Larch Valley).
- Wann ist es am günstigsten: Am günstigsten reist ihr in der sogenannten Shoulder Season, also im November und April oder Mai. Rechnet aber damit, dass viele Wege und Einrichtungen geschlossen sein können.
- Achtung Waldbrände im Sommer: Im Juli und August herrscht in British Columbia und Alberta Waldbrandsaison, und die Luft kann voller Rauch sein.
- Bären und Wildtiere: Die meisten Bären an Straßen und in Tälern seht ihr im Frühling (Mai und Juni), wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen und in tieferen Lagen nach Nahrung suchen.
- Vorab reservieren: Wenn ihr im Sommer den ikonischen Moraine Lake sehen wollt, müsst ihr Monate im Voraus den offiziellen Shuttle-Bus reservieren, da die Zufahrt für Privatfahrzeuge gesperrt ist.
Banff Monat für Monat: 12 Gesichter der Rocky Mountains
Schauen wir uns gemeinsam an, wie es in Banff und Umgebung das ganze Jahr über aussieht. Ich habe jeden Monat für euch aufgeschlüsselt, damit ihr euch ein klares Bild davon machen könnt, was euch bei Wetter, Aktivitäten und Preisen tatsächlich erwartet. Die kanadische Natur ist unberechenbar — aber mit etwas Planung bekommt ihr genau das zu sehen, wofür ihr gekommen seid.
1. Januar: klirrender Frost und Pulverschnee

Der Januar steht in Banff ganz im Zeichen eisiger Kälte. Die Temperaturen fallen regelmäßig auf -20 °C (und kratzen manchmal sogar an den -35 °C), weshalb ihr ohne hochwertige Thermounterwäsche und eine ordentliche Daunenjacke schlichtweg nicht auskommen werdet. Die Tage sind sehr kurz, bieten dafür aber eine wunderschön scharfe Wintersonne und knirschenden Schnee unter den Füßen.
Es ist der absolute Höhepunkt der Skisaison für Kenner. Der Schnee hier ist unglaublich trocken und leicht, was perfekte Bedingungen für erstklassiges Skifahren in den drei großen Skigebieten schafft — zusammen bekannt als SkiBig3 (Lake Louise, Sunshine Village und Mt. Norquay). Außerdem findet in dieser Zeit am Lake Louise das wunderschöne Ice Magic Festival statt, bei dem Künstler aus aller Welt unglaubliche Skulpturen aus riesigen Eisblöcken erschaffen.
2. Februar: Wintervergnügen in vollem Gange
Im Februar zeigt der Winter langsam seine freundlichere Seite. Die Tage werden unmerklich länger und die Temperaturen sind nicht mehr ganz so extrem — auch wenn ihr weiterhin mit Dauerfrost rechnen müsst. Das Skifahren ist nach wie vor fantastisch, und auf den Pisten herrscht tolle Stimmung, besonders während der Sundance Snow Days, die Wintersport und Kultur feiern.
Wir haben die Pisten im Februar gerne mit Ausflügen kombiniert. Falls ihr also nicht von morgens bis abends Ski fahrt, ist der Februar ideal für Schneeschuhwanderungen, Langlauf oder eine Winterwanderung durch den Johnston Canyon. Der verwandelt sich im Winter in ein Eisreich mit riesigen gefrorenen Wasserfällen, an denen häufig Eiskletterer emporklettern. Ein Anblick, der einem im besten Sinne einen Schauer über den Rücken jagt.
3. März: Ende der Skisaison und nasser Schnee

Der März ist eine Übergangszeit. Die Sonne beginnt bereits etwas Kraft zu bekommen, was sogenanntes Frühlings-Skifahren in leichten Jacken bedeutet. Unten im Ort wird der Schnee allerdings schwer, verwandelt sich in Matsch, und die allgegenwärtige Schneeschmelze setzt ein. Es ist noch kein richtiger Frühling, aber auch nicht mehr der romantische Winter.
Es ist einer der günstigeren Monate, sofern ihr nicht gezielt für Premium-Skifahren anreist. Die Wanderwege sind in dieser Zeit allerdings tückisch — entweder mit Eis bedeckt oder tief im nassen Schnee versunken — und in abgelegeneren Gebieten besteht ein recht hohes Lawinenrisiko. Wir haben den März immer entweder auf der Piste oder in gemütlichen Cafés am Kamin verbracht.
4. April: stilles Erwachen und krachende Gletscher
Falls ihr erwartet, dass in Kanada im April alles blüht und grünt, muss ich euch leider enttäuschen. Der Frühling kommt hier sehr langsam und widerwillig. Der April ist die klassische „Shoulder Season“ (Zwischensaison), in der viele Hotels leerer stehen und die Preise auf das Jahresminimum fallen.
Das schönste Erlebnis im April ist es, dem berstenden Eis auf den Seen zuzuhören. Wenn die Sonne auf die dicke Eisschicht des Lake Minnewanka oder Lake Louise brennt, erzeugt das fast außerirdische Klänge. Die meisten Hochgebirgswanderungen sind allerdings noch unpassierbar, und viele Seilbahnen sowie Einrichtungen pausieren nach dem Winter, um sich auf den Sommeransturm vorzubereiten.

5. Mai: Bären erwachen und es wird lebendig
Im Mai beginnt der Banff Nationalpark offiziell in den Sommermodus zu wechseln — auch wenn es zum Baden noch lange nicht reicht. Der Schnee in den Tälern schmilzt, und auf die grünen Wiesen am Straßenrand kommen ausgehungerte Bären. Einen Grizzly oder Schwarzbären zu sehen ist im Mai ziemlich üblich, aber bitte haltet euch an die Regeln zur Sicherheit und zum Verhalten in Gegenwart von Bären, damit niemandem etwas passiert.

Ende Mai werden normalerweise die Reservierungssysteme für Campingplätze freigeschaltet, und die ersten sommerlichen Einrichtungen an den ikonischen Seen nehmen ihren Betrieb auf. Allerdings gilt weiterhin, dass höher gelegene Wege wie zum Beispiel Plain of Six Glaciers oft bis Ende des Monats unter Schnee liegen.
6. Juni: Wandersaison startet und Seen wechseln die Farbe

Der Juni ist ein magischer Monat. Das Grün der Wälder ist nach den Frühlingsregen unglaublich satt, die Wasserfälle donnern dank des schmelzenden Schnees mit gewaltiger Kraft herab, und die Tage sind endlos lang. Es ist auch der Monat, in dem die Gletscherseen endlich auftauen und ihr wahres Gesicht zeigen.
Der berühmte Moraine Lake zum Beispiel bekommt seine ikonische, wahnsinnig türkisfarbene Färbung normalerweise erst Mitte Juni, wenn die sogenannte Gletschermilch (winzige Gesteinspartikel vom schmelzenden Gletscher) in den See fließt. Die Touristensaison läuft jetzt auf vollen Touren: Alle hochgelegenen Straßen und Campingplätze öffnen, und die Natur steht in voller Blüte.
7. Juli: absoluter Sommerhöhepunkt und erste Gewitter

Wenn es einen Monat gibt, in dem in Banff Kopf an Kopf steht, dann ist es zweifellos der Juli. Das Wetter ist am wärmsten, die Temperaturen können angenehme 25 °C übersteigen, und alle Hochgebirgswanderungen in der Region Lake Louise und Umgebung sind endlich wunderbar zugänglich und schneefrei.
Es gibt allerdings zwei große Nachteile. Der erste ist die sogenannte 13-Uhr-Regel: An heißen Sommertagen zieht es sich nachmittags sehr häufig zu, und zwischen ein und drei Uhr brechen heftige, wenn auch kurze Gewitter herein. Wir haben immer allen geraten, zu Wanderungen früh morgens aufzubrechen. Der zweite Nachteil ist der Beginn der Waldbrandsaison, die den gesamten Park gelegentlich in eine Rauchwolke hüllt (dazu weiter unten mehr).

8. August: teuerste Unterkunft und endlose Menschenmassen
Der August knüpft nahtlos an den Juli an, und zusammen bilden sie den absoluten „Peak“ der Besucherzahlen. Hotels, Campingplätze und Restaurants sind bis zum Bersten voll, und die Übernachtungspreise steigen in astronomische Höhen. Wer nicht mehrere Monate im Voraus reserviert hat, für den kann die Last-Minute-Suche nicht nur stressig, sondern auch ziemlich teuer werden.
Es ist eine großartige Zeit zum Baden in kleineren Seen (die großen Gletscherseen haben selbst im August Temperaturen, bei denen euch die Lippen blau anlaufen), zum Campen unter dem Sternenhimmel und für lange, mehrtägige Bergüberquerungen. Rechnet aber damit, dass ihr an den beliebtesten Orten definitiv nicht allein sein werdet.

9. September: unser Geheimtipp und goldene Lärchen
Wenn ich einen einzigen Monat wählen müsste, um nach Kanada zu reisen, wäre es der September. Nach dem Labour-Day-Wochenende (erster Montag im September) fahren die meisten Familien mit Kindern ab, die Preise beginnen langsam zu sinken, und die Luft bekommt diesen wunderbaren, frischen und klaren Herbstduft. Die Mücken, die im Sommer ziemlich nervig sein können, sind schon verschwunden.
Ende September ist zudem die Zeit des sogenannten Larch Valley. Innerhalb von nur zwei bis drei Wochen färben sich hoch in den Bergen die Nadeln der hiesigen Lärchen in ein strahlendes Gold. Es ist ein absolut atemberaubendes visuelles Erlebnis und ein Traum für jeden Fotografen. Allerdings müsst ihr das richtige Zeitfenster treffen, das sich normalerweise um den 20. September herum öffnet.

10. Oktober: die tückische Touristenfalle
Der Oktober ist etwas heikel, und ich nenne ihn persönlich die Falle für unvorbereitete Touristen. Auf Internetfotos könnte man meinen, herrliche Herbstfarben zu sehen zu bekommen — doch die Realität auf über 1.400 Metern Höhe sieht so aus, dass im Oktober normalerweise der erste ordentliche Schnee fällt.
Die meisten Hochgebirgshütten schließen, und die schönsten Wege sind ohne Winterausrüstung ziemlich gefährlich. Deshalb empfehle ich den Oktober wirklich nur denjenigen, denen nasskaltes Wetter, bewölkter Himmel und die Tatsache nichts ausmacht, dass sie am ganzen Tag nur einen Bruchteil dessen sehen, was im Sommer möglich wäre.

11. November: absolute Stille vor dem Sturm
Der November ist der ruhigste Monat des gesamten Jahres. In den Straßen von Banff begegnet ihr im November kaum jemandem, und einige Geschäfte verkürzen ihre Öffnungszeiten. Wenn ihr aber nach einem Luxushotel zum Drittel des Sommerpreises und absoluter Ruhe sucht, ist das eine ausgezeichnete Wahl. Um die Monatsmitte startet außerdem die Wintersaison, und in Banff wie auch Jasper beginnen ideale Bedingungen für Polarlichter, die ihr im Sommer wegen der endlos langen Tage keine Chance habt zu sehen.
12. Dezember: Weihnachtsmärchen wie im Film

Der Dezember in Banff sieht genau so aus wie in amerikanischen Weihnachtsfilmen. Die Hauptstraße Banff Avenue ist wunderschön geschmückt, verschneit und leuchtet mit Tausenden von Lichtern. Wer Weihnachtsstimmung und Glühwein liebt, ist hier genau richtig.
Rechnet allerdings damit, dass die Tage extrem kurz sind (gegen halb fünf nachmittags ist es bereits dunkel) und die Temperaturen auf -25 °C fallen. Das Skifahren ist in vollem Gange, und über Weihnachten und Silvester klettern die Übernachtungspreise wieder in die Höhe.
Wann wofür? Schneller Überblick nach Reiseziel
Immer noch unsicher? Hier habe ich einen einfachen Überblick für euch zusammengestellt, mit dem ihr den perfekten Zeitraum genau nach euren Bedürfnissen findet.
Wenn ihr schneefreie Wanderungen wollt (Juni bis September)
Von Mitte Juni bis Ende September könnt ihr sicher sein, dass die meisten klassischen Wege begehbar sind. Besonders Juli und August sind eine sichere Wahl für Gratwanderungen und Touren in höheren Lagen, wo der Schnee am langsamsten schmilzt.
Denkt aber immer daran, dass die Natur hier mächtig ist und es selbst Ende August noch schneien kann. Deshalb packen Lukáš und ich jedes Mal wärmere Schichten in den Rucksack.

Wenn ihr perfekte Fotos wollt (Ende September)
Das beste Licht, spiegelglatte Seen und vor allem die sich goldgelb färbenden Lärchen machen den September zum Paradies für Fotografen. Die Natur spielt mit allen Farben, und die Sonne brennt nicht mehr so steil wie mitten im Sommer.
Und wenn ich einen Tipp geben darf: Macht euch zu den fotogensten Orten schon bei Morgengrauen auf den Weg. Die Ruhe ohne Menschenmassen ist unbezahlbar.
Wenn ihr Bären sehen wollt (Mai, Juni und September)
Im Frühling ziehen sich die Tiere in die Täler zurück, um nach den ersten Nahrungsquellen zu suchen. Bärenbeobachtung vom sicheren Auto aus entlang der Bow Valley Parkway ist im Mai absolut fantastisch. Im Herbst sammeln sie Beeren und bereiten sich auf den Winterschlaf vor, sodass man ihnen auch in der Nähe beliebter Wege begegnen kann.
Ich würde aber niemals empfehlen, ohne Bärenspray (Bear Spray) auf eine Wanderung zu gehen — nicht einmal auf den belebtesten Wegen.
Wenn ihr Polarlichter jagen wollt (November bis März)
Die Rocky Mountains liegen weit genug im Norden und haben minimale Lichtverschmutzung. Während der dunklen, langen Winternächte habt ihr bei klarem Himmel eine enorme Chance, dieses faszinierende Naturschauspiel zu erleben.
Nutzt spezielle Apps und Websites, die die Sonnenaktivität vorhersagen, damit ihr nicht unnötig in der Kälte wartet. Unsere schönste Erinnerung stammt von einem frostigen Januarabend, als wir am Ufer des zugefrorenen Lake Minnewanka standen und der Himmel über uns in grünen Streifen erstrahlte.
Worauf achten: Waldbrände, Gewitter und tückische Saison
Ich will euch keineswegs Angst machen, aber die kanadische Wildnis macht manchmal schlichtweg, was sie will — und darauf solltet ihr vorbereitet sein. Besonders ein paar Besonderheiten können euren Urlaub ziemlich beeinflussen.
Waldbrände und „Smoke Calendar“
Im Juli und August herrscht im westlichen Kanada (vor allem in British Columbia, von wo der Wind nach Alberta weht) Waldbrandsaison. Manchmal sind es so viele, dass der Rauch die gesamten Rocky Mountains einhüllt. Die Luft riecht dann wie ein Lagerfeuer, die Sonne verfärbt sich blutrot, und die Sicht wird so schlecht, dass man die Berge direkt über sich nicht mehr sehen kann.
Wenn ihr mitten im Sommer anreist, lohnt es sich, den lokalen Luftqualitätsindex (AQHI auf der Seite AirNow) zu verfolgen. Steigen die Werte über 7, wird Menschen mit empfindlichen Atemwegen von anstrengenden Wanderungen abgeraten.
Nachmittagsgewitter (die 13-Uhr-Regel)
Genau wie in den europäischen Alpen oder den italienischen Dolomiten funktioniert auch hier im Sommer die Bergthermik. Morgens ist es wunderschön klar und wolkenlos, doch wenn sich die Luft erwärmt, zieht es nachmittags zu, und zwischen ein und drei Uhr bricht regelmäßig ein kräftiges Berggewitter herein. Brecht zu Wanderungen — auch zu kürzeren — immer früh morgens auf, gerne schon gegen sechs oder sieben Uhr. Wir haben uns angewöhnt, um zwei Uhr nachmittags längst fertig zu sein und in Ruhe einen Kaffee im Ort zu trinken.
Falls euch doch dunkle Wolken einholen und ihr das erste Donnergrollen hört, versucht auf keinen Fall um jeden Preis noch den Gipfel zu erreichen. Sicherheit geht vor, und Blitze auf exponierten Graten sind wirklich kein Spaß — das haben leider schon einige unvorsichtige Wanderer am eigenen Leib erfahren müssen.
Phänomen der Lärchenwälder (Larch Valley)
Ich habe es bereits beim September erwähnt, muss es aber nochmal betonen: Im Tal oberhalb des Moraine Lake wächst ein Wald aus Lärchen (Larix lyallii), die nur in einer ganz bestimmten Höhenlage gedeihen. In den gesamten Rocky Mountains verfärben sich Nadelbäume im Herbst nicht — mit der einzigen Ausnahme dieser Lärchen. Für dieses etwa zweiwöchige Naturwunder reisen Menschen aus ganz Kanada und den USA an. Obwohl der September allgemein ruhiger ist, ist der Larch-Valley-Weg daher hoffnungslos überfüllt mit begeisterten Wanderern.
Da dieser Ort ein absoluter Hit ist, empfehle ich euch, ihn gleich am frühen Morgen einzuplanen. Als wir zum ersten Mal dort hochwanderten, brachen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf und hatten die wunderschönen goldenen Bäume fast für uns allein — während uns auf dem Rückweg bereits endlose Schlangen von Menschen entgegenkamen.

Unterkunft in Banff und Umgebung (und was es kostet)
Die Rocky Mountains gehen ordentlich ins Geld — das sage ich euch ganz offen und ohne Beschönigung. Wir haben das gleich in der ersten Nacht gelernt, als uns die Unterkunft in Banff mehr gekostet hat als der Flug 😅. Wenn ihr sparen wollt und es euch nichts ausmacht, ein Stückchen weiter zu fahren, ist der Nachbarort Canmore ein heißer Tipp. Er liegt nur etwa 20 Autominuten von Banff entfernt, befindet sich außerhalb der Nationalparkgrenzen, und die Preise sind hier spürbar freundlicher.
Die Sommersaison (Juni bis August) ist preislich am härtesten. Eine Nacht zu zweit in einem Standardhotel kann locker 300 bis 450 CAD kosten (ca. 200 bis 300 €). Unterkünfte sind blitzschnell ausgebucht — reserviert ruhig ein halbes Jahr im Voraus. Im Winter und Frühling dagegen fallen die Preise, und ein schönes Hotel mit Whirlpool bekommt ihr schon ab 150 bis 200 CAD pro Nacht (ca. 100 bis 135 €). Unterkünfte in Banff und Umgebung lassen sich bequem über Booking.com vergleichen und buchen.
Unsere erprobten Hotel- und Campingtipps
Wenn ihr euch in Banff schon etwas Komfort gönnen wollt, probiert das Fairmont Banff Springs — das berühmte Schlosshotel mitten im Wald. Dort lasst ihr zwar ein kleines Vermögen, aber für einen besonderen Anlass ist es eine absolute Wucht. Aus der günstigeren Kategorie mochten wir das Elk + Avenue Hotel direkt an der Hauptstraße — schön modern und zentral gelegen.
Für Canmore kann ich euch bedenkenlos die Basecamp Suites Apartments empfehlen. Sie sind perfekt ausgestattet, haben herrliche Bergblicke, und ihr könnt euch abends in Ruhe selbst etwas kochen, was ordentlich Geld spart. Falls ihr lieber im Auto oder Zelt übernachtet: Die örtlichen Campingplätze kosten zwischen 25 und 40 CAD pro Nacht (ca. 17 bis 27 €), aber auch die beliebtesten (wie Two Jack Lakeside) müssen Monate im Voraus am Tag der Systemfreischaltung reserviert werden.
Wann mit der Planung und Buchung beginnen (lasst es nicht auf den letzten Drücker)
Das habe ich auf die harte Tour gelernt: Die kanadischen Parks sind heute so beliebt, dass ihr ohne Reservierung an die schönsten Orte schlicht nicht herankommt. Es wurden Systeme eingeführt, die uns anfangs etwas überrumpelt haben — die aber zu bewältigen sind, wenn man rechtzeitig Bescheid weiß.
Zum Moraine Lake ist seit Kurzem die Zufahrt mit Privatfahrzeugen komplett gesperrt (die Straße ist geschlossen). Ihr müsst Monate im Voraus den offiziellen Shuttle-Bus von Parks Canada reservieren (Parks Canada) oder auf einen der privaten Transportanbieter zurückgreifen, die allerdings teurer sind.
Ähnlich verhält es sich mit dem ikonischen und streng geschützten Gebiet Lake O’Hara im benachbarten Yoho-Nationalpark. Der Bus dorthin fährt nur für eine sehr begrenzte Anzahl von Personen, und das Reservierungssystem bricht in der ersten Sekunde nach Freischaltung regelmäßig zusammen — so groß ist das Interesse. Rechtzeitig buchen müsst ihr auch eventuelle mehrtägige Hüttenwanderungen (z. B. die Skoki Lodge ist für die gesamte Saison quasi sofort ausverkauft).
💡 TIPP: Vergesst nicht, euch den Canada Discovery Pass zu besorgen. Wenn ihr plant, mehr als 7 Tage in den kanadischen Nationalparks zu verbringen (was die meisten Leute tun), lohnt sich die Jahreskarte für rund 150 CAD (ca. 100 €) pro Auto deutlich mehr als die täglichen Einzeleintritte.

Wo es gutes Essen und Kaffee gibt
Nach einer anstrengenden Wanderung oder einem Tag auf der Piste hat man sich etwas Ordentliches im Magen verdient. Banff und Canmore haben eine großartige Gastro-Szene. Lukáš und ich hatten ein paar Stammplätze, auf die wir bis heute nichts kommen lassen.
Unsere absolute Lieblingspizzeria Bear Street Tavern in Banff dürft ihr auf keinen Fall verpassen. Ihre Pizza, die man mit Honig und Chiliöl beträufeln kann, ist einfach der Wahnsinn. Wenn wir Lust auf Kaffee hatten und uns aufwärmen mussten, rettete uns das Whitebark Cafe, das sich in einem der lokalen Hotels versteckt.
Im nahe gelegenen Canmore probiert unbedingt die fantastischen Bagels bei Rocky Mountain Bagel Co. — zum Frühstück gehen dort praktisch alle Einheimischen hin, was manchmal eine Schlange bedeutet, aber es lohnt sich ☺️.
Weiterlesen: Unsere weiteren Artikel
Wenn ihr eine Reise nach Kanada plant, schaut euch auch diese Artikel von uns an — ohne sie konnten selbst wir uns die Reise nicht vorstellen:
- Kompletter Guide zum Banff Nationalpark
- Sehenswürdigkeiten und Skifahren in Lake Louise
- Jasper: Banffs ruhigerer Nachbar, den ihr lieben werdet
- Alles über Sicherheit und Bären in der kanadischen Wildnis
- Wann und wie Polarlichter in Alberta beobachten
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Lukáš und ich wissen nur zu gut, dass bei der Planung einer Bergreise eine Million praktischer Fragen aufkommen. Hier sind die Antworten auf die allerhäufigsten, die ihr uns regelmäßig schickt.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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