Sitka, Alaska: 12 Tipps, was man sehen und erleben sollte (russisches Erbe der Inside Passage)

Wenn du zum ersten Mal aus einem kleinen Propellerflugzeug auf einer Landebahn aussteigst, die von allen Seiten vom Ozean umpeitscht wird, wird dir sofort klar: Sitka, Alaska ist eine völlig andere Welt. Bewölkter Himmel, der allgegenwärtige Duft nach Nadeln und Salz – und mitten in der amerikanischen Wildnis erhebt sich eine orthodoxe Kathedrale mit Zwiebelkuppeln. Es sieht aus, als hätte jemand ein Stück des zaristischen Russlands genommen und es versehentlich mitten in den alaskischen Regenwald fallen lassen. Und genau so war es auch.

Diese Stadt, zu der absolut keine Straßen führen, gewinnt dein Herz bereits am ersten Tag. Vielleicht sind es die Weißkopfseeadler, die hier auf Fichten sitzen wie bei uns die Tauben, vielleicht ist es das Gefühl, in einer Kneipe frischen Lachs neben wettergegerbten Fischern in Gummistiefeln zu essen. Alaska Sitka ist schlicht ein Ort, an dem die blutige Geschichte russischer Kolonisatoren, die uralte Kultur des Tlingit-Volkes und die wildeste Natur, die man sich vorstellen kann, miteinander verschmelzen.

Von der russischen Kathedrale zu Bären, von verwaisten Adlern zu Walen, die in Blasenringen jagen – ich zeige dir zwölf Dinge, weshalb du Sitka sofort lieben wirst. Und ich sage dir auch ehrlich, was hier mehr kostet, als du erwartest.

Blick auf Sitka, die Stadt mit russischer Geschichte in Alaska
Blick auf Sitka, die Stadt mit russischer Geschichte in Alaska

Zusammenfassung

  • Keine Straßenanbindung: Nach Sitka kommst du nur per Flugzeug oder Schiff. Das Auto kannst du zuhause lassen – du brauchst es hier nicht.
  • Russische Geschichte: Lass auf keinen Fall die Saint Michael’s Cathedral und das Russian Bishop’s House aus – der Kontrast zur umgebenden Wildnis ist schlicht überwältigend.
  • Bären und Adler: Die Fortress of the Bear und das Alaska Raptor Center sind absolute Pflichtprogramme, besonders wenn du keine Zeit hast, Tiere in freier Wildbahn zu suchen.
  • Wetter: Rechne mit Regen. Es regnet hier durchschnittlich 230 Tage im Jahr – eine hochwertige Gore-Tex-Jacke und wasserdichte Schuhe sind kein Luxus, sondern überlebenswichtig.
  • Unterkunft Monate im Voraus buchen: Die Kapazitäten sind begrenzt und die Sommersaison kurz. Wer zögert, schläft am Ende im Zelt – im Regen, mit Bären in der Nähe.
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Wann nach Alaska reisen und wie man nach Sitka kommt

Die Reiseplanung nach Südost-Alaska wird von einem unerbittlichen Kalender und Mutter Natur bestimmt. Spontane Ausflüge außerhalb der Saison sind ein aussichtsloses Unterfangen. Die Stadt erwacht im Mai, wenn die ersten Kreuzfahrtschiffe anlegen, und mit Ende September legt sie sich wieder in den Winterschlaf.

Hauptsaison und Packliste

Die beste Reisezeit ist von Juni bis Ende August – aber selbst dann klettern die Temperaturen kaum über 18 Grad, und tagsüber nieselt es meistens. Sitka liegt nämlich im gemäßigten Küstenregenwald, in dem Schneestürme und bittere Kälte dem Inland vorbehalten sind, während hier das Wasser das Sagen hat.

Der ewige Regen kann einen schon mal verzweifeln lassen, aber man begreift schnell: Er gehört einfach dazu. Hochwertige wasserdichte Kleidungsschichten und hohe Gummistiefel – von den Einheimischen liebevoll „alaskische Sneaker“ genannt – sind hier kein Scherz. Ohne sie ist man in Sitka verloren (normale Turnschuhe auszuprobieren ist ein Fehler, den man nicht vergisst). Wer auf Nordlichter hofft, wird leider enttäuscht – die permanente Bewölkung und die geografische Lage machen das praktisch unmöglich. Dafür erlebt man im Sommer jede Menge Wale.

Anreise in eine Stadt ohne Straßen

Das ist wohl der größte Schock für die meisten Europäer. Auf die Insel Baranof, auf der Sitka liegt, kommt man schlicht nicht mit dem Auto. Es gilt das absolute Prinzip des „no road access“. Der einzige Zugang ist der Flughafen Sitka Rocky Gutierrez Airport auf der benachbarten Insel Japonski Island, der durch eine mächtige Brücke mit dem Stadtzentrum verbunden ist.

Die schnellste Möglichkeit ist die Anreise per Flugzeug. Viele nutzen jedoch die Fähren des Alaska Marine Highway Systems. Die Fahrt von Juneau ist wunderschön – man gleitet durch Buchten voller bewaldeter Inseln – aber man muss deutlich mehr Zeit einplanen. Für die Flugsuche empfehlen wir GetYourGuide für Touren und Aktivitäten vor Ort; Flüge von deutschen Städten wie Frankfurt, München oder Berlin lassen sich gut über die bekannten Buchungsportale finden – Alaska Airlines und Condor bieten beispielsweise Verbindungen mit einem Zwischenstopp an.

Wo übernachten in Sitka und was kostet es

Eine gute Unterkunft in Sitka zu einem vernünftigen Preis zu finden, ist wirklich eine Kunst. Hotels gibt es hier an einer Hand abzuzählen, die Saison dauert nur wenige Monate, und wer nicht spätestens im Januar zu suchen beginnt, starrt am Ende auf freie Campingplätze (im Regen, mit Bären in der Umgebung). Die Preise sind hier recht hoch – typisch für Alaska, da fast alles aufwendig herangeschafft werden muss.

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Generell gilt: Für ein normales Mittelklassezimmer zahlst du in den Sommermonaten zwischen 250 und 400 Dollar (rund 230 bis 370 €) pro Nacht. Das ist nicht wenig, aber wer trocken und ruhig schlafen möchte, hat kaum eine andere Wahl.

Historisches Flair oder moderner Komfort

Wer es sich leisten möchte: Das wohl bekannteste Haus ist das Sitka Hotel direkt an der Hauptstraße Lincoln Street. Es wurde wunderbar renoviert und verbindet den viktorianischen Stil mit moderner Einrichtung – aus den Fenstern schaut man direkt auf den Hafen. Wir lieben solche alten Gebäude mit Seele, auch wenn die Wände manchmal etwas dünner sind 😅. Gelegentlich hört man Möwen, als stünden sie direkt am Nachttisch – aber das gehört zur Hafenstimmung einfach dazu.

Für Familien oder alle, die mehrere Tage bleiben, ist das Aspen Suites Hotel Sitka ein echter Gewinn. Die Apartments verfügen über vollausgestattete Küchen, was enormes Geld für Restaurantbesuche spart. Einkaufen im lokalen Supermarkt ist zwar auch nicht billig, aber immer noch günstiger als dreimal täglich auswärts zu essen.

Optionen für kleines Budget

Wer mit Rucksack reist und jeden Euro umdrehen muss, dem bleibt das Sitka International Hostel. Es ist ein klassisches Hostel mit Gemeinschaftszimmern und Gemeinschaftsküche – allerdings sollte man sich auf recht strenge Regeln inklusive Sperrstunde einstellen.

Viele versuchen ihr Glück auch in kleinen Bed-&-Breakfast-Unterkünften bei Einheimischen, die oft sogar kostenlosen Flughafentransfer anbieten. Der Kontakt zu Menschen, die hier geboren wurden und jeden Stein kennen, ist dabei oft unbezahlbar.

Was man in Sitka sehen und erleben sollte: 12 beste Tipps

Morgens russische Ikonen von unschätzbarem Wert, mittags Bärenfütterung, nachmittags keuchend durch den dichten Regenwald auf einen steilen Hügel – das ist Sitka in aller Kürze. Dann mal los.

1. Sitka National Historical Park

Dies ist der kleinste Nationalhistorische Park in ganz Alaska – und persönlich zähle ich ihn zu den zauberhaftesten Orten überhaupt. Keine Angst vor staubigen Vitrinen: Stattdessen erwartet dich ein wunderbarer Pfad direkt durch den Küstenregenwald. Der Sitka National Historical Park beherbergt einen rund zweieinhalb Kilometer langen, fast ebenen Weg, der die ganze Strecke von riesigen, handgeschnitzten Totempfählen des Tlingit-Volkes gesäumt wird.

Sitka National Historical Park Besucherzentrum
Sitka National Historical Park Besucherzentrum (Foto: Jrozwado / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Der Park schützt den Ort, an dem 1804 eine blutige Schlacht zwischen den Tlingit und russischen Siedlern stattfand. Die Stille, die heute dort herrscht, lässt diese Ereignisse auf ganz eigentümliche Weise spürbar werden. Nur das Rauschen des Ozeans ist zu hören, und irgendwo über dir schreit ein Adler. Ich habe in meinem Leben noch keinen so aufgeladenen Ort besucht. Ein großer Pluspunkt: Für 2026 ist der Eintritt in den gesamten Park einschließlich Besucherzentrum kostenlos. Plane mindestens zwei Stunden ein.

2. Saint Michael’s Cathedral

Wenn du die Hauptstraße entlangläufst, stößt du plötzlich auf einen Kreisverkehr – in dessen Mitte kein Obelisk steht, sondern eine wunderschöne orthodoxe Kathedrale. Die grünen Kuppeln und goldenen Kreuze vor dem Hintergrund der rauen alaskischen Berge wirken schlicht surreal. Das ursprüngliche Holzgebäude stand hier seit 1844 und war das geistige Zentrum der russischen Kirche in Nordamerika.

Saint Michael's Cathedral in Sitka
Saint Michael’s Cathedral in Sitka (Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

Das Gebäude ist wunderschön, birgt aber auch eine traurige und zugleich heldenhafte Geschichte. Im Jahr 1966 brannte die ursprüngliche Kathedrale bis auf die Grundmauern nieder. Die Bewohner der Stadt – ungeachtet dessen, welchen Glauben sie persönlich vertraten – liefen damals in die Flammen und retteten mit bloßen Händen fast alle wertvollen Ikonen und Artefakte. Die Kathedrale wurde anschließend nach exakt denselben Originalplänen neu errichtet.

Sobald man eintritt, wird man vom schweren Duft von Weihrauch und Bienenwachs der Kerzen umhüllt. Besucher stehen wie gebannt vor den getriebenen Silberrahmen der geretteten Ikonen – die Atmosphäre im Inneren hat trotz der neueren Wände eine unglaubliche Kraft.

3. Fortress of the Bear (Bärenschutzstation)

Ich gebe zu, ich wusste vor dem Besuch nicht, was mich in einer Bärenschutzstation auf dem Gelände einer alten Papierfabrik erwartet – aber das war eines unserer größten Erlebnisse in Sitka. Die Fortress of the Bear ist ein Zuhause für verwaiste Bärenjunge, die staatliche Behörden andernfalls einschläfern lassen müssten. Sie liegt etwa 8 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, und das Besondere an ihr ist ihre Umgebung: Die Gehege wurden in riesigen Tanks der ehemaligen Zellulosefabrik angelegt. Es wirkt wie aus einem postapokalyptischen Film, doch die Bären werden hier hervorragend gepflegt.

Fortress of the Bear, Bärenschutzstation in Sitka, Alaska
Fortress of the Bear, Bärenschutzstation in Sitka, Alaska (Foto: Cullen328 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Der Eintritt kostet 15 Dollar (ca. 14 €) für Erwachsene, Kinder unter sieben Jahren kommen gratis rein. Da viele Besucher von großen Kreuzfahrtschiffen kommen, beschränkt die Station gelegentlich die Einlasskapazitäten vor Ort. Als Individualreisende empfehlen wir daher dringend, Tickets vorab online zu kaufen – damit man nicht enttäuscht vor verschlossener Tür steht.

Besucher erleben hier oft solche Szenen: Ein junger Braunbär verbringt eine halbe Stunde damit, mit größtem Einsatz zu versuchen, ein Kunststofffass zu versenken. Es ist unglaublich amüsant – und man vergisst für einen Moment völlig, was das für unbändige Raubtiere draußen in der Wildnis sind.

4. Alaska Raptor Center

Ganz in der Nähe des Nationalparks befindet sich ein weiteres erstklassiges Rehabilitationszentrum, diesmal für Greifvögel. Das Alaska Raptor Center nimmt jährlich rund zweihundert verletzte Weißkopfseeadler, Eulen und andere Greifvögel auf und versorgt sie. Das Ziel ist die Auswilderung – was meistens auch gelingt.

Tierpfleger mit Schnee-Eule im Alaska Raptor Center
Tierpfleger mit Schnee-Eule im Alaska Raptor Center (Foto: Cullen328 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Manche Vögel tragen jedoch so schwere Verletzungen davon, dass sie in der Natur nicht überleben würden – sie bleiben als dauerhafte Botschafter. Einen Weißkopfseeadler aus zwei Metern Entfernung anzuschauen, wie er dich mit diesen riesigen, hellen Augen fixiert, ist ein Erlebnis, das einem noch eine Stunde später eine Gänsehaut beschert. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 17 Dollar – und ehrlich gesagt: absolut günstig dafür.

Es gibt hier nämlich auch eine riesige Flugvoliere, in der die Vögel während der Genesung ihre Muskulatur vor der Auswilderung wieder trainieren. Das ist quasi ein Vogelfitnessraum – und zuzusehen, wie sie mit ihrer enormen Flügelspannweite langsam wieder in Form kommen, ist zutiefst berührend und jeden Cent des Eintritts wert.

5. Russian Bishop’s House

Auf den ersten Blick erwartet man hier kein Wunder – noch ein Museum, noch ein historisches Gebäude. Aber es erwischt einen wirklich. Es ist das älteste russische Gebäude in den gesamten USA, erbaut 1842 – und das gesamte massive Blockhaus aus Fichtenbalken wurde damals ohne einen einzigen Nagel errichtet. Heute ist es eines von nur vier erhaltenen Bauwerken aus der russischen Ära.

Russian Bishop's House in Sitka
Russian Bishop’s House in Sitka (Foto: Jrozwado / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Das Haus wird heute vom National Park Service verwaltet, und die Innenräume sind mit unglaublicher Präzision restauriert worden. Wenn man durch die Zimmer mit den Originalmöbeln geht, fühlt man sich wirklich ins 19. Jahrhundert zurückversetzt.

In einem der Räume steht ein wunderschöner alter Samowar – und plötzlich kann man sich lebhaft vorstellen, wie sich in den harten alaskischen Wintern alle Hausbewohner beim heißen Tee versammelten. Diese roh-historische Atmosphäre hängt einfach in der Luft und zieht einen in ihren Bann, selbst wenn man kein ausgesprochener Geschichtsfan ist.

6. Walbeobachtung und Bubble-Net-Feeding

Die Gewässer rund um Sitka und die gesamte Inside Passage sind im Sommer zum Bersten voll mit Leben. Besonders fasziniert haben uns die Buckelwale, die hierher aus Hawaii migrieren, um sich heranzumästen. Im August hat man eine sehr gute Chance, etwas absolut Einzigartiges zu erleben: das sogenannte Bubble-Net-Feeding.

Buckelwal beim Whale Watching in Alaska
Buckelwal beim Whale Watching in Alaska (Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Dabei erzeugen die Wale unter Wasser einen undurchdringlichen Blasenvorhang, treiben ganze Fischschwärme darin zusammen und tauchen dann gemeinsam mit weit geöffneten Mäulern an die Oberfläche auf. Wer das mit eigenen Augen sieht, vergisst diesen Anblick und diesen Laut nie mehr. Rund um die Boote treiben außerdem häufig Seeotter vorbei, die auf dem Rücken liegen und aussehen, als hätten sie keinerlei Sorgen der Welt.

Ein Tipp, der sich wirklich lohnt: Vergiss die riesigen Katamarane für hundert Passagiere und zahl lieber etwas mehr für ein kleines Boot mit einem einheimischen Kapitän. Das Gefühl, wenn man knapp über der Wasseroberfläche sitzt und spürt, wie man mit jeder auftauchenden Riesenwal-Welle gehoben wird, lässt sich mit Worten kaum beschreiben.

7. Castle Hill

Auf den ersten Blick ist es nur ein kahler Hügel in der Nähe des Hafens – doch hier wurde Weltgeschichte geschrieben. Genau auf diesem Hügel fand am 18. Oktober 1867 die feierliche Übergabe Alaskas an die Vereinigten Staaten statt. Die russische Fahne mit dem Doppeladler wurde eingeholt, die amerikanische aufgezogen.

Castle Hill in Sitka, Ort der ersten amerikanischen Flaggenhissung
Castle Hill in Sitka, Ort der ersten amerikanischen Flaggenhissung (Foto: Jrozwado / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Heute findet man hier keine Burg mehr – auch wenn der Name Baranof Castle State Historic Site etwas anderes suggeriert –, aber der Ausblick auf die Sitka Sound Bucht und den Vulkan Mt. Edgecumbe in der Ferne ist schlicht phänomenal. Eintritt wird keiner verlangt, man muss nur ein paar Stufen hinaufsteigen, sich dem kalten Wind entgegenstellen und den Ausblick genießen.

Oben pfeift der Wind allerdings wirklich kräftig – selbst im August greift man gern zu allen Schichten im Rucksack. Die atemberaubenden Fotos mit dem Vulkan im Hintergrund machen die frierenden Finger aber mit Sicherheit wett – Fotografen knipsen hier für gewöhnlich die halbe Speicherkarte leer.

8. Sheldon Jackson Museum

Dieses unscheinbare, 1887 gegründete Museum ist das älteste in ganz Alaska. Wir erwarteten eine kleine Ausstellung, doch drinnen verschlug es uns die Sprache. Das Sheldon Jackson Museum beherbergt eine außergewöhnliche Sammlung von Artefakten der indigenen Bevölkerung, die der rührige gleichnamige Missionar zusammengetragen hat.

Sheldon Jackson Museum in Sitka
Sheldon Jackson Museum in Sitka (Foto: Joe Mabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Man findet hier Gegenstände und Werkzeuge der Inuit, Aleuten und Tlingit aus einer Zeit, bevor ihre traditionelle Kultur von der modernen amerikanischen Welt überrollt wurde. Von meisterhaft geschnitzten Masken bis hin zu mit Tierhäuten bespannten Kajaks – dieses Museum ist ein Schatz für jeden, der sich für Anthropologie interessiert.

Mich persönlich faszinierte hier am meisten die riesige Sammlung hölzerner Ritualmasken. Manche wirken geradezu beängstigend, andere fast schelmisch – aber aus jeder einzelnen spricht das unglaubliche handwerkliche Können der Menschen, die sie an langen dunklen Winterabenden am knisternden Feuer geschnitzt haben.

9. Wanderung auf dem Indian River Trail

Sitka bietet direkt hinter der Stadt unglaubliche Wandermöglichkeiten. Wer kein Kletterer ist und lieber eine entspannte Tour machen möchte, sollte den Indian River Trail nehmen. Der Weg ist eine Strecke etwas über vier Kilometer lang, verläuft fast eben und führt durch einen wunderschönen Regenwald entlang eines Flusses bis zu einem kleinen Wasserfall.

Diese Route ist wirklich wunderschön – aber Vorsicht ist geboten. Im Herbst füllt sich der Fluss mit laichenden Lachsen, was natürlich die pelzigen Einheimischen anlockt. Wer hier wandern geht, sollte unbedingt Bärenspray mitbringen und die ganze Zeit laut reden, um niemanden im Gebüsch zu überraschen.

Empfohlen wird, den Weg zu zweit oder in einer Gruppe zu gehen und alle paar Minuten laut zu singen oder zu rufen, damit jeder Bär im Umkreis von einem Kilometer von der Anwesenheit weiß. Am Anfang fühlt sich das etwas komisch an, aber alle Ranger werden dir mit ernstem Gesicht bestätigen, dass genau das die beste Lebensversicherung ist.

10. Aufstieg auf den Mount Verstovia für Mutige

Wer gut zu Fuß ist und Sitka aus der Vogelperspektive erleben möchte, für den ist diese Tour gemacht. Die Route auf den Mt. Verstovia ist mit zusammen fünf Kilometern hin und zurück zwar kurz, aber auf dieser kurzen Distanz überwindet man brutale 760 Höhenmeter. Es ist im Grunde eine endlose Treppe aus Wurzeln und Schlamm.

Auf dem Weg nach oben flucht man ein paarmal kräftig 😅 – aber sobald man sich endlich auf den Aussichtspunkt namens Picnic Rock hinaufgekämpft hat, vergisst man alle schmerzenden Muskeln. Die Sicht über die Bucht mit hunderten grüner Inseln öffnet sich vor einem in ganzer Pracht. Bis zum eigentlichen felsigen Gipfel geht kaum jemand weiter, der Grat ist ungepflegt und gefährlich.

Der Abstieg ist vielleicht noch etwas schlimmer als der Aufstieg, weil das allgegenwärtige Gemisch aus Schlamm und Wurzeln unglaublich glitschig ist. Meine Knie erinnerten sich an diesen Abstieg noch gute drei Tage danach – aber im Rückblick muss ich zugeben: Das epische Gefühl da oben war die Anstrengung und die Schimpfwörter vollkommen wert.

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11. Mt. Edgecumbe: Alaskas Fuji

Wenn man von Sitka auf den Ozean blickt, sticht sofort der perfekte Kegel des schlafenden Vulkans Mt. Edgecumbe ins Auge, der sich auf der benachbarten Insel Kruzof Island fast tausend Meter in die Höhe erhebt. Wegen seiner Form wird er oft als „alaskischer Fuji“ bezeichnet und ist eine gewaltige Herausforderung für alle konditionsstarken Wanderer.

Mount Edgecumbe, Alaskas Fuji bei Sitka
Mount Edgecumbe, Alaskas Fuji bei Sitka (Foto: Thomson200 / Wikimedia Commons, CC0)

Die Anreise dorthin ist allerdings kein Spaziergang. Man muss im Zentrum ein Boot mieten, sich am Strand absetzen lassen und dann wartet eine 11 Kilometer lange Einstrecke. Der Weg beginnt in lästigen Moorgebieten (die Einheimischen nennen sie „Muskeg“), führt durch den Wald und endet mit einem Aufstieg im losen Vulkanasche. Das ist definitiv kein Ausflug für Sonntagswanderer.

Auf der Bootsfahrt zur Insel kann es auf dem offeneren Wasser ordentlich schaukeln – Reiseschmerztabletten sollten für jeden Mitteleuropäer, der nicht zur See gewöhnt ist, eigentlich Pflichtausrüstung sein. Aber genau diese beschwerliche Fahrt übers Meer gehört zum rauen Abenteuer dieses Ausflugs einfach untrennbar dazu.

12. Sitka Sound Science Center

Falls noch Zeit bleibt oder man Kinder dabei hat, lohnt sich ein Abstecher zur Mündung des Indian River, wo das lokale Forschungszentrum und Aquarium untergebracht ist. Das Sitka Sound Science Center ist kein riesiges Meeresaquarium, aber es gibt wunderbare Berührungsbecken mit Seesternen und Seeanemonen, die man vorsichtig anfassen kann.

Dazu gehört außerdem eine vollständig funktionierende Lachsbrutanlage. Man erfährt alles über den harten Lebenszyklus der alaskischen Lachse – und insgesamt ist es ein sehr angenehmer Stopp für eine Stunde, besonders wenn es draußen wie aus Eimern schüttet (was hier durchaus wahrscheinlich ist).

Ich selbst zögerte zunächst, irgendetwas in diesen Berührungsbecken anzufassen – ließ mich aber dann doch dazu hinreißen, einen violetten Seestern vorsichtig zu streicheln, der zu meiner Überraschung erstaunlich hart war. Es ist eine Kleinigkeit, aber sie verbindet einen auf ganz persönliche Weise mit dieser faszinierenden Unterwasserwelt.

Wo gut essen: Alaskische Meeresfrüchte und Kaffee

In Sitka isst man, was die Fischer morgens aus dem Ozean geholt haben – und das merkt man auf dem Teller sofort. Heilbutt, wilder Lachs und fantastischer Dungeness-Krebs reisen hier nicht halbe Welt weit, sondern wandern aus dem eiskalten Wasser fast direkt auf den Tisch. Essen gehen ist recht teuer: Ein durchschnittliches Abendessen für zwei mit Getränken schlägt leicht mit hundert Dollar zu Buche – aber das Erlebnis ist meist grandios.

Wer etwas Besonderes erleben und etwas mehr ausgeben möchte, sollte ins Beak Restaurant gehen. Dort wird mit dem Besten gekocht, was morgens angelandet wird, und der Lachs ist ein Erlebnis für sich. Als eines der wenigen Lokale in den USA verzichten sie auf Trinkgeld, weil sie ihre Mitarbeiter schlicht anständig bezahlen. Erfrischend. Ein weiterer absoluter Favorit ist Ludvig’s Bistro – ein kleines Stück Mittelmeer in Alaska. Der Platz ist allerdings wirklich winzig, und eine Reservierung muss man fast schon gleichzeitig mit den Flugtickets buchen.

Für Familien mit Kindern oder einen entspannten Abend ist die Mean Queen Pizza eine tolle Wahl. Es ist etwas lauter, die Pizza ist ausgezeichnet, und man schaut direkt auf die Bucht und den Hafen. Für schnelle Energie nach einer Wanderung oder einen guten Morgenkaffee empfiehlt sich Highliner Coffee, wo auch die raubeinigen Berufsfischer ihren Koffein-Kick holen, bevor sie auf See gehen. Wer etwas Günstigeres sucht: Im Erdgeschoss des Sitka Hotels befindet sich das Restaurant Mangiare mit erschwinglicher italienischer Küche.

Was kommt nach Sitka – weitere Ziele in Alaska

Alaska ist riesig, und Sitka ist oft nur eine von mehreren Stationen auf einer Reise entlang der südostlichen Küste. Wer die Region der Inside Passage weiter erkunden möchte, sollte einen Blick auf unseren Artikel über die Landeshauptstadt Juneau werfen, die von Sitka aus leicht zu erreichen ist.

Wer mit dem Schiff unterwegs ist, findet in unserem ausführlichen Alaska-Kreuzfahrtführer Tipps dazu, was man erwartet und wie man die richtige Route wählt. Einen Besuch wert sind auch die goldgräberischen Städtchen Haines und Skagway, die einen sofort über hundert Jahre in der Zeit zurückversetzen.

Praktische Tipps für die Reise nach Alaska

Wenn man für eine solche Wildnisdestination packt, spielt die Logistik die Hauptrolle. Die Planung so einer Reise kostet viele Abende, und einige Dinge können einen wirklich überraschen.

Damit du nicht alles mühsam von Null googeln musst, habe ich hier die wichtigsten praktischen Tipps zusammengefasst. Das spart dir Zeit, Nerven und am Ende auch Geld – das du lieber für ein besseres Abendessen oder eine Bootsfahrt ausgeben kannst.

Flüge buchen

Für Flüge nach Alaska – vor allem für Verbindungen innerhalb Nordamerikas – nutzen wir immer die gleichen Portale. Verbindungen von Deutschland aus gehen in der Regel über Städte wie Frankfurt, München oder Düsseldorf mit einem Umstieg in Seattle oder Anchorage. Alaska Airlines, Condor und Lufthansa bieten solche Verbindungen an. Achte stets auf das erlaubte Gepäckgewicht: Bei kleinen Inlandflugzeugen in Alaska wird das aus Sicherheitsgründen sehr streng genommen – Übergewicht wird teuer bestraft.

Mietwagen

In Sitka selbst braucht man kein Auto, aber für den Rest Alaskas kommt man ohne eines nicht weit. RentalCars nutzen wir seit Jahren weltweit – zum ersten Mal in Kanada, wo wir vor Ort kostenlos auf ein größeres Fahrzeug umsteigen durften, seitdem sind wir dabei geblieben. Die Versicherung ist gut, und bisher gab es keine unangenehmen Überraschungen.

In Alaska verschwinden die besten und zuverlässigsten SUVs in der Hauptsaison sehr schnell. Ein Auto am besten direkt nach dem Kauf der Flugtickets reservieren – damit man am Ende nicht mit einem kleinen Stadtauto auf matschigen Schotterpisten steckt.

Unterkunft reservieren

Booking.com ist unser bevorzugtes Hotelportal. Reservierungen so früh wie möglich vornehmen – besonders an Orten wie Alaska gilt das doppelt. Viele Unterkünfte bieten kostenlose Stornierung bis kurz vor Anreise an, was maximale Flexibilität ermöglicht.

Für die ersten Tage lohnt es sich, gleich zwei Backup-Reservierungen an verschiedenen Orten zu machen (sofern kostenlose Stornierung möglich ist) und sich dann je nach aktuellem Reiseverlauf und Wetter zu entscheiden.

Reiseversicherung und Konnektivität

In die USA ohne ordentliche Reiseversicherung zu reisen, kommt gar nicht in Frage. Für kürzere Urlaube setzen wir auf eine bewährte Reiseversicherung; für längere Abenteuer und Langzeitreisen schwören wir auf SafetyWing. Damit wir auch im Regenwald so weit wie möglich online bleiben und nicht für teures Roaming zahlen, nutzen wir die eSIM von Holafly.

Wegen des allgegenwärtigen Schlamms und Regens reichen in Alaska normale Turnschuhe einfach nicht aus. Falls du nicht weißt, was du anziehen sollst, schau dir unseren Artikel über die besten Wanderschuhe an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Als wir damals nach Alaska geflogen sind, hatte ich unzählige Fragen im Kopf – und manche davon waren wohl ziemlich naiv. Vieles hatten wir zwar vorher nachgelesen, aber die Realität sah manchmal etwas anders aus.

Hier habe ich daher die häufigsten Fragen zusammengestellt, die uns Freunde stellen, wenn wir bei einem Glas Wein von unseren Erlebnissen in Sitka und Umgebung erzählen. Vielleicht hilft es dir, dir ein etwas vollständigeres Bild von diesem wunderbaren und wilden Winkel der Welt zu machen.

Kdo žije na Aljašce?

Obyvatelstvo Aljašky je pestrý mix. Najdete tu původní obyvatele (Inuity, Yupiky, Aleuťany a zde na jihu především kmen Tlingit), potomky ruských osadníků, drsné komerční rybáře i spoustu novodobých dobrodruhů, kteří utekli z velkých amerických měst hledat klid do divočiny. Mě osobně hrozně bavilo si s místními lidmi v obchodech a na ulici povídat. Mají totiž takový ten typicky klidný, zemitý přístup k životu a téměř nic pro ně nepředstavuje neřešitelný problém.

Co je typické pro Aljašku?

Pro Aljašku je nejtypičtější nezkrotná příroda, ledovce, tisíce medvědů a řeky plné táhnoucích lososů. V regionu Inside Passage je typický také chladný deštný prales a obrovské vzdálenosti mezi městy, kam často nevedou vůbec žádné silnice a musíte létat letadlem. Pro mě je to ale ze všeho nejvíc ta úplně specifická vůně. Voní to tu po čisté slané vodě, tlejícím mokrém jehličí a dešti způsobem, který už zkrátka nikde jinde na planetě nezažijete.

Kolik je na Aljašce jezer?

Zní to až neuvěřitelně, ale na obrovském území Aljašky se nachází více než tři miliony přirozených jezer. Většina z nich je naprosto nedotčená civilizací a člověk k nim vůbec nemá přístup. Právě z tohoto praktického důvodu jsou tu tolik populární takzvané float planes, neboli hydroplány. Tyhle malé okřídlené stroje totiž dokážou bezpečně přistát na hladině i tam, kam byste se jinak s batohem prosekávali nepropustným lesem třeba celý dlouhý týden.

S kým sousedí Aljaška?

Aljaška nesousedí s žádným jiným státem USA. Její pozemní hranici na východě sdílí s Kanadou (konkrétně s teritoriem Yukon a provincií Britská Kolumbie). Na západě přes Beringův průliv pak sdílí námořní hranici s Ruskem, přičemž v nejužším bodě jsou od sebe tyto dvě velmoci vzdálené jen něco málo přes tři kilometry. Ten pocit geografické odlehlosti je tu na každém kroku opravdu ohromný. Občas si vážně s úžasem připadáte, že stojíte jen vy, pár stromů a pak už jen opravdový konec světa.

Je v Sitce v zimě obrovská zima?

Kupodivu není. Sitka leží v mírném pásmu u oceánu, takže zimy jsou tu na aljašské poměry až směšně mírné. Teploty se průměrně drží nad nulou (kolem 4–6 °C) a místo sněhu tu převážně prší. Problémem tu není mráz, ale neustálé vlhko. Místní s humorem vysvětlují, že klasický sníh se tu obvykle moc dlouho na silnici neudrží a většinou hned během pár hodin taje do mokré břečky.

Kdy je nejlepší čas na pozorování velryb?

Největší šanci na pozorování stovek keporkaků a jejich unikátního způsobu krmení v kruhu bublin (bubble-net feeding) máte v letních měsících, ideálně v průběhu srpna. Vřele doporučuju si na loď přibalit rovnou nějaký kvalitnější dalekohled a obrnit se opravdu pořádnou dávkou trpělivosti, velryby si totiž navzdory kapitánům plavou zásadně tam, kam zrovna chtějí samy.

Dá se do Sitky dojet autem z americké pevniny?

Absolutně ne. Sitka leží na ostrově a platí tu pravidlo no road access. Jedinou možností je sem přiletět letadlem, nebo využít loď, ať už komerční výletní křižník nebo státní trajekty Alaska Marine Highway. Auta ve městě patří jen místním, kteří si je sem museli nechat složitě dovézt lodí. Zní to sice pro Evropana občas trochu neprakticky, ale ruku na srdce, právě díky téhle obří bariéře si městečko stále uchovává tu svoji neuvěřitelně klidnou atmosféru naprosto bez dopravních zácp.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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