Wenn du über einen Kap Verde Urlaub nachdenkst, haben dich wahrscheinlich die Katalogfotos endloser Strände und das Versprechen ganzjähriger Sonne gelockt. Die afrikanische Karibik klingt absolut traumhaft, und für viele Reisende ist sie tatsächlich ein Paradies auf Erden, wo man perfekt entspannt und neue Energie tankt. Du solltest aber genau wissen, worauf du dich einlässt und was dich auf diesen Inseln erwartet, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Der Schlüssel zum Erfolg ist nämlich das richtige Timing, denn die Frage, wann man nach Kap Verde reisen sollte und wann lieber nicht, beeinflusst dein Erlebnis ganz entscheidend. Reiseveranstalter verkaufen oft mitten im Winter Pauschalreisen mit dem Versprechen einer Strandidylle, doch die Realität der Wintermonate ist häufig geprägt von starkem Wind und aufgewühltem Ozean. Triffst du aber den richtigen Monat, belohnen dich die Inseln mit unglaublich warmem Wasser und perfekter Ruhe.
Ich habe für dich 19 Tipps zusammengestellt, was du sehen und tun kannst auf Kap Verde – von praktischen Ratschlägen, wie du sparst, bis hin zu Inseln, über die du im Reisekatalog wahrscheinlich nichts findest. Wir besprechen die enormen Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln, ich helfe dir bei der Auswahl der Unterkunft und der Ausflüge, und ich zeige dir, warum du auf jeden Fall wenigstens kurz die Tore deines Luxusresorts verlassen solltest.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Tückischer Wind und Ozean: Von Dezember bis April weht es auf den Inseln stark, und das Meer hat nur etwa 22 bis 23 °C. Die besten Monate zum ruhigen Baden und für aufgewärmtes Wasser sind Oktober und November.
- Neue Regeln 2026: Vor dem Abflug musst du das EASE-Formular ausfüllen und eine Gebühr bezahlen. Ab dem 1. Juli 2026 verdoppelt sich die Zahlung am Flughafen, also erledige das ausschließlich online.
- Inselwahl: Sal ist lebhafter und bietet mehr Möglichkeiten für Ausflüge und Nachtleben, während Boa Vista ein Synonym für absolute Ruhe, endlose Sanddünen und menschenleere Strände ist.
- Kombiniere Sal und Boa Vista nicht: Die Fähren dazwischen sind hoffnungslos unzuverlässig, die Überfahrt dauert drei Stunden über den aufgewühlten Atlantik, und Fahrten werden in letzter Minute gestrichen – in einer Woche schaffst du das einfach nicht.
- Geld und Bezahlen: Man kann normalerweise in Euro bezahlen, aber die einheimischen Händler verwenden oft den ungünstigen Kurs 1:100. Es lohnt sich weit mehr, in die lokale Währung Escudo zu wechseln.
- Ausflüge auf eigene Faust: Viele Attraktionen, wie die Haibucht, kannst du mit dem Taxi für einen Bruchteil des Preises besuchen, den du beim Hotel-Reiseleiter zahlen würdest.
Wann nach Kap Verde reisen
Die Kataloge der Reiseveranstalter behaupten zwar, es handle sich um ein Ganzjahresziel, aber das Wetter auf Kap Verde hat seine großen Besonderheiten. Die Inseln liegen im Passatgürtel, was bedeutet, dass hier einen großen Teil des Jahres ein ziemlich starker Wind herrscht. Für Kitesurfer ist das ein wahr gewordener Traum und ein Sportparadies, aber für Familien mit Kindern, die im ruhigen Meer baden wollen, kann das eine ziemlich große Enttäuschung sein.
Der größte Irrtum ist die Vorstellung, die sogenannte Trockenzeit im Winter sei automatisch die beste Zeit zum Baden. In Wirklichkeit ist der absolute Höhepunkt für einen Strandurlaub der Oktober und November, wenn der Wind nachlässt, der Ozean vom Sommer auf herrliche 27 °C aufgewärmt ist und die Preise paradoxerweise sehr günstig sind. Wenn du aber im Januar oder Februar fährst, sei darauf vorbereitet, dass der Nachmittagswind am Strand recht kühl sein kann und es am Abend schon für einen dünneren Pullover reicht.
| Monat | Luft | Meer | Wind | Fazit |
|---|---|---|---|---|
| Januar bis März | 25 °C | 22 bis 23 °C | Stark | Ideal für Kitesurfen und aktive Ausflüge, zum Baden kühler und mit großen Wellen. |
| April bis Mai | 26 °C | 23 bis 24 °C | Stark | Der Wind lässt langsam nach, das Meer wärmt sich auf, ein guter Kompromiss für den Frühlingsurlaub. |
| Juni bis August | 28 °C | 25 bis 26 °C | Schwach | Super zum Baden, im August kann es höhere Luftfeuchtigkeit und vereinzelte kurze Schauer geben. |
| September | 30 °C | 27 °C | Schwach | Wärmstes Meer, aber zugleich schwülster Monat mit Risiko gelegentlichen Regens. |
| Oktober bis November | 29 °C | 26 bis 27 °C | Mäßig | Beste Reisezeit! Der Ozean ist herrlich warm, der Wind angenehm, und im November fallen die Preise. |
| Dezember | 26 °C | 24 bis 25 °C | Zunehmend | Beliebte Zeit über die Feiertage, die Preise steigen, aber der Wind nimmt schon zu. |
Interessant ist, dass der Wind auf den Inseln sehr trügerisch ist. Auch wenn du das Gefühl hast, dir sei angenehm kühl und du würdest gar nicht schwitzen, brennt die Sonne hier unglaublich schnell. Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist hier wirklich Pflicht, denn ein Sonnenbrand ist das klassische Kap-Verde-Souvenir, das niemand mit nach Hause nehmen möchte. 😅
Wo übernachten auf Kap Verde

Die Unterkünfte auf den Inseln sind schlicht zwei völlig verschiedene Welten: entweder ein großes All-inclusive-Resort, wo du alles vor Ort hast, oder ein kleineres Boutique-Hotel, das lokale Atmosphäre atmet und wo man dich morgens mit Namen begrüßt. Die Wahl hängt ganz davon ab, welche Art Urlaub du bevorzugst, ob du mit Kindern reist oder eher eine intime und ruhige Umgebung für Paare suchst.
Wenn du nach Sal reist und perfekten Luxus mit komplettem Service suchst, ist das Hotel Riu Palace Santa Maria die absolute Spitze mit fünf Pools und mehreren Restaurants. Für alle, die ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis wollen, bietet sich das nahe gelegene Hotel Riu Funana an, das den klassischen Standard dieser Kette etwas günstiger bietet. Ein Nachteil großer Resorts sind oft die nicht erstattbaren Tarife, also prüfe die Stornobedingungen genau.
Für Liebhaber einer authentischeren Atmosphäre direkt im Städtchen Santa Maria ist das Hotel Morabeza eine Legende, das mit fantastischen Bewertungen und einem unglaublich freundlichen Personal glänzt. Eine weitere großartige Wahl für Romantiker ist das kleinere Hotel Odjo d’água, das direkt auf einem Felsvorsprung über dem Wasser liegt und atemberaubende Ausblicke direkt vom Restaurant aus bietet. Diese Boutique-Hotels ermöglichen zudem oft eine flexible Stornierung, was dir die nötige Gelassenheit gibt.
Auf Boa Vista herrschen Ruhe und Abgeschiedenheit. Der heimliche König ist hier das Hotel Riu Palace Boavista, das an einem traumhaften Strand liegt und die besten Bewertungen einheimst. Wenn du ohne Kinder reist und wirklich abschalten möchtest, schau dir das Hotel Riu Karamboa an – nach der kürzlichen Renovierung funktioniert es rein als Adults-only-Resort, und die Swim-up-Suiten sollen ein Traum sein.
Falls du Island Hopping planst und weitere Inseln erkunden möchtest, begeistert dich im kulturellen Mindelo auf der Insel São Vicente das stilvolle Casa Branca Hotel mit einer perfekten Rooftop-Bar. Trekker auf der grünen Insel Santo Antão schwören auf die intime Aldeia Manga Eco Lodge, die aber so wenig Kapazität hat, dass du sie weit im Voraus reservieren musst. Und wenn du etwas absolut Einzigartiges erleben willst, übernachte auf Fogo in der Casa Marisa 2.0, die direkt im Inneren der Vulkancaldera auf einem erkalteten Lavastrom steht.
19 Tipps, was man auf Kap Verde sehen und tun kann
Die folgenden Tipps helfen dir, einen perfekten Reiseplan zu erstellen, egal ob du nur am Strand liegen oder die verborgenen Schönheiten der weniger besuchten Inseln entdecken möchtest. Ich habe auch rein praktische Ratschläge aufgenommen, die dir eine Menge Geld und manche Enttäuschung ersparen. Plane deine Zeit gut ein, denn die Inseln laden wirklich zu einem gemächlichen Tempo ein.
1. Wann man AUF KEINEN FALL nach Kap Verde reisen sollte

Wenn dein Hauptziel ruhiges Strandliegen und Schwimmen im Meer ist, meide die Monate von Januar bis März. In dieser Zeit herrscht hier der stärkste Passatwind, der an den Stränden Sand aufwirbelt und einen Effekt erzeugt, den man Sandblasting nennt – das kann für Augen und Haut sehr unangenehm sein. Der Ozean hat im Winter zudem nur etwa 22 bis 23 °C, und wegen der riesigen Wellen wehen an den Stränden oft rote Flaggen, die ein striktes Badeverbot bedeuten.
Ein weiteres Risiko der ersten Monate des Jahres ist das Phänomen namens Kalima. Es handelt sich um feinen Saharastaub, den der Wind hin und wieder über den ganzen Ozean herträgt. Für einen gesunden Menschen bedeutet das nur einen leicht getrübten Himmel und schlechtere Sicht zum Fotografieren, aber wenn du schwerer Asthmatiker oder Allergiker bist, kann dir dieser Staubdunst das Atmen ziemlich erschweren.
Umgekehrt brauchst du dich überhaupt nicht vor den verbreiteten Mythen über zerstörerische Hurrikane zu fürchten. Obwohl Meteorologen oft von sogenannten Kapverden-Hurrikanen sprechen, entstehen diese Stürme erst vor der Küste Afrikas und gewinnen erst weit über dem Atlantik auf dem Weg in die Karibik an Stärke. Ein direkter Treffer der Inseln ist extrem selten und sollte dich keinesfalls davon abhalten, eine Reise in den Herbstmonaten zu planen.
2. EASE-Registrierung und Flughafengebühr 2026

Vor dem Abflug erwartet dich etwas Papierkram, den du aber nicht ignorieren solltest. Jeder Reisende muss spätestens fünf Tage vor der Reise eine Online-Registrierung auf dem offiziellen EASE-Portal ausfüllen und die Flughafensicherheitsgebühr TSA bezahlen. Derzeit beläuft sich diese Gebühr auf etwa 31 Euro und wird einfach mit der Bankkarte direkt beim Ausfüllen des Formulars bezahlt, was dir nach der Ankunft viel Zeit in den Warteschlangen spart.
Behalte aber eine absolut entscheidende Neuerung im Hinterkopf, die diesen Sommer in Kraft tritt. Ab dem 1. Juli 2026 verdoppelt sich die Zahlung der Gebühr direkt am Flughafen, und die Beamten berechnen dann ganze 62 Euro pro Person. Das ist ein klares Signal, dass die Regierung die gesamte Bürokratie vorab elektronisch abwickeln möchte. Spar dir Geld und Nerven und erledige alles in Ruhe von zu Hause aus, noch bevor du den Koffer packst.
3. Sal oder Boa Vista? Welche Insel wählen

Das ist wohl das häufigste Dilemma aller Reisenden, die sich auf ihren ersten Afrika-Urlaub vorbereiten. Die Insel Sal ist deutlich lebhafter und touristisch am besten erschlossen von allen Inseln. Hier findest du das geschäftige Städtchen Santa Maria voller Bars, Restaurants und kleiner Läden, wo du abends bedenkenlos spazieren gehen kannst. Es ist auch ein viel besserer Ausgangspunkt, wenn du organisierte Ausflüge unternehmen, tauchen oder Wassersport mit einheimischen Lehrern ausprobieren möchtest.
Im Gegensatz dazu ist Boa Vista ein Symbol für absolute Abgeschiedenheit und gewaltige Weiten, die dich regelrecht verschlucken. Die Insel ist viel größer, bietet aber atemberaubende Sanddünen und menschenleere Strände, wo du den ganzen Vormittag keine Menschenseele triffst. Der Preis für diese herrliche Ruhe ist allerdings, dass du außerhalb deines Resorts praktisch keine Infrastruktur findest. Es ist schlicht die ideale Wahl für alle, die sich mit einem Buch unter den Sonnenschirm verkriechen und eine Woche lang absolut nichts tun wollen.
Wichtige Warnung: Versuche niemals, Sal und Boa Vista in einer Woche zu verbinden, um Zeit zu sparen. Obwohl die Inseln auf der Karte sehr nah beieinander aussehen, ist der Schiffsverkehr dazwischen hoffnungslos unzuverlässig, und die Überfahrt über den offenen Ozean stellt selbst den stärksten Magen auf die Probe. Flüge mit kleinen Flugzeugen sind wiederum unverhältnismäßig teuer und die Flugpläne ändern sich oft, also wähle lieber nur eine Insel und erkunde sie richtig.
4. Die Atmosphäre des Städtchens Santa Maria auf Sal

Das Herz der Insel Sal ist das Küstenstädtchen Santa Maria, das ein traumhafter, acht Kilometer langer Strand mit schneeweißem Sand säumt. Die größte Attraktion ist hier der hölzerne Pier, an dem jeden Vormittag die Fischer mit ihrem frischen Fang anlegen. Der gesamte Vorgang des Säuberns und Zerteilens der riesigen Fische findet direkt vor den Augen der Vorbeigehenden statt und ist ein unglaublich authentisches Schauspiel, das das Rauschen der Wellen schön untermalt.
Bei Spaziergängen am Hauptstrand und im Städtchen solltest du darauf gefasst sein, dass dich oft Strandverkäufer ansprechen. Die meisten von ihnen stammen nicht von Kap Verde, sondern sind aus dem Senegal oder anderen afrikanischen Ländern hierhergekommen, um Geld zu verdienen. Sie bieten Holzfiguren, Perlen, Armbänder oder das Flechten von Zöpfen an. Auch wenn sie aufdringlich sein können, funktioniert ein höfliches, aber bestimmtes Ablehnen mit einem Lächeln immer, und du brauchst dich keineswegs vor ihnen zu fürchten.
5. Der Salzsee Pedra de Lume

Einer der interessantesten Orte auf Sal ist die alte Salzmine, die im Inneren eines erloschenen Vulkankraters verborgen liegt, wo du dich noch heute wie ein Jahrhundert zurückversetzt fühlst. Salz wird hier zwar noch in begrenztem Maße abgebaut, aber die Hauptattraktion für Touristen ist die Möglichkeit, im örtlichen Salzsee zu baden. Das Wasser hat eine ähnliche Dichte wie das Tote Meer, sodass es dich von selbst trägt und du in aller Ruhe Zeitung lesen oder auf der Oberfläche liegend entspannen kannst.
Der Eintritt in das Areal kostet etwa fünf Euro, und ich empfehle dir wärmstens, gleich früh am Morgen herzukommen, bevor die Busse aus den großen Resorts eintreffen. Gegen Mittag herrscht hier schon ein unangenehmes Gedränge, und du verpasst die richtige magische Atmosphäre. Vergiss nicht, Kleingeld mitzunehmen, denn für die Benutzung der Süßwasserdusche zum Abspülen der Salzkruste zahlst du weitere zwei Euro – und glaub mir, diese Dusche wirst du vor der Rückfahrt ins Hotel wirklich dringend brauchen.
6. Die Haibucht Shark Bay auf eigene Faust

Haie in freier Natur zu beobachten klingt nach Adrenalin-Extremsport aus Dokumentarfilmen, aber in der Bucht Shark Bay auf Sal ist es eine absolut sichere und sehr beliebte Aktivität auch für Familien. Bis ans Ufer schwimmen hier nämlich Jungtiere des Zitronenhais, die für den Menschen völlig harmlos sind. Du ziehst einfach Wasserschuhe an und watest durchs flache Wasser, während sich diese faszinierenden Tiere zwischen deinen Beinen hindurchschlängeln.
Hier kommt ein entscheidender Tipp, wie du Geld für dein Reisebudget sparst. Während eine organisierte Hoteltour dich etwa 45 Euro kostet, zahlst du auf eigene Faust buchstäblich einen Bruchteil des Preises. Es genügt, ein Taxi anzuhalten, das dich hinbringt und auf dich wartet. Direkt am Strand leihst du dir dann für knapp drei Euro spezielle Wasserschuhe, und gegen eine weitere kleine Gebühr nimmt sich ein einheimischer Führer deiner an, der genau weiß, wo du dich hinstellen sollst.
7. Buracona und das geheimnisvolle Blaue Auge

Die Bucht Buracona gehört zu den am meisten beworbenen Ausflügen der Insel, aber ich muss dich warnen: Dieser beliebte Stopp endet sehr oft in einer riesigen Enttäuschung. Es handelt sich um eine vulkanische Spalte im Felsen, in der sich das Sonnenlicht bricht und einen visuellen Effekt eines leuchtenden blauen Auges erzeugt. Das Phänomen selbst ist auf Fotos faszinierend, hat aber einen riesigen Haken, von dem dir die Ausflugsverkäufer vor dem Hotel meist nichts erzählen.
Das Auge leuchtet nämlich nur in einem schmalen Zeitfenster von etwa 11 bis 13 Uhr, und das auch nur, wenn über dir ein absolut klarer Himmel ohne einziges Wölkchen ist. Wenn du früher oder später kommst oder es sich gar zuzieht, siehst du nur ein gewöhnliches dunkles Loch im Felsen und bereust den bezahlten Eintritt und die im Auto verbrachte Zeit. Also pass entweder die Zeit sorgfältig ab oder lass den Ausflug gleich aus und spar dir den Eintritt für etwas Besseres.
8. Die Sanddünen Deserto de Viana

Wenn du deinen Urlaub auf Boa Vista verbringst, darfst du auf keinen Fall die örtliche Sandwüste Deserto de Viana verpassen, die zu den Naturwundern der Insel gehört. Dieses unglaubliche Stück afrikanische Sahara mitten im Atlantik entstand durch das allmähliche Anwehen von Sand vom nahen afrikanischen Kontinent. Endlose weiße Dünen, die mit dem tiefblauen Himmel kontrastieren, schaffen atemberaubende Kulissen, die wie aus einem Science-Fiction-Film geschnitten wirken und perfekte Motive für Fotos bieten.
Die beste Art, dieses Gebiet gründlich und unterhaltsam zu erkunden, ist ein Geländequad zu mieten oder gleich auf eine organisierte Buggy-Tour zu gehen. Der Ausflug für zwei Personen kostet dich etwa 110 Euro, und ich garantiere dir, dass es eines der allerintensivsten Erlebnisse deiner ganzen Reise wird. Vergiss nur nicht, ein leichtes Tuch über den Mund und eine ordentliche Sonnenbrille mitzunehmen, denn nach der wilden Fahrt hast du den feinen Sand absolut überall.
9. Das rostige Schiffswrack Cabo Santa Maria

Ein weiterer ikonischer und überaus fotogener Stopp auf Boa Vista ist das Wrack eines spanischen Frachtschiffs, das hier 1968 auf eine Sandbank auflief. Seitdem verschlingen Ozean und salziger Wind langsam den riesigen rostigen Schiffsrumpf, was an der Nordküste eine unglaublich raue, fast leicht apokalyptische Atmosphäre schafft. Der Weg zum Wrack führt durch sehr steiniges Gelände, sodass du problemlos nur mit einem zuverlässigen Geländewagen oder Geländequad hinkommst.
Leider zerfällt das Wrack mit jedem Jahr mehr, also zögere mit deinem Besuch nicht zu lange, wenn du es mit eigenen Augen sehen willst. Noch eine Randbemerkung: Der Strand ist für starke Strömungen bekannt, also lass das Baden hier wirklich sein und begnüge dich lieber mit der Besichtigung vom Ufer aus. Widme deine Zeit eher dem Bewundern der Naturgewalt, die mit einem mächtigen Stück Eisen mit einer so enormen und unaufhaltsamen Kraft fertigwird.
10. Beobachtung von Schildkröten und singenden Walen

Kap Verde ist eines der drei größten Brutgebiete der bedrohten Meeresschildkröten (Karettschildkröten) der ganzen Welt, eine Tatsache, auf die die Einheimischen enorm stolz sind. Wenn du in den Sommer- oder Herbstmonaten zwischen Juni und Oktober herkommst, kannst du an nächtlichen Exkursionen teilnehmen, bei denen du die Eiablage direkt in den aufgewärmten Sand erlebst. Diese speziellen Touren dürfen ausschließlich mit einem zertifizierten Führer und unter Verwendung von gedämpftem rotem Licht stattfinden, damit die geschützten Tiere nicht gestresst werden und in Ruhe nisten können.
In den Frühlingsmonaten, vor allem im März und April, verwandelt sich dagegen die tiefe Küste von Boa Vista in eine wunderbare Kinderstube riesiger Buckelwale. Walbeobachtungsausflüge auf Booten kosten meist rund 50 Euro, und diese majestätischen Geschöpfe dabei zu beobachten, wie sie ihren Jungen das Schwimmen in den Wellen des Atlantiks beibringen, ist ein Erlebnis, bei dem du still mit offenem Mund dastehst und vergisst, dass du überhaupt fotografierst. Die Tiere nähern sich oft sehr nah an die Boote heran, sodass du Erinnerungen fürs ganze Leben mitnimmst.
11. Mindelo und das musikalische Erbe von Cesária Évora

Wenn du die echte, raue und pulsierende Seele dieser Inseln kennenlernen möchtest, musst du wenigstens kurz die Strandresorts verlassen und mit der Fähre oder dem Flugzeug auf die Insel São Vicente reisen. Ihre Hauptstadt Mindelo ist das kulturelle und musikalische Herz des ganzen Landes und lebt in ihrem eigenen, viel entspannteren Tempo. Erhaltene Kolonialarchitektur, bunte Fassaden und gepflasterte Gassen bilden hier eine absolut einzigartige Kulisse, die mit dem ausgedörrten Sal überhaupt nichts gemein hat und dir einen völlig anderen Blick auf das lokale Leben bietet.
Mindelo ist weltweit berühmt für das traditionelle Musikgenre namens Morna, das die legendäre Sängerin Cesária Évora, bekannt als die barfüßige Diva, berühmt machte. Ihr Name trägt heute der örtliche internationale Flughafen, und ihr charakteristisches Gesicht findest du auch auf dem 2000-Escudos-Schein abgebildet. Live-Musik kannst du hier fast jeden Abend in kleinen Bars hören. Es ist ein melancholisches, aber unglaublich schönes Erlebnis und genau die Art von Musik, bei der du nicht von deinem Stuhl aufstehen und nach Hause gehen möchtest.
12. Der berühmteste Karneval in Mindelo

Während der Februar auf den ausgedörrten Strandinseln für Touristen nur einen Kampf gegen den starken Wind auf der Liege bedeutet, ist er in Mindelo ein eindeutiger Grund für riesige Feiern und allgemeine Ausgelassenheit. Der hiesige Karneval ist nämlich der zweitberühmteste der ganzen Welt gleich nach dem in Rio de Janeiro, und die Straßen der Stadt verwandeln sich dabei in eine einzige riesige, pulsierende Party voller extravaganter bunter Kostüme, dröhnender Trommeln und Tanz bis in die frühen Morgenstunden.
Wenn du diese wilde und farbenfrohe Parade afrikanischer Lebensfreude am eigenen Leib erleben möchtest, trag dir den 17. Februar 2026 in den Kalender ein, an dem die ganzjährigen Vorbereitungen und das Karnevalstreiben in der größten Straßenshow gipfeln. Es ist ein absolut fantastischer Grund, die Inseln auch in den sonst windigen Wintermonaten zu besuchen und die lokale Atmosphäre aufzusaugen. Die Unterkünfte in Mindelo verschwinden allerdings blitzschnell schon Monate im Voraus, also warte mit der Reservierung eines schönen Hotels keinesfalls bis zur letzten Minute.
13. Das Paul-Tal und das Trekkingparadies Santo Antão

Die Insel Santo Antão wird von erfahrenen Reisenden sehr oft mit dem portugiesischen Madeira vor dreißig Jahren verglichen und ist ein absolutes Mekka für alle Liebhaber anspruchsvoller Bergwanderungen. Hier findest du überhaupt keinen Flughafen, du kommst nur mit einer etwa einstündigen Fähre vom Hafen in Mindelo her. Die Belohnung für diese kleine Komplikation sind aber atemberaubende grüne Täler, terrassierte Felder, die in den Hängen hängen, und steile Bergspitzen, die regelmäßig in dichten feuchten Nebel eintauchen und eine fast mystische Atmosphäre schaffen.
Die allerschönste und beliebteste Tour ist der etwa fünfstündige Abstieg vom erloschenen Vulkankrater Cova de Paúl direkt hinunter ins grüne Tal. Unterwegs passierst du auf schmalen Pfaden kleine Felder mit Zuckerrohr, Mangobäumen und Kaffeesträuchern, an denen du lokale Produkte direkt von den Bauern kaufen kannst. Da die Wanderwege hier nicht übersichtlich ausgeschildert sind, empfehle ich dir wärmstens, für schwierigere Treks einen zuverlässigen einheimischen Führer zu engagieren, der dich sicher und ohne Verirren über die schönsten Pfade führt und dir auch versteckte Orte zeigt.
14. Aufstieg auf den aktiven Vulkan Pico do Fogo

Reisende, die auf Kap Verde mehrere unterschiedliche Inseln besucht haben, sind sich in ihren Erzählungen sehr oft einig, dass du den größten visuellen Schock und absoluten „Wow“-Effekt auf der Insel Fogo erlebst. Das Wahrzeichen der ganzen Insel ist der mächtige und immer noch aktive Vulkan Pico do Fogo, der zuletzt 2014 dramatisch Lava ausspie und gleich zwei örtliche Dörfer begrub. Heute haben die widerstandsfähigen Bewohner ihre Häuser bereits wieder direkt auf den geschwärzten und erkalteten Lavaströmen im Inneren der riesigen Caldera errichtet, was großen Respekt vor der Natur einflößt.
Der Aufstieg auf den Gipfel dieses Monsters in beachtlichen 2.829 Metern Höhe ist ausschließlich mit einem einheimischen Führer Pflicht und nimmt etwa sechs Stunden anstrengenden Aufstieg in tiefer und loser Vulkanasche in Anspruch, die jeden Schritt erschwert. Gestartet wird üblicherweise noch im Dunkeln gegen vier Uhr morgens, um beim Aufstieg der sengenden Mittagssonne zu entgehen. Nach dem anstrengenden, aber bereichernden Abstieg vergiss nicht, dich mit einem Glas des hervorragenden lokalen Weins Chã zu belohnen, der paradoxerweise auf dem fruchtbarsten vulkanischen Boden direkt in der Caldera entsteht.
15. Dunkle Geschichte in Tarrafal auf Santiago

Die Insel Santiago ist das wahre afrikanische Herz des ganzen Landes und bietet eine faszinierende, wenn auch manchmal sehr dunkle und schmerzhafte Geschichte, die man nicht vergessen darf. Im äußersten Norden der Insel liegt das verschlafene Städtchen Tarrafal, das mit einem wunderschönen, von Palmen gesäumten Strand mit weißem Sand glänzt. Gleich ein Stück außerhalb der Stadt befindet sich aber ein ehemaliges Konzentrationslager, das wegen der brutalen Bedingungen den Beinamen „Lager des langsamen Todes“ trug und scharf mit der heutigen Idylle kontrastiert.
Während der harten portugiesischen Diktatur wurden hierher zu Hunderten politische Gefangene geschickt, die unter unmenschlichen Bedingungen unter der sengenden afrikanischen Sonne lebten. Heute dient dieses große, erhaltene Areal als Museum des Widerstands, und sein Besuch ist zwar ein sehr schweres, aber überaus emotionales Erlebnis, das dir verlässlich die abgewandte Seite der lokalen Geschichte zeigt. Es ist ein riesiger und nötiger Kontrast zur sorglosen Urlaubsatmosphäre, die wir aus den bunten Prospekten der Reiseveranstalter kennen, und der dir eine völlig andere Perspektive auf das Leben gibt.
16. Wie du sparst: Geld, Escudos und lokale Ausflüge

Obwohl Kap Verde ein Entwicklungs- und ärmeres Land ist, handelt es sich keineswegs um ein typisch günstiges Exotikziel, wie man erwarten könnte. Die meisten Waren, Rohstoffe und Lebensmittel müssen hierher mühsam und kostspielig per Schiff importiert werden, sodass die Preise in Restaurants oder für abgefülltes Wasser in Supermärkten eher Südeuropa entsprechen. Der größte Fehler von Neulingen ist das bequeme Bezahlen in Euro, denn die einheimischen Verkäufer nehmen Euro zwar bereitwillig und mit einem Lächeln an, geben aber das Wechselgeld oft zu einem künstlich ungünstigen Kurs 1:100 heraus. Hebe daher immer gleich nach der Ankunft am Geldautomaten die lokale Währung Escudo ab – so sparst du dir bei jedem Einkauf einen unnötigen versteckten Zehn-Prozent-Aufschlag.
Ein weiterer riesiger und leicht zugänglicher Spielraum zum Sparen sind die Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten und über die Insel selbst. Wenn du aus Angst die erste angebotene Rundfahrt beim Hotel-Reiseleiter kaufst, zahlst du einen enormen Premiumpreis. Geh lieber ein paar Gassen weiter ins Zentrum von Santa Maria oder nach Sal Rei und frag in lokalen Agenturen nach. Die bieten absolut identische Leistungen, oft sogar in denselben Autos, zu deutlich niedrigeren Preisen. Außerdem unterstützt du damit direkt und fair die lokale Wirtschaft und die Familien statt großer multinationaler Konzerne.
17. Was du probieren solltest: Nationalgericht Cachupa und italienische Spuren

Grundlage der lokalen Gastronomie ist ein dicker Eintopf namens Cachupa, der mehrere Stunden lang langsam gekocht wird. Eine tolle Nachricht für Vegetarier ist, dass die Grundversion namens Cachupa pobre rein fleischlos ist und aus Mais, Bohnen, Maniok und Süßkartoffeln besteht. Ein weiterer lokaler Klassiker sind die frittierten Teigtaschen Pastel, die aber traditionell Thunfisch enthalten, also frag lieber immer nach der Füllung.
Vielleicht überrascht es dich, dass du auf den Inseln Sal und Boa Vista auf viele fantastische italienische Restaurants stößt. Dank einer starken Gemeinschaft italienischer Einwanderer kannst du hier erstklassige Pizza und hausgemachte Pasta essen, was nach einer Woche am Hotelbuffet eine sehr angenehme Abwechslung ist. Nach dem Essen gehört es sich dann, Grogue zu probieren, einen starken Zuckerrohrschnaps, der dir garantiert das Blut in den Adern in Wallung bringt.
18. Entdecke die echte Morabeza statt „No stress“

An jeder Ecke in den Touristengebieten siehst du sofort Aufschriften „No stress“, ein genialer und eingängiger Marketingslogan, den europäische Touristen lieben und massenhaft auf T-Shirts gedruckt kaufen. Das echte und viel tiefere lokale Konzept, das aber wirklich das Wesen der einheimischen Bewohner definiert, ist das Wort Morabeza. Das lässt sich frei als tiefe kreolische Gastfreundschaft, enorme Herzlichkeit und aufrichtige Freude am ganz gewöhnlichen Leben übersetzen, trotz oft sehr schwerer wirtschaftlicher Bedingungen.
Auch wenn du deinen Urlaub abgeschottet im Luxus eines Fünf-Sterne-Hotels mit endlosem Buffet verbringst, mach dir bewusst, dass der durchschnittliche Lohn des Personals, das dich bedient, sich kaum bei etwa dreihundert Euro im Monat bewegt. Hab daher keine Scheu, wenigstens nachmittags hinter die geschützten Tore des Resorts hinauszugehen und dein Geld bei kleinen einheimischen Händlern auszugeben oder einen Kaffee in einem ganz gewöhnlichen Straßencafé zu trinken. Das Land ist extrem sicher für Touristen, und die Einheimischen sind gegenüber Fremden unglaublich freundlich und nett, wenn du ihnen mit demselben Respekt begegnest.
19. Sicherheit und der tückische Ozean

Die Republik Kap Verde gilt seit Langem als eines der sichersten und stabilsten Länder ganz Afrikas, und direkt gegen Touristen gerichtete Kriminalität ist auf den Strandinseln absolut minimal. Du kannst dich problemlos nach Einbruch der Dunkelheit bewegen, und dir droht nichts. Die einzige echte Gefahr, die dir hier begegnen kann, ist die so enorme Naturgewalt, konkret der offene Atlantische Ozean selbst und seine unberechenbaren, sehr tückischen Unterströmungen.
Der Boden fällt an den meisten Stränden oft schon wenige Meter vom Ufer entfernt sehr steil ab, und die riesigen Brandungswellen können eine solche Kraft haben, dass sie selbst einen erwachsenen Mann umwerfen. Respektiere daher immer ohne Ausnahme die Farbe der gehissten Flagge am Standort der Rettungsschwimmer, und wenn die rote hängt, geh wirklich um keinen Preis ins Wasser und riskiere nichts. Das zweite Risiko ist der bereits erwähnte Ozeanwind, der die Kraft der Sonnenstrahlen so perfekt maskiert, dass du dir sehr leicht und schmerzhaft einen Sonnenbrand holst, selbst bei einem harmlosen einstündigen Spaziergang am Ufer – also unterschätze das Eincremen nicht.
Wohin weiter von Kap Verde
Wenn dich die afrikanischen Inseln begeistert haben und du weitere Inspiration für einen Inselurlaub mit ähnlicher Atmosphäre suchst, schau dir unbedingt diese Reiseführer an:
- Interessiert dich eine nähere und etwas europäischere Alternative? Lies unseren ausführlichen Artikel Kanarische Inseln: kompletter Reiseführer.
- Wenn dich raue Natur, Vulkane und Wandern ohne Menschenmassen locken, begeistert dich Lanzarote: was du sehen solltest.
- Für Liebhaber endloser Strände und Bergtrekkings haben wir Tipps für Gran Canaria: was du sehen solltest verfasst.
- Und wenn dich grüne Landschaft wie auf der Insel Santo Antão fasziniert, findest du jede Menge Inspiration im Artikel Azoren: was du sehen solltest und wann reisen.
- Lockt dich eher das exotische Asien voller Teeplantagen? Dann verpasse nicht den Reiseführer Sri Lanka: Urlaub, 21 Tipps, was du sehen solltest und wann reisen.
- Vor dem Abflug in die Wärme solltest du auch unbedingt unsere Tipps studieren, wie du clever packst, im Artikel Handgepäck und Rucksack fürs Flugzeug: wie du leicht packst.
Weitere Exotik aus unserer Serie: Sansibar: Urlaub, 21 Tipps, was du sehen solltest und wann reisen · Malediven: Urlaub, 21 Tipps, was du sehen solltest und wann reisen · Mauritius: Urlaub, 21 Tipps, was du sehen solltest und wann reisen · Dominikanische Republik: Urlaub, 21 Tipps und wann reisen · Abu Dhabi: Urlaub, 21 Tipps, was du sehen solltest und wann reisen
Häufig gestellte Fragen
Wenn du noch zögerst oder vor dem Abflug die Details abstimmst, habe ich für dich eine schnelle Zusammenfassung der häufigsten Fragen vorbereitet. Hier sind die Antworten auf das, was dich vor der Reise auf die Inseln am meisten interessiert.
Wann ist die beste Reisezeit für die Kapverden?
Wenn Sie nach idealen Bedingungen für ruhiges Baden im warmen Ozean suchen und starken Passatwind vermeiden möchten, sind die besten Monate für einen Besuch Oktober und November. Der Ozean ist nach dem Sommer herrlich aufgewärmt und das Wetter bietet stabile Temperaturen ohne Extreme. Im November sinken zudem die Reisepreise deutlich vor Beginn der Wintersaison und der Weihnachtszeit. Es ist also ein absolut idealer Kompromiss zwischen perfekten Strandbedingungen und angenehmen Preisen für Flüge und Luxushotels.
Wann man besser nicht auf die Kapverden reisen sollte?
Wenn Sie von Ihrem Urlaub nur entspanntes Strandleben und Sonnenbaden erwarten, sollten Sie die Monate von Dezember bis April besser meiden. In dieser Zeit weht es auf den Inseln stark, das Meer ist spürbar kühler und es bilden sich oft große Wellen, die sicheres Schwimmen unmöglich machen. Im Januar und Februar droht zudem die Kalima, feiner Saharastaub in der Luft, der Asthmatikern zu schaffen machen kann und die Sicht reduziert. Wenn Sie hingegen keine schwüle Hitze mögen, sollten Sie den Monat September meiden, der zwar sehr warm, aber gleichzeitig ziemlich feucht ist.
Wie ist das Meer, kann man baden?
Die Temperatur und der allgemeine Zustand des Meeres ändern sich dramatisch je nach Jahreszeit. Während der Ozean im Herbst angenehme 27 °C hat und relativ ruhig wie ein Spiegel ist, sinkt die durchschnittliche Temperatur im Winter auf 22 °C und das Wasser wirkt sehr erfrischend bis kühl. Aufgrund großer Wellen und gefährlicher starker Unterströmungen gilt zudem oft an öffentlichen und Hotelstränden striktes Badeverbot unter roter Flagge. Bedenkt auch, dass der Einstieg ins Wasser oft recht steil ist und die Tiefe schnell zunimmt.
Brauche ich ein Visum?
EU-Bürger benötigen für klassische touristische Aufenthalte bis zu 30 Tagen kein kompliziertes Visum, ein normaler Reisepass reicht aus. Dieser muss allerdings noch mindestens sechs Monate über die geplante Rückkehr hinaus gültig sein. Jeder Reisende muss jedoch vorab die verpflichtende Online-Registrierung EASE durchführen und die Flughafen-Sicherheitsgebühr bezahlen, die derzeit etwa 31 Euro kostet. Beachtet, dass sich diese Gebühr ab Sommer 2026 direkt am Schalter am Flughafen verdoppeln wird.
Wie viel kostet ein Urlaub?
Die Preise für All-inclusive-Pauschalreisen für eine Woche mit Abflug aus Tschechien beginnen außerhalb der Hauptsaison bei etwa 800 Euro für ein sehr hochwertiges Vier-Sterne-Hotel mit guten Bewertungen und Grundleistungen im Preis inbegriffen. Über Weihnachten, Silvester und die Winterfeiertage schnellen die Preise jedoch steil nach oben, und Premium-Fünf-Sterne-Resorts können euch auch mehr als 2.000 Euro kosten. Die Inseln selbst sind ebenfalls keineswegs günstig, da alles per Schiff hierher gebracht wird und die Preise daher europäischen Ferienorten entsprechen.
Sal oder Boa Vista?
Diese Wahl hängt grundsätzlich von euren persönlichen Vorlieben und eurem Urlaubsstil ab. Ich empfehle die Insel Sal für den ersten Besuch, wenn ihr ein lebhafteres Städtchen mit Restaurants, Nachtleben und deutlich vielfältigeren Möglichkeiten für verschiedene organisierte Ausflüge zur Verfügung haben möchtet. Boa Vista ist hingegen ein klares Synonym für absolute und ungestörte Ruhe, endlose leere Strände und fotogene Sanddünen. Rechnet aber damit, dass ihr außerhalb eurer Hotelanlage dort praktisch keine weiteren touristischen Angebote, Promenaden oder Einkaufsmöglichkeiten finden werdet.
Ist es dort sicher?
Kapverden gelten seit langem international als eines der sichersten und politisch stabilsten Länder in ganz Afrika, sodass ihr euch wirklich keine Sorgen machen müsst, euer Hotel auf eigene Faust zu verlassen und die Umgebung ohne organisierte Aufsicht zu erkunden. Eine gewisse klassische Vorsicht vor kleinen Taschendieben ist nur auf Märkten und in größeren Städten wie Praia oder dem lebhaften Mindelo angebracht. Das wahre und größte Risiko für unvorsichtige Touristen ist somit eher der wilde Ozean selbst und die intensive afrikanische Sonne.
Was ist die EASE-Registrierung?
Es handelt sich um ein verpflichtendes elektronisches Regierungsformular, das die früheren klassischen Visa ersetzt. Es muss von jedem Reisenden spätestens fünf Tage vor dem geplanten Abflug sorgfältig auf dem offiziellen Einwanderungsportal ausgefüllt werden, wobei Informationen zum Reisepass und zum Aufenthaltsort einzutragen sind. Integraler Bestandteil dieser Registrierung ist auch die Zahlung der TSA-Sicherheitsflughafengebühr, die einfach per gängiger Zahlungskarte online beglichen wird. Das System generiert anschließend eine Bestätigung, die von den Beamten automatisch bei der Ankunftskontrolle verlangt wird.
Gibt es auf den Kapverden Haie?
Ja, in den umgebenden warmen atlantischen Gewässern leben verschiedene Haiarten, aber Zwischenfälle mit Schwimmern sind hier extrem selten und in Küstennähe muss man sich realerweise keine Sorgen machen. Für das lokale Ökosystem sind diese Raubtiere ungemein wichtig und geschützt. Die berühmteste und meistbesuchte Stelle ist die besondere Bucht Shark Bay auf der Insel Sal, wo kleinere Jungtiere des Zitronenhais hinschwimmen. Diese Tiere sind für Menschen jedoch völlig ungefährlich und Touristen gehen dort regelmäßig ins flache Wasser zur beliebten Nahbeobachtung.
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