Stell dir vor: In Deutschland liegt grauer Frost über allem – und du spazierst im leichten T-Shirt an einem Strand entlang und tankst Sonne. Die Kanarischen Inseln sind genau diese scheinbar unerreichbare Utopie, die trotzdem nur rund vier Flugstunden von Frankfurt oder München entfernt liegt. Politisch und kulturell gehören sie fest zu Spanien, geologisch aber wachsen sie aus dem afrikanischen Kontinentalschelf empor und leben nach ihrem eigenen Rhythmus des ewigen Frühlings. Wer einen Urlaub auf den Kanarischen Inseln plant, steht vor einer entscheidenden Wahl: Jede der sieben Hauptinseln hat eine völlig eigene DNA. Du kannst am Rand eines dampfenden Vulkankraters auf Teneriffa stehen, dich durch den mystischen Nebelwald auf La Gomera kämpfen, den Saharawind beim Kiten vor Fuerteventura spüren oder dich in der kosmopolitischen Digitalnomaden-Szene auf Gran Canaria verlieren.
In diesem Reiseführer schauen wir uns gemeinsam an, welche Insel am besten zu deinem Urlaub passt. Wir erkunden die schönsten Strände, klären die Logistik der Inselüberquerungen und entschlüsseln die Tücken des lokalen Mikroklimas. Ich verrate dir, wo du am besten übernachtest und worauf du achten solltest, damit du deinen Inselurlaub in vollen Zügen und ohne unnötigen Stress genießt.

Zusammenfassung
- Teneriffa ist die Insel der Kontraste: Der grüne Norden mit kolonialer Geschichte, der sonnige Süden für Strandliebhaber – und mittendrin der majestätische Vulkan Teide mit strengen Aufstiegsregeln.
- Gran Canaria funktioniert wie ein Miniaturkontinent: In einer Stunde Fahrt wechselst du von den Sanddünen in Maspalomas zu kühlen Kiefernwäldern und der pulsierenden Großstadt Las Palmas.
- Lanzarote wirkt wie ein anderer Planet: Faszinierende Vulkanlandschaft ohne Hochhäuser, kombiniert mit der einzigartigen Architektur von César Manrique und herausragendem Wein aus Vulkanasche.
- Fuerteventura ist das Königreich des Windes und des Sandes: Die schönsten und längsten Strände des gesamten Archipels – ein Paradies für Surfer und Wassersportbegeisterte aus aller Welt.
- La Palma und La Gomera sind Oasen der Ruhe: Die grünen Perlen am Rand des Archipels locken mit anspruchsvollen Wanderungen, Nebelwäldern und sternklarem Himmel fernab vom Massentourismus.
- Fähren sind schnell und zuverlässig: Zwischen den Inseln fahren Fred Olsen und Naviera Armas – die Überfahrt zwischen Fuerteventura und Lanzarote dauert nur 25 Minuten.
- Kombiniere nicht zu viele Inseln: Konzentriere dich in einer Woche auf maximal eine Hauptinsel und füge höchstens einen kurzen Tagesausflug zur Nachbarinsel hinzu.

Wetter auf den Kanarischen Inseln – wann ist die beste Reisezeit?
Die Kanarischen Inseln lassen sich das ganze Jahr über bereisen – eine klassische Nebensaison gibt es hier schlicht nicht. Die Temperaturen bewegen sich ganzjährig im angenehmen Bereich zwischen 20 und 28 °C, was sie zum einzigen verlässlichen Winterbadeziel auf europäischem Boden macht. Die Wintermonate Januar und Februar gelten als absoluter Höhepunkt für Reisende, die dem grauen deutschen Winter entfliehen wollen. Allerdings musst du damit rechnen, dass Flug- und Unterkunftspreise in dieser Zeit deutlich anziehen.
Interessanterweise sind die Sommerferien auf den Inseln überraschend angenehm. Dank kühler Meeresströmungen und dem konstanten Passatwind erlebt man hier selten die extremen 40-Grad-Hitzeperioden, die im August die spanische Festland-Andalusien regelmäßig lähmen. Das Meer hält selbst in den kältesten Wintermonaten angenehme 18 bis 24 °C, sodass hartgesottene Schwimmer das ganze Jahr ins Wasser können.
Bei der Reiseplanung solltest du auch das spezifische Mikroklima der einzelnen Inseln im Blick haben, das durchaus tückisch sein kann. Als Faustregel gilt: Der Süden ist stets sonniger und trockener, während die Nordküsten oft von Wolken verhangen sind und mehr Niederschlag abbekommen. Dieser Kontrast ist auf Teneriffa und Gran Canaria am ausgeprägtesten – dort kannst du in einer halben Stunde Autofahrt einen Temperaturunterschied von bis zu zehn Grad erleben.

Wo auf den Kanarischen Inseln übernachten
💡 Tipp für Unterkünfte und Aktivitäten: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornierungsbedingungen meist am flexibelsten sind. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Wahl der richtigen Unterkunftslage ist entscheidend und hängt davon ab, welche Insel und welches Flair du bevorzugst. Wer auf Teneriffa Sonne und sorglosen Urlaub sucht, ist in den Südresorts wie Costa Adeje mit perfekter touristischer Infrastruktur bestens aufgehoben. Liebhaber authentischer Atmosphäre und Geschichte sollten dagegen in den grünen Norden rund um Puerto de la Cruz oder die Universitätsstadt La Laguna schauen – die Boutiquehotels dort haben ein unglaubliches Charme.
Auf Gran Canaria konzentrieren sich die meisten Strandresorts im tiefen Süden rund um die beeindruckenden Dünen von Maspalomas und den Ferienort Meloneras. Wer aber als Digitalnomade arbeiten oder das Stadtleben genießen will, kommt an der Hauptstadt Las Palmas im Norden nicht vorbei. Lanzarote bietet eine ruhigere Atmosphäre – schöne Unterkünfte in weißen Häuschen findest du im Ferienort Playa Blanca. Auf Fuerteventura zieht es Surfer in den Norden nach Corralejo, während der Süden rund um die Halbinsel Jandía mit den luxuriösesten Strandresorts punktet.
Buche deine Unterkunft immer mit ausreichend Vorlauf über Booking, denn die besten Hotels sind in der Wintersaison rasend schnell ausgebucht. Ein großartiges Erlebnis auf Teneriffa ist zum Beispiel das historische Hotel Iberostar Heritage Grand Mencey, das dich in die Ära des kolonialen Luxus zurückversetzt. Auf Gran Canaria sticht der architektonisch beeindruckende Lopesan Baobab Resort mit seinen afrikanischen Einflüssen hervor, und auf Lanzarote begeistert das Princesa Yaiza Suite Hotel Resort mit direktem Strandzugang.

12 Tipps: Welche Kanarische Insel wählen und was dort tun
Schauen wir uns gemeinsam genauer an, was die einzelnen Inseln zu bieten haben und welche Orte du auf keinen Fall verpassen solltest. Ich erkläre dir, wo du die besten Strände findest, wie die Anreise funktioniert und worauf du dich einstellen solltest – damit du die perfekte Destination für deinen Geschmack findest.

1. Teneriffa: Aufstieg zum majestätischen Vulkan Teide
Schon beim Landeanflug flößt die größte Insel des Archipels Respekt ein – Teneriffa ist im Grunde ein riesiger Berg, der aus den Tiefen des Ozeans aufsteigt. Den Mittelpunkt bildet der Nationalpark Teide mit dem Gipfel Pico del Teide auf 3.718 Metern, dem höchsten Berg ganz Spaniens. Die Verwandlung der Landschaft auf dem Weg von der Küste zum Vulkan ist atemberaubend: Von Bananenplantagen geht es durch dichte Kiefernwälder bis zur mondähnlichen Hochebene mit erstarrter Lava.
Die meisten Besucher überbrücken den gewaltigen Höhenunterschied mit der Seilbahn, die dich in nur acht Minuten auf 3.555 Meter befördert. Hier kommt jedoch ein wichtiger Punkt: Seit Januar 2026 gelten strenge Regeln für den Aufstieg zum eigentlichen Gipfel. Für den finalen Weg PNT 10 brauchst du eine spezielle Genehmigung und musst eine Gebühr entrichten – die Parkverwaltung schützt damit das empfindliche Vulkanökosystem.
💡 Lokaler Tipp: Die Slots für die Genehmigung sind oft viele Monate im Voraus ausgebucht. Such am besten direkt nach dem Kauf deiner Flugtickets nach dem „Teide permit“ und buche sofort. Ohne Erlaubnis kommst du schlicht nicht weiter und musst dich mit dem Ausblick von der oberen Seilbahnstation begnügen.

2. Teneriffa: Kontrast zwischen grünem Norden und sonnigem Süden
Teneriffa lebt von echten Gegensätzen und bietet zwei völlig verschiedene Welten. Der Süden mit Ferienorten wie Costa Adeje oder Playa de las Américas ist trocken, sonnig und ganz auf Massentourismus ausgerichtet. Hierher kommen Familien für All-inclusive-Pakete und die Gewissheit von Wintersonne am großen Pool.
Der Norden rund um Puerto de la Cruz und die historische Stadt La Laguna zeichnet dagegen ein völlig anderes Bild – er atmet echte kanarische Atmosphäre. Es ist wunderbar grün, spürbar feuchter und oft in romantische Wolken gehüllt. Hier findest du prächtige Kolonialarchitektur, bunte Häuschen und gemütliche lokale Tavernen, versteckt in engen gepflasterten Gassen.
💡 Lokaler Tipp: Lass das Bergdorf Masca nicht aus, das am Grund einer tiefen Schlucht im Teno-Gebirge liegt. Die Anfahrt über enge, steile Serpentinen strapaziert die Nerven am Steuer ordentlich – aber die dramatischen Ausblicke sind jeden Meter Adrenalin wert.

3. Gran Canaria: Sanddünen in Maspalomas
Wer maximale Vielfalt auf kleinstem Raum sucht, ist auf Gran Canaria genau richtig. Nicht umsonst hat sich die Insel den Spitznamen „Miniaturkontinent“ verdient: Sie bietet alles von Sandstränden über tiefe Schluchten bis hin zu Bergen. In einer einzigen Stunde Fahrt wechselst du von den Sahara-Dünen zu kühlen Kiefernwäldern im zentralen Vulkangebirge.
Das absolute Wahrzeichen der Insel sind die beeindruckenden Dünen von Maspalomas im tiefen Süden. Dieses Naturschutzgebiet bietet kilometerweite, wellenförmige goldene Sandflächen, die dramatisch direkt in die Atlantikwellen fallen. Ein Spaziergang durch die Dünen bei Sonnenuntergang gehört zu den schönsten Erlebnissen, die du von den Kanarischen Inseln mitnehmen kannst.
💡 Lokaler Tipp: Brich früh morgens auf, wenn der Sand noch kühl ist und noch keine hundert Fußabdrücke anderer Touristen darin zu sehen sind. So gelingen dir perfekte Fotos von unberührten Sandwellen, die wirklich wie eine echte afrikanische Wüste wirken.

4. Gran Canaria: Paradies für digitale Nomaden in Las Palmas

Während der Süden von großen Strandresorts dominiert wird, gehört der Norden der pulsierenden spanischen Großstadt Las Palmas. Sie ist stolz auf ihren mehrere Kilometer langen Stadtstand Las Canteras, gesäumt von einer langen Promenade mit Cafés und Restaurants. Abends brodelt das Leben hier, und die Stadt bietet ein reiches kulturelles und nächtliches Programm.
In den letzten Jahren hat sich Las Palmas zudem als wichtigster europäischer Winter-Hub für digitale Nomaden etabliert. Dazu passt die exzellente Infrastruktur mit Dutzenden moderner Coworking-Spaces mit schnellem Internet und einer kosmopolitischen Community aus kreativen Menschen aus aller Welt. Viele verbringen hier gleich den ganzen Winter, um dem deutschen Grau zu entkommen.
💡 Lokaler Tipp: Wenn du längerfristig remote arbeiten möchtest, informiere dich über das spanische Digitalnomaden-Visum (Spain DNV 2026). Es ist an einen nachweisbaren Mindestverdienst geknüpft und erlaubt dir legales Arbeiten mit Blick auf den Ozean.

5. Lanzarote: Nationalpark Timanfaya und das Feuerland

Auf Lanzarote fühlt man sich vom ersten Moment an wie auf einem anderen Planeten. Im 18. Jahrhundert wurde die Insel von massiven Vulkanausbrüchen heimgesucht, die ihr Gesicht für immer veränderten. Es entstand eine dramatische schwarz-rote Mondlandschaft, in der man kaum einen hohen Baum oder einen Fleck grünen Grases findet.
Das Herzstück dieser faszinierenden Verwüstung ist der Nationalpark Timanfaya, wo die vulkanische Aktivität noch immer dicht unter der Oberfläche schlummert. Die Ranger demonstrieren die Kraft der Erde bei beeindruckenden Vorführungen: Trockenes Gestrüpp wird in flache Löcher geworfen und fängt sofort Feuer, oder Wasser wird in Rohre geschüttet, die im Boden stecken, woraufhin ein mächtiger heißer Dampfstrahl in die Höhe schießt.
💡 Lokaler Tipp: Durch den Park darf man nicht frei zu Fuß gehen – du musst die offizielle Busrundfahrt nehmen, die im Eintrittspreis inbegriffen ist. Die Busse fahren durch so enge Lavagassen, dass sie die scharfen schwarzen Felsen dabei manchmal fast berühren.

6. Lanzarote: Architektur von César Manrique und Vulkanwein
Lanzarote ist dem visuellen Chaos und dem Bau von riesigen Hoteltürmen glücklicherweise entgangen. Das verdankt die Insel einem einzigen Mann: dem in Lanzarote geborenen Künstler und Architekten César Manrique. Er setzte strenge Bauvorschriften durch, die niedrige weiße Häuser mit grünen oder blauen Fensterläden verlangen – und rettete damit das ästhetische Gesicht der gesamten Insel.
Manrique schuf zudem faszinierende Installationen, die rohe Natur und modernes Design verbinden – darunter der Kulturraum Jameos del Agua, der in einem Lavatunnel erbaut wurde. Auch die Einheimischen haben die vulkanische Zerstörung auf beeindruckende Weise für sich genutzt: in der Region La Geria. Dort werden Rebstöcke in tiefen trichterförmigen Gruben gepflanzt, die in die schwarze Asche gegraben wurden, was dem lokalen Wein der Sorte Malvasia ein unverwechselbares mineralisches Profil verleiht.
💡 Lokaler Tipp: Halte an einer der Bodegas entlang der Straße in La Geria und mach eine geführte Weinprobe. Der Anblick der grünen Rebstöcke, die von halbkreisförmigen Steinmauern vor dem Wind geschützt werden, eingebettet ins schwarze Aschenmeer – der ist schlicht unvergesslich.

7. Fuerteventura: Endlose Strände und das Königreich des Windes
Fuerteventura liegt von allen Inseln am nächsten an der afrikanischen Küste, und ihr Charakter wird von zwei Hauptfaktoren bestimmt: endlosen hellen Stränden und konstantem starken Wind. Während die Nachbarinseln mit dramatischen Vulkanen und Bergen punkten, ist Fuerteventura deutlich flacher und insgesamt trockener.
Dieses kleinere Landschaftsprofil macht die Insel jedoch mehr als wett mit den unbestrittenen schönsten, längsten und weißesten Stränden des gesamten Archipels. Das Wasser hat ein unglaubliches Türkis und der Sand ist fein wie Puderzucker. Besonders beeindruckend sind die weitläufigen Strände im Süden rund um die Halbinsel Jandía, wo man selbst in der Hauptsaison mühelos ein großes Stück Einsamkeit findet.
💡 Lokaler Tipp: Wenn Wassersport nichts für dich ist und du vor dem Wind Schutz suchst, bau dir aus gesammelten schwarzen Lavasteinen eine kleine Umzäunung am Strand. Die Einheimischen nennen sie corralitos – sie schützen hervorragend vor dem umherfegenden Sand.

8. Fuerteventura: Wellenreiter und Surfer-Atmosphäre
Der starke, konstante Wind von der nahen Sahara hat die Insel zur inoffiziellen europäischen Hauptstadt des Kite- und Windsurfens sowie des klassischen Surfens gemacht. Besonders im Norden rund um das Fischerdorf El Cotillo kreuzen bunte Drachen und Segel ständig vor der Kulisse wilder Wellen.
Die hiesigen Bedingungen für Wassersport halten laut Experten problemlos einen Vergleich mit Hawaii stand. Das sorgt für eine absolut entspannte Atmosphäre und ein unverwechselbares Surfer-Flair, das von stylischen Cafés mit großartigem veganen Essen und Spezialitätenkaffee abgerundet wird. Markensurfmode gibt es an jeder Ecke zu kaufen.
💡 Lokaler Tipp: Auch wenn du noch nie auf einem Brett gestanden hast, buchdir wenigstens eine halbtägige Schnupperstunde in einer der vielen lokalen Surfschulen. Die Instruktoren nehmen dich mit an sichere Strände mit sanften Wellen – und du wirst jede Menge Spaß im Neoprenanzug haben.

9. La Palma: Sternenhimmel und die grüne Isla Bonita
Am westlichsten Rand des Archipels liegt La Palma – das perfekte Refugium für Reisende, die echte Auszeit und körperliche Aktivität suchen. Der Massentourismus hat hier schlicht keinen Fuß gefasst, also such hier keine riesigen Hotelresorts oder laute Nachtclubs. Stille und Respekt vor der Natur bestimmen den Ton.
La Palma trägt nicht umsonst den Beinamen Isla Bonita – die Schöne Insel. Sie gilt als grünste und steilste Ecke der Kanaren und ist wie geschaffen für anspruchsvolle Wanderungen durch Kiefernwälder. Dank strenger Vorschriften und fast null Lichtverschmutzung ist die Insel zudem ideal für Sternenbeobachtung. Auf ihrem Gipfel Roque de los Muchachos befindet sich sogar eines der bedeutendsten astronomischen Observatorien der Welt.
💡 Lokaler Tipp: Buche eine nächtliche geführte Exkursion mit einem Astronomie-Guide. Du bekommst warme Decken und professionelle Fernrohre – durch die du die Ringe des Saturns und Mondkrater so scharf siehst wie nie zuvor in deinem Leben.
10. La Gomera: Mystischer Lorbeerwald Garajonay
Das benachbarte La Gomera ist mit einer kurzen Fähre vom Süden Teneriffas bequem erreichbar und birgt in seinem Inneren einen wahren Naturschatz: den Nationalpark Garajonay. Er ist ein faszinierendes Überbleibsel des tertiären Lorbeerwaldes und wirkt buchstäblich wie aus einer prähistorischen Welt.
Die von dichtem grünen Moos und Flechten überwucherten Bäume versinken in konstantem Nebel und bilden eine mystische Kulisse für Dutzende von gut markierten Wanderwegen. Die Luft ist feucht, kühl und riecht nach feuchtem Laub und Kräutern. Das ist eine völlig andere Erfahrung als die trockenen Sanddünen auf den östlichen Inseln und zeigt eindrucksvoll die unglaubliche Vielfalt des Archipels.
💡 Lokaler Tipp: Auf La Gomera stößt du auf ein einzigartiges Kulturphänomen namens Silbo Gomero – eine Pfeifsprache, mit der sich die einheimischen Hirten früher über tiefe Täler hinweg verständigten. Sie wird bis heute an lokalen Grundschulen als Pflichtfach unterrichtet.
11. Logistik: Mit der Fähre zwischen den Inseln
Wer nicht auf einer einzigen Insel bleiben möchte, profitiert von einem zuverlässigen und relativ schnellen Netz moderner Fähren. Den Markt teilen sich zwei große Unternehmen: Fred Olsen und Naviera Armas. Die Flotten schneller Katamarane ermöglichen effiziente Transfers – auch für Reisende mit Mietwagen.
Die Überfahrt von Fuerteventura zum benachbarten Lanzarote dauert nur 25 Minuten, ein Ticket für Fußgänger gibt es ab etwa 20 Euro. Die längere Strecke zwischen Gran Canaria und Teneriffa dauert rund anderthalb Stunden, die Preise beginnen bei etwa 49 Euro. Für die weiter entfernten Inseln lohnen sich die Inlandsflüge der Gesellschaften Binter Canarias oder Canaryfly, die meistens unter einer Stunde dauern.
💡 Lokaler Tipp: Fährtickets am besten vorab online über den Aggregator Ferryhopper kaufen – dort siehst du übersichtlich Zeiten und Preise beider Hauptanbieter im Vergleich. Und vergiss nicht, an Bord eine wärmere Jacke mitzunehmen, denn die Klimaanlage läuft dort immer auf Hochtouren.
12. Für wen welche Insel passt und wie man sie clever kombiniert
Ein häufiger Anfängerfehler ist der Versuch, in einem einzigen Urlaub zu viele Inseln unterzubringen. Die Kanaren sind kein kleines griechisches Archipel – Entfernungen und Flächen sind hier deutlich größer. Die goldene Regel lautet klar: Plan für jede Insel mindestens 3 bis 7 volle Tage ein. In einer Wochenwoche solltest du dich auf eine Hauptdestination konzentrieren, damit du nicht die halbe Reisezeit mit Packen und Transfers verbringst.
Familien mit Kindern wählen am häufigsten Teneriffa und Gran Canaria wegen der riesigen Wasserparks und ruhigen Strandabschnitte. Surfer und Sportbegeisterte zieht es auf Fuerteventura. Wer Ästhetik und Ruhe bevorzugt, sollte ein Ticket nach Lanzarote buchen – visuell ist es schlicht unübertroffen.
💡 Lokaler Tipp: Eine großartige Kombination ist das große Teneriffa mit dem kleinen La Gomera, wo du zwei Tage in der Natur verbringst. Genauso sinnvoll ist es, bei einem zehntägigen Urlaub Lanzarote und Fuerteventura zu verbinden – die Fähre zwischen beiden fährt praktisch im Stundentakt.
Weitere Reiseziele in Spanien
Wenn dich die spanische Kultur begeistert und du über Ausflüge aufs Festland nachdenkst, hat Spanien schier unendlich viel zu bieten. Architekturliebhaber werden Barcelona mit Gaudís Meisterwerken lieben oder das prächtige Madrid.
Wer nach echter südländischer Feueratmosphäre sucht, kommt am Süden nicht vorbei. Wir haben einen ausführlichen Reiseführer durch Andalusien mit den 20 schönsten Orten zusammengestellt. Er umfasst das atemberaubende Sevilla, das historische Córdoba und das romantische Granada. Auch das Küstenstädtchen Málaga, das auf einem Felsen thronende Ronda und der adrenalingeladene Wanderweg Caminito del Rey solltest du nicht verpassen.
Wer moderne Architektur gepaart mit Geschichte liebt, sollte nach Valencia fahren. Für ausgezeichnete Gastronomie und grüne Hügel lockt das nördliche Baskenland – das noble San Sebastián und das kunstsinnige Bilbao. Wer eher die Balearen im Blick hat: Ibiza bietet nicht nur Partys, sondern auch wunderschöne stille Buchten. Und egal wohin du fährst – lies vorher nach, welche typisch spanischen Gerichte du unbedingt probieren solltest.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kanareninsel sollte man für den ersten Besuch wählen?
Für absolute Neulinge sind Tenerife oder Gran Canaria die sicherste Wahl. Sie bieten nämlich die ausgewogenste Mischung aus langen Stränden, hohen Bergen, wunderschönen historischen Städtchen und perfekter touristischer Infrastruktur mit Direktflügen aus ganz Europa.
Ist es auf den Kanaren im Winter wirklich warm genug zum Baden?
Ja, die Lufttemperaturen liegen im Winter bei angenehmen 20 bis 24 Grad Celsius. Der Ozean hat zwar frischere 18 bis 20 Grad, aber an sonnigen Tagen kann man problemlos darin baden. Es ist das wärmste Winterziel in Europa.
Brauche ich 2026 eine Genehmigung für den Vulkan Teide?
Ja, seit Januar 2026 gilt eine strenge Regelung für den Aufstieg zum Gipfel des Pico del Teide über den Wanderweg PNT 10. Die Genehmigung ist neuerdings kostenpflichtig und muss über das offizielle System reserviert werden, teilweise mehrere Monate im Voraus, da die Plätze blitzschnell vergriffen sind.
Welche Insel hat die schönsten Strände?
Der eindeutige Gewinner in der Kategorie Strände ist Fuerteventura. Die Insel bietet dutzende Kilometer endloser Strände mit feinem weißen Sand und türkisfarbenem Wasser, die an die Karibik erinnern und wo man leicht ein ruhiges Plätzchen nur für sich findet.
Wie funktioniert der Verkehr zwischen den Inseln?
Die Verbindungen werden durch schnelle und zuverlässige Fähren der Gesellschaften Fred Olsen und Naviera Armas gewährleistet, die auch Autos transportieren. Die kürzeste Route zwischen Fuerteventura und Lanzarote dauert nur 25 Minuten, längere Strecken schafft man in anderthalb Stunden. Zwischen weiter entfernten Inseln verkehren lokale Fluggesellschaften.
Gibt es auf den Kanarischen Inseln gutes vegetarisches Essen?
Die spanische Küche basiert zwar stark auf Fleisch, aber auf den Kanaren kann man auch ohne genießen. Ein absoluter Klassiker sind papas arrugadas, kleine Kartoffeln, die in Meerwasser gekocht und mit den würzigen Soßen mojo rojo und mojo verde serviert werden. Hervorragend sind auch gegrillte padrón-Paprika und lokale Ziegenkäse. Spezialitäten aus frischem Fisch findet man überall auf der Karte, aber man kann ihnen leicht ausweichen.
Wie viele Tage braucht man für einen Urlaub auf den Kanaren?
Die ideale Dauer für den Besuch einer Hauptinsel liegt bei sieben bis zehn Tagen. Wenn man nur ein verlängertes Wochenende hat, lohnt sich der Flug wegen der fünfstündigen Anreise nicht. Wer zwei Inseln kombinieren möchte, sollte mindestens zehn bis vierzehn Tage einplanen, um nicht unnötig in Stress zu geraten.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
