Gates of the Arctic, Alaska: der am wenigsten besuchte Nationalpark der USA

Wenn du eine Expedition nach Alaska in den Gates of the Arctic National Park planst, dann sei dir bewusst: Dieser Ort im hohen Norden der USA verleiht dem Wort „Isolation“ eine völlig neue Dimension. Unberührte Natur ohne Touristenmassen ist zwar ein riesiger Anreiz, aber hier erwartet dich echtes Extrem. Vergiss asphaltierte Wege, vergiss Stände mit überteuertem Kaffee – und ehrlich gesagt, rechne damit, dass du hier wahrscheinlich keine Menschenseele triffst.

Dieses gewaltige Stück Wildnis, das komplett jenseits des Polarkreises liegt, ist die Verkörperung des rauesten Alaska, das du dir überhaupt vorstellen kannst. Im gesamten Jahr 2023 kamen laut offiziellen Zahlen nicht einmal 15.000 Menschen hierher – das macht ihn mit großem Abstand zum am wenigsten besuchten Nationalpark der gesamten USA. Der Grund ist simpel: Es gibt hier überhaupt keine Infrastruktur, und das meine ich todernst. Es führen keine Straßen hierher, du findest keine gepflegten Campingplätze, und wenn etwas schiefgeht, bist du völlig auf dich allein gestellt. In diesem Artikel findest du Tipps, was man im Gates of the Arctic National Park sehen und unternehmen kann (oder eher, wie man diesen Besuch überhaupt überlebt und organisiert), ich berate dich bei der Unterkunft in den umliegenden Siedlungen, und wir schauen uns gemeinsam an, wie viel dieser Spaß eigentlich kostet.

Thunder Valley im Gates of the Arctic National Park
Thunder Valley im Gates of the Arctic National Park

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Absolute Wildnis: Im Park gibt es keine Straßen, keine Wege und keinen Handyempfang. Du bist rein auf dich selbst und deine Überlebensfähigkeiten angewiesen.
  • Wie man hinkommt: Die meisten Leute wählen das sogenannte Air Taxi (ein kleines Flugzeug), das dich mitten im Nirgendwo absetzt. Der Zugang ist primär von den Siedlungen Bettles oder Coldfoot aus möglich.
  • Extrem kurze Saison: Die ideale Reisezeit ist von Mitte Juni bis Ende August. Im September riskierst du schon Schneestürme und zufrierende Seen.
  • Hohe Kosten: Das ist keine günstige Angelegenheit. Allein die Flüge ins Backcountry kosten dich Tausende Dollar, wenn du dir das Flugzeug nicht mit anderen Abenteuerverrückten teilst.
  • Tiere haben Vorrang: Der Park ist Heimat riesiger Karibu-Herden, Grizzlybären und Wölfe. Du bist hier nur zu Besuch und musst dich entsprechend verhalten.
  • Unterkunft in der Umgebung: Du kannst in der historischen Bettles Lodge übernachten oder im rauen Truckercamp in Coldfoot am berühmten Dalton Highway.
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Wann losfahren und Orientierung am Ende der Welt

Eine Reise in die arktische Wildnis zu planen ist nicht wie das Buchen von Flugtickets nach Paris für ein verlängertes Wochenende. Hier diktiert die Natur absolut alles, und das Zeitfenster, in dem man realistisch herkommen kann, ohne ums nackte Überleben in der Kälte zu kämpfen, ist erschreckend kurz. Wenn du kein abgehärteter Polarforscher bist, musst du deine Reise in ein paar Sommermonate quetschen und dich mit einer gehörigen Portion Geduld wappnen, denn das Wetter ändert die Pläne hier oft von einem Tag auf den anderen.

Die einzige vernünftige Zeit für einen Sommerbesuch beginnt ungefähr Mitte Juni und schließt sich endgültig mit dem letzten Augusttag. In dieser Zeit erlebst du zudem die Mitternachtssonne, sodass du selbst um drei Uhr morgens Licht hast und die Landschaft praktisch rund um die Uhr erkunden kannst. Sobald sich der Kalender aber dem September zuneigt, zeigt die Brooks Range ihre düstere Seite. Es kommen heftige Schneestürme, und die Seen beginnen rapide zuzufrieren, sodass die kleinen Wasserflugzeuge keine Landemöglichkeit mehr haben – und du könntest sehr lange in der Wildnis festsitzen.

Wie man eigentlich in den Gates of the Arctic ankommt

Das ist die größte Herausforderung der gesamten Reise und gleichzeitig der Posten, der deinen Geldbeutel am meisten erleichtern wird. In den Park führt keine Asphaltstraße, und so musst du dich auf spezialisierte Fliegerei verlassen. Die meisten Abenteurer nutzen die Dienste kleiner Buschflugzeuge, die entweder mit Schwimmern für die Landung auf Seen oder mit riesigen Tundra-Reifen ausgestattet sind, mit denen sie auf den Schotterufern der Flüsse aufsetzen. Das wirkt ein bisschen wie aus einem Actionfilm, und das Gefühl, wenn dich der Pilot in der Wildnis absetzt und wegfliegt, ist absolut unbeschreiblich.

Die wichtigsten Ausgangspunkte sind zwei isolierte Siedlungen am Rande des Parks: Bettles und Coldfoot. Von dort aus operieren erfahrene Piloten von Unternehmen wie Brooks Range Aviation oder Coyote Air Service. Die Preise für die Anmietung eines ganzen Flugzeugs bewegen sich im Tausender-Dollar-Bereich, also lohnt es sich – wenn du keine Niere verkaufen willst –, weitere Reisende zu finden und die Flugkosten zu teilen. Im Netz findet man Geschichten von Leuten, die für rund 2.000 USD pro Person genau dank des geteilten Fluges ins Backcountry gekommen sind. Wenn du eine günstigere Variante möchtest und nicht auf einen mehrtägigen Trek bestehst, kannst du dir nur einen kurzen zwanzigminütigen Rundflug von der Pump Station 5 am Dalton Highway leisten, der dich rund 500 USD kostet.

Wo übernachten und was das Ganze kostet

Wenn ich von Unterkunft spreche, musst du dir bewusst machen, dass es im eigentlichen Gates of the Arctic weder Hotels noch gepflegte Campingplätze gibt. Entweder du baust dein eigenes Zelt mitten in der Wildnis auf, oder du übernachtest in den angrenzenden Siedlungen Bettles und Coldfoot, die als Eingangstore zum Park dienen. Die Preise spiegeln hier keinen Luxus wider, sondern eher die Tatsache, dass jedes Klopapier und jedes Stück Essen per Flugzeug hierher fliegen oder Hunderte Meilen über eine furchteinflößende Schotterstraße fahren muss.

Das Budget für so eine Reise lässt sich nur sehr schwer einschätzen, denn es hängt vor allem davon ab, wie tief in die Wildnis du dich fliegen lassen willst. Rechne aber damit, dass du im Norden Alaskas für ein paar Tage Aufenthalt nicht unter 3.000 USD pro Person bleibst – und das, obwohl du wirklich in keinem Luxus speisen wirst. Die Preise für ein Bett sind hier hoch, und Lebensmittel in den kleinen Läden kosten oft das Dreifache von dem, was sie in Fairbanks kosten.

Unterkunft in Coldfoot und Bettles

In der Siedlung Coldfoot, die am legendären Dalton Highway liegt, kannst du im Inn at Coldfoot Camp übernachten. Dieser Ort hat eine absolut einzigartige Atmosphäre eines echten Truckstops, wo sich raue Lkw-Fahrer mit Touristen in überteuerten Outdoor-Jacken treffen. Die Zimmer sind eigentlich umgebaute Wohncontainer aus der Zeit des Pipelinebaus. Erwarte keinen Fernseher, kein WLAN und keinen Handyempfang, aber du bekommst ein sauberes Bett und eine warme Dusche, was nach der Rückkehr aus der arktischen Tundra Gold wert ist. Die Nacht kostet hier fest 269 USD, egal ob du im Zimmer allein oder zu zweit schläfst.

Wenn du über das isolierte Dörfchen Bettles fliegst (wo übrigens nur 12 ständige Einwohner leben), ist die wunderbare historische Bettles Lodge aus den 1950er-Jahren das Zentrum des ganzen Geschehens. Hier gibt es sowohl ältere rustikale Zimmer mit Gemeinschaftsbad als auch den neueren Flügel Aurora Lodge, wo du auch eine eigene Toilette und Zugang zur Sauna findest. Oft werden hier nicht einzelne Nächte verkauft, sondern eher ganze Erlebnispakete.

Gates of the Arctic: 11 Tipps für echte Abenteurer

Da der Park keine offiziellen Sehenswürdigkeiten oder Promenaden hat, habe ich für dich eine Liste mit Erlebnissen und Orten zusammengestellt, die diese Gegend so magisch machen. Nimm es eher als Inspiration, wie man dieses unfassbare Stück Welt angehen kann.

1. Rundflug über die Brooks Range

Wenn du dir nicht zutraust, mehrere Nächte im Zelt umringt von Bären zu verbringen, ist der Rundflug die absolut beste Art, die Größe dieses Parks zu begreifen. Aus der Höhe brauchst du nämlich überhaupt keine Karte der Gates of the Arctic. Du siehst nur endlose, spitze Gipfel der Brooks Range, tiefe türkisfarbene Täler und mäandrierende Flüsse, die sich bis zum Horizont ziehen.

Sukakpak Mountain in der Brooks Range
Sukakpak Mountain in der Brooks Range (Foto: BLM / Wikimedia Commons, Public domain)

Diese Flüge starten in der Regel von Bettles oder Coldfoot und dauern von einer bis zu mehreren Stunden. Die Piloten sind zudem unglaubliche Geschichtenerzähler, sodass du unterwegs jede Menge Anekdoten über Rettungsaktionen und das raue Leben im Norden erfährst. Der Vorteil ist, dass du den Park aus dem Komfort der beheizten Flugzeugkabine bewundern und abends in aller Ruhe ein Bier in der Zivilisation trinken kannst.

2. Backpacking in absoluter Wildnis

Für die Mutigsten ist die Zone des Gates of the Arctic ein wahr gewordener Traum fürs Backpacking (und für Unvorbereitete ein schneller Albtraum). Die Regeln sind hier einfach: Der Pilot setzt dich an einem See mit vereinbartem Abholtermin ab, und von dem Moment an musst du allein zurechtkommen. Es gibt keine markierten Wege, sodass du dir deinen Weg durch hohes Gras, über eiskalte Bäche und endlose Moore bahnst.

Arrigetch Peaks im Gates of the Arctic, absolute Wildnis
Arrigetch Peaks im Gates of the Arctic, absolute Wildnis (Foto: NPS / Wikimedia Commons, Public domain)

Es ist körperlich extrem anstrengend, weil du dich durch weiches Gelände bewegst und dein gesamtes Essen sowie deine Ausrüstung auf dem Rücken trägst. Die Belohnung ist aber ein Gefühl absoluter Freiheit, wie du es in Europa schlichtweg nicht mehr erleben wirst. Du trinkst kristallklares Wasser direkt aus den Bächen und schläfst abends unter einem Himmel ein, der keine Lichtverschmutzung kennt.

3. Begegnung mit den tierischen Bewohnern

Wenn dich die Tiere des Gates of the Arctic National Park interessieren, bist du hier richtig – nur darfst du keinen Zoo erwarten. Dieses Gebiet gehört den Tieren, und du bist hier der Eindringling. Die Hauptattraktion ist die sogenannte Western Arctic Caribou Herd, eine riesige Karibu-Herde mit über 200.000 Tieren, die hier jedes Jahr durchzieht.

Neben Karibus triffst du hier auch recht häufig Grizzlybären, und das nicht nur aus der Ferne. Deshalb ist es absolut entscheidend, Bärenspray bei sich zu tragen und zu wissen, wie man sich im Bärenterritorium verhält. An den steilen Hängen kannst du dann mit dem Fernglas die majestätischen Dall-Schafe beobachten, und mit etwas Glück stößt du sogar auf die Spuren von Wolfsrudeln.

4. Überleben auf eigene Faust und Orientierung

Vielleicht klingt es banal, aber eines der größten Erlebnisse in diesem Park ist die simple Tatsache, dass du dich nicht verirrst und überlebst. Elektronik versagt hier nämlich schnell, Akkus entladen sich, und von Mobilfunkabdeckung kannst du nur träumen. Du musst lernen, wieder dem Kompass zu vertrauen und in einer Papierkarte zu lesen – eine in unserer digitalen Zeit fast vergessene Kunst.

Gletscher bei den Arrigetch Peaks, Überleben auf eigene Faust
Gletscher bei den Arrigetch Peaks, Überleben auf eigene Faust (Foto: NPS / Wikimedia Commons, Public domain)

Erfahrene Reisende empfehlen immer, einen Satellitenkommunikator (zum Beispiel Garmin inReach) dabeizuhaben, mit dem du im Fall eines gebrochenen Beins oder eines anderen Schlamassels Hilfe rufen kannst. Glaub mir, wenn du mitten in der Tundra stehst und dir bewusst wird, dass der nächste Arzt Hunderte Kilometer entfernt ist, achtest du plötzlich sehr genau auf jeden einzelnen Schritt.

5. Trucker-Atmosphäre im Coldfoot Camp

Auch wenn er nicht direkt auf dem Gebiet des Nationalparks liegt, ist der Stopp im Coldfoot Camp ein Erlebnis für sich. Dieser Ort, der während des Baus der Trans-Alaska-Pipeline entstand, hat einen unglaublich rauen Vibe. Du läufst an riesigen Lkw mit Logos von Bergbauunternehmen vorbei und triffst an der Rezeption Menschen, die mit Straßenstaub bedeckt sind.

World's Northernmost Truck Stop im Coldfoot Camp
World’s Northernmost Truck Stop im Coldfoot Camp (Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0)

Es ist der ideale Ort, um Informationen von Einheimischen zu sammeln oder andere Verrückte zu treffen, die sich in die Wildnis aufmachen. Du kannst hier dein Zelt kostenlos aufschlagen oder dir für 14 USD eine heiße Dusche gönnen, was nach viel Geld klingt – aber glaub mir, nach einer Woche in der Tundra würdest du auch hundert dafür hinlegen.

6. Besuch der historischen Siedlung Wiseman

Ein Stück nördlich von Coldfoot, rund 13 Meilen den Dalton Highway hinauf, liegt die alte Goldgräbersiedlung Wiseman. Sie ist so etwas wie ein lebendiges Museum der Geschichte Alaskas und eines der wenigen erhaltenen Dörfchen aus der Zeit des Goldrauschs in der Brooks Range. Hier leben nur etwas mehr als ein Dutzend ständige Einwohner, die versuchen, die traditionelle Lebensweise aufrechtzuerhalten.

Historische Siedlung Wiseman jenseits des Polarkreises
Historische Siedlung Wiseman jenseits des Polarkreises (Foto: Wikimedia Commons, Public domain)

Du spazierst zwischen alten Holzhütten umher und hast das Gefühl, als wäre die Zeit hier vor hundert Jahren stehen geblieben. Die Einheimischen sind oft sehr mitteilsam und erzählen dir gern, wie es ist, Winter zu überleben, in denen die Temperaturen auf minus fünfzig Grad fallen und die Sonne monatelang nicht zu sehen ist.

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7. Auf der Suche nach dem Visitor Center des Gates of the Arctic National Park

Vielleicht überrascht es dich, aber wenn du im Park nach einem Besucherzentrum suchst, würdest du dabei vor Erschöpfung sterben. Innerhalb der Parkgrenzen gibt es nämlich keines. Die offiziellen Anlaufstellen für Touristen sind clever genau in Coldfoot (Arctic Interagency Visitor Center) und in Bettles (Bettles Ranger Station) platziert.

Dort vorbeizuschauen ist absolute Pflicht, bevor du dich in die Wildnis aufmachst. Die Ranger erklären dir hier die aktuellen Bedingungen, beraten dich, welche Gebiete du wegen Hochwasser meiden solltest, und du kannst dir hier auch zertifizierte bärensichere Lebensmittelbehälter (Bear Canisters) ausleihen, ohne die du den Park überhaupt nicht betreten solltest.

8. Eintauchen in die Geschichte Alaskas

Obwohl der Park wie eine leere Landschaft wirkt, ist die Geschichte des Gates of the Arctic National Park in Wirklichkeit sehr reich. Die Ureinwohner des Nunamiut-Stammes zogen hier Tausende Jahre lang den Karibu-Herden nach, und bis heute ist das Gebiet für die einheimischen indigenen Gemeinschaften lebenswichtig, um ihre traditionelle Jagd und ihr Sammeln aufrechtzuerhalten.

Wenn du dich im Park bewegst, kannst du gelegentlich auf alte Lagerplätze oder Spuren von Goldgräberexpeditionen aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert stoßen. All diese Artefakte sind geschützt, sodass du sie bewundern, aber nichts als Souvenir mitnehmen darfst.

9. Historische Basis Bettles und der National Park Collector

Wenn du Geld zum Verprassen hast und dir den Traum vom Besuch der Nationalparks erfüllen willst, bietet die Bettles Lodge einen absolut einzigartigen Service. Sie haben ein Paket namens National Park Collector Package, dank dessen sie dich an einem einzigen Tag in ein kleines Flugzeug packen und sowohl im Gates of the Arctic als auch im benachbarten Kobuk Valley National Park mit dir landen.

Bettles und Evansville, historische Basis für Gates of the Arctic
Bettles und Evansville, historische Basis für Gates of the Arctic (Foto: Wikimedia Commons, Public domain)

Es ist zwar eine kleine touristische Abkürzung, aber für Sammler von Stempeln in den Nationalpark-Pässen ist es oft der einzige gangbare Weg, diese beiden am schwersten zugänglichen Orte von der Liste abzuhaken. Außerdem hat das Dörfchen Bettles selbst mit seiner historischen Holzbar den Charme alter Pioniertage.

10. Winterliche Jagd nach den Polarlichtern

Während die Sommersaison Wandern und Licht bietet, verwandelt sich die Gegend im Winter in einen der besten Orte der Welt, um die Aurora borealis zu beobachten. Besonders die Siedlung Bettles, die direkt unter dem Auroraoval liegt und unter absolut keiner Lichtverschmutzung leidet, lockt Fotografen aus aller Welt an.

Polarlicht über einem Haus in Wiseman, Polarlichtjagd jenseits des Polarkreises
Polarlicht über einem Haus in Wiseman, Polarlichtjagd jenseits des Polarkreises (Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0)

Die Bettles Lodge veranstaltet mehrtägige Winterpakete, bei denen sie dir spezielle arktische Kleidung für extreme Kälte leihen und du das grüne Schauspiel am Himmel direkt aus dem Außen-Whirlpool genießen kannst. Mitten im Nationalpark selbst (wo du im Winter wohl erfrieren würdest) lässt sich das zwar nicht unternehmen, aber das visuelle Erlebnis in der Umgebung ist atemberaubend.

11. Fotografieren der unberührten Natur

Die fantastischen Fotos des Gates of the Arctic National Park and Preserve entstehen gerade deshalb, weil die Landschaft hier keinerlei Spuren menschlicher Aktivität trägt. Du siehst hier keine Hochspannungsmasten, keine ausgefahrenen Autospuren – nur die reine geologische Kraft der Brooks Range.

Unberührte Natur des Gates of the Arctic National Park
Unberührte Natur des Gates of the Arctic National Park (Foto: NPS / Wikimedia Commons, Public domain)

Wenn du Fotograf bist, mach dich auf den Kampf mit dem Gewicht der Ausrüstung gefasst, denn Stativ und Teleobjektiv tragen sich auf dem Rücken ganz schön. Das Ergebnis lohnt sich aber, vor allem wenn es dir gelingt, die herbstliche Tundra einzufangen, die sich an der Wende von August zu September in unglaublich satte Rot- und Gelbtöne färbt, während die Berggipfel schon der erste Schneehauch bedeckt.

Essen und Trinken jenseits des Polarkreises

Wenn du erlesene Gastronomie erwartest, bleib lieber zu Hause. Das Essen im Norden Alaskas ist von Logistik und der Notwendigkeit zu überleben definiert. Sämtliche Lebensmittel müssen riesige Entfernungen zurücklegen, was sich verständlicherweise auf ihren Preis und ihre Qualität niederschlägt. Wenn du direkt in den Park auf einen Trek gehst, isst du natürlich nur das, was du dir selbst auf dem Rücken mitbringst – meist also gefriergetrocknete Kost, übergossen mit heißem Wasser aus dem Fluss. Am Rand des Parks, in der Zivilisation, sind die Möglichkeiten sehr begrenzt, aber dafür umso authentischer.

Das Herz der Gastronomie am Dalton Highway ist zweifellos das Trucker’s Café im Coldfoot Camp, das 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffnet hat und als Hauptversorgungsstation für die Lkw-Fahrer dient. Du sitzt hier an einem Tisch mit Kerlen in Arbeitsoveralls, gönnst dir massive Portionen Burger, Pancakes oder Chili con Carne und spülst es mit ehrlichem, starkem amerikanischem Kaffee herunter. Es ist zwar nichts Gesundes, aber nach einem Tag in der arktischen Kälte oder einem langen Flug ist es genau das, was dein Körper braucht. Wenn du in der Bettles Lodge übernachtest, ist die Verpflegung oft schon Teil des Unterkunftspakets. Das Essen wird im historischen Gebäude serviert und hat eher den Charakter von Hausmannskost. Es ist ein sehr gemütlicher Ort, wo du dir nach dem Abendessen einen Drink an der alten Bar von 1950 gönnen, Billard spielen und den unglaublichen Geschichten der Piloten lauschen kannst, die gerade von ihren Flügen über die Wildnis zurückgekehrt sind.

Praktische Tipps und Tricks vor der Reise

Da dieses Reiseziel ein bisschen abseits aller Tabellen liegt, ist die Vorbereitung absolut entscheidend.

  • Mietwagen: Wenn du dich entscheidest, auf eigene Faust über den Dalton Highway nach Coldfoot zu fahren, rechne damit, dass die meisten klassischen Vermietungen Fahrten auf Schotterstraßen verbieten. Du musst dir ein speziell ausgerüstetes Auto mieten (zum Beispiel bei Arctic Outfitters). Wir mit Lukáš nutzen sonst ganz normal den Vergleichsdienst DiscoverCars.com für alle gewöhnlichen Roadtrips.
  • Wo man Flugtickets bekommt: Flüge von Deutschland nach Alaska (idealerweise nach Fairbanks) gehören nicht zu den billigsten. Günstige Tickets findest du oft bei Eurowings, Lufthansa oder über Vergleichsportale – gute Verbindungen gehen meist über Seattle oder Frankfurt.
  • Vergiss die Versicherung nicht: Das muss ich wohl kaum betonen. Eine Rettungsaktion per Flugzeug im Gates of the Arctic kostet Zehntausende Dollar. Für Reisen in abgelegene Gebiete wählen wir eine zuverlässige Versicherung und sparen daran sicher nicht (wir haben zum Beispiel sehr gute Erfahrungen mit SafetyWing).
  • Internetverbindung: Im Park gibt es zwar keinen Empfang, aber für die Fahrten durch Alaska und in den Städten lohnt es sich, mobile Daten zu haben. Schau dir die Holafly eSIM-Bewertung an, damit du gleich nach der Landung in Anchorage oder Fairbanks online bist.

Wohin weiter in Alaska

Wenn du schon die lange Reise in den Norden auf dich nimmst, wäre es schade, nicht an den zugänglicheren und trotzdem wunderschönen Orten haltzumachen. Auf dem Blog haben wir noch ein paar weitere Artikel, die dir bei der Planung deiner Alaska-Route garantiert helfen.

Wenn du in den Norden fliegst, machst du fast sicher Halt in der Heimat der Eisskulpturen und Polarlichter. Lies nach, was man in Fairbanks und Umgebung sehen kann.

Wenn dich die Jagd nach dem himmlischen Schauspiel reizt und du nicht unnötig frieren willst, haben wir einen großen Ratgeber erstellt, wann und wo man die Polarlichter in Alaska beobachten kann.

Interessieren dich Nationalparks, aber du traust dir die absolute Wildnis ohne Wege nicht zu? Mach dich auf in den berühmtesten Park Alaskas, über den wir einen ausführlichen Ratgeber geschrieben haben: Denali Nationalpark: Tipps für Ausflüge und Unterkünfte.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Jak se dostat do národního parku Gates of the Arctic?

Do parku nevedou žádné silnice ani turistické stezky. Nejběžnějším způsobem dopravy je pronájem malého letadla (tzv. bush plane) z okolních osad, případně lze do okrajových částí dojít několikadenní pěší túrou z dálnice Dalton Highway. Lety si návštěvníci domlouvají u lokálních leteckých společností (air taxi).

Kolik stojí letenka a celková návštěva parku?

Samotný vstup do národního parku je zdarma a neplatí se žádné poplatky. Největší položkou je pronájem letadla, který se obvykle pohybuje mezi 400 až 1000 dolary na osobu. Cena závisí na vzdálenosti, délce letu a konkrétním místě přistání v divočině.

Kdy je nejlepší doba pro cestu do Gates of the Arctic?

Ideální okno pro návštěvu je velmi krátké, obvykle od poloviny června do konce srpna. V tomto období jsou teploty nejpříjemnější a sníh v nižších polohách roztaje. Od září už hrozí silné mrazy a sněhové bouře, které znemožňují bezpečný let i pobyt.

Jsou v parku kempy a potřebuji povolení?

V celém parku nenajdete žádné vybudované kempy, návštěvnická centra ani značené cesty. Kempování je povoleno kdekoli ve volné přírodě bez nutnosti vyřizovat speciální povolení (permity). Návštěvníci však musí striktně dodržovat pravidla „Leave No Trace“ a mít u sebe certifikovanou nádobu odolnou proti medvědům (bear canister).

Jaká divoká zvířata lze v parku vidět?

Oblast je domovem obrovských stád karibu, jejichž migrace patří k největším přírodním úkazům na Aljašce. Běžně se zde vyskytují také medvědi grizzly, vlci, losi a ovce aljašské. Při pohybu v parku je nutné nosit sprej na medvědy a udržovat od zvířat bezpečný odstup.

Jaký je rozdíl mezi výchozími body Bettles a Coldfoot?

Coldfoot leží přímo na dálnici Dalton Highway, dá se do něj dojet autem a slouží jako častá základna pro pěší vstupy nebo kratší lety. Bettles je izolovaná osada dostupná pouze letecky z Fairbanks, ale nabízí strategičtější polohu pro lety hlouběji do centrální a západní části parku. Obě místa mají ranger stanice pro získání informací a zapůjčení vybavení.

Existuje méně extrémní alternativa k tomuto parku?

Pro cestovatele, kteří hledají dostupnější aljašskou divočinu, je ideální národní park Denali. Na rozdíl od Gates of the Arctic nabízí částečnou silniční infrastrukturu, organizované autobusové prohlídky a vybudované kempy. Přesto si zachovává drsný charakter a nabízí vynikající možnosti pro pozorování divoké zvěře.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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