Ajaccio, Korsika: 11 Tipps auf den Spuren Napoleons 2026

Sobald du aus dem Flugzeug oder von der Fähre steigst und zum ersten Mal tief einatmest, spürst du es sofort. Die Korsen nennen es Macchia, und es ist eine ganz spezielle Mischung aus wildem Thymian, Rosmarin, Myrte und sonnenverbrannter Erde. Der berühmte Feldherr Napoleon Bonaparte soll einst gesagt haben, er würde seine Heimatinsel mit verbundenen Augen allein an diesem einzigartigen Duft erkennen. Und genau in die Stadt, in der dieser französische Kaiser geboren wurde – nach Ajaccio auf Korsika – schauen wir heute gemeinsam.

Ajaccio ist die Hauptstadt Korsikas und bietet eine absolut faszinierende Kombination aus eleganter französischer Atmosphäre und rauem Inselstolz. Erwarte hier aber keine glattgebügelte Riviera mit Promenaden für feine Damen mit Pudeln, denn Korsika ist viel wilder und ursprünglicher. In diesem Artikel bekommst du 11 Tipps, was du in Ajaccio und der unmittelbaren Umgebung sehen und unternehmen kannst. Du erfährst, wo du die schönsten Kunstwerke findest, wo du den Sonnenuntergang erleben solltest und wie du deine Reise so planst, dass du den größten Touristenmassen entgehst.

Zusammenfassung

  • Napoleon auf Schritt und Tritt: Lass dir auf keinen Fall sein Geburtshaus Maison Bonaparte und das majestätische Denkmal auf dem Place d’Austerlitz entgehen.
  • Kunst von Weltformat: Das Musée Fesch beherbergt nach dem Pariser Louvre die zweitgrößte Sammlung italienischer Malerei in Frankreich.
  • Naturkulissen: Mach dich auf zum Kap Pointe de la Parata und fahr mit dem Boot zu den Blutigen Inseln (Îles Sanguinaires), wo du einen unvergesslichen Sonnenuntergang erlebst.
  • Wann hinfahren: Meide unbedingt den August, wenn die Insel aus allen Nähten platzt. Ideale Monate für einen entspannten Urlaub sind Mai, Juni und September.
  • Anreise und Logistik: Ohne Auto bist du auf Korsika aufgeschmissen, also miete dir am besten gleich nach der Ankunft mit der Fähre oder nach der Landung am Flughafen eines.

Wann nach Ajaccio reisen und wie man dorthin kommt

Korsika hat insgesamt vier Flughäfen, und direkt in Ajaccio liegt der größte internationale, den du in der Sommersaison sehr bequem mit Umstieg in Paris oder Nizza erreichst. Von Deutschland aus fliegen in der Hochsaison auch Airlines wie Eurowings oder Lufthansa saisonale Direktverbindungen nach Korsika an. Ein großer Teil der Reisenden wählt aber logischerweise die Fähre, weil das im Hinblick auf die Mobilität auf der Insel selbst enorm viel Sinn ergibt. Tickets empfehle ich bei Corsica Ferries zu suchen, die regelmäßig von mehreren französischen und italienischen Häfen ablegt. Die schnellste Verbindung bietet der französische Hafen in Nizza, von wo aus du das korsische Bastia in 6 bis 7 Stunden erreichst. Von Toulon dauert die Überfahrt rund 8 bis 10 Stunden und von Marseille sitzt du auf dem Schiff auch mal 11 bis 14 Stunden, also vergiss nicht, ein gutes Buch einzupacken.

Wenn du über den Termin nachdenkst, gilt hier eine absolut entscheidende Regel. Den August solltest du am besten komplett auslassen, denn das ist der Monat, in dem Franzosen und Italiener die Insel regelrecht im Sturm erobern – im Vergleich zum Juli sind hier zwei- bis dreimal so viele Menschen. Die Straßen verwandeln sich rasend schnell in endlose Parkplätze, die Preise für Fähren und Unterkünfte schießen 2026 in dieser Zeit in absurde Höhen, und die besten Strände rund um die Stadt sind hoffnungslos überfüllt. Die idealen Monate für einen Besuch in Ajaccio sind Juni und vor allem September, wenn das Meer noch herrlich vom Sommer durchgewärmt ist und man in den Gassen der Altstadt endlich frei durchatmen kann. Der Mai wiederum ist fantastisch zum Wandern, weil die ganze Insel unglaublich duftet und blüht.

Behalte im Hinterkopf, dass du ohne Auto auf Korsika verloren bist. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es zwar theoretisch, aber sich darauf zu verlassen heißt, den Urlaub mit sinnlosem Warten auf Busse zu verbringen, die womöglich gar nicht kommen. Ein Auto gibt dir die wahre Freiheit, leere Buchten und atemberaubende Bergpässe im Landesinneren zu entdecken. Das reine Fährticket für einen Passagier kostet zwischen 40 und 100 Euro. Ein Hin- und Rückfahrtticket für zwei Personen mit Pkw kostet dich dann etwa 250 bis 1000 Euro. Es hängt vor allem davon ab, wie weit im Voraus du buchst und von welchem Hafen du genau ablegst, wobei die Überfahrten aus Italien historisch etwas günstiger ausfallen.

Wo man in Ajaccio übernachtet

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Ajaccio bietet zwei strategisch sinnvolle Gegenden, in denen sich die Suche nach einer Unterkunft absolut lohnt. Die Wahl hängt vor allem davon ab, ob du das lebendige Stadttreiben oder lieber die perfekte Ruhe am Strand bevorzugst. Wenn du alle historischen Sehenswürdigkeiten und beliebten Cafés in Reichweite haben willst, übernachte direkt im historischen Zentrum in der Nähe des Hafens und des Place Foch. Die Unterkünfte hier sind etwas teurer, und rechne damit, dass das Parken in den engen Einbahnstraßen für weniger geübte Fahrer eine ziemlich harte Nuss sein kann. Die abendliche romantische Atmosphäre der beleuchteten Stadt voller hervorragender Restaurants ist es aber definitiv wert.

Die zweite und sehr beliebte Variante ist es, Hotels entlang der Route des Sanguinaires zu suchen. Das ist eine atemberaubende Küstenstraße, die sich von der Stadt nach Westen zu den Blutigen Inseln zieht und absolut fantastische Ausblicke bietet. Hier findest du viele schöne Resorts mit direktem Meerblick und hast es nur ein paar Schritte bis zu den besten Sandstränden. Außerdem lässt es sich hier viel besser parken, was du beim Reisen mit dem Mietwagen auf Korsika wirklich zu schätzen weißt. Deine Unterkunft solltest du mit großem Vorlauf über Booking buchen, denn die besten Kapazitäten zu vernünftigen Preisen sind schon im Frühling weg.

Für Liebhaber städtischer Eleganz ist das historische Hotel Fesch & Spa eine ausgezeichnete Wahl. Es liegt direkt im Stadtzentrum, nur einen Katzensprung vom berühmten Museum entfernt, und bietet einen herrlichen Dachpool mit atemberaubendem Panoramablick über die gesamte Bucht. Sehnst du dich dagegen eher nach Romantik am rauschenden Meer, dann schau dir das Hotel Les Mouettes genauer an. Es handelt sich um eine wunderschöne Villa aus dem 19. Jahrhundert mit eigenem Privatstrand und beheiztem Pool, wo du dich wie in einem echten mediterranen Paradies fühlst. Die Preise pro Nacht im Doppelzimmer in diesen gehobenen Hotels liegen in der Sommerhochsaison bei etwa 180 bis 250 Euro.

11 Tipps, was man in Ajaccio sehen und unternehmen kann

Schauen wir uns nun gemeinsam die konkreten Orte an, die du beim Besuch der korsischen Metropole auf keinen Fall verpassen solltest. Ajaccio lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden, das historische Zentrum ist recht kompakt und die größten Highlights schaffst du locker an ein bis zwei Tagen. Stell dich darauf ein, dass dir der Name Napoleon absolut überall begegnet – von Straßennamen über Statuen bis hin zu Souvenirläden.

1. Geburtshaus von Napoleon Bonaparte (Maison Bonaparte)

Das hier ist absolute Pflicht für jeden Besucher der Stadt und der Ort, an dem 1769 der spätere französische Kaiser tatsächlich geboren wurde. Das Haus liegt in der unscheinbaren und sehr engen Gasse Rue Saint-Charles, die dich mit ihrer unerwarteten Bescheidenheit vielleicht sogar überrascht. Die Familie Bonaparte besaß dieses weitläufige Anwesen bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts und lebte hier mit Unterbrechungen bis 1923, als das historische Gebäude feierlich an den Staat übergeben wurde. Von außen wirkt das Haus sehr unscheinbar, doch im Inneren erwartet dich ein faszinierender Streifzug durch die reiche europäische Geschichte.

Während der Führung gehst du durch wunderschön eingerichtete Zimmer, in denen du originale historische Möbel aus dem 18. Jahrhundert, historische Waffen und verschiedenste Familienporträts siehst. Zu sehen ist hier sogar ein kleines, schlichtes Zimmerchen, in dem der junge Napoleon angeblich einen großen Teil seiner korsischen Kindheit verbrachte. Die Ausstellung ist hervorragend aufbereitet und bringt dir nicht nur das Leben des Feldherrn selbst näher, sondern auch die unglaublichen Schicksale seiner zahlreichen Geschwister, die später zu Königen und Fürsten in ganz Europa wurden. So bekommst du einen großartigen und detaillierten Einblick in den Alltag des damaligen Inseladels.

💡 TIPP: Kauf dir die Tickets in den Sommermonaten unbedingt vorab online. Die Kapazität des historischen Hauses ist zum Schutz des Denkmals streng begrenzt, und die Schlangen in der engen Gasse können in der Nachmittagshitze wirklich zermürbend sein. Der Grundeintritt kostet rund 7 Euro, und die gesamte Besichtigung nimmt dir etwa eine sehr angenehme Stunde in Anspruch.

2. Kathedrale Mariä Himmelfahrt (Cathédrale d’Ajaccio)

Nur ein paar Schritte vom Geburtshaus der Familie Bonaparte triffst du auf die Hauptkathedrale der Stadt, die auf dem kleinen Platz absolut unübersehbar ist. Schuld daran ist ihre leuchtend ockerfarbene Fassade, die an Sonnentagen wunderbar mit dem tiefblauen mediterranen Himmel kontrastiert. Dieser Renaissancebau aus dem Ende des 16. Jahrhunderts ist der Ort, an dem der kleine Napoleon als Säugling getauft wurde. Gleich am Haupteingang findest du bis heute das ursprüngliche Marmortaufbecken, an dem sich dieser für Frankreich so wichtige historische Moment abspielte.

Das Innere der Kirche ist nicht so überwältigend und riesig wie bei den berühmten französischen Kathedralen auf dem Festland, aber es hat seine wunderschöne und sehr intime Atmosphäre. Diese entsteht durch beeindruckende Wandfresken, massive Säulen und reich verzierte Seitenkapellen. Die Kathedrale ist der Schutzpatronin der Stadt geweiht, der barmherzigen Jungfrau Maria, zu der die Einheimischen bis heute mit großer Ehrfurcht um Schutz beten. Achte auch auf die schöne historische Orgel und den majestätischen Altar aus reinem weißem Marmor, der einst aufwendig aus dem italienischen Lucca hierhergebracht wurde.

💡 TIPP: Der Eintritt in die Kathedrale ist völlig kostenlos und außerdem ist sie ein idealer Ort für eine kurze Verschnaufpause beim Erkunden der Stadt. Die groben Steinmauern spenden eine herrliche und so begehrte Kühle, in die du dich für einen Moment vor der grellen korsischen Sonne flüchten kannst.

3. Musée Fesch und atemberaubende italienische Malerei

Wenn du klassische Kunst und Geschichte liebst, haut dich dieses Museum absolut um, und du darfst es beim Besuch der korsischen Metropole auf keinen Fall auslassen. Gegründet hat es Kardinal Joseph Fesch, Napoleons Onkel mütterlicherseits und ein absolut leidenschaftlicher Kunstsammler. Im Laufe seines bewegten und einflussreichen Lebens trug er unglaubliche 16.000 Gemälde und wertvolle historische Artefakte zusammen. Heute beherbergt dieses Museum nach dem berühmten Pariser Louvre die zweitbedeutendste und größte Sammlung italienischer Meister in ganz Frankreich.

Beim Durchschreiten der klimatisierten und sehr geräumigen Säle triffst du auf originale Leinwände von Botticelli, Tizian oder Bellini. Werke solcher Renaissance-Meister auf einer relativ kleinen Insel im Mittelmeer zu sehen, ist ein riesiges und sehr unerwartetes kulturelles Erlebnis. Neben den seltenen italienischen Werken findest du hier auch eine große Sammlung lokaler korsischer Kunst und eine riesige historische Bibliothek mit Zehntausenden seltenen Bänden. Im Hauptinnenhof des Museums empfängt dich dann eine große Bronzestatue des stolzen Gründers selbst.

💡 TIPP: Im rechten Flügel des Gebäudes befindet sich die Chapelle Impériale (Kaiserliche Kapelle), die bis heute als Hauptfamiliengruft der Bonapartes dient. Das Museumsticket für rund 8 Euro gilt auch für den Eintritt in diese wunderschöne neorenaissance Kapelle, in der auch Kardinal Fesch selbst bestattet ist.

4. Altstadt und Leben am Place Foch

Das Herz der gesamten historischen Altstadt von Ajaccio ist der malerische Place Foch, den die Einheimischen oft liebevoll einfach Palmenplatz (Place des Palmiers) nennen. Der Platz ist von allen Seiten von hohen, schattigen Palmen und vielen gemütlichen Cafés mit weitläufigen Außenterrassen gesäumt. Sein Hauptwahrzeichen ist eine riesige Marmorstatue Napoleons in antiker römischer Toga, der stolz von vier Löwen umgeben ist. Es ist der absolut ideale Ort, an dem du dich mit einem Eiskaffee hinsetzen und einfach stundenlang das rege Treiben der Stadt beobachten kannst.

Direkt vom Platz aus erstreckt sich ein dichtes Netz enger Altstadtgassen, voller hoher pastellfarbener Häuser mit traditionellen Fensterläden. Du findest hier Dutzende kleiner Boutiquen, Familienbäckereien und interessanter Handwerkswerkstätten. Verlier dich für eine Weile in beliebten Gassen wie der Rue du Roi de Rome und bewundere die typisch mediterrane Architektur, die ihren starken italienischen und genuesischen Einfluss aus den vergangenen Jahrhunderten nicht verleugnen kann. Am Abend füllen sich diese malerischen Gassen mit Einheimischen und Touristen, und die Atmosphäre ist unglaublich entspannt.

💡 TIPP: Kehr in eines der versteckten Cafés ein und bestell dir zum Nachmittagskaffee etwas Süßes. Die Einheimischen hinter dem Tresen sind sehr freundlich und geben dir gern Tipps, wo du zu einem guten vegetarischen Abendessen aufbrechen kannst, egal ob du Lust auf echte italienische Pizza oder hervorragende Pasta hast.

5. Lokaler Markt und alter Hafen (Marché d’Ajaccio)

Gleich neben dem Place Foch findet jeden Morgen (außer montags) der berühmte lokale Markt statt, der ein absolutes Paradies für alle Liebhaber von gutem, hochwertigem Essen ist. Du findest hier Dutzende kleiner Stände, die buchstäblich vor frischen lokalen Produkten überquellen, und der ganze Platz duftet unglaublich nach Macchia-Kräutern, reifem Käse und frisch gebackenem knusprigem Gebäck. Genau hier kaufen einheimische Großmütter und Spitzenköche aus den besten korsischen Restaurants ihre Zutaten ein – und genau hier erlebst du die echte Inselatmosphäre. Direkt am alten Hafen von Ajaccio kannst du den geschäftigen Alltag rund um die Fischerboote und Fähren beobachten.

Ich empfehle dir unbedingt, den lokalen Käse Brocciu zu probieren – einen unglaublich zarten Schafs- oder Ziegenkäse, der in der Konsistenz der italienischen Ricotta sehr ähnlich ist. Dieser hervorragende Käse bildet die absolute Grundlage vieler korsischer vegetarischer Spezialitäten. Köstlich sind auch die traditionellen Beignets (heiße frittierte Krapfen), gefüllt mit genau diesem salzigen Käse, die dich perfekt sättigen. Vergiss nicht, auch die verschiedenen Kuchen und Kekse aus Kastanienmehl (farine de châtaigne) zu testen, das für die raue Insel absolut typisch ist. Im hinteren Teil des Marktes findest du dann Stände, an denen die einheimischen Fischer ihren morgendlichen Fang aus den umliegenden Buchten verkaufen.

💡 TIPP: Steh früh auf und mach dich am besten schon gegen acht Uhr morgens auf zum Markt, wenn die Auswahl an frischem Käse und duftendem Gebäck absolut am größten ist. So entgehst du außerdem sehr elegant den größten Touristenmassen, die hier meist erst gegen zehn Uhr einströmen.

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6. Pointe de la Parata und der majestätische Turm

Rund 12 Kilometer westlich vom Zentrum Ajaccios liegt der dramatische felsige Vorsprung Pointe de la Parata, der ganz sicher einer der meistfotografierten Orte im weiten Umkreis ist. Auf dem Gipfel dieser steilen Granitklippe erhebt sich ein alter genuesischer Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der den starken Winden stolz trotzt. Er diente in der Vergangenheit als wichtiger strategischer Punkt zur Verteidigung der korsischen Küste vor unerwarteten Piratenüberfällen. Der Weg zum Turm ist heute sehr gut ausgebaut und bietet absolut atemberaubende Ausblicke auf das aufgewühlte tiefblaue Meer.

Die gesamte Gegend rund um dieses majestätische Kap ist ein streng geschütztes Naturreservat, in dem du den echten Duft der wilden Insel in vollen Zügen genießt. Du findest hier gleich mehrere kurze Wanderwege, die dich sicher durch die typische korsische Macchia führen, wo es ununterbrochen nach wildem Thymian, Myrte und Rosmarin duftet. Du kannst dich auf einen sehr angenehmen Rundgang um die gesamte Halbinsel machen, der dir etwa eine Stunde gemütliches Gehen abverlangt und absolut auch für Familien mit kleineren Kindern geeignet ist, denn der Höhenunterschied ist hier wirklich minimal.

💡 TIPP: Vor Ort gibt es einen großen, geräumigen kostenpflichtigen Parkplatz, auf dem du meist problemlos einen Stellplatz findest. Gleich daneben findest du auch ein modernes Informationszentrum mit einem kleinen, gemütlichen Café, wo du dir gekühlte Getränke kaufen kannst, bevor du zum historischen Turm aufsteigst.

7. Blutige Inseln (Îles Sanguinaires) und der magische Sonnenuntergang

Direkt gegenüber dem Kap Parata liegt die legendäre Inselgruppe aus vier kleinen felsigen Eilanden, die direkt aus dem Meeresspiegel emporwachsen. Man nennt sie die Blutigen Inseln (Îles Sanguinaires), und bis heute sind sie eines der wichtigsten touristischen Symbole ganz Korsikas. Ihr unheimlicher Name stammt zum Glück nicht von einer blutigen historischen Schlacht, sondern verweist ausschließlich auf die satte rote Farbe der Porphyrfelsen. Diese leuchten magisch auf, immer am frühen Abend, wenn die letzten schwächer werdenden Strahlen der untergehenden Sonne auf sie fallen, und erschaffen ein Naturschauspiel, an das du dich noch sehr lange erinnern wirst.

Der beste Weg, diese verlassenen Inseln aus der Nähe zu erkunden, ist eine organisierte Bootstour direkt vom Haupthafen in Ajaccio. Diese beliebten Fahrten empfehle ich dir bequem online über GetYourGuide zu buchen, womit du dir das lästige Verhandeln mit den Verkäufern vor Ort ersparst. Die Ausflüge beinhalten oft auch einen kurzen Stopp zu Fuß auf der größten Insel Mezzu Mare, wo du in Ruhe zu den Ruinen eines alten Lazaretts und zum hohen Leuchtturm spazieren kannst, von dem aus du einen herrlichen Rundblick aufs offene Meer hast.

💡 TIPP: Die absolut beliebtesten sind verständlicherweise die Abendfahrten mit einer kleinen Verkostung. Zum fantastischen Sonnenuntergang über dem Meer bekommst du meist eine Verkostung von gutem korsischem Wein oder dem lokal beliebten Bier Pietra, das auf der Insel traditionell mit Zugabe heimischer Kastanien gebraut wird.

8. Entspannung an den Stränden entlang der Route des Sanguinaires

Wenn du dich nach dem anstrengenden Herumlaufen zwischen Sehenswürdigkeiten und klimatisierten Museen ein bisschen erholen willst, musst du nur vom Stadtzentrum aus die Küstenstraße Route des Sanguinaires entlangfahren. Diese landschaftlich reizvolle Strecke ist buchstäblich von einer Reihe wunderschöner und leicht zugänglicher Strände gesäumt, die zum sofortigen Baden einladen. Einer der absolut beliebtesten ist der Plage de Marinella, der mit sehr feinem weißem Sand und herrlich klarem türkisfarbenem Wasser punktet. Der Einstieg ins Meer ist hier sehr flach und der Wasserspiegel außergewöhnlich ruhig, also ist es ein idealer und sicherer Ort. Ein Stück oberhalb des Strandes steht sogar die berühmte Villa des bekannten französischen Sängers Tino Rossi.

Etwas weiter entlang derselben kurvigen Straße triffst du auf den Plage de Terre Sacrée, eine sehr malerische und fotogene Bucht, übersät mit riesigen runden Granitfelsen. Diese verleihen ihr ein viel wilderes und exotischeres Aussehen, das du sofort liebgewinnst. Der Strand trägt seinen erhabenen Namen nach einem großen Steindenkmal, das hier den gefallenen korsischen Soldaten des Ersten Weltkriegs gewidmet ist. Die meisten dieser Strände bieten moderne Strandclubs, wo du dir bequeme Liegen mieten kannst, aber es gibt immer auch jede Menge freien Platz, um dein eigenes Handtuch auszubreiten.

💡 TIPP: In den Sommermonaten fährt vom Zentrum Ajaccios entlang der gesamten Küste die spezielle Buslinie Nummer 5. Sie hält an allen wichtigen Stränden und ist eine absolut großartige Alternative, wenn du in der Hochsaison keine Lust hast, um teure freie Stellplätze auf überfüllten Parkplätzen zu kämpfen.

9. Place d’Austerlitz und die Höhle Casone

Etwas abseits des belebten historischen Zentrums findest du den riesigen und sehr weitläufigen Place d’Austerlitz, den du bei einem angenehmen Spaziergang erreichst. Diesen Ort dominiert ein absolut monumentales Denkmal von Napoleon Bonaparte, das aufgrund seiner Größe schon von Weitem zu sehen ist. Auf dem Gipfel der hohen Steinpyramide steht die majestätische Bronzestatue des Kaisers in seiner typisch stolzen Haltung, die Hand fest in den Mantel geschoben. Auf den riesigen schräg geneigten Steinplatten unter ihm sind dann detailliert die Namen seiner berühmtesten und größten militärischen Siege eingemeißelt, die die Landkarte des damaligen Europas veränderten.

Direkt hinter diesem imposanten historischen Denkmal befindet sich ein geheimnisvoller Ort namens Grotte du Casone, umgeben von üppigem Grün. In Wirklichkeit ist es keine klassische tiefe Höhle, sondern eher ein riesiger Granitfelsen, der eine Art kleinen, schattigen Felsunterschlupf bildet. Einer sehr beliebten lokalen Legende zufolge kam der kleine Napoleon hierher, um heimlich zu spielen, und schmiedete schon im zarten Kindesalter in aller Ruhe seine großen militärischen Pläne zur künftigen Eroberung der ganzen Welt.

💡 TIPP: Auch wenn diese beliebte Geschichte vom spielenden Feldherrn womöglich nur eine romantische Erzählung für Touristen ist, hat der Ort seinen besonderen und sehr starken historischen Zauber. Der Spaziergang zum Denkmal durch die schattige, hochgewachsene Allee ist eine sehr angenehme Abwechslung am Nachmittag beim Besuch der Stadt, bei der du für einen Moment elegant dem größten Verkehrstrubel entkommst.

10. Aussichtsfahrt mit der Touristenbahn

Wenn dir nach einem ganzen Tag voller Entdeckungen schon ordentlich die Füße wehtun oder du mit kleineren Kindern reist, die in der Hitze schlicht nicht laufen wollen, habe ich einen tollen rettenden Tipp für dich. Eine großartige und sehr beliebte Variante, um die Stadt schnell und bequem kennenzulernen, ist eine Fahrt mit der lokalen Touristenbahn (Petit Train d’Ajaccio). Diese niedlichen Bähnchen fahren sehr regelmäßig vom Hauptplatz Place Foch ab und bieten den Touristen zwei verschiedene interessante Aussichtsrouten. Die erste ist etwas kürzer, führt dich durch die engen Gassen der Altstadt und zeigt dir alle wichtigen historischen Sehenswürdigkeiten rund um Napoleon.

Die zweite, deutlich längere und viel landschaftlichere Route bringt dich aus der Stadt heraus entlang der gesamten Küste bis zum Kap Parata und den berühmten Blutigen Inseln, sodass du das Beste der umliegenden Natur siehst. Während der gesamten Fahrt kannst du bequem die Ausblicke aufs Meer genießen und über Kopfhörer einem fesselnden Audioguide voller Wissenswertem über die Geschichte, Kultur und Natur Korsikas lauschen. Es ist eine sehr angenehme und unanstrengende Art, sich einen grundlegenden Überblick darüber zu verschaffen, wo in der Stadt was genau liegt.

💡 TIPP: Das Ticket für die längere Runde zu den Klippen kostet einen erwachsenen Besucher rund 12 Euro. Die Bähnchen sind in den Sommermonaten bei Touristen sehr beliebt, also empfehle ich dir, mit etwas Vorlauf am Platz zu sein, um dir in Ruhe die besten Plätze am Rand mit gutem Ausblick zu sichern.

11. Ausflüge ins Landesinnere (Corte und die Berge)

Obwohl die sonnenverwöhnte Küste von Ajaccio mit ihren Sandstränden wunderschön ist, verbirgt sich die wahre raue Seele Korsikas tief im Landesinneren, das du auf keinen Fall auslassen solltest. Nach etwa anderthalb Stunden kurviger Autofahrt von der Hauptstadt erreichst du das historische Bergstädtchen Corte. Es ist perfekt von scharfen Granitgipfeln umgeben und diente im 18. Jahrhundert unter der Führung von Pasquale Paoli als Hauptstadt der unabhängigen korsischen Regierung. Die Stadt wird von einer alten Steinzitadelle beherrscht, majestätisch auf einem steilen Felsen thronend, von wo aus du einen absolut fantastischen Blick in die umliegenden tiefen grünen Täler voller Kastanienwälder hast. Bis heute gibt es hier außerdem die einzige Universität der Insel.

Von Corte aus kannst du dann ins atemberaubende Restonica-Tal aufbrechen, durch das ein glasklarer und sehr eiskalter Gebirgsfluss wild hindurchströmt. Dieser bildet auf seinem Weg wunderschöne natürliche Steinbecken, die absolut ideal für eine schnelle sommerliche Erfrischung sind. Die schmale Bergstraße führt dich bis zu einem abgelegenen Parkplatz, von dem aus du dich auf einen körperlich anspruchsvolleren Trek zu den Bergseen Melo und Capitello machen kannst. Genau hoch oben in diesen Bergen wird dir der unglaubliche Kontrast zwischen der eleganten französischen Küste und der absolut wilden, ungezähmten Natur, die über Korsika herrscht, voll bewusst.

💡 TIPP: Wenn du ein erfahrener Bergmensch bist, interessiert dich vielleicht, dass ein Stück von hier der legendäre Fernwanderweg GR20 verläuft, der die Insel durchquert, 180 Kilometer misst und einen riesigen Höhenunterschied von 12.000 Metern aufweist. Wildcampen ist hier unter hohen Strafen streng verboten, und Plätze in den Berghütten musst du lange im Voraus reservieren.

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Wohin als Nächstes von Ajaccio aus

Korsika ist zwar flächenmäßig eine recht kleine Insel, aber wegen der äußerst kurvigen Bergstraßen dauern die Fahrten hier viel länger, als du erwarten würdest. Wenn du ein Auto zur Verfügung hast, empfehle ich dir, Richtung Süden in die Stadt Bonifacio aufzubrechen, deren Altstadt auf riesigen weißen Kalksteinklippen balanciert, die senkrecht ins Meer abfallen. Es ist ein visuell absolut überwältigendes Erlebnis, das die Gesetze der Schwerkraft auf den Kopf stellt. Unter der mächtigen Zitadelle findest du außerdem die berühmte Aragonesische Treppe, die direkt in die steile Felswand gehauen ist und dich bis hinunter zum Meeresspiegel führt.

Schön ist auch ein Ausflug an die Nordwestküste, über die du mehr in unserem Artikel über die Region Calvi und Balagne lesen kannst. Dort findest du eine riesige Zitadelle, die sich über dem Meer erhebt, schmale gepflasterte Gassen und viele kleine, in den Hügeln versteckte Bergdörfer. Wenn du die ganze Insel erkunden willst und zusammenhängende Informationen zum GR20-Trek, zu Campingplätzen oder weiteren versteckten Buchten mit weißem Sand suchst, lass dir auf keinen Fall unseren ausführlichen Reiseführer für ganz Korsika entgehen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage brauche ich für die Besichtigung von Ajaccio?

Für die Stadt selbst und ihre Hauptsehenswürdigkeiten, einschließlich Napoleons Geburtshaus und des umfangreichen Fesch-Museums, reicht euch ein ganzer Tag völlig aus. Wenn ihr aber auch die umliegenden Strände an der Route des Sanguinaires in Ruhe genießen, abends mit dem Boot zu den Blutinseln fahren und eine kürzere Wanderung am Kap Parata unternehmen möchtet, empfehle ich euch definitiv, für diese Gegend 2 bis 3 Tage einzuplanen.

Brauche ich während meines Aufenthalts in Ajaccio ein Auto?

Wenn Sie planen, nur im Stadtzentrum zu bleiben und gelegentlich mit der Buslinie 5 zum nächsten Strand zu fahren, brauchen Sie nicht unbedingt ein Auto. Sobald Sie aber Ausflüge ins Landesinnere unternehmen, die Berge rund um die Stadt Corte erkunden oder in den wunderschönen Süden nach Bonifacio fahren möchten, ist ein Auto absolut notwendig. Die öffentlichen Verkehrsmittel auf der Insel sind nämlich sehr spärlich, Busse fahren unregelmäßig und ohne eigenes Auto geht Ihnen die wahre Freiheit verloren.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Stadt?

Die besten Bedingungen herrschen im Juni und im September, wenn das Meer herrlich warm ist, auf den engen Straßen nicht so viel Andrang herrscht und man vernünftige Unterkunftspreise bekommt. Der Mai ist wiederum absolut großartig zum Wandern, da die Insel wunderschön blüht und typisch nach Macchia duftet, das Wasser kann allerdings noch etwas kühler sein. Den August solltet ihr unbedingt meiden, die Insel ist extrem überlaufen und die Preise für alles erreichen ihr absolutes Maximum.

Wo finde ich die besten Strände in der Umgebung?

Die schönsten und zugänglichsten Sandstrände liegen entlang der Küstenstraße Route des Sanguinaires direkt westlich der Stadt. Zu den beliebtesten gehören Plage de Marinella und Plage de Terre Sacrée, die wunderbar feinen Sand und einen sehr sanften Zugang zum Wasser haben. Die Buchten sind zudem geschützt und ruhig, was sie zu einem idealen und sicheren Ort zum Baden auch für Familien mit kleinen Kindern macht.

Ist ein Urlaub in Ajaccio teuer?

Korsika gehört generell zu den spürbar teureren französischen Reisezielen. Für 2026 solltet ihr damit rechnen, dass gute Unterkünfte in der Hochsaison locker um die 180 bis 250 Euro pro Nacht kosten. Ein Hauptgericht im Restaurant schlägt mit etwa 20 bis 30 Euro zu Buche, und auch die Festpreise für Fähren vom Festland oder die lokale Automiete sind ziemlich hoch. Wenn ihr sparen wollt, reist unbedingt außerhalb der Hauptsaison im Sommer.

Wie komme ich am besten zu den Krvavé-Inseln?

Na die eigentlichen Blutsinseln (Îles Sanguinaires) kommt man ausschließlich per Boot. Vom Haupthafen in Ajaccio legen täglich gleich mehrere organisierte Ausflugsboote ab. Die mit Abstand beliebtesten sind die Abendfahrten kombiniert mit einer Wein- oder lokalen Bierverkostung. Vom Deck aus kann man dann in Ruhe den atemberaubenden Sonnenuntergang beobachten, wenn die hiesigen Porphyrfelsen ihre typische rote Farbe annehmen und ein unvergessliches Schauspiel bieten.

Was sollte ich von der lokalen Gastronomie probieren?

Auf keinen Fall solltet ihr den frischen Schaf- oder Ziegenkäse Brocciu verpassen, der vielen hervorragenden vegetarischen Gerichten beigefügt wird, einschließlich heißer frittierter Krapfen (Beignets). Als Dessert probiert den Fiadone, einen fantastischen Zitronenkuchen aus genau diesem Käse, oder jegliches süße Gebäck, das aus traditionellem korsischem Kastanienmehl gebacken wird. Das Ganze könnt ihr dann stilvoll mit dem lokalen Bier Pietra herunterspülen, das unter Zugabe von Kastanien gebraut wird.

Wie lange dauert die Fahrt mit der Fähre vom Festland?

Die schnellste Fährverbindung bieten die Häfen der französischen Stadt Nizza, von wo aus die Überfahrt etwa 6 bis 7 Stunden dauert. Wenn ihr zur Insel von Toulon aus übersetzt, müsst ihr mit 8 bis 10 Stunden Fahrtzeit rechnen. Die längste Reise erwartet euch von Marseille aus, wo ihr 11 bis 14 Stunden auf dem Schiff verbringt. Preislich am günstigsten sind hingegen historisch gesehen meist die Fähren von den italienischen Häfen.

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