Unsere erste Flugreise mit unserem kleinen Jonáš haben wir erst kurz vor seinem zweiten Geburtstag gewagt. Ich hatte richtig Bammel davor, aber heute weiß ich: Das Fliegen mit Kleinkind klappt bei ihm viel besser als jede Autofahrt.
Aus Sicht der Eltern ist das Alter zwischen ungefähr einem und drei Jahren objektiv die schwierigste Phase zum Reisen. Ein Kleinkind verschläft nicht mehr den ganzen Flug wie ein Baby, versteht aber gleichzeitig noch keine Regeln und leidet am meisten unter der Kombination aus Müdigkeit und fehlender Bewegungsfreiheit.
Weiter unten findest du zehn konkrete Tipps, wie du den Flug mit so einem kleinen Wirbelwind ohne Nervenzusammenbruch überstehst. Ich zeige dir, wie du den Schlaf richtig timst, womit du ihn auf dem Sitz beschäftigst und wie du das Thema Essen löst.

Zusammenfassung
- Das schwierigste Alter liegt zwischen 1 und 2 Jahren: Während Babys den Großteil des Flugs beim Rauschen der Triebwerke verschlafen, hat ein Kleinkind einen enormen Bewegungsdrang und versteht nicht, warum es angeschnallt sitzen muss.
- Flüssigkeitsregeln am Flughafen: An modernen Terminals mit CT-Scannern darfst du inzwischen bis zu 2 Liter Flüssigkeit mitnehmen, an vielen anderen Kontrollstellen gilt aber weiterhin die strenge 100-ml-Grenze.
- Gebühren für Kleinkinder (Infant): Bis zwei Jahre fliegt dein Kind auf deinem Schoß, bei Ryanair zahlst du eine feste Gebühr von 25 Euro pro Strecke, bei Wizz Air rund 27 Euro.
- Der einschneidende zweite Geburtstag: Sobald dein Kind zwei Jahre alt wird, muss es aus Sicherheitsgründen ein eigenes Ticket und einen vollwertigen Sitzplatz haben, was das Reisen sprunghaft teurer macht.
- Neue EU-Fahrgastrechte: Am 13. 7. 2026 wurde eine Revision verabschiedet, die Kindern bis 14 Jahren einen kostenlosen Sitzplatz neben den Eltern garantiert (voll wirksam ab Mitte 2027).
- Schlafmittel sind tabu: Fachleute warnen ausdrücklich davor, Kindern unter zwei Jahren Melatonin zu geben, bei älteren Kindern ist unbedingt vorher der Kinderarzt zu konsultieren.
Fliegen mit Kleinkind: 10 Dinge, die du wissen musst
Schauen wir uns jetzt die wichtigsten Punkte an.
1. Warum ein Kleinkind im Flugzeug anstrengender ist als ein Baby (und wie du dich darauf einstellst)
Wenn man von einem Kind im Flugzeug spricht, stellen sich die meisten automatisch ein schreiendes Neugeborenes vor. Erfahrene Mütter aus den Foren würden dir aber bestätigen, dass ein Flug mit einem kleinen Baby fast schon ein Geschenk ist. Säuglinge lieben nämlich weißes Rauschen, und das ständige Dröhnen der Triebwerke schläfert sie in Kombination mit den feinen Vibrationen oft ein, noch bevor das Anschnall-Zeichen erlischt. Mit einem Kleinkind zwischen dem ersten und zweiten Jahr ist das eine ganz andere Disziplin, denn es kommt in ein Alter, in dem es die Welt entdeckt, laufen lernt und einfach nicht an einem Platz zu halten ist.
Ein Kleinkind will schlicht nicht mehr untätig in Mamas Armen liegen, es braucht Action und wird völlig logischerweise wütend, wenn du es zum Sitzen zwingst. In dieser Zeit gilt es bei den Airlines noch als sogenanntes Infant, hat also keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz und zappelt dir die ganze Reise über auf dem Schoß herum. Für die Eltern ist das körperlich anstrengend, weil sie zum menschlichen Klettergerüst werden, und für das Kind psychisch, weil ihm sein persönlicher Freiraum fehlt.
Die beste Strategie ist, die Tatsache zu akzeptieren, dass du dich während des Flugs schlicht nicht ausruhen und keine einzige Seite deines Lieblingsbuchs lesen wirst. Sobald du dich damit abgefunden und in den Modus des Vollzeit-Animateurs geschaltet hast, merkst du, dass sich das mit etwas Kreativität und einem Berg an Snacks recht entspannt überstehen lässt.
2. Wie du den Flug nach dem Schlaf planst (und was du tust, wenn der Plan scheitert)

Die Grundregel für das Fliegen mit Kleinkind klingt recht logisch: Wähle die Flugzeit so, dass sie sich mit dem natürlichen Schlaf des Kindes überschneidet. Genau das haben Lukáš und ich bei unserem ersten Flug von Faro nach Wien gemacht. Wir haben ganz bewusst eine Direktverbindung ohne nerviges Umsteigen gewählt und sie auf die Mittagszeit gelegt. Unsere Strategie ging mit Bravour auf, denn Jonáš schlief schon vor dem Start ein und wir konnten kurz durchatmen. 😅
Aber die Luftfahrt ist unberechenbar, und du musst immer einen Plan B für den Fall einer Verspätung parat haben – das hat sich bei uns gleich auf dem Rückflug bestätigt. Der Flug nach Faro sammelte eine unangenehme Verspätung, unser sorgfältig ausgeklügelter Schlafplan fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen und Jonáš war am Ende die ganze Zeit wach. Anfangs waren wir ziemlich nervös, doch letztlich war es überhaupt kein Problem.
Wenn dein Kind im Flugzeug nicht einschläft, versuch nicht, es mit Gewalt zum Schlafen zu bringen, sonst stresst du es nur noch mehr. Lass es lieber aus dem Fenster schauen, zeig ihm die Wolken oder das Flughafenpersonal – für ein Kleinkind ist das ein riesiges, faszinierendes Erlebnis, das es am Ende auf ganz natürliche Weise müde macht.
3. Start und Landung, wenn das Kind den Gurt boykottiert
Die Regeln der Airlines sind eindeutig: Ein Kind unter zwei Jahren muss während Start und Landung immer mit einem speziellen Kindergurt angeschnallt sein, der durch deinen eigenen gezogen wird. Aber erklär das mal einem Kleinkind, das gerade seinen Tag hat und beschlossen hat, sich in seinem Bewegungsdrang partout nicht einschränken zu lassen. Genau das passierte uns auf dem Flug nach Paris, wo Jonáš den Sicherheitsgurt bei Start und Landung komplett boykottierte – das kostete uns eine Menge Schweiß und gutes Zureden.
Wichtig ist, einen kühlen Kopf zu bewahren, die Aufmerksamkeit des Kindes auf etwas völlig anderes zu lenken und vor allem nicht in Panik zu geraten. Bei unserem allerletzten Flug war das zum Glück kein Thema mehr, Jonáš verstand, dass es nur für einen kurzen Moment ist – und wir stellten fest, dass sich Kinder in diesem Alter buchstäblich von Monat zu Monat verändern.
Neben dem Anschnallen solltest du auch die Physiologie nicht vergessen, denn der Sinkflug ist für Kinderohren oft viel schmerzhafter als der Start selbst. Der Kabinendruck ändert sich, und kleinen Kindern hilft einzig das Schlucken. Halte deshalb für den Moment, in dem der Kapitän den Sinkflug ankündigt, ein Fläschchen Wasser, einen Lieblings-Quetschie oder für größere Kinder ein Kaugummi bereit, damit sich die Ohrtrompete auf natürliche Weise löst.
4. Bewegung in der Kabine und wann der Gang die Lage rettet

Sobald das Anschnall-Zeichen erlischt und das Flugzeug die Reiseflughöhe erreicht, beginnt für dich der leichtere Teil der Reise. Das Kind muss nicht mehr angeschnallt auf deinem Schoß sitzen, was für euch beide eine enorme Erleichterung ist, und du kannst es im Gang ein wenig laufen lassen, sofern die Flugbegleiter gerade keine Verpflegung verteilen. Bewegung in der Kabine ist für Kleinkinder absolut entscheidend, denn sie müssen ihre Beine strecken und die neue, ungewohnte Umgebung erkunden.
Viele Eltern schwören in dieser Flugphase aufs Tragen, und eine Babytrage ist dann die absolute Rettung, wenn das Kind übermüdet ist und einfach nicht zur Ruhe kommt. Du schnallst es dir vor den Bauch und schlenderst langsam durchs Flugzeug hin und her, denn das sanfte Wiegen und dein Gang beruhigen die meisten Kinder zuverlässig.
Denk aber an eine ganz zentrale Sicherheitsregel, an die das Personal immer wieder erinnert. Bei Start, Landung und Turbulenzen muss das Kind immer aus der Trage genommen und ganz normal mit dem Sicherheitsgurt angeschnallt werden, denn eine Trage ist nicht als Rückhaltesystem zertifiziert und würde bei einem heftigen Abbremsen weder dich noch das Baby schützen.
5. Essen, Trinken und die tückischen Regeln für Flüssigkeiten
Das Füttern eines Kleinkinds an Bord ist ein Kapitel für sich, aber bei Essen und Trinken gilt eine einfache Regel: Nimm doppelt so viel mit, wie du glaubst, dass dein Kind realistisch essen wird. Snacks dienen im Flugzeug nicht nur gegen den Hunger, sondern vor allem als zuverlässige Beschäftigung, die ein Kind lange Minuten unterhalten kann. Reiche Knabbereien, geschnittenes Obst oder Käse nach und nach, gib nicht alles auf einmal, damit du auch am Ende des Flugs noch Trümpfe im Ärmel hast.
Was Flüssigkeiten angeht, können die Regeln an den Flughäfen Eltern ganz schön den Kopf verdrehen. An immer mehr Terminals gibt es inzwischen neue CT-Scanner, mit denen du bis zu 2 Liter Flüssigkeit mitnehmen darfst – aber pass genau auf, von wo du fliegst.
An Kontrollstellen ohne die neue Technik – häufig dort, wo unsere beliebten Billigflieger wie Ryanair oder Wizz Air abfliegen – gilt weiterhin die strenge Grenze von 100 ml pro Behälter. Babynahrung und Milch sind zwar in der für die Reise nötigen Menge von dieser Regel ausgenommen, aber ⚠️ die Kontrolle kann sehr gründlich sein und das Personal darf dich um eine Kostprobe bitten – halte deshalb am besten alles übersichtlich bereit.
6. Unterhaltung an Bord (die Abwechslungsregel und die Tablet-Amnestie)

Der häufigste Fehler, den frischgebackene Eltern laut Flugbegleitern machen, ist, dass sie alle vorbereiteten Spielsachen auspacken, noch bevor das Flugzeug überhaupt von der Startbahn abhebt. Wende konsequent die Abwechslungsregel an, dosiere die einzelnen Aktivitäten im 20-Minuten-Takt und fang ruhig mit dem Einfachsten an, etwa dem Betrachten der Sicherheitsanweisungen in der Sitztasche. Du kannst auch ein paar kleine Spielsachen in Geschenkpapier einwickeln, denn schon das Auspacken frisst jede Menge Zeit und macht dem Kleinkind riesigen Spaß.
Und dann ist da noch das große Thema Bildschirme, wegen dem sich viele Eltern unnötige Vorwürfe machen. Im Flugzeug gilt der Überlebensmodus, und eine Tablet-Amnestie ist völlig in Ordnung, was auch die Position der amerikanischen Kinderärztevereinigung bestätigt, wonach gelegentlicher Medienkonsum auf einer langen Reise Kindern in keiner Weise schadet.
Heb dir die auf dem Tablet gespeicherten Zeichentrickfilme aber als Atombombe für die schlimmste denkbare Krise auf, typischerweise für die letzte Flugstunde, wenn das Kind wirklich müde ist. Verlass dich niemals auf das Bord-WLAN, das meist teuer und unzuverlässig ist, und lade dir lieber vorab deine Lieblingsserien aufs Handy, damit sie dir im ungünstigsten Moment nicht wegbrechen.
7. Die Angst vor Blamage und wie du fremde Blicke aushältst
Wenn du dich durch die Foren liest, merkst du schnell, dass die allergrößte Hürde für Familien nicht die Angst um die Sicherheit ist, sondern die panische Angst davor, wie das Umfeld reagieren wird. Wir fürchten, dass unser Kind den ganzen Flug durchweint, dass die anderen Passagiere uns mit genervten Blicken durchbohren und dass wir uns eine riesige internationale Blamage einhandeln. Doch genau diese innere Unruhe und den geschnürten Magen spürt das Kind zuverlässig und übernimmt sie.
Halt kurz inne und mach dir eines klar: Du hast für dein Ticket genau so viel bezahlt wie der Herr im Anzug zwei Reihen weiter vorn, also hat dein Kleinkind das absolute und unbestreitbare Recht, in diesem Flugzeug zu sein. Ein Flugzeug ist ein öffentliches Verkehrsmittel, keine stille Bibliothek, und wer absolute Ruhe braucht, sollte sich Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung zulegen.
Wenn das Kind wirklich unkontrolliert zu schreien beginnt und du spürst, wie dir das Gesicht rot wird, hilft es, die Spannung durch direkte Kommunikation mit den nächsten Sitznachbarn zu lösen. Es reicht, sich mit einem entschuldigenden Lächeln umzudrehen und zu sagen, dass ihm gerade die Zähne kommen oder die Ohren zu sind – die meisten Menschen werden sofort milder, wenn sie sehen, dass du dich aktiv um die Situation bemühst.
8. Was sich nach dem zweiten Geburtstag ändert
Der zweite Geburtstag ist in der Welt der Luftfahrt eine magische Grenze, nach der die Ära des relativ günstigen Reisens endet und eine völlig neue Logistikphase beginnt. Schlag auf den zweiten Geburtstag darf das Kind nicht mehr auf deinem Schoß sitzen, die Airlines behandeln es nicht mehr als Säugling und du musst ihm ein eigenes Ticket mit vollwertigem Sitzplatz kaufen. Der Preis des Familienurlaubs steigt dadurch sprunghaft, denn Kinderrabatte sind bei klassischen Airlines minimal und Billigflieger bieten sie gar nicht an.
Wichtig ist zu verstehen, wie die Airlines das Alter des Kindes zum Reisezeitpunkt berechnen. Wenn dein Kleinkind mitten im Urlaub zwei Jahre alt wird, musst du ihm für den Rückflug ein normales Ticket mit eigenem Sitzplatz kaufen, auch wenn es auf dem Hinflug noch als Infant zur Pauschalgebühr geflogen ist. Bei manchen Airlines kann das bedeuten, dass du kurz vor Abflug den aktuellen und sehr teuren Tarif nachzahlen musst – kauf die Tickets deshalb immer gleich korrekt von zu Hause aus.
Ein eigener Sitzplatz hat aber auch enorme Vorteile, denn plötzlich hast du viel mehr Platz für dich und die Spielsachen. Ein zweijähriges Kind nimmt das Geschehen um sich herum außerdem schon bewusst wahr, du kannst mit ihm verhandeln, ihm erklären, was gerade passiert, und das Wolkengucken aus seinem eigenen Fenster hält es ganz schön lange bei Laune.
9. Wann es sich lohnt, früher einen eigenen Sitzplatz zu kaufen
Obwohl Kinder unter zwei Jahren gegen eine kleine Gebühr auf dem Schoß der Eltern fliegen dürfen, entscheiden sich immer mehr Familien, ihnen schon viel früher einen eigenen Sitzplatz zu kaufen. Aus Sicherheitssicht ist das nämlich mit Abstand die beste Lösung, worauf auch die amerikanischen Luftfahrtbehörden seit langem hinweisen, denn ein Erwachsener hat bei starken Turbulenzen keine physische Chance, das Kind im Arm zu halten. Wenn dein Budget es zulässt, sorgt ein eigener Sitzplatz mit zertifiziertem Kindersitz oder dem Gurtsystem CARES Harness für maximale Sicherheit.
Bei Billigfliegern kommt es außerdem gelegentlich zu der paradoxen Situation, dass sich ein eigener Sitzplatz sogar finanziell lohnt. Die Gebühr für ein Kind auf dem Schoß ist fest (bei Ryanair 25 Euro, bei Wizz Air ca. 27 Euro pro Strecke), wenn du also günstige Tickets im Angebot erwischst und der Erwachsenentarif vielleicht nur 15 Euro kostet, lohnt es sich, gleich einen ganzen Platz zu kaufen.
Diesen Trick nutzen viele erfahrene Reisende, aber ⚠️ pass auf die richtige Namenseingabe bei der Buchung auf – bei manchen Airlines empfiehlt es sich, statt des Vornamens das Wort INFANT einzugeben, um zu vermeiden, dass automatisch die Säuglingsgebühr berechnet wird. Lukáš und ich haben zudem beste Erfahrungen mit unserem kompakten Reisebuggy Joolz Aer gemacht, den man bei vielen Airlines direkt mit an Bord nehmen darf, sodass wir ihn nach der Landung nicht irgendwo in den Tiefen des Flughafens suchen müssen.
10. Verspätungen, neue Fahrgastrechte und wie du das Ganze überstehst

Das größte Schreckgespenst jedes Elternteils am Flughafen ist die leuchtende Anzeige DELAYED, denn mehrere Stunden in einem überfüllten Terminal mit einem müden Kleinkind zu warten, ist wirklich eine Nervenprobe. Eine Verspätung bringt zuverlässig deinen ganzen sorgfältig geplanten Schlafrhythmus durcheinander, deshalb ist es absolut entscheidend, immer genug Wasser, haltbare Snacks und vor allem eine große Portion Geduld dabeizuhaben. Such am Flughafen eine Spielecke, lass das Kind sich ordentlich auspowern und versuch nicht, es um jeden Preis vor dem Einsteigen einzuschläfern.
In Sachen Gesetzgebung hat die Europäische Union die Beschwerden der Familien endlich erhört: Am 13. Juli 2026 wurde die lang erwartete Revision der Fahrgastrechte final verabschiedet. Sie bringt eine ganz zentrale Neuerung, wonach ein Kind unter 14 Jahren völlig kostenlos neben der Begleitperson platziert werden muss – du musst also keine Angst mehr haben, dass das Buchungssystem eines Billigfliegers euch an entgegengesetzte Enden des Flugzeugs setzt. Diese Regeln sollen realistisch und flächendeckend ab Mitte 2027 gelten.
⚠️ Weiterhin strittig ist jedoch der Anspruch auf finanzielle Entschädigung für einen verspäteten Flug bei Kindern unter zwei Jahren, die ohne eigenen Sitzplatz fliegen. Die Meinungen von Juristen und Airlines gehen auseinander, manche lehnen Anträge direkt ab, andere zahlen die Entschädigung, wenn für das Kind zumindest irgendeine Gebühr entrichtet wurde. Deshalb lautet die goldene Regel: Reiche den Antrag für dein Kleinkind immer ein, du verlierst dadurch nichts und wirst vielleicht angenehm überrascht.
Praktische Übersicht und Richtpreise
Um dir die Planung so leicht wie möglich zu machen, haben Lukáš und ich eine übersichtliche Tabelle mit den wichtigsten Limits und Gebühren zusammengestellt, denen du 2026 wahrscheinlich begegnest. Beachte, dass sich die Regeln der Airlines ändern können, prüfe sie also vor dem Kauf immer nach.
| Airline / Flughafen | Regel für Kind unter 2 Jahren (Infant) | Richtpreis (eine Strecke) |
|---|---|---|
| :— | :— | :— |
| Ryanair | Kind fliegt auf dem Schoß, kein Anspruch auf Handgepäck. | 25 € (feste Gebühr) |
| Wizz Air | Kind fliegt auf dem Schoß, eine kleine Handtasche darf zusätzlich mit. | ca. 27 € (feste Gebühr) |
| Klassische Airlines | Kind auf dem Schoß (Lufthansa, KLM usw.). | 10 % vom Erwachsenenticket |
| Terminals mit CT-Scannern | Moderne Sicherheitskontrolle. | Flüssigkeiten bis 2 Liter |
| Ältere Kontrollstellen | Herkömmliche Sicherheitskontrolle. | Flüssigkeiten max. 100 ml (Babynahrung ist ausgenommen) |
Neben den Ticketgebühren solltest du wissen, dass die meisten Airlines Kinderwagen oder Kindersitz im Frachtraum völlig kostenlos befördern – sogar die günstigsten Billigflieger.
Wie geht es weiter
Wenn du deine Tickets schon gebucht hast und dich eher mit der praktischen Ausrüstung oder gesundheitlichen Komplikationen beschäftigst, schau dir unbedingt unsere weiteren ausführlichen Ratgeber an. Wir haben für dich jede Menge Tipps aus unseren eigenen Reisen zusammengetragen, damit du nicht alle Fehler selbst entdecken musst.
- Mit Kindern fliegen: der komplette Ratgeber
- Wie du dein Kind im Flugzeug beschäftigst
- Ohrenschmerzen im Flugzeug bei Kindern
- Flugticket fürs Kind
- Wo du mit dem Kind im Flugzeug sitzen solltest
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meinem Kleinkind vor dem Flug Schlafmittel oder Melatonin geben?
Experten und Kinderärzte warnen ausdrücklich vor diesem Schritt. Melatonin wird für Kinder unter zwei Jahren überhaupt nicht empfohlen, und bei älteren Kindern sollte es nur nach vorheriger Rücksprache mit deinem behandelnden Arzt verabreicht werden. Verlasse dich lieber auf natürliche Müdigkeit, ein Lieblingsspielzeug und eine ruhige Herangehensweise – zehn Kilometer über der Erde mit Medikamenten zu experimentieren ist ein enormes Risiko.
Was passiert, wenn das Kind während des Urlaubs seinen zweiten Geburtstag feiert?
Wenn dein Kleinkind als Säugling gegen eine Pauschalgebühr mit dir abfliegt, aber während des Aufenthalts am Reiseziel zwei Jahre alt wird, muss es für den Rückflug ein vollwertiges Ticket mit eigenem Sitzplatz gebucht haben. Fluggesellschaften richten sich immer nach dem Alter des Kindes am Tag des jeweiligen Fluges, also denk schon bei der Buchung daran, damit du nicht astronomische Summen für ein Last-Minute-Ticket nachzahlen musst.
Wie sieht es mit Flüssigkeiten und Babymilch an deutschen Flughäfen aus?
Das hängt vom Flughafen ab. An vielen deutschen Flughäfen gelten ab 2025 neue Regeln mit höheren Limits (bis zu 2 Liter), während an anderen noch die alte 100-ml-Regel besteht. Babynahrung und Milch haben in der Regel eine Ausnahme von der 100-ml-Regel, aber ⚠️ das Sicherheitspersonal kann verlangen, dass du davon kostest oder eine spezielle Kontrolle durchführen, also halte alles separat bereit.
Kann ich mein Kleinkind beim Start in der Babytrage haben?
Nein, aus Sicherheitsgründen ist das nicht erlaubt. Während Start, Landung und bei Turbulenzen muss das Kind aus der Trage genommen werden und mit einem speziellen Babygurt an dir gesichert sein, den dir die Flugbegleiterin vor dem Start bringt. Die Trage kannst du zum Einschlafen im Gang erst nutzen, wenn das Anschnallzeichen erloschen ist.
Ist das Flugzeug wirklich so laut, dass das Kind Kopfhörer braucht?
⚠️ Auch wenn im Internet erschreckende Zahlen kursieren, stammen diese oft von Verkäufern von Kinder-Gehörschützern. Der Lärm in der Kabine ist monoton und für gesunde Ohren nicht gefährlich, aber Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung können deinem Kleinkind subjektiv sehr dabei helfen, besser zu schlafen und sich von der störenden Umgebung abzuschotten. Sie lösen allerdings nicht das Problem verstopfter Ohren – dagegen hilft nur Schlucken.
Muss ich für ein Kind unter 2 Jahren zahlen, auch wenn es keinen Sitzplatz hat?
Ja, das Reisen mit einem Säugling auf dem Schoß ist leider nicht völlig kostenlos. Billigfluggesellschaften erheben eine Pauschalgebühr (z. B. Ryanair 25 Euro pro Strecke), während klassische Fluggesellschaften meist etwa 10 Prozent des Erwachsenenticketpreises verlangen. Steuern und Flughafengebühren sind in diesem Betrag normalerweise bereits enthalten.
Sinkflug oder Start: Was ist schlimmer für die Ohren?
Aus physiologischer Sicht ist der Sinkflug für Kinderohren viel unangenehmer und schmerzhafter als der Start selbst. Der Druck von außen beginnt auf das Trommelfell zu drücken und die Eustachische Röhre braucht Hilfe beim Druckausgleich, deshalb hebe dir die Lieblingskekse, ein Getränk mit Strohhalm oder den Schnuller genau für den Moment auf, wenn der Kapitän den Beginn des Sinkflugs ankündigt.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
