Schweden: 30 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse 2026

TL;DRSchweden bietet dreißig konkrete Tipps, nach Regionen von Süden nach Norden geordnet – von Gamla Stan und dem Vasa-Museum in Stockholm über Göteborg, Malmö, Öland und Gotland bis nach Kiruna und Abisko in Lappland, wo man von September bis April, idealerweise für drei bis vier Nächte, auf Polarlichtsuche geht. Für einen sommerlichen Roadtrip durch den Süden (Skåne, Småland, Öland) solltest du mindestens 7 bis 10 Tage einplanen, für Stockholm oder Göteborg reicht ein verlängertes Wochenende. Ein Hotelzimmer kostet etwa 100 bis 145 € pro Nacht, ein Mittagessen als „dagens lunch“ 120 bis 150 SEK. Das Land ist nahezu vollständig bargeldlos, stärkeren Alkohol gibt es nur in den staatlichen Systembolaget-Läden und die Öresundbrücke, die Malmö mit Kopenhagen verbindet, kostet für die Überfahrt ungefähr 65 bis 70 €.
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Schweden ist zwar das drittgrößte Land der Europäischen Union, doch bei der Planung ihrer ersten Reise machen viele einen entscheidenden Fehler. Sie versuchen, diese riesige Fläche in eine einzige einwöchige Reiseroute zu quetschen. Die Entfernung vom südlichen Malmö bis ins nördliche Kiruna entspricht nämlich ungefähr der Strecke von Berlin nach Madrid. Das Land lässt sich daher praktisch in zwei völlig unterschiedliche Reiseziele aufteilen, die sich bei einer normalen Reise einfach nicht gemeinsam schaffen lassen.

Während der grüne und dicht besiedelte Süden zu entspannten Sommer-Roadtrips, auf die Inseln und in Designstädte einlädt, erwartet dich im rauen Norden ein ursprüngliches arktisches Abenteuer. Im Winter reist man dorthin wegen des Polarlichts und der Schneemobile. Wenn du über eine Reise nachdenkst, kannst du dich auf jede Menge Weite und Raum zum Durchatmen freuen, denn trotz des wachsenden Interesses gibt es hier praktisch keinen klassischen Massentourismus mit überfüllten Stränden.

Stell dich allerdings auf ein Land ein, in dem einige Regeln etwas anders funktionieren. Bargeld interessiert hier kaum noch jemanden, jeden Nachmittag steht die Zeit für eine Kaffeepause ehrfürchtig still und stärkeren Alkohol bekommst du am Wochenende im normalen Supermarkt schlicht nicht. Reisende schwärmen dafür von der Ruhe, der allgegenwärtigen englischen Sprache und der Natur, die dich dank des einzigartigen Jedermannsrechts praktisch überall willkommen heißt.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Süden oder Norden: Entscheide dich gleich zu Beginn. Der Süden (Skåne, Göteborg, Stockholm) eignet sich ideal für sommerliche Autoreisen. Der Norden (Lappland) ist arktische Exotik, die man im Winter wegen Polarlicht und eisiger Kälte besucht.
  • Bargeldlose Falle: Schweden ist nahezu vollständig bargeldlos. Mit Papierkronen kommst du nicht weit, alles wird mit Karte bezahlt. Die Einheimischen lieben die App Swish, die du als ausländischer Besucher leider nicht nutzen kannst.
  • Alkoholmonopol: Alles mit mehr als 3,5 % Alkohol bekommst du ausschließlich in den staatlichen Systembolaget-Läden. Samstags schließen sie bereits um 15:00 Uhr, sonntags bleiben sie kompromisslos geschlossen.
  • Verkehr und Maut: Die Autobahnen sind für Pkw kostenlos. Bezahlt werden nur die Einfahrt in die Zentren von Stockholm und Göteborg sowie die großen Brücken. Eine gute Nachricht: Ryanair fliegt inzwischen direkt von Berlin zum Stockholmer Hauptflughafen Arlanda.
  • Gastronomie mit Köpfchen: Du möchtest in Restaurants kein Vermögen ausgeben? Halte mittags Ausschau nach Schildern mit der Aufschrift „dagens lunch“. Für etwa 120 bis 150 SEK (10–15 €) bekommst du ein Hauptgericht, ein reichhaltiges Salatbuffet, Kaffee und Brot.
  • Das Stuga-Phänomen: Eine typische rote Holzhütte am See zu mieten, ist die beste und authentischste Möglichkeit, den Sommerurlaub im Land zu verbringen.
  • Achtung vor den Sommerferien: Im Juli haben die meisten Schweden ihren sogenannten Industrisemester. Die Städte leeren sich, und viele kleinere Betriebe können einen ganzen Monat geschlossen sein.

Wann nach Schweden reisen?

Die Wahl des richtigen Monats ist entscheidend, denn hier prallen Erwartungen und raue Realität oft aufeinander. Fragen nach der besten Reisezeit füllen jeden Tag die Reiseforen. Die Sommermonate locken mit endlos langen Tagen, doch die Temperaturen in Stockholm liegen im Juli durchschnittlich nur bei etwa 21 °C. Abends kann es am Wasser empfindlich kühl werden, deshalb ist ein warmer Pullover auch mitten im Sommer sinnvoll. Im Juli findet außerdem der sogenannte Industrisemester statt, in dem viele Einheimische ihre Sachen packen und in ihre Ferienhäuser fahren. Das bedeutet zwar halb leere Städte, dafür aber hoffnungslos überfüllte Campingplätze und Fähren.

Ein Kapitel für sich ist das schwedische Midsommar, also das Fest zur Sommersonnenwende, das auf den Freitag zwischen dem 19. und 24. Juni fällt. Es ist das magischste Fest des Jahres. Die Einheimischen stellen einen geschmückten Maibaum (klädd stång) auf, flechten Blumenkränze und tanzen den traditionellen, leicht absurden Tanz der kleinen Frösche. Das Ganze hat allerdings einen gewaltigen Haken. Das Land macht einfach kompromisslos dicht. Restaurants, Geschäfte und Cafés haben geschlossen, der Verkehr läuft nach Feiertagsfahrplan. Wenn du diese Traditionen selbst erleben möchtest, musst du aufs Land oder in das Stockholmer Freilichtmuseum Skansen fahren – sonst sitzt du in einer verlassenen Stadt hungrig fest.

Eine große Plage im sommerlichen Norden und im Landesinneren sind Mücken und kleine stechende Fliegen namens Knott. Von Mitte Juni bis Mitte August können sie an Mooren und Seen die Hölle losbrechen lassen, daher ist ein starkes Mückenschutzmittel aus der Region absolut unverzichtbar. Erfahrene Reisende empfehlen für Sommerreisen deshalb häufig eher den September. Die Natur beginnt, sich in fantastische Herbstfarben zu verwandeln, nach den ersten Frösten verschwinden die Mücken und im Norden stehen die Chancen bereits sehr gut, das erste Polarlicht zu sehen, das sich außerdem wunderschön in den noch eisfreien Seen spiegelt.

Wenn du dagegen in den hohen Norden möchtest, musst du dich auf ein Spiel aus Licht und Dunkelheit einstellen. Nördlich des Polarkreises erlebst du von Ende Mai bis Mitte Juli die Mitternachtssonne: Das Licht verschwindet überhaupt nicht vom Himmel, und eine Schlafmaske wird zu deiner besten Freundin. Im Dezember und Januar herrscht dort dagegen die Polarnacht. Die Sonne zeigt sich überhaupt nicht, und die Landschaft wird nur wenige Stunden am Tag in ein magisches blaues Zwielicht getaucht. Für Winteraktivitäten und Polarlichtjagd sind Februar und März statistisch deutlich angenehmer, weil die Fröste dann meist nicht mehr ganz so streng sind und die Tage schnell länger werden.

Wo in Schweden übernachten?

💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Wir suchen unsere Unterkünfte am liebsten über Booking.com, wo die Stornierungsbedingungen meist am besten sind. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lassen sich anschließend über GetYourGuide vergleichen und buchen.

Unterkünfte gehören nicht zu den günstigsten Budgetposten, bieten dafür aber einen wirklich hohen Standard. Ein normales Doppelzimmer in einem guten Hotel kostet etwa 100 bis 145 € pro Nacht. Eine tolle Alternative für Familien und Gruppen sind komfortabel ausgestattete Campingplätze oder traditionelle rote Hütten (Stuga), in denen du dank der eigenen Küche enorm viel Geld für Restaurantbesuche sparst.

Wenn du die Hauptstadt und ihre Umgebung erkunden möchtest, suchst du dir am besten strategisch eine Unterkunft direkt im Zentrum am Hauptbahnhof. Der stilvolle Downtown Camper by Scandic am Brunkebergstorg liegt nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Den Pool auf dem Dach mit Blick über die Stadt wirst du nach einem langen Tag voller Sehenswürdigkeiten wirklich brauchen. 😌 Für ein etwas knapperes Budget ist das nahe gelegene Hobo Hotel eine hervorragende Wahl. Es punktet mit entspannter Hipster-Atmosphäre, kleineren, praktischen Zimmern und einem ausgezeichneten lokalen Café direkt in der Lobby.

Im Süden des Landes, besonders wenn du mit dem Auto aus Dänemark über die Öresundbrücke kommst, ist Malmö der ideale Ausgangspunkt. Probiere das berühmte Clarion Hotel Malmö Live, das sich als modernes Wahrzeichen hoch über der Stadt erhebt. Von den oberen Etagen bietet sich dir ein atemberaubender Blick direkt auf die Meerenge und die Küste von Kopenhagen. Außerdem liegt es nur einen Katzensprung vom schönen nachhaltigen Viertel Västra Hamnen und nicht weit vom Bahnhof entfernt.

Wenn deine Traumreise dagegen in den eisigen Norden nach Lappland führt, ist Kiruna der logischste Ausgangspunkt. Sehr beliebt ist das familienfreundliche Resort Camp Ripan. Hier wohnst du nicht in einem riesigen Betonklotz, sondern in gemütlichen, einzeln stehenden Hütten, die über einen Birkenhain verteilt sind. Das Resort verfügt über ein eigenes, ausgezeichnetes arktisches Spa. Dank der etwas abgelegenen Lage kannst du von hier aus direkt das Polarlicht beobachten und musst keine teuren nächtlichen Touren auf der Suche nach Ruhe und Dunkelheit bezahlen.

Polarlichtjäger entscheiden sich jedoch oft für die hundert Kilometer weiter entfernte STF Abisko Turiststation direkt unterhalb des Berges Nuolja. Du übernachtest in einfachen Zimmern oder Hütten des schwedischen Touristenvereins für einen Bruchteil des Preises arktischer Lodges, bist in wenigen Minuten an der Seilbahn zur Aurora Sky Station und befindest dich vor allem direkt unter dem berühmten blauen Loch, an dem der Himmel selbst bei schlechtem Wetter aufreißt. Buche weit im Voraus: Die Kapazität ist klein und in der Saison schon Monate vorher ausgebucht.

Eine völlig andere Liga ist die Sommerunterkunft im Süden. Auf Öland liegt Böda Sand, der größte Campingplatz Schwedens mit 1.350 Stellplätzen, 125 Hütten, eigener Bäckerei und kilometerlangem weißem Sandstrand, den du an der Ostsee nicht erwarten würdest. Eine Hütte für vier Personen ist günstiger als ein Doppelzimmer in Stockholm, du hast eine eigene Küche und sparst dadurch auch beim Essen. Ähnlich funktionieren die über das ganze Land verteilten STF-Unterkünfte (Vandrarhem), auch auf den Inseln des Archipels. Für ein sauberes Zimmer mit Gemeinschaftsküche zahlst du dort etwa 25 bis 35 € pro Nacht.

30 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse in Schweden

Ganz gleich, ob du ein verlängertes Wochenende in Stockholm oder einen dreiwöchigen Sommer-Roadtrip mit einem bis unters Dach vollgepackten Auto planst – dieses Land lässt dich nicht zur Ruhe kommen. Die folgenden dreißig Tipps führen vom flachen Süden bis in den arktischen Norden. Such dir daraus einfach die Hälfte aus, die zu deiner Reisezeit passt.

1. Stockholms Gamla Stan: Postkartenidylle

Das historische Herz Stockholms liegt auf der Insel Stadsholmen und ist ein perfekter Besuchermagnet. Es besteht aus einem Netz kopfsteingepflasterter Gassen, ockerfarbenen Fassaden und dem Stortorget mit seinen bunten Häusern. Hier findest du auch den Königlichen Palast mit seiner regelmäßigen Wachablösung, die in den Sommermonaten ein großes Ereignis ist.

Gamla Stan ist besonders früh am Morgen zauberhaft, bevor die Menschenmassen von den Kreuzfahrtschiffen in die Gassen strömen. Die Hauptstraße Västerlånggatan solltest du allerdings lieber meiden: Sie ist eine klassische Touristenfalle mit überteuertem Essen. Sobald du nur zwei Gassen weiter in Richtung Wasser abbiegst, findest du ruhigere Bistros. Für Vegetarier sind die kleinen Cafés eine gute Wahl, in denen du zum Mittag ein hervorragendes Sandwich oder eine sättigende Suppe bekommst.

💡 Tipp: Such die Gasse Mårten Trotzigs gränd. Sie ist die engste Gasse der Stadt, an ihrer schmalsten Stelle unglaubliche 90 Zentimeter breit und auf Fotos einfach fantastisch.

2. Vasa-Museum: Der berühmteste Schiffbruch der Geschichte

Auf der grünen Insel Djurgården steht ein Museum, das jedes Jahr mehr als 1,3 Millionen Besucher empfängt und als meistbesuchtes Museum ganz Skandinaviens gilt. In einer riesigen, abgedunkelten Halle verbirgt sich die Vasa. Das Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert sollte der Stolz von König Gustav II. Adolf werden, sank aber wegen der übermäßigen Anzahl an Kanonen und seines falschen Schwerpunkts 1628 bereits nach 1.300 Metern seiner ersten Fahrt.

333 lange Jahre lag sie auf dem Grund des Hafens. Ingenieure hoben sie 1961 wieder an die Oberfläche. Dank des niedrigen Salzgehalts der Ostsee blieb das Holz nahezu perfekt erhalten. Heute steht vor dir ein Koloss, der zu 98 Prozent aus ursprünglichem Eichenholz besteht – sein Anblick ist schlicht atemberaubend. Du wirst dich fühlen wie in der Kulisse von „Fluch der Karibik“.

💡 Tipp: Das Museum hat dynamische Eintrittspreise eingeführt (240 SEK / etwa 22 € im Sommer, 195 SEK / etwa 18 € im Winter) und ist vollständig bargeldlos. Lass deine schwedischen Kronen lieber gleich im Portemonnaie. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben außerdem freien Eintritt.

3. Insel Djurgården: Skansen und die Welt von ABBA

Djurgården diente einst als königliches Jagdrevier, heute ist die Insel das große museale Herz Stockholms. Die größte Attraktion ist Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt, das 1891 gegründet wurde. Es handelt sich nicht nur um ein paar Holzhäuser, sondern um einen riesigen Park mit historischen Gebäuden aus dem ganzen Land und einem nordischen Zoo, in dem du Elche, Bären und Vielfraße siehst. Kinder haben freien Eintritt, du musst für sie online allerdings ein kostenloses Ticket „kaufen“.

Musikfans dürfen sich dagegen das vollständig interaktive ABBA The Museum nicht entgehen lassen. Das Motto der Ausstellung lautet „Here you go again – you come in, you dance out“. Besucher sind begeistert, auch wenn der Eintritt (etwa 250 SEK / rund 23 €) nicht gerade günstig ist. Du kannst dort im Hologrammstudio direkt mit der Band singen oder ein spezielles Telefon abheben, dessen Nummer nur die vier Gruppenmitglieder kennen. Angeblich rufen sie manchmal tatsächlich an.

💡 Tipp: Tickets für das Vasa-Museum, ABBA The Museum und Skansen kannst du vorab online kaufen, zum Beispiel über GetYourGuide. Im Juli und August umgehst du damit die Warteschlangen an den Kassen. In der Nebensaison kannst du sie aber problemlos vor Ort kaufen, der Preis ist meist derselbe.

4. Stockholmer U-Bahn: Die längste Galerie der Welt

Eine ganz normale Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird in Stockholm zum Kulturerlebnis. Die Tunnelbana trägt nämlich den Titel der längsten Kunstgalerie der Welt. Rund 90 von 100 Stationen wurden von Künstlern gestaltet – mit Skulpturen, unglaublichen Mosaiken und räumlichen Installationen. Für die Besichtigung brauchst du nur eine normale Fahrkarte für 42 SEK (etwa 4 €), die 75 Minuten gilt und beliebig viele Umstiege erlaubt.

Am fotogensten ist ohne Zweifel die blaue Linie. Die Station T-Centralen umgibt dich mit beruhigenden blauen Ranken, die direkt auf den rohen Fels einer unterirdischen Höhle gemalt wurden. Die Station Solna Centrum beeindruckt dagegen mit einer leuchtend roten Decke, die an den Abendhimmel über einem endlosen grünen Fichtenwald erinnert. Fahr am besten am Wochenende vormittags los, wenn sich unter der Erde noch keine Pendler drängen – dann bekommst du die besten Fotos.

5. Ausblicke über dem Wasser: Monteliusvägen und Fjällgatan

Stockholm liegt auf vierzehn Inseln, daher mangelt es hier nicht an fantastischen Ausblicken auf das Wasser. Die besten verstecken sich auf Södermalm, das steil über die umliegende Bebauung ragt. Das ehemalige Arbeiterviertel hat sich zur coolsten Adresse der Stadt entwickelt. Besonders interessant ist das Viertel SoFo mit seinen unabhängigen Cafés und tollen Vintage-Läden.

Wenn dir nach großartigen Fotos ist, such die Promenade Monteliusvägen auf. Es handelt sich um einen schmalen, etwa einen halben Kilometer langen Weg, der direkt in den Fels geschnitten wurde. Von dort hast du Gamla Stan und das majestätische Rathaus direkt vor Augen. Eine weitere hervorragende Wahl ist die historische Straße Fjällgatan an der Ostseite der Insel. Zum Abendessen fährst du anschließend ins Viertel Vasastan zur Rörstrandsgatan, wo du ausgezeichnete Bistros mit einer großen Auswahl an vegetarischen Gerichten findest.

6. Stockholmer Schärengarten: Dreißigtausend Inseln

Nur eine Stunde mit dem Boot vom Zentrum Stockholms entfernt liegt eine völlig andere Welt. Der hiesige Archipel (Skärgården) besteht nicht aus ein paar Inselchen, sondern aus einem gigantischen Labyrinth aus 30.000 Inseln, Felsen und Schären. Jedes Stück Land strahlt seine ganz eigene Stimmung aus. Für Familien und kurze Ausflüge empfehle ich Vaxholm mit seiner historischen Festung und den vielen Cafés. Liebhaber des offenen Meeres und des Segelns fahren dagegen ins weiter entfernte Sandhamn.

Eine große Neuigkeit für Reisende ist die Eröffnung des neuen Nationalparks Nämdöskärgården im September 2025. Es handelt sich um den ersten Meeresnationalpark der Ostsee. Er bietet unglaublich klares Wasser und perfekte Bedingungen für Kajakfahrer, außerdem ist der Eintritt völlig kostenlos. Am besten bewegst du dich mit den weißen Schiffen der Gesellschaft Waxholmsbolaget zwischen den Inseln. Dafür lohnt sich der Kauf des Inselpasses Båtluffarkort.

💡 Tipp: Wenn du in der Sommersaison die weiter entfernten Inseln erkunden möchtest, überprüfe immer sorgfältig die Abfahrtszeit des letzten Schiffs zurück in die Stadt. Unterkünfte auf den Inseln bekommst du ohne vorherige Reservierung nämlich praktisch nicht.

7. Schloss Drottningholm: Königliche Residenz

Das Drottningholm, das oft als schwedisches Versailles bezeichnet wird, liegt nur einen Katzensprung vom Stockholmer Zentrum entfernt auf der Insel Lovön. Die prachtvolle Anlage aus dem 17. Jahrhundert ist der ständige Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie und steht zu Recht auf der UNESCO-Welterbeliste. Während der Südflügel streng privat bleibt, ist der restliche Palast öffentlich zugänglich und beeindruckt durch seinen hervorragenden Erhaltungszustand.

Neben den wunderschönen Innenräumen wirst du von den riesigen Barockgärten mit ihrem Labyrinth und dem weitläufigen englischen Park begeistert sein, der sich perfekt für ein Picknick am Nachmittag eignet. Zur Anlage gehört auch ein einzigartiges Hoftheater (Slottsteater), das bis heute mit seiner originalen Theatermaschinerie aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist. Die Kulissen bewegen sich hier genau so, wie es die barocken Ingenieure vorgesehen haben – ein bisschen Magie ist dabei. Die stilvollste Anreise führt über das Wasser: Historische Dampfschiffe legen direkt am Stockholmer Rathaus ab, und schon die Fahrt selbst ist ein großes Erlebnis.

8. Uppsala und Gamla Uppsala: Wikingergrabhügel

Uppsala liegt etwa 70 Kilometer nördlich von Stockholm und ist das perfekte Ziel für einen Tagesausflug in die Geschichte. Die Stadt wird von der größten Kathedrale Skandinaviens dominiert, in der der legendäre König Gustav Vasa ruht. Hier befindet sich außerdem Schwedens älteste Universität, die bereits 1477 gegründet wurde. Die Straßen sind voller Studenten, Fahrräder und gemütlicher Cafés, die der Stadt eine ausgesprochen lebendige Atmosphäre verleihen.

Nur ein kurzes Stück außerhalb der Stadt liegt Gamla Uppsala (Alt-Uppsala). Einst war es das wichtigste Macht- und religiöse Zentrum des heidnischen Nordens. Heute findest du hier faszinierende Königsgrabhügel aus dem 6. Jahrhundert, in denen der Legende nach die ersten schwedischen Könige bestattet wurden. Das hervorragende örtliche Museum erzählt alles über die rauen Rituale der Wikinger. Auf einem Ausflug durch die Umgebung wirst du außerdem garantiert auf frei stehende Runensteine stoßen.

9. Göteborg: Zweite Stadt und riesige Schnecken

Göteborg an der Westküste wirkt im Vergleich zum eleganten Stockholm deutlich entspannter, leicht industriell und proletarisch. Das Leben läuft hier langsamer, und die allgegenwärtige Meeresluft lädt sofort die Akkus auf. Aus den Industriehäfen, in denen einst Schiffe gebaut wurden, sind Galerien, Restaurants und ein ganz neues Viertel entstanden. Wenn du am Hafen entlanggehst, hast du das Gefühl, aus Versehen in Kopenhagen abgebogen zu sein. Das Stadtbild hat sich erst kürzlich durch den neuen Wolkenkratzer Karlatornet verändert. Mit seinen 246 Metern und der Aussichtsplattform ist er derzeit das höchste Gebäude Skandinaviens.

Das Herz der Altstadt ist das Viertel Haga mit seinen kopfsteingepflasterten Straßen und gut erhaltenen Holzhäusern. Hier musst du unbedingt eine Fika im Café Husaren einlegen, wo legendäre Zimtschnecken in der Größe eines Esstellers gebacken werden. Familien mit Kindern zieht es anschließend in Liseberg, den größten Vergnügungspark Skandinaviens. Der Eintritt beginnt bei 95 SEK (etwa 9 €), und der Park plant eine große Erweiterung um die Wasserwelt Oceana, deren Eröffnung nach dem jüngsten Brand für 2027 vorgesehen ist.

💡 Tipp: Tickets für Liseberg und Plätze für Schiffsausflüge entlang der Westküste bekommst du zum Beispiel über GetYourGuide vorab. Das lohnt sich besonders in den Ferien. Bei kleineren Angelausflügen und der Seafood Safari in Bohuslän ist es dagegen oft günstiger, direkt im Hafen zu buchen – vergleiche daher beide Preise.

10. Südliche Schären vor Göteborg: Austern und Ruhe

Direkt vor den Toren Göteborgs liegt der südliche Schärengarten (Södra skärgården), von dem viele ausländische Touristen noch nie gehört haben. Er besteht aus Dutzenden Granitinseln, auf denen Autos absolut verboten sind. Die Einheimischen bewegen sich ausschließlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf speziellen Lastenmopeds fort. Die Anreise ist erstaunlich einfach: Nimm einfach die Straßenbahnlinie 11 und steig im Hafen Saltholmen mit deinem ganz normalen ÖPNV-Ticket auf die Fähre um.

Mach einen Abstecher auf die Insel Styrsö und unternimm romantische Spaziergänge zwischen den Holzhäusern, oder fahr weiter bis zur abgelegenen Insel Vrångö mit ihren Sandstränden und ihrer herrlichen Ruhe. Die ganze Region ist außerdem für ihre fantastischen Meeresfrüchte bekannt. Im Herbst beginnt hier die Hummersaison, und die Fischer vor Ort bieten beliebte Seafood-Safaris an. Die Fischer warten das ganze Jahr auf diese Saison und essen ihren Hummer mit einer solchen Ernsthaftigkeit, dass du lieber nicht über deinen Teller hinweg mit ihnen plauderst. 😄

💡 Tipp: Fahr am besten unter der Woche auf die Inseln. An sonnigen Wochenenden flieht nämlich die halbe Stadt Göteborg hierher, und auf den Fähren wird es ziemlich eng.

11. Bohuslän und Fjällbacka: Auf den Spuren von Camilla Läckberg

Wenn du von Göteborg aus nach Norden in Richtung norwegische Grenze fährst, empfängt dich eine Landschaft aus glatt geschliffenen, rosafarbenen Granitinseln und tiefblauem Meer. Die Küste von Bohuslän ist gesäumt von malerischen Fischerdörfern mit den typischen roten und weißen Häusern. Für diesen Roadtrip solltest du mindestens drei Tage einplanen: Die Gegend ist so bezaubernd, dass du am liebsten gar nicht mehr abreisen möchtest.

Fjällbacka darfst du auf keinen Fall auslassen – der Ort ist ein Mekka für alle Fans skandinavischer Krimis. Hier lässt die Schriftstellerin Camilla Läckberg ihre blutigen Romane spielen. In Wirklichkeit geht es hier ausgesprochen ruhig und sicher zu. Spaziere durch die schmale Felsschlucht Kungsklyftan, die auch im Film über Ronja Räubertochter zu sehen ist. Anschließend geht es zum Hafen, auf den eine Bronzebüste der Schauspielerin Ingrid Bergman blickt, die hier viele Jahre ihren Sommer verbrachte.

12. Nationalpark Kosterhavet: Ein Paradies unter Wasser

Ganz nahe an der norwegischen Grenze endet die schwedische Westküste mit dem Nationalpark Kosterhavet. Er wurde 2009 als erster Meeresnationalpark des Landes ausgewiesen. Der größte Teil des Parks liegt unter Wasser. Dank der klaren, kalten Strömungen aus der Nordsee leben hier mehr als 6.000 Tierarten, darunter seltene Kaltwasserkorallen.

Das Zentrum des Parks bilden die Inseln Nordkoster und Sydkoster, die du mit der Fähre vom Städtchen Strömstad aus erreichst. Autos sind hier nicht erlaubt. Leih dir also gleich am Hafen ein Fahrrad und radle zwischen Weiden, Heideflächen und kleinen Buchten hindurch, in denen dich sofort entspannte Urlaubsstimmung umfängt. Das Wasser ist unglaublich klar und lädt im Sommer selbst die kleinsten Reisenden zum Baden ein. Denk nur daran, dass im Nationalpark strengere Regeln fürs Campen gelten.

13. Öresundbrücke: Ein Wunderwerk der Ingenieurskunst

Für viele Reisende, die mit dem Auto in den Norden fahren, ist die berühmte Öresundbrücke der ersehnte Höhepunkt ihrer Reise. Das 16 Kilometer lange Meisterwerk der Ingenieurskunst, bekannt aus der düsteren Krimiserie „Die Brücke – Transit in den Tod“, verbindet das dänische Kopenhagen mit dem schwedischen Malmö. Einen Teil der Strecke fährst du durch einen Tunnel unter dem Meer, bevor du auf der künstlichen Insel Peberholm wieder auftauchst und den Rest hoch über den Wellen zurücklegst. Ein monumentales Erlebnis.

Allerdings ist das Vergnügen nicht ganz billig. Die einfache Maut für einen Pkw kostet umgerechnet etwa 65 bis 70 €. Außerdem hat Schweden die stichprobenartigen Kontrollen an seinen Schengen-Grenzen mindestens bis November 2026 verlängert. Kontrolliere deshalb vor der Auffahrt auf die Brücke immer, ob alle Mitfahrenden einen gültigen Reisepass oder Personalausweis dabeihaben – die Kontrollen sind sehr gründlich.

💡 Tipp: Wenn du die Brücke hin und zurück überqueren möchtest, lohnt es sich, vorab online das ØresundGO-Abonnement abzuschließen. Dafür zahlst du zwar eine Jahresgebühr, doch der Preis pro Überfahrt sinkt so stark, dass sich die Investition schon bei der ersten Hin- und Rückfahrt auszahlt.

14. Malmö: Falafel und nachhaltige Zukunft

Malmö ist Schwedens drittgrößte Stadt und hat unter Touristen einen etwas unterschätzten Ruf. Aus dem ehemaligen Schwerindustriehafen ist jedoch ein unglaublich dynamisches und multikulturelles Zentrum geworden. Symbol dieses Wandels ist der Wolkenkratzer Turning Torso, der sich wie ein riesiger weißer Korkenzieher über dem Öko-Stadtteil Västra Hamnen erhebt. Das Gebäude ist bewohnt und hat deshalb keine öffentliche Aussichtsplattform – ein Spaziergang über die Holzstege darunter lohnt sich aber allemal.

In der Stadt treffen Kulturen aus 180 Ländern aufeinander, was sich wunderbar in der Gastronomie widerspiegelt. Ein Abstecher ins Viertel Möllevången für den berühmten Malmöer Falafel gehört einfach dazu. Falafel ist hier eine echte Institution: Für etwa 50 bis 70 SEK bekommst du eine riesige Portion köstliches vegetarisches Essen, die auch kleine Reisebudgets schont. Geschichten über gefährliche Bandenviertel beziehen sich auf abgelegene Vororte. Die historischen Zentren, Sehenswürdigkeiten und Touristenviertel in Stockholm, Göteborg und Malmö sind tagsüber wie nachts ruhig.

15. Lund: Dom und Studentenleben

Während Malmö modern und dynamisch wirkt, liegt nur 20 Minuten Zugfahrt entfernt Lund – das komplette Gegenteil. Die alte Universitätsstadt mit ihrer renommierten Hochschule gehört den Studierenden und Fahrrädern. Kopfsteinpflastergassen sind von Backsteinhäusern mit Efeu umgeben, und überall herrscht wohltuende historische Ruhe. Lund ist das ideale Ziel für einen halbtägigen Abstecher aus dem Großstadttrubel.

Der Höhepunkt ist der majestätische romanische Dom von Lund aus dem 12. Jahrhundert. Besonders faszinierend ist seine mechanische astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert: Zweimal täglich führen hölzerne Ritter einen Kampf auf. Anschließend geht es in die dunkle Krypta unter der Kirche, wo Besucher den versteinerten Riesen Finn bestaunen, der laut Legende versucht haben soll, den Bau zu zerstören.

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16. Ystad und die Südschleife: Die weißen Strände von Skanör

Die Provinz Skåne im äußersten Süden Schwedens widerlegt alle Klischees von dunklen nordischen Wäldern. Hier findest du sanfte grüne Ebenen, laubgrüne Buchenwälder und eine unglaublich schöne Küste. Mach einen Abstecher auf die Halbinsel Falsterbo: Dort erstrecken sich kilometerlange, strahlend weiße Sandstrände, gesäumt von kleinen Strandhütten in Pastellfarben. Im Sommer erinnert die Gegend an die Hamptons in Schweden, und das Meer lädt zum Baden ein.

Ein Stück weiter östlich liegt das malerische Städtchen Ystad. Durch die historische Altstadt ziehen sich Gassen mit hervorragend erhaltenen Fachwerkhäusern, weltberühmt wurde der Ort jedoch durch den fiktiven Kommissar Kurt Wallander. Im Tourismusbüro bekommst du eine Karte, mit der du die Schauplätze aus Henning Mankells beliebten Büchern erkunden kannst. Zum Abschluss gönnst du dir einen Kaffee in Kommissar Wallanders Lieblingscafé Fridolfs konditori.

17. Ales stenar: Schwedens Stonehenge

Etwa 20 Kilometer östlich von Ystad erhebt sich auf einer hohen, grasbewachsenen Klippe direkt über den Wellen der Ostsee einer der magischsten Orte ganz Skandinaviens. Ales stenar besteht aus 59 gewaltigen Steinblöcken, die zu einem beeindruckenden, knapp 70 Meter langen Schiff angeordnet sind. Die Atmosphäre hier ist geradezu mystisch.

Das megalithische Monument stammt aus der Eisenzeit, etwa aus dem Jahr 600 nach Christus, und diente vermutlich als Sonnenkalender oder Grabstätte. Der Aufstieg vom kleinen Parkplatz im Hafen von Kåseberga hinauf zur Klippe dauert nur etwa eine Viertelstunde. Oben erwarten dich eine unglaubliche Atmosphäre, das Rauschen des Meeres und kräftiger Wind. Wenn du im Süden unterwegs bist, solltest du diesen Stopp auf keinen Fall verpassen – die Fotos von hier sind fantastisch.

18. Öland: Kalksteinsavanne und entspannter Sommer

Die Insel Öland ist über eine sechs Kilometer lange, kostenlose Brücke mit dem Festland bei Kalmar verbunden und gilt als Schwedens ultimatives Sommerziel. Der schmale, völlig flache Landstreifen hat die meisten Sonnenstunden des Landes. Hier gibt es riesige Campingplätze wie den berühmten Böda Sand mit karibisch weißen Stränden und Hunderte historische Windmühlen aus Holz, die die Straßen säumen.

Die Landschaft ist jedoch überraschend rau und einzigartig. Die südliche Hälfte der Insel bedeckt Stora Alvaret, eine riesige, zum UNESCO-Welterbe gehörende Kalksteinsteppe, die oft als Schwedens Savanne bezeichnet wird. Die Bodenschicht ist so dünn, dass Bäume hier nicht überleben – dafür gedeihen im Mai und Juni Dutzende Arten wilder Orchideen. An der Westküste der Insel solltest du außerdem die beeindruckende Ruine von Borgholm und die benachbarten Gärten von Solliden besuchen, die der königlichen Familie als Sommerresidenz dienen.

19. Kalmar: Tor zur Renaissance

Bevor du über die Brücke nach Öland fährst, solltest du unbedingt im historischen Kalmar Halt machen. Die Stadt war jahrhundertelang ein wichtiger militärischer Außenposten an der damaligen Grenze zu Dänemark. Ihr größter Anziehungspunkt ist Kalmar slott, das mit Abstand besterhaltene Renaissanceschloss Skandinaviens. Hier wurde 1397 die berühmte Kalmarer Union unterzeichnet, die Schweden, Dänemark und Norwegen mehr als hundert Jahre lang unter einer Krone vereinte.

Heute begeistert das Schloss mit prachtvollen Innenräumen und hervorragenden interaktiven Führungen, die Erwachsenen und Kindern gleichermaßen Spaß machen. Kalmar hat außerdem eine schöne Altstadt (Gamla stan) mit engen Gassen und einen lebhaften Jachthafen voller Cafés. Dort kannst du bei einer Tasse Kaffee den Booten nachsehen, die hinaus auf die offene Ostsee fahren. Der perfekte Ort für eine Mittagspause.

20. Glasriket: Das Glasreich in den Wäldern

Mitten in den tiefen Wäldern der Provinz Småland liegt Glasriket, das Glasreich. Seit dem 18. Jahrhundert gab es hier Dutzende Glashütten, die den unerschöpflichen Holzvorrat der Region nutzten. Heute sind nur noch einige wenige übrig, dafür bieten sie umso eindrucksvollere Erlebnisse. In Hütten wie der berühmten, 1742 gegründeten Kosta Boda kannst du Glasbläsermeistern bei der Arbeit zusehen und in den lokalen Outlets Designstücke kaufen.

Einzigartig ist die Tradition namens hyttsill. Früher versammelten sich arme Glasbläser an den abkühlenden Öfen, um sich aufzuwärmen und etwas zu essen zuzubereiten. Heute lebt dieser Brauch an Sommerabenden wieder auf: Dann nimmst du direkt in der Glashütte an langen Tafeln Platz. Aufgetischt werden traditionell Ofenkartoffeln mit Preiselbeeren für Vegetarier und gesalzene Heringe für Fischliebhaber, dazu gibt es Livemusik.

💡 Tipp: Hyttsill-Abende finden nur an ausgewählten Sommertagen statt und die Plätze sind schnell ausgebucht. Du solltest also lange im Voraus reservieren.

21. Vimmerby und Astrid Lindgren: Eine Reise zurück in die Kindheit

Für Familien und Fans skandinavischer Literatur ist dieser Ort ein absolutes Muss. Das Städtchen Vimmerby in Småland ist der Geburtsort der berühmten Schriftstellerin. Hier befindet sich der riesige Themen- und Theaterpark Astrid Lindgrens Värld. Blinkende Karussells und laute Achterbahnen suchst du hier vergeblich. Stattdessen können sich die Kinder frei zwischen detailgetreuen Kulissen bewegen, durch die Villa Kunterbunt klettern oder Mattis’ beeindruckende Burg erkunden.

Über das ganze Gelände verteilt gibt es Live-Aufführungen mit Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga, bei denen die Schauspieler die Kinder im Anschluss aktiv einbeziehen. Die Eintrittspreise sind variabel und im Sommer recht hoch, doch das Erlebnis ist fantastisch. Ganz in der Nähe des Parks liegt das echte Dorf Gibberyd, wo in den 1970er-Jahren die legendäre Michel-Serie gedreht wurde. Der Filmhof Katthult steht noch immer dort, und sogar Michels berühmte Holzschnitzerwerkstatt kannst du besichtigen.

22. Gotland und Visby: Die Stadt der Rosen und Ruinen

Die größte Insel der Ostsee ist bei Deutschen und Stockholmern sehr beliebt, doch viele andere Reisende lassen sie noch immer sträflich links liegen. Visby, die Hauptstadt Gotlands, gehört zum UNESCO-Welterbe und empfängt dich mit einer mächtigen, 3,4 Kilometer langen steinernen Stadtmauer mit 44 Türmen. Dahinter winden sich Kopfsteinpflastergassen zwischen niedrigen pastellfarbenen Häusern hindurch, die von Frühling bis Herbst in Rosen versinken. Leih dir ein Fahrrad und erkunde die Insel, auf der sich unglaubliche 92 mittelalterliche Kirchen befinden.

Überall in der Stadt stößt du auf die Überreste prächtiger mittelalterlicher Bauwerke, die nach den Pestepidemien verlassen zurückblieben. Anfang August verwandelt sich die sonst so ruhige Stadt jedoch in einen riesigen Hexenkessel, denn dann findet die Medeltidsveckan statt. Zum größten Mittelalterfestival Nordeuropas kommen mehr als 40.000 Menschen in aufwendigen historischen Kostümen. Unterkunft und Fähre von Nynäshamn solltest du für diese Woche ruhig schon ein Jahr im Voraus buchen.

23. Fårö: Mondlandschaft und Ingmar Bergman

Direkt vor der Nordspitze Gotlands liegt die kleine Insel Fårö, zu der dich eine kleine gelbe Fähre in zehn Minuten kostenlos bringt. Die Insel wirkt wilder, einsamer und melancholischer. Überall begegnen dir Schafe mit lockiger grauer Wolle; die größte Attraktion sind jedoch die sogenannten Raukar. Das sind riesige Kalksteinsäulen, die aus dem Meer und den Stränden ragen und über Millionen Jahre von Wind und Meersalz geformt wurden. Das bekannteste Feld findest du im Naturschutzgebiet Langhammars.

Zwischen bis zu zehn Meter hohen Steingestalten umherzulaufen, die oft an versteinerte Trollgesichter erinnern, ist ein geradezu mystisches Erlebnis. Diese raue Schönheit faszinierte den legendären schwedischen Regisseur Ingmar Bergman. Er lebte auf der Insel, drehte dort seine berühmten Filme und wurde schließlich auch hier auf einem kleinen Friedhof begraben. Filmfans treffen sich heute im Bergman Center, das sein faszinierendes Leben ausführlich beleuchtet.

24. Kiruna: Die Stadt, die umzieht

Wenn du im Winter in den hohen Norden reist, landest du wahrscheinlich in Kiruna. Die Stadt hat ein außergewöhnliches Schicksal: Sie liegt über einem riesigen Eisenerzvorkommen, und der Bergbau des Unternehmens LKAB hat den Untergrund so stark ausgehöhlt, dass ein Einsturz drohte. Deshalb beschlossen die Schweden, das gesamte Stadtzentrum drei Kilometer weiter zu verlegen. Die Umsiedlung einer ganzen Stadt wird weltweit verfolgt, denn so etwas wurde noch nirgendwo sonst versucht. Im August 2025 gelang es den Arbeitern, sogar die über hundert Jahre alte Holzkirche als Ganzes zu versetzen.

Kiruna ist das perfekte Tor zur Arktis. Dutzende Anbieter organisieren hier Winteraktivitäten und Hundeschlitten-Safaris. In der Stadt selbst ist die Lichtverschmutzung allerdings stark, deshalb musst du für die Nordlichtjagd mit einem Anbieter ein Stück aus dem Ort hinausfahren oder weiter in die Nationalparks reisen.

25. Icehotel Jukkasjärvi: Eine Nacht im Gefrierfach

Etwa 20 Autominuten von Kiruna entfernt liegt eine Attraktion, die den Wintertourismus im Norden geprägt hat. Das ICEHOTEL wird jeden Winter aus Eisblöcken des Flusses Torne neu errichtet und schmilzt im Frühling wieder zu Wasser. In einem Eiszimmer bei konstanten -5 °C in einem speziellen Expeditionsschlafsack zu übernachten, ist ein einmaliges Erlebnis – allerdings auch ein teures Vergnügen: Die Preise beginnen bei etwa 530 € pro Nacht.

Reisende empfehlen oft, genau eine Nacht auf dem Eis zu buchen und den Rest des Aufenthalts in den klassischen, warmen Hütten zu verbringen, die zum Komplex gehören. Mehrere Nächte in der Kälte weiß man in der Praxis kaum noch zu schätzen. Wenn dir das Schlafen auf Eis zu viel ist, kannst du auch nur ein Tagesticket für die Eisgalerie kaufen (325 SEK, etwa 28 €), die spektakulär beleuchteten Skulpturen besichtigen und in der Bar einen Drink aus einem Eisglas genießen.

💡 Tipp: Dank Solarpanels ist auch der Bereich ICEHOTEL 365 ganzjährig geöffnet. Den kannst du sogar mitten im Hochsommer besuchen, ohne dass er schmilzt.

26. Abisko und Nordlichter: Das blaue Loch am Himmel

Kiruna ist ideal zum Einkaufen und für Aktivitäten, doch für Nordlichter fahren Reisende ins 100 Kilometer entfernte Abisko. Das Dorf liegt am Ufer eines riesigen Sees und profitiert von einem Phänomen, das als „blaues Loch“ bekannt ist. Weil die umliegenden Berge einen Regenschatten erzeugen, reißt die Wolkendecke hier oft auf, während der Rest Lapplands unter einer geschlossenen Wolkendecke liegt. Damit ist Abisko statistisch einer der erfolgreichsten Orte für die Nordlichtjagd – mit einer angegebenen Chance auf klaren Himmel von bis zu 70 Prozent.

Die größte Attraktion ist die Aurora Sky Station. Ein Sessellift bringt dich hinauf in die völlige Dunkelheit, die Tickets sind allerdings ziemlich teuer (etwa 750 bis 900 SEK, rund 65 bis 80 €). Denk an die goldene Regel von drei bis vier Nächten: Nordlichter lassen sich nicht bestellen, und ein einziger bewölkter Abend könnte dir den ganzen Urlaub verderben. Wichtiger als geomagnetische Indizes ist es, die lokalen Bewölkungsprognosen zu beobachten. Für großartige Fotos solltest du schon im September hinfahren, wenn sich die Nordlichter zusätzlich in den Seen spiegeln.

27. Kungsleden und Höga Kusten: Königliche Wanderwege

Der Kungsleden (Königspfad) ist beeindruckende 440 Kilometer lang. Die meisten Trekkingfans zieht es jedoch direkt auf den beliebtesten, 108 Kilometer langen Nordabschnitt zwischen Abisko und Nikkaluokta – genau den, der auf allen Postkarten zu sehen ist. Entlang der Route, für die durchschnittliche Wanderer knapp eine Woche brauchen, liegen praktische Holzhütten des Schwedischen Wandervereins (STF). Mitglieder zahlen etwa 470 SEK (rund 41 €) pro Nacht. So musst du weder ein schweres Zelt noch den Proviant für die ganze Tour schleppen.

Wenn du nicht ganz in den hohen Norden reisen möchtest, ist die Höga Kusten (Hohe Küste) eine großartige Alternative, direkt an der Autobahn E4. Seit der letzten Eiszeit hat sich die Küste hier um fast 300 Meter gehoben und gehört deshalb zum UNESCO-Welterbe. Dich erwarten dramatische rote Klippen, die imposante Brücke Högakustenbron und der Nationalpark Skuleskogen mit der beeindruckenden Felsschlucht Slåttdalsskrevan. Ein leicht erreichbares Nordland-Erlebnis für alle, die mit dem Auto unterwegs sind und Berge ohne komplizierte Planung sehen möchten.

💡 Tipp: Im Juli und August sind die Berge am Kungsleden voller Menschen und Mücken. Reisende empfehlen die zweite Septemberhälfte: Dann erstrahlt die Natur in kräftigen Herbstfarben und die Nachtfröste setzen den Insekten zuverlässig zu.

28. Sarek: Europas letzte Wildnis

Wenn der Kungsleden eine Autobahn für Rucksackreisende ist, gleicht der Nationalpark Sarek einem undurchdringlichen Dschungel. Er gilt zu Recht als eine der letzten großen Wildnisse Europas, denn hier gibt es weder markierte Wege noch Wanderhütten oder Brücken über die reißenden Gletscherflüsse. Außerdem hast du dort überhaupt keinen Mobilfunkempfang.

Dieser Ort ist ausschließlich etwas für erfahrene Wanderer und Soloabenteurer, die vollkommen von der Zivilisation abschalten möchten. Hier bist du auf dich allein gestellt – mit Kompass, Karte und einem Rucksack, der zu Beginn gut und gern mehr als 25 Kilo wiegt. Die eiskalten Flussdurchquerungen stellen deine körperliche und mentale Belastbarkeit ernsthaft auf die Probe. Wage dich deshalb nur mit reichlich Erfahrung in mehrtägigen Trekkingtouren mit voller Ausrüstung in den Sarek. Andernfalls bleibst du besser auf dem deutlich sichereren Kungsleden.

29. Jokkmokk: Samische Kultur und Elchsafari

Die Samen sind das einzige anerkannte indigene Volk der Europäischen Union, und Schwedisch-Lappland ist ihre Heimat. Wenn du ihre lebendige Kultur aus der Nähe und mit Respekt kennenlernen möchtest, meide kommerzielle Touristenfallen und suche nach Anbietern, die direkt von Einheimischen geführt werden (zum Beispiel Nutti Sámi Siida). Du erfährst alles über die Rentierhaltung und kannst in einem traditionellen Lávvu-Zelt zusammensitzen. Anfang Februar verwandelt sich das kleine Jokkmokk dann in einen gewaltigen Trubel: Hier findet ein traditioneller Wintermarkt mit mehr als 400-jähriger Geschichte statt, zu dem Zehntausende Menschen anreisen.

Im Norden dreht sich aber nicht alles um Rentiere – der wahre König der Wälder ist der Elch (älg). In Schweden leben rund 300.000 Elche, und nach Einbruch der Dunkelheit stellen sie für Autofahrer eine große Gefahr dar. Deshalb siehst du überall Warnschilder. Wenn du Europas größtes Säugetier sicher beobachten und fotografieren möchtest, mach eine organisierte Elchsafari. Du kannst abends mit einem Guide in die Wildnis fahren oder einen sicheren Elchpark besuchen (zum Beispiel Smålandet Markaryd im Süden), wo du den majestätischen Tieren sogar ganz aus der Nähe Futter geben kannst.

30. Stuga und Allemansrätten: Die Kunst, zu entschleunigen

Das intensivste Erlebnis, das du aus Schweden mitnimmst, hat weder die Form einer Stadt noch die eines Museums. Es sieht aus wie eine kleine, dunkelrote Holzhütte (Stuga) am Ufer eines Sees, irgendwo tief im Wald und weitab von allem. Eine solche Hütte mit eigener Sauna und einem Aluminiumboot am Steg zu mieten, ist die authentischste Art, das Land zu erleben. Im Sommer kosten solche Unterkünfte zwischen 5.000 und 12.000 SEK (ca. 450–1.100 €) pro Woche. Vergiss nur nicht zu prüfen, ob die Hütte eine Toilette mit Spülung oder eine klassische Trockentoilette im Freien (Mulltoa) hat, und bring deine eigene Bettwäsche mit.

Dieses ganze Outdoor- und Campingkonzept funktioniert dank des einzigartigen Rechts der Allemansrätten (Jedermannsrecht). Es erlaubt dir, dich frei in der Natur zu bewegen, Blaubeeren zu sammeln und für ein bis zwei Nächte praktisch überall ein Zelt aufzuschlagen, solange du dich außerhalb der Sichtweite bewohnter Häuser befindest (etwa 150 Meter). Aber Vorsicht vor einem großen Missverständnis: Dieses Recht gilt ausschließlich für Wanderer und nicht motorisierte Reisende. Mit dem Auto oder Wohnmobil darfst du also keineswegs auf eine Wiese oder an den Strand fahren, sondern musst offizielle Parkplätze oder Campingplätze nutzen.

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Was du in Schweden probieren solltest (und was Fika ist)

Die schwedische Kultur dreht sich nicht um ausladende Drei-Gänge-Mittagessen, sondern um das heilige Ritual namens Fika. Das ist nicht einfach nur eine kurze Kaffeepause. Es ist der Moment, in dem Arbeit und Zeit stillstehen, du dich mit Freunden zusammensetzt und etwas Süßes genießt. Der Star der Fika ist die Kanelbulle (Zimtschnecke) oder ihre würzigere Schwester, die Kardemummabulle. Ein Kaffee mit Gebäck kostet dich in einem Café, das hier Fik oder Konditori genannt wird, etwa 65 bis 100 SEK (ca. 5–10 €). Die Schweden nehmen Süßes so ernst, dass die Zimtschnecke am 4. Oktober sogar ihren eigenen Feiertag hat.

Wenn du im Winter oder Frühling nach Schweden reist, wirst du garantiert auf eine Semla stoßen: ein luftiges Kardamombrötchen, gefüllt mit Mandelpaste und gekrönt von einer riesigen Haube aus Schlagsahne. Ein weiteres typisches Dessert ist die Prinsesstårta (Prinzessinnentorte). Du erkennst sie schon von Weitem an ihrer leuchtend grünen Marzipandecke, unter der sich Biskuit, Vanillecreme und Himbeeren verbergen. Halte im Wald außerdem Ausschau nach dem goldenen Schatz des Nordens, der Moltebeere (Hjortron), aus der eine hervorragende Marmelade gemacht wird, und natürlich nach den allgegenwärtigen Preiselbeeren (Lingonberry). Zum Frühstück oder als schneller Snack ist das knusprige Knäckebrot Knäckebröd ideal.

Restaurantbesuche können das Reisebudget ordentlich belasten, aber es gibt einen genialen Trick. Halte vor Lokalen Ausschau nach einem Schild mit der Aufschrift dagens lunch (Tagesmenü). Für sehr vernünftige 120 bis 150 SEK (ca. 10–15 €) bekommst du nämlich neben dem Hauptgericht auch Zugang zu einem reichhaltigen Salatbuffet, Brot mit Butter, Wasser und anschließend Kaffee. Das ist mit Abstand die beste Möglichkeit, in Schweden essen zu gehen, und für uns Vegetarier sind diese Buffets die absolute Grundlage für ein zufriedenes Überleben. Wenn du schon im Süden in Malmö bist, solltest du dir unbedingt auf der Straße einen riesigen und fantastischen Falafel holen, der hier nur wenige Euro kostet.

Wenn es um tierische Produkte geht, sind die Klassiker des Landes weithin bekannt. Traditionell werden Fleischbällchen (Köttbullar) mit Kartoffelpüree und einer großen Portion Preiselbeeren serviert oder eingelegte Heringe (Sill) gegessen, die in Schweden sowohl zur Sommersonnenwende als auch zu Weihnachten auf den Tisch kommen. An der Westküste findest du edle Hummer und den sogenannten Gravad lax, einen mit Dill gebeizten Lachs. Und dann gibt es noch den berüchtigten Surströmming. Der fermentierte Hering aus der Dose, dessen legendärer Geruch Touristen schon aus mehreren Kilometern Entfernung abschreckt, wird ausschließlich draußen geöffnet und in dünnes Brot mit einer riesigen Portion Zwiebeln gewickelt, die den intensiven Geschmack überdeckt.

Wo du in Schweden gut essen kannst

In Stockholm solltest du dir die historische Markthalle Östermalmshallen aus dem Jahr 1888 nicht entgehen lassen. Unter einem einzigen Jugendstil-Dach findest du dort Stände mit Gebäck, Käse, Oliven und Kaffee. Das Restaurant Lisa Elmqvist im Inneren gilt als Institution und wird von den Einheimischen vor allem wegen seiner Fischgerichte besucht. Daneben gibt es aber auch Stände mit Salatbuffets und Suppen. Für eine klassische Fika gehst du anschließend ins Café Vete-Katten an der Kungsgatan, wo nach Rezepten aus dem Jahr 1928 gebacken wird. In Södermalm kommen Vegetarier im Meatballs for the People auf ihre Kosten: Neben den klassischen Fleischbällchen gibt es dort auch Varianten aus Erbsen und Pilzen.

In Göteborg lohnt sich ein Abstecher zur Feskekôrka, einer historischen Fischmarkthalle, die an eine Kirche erinnert. Die Einheimischen kommen hierher, um Gravad lax und Krabben-Sandwiches, sogenannte Räksmörgåsar, zu kaufen. Du selbst gönnst dir ein Stück weiter in Haga im Café Husaren die legendäre Zimtschnecke, die so groß wie ein Essteller ist. Im Süden, in Malmö, solltest du zum Platz Möllevångstorget gehen. Dort bekommst du an den Straßenständen den berühmten Falafel für wenige Euro, außerdem findest du hier zahlreiche günstige Cafés und Bistros mit Küche aus dem Nahen Osten.

Zum Schluss noch eine eindringliche Warnung zum Thema Alkohol. Im normalen Supermarkt bekommst du nur Bier mit einem Alkoholgehalt von bis zu 3,5 %. Alles Stärkere liegt in den Händen des staatlichen Monopols und wird ausschließlich in den Geschäften von Systembolaget verkauft. Wenn du ein Wochenende mit Freunden in der Hütte planst, solltest du rechtzeitig einkaufen. Ausnahmen gibt es schlicht nicht. Wer also am Freitag oder Samstagmorgen nicht einkauft, trinkt beim abendlichen Grillen am Wochenende nur Wasser oder Leichtbier.

Wohin du von Schweden aus weiterreisen kannst

Die nordische Region ist riesig und lädt dazu ein, noch mehr zu entdecken. Wenn du im Süden an der Öresundbrücke angekommen bist, sind es nur wenige Minuten mit dem Zug über die Grenze. Dort erwartet dich Kopenhagen: 25+ Tipps, was du sehen und unternehmen kannst. Von der Ostküste aus bietet sich wiederum eine bequeme Nachtfähre nach Finnland an. So kannst du direkt planen, welche Tipps für Helsinki: 15 Tipps, was du in der finnischen Hauptstadt sehen und unternehmen kannst du in deine Reiseroute aufnehmen möchtest.

Wenn dich die raue nordische Natur begeistert hat und du über eine Weiterreise in den hohen Norden nachdenkst, solltest du dir den Reiseführer Lappland: 20 Tipps, was du sehen und erleben kannst ansehen. Viele Reisende überqueren auch direkt die Berggrenze. Deshalb sind die ausführlichen Informationen im Artikel Norwegen: 50 Tipps, was du sehen kannst besonders hilfreich. Und wenn du noch überlegst, wann und wohin du für das größte Winterwunder reisen solltest, wirf einen Blick auf unsere Übersicht Polarlichter: Wo und wann du sie sehen kannst.

Zu drei Themen aus dieser Übersicht haben wir eigene ausführliche Reiseführer zusammengestellt. Wenn dich die Hauptstadt lockt, findest du im Artikel Stockholm: 25 Tipps, was du sehen und erleben kannst auch praktische Informationen zu Verkehr und Budget. Eine Reise in den arktischen Norden wird in Kiruna: 18 Tipps, was du in der Stadt sehen und erleben kannst, die umzieht genauer beschrieben. Wenn du mit dem Auto über Dänemark anreisen möchtest, lies zuerst Öresundbrücke: Maut, Zug und wie du sie überquerst, damit dich weder die Maut noch eine nachträgliche Rechnung überrascht.

Nach und nach kommen weitere ausführliche Reiseführer hinzu. Die Hansestadt mit ihren Stadtmauern wird in Gotland und Visby: 20 Tipps für die Hansestadtinsel genauer vorgestellt, der gesamte arktische Norden in Schwedisch-Lappland: 20 Tipps für Erlebnisse jenseits des Polarkreises. Die zweitgrößte Stadt Schwedens hat mit Göteborg: 20 Tipps für die zweitgrößte Stadt Schwedens einen eigenen Artikel bekommen. Alles rund ums Essen findest du im Reiseführer Schwedische Küche: 18 Gerichte, die du probieren musst.

Häufig gestellte Fragen

Schweden ist riesig und funktioniert in vielen Dingen anders als der Rest Europas. Deshalb gibt es vor der ersten Reise meist jede Menge Fragen. Am häufigsten geht es um Preise, Alkohol, Wildcampen und Sicherheit.

Deshalb habe ich die wichtigsten Fragen für dich an einem Ort gesammelt. Egal, ob du wissen möchtest, wo du Polarlichter sehen kannst, oder ob du im Supermarkt Bier für den Abend am Grill bekommst – hier findest du klare Antworten. 😉

Wie viele Tage brauche ich für einen Besuch in Schweden?

Das hängt von der Region ab, die du dir aussuchst. Für ein verlängertes Wochenende (3–4 Tage) reichen Stockholm oder Göteborg perfekt aus, die du bequem mit einem Direktflug erreichst. Wenn du einen Sommer-Roadtrip durch den flachen Süden über Skåne, Småland und die Insel Öland unternehmen möchtest, plane mindestens 7 bis 10 Tage ein. Das winterliche Lappland und die Jagd nach Polarlichtern erfordern idealerweise 4 bis 5 Nächte, damit dich schlechtes Wetter und Wolken nicht überraschen. Eine Reise vom Süden in den hohen Norden während eines einzigen Urlaubs solltest du aber lieber ganz aufgeben – die Entfernungen am Steuer sind zermürbend.

Ist Schweden wirklich so teuer?

Stockholm ist derzeit die günstigste nordische Metropole, was viele angenehm überraschen wird. Unterkunft und Benzin kosten ähnlich viel wie in Deutschland oder Österreich. Deutlich teurer sind allerdings Dienstleistungen, Restaurants und vor allem Alkohol in Bars. In Supermärkten musst du mit Preisen rechnen, die etwa doppelt bis dreifach so hoch sind wie in Deutschland. Die Gesamtkosten kannst du aber leicht senken, indem du in einem gemieteten Ferienhaus am See selbst kochst und die günstigen Mittagsmenüs (dagens lunch) nutzt, bei denen Kaffee und ein unbegrenztes Salatbuffet im Preis enthalten sind.

Brauche ich bei der Reise nach Schweden Bargeld?

Auf keinen Fall, Schweden funktioniert als nahezu hundertprozentig bargeldlose Gesellschaft. Papierkronen wirst du real nicht nutzen und viele Orte, einschließlich des berühmten Vasa-Museums, akzeptieren sie überhaupt nicht. Überall, selbst auf öffentlichen Toiletten, zahlst du mit einer normalen Bankkarte. Kleinere Standbetreiber oder Bauern akzeptieren oft nur die schwedische Bezahl-App Swish, die du allerdings als Tourist ohne lokales Bankkonto nicht installieren kannst. Ein paar Münzen in Reserve zu haben, kann nur in der tiefen Wildnis nützlich sein.

Ist es sicher, nach Malmö und in andere Städte zu reisen?

Ja, Schweden und seine großen Städte sind für normale Touristen absolut sicher. Die dramatischen Artikel über Bandenkriege und Explosionen, die die Medien füllen, betreffen abgelegene Vorstadtsiedlungen (sogenannte gefährdete Gebiete). Dorthin hast du als Besucher überhaupt keinen Grund, dich zu verirren. Die historischen Zentren, Sehenswürdigkeiten und touristischen Zonen in Stockholm, Göteborg und Malmö sind tagsüber und nachts ruhig. Am meisten aufpassen musst du auf Taschendiebe in Menschenmengen und auf überteuerte „wilde“ Taxifahrer am Flughafen.

Kann ich mit dem Auto oder Wohnmobil wild campen?

Nein, das berühmte Jedermannsrecht (allemansrätten) gilt nicht für Kraftfahrzeuge. Mit einem Wohnmobil, Transporter oder Pkw darfst du einfach nicht von der Straße abfahren und auf Wiesen, Strände oder in den Wald außerhalb markierter Wege fahren. Im Auto übernachten kannst du auf öffentlichen Parkplätzen an Straßen, offiziellen Rastplätzen, kostenpflichtigen Stellplätzen für Wohnmobile (ställplats) oder auf perfekt ausgestatteten Campingplätzen.

Wie ist das in Schweden mit dem Verkauf von Alkohol?

Normale Supermärkte verkaufen nur sogenanntes folköl, also schwaches Bier mit einem Alkoholgehalt bis 3,5 %. Jeglicher stärkere Alkohol und Wein zum abendlichen Grillen musst du ausschließlich in den staatlichen Geschäften Systembolaget kaufen. Beachte, dass dieses Monopol sehr strikte Öffnungszeiten hat: An Wochentagen schließen sie früh am Abend, samstags fällt das Gitter schon um 15:00 Uhr und sonntags haben sie kompromisslos komplett geschlossen. Einkäufe musst du daher immer im Voraus planen.

Wann ist die beste Chance, Polarlichter zu sehen?

Die Saison im hohen Norden dauert von September bis Anfang April. Dein größter Feind ist nicht schwache Sonnenaktivität, sondern Wolken, weshalb die meisten Jäger in die Gegend um Abisko fahren, wo es einen Niederschlagsschatten gibt. Reisende und Fotografen empfehlen, Ende September oder im Oktober loszufahren, wenn die Temperaturen noch nicht in Extreme fallen, die Mücken weg sind und sich die Polarlichter wunderschön auf der Oberfläche nicht zugefrorener Seen spiegeln. Ein absoluter Winterklassiker mit ausreichend Schnee für Aktivitäten mit Hundeschlitten sind dann die Monate Februar und März.

Was ist die beste Autoroute aus Deutschland?

Es bieten sich zwei Hauptrouten an, die bei Touristen am beliebtesten sind. Die erste führt durch Deutschland (Hafen Rostock) mit der Fähre zum dänischen Gedser und anschließend über die berühmte Öresundbrücke direkt nach Malmö. Die zweite, etwas entspanntere Variante ist die Fahrt durch Polen und das Einschiffen auf eine lange, sehr oft nächtliche Fähre von Swinemünde direkt ins schwedische Ystad oder Trelleborg. Das erspart Fahrern eine Menge Müdigkeit und sie wachen morgens direkt in Schweden auf.

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