Die 7 Weltwunder: antike und neue an einem Ort

Gewaltige Marmorsäulen, die in den Himmel ragen, majestätische Pyramiden inmitten der endlosen Wüste oder kolossale Statuen, die antike Häfen bewachen. Der menschliche Drang, etwas zu erschaffen, das über das gewöhnliche Vorstellungsvermögen hinausgeht, ist absolut faszinierend und sorgt schon seit Jahrtausenden für Staunen.

Schon die alten Griechen führten sorgfältig Listen über die beeindruckendsten Werke der Menschheit, die jeder gebildete Reisende mindestens einmal im Leben gesehen haben sollte. Und obwohl von den ursprünglichen antiken Weltwundern heute im Grunde nur noch ein einziges übrig geblieben ist, wählte die Menschheit vor einigen Jahren sieben neue Weltwunder, zu denen Reisende bis heute voller Bewunderung aufbrechen.

Zusammenfassung

Wie viele Weltwunder gibt es eigentlich und was genau bedeutet dieser Begriff? Historisch gesehen existieren zwei Hauptlisten mit jeweils sieben monumentalen Bauwerken. Von den ursprünglichen sieben Weltwundern der Antike ist bis heute nur die ägyptische Große Pyramide erhalten geblieben. Im Jahr 2007 fand dann eine gewaltige weltweite Abstimmung statt, aus der die sieben neuen Weltwunder hervorgingen – darunter etwa das italienische Kolosseum oder das inkanische Machu Picchu.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das einzige erhaltene antike Weltwunder: Die Große Pyramide von Gizeh (Ägypten) hat als einziges die Jahrhunderte überdauert und raubt Besuchern bis heute den Atem.
  • 7 neue Weltwunder: die Chinesische Mauer, die Felsenstadt Petra, die Christusstatue, die Festung Machu Picchu, die Pyramide Chichén Itzá, das Kolosseum und der Taj Mahal.
  • Ehrenmitglied in Ägypten: Die Pyramiden von Gizeh nahmen an der modernen Abstimmung letztlich gar nicht teil, da sie als überlebendes antikes Weltwunder einen speziellen Ehrenstatus erhielten.
  • Das Rätsel der Hängenden Gärten: Die Hängenden Gärten der Semiramis sind das einzige antike Weltwunder, an dessen tatsächlicher Existenz Historiker bis heute zweifeln, da archäologische Beweise fehlen.
  • Die neue Wahl ist nicht offiziell: Die Abstimmung von 2007 wurde von einer privaten Stiftung veranstaltet und die UNESCO distanzierte sich davon – dennoch setzte sich diese neue Liste weltweit durch.
  • 💡 Tipp für Reisende: Tickets für die meistbesuchten neuen Weltwunder solltest du am besten schon mehrere Monate im Voraus reservieren.

Die 7 Weltwunder der Antike

Tauchen wir gemeinsam tief in die Geschichte ein und erkunden wir die ursprüngliche Liste der antiken Weltwunder, die einst als eine Art antiker Reiseführer diente. Die meisten dieser unglaublichen architektonischen Meisterwerke wurden zwar unerbittlich von der Zeit, verheerenden Erdbeben oder Bränden dahingerafft, doch ihre Legenden leben weiter und inspirieren bis heute Baumeister auf der ganzen Welt.

1. Die Große Pyramide von Gizeh (Ägypten)

Dieses faszinierende architektonische Wunder steht am Rand des heutigen Kairo und ist eine absolute Rarität, denn es hat sich als einziges der sieben antiken Weltwunder bis in die Gegenwart erhalten. Die Pyramide ließ Pharao Cheops (auch als Chufu bekannt) um etwa 2560 v. Chr. errichten, und ihr Bau dauerte unglaubliche zwanzig Jahre.

Ursprünglich ragte sie fast 147 Meter in die Höhe und trug über mehr als dreitausend Jahre stolz den Titel des höchsten Bauwerks der Welt. Sie besteht aus schätzungsweise über zwei Millionen schweren Steinblöcken und war früher mit glattem, glänzendem Kalkstein verkleidet, der jedoch im Mittelalter für Bauten in der nahen Stadt abgetragen wurde.

Heute ist die Pyramide natürlich etwas niedriger und hat jene typische stufenförmige Oberfläche, die wir alle von Fotos kennen. Trotzdem gehört sie zu den meistbesuchten Monumenten des Planeten, und beim Anblick ihrer perfekten Symmetrie stockt so manchem Besucher der Atem.

2. Die Hängenden Gärten der Semiramis (Babylon)

Die Geschichte von den atemberaubenden Terrassen voller üppigem Grün und exotischer Bäume gehört zu den romantischsten überhaupt – doch sie hat einen entscheidenden Haken. Es handelt sich um das einzige antike Weltwunder, dessen tatsächliche Existenz höchst umstritten ist und das vielen Archäologen bis heute keine Ruhe lässt.

Alten griechischen Legenden zufolge ließ der babylonische König Nebukadnezar II. dieses paradiesische Fleckchen für seine Frau anlegen, die sich nach den grünen Bergen ihrer Heimat sehnte. Andere Überlieferungen wiederum schreiben die Gärten der halbmythischen Königin Semiramis zu – doch in der Region des antiken Babylon im heutigen Irak fand sich keinerlei Spur von Bewässerungssystemen.

Die wichtigsten historischen Theorien neigen deshalb zu der Annahme, dass es sich entweder um einen reinen literarischen Mythos handelte oder dass diese Gärten an einem ganz anderen Ort standen. Eine renommierte britische Historikerin stellte die These auf, dass sich die prächtigen Gärten in Wirklichkeit in der assyrischen Stadt Ninive befanden.

3. Die Zeusstatue in Olympia (Griechenland)

Im berühmten Heiligtum im griechischen Olympia stand einst etwas völlig Unerhörtes. Im Inneren des riesigen Zeustempels thronte auf einem reich verzierten Thron eine kolossale Statue des Gottes Zeus, die der geniale Bildhauer Phidias um etwa 435 v. Chr. erschuf.

Die Statue war über zwölf Meter hoch und wurde mit einer unglaublich aufwendigen Technik gefertigt. Ihre Schöpfer befestigten auf einem hölzernen Gerüst Platten aus reinem Gold und fein geschnitzte Elfenbeinplatten, sodass der Donnergott regelrecht in den gesamten Tempelraum strahlte.

Der Untergang dieses großartigen Werks ist von zahlreichen Ungereimtheiten umgeben. Einigen Quellen zufolge verbrannte die Statue Anfang des fünften Jahrhunderts direkt mit dem Tempel, andere berichten, dass sie nach Konstantinopel gebracht wurde, wo sie schließlich ein verheerender Palastbrand verschlang. Heute kannst du in Olympia nur noch die heilige archäologische Stätte und die Überreste von Phidias‘ Werkstatt besichtigen.

4. Der Artemistempel in Ephesos (Türkei)

Auf dem Gebiet der heutigen Westtürkei stand ein Tempel, der mit seiner gewaltigen Fläche und Pracht selbst den berühmten Parthenon in Athen mühelos in den Schatten stellte. Dieses weitläufige Marmorheiligtum, das der Jagdgöttin Artemis geweiht war, wurde unter anderem vom sagenhaft reichen lydischen König Krösus finanziert.

Den Tempel schmückten über einhundertzwanzig majestätische, achtzehn Meter hohe Säulen, und im Inneren verbargen sich meisterhafte Kunstwerke. Sein Schicksal ist jedoch mit einem sehr unglückseligen Ereignis verbunden. Im Jahr 356 v. Chr. steckte ihn ein Mann namens Herostratos absichtlich in Brand, der sich mit dieser wahnwitzigen Tat unsterblichen Ruhm verschaffen wollte.

Seither wird übrigens der Ausdruck „herostratischer Ruhm“ für Menschen verwendet, die durch eine abscheuliche Tat berühmt werden. Der Tempel wurde zwar anschließend prachtvoll wiederaufgebaut, doch im vierten Jahrhundert n. Chr. endgültig zerstört. Am ursprünglichen Standort in Ephesos steht heute nur noch eine einzige wiederaufgerichtete Säule, die traurig an den vergangenen Ruhm erinnert.

5. Das Mausoleum von Halikarnassos (Türkei)

Den Begriff „Mausoleum“ kennen wir heute alle als Bezeichnung für ein großes, verziertes Grabmal, doch die wenigsten ahnen, dass dieses Wort gerade dem fünften Weltwunder zu verdanken ist. Es ließ es nämlich Artemisia für ihren Ehemann und Bruder in einer Person, den persischen Herrscher Maussolos, in der Stadt Halikarnassos errichten – dem heutigen beliebten Urlaubsort Bodrum.

Der Bau wurde um 350 v. Chr. fertiggestellt und ragte stolze fünfundvierzig Meter in die Höhe. Seine Fassade schmückten Hunderte prächtiger Statuen, an denen die besten griechischen Bildhauer jener Zeit arbeiteten, und ganz oben prangte eine gewaltige Marmorstatuengruppe eines von vier Pferden gezogenen Wagens.

Das Grabmal trotzte der Zeit fast sechzehnhundert Jahre lang, bevor es leider durch eine Reihe heftiger Erdbeben zerstört wurde. Am Standort in der Türkei findest du heute nur noch die Fundamente, aber einige wertvolle Statuen und Reliefs kannst du bei einem Besuch des British Museum in London bewundern.

6. Der Koloss von Rhodos (Griechenland)

Die Bewohner der griechischen Insel Rhodos wehrten einst eine schwere militärische Belagerung ab und beschlossen aus Dankbarkeit, eine riesige Bronzestatue des Sonnengottes Helios zu errichten. Das Werk des Bildhauers Chares von Lindos maß unglaubliche dreiunddreißig Meter und wurde damit zur höchsten Statue der gesamten Antike.

Viele Menschen glauben bis heute, dass diese gewaltige Gestalt breitbeinig direkt über der Hafeneinfahrt stand und die Schiffe zwischen ihren Beinen hindurchfahren mussten. Dabei handelt es sich jedoch um einen sehr beliebten historischen Mythos, denn statisch wäre eine solche Konstruktion völlig unmöglich gewesen, und auch keine zeitgenössischen Quellen bestätigen dies. Die Statue stand höchstwahrscheinlich auf einem festen Sockel irgendwo in unmittelbarer Nähe des Hafens.

Es ist ein großer Jammer, dass dieses Meisterwerk die Insel nur vierundfünfzig Jahre lang schmückte. Um etwa 226 v. Chr. fegte ein verheerendes Erdbeben über die Insel, die Statue brach an den Knien, und die riesigen Bronzetrümmer lagen weitere achthundert Jahre auf dem Boden, bevor sie die damaligen Eroberer endgültig abtransportierten.

7. Der Leuchtturm von Pharos (Ägypten)

Stell dir einen gewaltigen Turm vor, der mehr als hundert Meter in die Höhe ragt und auf dessen Spitze ein helles Feuer lodert. Das Licht dieses Feuers wurde zudem durch einen riesigen Spiegel verstärkt, sodass es sicher auf Dutzende Kilometer weit über das offene Meer zu sehen war. Genau so funktionierte der berühmteste Leuchtturm aller Zeiten bei der ägyptischen Stadt Alexandria.

Ihn ließ ein Herrscher aus der ptolemäischen Dynastie im dritten Jahrhundert v. Chr. auf einer kleinen Insel namens Pharos errichten. Genau von diesem Namen leitet sich übrigens das Wort für Leuchtturm in vielen Weltsprachen ab. Es war eines der höchsten Bauwerke der damaligen Menschheit und ein technisches Wunder seiner Zeit.

Wie vielen anderen antiken Bauten wurden ihm verheerende Erdbeben zum Verhängnis, die ihn im Mittelalter in Ruinen verwandelten. Heute steht an seiner Stelle die mächtige Festung Qaitbay, doch Archäologen und Taucher finden in der angrenzenden Bucht bis heute riesige Steinblöcke, die vor Hunderten von Jahren auf den Meeresgrund stürzten.

Die 7 neuen Weltwunder

Da der Zahn der Zeit die antiken Denkmäler wirklich nicht besonders verschont hat, fand 2007 eine gewaltige weltweite Abstimmung statt, welche die neuen Weltwunder bestimmte. Diese faszinierenden Bauwerke sind über die verschiedensten Kontinente verstreut, und das Beste daran: Zu allen kannst du dir problemlos eine Reise planen und ihren Zauber am eigenen Leib erleben. Die ägyptischen Pyramiden von Gizeh erhielten zudem einen speziellen Status als Ehrenmitglied, damit sie als einziges erhaltenes antikes Weltwunder nicht mit den jüngeren Bauwerken um Stimmen konkurrieren mussten.

1. Die Chinesische Mauer (China)

Dieses beeindruckende Verteidigungssystem schlängelt sich quer durch Nordchina, und seine Gesamtlänge erreicht kaum zu glaubende einundzwanzigtausend Kilometer. Die ältesten Abschnitte entstanden zwar schon lange vor unserer Zeitrechnung, aber die bekanntesten und am besten erhaltenen Teile mit den massiven Wachtürmen wurden erst von der berühmten Ming-Dynastie errichtet.

Obwohl sich hartnäckig die beliebte Legende hält, die Mauer sei mit bloßem Auge aus dem Weltall gut zu sehen, handelt es sich in Wirklichkeit um einen oft widerlegten Mythos. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es sich um eines der imposantesten Bauwerke handelt, an das je Menschenhand gelegt wurde.

Bei der Reiseplanung besucht man am häufigsten die Abschnitte in der Nähe von Peking. Wenn du dem größten Andrang entgehen möchtest, fahr lieber zum Abschnitt Mutianyu, den du bequem mit der Seilbahn erreichst – den Weg hinunter kannst du dir mit einer lustigen Fahrt auf der Sommerrodelbahn versüßen.

2. Petra (Jordanien)

Tief in der jordanischen Wüste verbirgt sich ein wahrer Schatz, den die geschickten Nabatäer vor über zweitausend Jahren in den rosafarbenen Sandsteinfelsen meißelten. Einst war dies ein unglaublich reicher Knotenpunkt der Karawanenwege, doch heute reisen Menschen aus aller Welt vor allem hierher, um die perfekte Felsarchitektur zu bewundern.

Wenn du durch die enge, dramatische Schlucht Siq gehst und an ihrem Ende plötzlich die neununddreißig Meter hohe Fassade des sogenannten Schatzhauses vor dir auftaucht, ist das ein Moment, den man einfach nie vergisst. Der ursprüngliche Name des Bauwerks ist zwar nur eine spätere Legende und es handelte sich wahrscheinlich um ein Königsgrab, doch das schmälert seine Schönheit keineswegs.

💡 Tipp: Wenn du nach Jordanien reist, lohnt es sich auf jeden Fall, dir vorab den vorteilhaften Jordan Pass zu besorgen. Dieser umfasst nämlich sowohl das recht teure Visum als auch das Ticket für Petra selbst.

3. Die Christusstatue (Brasilien)

Über der pulsierenden brasilianischen Metropole Rio de Janeiro wacht vom Gipfel des Bergs Corcovado eine riesige Statue von Jesus Christus mit weit ausgebreiteten Armen. Sie wurde 1931 feierlich eingeweiht und ist damit der mit Abstand jüngste Vertreter auf der gesamten Liste der neuen Weltwunder.

Das gesamte Werk misst samt dem massiven Sockel achtunddreißig Meter und wiegt unglaubliche sechshundertfünfunddreißig Tonnen. Interessant ist, dass die Statue aufgrund ihrer exponierten Lage sehr häufig von Blitzen getroffen wird und erfahrene Restauratoren sie nach starken Gewittern regelmäßig reparieren müssen.

Zum Denkmal selbst gelangen Besucher am häufigsten mit einer niedlichen Zahnradbahn, die langsam den steilen Berg mitten durch den wunderschönen Nationalpark Tijuca hinaufklettert. Die Aussicht von der oberen Plattform auf das ganze glühende Rio und die angrenzenden Strände ist absolut phänomenal.

4. Machu Picchu (Peru)

Hoch in den majestätischen peruanischen Anden verbirgt sich eine magische Inkazitadelle, die der mächtige Herrscher Pachacútec im fünfzehnten Jahrhundert errichten ließ. Da sie sich auf einem wirklich schwer zugänglichen Bergrücken befindet, entging sie einst der verheerenden spanischen Conquista und blieb über Jahrhunderte vollkommen unberührt.

Die westliche Welt hatte von diesem Ort keine Ahnung bis zum Jahr 1911, als ihn der amerikanische Forscher Hiram Bingham für die Öffentlichkeit wiederentdeckte. Heute ist ein Spaziergang zwischen den präzise aufgeschichteten Steinterrassen und Tempeln einer der größten Reiseträume überhaupt.

Wenn du dieses einzigartige Erlebnis von deiner Liste streichen möchtest, musst du allerdings alles sehr sorgfältig planen. Die Tickets werden nämlich ausschließlich über die offiziellen Regierungsseiten verkauft und sind in der Hauptsaison oft schon mehrere Monate im Voraus ausverkauft.

5. Chichén Itzá (Mexiko)

Auf der ausgedörrten mexikanischen Halbinsel Yucatán hinterließen die alten Maya eine ganze Reihe faszinierender Städte, doch diese archäologische Stätte ist zweifellos die berühmteste von allen. Das größte Wahrzeichen des gesamten weitläufigen Areals ist die Stufenpyramide El Castillo, die eine gewaltige astronomische Symbolik in sich birgt.

Wenn du nämlich alle Stufen an den vier Seiten der Pyramide zusammenzählst und die oberste hinzufügst, kommst du genau auf die Zahl dreihundertfünfundsechzig – was der Anzahl der Tage im Sonnenjahr entspricht. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz des Denkmals darf man die Pyramide seit 2006 nicht mehr besteigen.

Die allermeisten Besucher strömen jedoch während der Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche hierher. Die untergehende Sonne wirft an diesen Tagen nämlich ein absolut perfektes Schattenmuster auf die Haupttreppe, das an die herabkriechende Schlange Kukulcán erinnert, die vom Himmel bis zur Erde herabsteigt.

6. Das Kolosseum (Italien)

Dieses ikonische römische Amphitheater errichteten die Kaiser aus dem Geschlecht der Flavier im ersten Jahrhundert n. Chr., und zu seiner Zeit war es ein absoluter Triumph der antiken Ingenieurskunst. Das gewaltige Bauwerk fasste schätzungsweise fünfzig- bis achtzigtausend Zuschauer, die hierherkamen, um sich mit blutigen Gladiatorenkämpfen und prunkvollen Tierhetzen auf exotische Tiere zu unterhalten.

Als wir mit Lukáš im Inneren dieser riesigen Arena standen, wehte uns die raue und großartige Geschichte förmlich entgegen. Neben diesen massiven Steinmauern kam man sich geradezu winzig vor, und wir mussten uns vorstellen, wie unglaublich laut und angespannt die Atmosphäre hier wohl während der größten antiken Spiele gewesen sein muss.

Es ist eines jener Denkmäler, das man einfach mit eigenen Augen gesehen haben muss, um seine wahre Größe zu begreifen. Ich empfehle allerdings unbedingt, die Tickets rechtzeitig zu reservieren, denn die Schlangen an den Kassen sind an heißen Sommertagen wirklich endlos lang.

7. Der Taj Mahal (Indien)

In der nordindischen Stadt Agra steht am Ufer des Flusses Yamuna wohl die schönste Huldigung der Liebe, die die Menschheit je erschaffen hat. Der Mogulkaiser Shah Jahan ließ dieses schneeweiße Marmormausoleum im siebzehnten Jahrhundert als ewiges Andenken an seine geliebte verstorbene Frau Mumtaz Mahal errichten.

Die perfekte Symmetrie des gesamten Bauwerks, die wunderschönen Wasserkanäle und die fein mit Halbedelsteinen eingelegte Fassade machen aus diesem Grabmal ein absolutes Meisterwerk. Sehr faszinierend ist es zu beobachten, wie der weiße Marmor seine Färbung je nach Tageszeit verändert – von einem rosafarbenen Ton bei Sonnenaufgang bis zu einem blendenden Weiß am hellen Mittag.

Wenn du dich einmal hierher aufmachst, denk daran, dass das Areal freitags stets für die Öffentlichkeit geschlossen ist – wegen der regelmäßigen Gebete. Ein unvergessliches Erlebnis verspricht dagegen ein früher Besuch am Morgen direkt bei Sonnenaufgang, wenn du den größten Touristenmassen entgehst.

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Wie beide Listen entstanden

Vielleicht fragst du dich, warum eigentlich gerade von sieben Weltwundern die Rede ist und wer überhaupt darüber entscheidet, welche Bauwerke diesen prestigeträchtigen Titel verdienen. Die Geschichte beider Listen ist voller interessanter Wendungen, Legenden und modernem Marketing, das Millionen Menschen auf der ganzen Welt begeistern konnte.

Die antike Liste festigte sich schon im hellenistischen Griechenland, und als ihre Hauptautoren gelten meist die Gelehrten Philon von Byzanz und Antipatros von Sidon. Die Zahl Sieben wählten sie nicht zufällig, denn für die alten Griechen stand sie als Symbol für Vollständigkeit und Vollkommenheit. Interessant ist, dass die ursprünglichen Versionen beider Herren anstelle des Leuchtturms von Alexandria die mächtigen babylonischen Stadtmauern enthielten und sich die Liste erst viel später zu ihrer heutigen Form entwickelte.

Die moderne Wahl von 2007 war eine Initiative des Unternehmers Bernard Weber und seiner Stiftung New7Wonders. Es handelte sich um eine absolut gigantische Kampagne, bei der rund einhundert Millionen Stimmen aus der ganzen Welt abgegeben wurden. Obwohl es sich um ein kommerzielles Projekt handelte und sich die UNESCO offiziell davon distanzierte, setzte sich der Titel weltweit durch. Dieselbe Stiftung rief übrigens ein paar Jahre später auch die sieben neuen Naturwunder aus, unter die es zum Beispiel der Amazonas-Regenwald oder die Iguazú-Wasserfälle schafften.

Der Vergleich in einer übersichtlichen Tabelle

Wenn du gerne den Überblick behältst und alle wichtigen Daten schön griffbereit haben möchtest, habe ich für dich eine Tabelle der sieben neuen Weltwunder vorbereitet. Darin findest du schnell heraus, in welches Land du gegebenenfalls einen Flug buchen solltest und aus welcher Epoche diese faszinierenden architektonischen Schätze eigentlich stammen.

WeltwunderLandErbaut
Chinesische MauerChinaälteste Abschnitte 7. bis 3. Jh. v. Chr.; Hauptteile 15. bis 17. Jh.
PetraJordanienca. 1. Jh. n. Chr. (Nabatäer)
ChristusstatueBrasilien (Rio de Janeiro)fertiggestellt 1931
Machu PicchuPeru15. Jahrhundert (unter dem Inkaherrscher Pachacútec)
Chichén ItzáMexikoHauptbauten 9. bis 12. Jh. n. Chr. (Maya)
KolosseumItalien (Rom)70 bis 80 n. Chr. (Flavier)
Taj MahalIndien (Agra)1632 bis 1653 (Shah Jahan)

Wohin als Nächstes

Reizt es dich, auf eigene Faust zu einem dieser architektonischen Juwelen aufzubrechen und ihre unverwechselbare Atmosphäre zu erleben? Ob du die verborgenen Schönheiten der Maya-Kultur entdecken oder lieber auf den Spuren römischer Gladiatoren wandeln möchtest – schau dir unbedingt unsere ausführlichen Reiseführer an. Darin findest du jede Menge praktische Ratschläge, persönliche Tipps und komplette Reisepläne, die dir die Planung deiner ganzen Reise erheblich erleichtern.

Wenn du nach Italien reist, lies unseren Artikel Was man in Rom sehen sollte, in dem natürlich auch das gewaltige Kolosseum und viele weitere antike Denkmäler nicht fehlen. Liebhaber von Exotik und uralten Zivilisationen werden dagegen bestimmt unseren Guide zur Maya-Stadt Chichén Itzá zu schätzen wissen, wo du alles Wichtige über die magische Pyramide El Castillo erfährst.

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Häufig gestellte Fragen

Bei der Planung von Reisen zu den ikonischsten Denkmälern des Planeten stellen Reisende wirklich sehr oft eine Menge praktischer und historischer Detailfragen. Ich habe deshalb die häufigsten Fragen rund um die Weltwunder ausgewählt und dazu kurze, klare Antworten verfasst, die dir vielleicht auch den einen oder anderen liebgewonnenen historischen Mythos aufklären.

Wie viele Weltwunder gibt es eigentlich insgesamt?

Hauptsächlich gibt es zwei anerkannte Listen mit jeweils sieben Bauwerken. Es existiert die antike Liste und dann die neue Liste aus dem Jahr 2007. Dazu kommt oft noch die Auswahl der sieben Naturwunder aus dem Jahr 2011 und natürlich jede Menge inoffizieller lokaler Varianten.

Warum sind es eigentlich genau sieben Wunder?

Die Zahl Sieben hatte für die alten Griechen einen enormen symbolischen Wert, da sie Vollständigkeit und absolute Vollkommenheit darstellte. Die moderne Abstimmung aus dem Jahr 2007 übernahm die Zahl Sieben bewusst vor allem deshalb, um auf natürliche Weise an diese uralte antike Tradition anzuknüpfen.

Steht noch eines der antiken Weltwunder?

Ja, aber leider nur ein einziges. Bis heute steht die Große Pyramide im ägyptischen Gizeh, die zufälligerweise die älteste ist und gleichzeitig als einzige die Jahrhunderte überdauert hat. Die anderen sechs Denkmäler wurden unwiederbringlich durch Erdbeben, verheerende Brände oder den Abbau für neues Baumaterial zerstört.

Haben die Hängenden Gärten der Semiramis wirklich existiert?

Ganz und gar nicht sicher. Sie sind das absolut einzige antike Weltwunder, über dessen tatsächliche Existenz bis heute gestritten wird, da sowohl archäologische Beweise als auch zeitgenössische babylonische Texte fehlen. Nach einer anerkannten Theorie könnten sie sogar im assyrischen Ninive gestanden haben und nicht in Babylon.

Stand der Koloss von Rhodos breitbeinig über dem Hafen?

Nein, das ist nur ein sehr beliebter späterer Mythos. Statisch wäre eine solche Position mit den damaligen Technologien absolut unmöglich gewesen und zudem bestätigen das keine zeitgenössischen Quellen. Die Statue stand höchstwahrscheinlich auf einem festen Sockel irgendwo am Hafen.

Wer hat die neuen sieben Weltwunder ausgewählt?

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Ausgewählt wurden sie durch eine massive weltweite öffentliche Abstimmung über Web und Telefon, die von der New7Wonders Foundation unter der Leitung von Bernard Weber organisiert wurde. Rund hundert Millionen Menschen beteiligten sich daran, aber die UNESCO distanzierte sich von dem gesamten kommerziellen Projekt.

Warum gehört Gizeh nicht zu den neuen sieben Weltwundern?

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Die ägyptische Regierung protestierte damals vehement dagegen, dass das einzige erhaltene antike Weltwunder auf erniedrigende Weise an irgendeiner Abstimmung teilnehmen müsse. Die Pyramiden zogen sich daher aus dem Hauptwettbewerb zurück und erhielten den exklusiven Status eines sogenannten Ehrenweltwunders.
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Ist das Taj Mahal ein Grabmal oder ein Palast?

Es handelt sich um ein Mausoleum, also um eine prächtige Grabstätte. Der mächtige Mogulkaiser Shah Jahan ließ es als monumentale Ruhestätte für seine früh verstorbene Frau Mumtaz Mahal errichten.

Kann man die Pyramide in Chichén Itzá besteigen?

Nein, das ist leider nicht mehr möglich. Das Besteigen der steilen Stufen der Pyramide El Castillo ist seit 2006 aus Sicherheitsgründen und zum Schutz dieses wertvollen Maya-Denkmals vor Beschädigung streng verboten.

Sind die neuen Weltwunder offiziell?

Sie sind in keinem institutionellen Sinne offiziell. Es handelt sich rein um das Ergebnis eines populären Abstimmungsprojekts einer privaten Stiftung, nicht um eine formelle UNESCO-Liste. Trotzdem hat sich dieser prestigeträchtige Titel weltweit etabliert und wird häufig im Tourismus verwendet.

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