Alghero, Sardinien: 12 Tipps, was du sehen und erleben kannst 2026

Kennst du das Gefühl, wenn du dich nach Exotik, schneeweißen Stränden und türkisfarbenem Meer sehnst, dich aber die Vorstellung eines zwölfstündigen Fluges zuverlässig abschreckt? Genau für solche Fälle gibt es Sardinien – und ganz konkret seine Perle im Nordwesten, die Hafenstadt Alghero auf Sardinien. Von München oder Berlin bist du in gut zwei Stunden hier und tauchst sofort in eine Welt ein, in der sich italienische Lässigkeit mit stolzer katalanischer Kultur vermischt.

Über Alghero spricht man oft als das Barcelona Sardiniens“, denn die Stadt hat sich bis heute ihren eigenen Dialekt und ihre unverwechselbare Architektur aus der Zeit der aragonesischen Herrschaft bewahrt. Statt des typischen italienischen Chaos erwarten dich hier elegante gepflasterte Gassen, mächtige mittelalterliche Stadtmauern, die direkt über dem Meer aufragen, und unzählige kleine Cafés, aus denen es nach kräftigem Espresso und frischem Gebäck duftet.

In diesem Guide findest du 12 Tipps, was du in Alghero sehen und erleben kannst, damit du deinen Urlaub in vollen Zügen genießt. Gemeinsam schauen wir uns die spannendsten Sehenswürdigkeiten direkt in der Stadt an, erkunden faszinierende Höhlen und lassen natürlich auch die schönsten Strände in der Umgebung nicht aus, die angeblich locker mit der Karibik mithalten. Außerdem verrate ich dir, worauf du beim Parken achten solltest und welche lokalen Spezialitäten zu verpassen schlichtweg eine Sünde wäre.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Beste Sehenswürdigkeiten: Die historische Altstadt mit der Kathedrale Santa Maria und die mächtigen Stadtmauern, von denen man unvergessliche Sonnenuntergänge erlebt.
  • Naturwunder: Die atemberaubende Neptungrotte unter den Klippen von Capo Caccia, zu der die berühmte Treppe mit 654 Stufen hinabführt.
  • Karibik-Strand: Der berühmte Strand La Pelosa in Stintino, für den du in der Saison vorab den Eintritt reservieren und eine spezielle Matte unter dein Handtuch legen musst.
  • Lokales Souvenir: Echte rote Koralle von der hiesigen Riviera, die du in spezialisierten Juweliergeschäften in der Altstadt bekommst.
  • Verkehr und Logistik: Die Altstadt von Alghero ist für Autos strikt gesperrt (ZTL-Zone), parken musst du am Hafen.

Wann nach Alghero reisen und wie du dich in der Stadt bewegst

Eine Reise nach Sardinien zu planen erfordert ein bisschen strategisches Denken, denn die Insel hat ihre Eigenheiten und jede Jahreszeit bietet ein völlig anderes Erlebnis. Der Flughafen Alghero (Riviera del Corallo) liegt nur etwa zehn Kilometer vom Zentrum entfernt, sodass der Transfer in die Stadt eine Sache von Minuten ist und du gleich nach der Landung die südliche Atmosphäre aufsaugen kannst.

Was das Wetter angeht, loben Reisende am meisten den Juni und vor allem den September, wenn das Meer schon herrlich aufgewärmt ist (um die 24 Grad), du aber den größten Sommermassen entgehst. Juli und August sind der Höhepunkt der Saison, was Temperaturen von oft über 30 Grad und einen riesigen Ansturm italienischer Touristen bedeutet, besonders rund um den Feiertag Ferragosto Mitte August. April und Mai locken mit blühender Natur und idealen Bedingungen für Wanderungen, doch das Meer hat dann nur etwa 15 bis 19 Grad – das ist wirklich nur etwas für die ganz Hartgesottenen.

Die Altstadt von Alghero erkundest du bequem zu Fuß, sie ist sehr kompakt und du hast eigentlich auch keine andere Wahl, wenn du keinen Ärger mit der örtlichen Polizei bekommen willst. Die Altstadt ist nämlich strikt als ZTL (Zona a Traffico Limitato) ausgewiesen, was ein striktes Einfahrverbot für Nicht-Anwohner bedeutet. Die Kameras sind unerbittlich und das Bußgeld zwischen 80 und 200 Euro erreicht dich zuverlässig auch zu Hause. Wenn du ein Auto mietest, suche Parkplätze auf den blauen Linien rund um den Hafen, wo etwa 1 Euro pro Stunde fällig wird, oder parke auf den weißen Linien etwas weiter vom Zentrum entfernt, die meist kostenlos sind.

Wo du in Alghero übernachten kannst

Alghero ist die ideale Basis für den gesamten Nordwesten Sardiniens – buche drei bis vier Nächte und unternimm mit dem Auto sternförmige Ausflüge. Die entscheidende Frage ist aber das Parken: die romantische Altstadt liegt in der ZTL-Zone, in die du mit dem Auto nicht hineindarfst. Entweder wählst du also ein Hotel in den Gassen und findest dich mit dem Parken an der Uferpromenade ab, oder du suchst dir eine Unterkunft außerhalb der Mauern mit eigenem Parkplatz und gehst in wenigen Minuten ins Zentrum.

💑 Für Paare und die Altstadt: Aigua ist ein Boutique-B&B mitten im historischen Zentrum, nur wenige Schritte von den Stadtmauern und den katalanischen Gassen entfernt – Reisende lieben es wegen der Atmosphäre, rechne aber damit, dass es in der ZTL liegt und du außerhalb der Mauern parken musst (ab ~95 € pro Nacht).

👨‍👩‍👧 Für Familien am Strand: Oasis Hotel & Residence liegt bei Fertilia gegenüber einem Pinienhain mit direktem Zugang zum Strand Maria Pia, hat zwei Pools mit Kinderbecken, einen Spielplatz und eigene Parkplätze außerhalb der Altstadt (ab ~105 € pro Nacht).

💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Hotel Angedras liegt in einem ruhigen Viertel, 10–15 Minuten entlang der Uferpromenade ins Zentrum, mit gelobtem Frühstück und vor allem kostenlosem Garagenparkplatz außerhalb der ZTL, sodass du mit dem Auto problemlos hinkommst (ab ~90 € pro Nacht).

Für das besondere Erlebnis: Hotel Villa Las Tronas Hotel & SPA ist eine ehemalige königliche Residenz auf einer Landzunge über dem Meer mit Salzwasserpool und kostenlosem Parkplatz – die schönste Adresse der Stadt, wenn du dich verwöhnen lassen willst (ab ~280 € pro Nacht).

Buchungstipp: Wähle einen Tarif mit kostenloser Stornierung und warte nicht bis zur letzten Minute – die besten Adressen am Meer sind für Juli und August schon ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht und die Preise schießen in der Hauptsaison um zig Prozent in die Höhe.

Was du direkt in Alghero sehen kannst

An Sehenswürdigkeiten mangelt es Alghero wahrlich nicht, und es ist genau die Art von Stadt, in der du keinen komplizierten Plan brauchst. Am besten lässt du dich einfach im Labyrinth der engen Gassen treiben und atmest die faszinierende Geschichte ein, die aus jedem Stein von einstigen Seefahrern und Händlern erzählt.

1. Die Stadtmauern und die abendliche Promenade über dem Meer

Der allerschönste Ort in ganz Alghero sind die gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern, die die Stadt früher vor Piratenüberfällen vom Meer her schützten. Heute bilden sie eine breite, atemberaubende Promenade, auf der du spazieren und das endlose Blau des Mittelmeers mit Blick auf die majestätischen Klippen von Capo Caccia in der Ferne bewundern kannst.

Den größten Zauber entfaltet dieser Ort am frühen Abend, wenn die Sonne langsam ins Meer eintaucht und der Himmel in allen Rosa- und Orangetönen leuchtet. Der Sonnenuntergang von den Stadtmauern ist ein absolutes Muss, zu dem sich Einheimische und Touristen gern eine Kugel handgemachtes Eis oder ein Glas guten Wein in einer der angrenzenden Bars gönnen. Jede Bastion (Torre) trägt einen historischen Namen, und der Spaziergang an ihnen vorbei ist wie das Blättern in einem Geschichtsbuch.

2. Die Altstadt und die katalanische Atmosphäre

Wenn du die Altstadt (Centro Storico) betrittst, fällt dir sofort etwas Ungewöhnliches auf. Die Straßenschilder sind hier nämlich zweisprachig, auf Italienisch und Katalanisch. Der Dialekt von Alghero ist ein lebendiges Erbe des 14. Jahrhunderts, als Aragonier die Stadt eroberten und die ursprünglichen Bewohner vertrieben, um sie durch Siedler aus Katalonien zu ersetzen. Aktuelle Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten und Kulturveranstaltungen findest du auf der offiziellen Tourismus-Website von Alghero.

Die Gassen sind mit Kopfsteinpflaster ausgelegt, die Häuser haben oft eine honigfarbene Tönung und die Balkone quellen über vor bunten Blumen. Es wird dich begeistern, einfach ziellos durch das Gewirr aus Durchgängen und kleinen Plätzen zu schlendern, in malerische Innenhöfe zu spähen und die echte mediterrane Gelassenheit aufzusaugen. Abends erwacht die Altstadt zum Leben, Dutzende Restaurants öffnen und an jeder Ecke klingen die Gläser.

3. Die Kathedrale Santa Maria

Direkt im Herzen der Altstadt stößt du auf das wichtigste Gotteshaus, die Kathedrale Santa Maria Immacolata. Mit ihrem Bau wurde schon im 16. Jahrhundert begonnen, und von außen wirkt sie vielleicht etwas unscheinbar – aber lass dich nicht täuschen. Sie ist eine faszinierende Mischung architektonischer Stile, in der sich katalanische Gotik mit der Spätrenaissance trifft.

Das typischste Element, das die unverwechselbare Silhouette der Stadt prägt, ist ihr hoher achteckiger Glockenturm mit pyramidenförmigem Dach, das mit bunten Majolika-Fliesen bedeckt ist. Wenn du Aussichten magst, empfehle ich dir, die Stufen zum Turm hinaufzusteigen – von dort eröffnet sich ein herrliches Panorama auf die rostroten Dächer der Häuser und das weite Meer. Das Ticket kostet nur ein paar Euro, und der Ausblick ist die Mühe absolut wert.

4. Der Hafen und die Tradition der roten Koralle

Alghero liegt an einem Küstenabschnitt, der den Beinamen Riviera del Corallo, also Korallenriviera, trägt. In den Tiefen des hiesigen Meeres wird nämlich schon seit der Antike die seltene rote Koralle (Corallium rubrum) gewonnen, die als eine der hochwertigsten der Welt gilt und die Stadt durch ihre Verarbeitung über Jahrhunderte reich gemacht hat.

Beim Spaziergang durch die Altstadt siehst du Dutzende Juweliergeschäfte mit atemberaubendem Korallenschmuck. Hüte dich aber vor billigen Fälschungen auf den Märkten – echte sardische Koralle ist ziemlich teuer und wird immer mit einem Echtheitszertifikat in offiziellen Boutiquen verkauft. Wenn dich die Geschichte dieses Handwerks tiefer interessiert, kannst du auch das kleine Museo del Corallo besuchen, wo du alles über den Abbau und die kunstvolle Verarbeitung dieses Meeresschatzes erfährst.

Natur und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Alghero

Wenn du genug von der Stadt hast, brich über ihre Grenzen hinaus auf. Die Umgebung bietet absolut phänomenale Naturkulissen und faszinierende archäologische Stätten, die dich Tausende Jahre in die Vergangenheit mitnehmen.

5. Capo Caccia und die Treppe Escala del Cabirol

Beim Blick von den Stadtmauern von Alghero siehst du am Horizont ein mächtiges Kalksteinmassiv, das an einen schlafenden Riesen erinnert. Das ist das berühmte Kap Capo Caccia, das etwa 25 Kilometer von der Stadt entfernt ist und auf dem Weg dorthin einige der besten Ausblicke der ganzen Insel bietet. Die Klippen fallen hier aus über hundert Metern Höhe fast senkrecht ins tiefblaue Meer ab.

Ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergisst, ist der Abstieg über die Rehtreppe (Escala del Cabirol). Dieses unglaubliche architektonische Werk, das 1954 direkt in die steile Felswand gehauen wurde, hat genau 654 Stufen und schlängelt sich hinab bis zur Meeresoberfläche. Der Blick auf die Wellen, die sich tief unter dir an den Klippen brechen, ist schlicht atemberaubend – auch wenn der Rückweg nach oben in der Sommerhitze die Beine ordentlich fordert.

6. Grotta di Nettuno (Neptungrotte)

Das Glanzstück des Kaps Capo Caccia und wohl die größte Touristenattraktion der Region ist die märchenhafte Neptungrotte, ein riesiger unterirdischer Komplex voller beleuchteter Tropfsteine und stiller Salzseen. Die Höhle ist über zweieinhalb Kilometer lang, für die Öffentlichkeit ist aber nur ihr schönster Teil über mehrere hundert Meter zugänglich.

Du hast zwei Möglichkeiten, hierherzukommen. Entweder steigst du die erwähnten 654 Stufen hinab, oder du buchst im Hafen von Alghero einen Bootsausflug, der dich direkt zum Eingang der Grotte bringt. Die Bootsfahrt ist superbequem und bietet schöne Ausblicke auf die Küste. Sie hat allerdings einen Haken: Die Grotte ist nur bei ruhiger See geöffnet. Wenn der starke Nordwestwind Mistral weht und die Wellen hoch sind, wird der Zugang aus Sicherheitsgründen gesperrt – prüfe daher vor der Fahrt lieber die aktuelle Lage auf der offiziellen Website. Der Eintritt in die Grotte selbst kostet etwa 14 Euro, die Bootstickets werden separat berechnet.

7. Nuraghe Palmavera

Interessierst du dich für Geschichte? Dann musst du die Nuraghen sehen. Diese geheimnisvollen Steintürme aus der Bronzezeit sind ein typisches Symbol Sardiniens und nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Sie entstanden etwa zwischen 1800 und 1100 v. Chr. und über siebentausend von ihnen sind auf der Insel erhalten geblieben.

Ein Stück von Alghero entfernt, auf dem Weg Richtung Capo Caccia, liegt der hervorragend erhaltene Komplex Nuraghe Palmavera. Es handelt sich nicht nur um einen einzelnen Turm, sondern um ein ganzes Nuraghendorf mit Hauptbastion, Mauern und den Überresten von Dutzenden runder Hütten. Zwischen diesen zyklopischen Steinen umherzugehen, die die einstigen Baumeister ganz ohne Mörtel aufeinandergeschichtet haben, ist ein recht mystisches Erlebnis. Der Eintritt kostet rund 5 Euro, und ich empfehle dir unbedingt, die Infotafeln zu lesen, die dir das Leben dieser rätselhaften Zivilisation näherbringen.

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8. Die Nekropole Anghelu Ruju und das Weingut Sella e Mosca

Eine noch ältere Stätte ist die riesige prähistorische Nekropole Anghelu Ruju, die 1903 zufällig beim Bau eines örtlichen Gehöfts entdeckt wurde. Hier finden sich fast vierzig in den Sandstein gehauene Grabkammern, die auf Sardinien poetisch „domus de janas“ genannt werden – also Feenhäuser. Der Legende nach lebten hier nämlich kleine magische Wesen, die tagsüber an goldenen Webstühlen webten und nachts im Mondschein tanzten.

Und was ist das Beste an diesem Ausflug? Die Nekropole liegt in unmittelbarer Nähe des berühmten Weinguts Sella e Mosca, das zu den größten und bekanntesten in ganz Italien zählt. Nach der Besichtigung der antiken Gräber kannst du dir also eine Weinverkostung gönnen (für die aktuellen Öffnungszeiten schau auf ihrer offiziellen Website vorbei). Lass dir hier auf keinen Fall den lokalen Weißwein Vermentino entgehen, der leicht und frisch ist und einen feinen Hauch von Meersalz und Sonne hat.

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Die schönsten Strände und Ausflüge von Alghero aus

Auch in Sachen Strände kommt Alghero nicht zu kurz. Im Gegenteil, die Stadt ist das perfekte Sprungbrett, um das Beste der gesamten Nordwestküste zu entdecken. Zu vielen Orten brauchst du ein Auto, aber die Ausblicke und der schneeweiße Sand sind es wert.

9. Die Strände Le Bombarde und Lazzaretto

Wenn du nicht weit fahren willst, heißen die beliebtesten Strände in der näheren Umgebung Le Bombarde und Lazzaretto. Sie liegen nur etwa zehn Kilometer von der Stadt entfernt und du erreichst sie bequem mit dem Auto oder mit dem Leihrad entlang der Küste. Beide bestechen mit herrlich klarem Wasser und feinem hellem Sand.

Der Strand Le Bombarde ist von einem duftenden Pinienhain gesäumt, der im heißen Sommer gnädigen Schatten spendet. Es gibt hier eine komplette Ausstattung mit Liegen, Sonnenschirmen und kleinen Bars, was ihn zum idealen Ort für Familien macht. Lazzaretto, gleich ein Stück weiter, bildet eher ein Netz aus kleineren Buchten mit kristallklarem Wasser, wo du etwas mehr Privatsphäre findest. Rechne aber damit, dass es im Juli und August hier ziemlich voll wird – also steh lieber früh auf.

10. La Pelosa und die Halbinsel Stintino

Das hier ist ein absoluter Begriff und für viele der Hauptgrund, überhaupt in den Norden Sardiniens zu fliegen. Rund eine Autostunde von Alghero entfernt liegt La Pelosa, ein Strand, der regelmäßig die Ranglisten der schönsten ganz Europas gewinnt. Stell dir eine vollkommen flache Lagune vor, deren Wasser in unglaublichen Türkistönen leuchtet, weißen Sand, fein wie Puderzucker, und in der Ferne einen alten Wachturm auf einer kleinen Insel.

Diese Schönheit fordert aber ihren Tribut, und die Besuchsregeln sind hier heute extrem streng. Die Kapazität ist auf 1.500 Personen pro Tag begrenzt, sodass du in der Saison (von Mitte Mai bis Oktober) den Eintritt über eine spezielle App oder die offizielle Reservierungswebsite idealerweise 48 Stunden im Voraus buchen musst. Der Eintritt kostet 3,50 Euro, und Achtung: Unter dein Stoffhandtuch musst du zwingend eine feste Stroh- oder Bambusmatte legen, damit du den wertvollen Sand nicht mitschleppst. Wenn du keine Matte hast, drohen dir bis zu 100 Euro Bußgeld.

11. Das pastellfarbene Städtchen Bosa und die Straße SP105

Wenn du einen Tipp für den perfekten halbtägigen Roadtrip suchst, wird dich die Fahrt von Alghero in das zauberhafte Städtchen Bosa begeistern. Allein die Fahrt über die Küstenstraße mit der Bezeichnung SP105 ist ein riesiges Erlebnis und wird oft zu den schönsten Panoramastrecken ganz Italiens gezählt. Die Straße schlängelt sich hoch über den Klippen, eröffnet unglaubliche Ausblicke auf das wilde Meer, und zum Fotografieren wirst du wohl an jedem Kilometer anhalten.

Wenn du in Bosa ankommst, empfängt dich ein Anblick wie aus einem Gemälde. Die Häuser im historischen Viertel Sa Costa leuchten in allen Pastellfarben und ziehen sich kaskadenartig den Hügel hinauf, über dem die alte Burg Castello Malaspina thront. Bosa liegt an den Ufern des Flusses Temo (des einzigen schiffbaren Flusses der Insel) und die Atmosphäre ist hier herrlich verschlafen und authentisch. Kehre in einem der lokalen Cafés ein und probiere unbedingt den berühmten örtlichen Wein Malvasia.

12. Der Nationalpark Asinara und die weißen Esel

Du willst etwas wirklich Einzigartiges erleben? Dann plane einen Ausflug auf die Insel Asinara, die ganz an der nordwestlichen Spitze Sardiniens liegt. Diese Insel war jahrzehntelang ein streng bewachtes Hochsicherheitsgefängnis für italienische Mafiosi und daher für die Öffentlichkeit völlig unzugänglich. Genau dieser Abgeschiedenheit ist es zu verdanken, dass sich hier eine völlig unberührte Natur erhalten hat, und 1997 wurde hier ein Nationalpark ausgewiesen.

Heute ist Asinara ein Paradies mit wilden Stränden und vor allem die Heimat der seltenen weißen Albino-Esel, die hier frei grasen und sich gern fotografieren lassen. Auf die Insel gelangst du mit dem Ausflugsboot von Porto Torres oder von Stintino aus (Details und Fähren prüfst du auf der Website des Nationalparks). Da man auf der Insel nicht mit dem eigenen Auto fahren darf, leihen sich Touristen hier meist E-Bikes, fahren mit einem speziellen Zug oder nutzen Jeeps mit einem örtlichen Guide.

Was du in Alghero probieren solltest

Die italienische Küche ist überall eine sichere Bank, aber auf Sardinien und besonders in Alghero erwarten dich ein paar interessante Überraschungen. Die lokale Gastronomie verbindet die typischen Hirtentraditionen des Inselinneren mit einem riesigen spanischen und katalanischen Einfluss, sodass du hier auf Geschmacksrichtungen triffst, die du auf dem italienischen Festland so nicht findest.

Obwohl für die hiesige Riviera viele Meeresfrüchte typisch sind, allen voran der berühmte, auf katalanische Art zubereitete Hummer (aragosta alla catalana), ist es hier auch für Vegetarier ein wahres Paradies. Reisende loben am meisten die traditionelle Pasta culurgiones – wunderschön gefaltete Teigtaschen, gefüllt mit Kartoffelpüree, mildem Schafskäse Pecorino und einer kräftigen Portion frischer Minze. Als Vorspeise wird dir überall pane carasau angeboten, ein unglaublich dünnes und knuspriges Hirtenbrot, das zweimal gebacken wird und herrlich schmeckt, einfach nur mit Olivenöl beträufelt (dann nennt man es pane guttiau).

Wer Süßes liebt, sollte nach dem Essen unbedingt das sündhafte Dessert namens seadas oder sebadas probieren. Stell dir eine große frittierte Teigtasche vor, innen gefüllt mit warmem, zerlaufenem jungem Käse und außen großzügig mit bittersüßem sardischem Honig übergossen oder mit Zucker bestreut. Dazu bestell dir ein kleines Glas Mirto, einen kräftigen traditionellen Likör aus Myrtenbeeren, der eine dunkelviolette Farbe hat und angeblich wundersam bei der Verdauung hilft.

Wohin als Nächstes

Wenn du den Nordwesten schon erkundet hast oder einen längeren Roadtrip über die Insel planst, schau dir unbedingt unsere weiteren Guides und praktischen Artikel an, die dir bei der Planung des restlichen Wegs helfen.

💡 Entdecke Sardinien weiter: Haupt-Guide zu Sardinien, der Nordwesten der Insel, die schönsten Strände, Nuraghen und das Inselinnere.

Häufig gestellte Fragen

Was kann man in Alghero sehen?

Lasst auf keinen Fall das historische Zentrum (ZTL-Zone) mit den zweisprachigen italienisch-katalanischen Straßennamen, die Kathedrale Santa Maria mit ihrem Aussichtsturm und die atemberaubenden mittelalterlichen Stadtmauern über dem Meer aus, von wo aus man die schönsten Sonnenuntergänge erleben kann. Die Stadt ist außerdem berühmt für die Herstellung von Schmuck aus echter roter Koralle.

Lohnt sich ein Besuch in Alghero?

Auf jeden Fall ja. Alghero gehört zu den authentischsten und angenehmsten Städten auf ganz Sardinien. Dank des internationalen Flughafens ist es leicht erreichbar, bietet wunderschöne Architektur, großartige Restaurants und dient zudem als perfekter strategischer Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Stränden und Klippen der Nordwestküste.

Wie kommt man zur Neptungrotte?

Sie haben zwei Möglichkeiten. Sie können im Hafen von Alghero eine bequeme Bootsfahrt buchen oder mit dem Auto zum Kap Capo Caccia fahren und zu Fuß über die imposante Eselsleiter (Escala del Cabirol) mit ihren 654 Stufen hinabsteigen. Der Zugang ist jedoch nur bei ruhiger See gestattet, bei starkem Wind wird die Grotte geschlossen.

Wo kann man in der Umgebung von Alghero baden?

Ganz in der Nähe der Stadt findet ihr die wunderschönen Strände Le Bombarde und Lazzaretto mit feinem Sand und schattenspendenden Pinien. Wenn es euch nichts ausmacht, etwa eine Stunde mit dem Auto zu fahren, solltet ihr unbedingt den Eintritt zum berühmten Strand La Pelosa beim Städtchen Stintino reservieren, der mit seinem türkisfarbenen Meer an die Karibik erinnert.

Wie viele Tage reichen für Alghero?

Für die eigentliche Besichtigung des historischen Zentrums und der Promenade reicht ein Tag völlig aus. Wenn Sie aber zur Neptungrotte aufbrechen, an den umliegenden Stränden entspannen und vielleicht einen Ausflug in das bunte Städtchen Bosa machen möchten, empfehle ich, für diese Region mindestens drei bis vier Tage einzuplanen.

Warum spricht man in Alghero Katalanisch?

Im 14. Jahrhundert eroberten die Aragonesen die Stadt, vertrieben die ursprünglichen Einwohner und ersetzten sie durch Kolonisten aus Katalonien. Dieser starke historische Einfluss hat sich in der lokalen Architektur, den Bräuchen, der Gastronomie und im Dialekt namens Algheresisch niedergeschlagen, den ein Teil der Einwohner bis heute spricht.

Welche Ausflüge kann man von Alghero aus unternehmen?

Neben der berühmten Neptungrotte und dem Kap Capo Caccia solltet ihr unbedingt über die Panoramastraße SP105 ins malerische Städtchen Bosa mit seinen pastellfarbenen Häuschen fahren. Ein tolles Erlebnis ist auch die archäologische Ausgrabungsstätte Nuraghe Palmavera oder ein Bootsausflug in den unberührten Nationalpark Asinara zu den freilebenden weißen Eseln.

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