Schneeweißer Sand, fein wie Puderzucker, das türkisfarbene Wasser des Indischen Ozeans und der Duft von Nelken, der in der heißen, tropischen Luft hängt. Sansibar in Tansania ist für viele der Inbegriff des perfekten Paradieses – doch wer hierherkommt, sollte sich auf eines einstellen. Es ist nicht nur ein Strandziel, sondern eine eigenständige Insel mit einer reichen, stellenweise sehr dunklen Geschichte und einer völlig anderen Kultur, die dich entweder sofort in ihren Bann zieht oder dich leicht überfordert.
Wer sterile Resorts sucht, die von der Realität abgeschottet sind, wird hier vielleicht nicht glücklich. Sansibar ist nämlich echtes Afrika mit allem Drum und Dran – inklusive allgegenwärtigem Staub hinter den Toren der Luxushotels, hartnäckig feilschenden Strandverkäufern und einem völlig anderen Zeitgefühl. Das einheimische Motto „pole pole“ (langsam, langsam) ist hier kein Spruch für Touristen, sondern ein echter Lebensstil, an den du dich einfach anpassen musst.
Was erwartet dich also? Tückische Ebbe, ein bisschen Bürokratie und 21 Tipps, die du auf keinen Fall verpassen solltest. Pack die Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ein – und los geht’s.

Zusammenfassung
- Die Gezeiten sind entscheidend: An der Ostküste zieht sich der Ozean bei Ebbe bis zu einem Kilometer zurück, und Baden ist nur ein paar Stunden am Tag möglich. Wer durchgehend schwimmen will, wählt die nördlichen Strände Nungwi oder Kendwa.
- Zusatzgebühren: Rechne damit, dass du allein für die Einreiseformalitäten (Visum, Pflichtversicherung und Steuern) rund 94 USD pro Person zahlst, bevor du den Flughafen überhaupt verlässt.
- Erwarte kein Ägypten: Die All-inclusive-Resorts auf Sansibar sind kleiner, persönlicher, und der Service läuft in einem viel langsameren, entspannteren afrikanischen Tempo.
- Beste Reisezeit: Das schönste Wetter herrscht von Juni bis Oktober und danach von Dezember bis Februar. April und Mai solltest du meiden, dann peitschen heftige Regenfälle über die Insel.
- Ausflüge clever buchen: Die Preise der einheimischen Verkäufer am Strand liegen oft 40 % unter denen, die dir der Hotelvertreter anbietet.
- Kultur und Respekt: Es ist eine überwiegend muslimische Insel, daher gilt es als höflich, außerhalb der Hotelstrände Schultern und Knie zu bedecken.
- Sicherheit und Gesundheit: Die Insel ist relativ sicher, aber achte mit gutem Mückenschutz auf den Schutz vor Mücken und trinke ausschließlich abgefülltes Wasser.
Beste Reisezeit für Sansibar
Der Reisetermin nach Sansibar ist kein Detail – das tropische Klima funktioniert hier ganz anders als bei uns, es richtet sich nach den Winden, nicht nach vier Jahreszeiten, und den falschen Monat zu erwischen, kann dir den Urlaub gehörig vermiesen. Die beste Reisezeit für Sansibar ist von Juni bis Oktober, wenn der angenehme Kusi-Wind weht. Die Temperaturen halten sich um die idealen 28 bis 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit ist für hiesige Verhältnisse gut auszuhalten.
Eine weitere tolle Option ist die sogenannte kurze Trockenzeit, die etwa von Mitte Dezember bis Ende Februar dauert. Du musst dich allerdings darauf einstellen, dass dies die heißeste Zeit des Jahres ist, in der die Temperaturen auf 34 Grad klettern und der Ozean an eine warme Badewanne erinnert. Etwa im November und Anfang Dezember kommt die sogenannte kurze Regenzeit (Vuli), die sich eher in schnellen Nachmittagsschauern äußert und problemlos zu bewältigen ist.
Worauf du aber auf jeden Fall verzichten solltest, ist die große Regenzeit namens Masika, die im April und Mai ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Zeit fallen locker bis zu 400 Millimeter Niederschlag, viele Hotels und Restaurants schließen komplett und das Meer ist oft aufgewühlt. Auch wenn dich Reiseveranstalter mit extrem niedrigen Preisen locken – ein Urlaub in dieser Zeit lohnt sich schlicht nicht.
Wo übernachten auf Sansibar

Wie schon gesagt: Auf dieser Insel gilt mehr als anderswo, dass die Wahl der richtigen Küste den Charakter deines gesamten Urlaubs bestimmt. Wenn das Baden im Meer zu jeder Tageszeit für dich Priorität hat, musst du in den Norden zu den Stränden Nungwi und Kendwa. Hier ist die Ebbe minimal und das Meer zieht sich nur um ein paar Dutzend Meter zurück.
Im Nordwesten ist Zuri Zanzibar einen Blick wert – mit schönem Design, einem eigenen Privatstrand und uneingeschränktem Baden den ganzen Tag. Für Liebhaber klassischer großer Resorts ist das Riu Palace Zanzibar, All Inclusive, Adults Only in Nungwi eine ausgezeichnete Wahl, das erstklassigen Service ganz ohne Kinder bietet. Wer absoluten Luxus und Privatsphäre sucht, sollte sich das Safira Blu Luxury Resort & Villas ansehen, das zu den bestbewerteten Orten der Insel gehört.
Die Ostküste ist dagegen ein Paradies für Ruhesuchende, lange Spaziergänge über den freigelegten Meeresboden und Kitesurfer. Du musst aber damit rechnen, dass sich das Wasser hier tagsüber locker bis zu einem Kilometer zurückzieht und du nur in kurzen Zeitfenstern rund um die Flut schwimmen kannst. In der Region Matemwe und Pongwe findest du eine traumhafte Ruhe, wie sie etwa die stilvolle Sunshine Marine Lodge oder das unfassbar luxuriöse Tulia Zanzibar Unique Beach Resort bietet, wo das Wort All-inclusive eine völlig neue Dimension bekommt.
Im Südosten rund um die Dörfer Paje und Jambiani herrscht eine sehr entspannte, fast schon Backpacker-Atmosphäre voller Surfer und junger Leute. Mitten im Herzen der Kite-Community liegt das schöne Boutique-Hotel Mahali Zanzibar, während du ein Stück weiter in Jambiani das sehr angenehme und preisgünstigere Blue Oyster Hotel findest. Ganz im Osten am Strand von Bwejuu liegt schließlich das majestätische Baraza Resort and Spa Zanzibar, das an einen arabischen Palast erinnert. Und wer Geschichte aufsaugen möchte, dem empfehle ich, mindestens eine Nacht in der Hauptstadt in Stone Town zu verbringen, idealerweise im magischen Hotel Emerson on Hurumzi, wo du dich wie im Märchen aus Tausendundeiner Nacht fühlst.
21 Tipps, was du auf Sansibar (Tansania) sehen und erleben kannst
Es gibt hier so viel zu erleben. Vom Schlendern durch uralte Gassen über das Entdecken duftender Gewürzfarmen bis hin zum echten Strand-Nichtstun, bei dem du einfach nur in die unfassbar blaue Ferne schaust. Ich habe für dich eine Liste mit dem Besten zusammengestellt, was die Insel zu bieten hat, damit du genau das auswählen kannst, was dir am meisten Spaß macht. ☺️
Gleichzeitig wirst du hier aber auf jede Menge kleiner afrikanischer Stolperfallen treffen, von aufdringlichen Verkäufern bis zum wechselhaften Ozean – da ist es besser, vorbereitet zu sein. Schauen wir uns an, was du auf deiner Reise auf keinen Fall verpassen solltest.
1. Verstehe die Gezeiten Sansibars und wähle den richtigen Strand

Die Ebbe ist das absolut wichtigste Thema, das in diversen Reiseforen immer wieder durchgekaut wird. Die Ostküste der Insel ist extrem flach, was bedeutet, dass sich das Meer bei Ebbe um Hunderte Meter zurückzieht, manchmal sogar bis zu einem Kilometer weit. Baden kannst du also nur etwa zwei bis drei Stunden rund um den Höhepunkt der Flut, sonst siehst du vor dir nur freigelegten Korallengrund voller Pfützen und Seetang.
Dieses Phänomen wiederholt sich zweimal täglich und die Zeiten verschieben sich jeden Tag um etwa 30 bis 40 Minuten, du musst dich also daran gewöhnen, Gezeitentabellen im Auge zu behalten. Das ist aber kein wirklicher Schönheitsfehler. Die Ebbe bietet eine tolle Gelegenheit, den Meeresboden zu erkunden, bei sogenannten Reef Walks, bei denen du Seesterne, Krabben und die Arbeit der einheimischen Frauen auf den Algenfarmen beobachten kannst.
Gleichzeitig ist es aber unbedingt nötig, gute Badeschuhe einzupacken, denn im Flachwasser versteckt sich eine riesige Menge Seeigel. Wenn du dir einen Urlaub nicht vorstellen kannst, ohne jederzeit am Tag in die Wellen springen zu können, ist deine Wahl völlig klar. Du musst die nördlichen Badeorte Nungwi oder Kendwa wählen, wo der Meeresboden steiler abfällt und sich das Wasser nur minimal zurückzieht.
2. Stell dich auf Bürokratie und Formalitäten 2026 ein

Die Einreise auf diese tropische Insel ist in den letzten Jahren ziemlich teuer geworden, und das solltest du im Budget vorab einplanen. Grundlage ist das Touristenvisum, das 50 USD kostet und das du am besten bequem von zu Hause aus über das offizielle staatliche e-Visa-Portal beantragst. Du kannst es zwar auch nach der Ankunft am Flughafen kaufen, musst dich dann aber auf eine ziemlich lange und unangenehme Warteschlange in der heißen Flughafenhalle einstellen.
Damit enden die Ausgaben aber keineswegs, eher im Gegenteil. Seit Herbst 2024 ist für alle Besucher die lokale Versicherung ZIC Pflicht, die 44 USD für Erwachsene und 22 USD für Kinder bis siebzehn Jahre kostet. Du beantragst sie über die offizielle Website visitzanzibar.go.tz und musst bei der Einwanderung den generierten QR-Code vorzeigen. Wichtig zu wissen: Diese lokale Versicherung ersetzt in keinem Fall deine normale Reisekrankenversicherung aus Deutschland – du brauchst schlicht beide.
Außerdem berechnet dir das Hotel eine Infrastruktursteuer von 4 bis 5 USD pro Person und Nacht, die oft nicht im Reisepreis enthalten ist. Rechnet man alles zusammen, zahlt eine Familie mit zwei Kindern allein für diese Gebühren rund 600 USD – ein Betrag, der das Budget ordentlich durcheinanderwirbelt. Hüte dich auch vor diversen inoffiziellen Websites, die einen „ZanzibarPass“ anbieten und sich für die Vermittlung saftige Aufschläge berechnen.
3. Zähme deine Erwartungen: All-inclusive ist hier nicht wie in Ägypten

Einer der häufigsten Gründe für die Enttäuschung von Touristen sind falsche Erwartungen. Viele vergleichen die Resorts auf Sansibar mit denen in Ägypten oder der Türkei, doch das ist völlig daneben. Die Hotels hier sind viel kleiner und persönlicher, selten triffst du auf riesige Komplexe mit fünf Pools, lärmenden Animateuren und endlosen Rutschen für Kinder.
Auch die Qualität und der Umfang des All-inclusive selbst sind anders. Für den Preis eines ägyptischen Fünf-Sterne-Hotels bekommst du auf Sansibar ein sehr solides Vier-Sterne-Haus, in dem überwiegend lokaler Alkohol serviert wird und die Auswahl am Buffet deutlich bescheidener ausfällt. Der Service läuft zudem im allgegenwärtigen afrikanischen Tempo „pole pole“, sodass du auf deinen Cocktail an der Bar manchmal etwas warten musst – sich darüber aufzuregen hat absolut keinen Sinn.
Ein weiterer riesiger Unterschied ist die Umgebung des Hotels. Während du in anderen Reisezielen aus dem Resort direkt auf eine gepflegte Promenade voller Geschäfte trittst, beginnt hier hinter der Hotelmauer das ungeschminkte afrikanische Dorf. Du siehst staubige Wege, herumlaufende Hühner und die sehr einfachen Behausungen der Einheimischen. Kurzum: Komm nicht wegen des Hotels hierher, komm wegen der Atmosphäre, und betrachte das Hotel nur als Basis, von der aus du die echte Insel erkundest.
4. Gesundheit und Malaria-Prävention

Gesundheitsfragen sind vor einer Reise nach Afrika immer ein großes Thema, und hier kommst du daran nicht vorbei. Laut der US-Behörde CDC gilt ganz Sansibar weiterhin als Malaria-Risikogebiet, weshalb sie offiziell die Einnahme von Malariaprophylaxe empfiehlt. Andererseits ist die Verbreitung auf der Insel selbst dank massiver Eliminierungsprogramme derzeit sehr gering, und viele Reisemediziner verlangen für einen reinen Strandaufenthalt keine Prophylaxe. Informiere dich am besten beim Tropeninstitut oder bei einer reisemedizinischen Beratungsstelle.
Der vernünftigste Schritt ist, dich rechtzeitig in einem reisemedizinischen Zentrum beraten zu lassen und die gesamte Situation mit einem Experten passend zu deinem Gesundheitszustand zu besprechen. Wie auch immer du dich entscheidest, das absolute A und O ist der Schutz vor Mückenstichen, denn die lästigen Insekten können auch das Dengue-Fieber übertragen, das vor allem tagsüber aktiv ist.
Mückenschutz mit DEET (mindestens 30 %) ist Pflicht, sprüh dich ordentlich ein, vor allem ab dem Nachmittag. Zum Trinken und Zähneputzen ausschließlich abgefülltes Wasser, und mit Eiswürfeln außerhalb des Hotels vorsichtig sein. Hepatitis A+B und Typhus solltest du noch zu Hause erledigen.
5. Wie du Strandverkäufer und Massai mit einem Lächeln meisterst

Wenn du zum ersten Mal aus dem Hotel an den Strand gehst, umringt dich wahrscheinlich sofort eine Schar einheimischer Verkäufer, der sogenannten Papasi oder Beach Boys. Die Strände Sansibars sind nämlich per Gesetz öffentlich, sodass die Resorts diese Verkäufer nicht vertreiben können, solange sie sich an der Flutlinie aufhalten. Sie bieten dir alles an, von geschnitzten Figürchen über frische Kokosnüsse bis hin zu ganztägigen Bootsausflügen.
Das kann anfangs etwas nervig sein, besonders an den belebten Stränden im Norden, aber es ist wichtig, ruhig und einfühlsam zu bleiben. Die meisten Inselbewohner leben von weniger als 5 USD am Tag und der Verkauf am Strand ist für sie die einzige Einnahmequelle. Wenn du an nichts Interesse hast, funktioniert ein höfliches, aber sehr bestimmtes „hapana asante“ (nein, danke), und nach ein paar Tagen lassen sie dich in Ruhe.
Oft triffst du auch auf junge Männer in traditioneller roter Kleidung, das sind Massai vom Festland. Sie sind im Grunde bei der Arbeit, verdienen ihr Geld mit dem Verkauf von Perlen und Fotos mit Touristen. Wenn du sie also fotografieren möchtest, bezahl sie einfach dafür oder kauf etwas. Sei nett zu ihnen, die meisten plaudern gern, und ihre Geschichten lohnen sich.
6. Ein emotionaler Halt am alten Sklavenmarkt

Die Hauptstadt Stone Town ist ein faszinierendes Labyrinth aus Gassen, hat aber auch eine sehr dunkle und schmerzhafte Vergangenheit. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war dieser Ort eines der größten Zentren des Sklavenhandels in Ostafrika. Der Besuch des Old Slave Market, der sich am Ort des ehemaligen Marktes befindet, ist ein emotional ungemein starkes Erlebnis, das du auf keinen Fall auslassen solltest, wenn du die Geschichte der Insel verstehen willst.
An dem Ort, an dem sich einst die schlimmsten menschlichen Tragödien abspielten, steht heute eine schöne anglikanische Kathedrale, die in den 1870er-Jahren erbaut wurde. Innerhalb des Areals findest du gegen einen Eintritt von rund 5 USD ein sehr gut aufbereitetes Museum, das die Geschichte der Sklaverei in der Region detailliert und schonungslos schildert. Der erschütterndste Teil der Führung sind die beengten unterirdischen Kammern, in denen Menschen unter absolut unmenschlichen Bedingungen zusammengepfercht wurden, bevor sie auf dem Markt verkauft wurden.
Vor der Kathedrale steht ein eindringliches Denkmal aus Steinfiguren von Sklaven, die mit echten Eisenketten aus jener Zeit verbunden sind. Es ist kein gerade fröhlicher Nachmittag, aber du verlässt den Ort mit dem Gefühl, Sansibar jetzt ein bisschen besser zu verstehen – und das lohnt sich.
7. Verlier dich in den Gassen des magischen Stone Town

Die Steinerne Stadt, also Stone Town, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist das absolute Herz der Insel. Am besten lernst du sie kennen, indem du einfach die Karte wegsteckst und dich gezielt in ihren engen, verwinkelten Gassen verlierst. Die Architektur ist hier eine wunderbare Mischung aus Swahili-, arabischen, indischen und europäischen Einflüssen, was die jahrhundertelange Handelsgeschichte an der Küste des Indischen Ozeans widerspiegelt.
Beim Spaziergang fällt dir sicher eines der größten Wahrzeichen der Stadt auf. Es sind die massiven, wunderschön geschnitzten Holztüren, von denen mehrere Hundert erhalten geblieben sind. An Form und Verzierung erkennst du, ob das Haus einem reichen indischen Händler oder einem arabischen Aristokraten gehörte – typisch sind etwa die großen Messingdornen, die ursprünglich in Indien dem Schutz vor Elefanten dienten.
Die Straßen sind voller Leben, ständig schlängeln sich Roller und Fahrräder hindurch, es duftet nach frisch geröstetem Kaffee und aus Dutzenden kleiner Moscheen erklingt regelmäßig der Gesang der Muezzine. Ich empfehle, mindestens eine Nacht zu bleiben: Wenn die Tagestouristen abgereist sind und nur die Einheimischen und ein paar Reisende bleiben, ist Stone Town ein völlig anderer Ort. Stiller, dunkler und viel mehr es selbst.
8. House of Wonders und abendliches Schlemmen in Forodhani

Beim Bummeln durch die Stadt gelangst du früher oder später an die Uferpromenade, wo du auf eines der bekanntesten Gebäude der Insel triffst. Das Haus der Wunder, das House of Wonders, war einst der Stolz der omanischen Sultane, denn es war das erste Gebäude in Ostafrika mit elektrischem Licht und einem funktionierenden Aufzug. Leider stürzte im Dezember 2020 ein großer Teil der historischen Fassade ein, und seitdem ist das Gebäude von einem Blechzaun umgeben. Es ist nach wie vor geschlossen, eine langwierige Renovierung läuft, und hinein kommst du auf keinen Fall – lass dich also nicht von Angeboten falscher Führer ködern.
Gleich daneben findest du aber einen Ort, der mit dem Sonnenuntergang regelrecht zum Leben erwacht. Die Forodhani-Gärten verwandeln sich jeden Abend in einen riesigen, lauten Nachtmarkt mit Streetfood. Du siehst hier Dutzende beleuchteter Stände, aus denen der Duft von gegrillten Spezialitäten, Gewürzen und frisch gepresstem Zuckerrohrsaft strömt, den die Einheimischen auf alten Handpressen auspressen.
Auch wenn der Markt vor allem für seine riesige Auswahl an Meeresfrüchten, Tintenfisch und Garnelen berühmt ist, von denen Reisende oft schwärmen, findest du hier auch viele andere Köstlichkeiten. Ein guter Tipp ist, immer die Stände zu wählen, an denen die Einheimischen selbst einkaufen und an denen offensichtlich der größte Umsatz herrscht. Achte auch auf überhöhte Touristenpreise und vereinbare den Preis für dein Essen immer klar und verständlich im Voraus.
9. Entdecke die Geheimnisse der Gewürzinsel

Sansibar wird seit jeher die Gewürzinsel genannt, und diesen Titel trägt es nicht ohne Grund. Im 19. Jahrhundert machten die omanischen Sultane die Insel zu einem der größten Nelkenproduzenten der Welt, und der Anbau exotischer Pflanzen ist hier bis heute ein großes Thema. Der Besuch einer der lokalen Gemeinschaftsfarmen, die sogenannte Spice Tour, ist ein wunderbares Erlebnis, das dich weit über das übliche Strandfaulenzen hinausführt.
Die meisten Farmen liegen im grünen Inselinneren in den Regionen Kizimbani oder Tangawizi. Während eines etwa zweistündigen Spaziergangs durch die dichte tropische Vegetation zeigen dir die einheimischen Führer, wie die Dinge in echt wachsen, die du nur als Pulver aus dem Tütchen im Supermarkt kennst. Du errätst Pflanzen nach Geruch und Geschmack, siehst, wie aufwendig Vanilleblüten von Hand bestäubt werden, oder wie eine frische Muskatnuss aussieht, versteckt in ihrer leuchtend roten Hülle.
Der Preis des Ausflugs bei einheimischen Verkäufern liegt bei etwa 20 bis 35 USD pro Person. Ein Hinweis: Stell dich darauf ein, dass dir die Führer die ganze Zeit Dinge in die Hand drücken und auf einen Dollar warten. Das ist etwas anstrengend, gehört aber zum Erlebnis dazu.
10. Riesenschildkröten auf Prison Island

Etwa eine halbe Stunde Bootsfahrt mit einem Holzboot vom Hafen in Stone Town entfernt liegt die kleine Insel Changuu, die aber niemand anders als Prison Island nennt. Die Insel erhielt ihren Namen nach dem Gefängnisgebäude, das hier Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, das aber paradoxerweise nie seinem ursprünglichen Zweck diente. Stattdessen fungierte es als Quarantänestation für Gelbfieberfälle und ist heute eine sehr interessante historische Sehenswürdigkeit.
Die Hauptattraktion der Insel sind jedoch ihre heutigen tierischen Bewohner. Hier lebt eine recht große Kolonie von Aldabra-Riesenschildkröten, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Geschenk des Gouverneurs der Seychellen hierher gebracht wurden. Einige dieser majestätischen Tiere sind beachtliche 150 bis 190 Jahre alt, ihr Alter ist oft mit blauer Farbe direkt auf ihren riesigen Panzern vermerkt, und zwischen ihnen umherzugehen ist ein großes Erlebnis.
Den Ausflug kannst du sehr einfach selbst organisieren. Du musst nur zum Hafen in Stone Town kommen und mit einem der einheimischen Kapitäne die Überfahrt vereinbaren. Die Anmietung des ganzen Bootes sollte dich nicht mehr als 20 bis 30 USD kosten, dazu kommt vor Ort ein kleiner Eintritt ins Schildkrötenreservat selbst, der bei etwa 5 bis 8 USD liegt. Es ist ein idealer und unkomplizierter Halbtagesausflug, der zuverlässig auch kleinere Kinder beschäftigt.
11. Ganztägige Bootsfahrt Safari Blue

Wenn du den perfekten Tag auf dem Meer suchst, stößt du wahrscheinlich früher oder später auf das Angebot eines Ausflugs namens Safari Blue. Es handelt sich um eine ganztägige Fahrt auf einem traditionellen hölzernen Dhow-Segelboot, das meist aus dem Dorf Fumba an der südwestlichen Küste der Insel ausläuft. Es ist wahrscheinlich die beliebteste touristische Aktivität auf der ganzen Insel und auf jeden Fall die Zeit wert.
Im Laufe des Tages erwarten dich mehrere schöne Stopps. Du schnorchelst an bunten Korallenriffen, gleitest durch dichte Mangrovenwälder und machst Halt an einer postkartenperfekten Sandbank, die nur bei Ebbe auftaucht. Hier kannst du im unfassbar türkisfarbenen Wasser baden und das Gefühl haben, du wärst aus Versehen in einen Bildschirmschoner geraten.
Das Highlight des Ausflugs ist ein üppiges Mittagessen, das auf der nahegelegenen Insel Kwale serviert wird. Standardmäßig handelt es sich um ein riesiges Festmahl voller gegrillter Meeresfrüchte, Fisch und Hummer. Wenn du aber Vegetarier bist, ist es absolut notwendig, das den Veranstaltern sehr deutlich im Voraus mitzuteilen, idealerweise schon bei der Buchung, damit sie dir eine schmackhafte fleischlose Alternative vorbereiten können. Die Preise bei den Strandverkäufern beginnen bei 50 USD, während du bei den Hotelvertretern locker das Doppelte zahlst.
12. Schnorcheln am Mnemba-Atoll (aber nur frühmorgens!)

Die kleine Insel Mnemba vor der Nordostküste ist ein privates Luxusresort, das du als normaler Tourist nicht betreten darfst, doch die umliegenden Riffe sind öffentlich zugänglich und bilden ein Meeresschutzgebiet. Es ist einer der besten Orte zum Schnorcheln und Tauchen in der ganzen Region, mit einer riesigen Chance, Schwärme bunter Fische, Meeresschildkröten und mit etwas Glück sogar wild lebende Delfine zu beobachten. Die Korallenriffe schillern hier in allen Farben und die Sicht unter Wasser ist oft absolut fantastisch.
Es gibt aber einen riesigen Haken. Mnemba ist Opfer seiner eigenen Popularität, und in der Hauptsaison strömen Massen von Touristen aus allen Ecken der Insel hierher. In der Mittagsspitze können sich rund um das Riff locker hundert lärmende Motorboote drängen, das Wasser ist voller schwimmender Menschen in orangefarbenen Westen, und aus dem Unterwasserparadies wird ein ziemlich stressiges Erlebnis, das eher an ein überfülltes Freibad erinnert.
Der Trick, um diesen Ort wirklich zu genießen, ist recht einfach, erfordert aber etwas Selbstüberwindung. Du musst ein privates Boot aus dem nahen Dorf Matemwe organisieren und idealerweise schon gegen sechs Uhr morgens aufs Meer hinausfahren. Zu dieser Zeit hast du das ganze Riff für dich allein, das Meer ist ruhig und die Tiere sind viel aktiver. Für einen solchen privaten Morgenausflug zahlst du bei den Einheimischen rund 25 bis 40 USD pro Person – und glaub mir, jeder Cent extra lohnt sich für diese Ruhe.
13. Affen besuchen im Jozani-Nationalpark

Wenn dir das Sonnenbaden am Strand zu langweilig wird, mach dich ins Inselinnere auf, um den einzigen Nationalpark der Insel zu erkunden: den Jozani-Wald. Dieses rund 50 Quadratkilometer große Gebiet ist der letzte Rest des ursprünglichen Regenwaldes, der einst den Großteil Sansibars bedeckte. Seine größte Attraktion und sein Wahrzeichen sind die seltenen Sansibar-Stummelaffen (Red Colobus), Affen mit auffallend rötlichem Rücken und struppigem Fell, die du nirgendwo sonst auf der Welt findest.
Diese Affen sind ziemlich frech, an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt und bewegen sich oft sehr tief in den Zweigen, sodass du sie aus nächster Nähe beobachten und tolle Fotos machen kannst. Es ist aber streng verboten, sie in irgendeiner Weise zu berühren oder zu füttern, denn menschliche Krankheiten können für sie tödlich sein und ihre Nahrung ist sehr speziell.
Teil des Parkbesuchs ist auch ein sehr interessanter Spaziergang. Auf erhöhten Holzstegen durchquerst du einen dichten und geheimnisvollen Mangrovenwald, der im Brackwasser an der Küste wächst und ein absolut zentrales Ökosystem zum Schutz der Insel bildet. Der Eintritt in den Park kostet rund 12 USD und beinhaltet immer auch die Begleitung eines einheimischen Rangers, der dich führt und Wissenswertes aus dem Tierreich teilt. Die Anfahrt von der Küste dauert etwa anderthalb Stunden.
14. Vorsicht vor unethischen Delfin-Ausflügen in Kizimkazi

Das Dorf Kizimkazi ganz im Süden der Insel ist als Ausgangspunkt für das beliebte Schwimmen mit Delfinen bekannt geworden. Dieser Ausflug wird an jeder Ecke zu sehr verlockenden Preisen angeboten, hat aber eine riesige und sehr dunkle Schattenseite. Die klassischen Morgentouren erinnern nämlich oft eher an eine brutale Hetzjagd auf Tiere, und wenn du auch nur ein bisschen Tiere liebst, kehrst du von so einem Ausflug wahrscheinlich angewidert zurück.
In der Praxis sieht es oft so aus, dass, sobald jemand einen Delfinschwarm sichtet, Dutzende Motorboote mit hoher Geschwindigkeit auf sie zufahren, sie jagen und ihnen den Fluchtweg abschneiden. Schreiende Touristen springen dann aus den Booten mitten zwischen die gestressten Tiere, stören damit ihre Ruhe, und oft kommt es sogar zu tragischen Verletzungen der Delfine durch die Schiffsschrauben. Das ist definitiv weder nachhaltige noch ethische Tierbeobachtung.
Wenn du diese wunderbaren Tiere sehen möchtest, ist der einzig richtige Weg, einen geprüften, ethischen Anbieter zu finden. Solche Führer fahren noch vor Sonnenaufgang aufs Meer hinaus, nähern sich dem Schwarm sehr langsam mit abgeschaltetem Motor und überlassen es den Tieren selbst, ob sie zum Boot schwimmen oder nicht. Alternativ ist es ein viel schöneres Erlebnis, sich auf das Glück zu verlassen und Delfine ganz natürlich beim Schnorcheln am Mnemba-Riff zu treffen.
15. The Rock Restaurant: Das ikonische Foto, für das man zahlt

The Rock – dieses Foto hast du wahrscheinlich schon oft gesehen. Das weiße Restaurant auf einem Korallenfelsen mitten im Ozean, und ja, es gibt es tatsächlich. Es ist wohl das bekannteste Lokal der Insel, und viele haben es als Pflichtstopp auf ihrer Liste. Bei Flut musst du hinschwimmen oder mit dem Boot hinfahren, bei Ebbe erreichst du es trockenen Fußes über den Sand.
Es ist aber gut zu wissen, worauf du dich einlässt. Das Restaurant ist extrem beliebt, hat nur wenige Tische, und du musst auch mehrere Wochen im Voraus reservieren. Die Preise sind hier für afrikanische Verhältnisse wirklich astronomisch, die Hauptgerichte liegen zwischen 25 und 45 USD, und für ein komplettes Abendessen für zwei lässt du locker auch 150 USD da. Die Bewertungen zum Essen selbst sind dabei oft eher verhalten, und Reisende sind sich einig, dass es eher Durchschnitt ist.
Im Grunde kaufst du hier kein kulinarisches Erlebnis, sondern bezahlst für die exklusive Lage und den Ausblick. Wenn du Geld und Enttäuschung sparen willst, gibt es eine sehr elegante Alternative. Geh bei Ebbe zum Restaurant, mach vom Strand aus die ikonischen Fotos von außen, die ohnehin die schönsten sind, und für ein tolles und viel günstigeres Essen geh in eines der nahegelegenen Lokale auf dem Festland.
16. Probier das Kitesurfen rund um Paje aus

Während der Norden der Insel den Liebhabern des ruhigen Badens gehört, lebt die südöstliche Küste, konkret die Gegend um die Dörfer Paje und Jambiani, von einem ganz anderen Sport. Dank flacher Lagunen mit glatter Wasseroberfläche und sehr stabilen Winden ist sie einer der besten Orte der Welt, um Kitesurfen zu lernen. Die Atmosphäre ist hier viel jugendlicher, die Strände sind voller bunter Kites, und abends ist in den entspannten Strandbars richtig was los.
Ideale Bedingungen herrschen während der zwei Windsaisons. Von Juni bis September weht der stärkere Kusi-Wind, während von Dezember bis März der etwas schwächere Kaskazi kommt, der für absolute Anfänger geradezu ideal ist. Entlang des gesamten Strandes findest du Dutzende professioneller Kite-Center, in denen du Stunden mit zertifizierten Instruktoren vereinbaren und die komplette Ausrüstung leihen kannst.
Wenn du über diesen Sport nachdenkst, ist Sansibar wirklich ein toller Ort zum Einstieg. Die Stunden liegen bei etwa 50 USD pro Stunde, und da das Wasser hier flach und unglaublich warm ist, verbringst du viel mehr Zeit mit dem Lernen auf dem Board als mit dem Kampf gegen Wellen und Kälte. Und selbst wenn du nicht fahren willst – schon das Beobachten der Dutzenden Kites am Himmel von der Liege aus, mit einem Drink in der Hand, hat seinen Reiz.
17. Wo essen: Entdecke die Aromen der Swahili- und vegetarischen Küche

Die lokale Küche ist ein faszinierendes Spiegelbild der reichen Inselgeschichte – hier mischen sich afrikanische, indische und arabische Einflüsse, und es wäre ein riesiger Jammer, den ganzen Urlaub nur Hotel-Spaghetti zu essen. Wenn du ein authentisches Erlebnis suchst und Vegetarier bist, musst du unbedingt die Suppe Urojo probieren, auch bekannt als Zanzibar Mix. Es ist eine dickflüssige, leicht säuerliche Brühe aus Mango und Tamarinde, in die frittierte Kartoffelbällchen, Falafel und frisches Gemüse gegeben werden. Ursprünglich kommt manchmal Fleisch hinein, aber auf der Straße bereiten sie sie dir problemlos in der rein vegetarischen Version für weniger als 3 Dollar zu.
Ein weiterer Riesenhit ist die Sansibar-Pizza, die du auf jedem Nachtmarkt findest. Sie hat nichts mit der italienischen zu tun, sondern ist eher ein dünner, zu einem Quadrat gefalteter Pfannkuchen, der auf einer heißen Platte mit geklärter Butter (Ghee) gebraten wird. Du kannst sie herzhaft mit Ei, Käse und frischem Gemüse haben oder die absolut himmlische süße Variante mit Banane, einer großzügigen Portion Schokolade und Nüssen wählen.
In den lokalen Restaurants, die Hoteli genannt werden, triffst du auf viele weitere tolle und sättigende Gerichte ohne Fleisch. Probier Mbaazi wa Nazi, leckere Straucherbsen langsam geschmort in dicker Kokossauce, oder Maharage, ähnlich zubereitete rote Bohnen. Eine tolle Beilage sind die indischen Fladenbrote Chapati oder der duftende Pilau-Reis voller Nelken und Kardamom. Wenn du in Stone Town bist, geh unbedingt in die legendäre günstige Garküche Lukmaan, wo es eine riesige Theke mit vegetarischen Spezialitäten gibt.
18. Tipps zu Geld, Feilschen und Trinkgeld

Die finanzielle Seite eines Urlaubs auf Sansibar kann manchmal etwas verwirrend sein, denn die Insel funktioniert im Grunde mit einem doppelten Währungssystem. Die offizielle Währung ist der Tansania-Schilling (TZS), aber US-Dollar (USD) gelten hier als absolut vollwertiges Zahlungsmittel. Für Hotels, Touristenausflüge und Taxis zahlt man üblicherweise in Dollar, während es für lokales Essen auf der Straße, Einkäufe auf Märkten und Fahrkarten für die lokalen Busse viel günstiger ist, in Schilling zu zahlen.
Wenn du Dollar mitbringst, ist es absolut entscheidend, dass die Scheine nicht vor 2009 ausgegeben wurden und nicht eingerissen oder beschrieben sind, sonst weigert sich die Wechselstube höchstwahrscheinlich, sie umzutauschen. Geldautomaten (ATM) findest du sicher in Stone Town und in größeren Badeorten wie Nungwi oder Paje, doch sie berechnen oft Gebühren für die Abhebung, und manchmal ist schlicht kein Bargeld mehr drin. Kartenzahlung in Restaurants ist möglich, aber üblicherweise kommen 3 bis 5 % als Bankgebühr auf die Rechnung.
Feilschen gehört hier zur Alltagskultur, hat aber seine Regeln. Auf Souvenirmärkten oder beim Aushandeln eines Ausflugs am Strand startet man üblicherweise bei einem Betrag, der bis zu dreimal höher ist als der reale Preis, also scheu dich nicht, 30 % des ersten Angebots vorzuschlagen und dich mit einem Lächeln zu einem Kompromiss vorzuarbeiten. Wo Preisschilder an der Ware sind, wird nicht gefeilscht. Vergiss auch das Trinkgeld nicht, das hier sehr erwartet wird – in Restaurants rund 10 %, für Fahrer etwa 5 USD am Tag und für das Zimmermädchen ein bis zwei Dollar pro Bett.
19. Respektiere die lokale Etikette und den Ramadan

Auch wenn wir Sansibar mit entspanntem Strandurlaub verbinden, ist es sehr wichtig zu wissen, dass mehr als 95 % der Einheimischen den Islam praktizieren. Touristen werden hier mit offenen Armen empfangen, aber man erwartet von ihnen ein gewisses Maß an Respekt vor der lokalen Kultur. Die Regeln sind eigentlich recht einfach und verlangen keine großen Opfer.
Die Grundregel lautet, dass Badesachen und Bikinis ausschließlich an den Strand oder an den Hotelpool gehören. Sobald du das Resort verlässt und ins Dorf, auf den Markt oder auf einen Ausflug gehst, solltest du Schultern und Knie bedecken, und das gilt für Frauen wie für Männer. Es ist kein Gesetz, für das dich jemand einsperren würde, aber es ist eine Frage des grundlegenden Anstands, und du zeigst den Einheimischen damit Respekt. Ebenso sind übermäßige öffentliche Liebesbekundungen nicht empfehlenswert, und es gilt, dass du Dinge nicht mit der linken Hand reichen oder essen solltest, die im Islam als unrein gilt.
Eine sehr spezielle Zeit für einen Besuch ist der Fastenmonat Ramadan. 2026 fällt er etwa auf den Zeitraum vom 18. Februar bis 19. März, wobei er jedes Jahr ungefähr 11 Tage früher beginnt. In den Hotels und Resorts merkst du als Tourist von diesem Fasten im Grunde nichts, alles funktioniert normal. Doch außerhalb der Resortmauern sind die lokalen Restaurants tagsüber geschlossen, und es ist sehr unangebracht, vor den fastenden Einheimischen demonstrativ auf der Straße zu essen, zu trinken oder zu rauchen. Mit dem Sonnenuntergang erwachen die Straßen aber zum Leben, und die abendlichen Iftar-Mahlzeiten haben eine fantastische Atmosphäre.
20. Überlege, ob Sansibar für kleine Kinder geeignet ist

Die Frage, ob man kleine Kinder mit auf eine afrikanische Insel nimmt, spaltet die Reiseforen in zwei unversöhnliche Lager. Logistisch ist es ein recht angenehmes Reiseziel, denn von Europa aus fliegst du überwiegend nach Süden, und die Zeitverschiebung beträgt nur ein bis zwei Stunden, sodass kein zermürbender Jetlag droht. Die Einheimischen lieben Kinder zudem über alles und du wirst sehen, dass man dir extrem entgegenkommend und mit einem Lächeln begegnet.
Andererseits muss man die objektiven gesundheitlichen Risiken abwägen. Reisemediziner weisen darauf hin, dass man Exotik mit kleinen Kindern nur in Gebiete ohne Malaria planen sollte, was Sansibar nur mit sehr zugedrückten Augen erfüllt. Zudem ist das Niveau der medizinischen Versorgung außerhalb der Hauptstadt recht niedrig, und bei ernsteren Komplikationen müsstest du wahrscheinlich aufs Festland fliegen.
Wenn du dich trotzdem für eine Reise mit Kindern entscheidest, wähle auf jeden Fall Hotels im Norden in Nungwi oder Kendwa, wo das Baden sicher ist, ohne dass man einen Kilometer durch den Ozean waten muss. Pass extrem auf die scharfe afrikanische Sonne auf, zur Pflichtausstattung sollten Badeshirts mit UV-Schutz gehören, und von 11 bis 15 Uhr sollten die Kinder strikt im Schatten bleiben. Gib ihnen ausschließlich abgefülltes Wasser zu trinken und meide Eis von Straßenständen, denn der Kindermagen ist gegen fremde Bakterien viel empfindlicher.
21. Kombiniere den Strand mit einer echten Safari in Tansania

Zwei Wochen am Strand zu liegen, kann für aktivere Naturen etwas langweilig sein, und Sansibar hat einen riesigen geografischen Vorteil. Es liegt nur ein paar Dutzend Kilometer von der Küste des tansanischen Festlands entfernt, das einige der besten Safariparks der Welt bietet. Viele Reisende wählen daher die Kombination aus ein paar Tagen in der Wildnis und anschließendem Entspannen am Ozean – wahrscheinlich die beste Art, diesen Teil Afrikas kennenzulernen. Eine Rundreise durch Tansania mit Sansibar ist deshalb eine der beliebtesten Kombinationen überhaupt.
Die klassische, aber recht teure Variante ist eine mehrtägige Safari im Norden Tansanias (etwa in den Parks Serengeti und Ngorongoro), noch vor dem Flug auf die Insel. Wenn du aber schon auf Sansibar bist und wilde Tiere sehen willst, ist die beste Option die sogenannte Fly-in-Safari in den Nyerere-Nationalpark (früher Selous). Mit einem kleinen Flugzeug fliegst du dorthin nur etwa 45 Minuten, morgens fliegst du los, tagsüber fährst du im Jeep und beobachtest Elefanten, Giraffen und Löwen, und abends bist du zum Abendessen zurück im Hotel.
Dieser eintägige Flugausflug kostet dich rund 450 bis 550 USD pro Person. Wenn du kannst, zahl auf jeden Fall den Aufpreis für die zweitägige Variante mit Übernachtung in einer Lodge direkt im Park, die rund 1500 USD für zwei kostet. Diese Option beinhaltet oft auch eine fantastische Bootssafari auf dem Fluss Rufiji, wo du Flusspferde und Krokodile aus nächster Nähe siehst. Vergiss nur nicht, dass das tansanische Festland ein viel höheres Malaria-Risiko hat, sodass du hier ohne ärztliche Beratung über Malariaprophylaxe wirklich nicht auskommst.
Wohin als Nächstes von Sansibar
Sansibar ist wunderschön, aber wenn dich auch andere Ecken der Welt reizen, findest du auf unserem Blog jede Menge weiterer Inspiration. Wenn du Exotik voller Düfte, Regenwälder und herrlichem Tee liebst, lies unbedingt unseren Artikel Sri Lanka: Urlaub, 21 Tipps und beste Reisezeit. Für alle, die eher rauere Vulkanlandschaft und sicheres Sonnenwetter etwas näher an Europa suchen, empfehle ich einen Blick auf die Kapverden: Urlaub, 19 Tipps, was sehen und wann (nicht) reisen.
Gehörst du zu den begeisterten Backpackern, die Yoga, Surfen und Hindu-Tempel verbinden wollen, darfst du den Guide Indonesien, Bali: 57 Tipps, was sehen nicht verpassen. Wenn du dagegen lieber den afrikanischen Staub gegen glänzende Wolkenkratzer und Luxus-Shopping eintauschst, haben wir für dich den Artikel Dubai Urlaub: 43 tolle Tipps geschrieben. Und weil für all diese Reisen ins Warme ein kleiner Rucksack völlig ausreicht, schau dir unbedingt unsere Anleitung an: Handgepäck und Rucksack fürs Flugzeug: wie man leicht packt.
Weitere Exotik aus unserer Serie: Malediven: Urlaub, 21 Tipps und beste Reisezeit · Mauritius: Urlaub, 21 Tipps und beste Reisezeit · Dominikanische Republik: Urlaub, 21 Tipps und beste Reisezeit · Abu Dhabi: Urlaub, 21 Tipps und beste Reisezeit
Häufig gestellte Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Sansibar?
Ideales Wetter herrscht von Juni bis Oktober und dann während der kurzen Trockenzeit von Dezember bis Februar. Meidet vor allem April und Mai, wenn die Insel von sehr ergiebigen Regenfällen heimgesucht wird und viele Hotels sogar geschlossen haben.
Wie funktioniert die Ebbe und wo kann man den ganzen Tag schwimmen?
Na der Ostküste ist das Meer sehr flach und zieht sich zweimal täglich bis zu einem Kilometer zurück, sodass man nur ein paar Stunden um die Flut herum schwimmen kann. Wenn ihr den ganzen Tag ohne Einschränkungen im Ozean schwimmen möchtet, müsst ihr euch eine Unterkunft im Nordwesten in den Badeorten Nungwi oder Kendwa aussuchen.
Brauche ich ein Visum und was ist die Pflichtversicherung?
Ja, das Touristenvisum kostet 50 USD und kann online oder bei Ankunft beantragt werden. Neu ist auch, dass alle Touristen vorab eine verpflichtende lokale Versicherung der sansibarischen Regierung (ZIC) für 44 USD erwerben müssen, die jedoch eure normale deutsche Reiseversicherung nicht ersetzt.
Gibt es auf Sansibar Malaria?
Zanzibar ist dank massiver Eliminierungsprogramme ein Gebiet mit sehr geringem Malaria-Vorkommen und viele Ärzte verlangen für einen Aufenthalt ausschließlich auf der Insel keine Prophylaxe. Verwendet aber auf jeden Fall starke Repellentien und beratet euch vor der Reise mit einem Arzt im Zentrum für Reisemedizin.
Wie viel kostet ein Urlaub auf Zanzibar?
Neben der eigentlichen Pauschalreise oder den Flugtickets und dem Hotel solltest du etwa 94 USD pro Person allein für die Einreiseformalitäten (Visum und Versicherung) einplanen. Straßenessen kostet ein paar Dollar, ein Abendessen im Restaurant 10-20 USD und Ganztagesausflüge bekommst du bei lokalen Anbietern für 30 bis 70 USD.
Ist es auf der Insel sicher?
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Die Insel ist für Touristen generell sicher, aber nach Einbruch der Dunkelheit wird empfohlen, nicht zu Fuß außerhalb der beleuchteten Resorts unterwegs zu sein – besser ein Taxi nehmen. Das häufigste Problem sind Kleindelikte mit vergessenen Sachen, also passt auf eure Handys auf und lasst Wertsachen nicht unbeaufsichtigt am Strand liegen.
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Wie kleidet man sich unter Berücksichtigung der lokalen Kultur?
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Sansibar ist eine überwiegend muslimische Insel, daher gehören Badeanzüge und freizügige Kleidung ausschließlich an den Strand oder zum Pool. Wenn ihr einen Ausflug macht, zum Markt oder in ein Dorf geht, ist es eine Frage des Anstands und des Respekts, Schultern und Knie bedeckt zu halten.
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Kann man mit kleinen Kindern nach Sansibar reisen?
Die Reise ist möglich, der Zeitunterschied ist minimal und die einheimischen Kinder lieben es, aber bedenke das niedrigere Niveau der örtlichen Gesundheitsversorgung und die Notwendigkeit, peinlich genau auf Hygiene zu achten. Wähle die nördlichen Strände für sicheres Baden ohne Ebbe und schütze die Kinder ordentlich vor der starken Sonne und Mücken.
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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