Pacific Rim Kanada: Long Beach, Wild Pacific Trail & kompletter Reiseführer 2026

Wer einen Roadtrip zum Pacific Rim National Park plant, muss eines wissen: Ihr müsst bis an den äußersten Rand des Kontinents fahren, dorthin, wo dichte Regenwälder direkt auf den ungezähmten Pazifik treffen. Die Fahrt quer über Vancouver Island bringt euch schließlich hierher – in eine Gegend, die einem schlicht den Atem raubt. Pacific Rim Kanada ist der einzige Nationalpark an der Westküste des Landes, und glaubt mir: Seine wilde Atmosphäre kriecht euch schon in der ersten Sekunde unter die Haut.

Nebel, der sich träge zwischen uralten Zedern windet, gewaltige Wellen, die gegen Felsen donnern, endlose Strände voller riesiger angeschwemmter Baumstämme und eine Luft so klar und salzig, dass man sie am liebsten trinken möchte. Dazu Schwarzbären, die gelegentlich einfach über die Straße trotten. Und weil wir hier mehr als eine Woche verbracht haben, weiß ich genau, was sich lohnt und was man getrost auslassen kann. Lest also weiter – ich verrate euch, wie ihr hierher kommt, wo ihr übernachten könnt, ohne euer Budget zu sprengen, und teile unsere liebsten Wanderwege sowie Tipps zur atemberaubenden Walbeobachtung und den berühmten Winterstürmen.

Long Beach im Pacific Rim National Park an der Westküste von Vancouver Island
Long Beach im Pacific Rim National Park an der Westküste von Vancouver Island (Foto: Paul Gierszewski / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Wo liegt das: An der Westküste von Vancouver Island in British Columbia – der Park gliedert sich in drei Hauptbereiche (Long Beach, Broken Group Islands und West Coast Trail).
  • Wann hinfahren: Juli bis September für klassische Wanderungen, Strände und Kajakfahren. Oktober bis März für das legendäre Storm Watching (Sturmbeobachtung) und im Frühling für die Grauwalmigration.
  • Wie hingelangen: Mit der Fähre vom Festland-Vancouver nach Nanaimo oder Victoria, dann mit dem Auto quer über die Insel auf dem Highway 4 (die Fahrt dauert etwa 3 bis 4 Stunden und ist unglaublich kurvig).
  • Wo übernachten: Ideale Basis ist entweder das teurere Surfer-Städtchen Tofino oder das ruhigere und etwas günstigere Fischerdorf Ucluelet. Im Park selbst gibt es den hervorragenden Campingplatz Green Point.
  • Top-Erlebnisse: Spaziergang über den 16 Kilometer langen Long Beach, Wanderungen durch den Regenwald auf Holzstegen, der Wild Pacific Trail in Ucluelet und natürlich Surfen oder Bären- und Walbeobachtung.
  • Eintritt in den Park: Für den Zugang zum Nationalpark braucht ihr einen sogenannten Park Pass, der etwa 11 CAD (ca. 7,50 €) pro Tag kostet. Aktuelle Preise und Öffnungszeiten findet ihr auf den offiziellen Seiten von Parks Canada.

Was ist der Pacific Rim National Park und warum hinfahren?

Viele Leute denken, Pacific Rim sei einfach nur ein einzelner Strand oder ein Wald beim Städtchen Tofino. Tatsächlich erstreckt sich dieser Nationalpark entlang der rauen Küste und gliedert sich in drei völlig unterschiedliche, eigenständige Bereiche, die nicht einmal durch eine Straße verbunden sind – und trotzdem ist es genau die richtige Dosis Wildnis: eine, bei der man sich ständig wie der erste Mensch fühlt, der jemals hier war.

Der erste und mit Abstand zugänglichste Teil ist die Long Beach Unit, die genau zwischen den Orten Tofino und Ucluelet liegt. Hier findet ihr die berühmten langen Strände, Surfer und wunderschöne Wanderwege durch den Regenwald, die ihr problemlos an einem Wochenende erkunden könnt.

Der zweite Teil sind die Broken Group Islands – im Grunde ein Gewirr von über hundert winzigen Inseln, verstreut in der Bucht Barkley Sound. Hierhin gelangt man nur per Boot oder Kajak. Wer mehrtägige Paddeltouren und Schlafen unter dem Sternenhimmel an einsamen Stränden liebt, hat hier sein Paradies gefunden.

Und schließlich gibt es den legendären West Coast Trail. Das sind 75 Kilometer Mehrtages-Trek, gespickt mit Schlamm, Leitern, Seilbahnen über Flüsse und völliger Abgeschiedenheit von der Zivilisation. Er verläuft durch den südlicheren Teil der Insel, und eine Genehmigung dafür zu bekommen, ist ungefähr so schwierig wie ein Lottogewinn 😅. Die meisten normalen Besucher steuern allerdings den Long-Beach-Bereich an, auf den wir uns in diesem Reiseführer am meisten konzentrieren. Sämtliche aktuellen Informationen zu allen drei Parkbereichen findet ihr auf den offiziellen Seiten des Pacific Rim NPR.

Beste Reisezeit für den Pacific Rim Nationalpark

Long Beach im Pacific Rim National Park zur goldenen Stunde, nasser Sand und Ozean
Long Beach zur goldenen Stunde – ein Sommerabend, an dem sich der Strand in Gold verwandelt und die Wellen sanft atmen.

Wenn ihr eine Reise in diesen Teil von British Columbia plant, müsst ihr euch zunächst klarmachen, was genau ihr erleben wollt. Das Wetter ändert hier nämlich komplett die Spielregeln, und jede Jahreszeit bietet eine völlig andere Atmosphäre.

Von Ende Juni bis Anfang September herrscht die klassische Sommersaison. Das bedeutet die höchsten Temperaturen, vergleichsweise wenig Niederschlag (für Regenwald-Verhältnisse) und ideale Bedingungen zum Campen, für ausgedehnte Wanderungen und Surfen in etwas erträglicherer Wassertemperatur. Gleichzeitig ist das aber die Zeit, in der Unterkünfte Monate im Voraus ausgebucht sind und die Preise in schwindelerregende Höhen klettern.

Im Frühling (vor allem von März bis Mai) ist die beste Zeit, um die ziehenden Grauwale zu beobachten, die von Mexiko bis nach Alaska schwimmen. Ein absolut faszinierendes Schauspiel, bei dem Tausende dieser riesigen Tiere nur unweit der Küste vorbeiziehen.

Und dann gibt es Herbst und Winter, konkret von Ende Oktober bis März. Während man aus den meisten Urlaubszielen im November schreiend davonlaufen würde, verwandelt sich Pacific Rim in der kalten Jahreszeit in einen Ort, an den die Leute extra wegen des schlechten Wetters reisen – und zuerst habe ich mich gefragt, was mit denen nicht stimmt, aber mittlerweile verstehe ich es vollkommen. Vom Ozean her ziehen gewaltige Stürme heran, die Wellen erreichen die Höhe mehrerer Stockwerke und der Wind biegt die Bäume bis zum Boden. Die Leute fahren gezielt in luxuriöse Hotels mit Glasfronten, um es sich am Kamin mit einer Tasse heißem Kakao oder einem Glas Wein gemütlich zu machen und dieses unfassbare Naturschauspiel zu beobachten.

💡 Tipp von uns: Wenn ihr Storm Watching erleben wollt, aber keinen festen Termin habt, verfolgt eine Woche im Voraus die Vorhersage auf Environment Canada – die dramatischsten Stürme kommen 24–48 Stunden nach tiefen Tiefdruckgebieten aus dem Süden von Alaska. Hotels lassen sich dann oft kurzfristig zu sehr günstigen Preisen buchen.

Anreise zur Westküste und Mietwagen

Die Reise an den Rand des Kontinents ist an sich schon ein Erlebnis. Auf der Karte sieht es einfacher aus, als es in Wirklichkeit ist. In den allermeisten Fällen startet ihr im Festland-Vancouver, von wo aus ihr zunächst auf die Insel Vancouver Island übersetzen müsst.

Die gängigste Route von Vancouver zum Pacific Rim National Park führt mit der Fähre der Gesellschaft BC Ferries. Ihr legt am Terminal Horseshoe Bay oder Tsawwassen ab und steuert die Stadt Nanaimo an. Die Fähre dauert knapp zwei Stunden und ist eine wunderschöne Panoramafahrt, bei der man vom Deck aus oft sogar Robben sichten kann.

Sobald ihr in Nanaimo von der Fähre fahrt, erwartet euch die Querung der Insel auf dem Highway 4 Richtung Westen. Diese Strecke ist etwa 200 Kilometer lang, aber rechnet damit, dass sie mindestens 3 bis 4 Stunden dauert. Die Straße verwandelt sich nämlich sehr schnell von einer Schnellstraße in eine unglaublich kurvige Bergstrecke mit steilen Anstiegen, unübersichtlichen Kurven und häufigen Einschränkungen wegen Bauarbeiten oder Erdrutschen. Nichts für schwache Nerven – dafür sind die Ausblicke auf tiefe Seen und Wälder zauberhaft.

Wer direkt auf die Insel fliegt, hat als Ausgangspunkt wahrscheinlich die Hauptstadt Victoria (von dort sind es etwa 5 Stunden Fahrt) oder den kleineren Flughafen in Comox.

Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz empfiehlt sich ein Flug nach Vancouver (YVR) – von Frankfurt, München oder Zürich gibt es Direktverbindungen mit Lufthansa, Condor oder Swiss. Von dort geht es dann mit der Fähre weiter auf die Insel. Wir haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars gemacht, die wir überall auf der Welt nutzen. Reserviert euch den Mietwagen unbedingt rechtzeitig, denn in den Sommermonaten sind die Autovermietungen auf Vancouver Island hoffnungslos ausgebucht. Für diese Strecke braucht ihr nicht zwingend einen SUV mit Allradantrieb – die Straße ist bis zum Ozean asphaltiert – aber ein etwas stärkeres Auto für die Steigungen schadet nicht.

💡 Tipp von uns: Die Fähre ab Tsawwassen bietet schönere Ausblicke auf Buchten und Delfine als die ab Horseshoe Bay, allerdings ist die Anfahrt zum Terminal länger. Reserviert euch eine bestimmte Überfahrt mindestens einen Tag vorher – in der Sommersaison lohnt sich auch die Reservierungsgebühr von 15 CAD (ca. 10 €).

Unterkünfte in der Umgebung und Preise

Hafen von Tofino zur blauen Stunde mit Lichtspiegelungen im Wasser und Bergen im Hintergrund
Hafen von Tofino zur blauen Stunde – Lichter spiegeln sich in der ruhigen Oberfläche der Bucht.

Eine vernünftige Unterkunft in dieser Region zu finden, kann eine echte Herausforderung sein, denn die Preise sind wirklich hoch und günstige Alternativen rar. Der Pacific Rim National Park liegt größtenteils im Niemandsland zwischen zwei Orten. Am nördlichen Ende findet ihr das berühmte Surfer-Städtchen Tofino und am südlichen Ende das alte Fischerdorf Ucluelet. Egal wofür ihr euch entscheidet – rechnet in der Hauptsaison mit einem Durchschnittspreis ab 250 CAD (etwa 170 €) pro Nacht aufwärts. Aktuelle Angebote und Preisvergleiche findet ihr auf Booking.com für Tofino oder Booking.com für Ucluelet.

Unterkunft in Tofino (lebhafter Surfer-Vibe, teurer)

Tofino ist heute eine echte Ikone. Hier findet ihr großartige Cafés, Food Trucks, Surfschulen und eine hippe Atmosphäre. Wenn ihr das beste Essen in Fußnähe und morgens eine Surfstunde direkt vor der Tür haben wollt, seid ihr hier goldrichtig. Unseren kompletten Tofino-Reiseführer findet ihr in einem eigenen Artikel. Unsere Lieblingshotels und -resorts bieten oft direkten Blick auf den Strand – zum Beispiel das legendäre Pacific Sands Beach Resort, das übrigens die absolut beste Wahl ist, wenn ihr zum winterlichen Storm Watching hierher kommt.

Unterkunft in Ucluelet (ruhiger, rauer, etwas günstiger)

Während Tofino an langen Sandstränden liegt, thront Ucluelet (die Einheimischen nennen es kurz „Ukee“) auf dramatischen Felsklippen. Es ist die ruhigere Alternative, wo ihr eher Fischer als Jungs mit Surfbrett trefft. Weniger Touristen, atemberaubende Aussichten auf den tosenden Ozean und Unterkünfte, die etwas freundlicher zum Geldbeutel sind. Unser absoluter Favorit ist das Black Rock Oceanfront Resort, das direkt auf der Klippe sitzt und einen unglaublichen Charme hat.

Camping direkt im Nationalpark

Wenn ihr der Natur so nah wie möglich sein und echtes Camping direkt im Park erleben wollt, ist der Green Point Campground die einzige Möglichkeit im Long-Beach-Bereich. Ein wunderschöner, gepflegter Campingplatz, eingebettet im Wald direkt oberhalb des Strandes. Da dieser Platz extrem beliebt ist, müsst ihr den Stellplatz Monate im Voraus über das offizielle kanadische Reservierungssystem Parks Canada buchen, sobald im Frühjahr die Termine freigeschaltet werden. Innerhalb weniger Stunden ist die gesamte Saison ausgebucht.

Pacific Rim National Park: 10 Orte und Aktivitäten

Schauen wir uns endlich an, was dieser Winkel von British Columbia an Highlights zu bieten hat. Die meisten der folgenden Tipps befinden sich im Long-Beach-Bereich und sind bequem mit dem Auto erreichbar. Vergesst nicht: Das Wetter wechselt hier stündlich – also packt unbedingt eine Regenjacke in den Rucksack, selbst wenn morgens die Sonne scheint. Gerade dieser ständige Stimmungswechsel macht die Wanderwege hier so besonders reizvoll.

1. Long Beach: 16 Kilometer ungezähmte Schönheit

Long Beach – 16 km Sandstrand bei Tofino
Foto: Buiobuione / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Wie der Name schon verrät, ist Long Beach das Herzstück dieser ganzen Region. Unglaubliche 16 Kilometer lang und breit erstreckt sich ein feiner Sandstrand, auf den unaufhörlich wilde Ozeanwellen einprasseln. Genau hierher kommen Surfer aus aller Welt, um die kalten Pazifikwellen zu bezwingen – und genau dieser Strand hat die ganze Gegend zur inoffiziellen Surf-Hauptstadt Kanadas gemacht.

Ein Strandspaziergang ist ein absolutes Muss, besonders wenn die Ebbe zurückweicht und man plötzlich an riesigen Baumstämmen entlanggeht, die der Ozean angespült hat und die so massiv sind, dass die Wellen bei Sturm mit ihnen umgehen wie mit Streichhölzern.

Wir empfehlen auch, frühmorgens herzukommen, wenn schwerer Nebel vom Ozean aufsteigt und die Sonne versucht, durch die Wolken zu brechen. Ein geradezu mystisches Erlebnis. Und wer das Glück hat, bei einem sommerlichen Sonnenuntergang da zu sein, wird mit einem Himmel belohnt, der in den verrücktesten Violett- und Orangetönen leuchtet.

2. Wild Pacific Trail in Ucluelet: Wanderweg entlang der Klippen

Wild Pacific Trail in Ucluelet – Sitka-Fichten
Foto: Roland Tanglao from Vancouver, Canada / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Obwohl der Wild Pacific Trail technisch gesehen knapp außerhalb des Nationalparks direkt beim Ort Ucluelet liegt, wäre es eine Sünde, ihn nicht zu erwähnen. Es ist wahrscheinlich unser liebster Spaziergang hier – und das Beste: Der Eintritt ist frei. Der Weg schlängelt sich entlang zerklüfteter Felsen und Klippen, auf denen undurchdringlicher Regenwald wächst, und bietet die dramatischsten Ozeanblicke überhaupt.

Der bekannteste Abschnitt ist der Lighthouse Loop (etwa 2,6 Kilometer langer Rundweg), der euch zum malerischen weiß-roten Leuchtturm Amphitrite Point Lighthouse führt. Besonders wenn der Ozean unruhig ist und die Wellen gegen die Klippen donnern und das Wasser meterhoch in die Luft spritzen, ist es hier wirklich spektakulär.

Wir sind in ganz normalen Turnschuhen gegangen und haben es problemlos geschafft – wer also nach einer Ausrede für neue Wanderschuhe gesucht hat, wird hier leider nicht fündig 😁 Insgesamt umfasst das Wegenetz rund 9 Kilometer, sodass ihr euch hier locker einen ganzen Nachmittag lang treiben lassen könnt und von den Bänken an den Klippen nach Walen oder kreisenden Weißkopfseeadlern Ausschau halten könnt.

3. Storm Watching: wenn die Natur ihre Kraft zeigt

Storm Watching an der Westküste Kanadas
Foto: marneejill from Canada / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Wie ich schon angedeutet habe: Von Ende Oktober bis März kommt man nicht zum Sonnenbaden her, sondern wegen des extremen Wetters. Storm Watching ist ein faszinierendes Hobby, und die örtlichen Hoteliers haben daraus ein riesiges Geschäft gemacht. Sobald im Radio eine herannahende Pazifik-Sturm gemeldet wird, sind die Hotels bis auf den letzten Platz voll.

Das Schönste daran: Ihr könnt die Kraft der Natur in absolutem Komfort genießen. Ihr checkt in ein Zimmer ein, dessen gesamte Frontseite verglast ist und direkt auf den Ozean blickt, macht den Kamin an, kocht euch einen Tee und schaut vom Sofa aus zu, wie draußen die Apokalypse tobt. Der Wind erreicht hier im Winter problemlos Geschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde, und der Ozean zeigt seine dunkle, fast furchteinflößende Seite.

Wenn ihr euch nach draußen traut, zieht unbedingt die beste wasserdichte Kleidung an, die ihr habt (manche Luxushotels verleihen sie sogar an Gäste), und schaut euch das Ganze aus sicherer Entfernung an. Eine Warnung aber bitte ernst nehmen: Steht niemals auf den Baumstämmen am Strand. Die Wellen reichen weiter als man denkt, und einen Menschen mitzureißen, ist für sie ein Kinderspiel.

4. Hot Springs Cove: natürliche Thermalquellen mitten in der Wildnis

Hot Springs Cove – natürliche Thermalquellen
Foto: Kevin He / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Wenn ihr einen freien Tag im Reiseplan und ein etwas großzügigeres Budget habt, gönnt euch unbedingt einen Ganztagesausflug per Boot zu den Hot Springs Cove. Diese natürlichen heißen Quellen liegen völlig isoliert nördlich von Tofino im Provinzpark Maquinna und sind nur auf dem Wasserweg (oder per Wasserflugzeug) erreichbar.

Schon die Bootsfahrt selbst, die etwa eineinhalb Stunden pro Richtung dauert, ist ein tolles Erlebnis. Der Bootsführer zeigt euch Sehenswürdigkeiten entlang der Küste, und mit etwas Glück begegnet ihr unterwegs Walen oder Robben, die sich auf den Felsen sonnen. Nach dem Anlegen erwartet euch ein etwa halbstündiger Spaziergang durch tiefen Regenwald auf einem erhöhten Holzsteg.

Am Ende des Weges findet ihr den eigentlichen Zauber. Heißes Geothermalwasser (um die 50 °C) fließt aus dem Felsen und ergießt sich kaskadenförmig über eine Reihe natürlicher Becken nach unten, bis es sich im untersten mit dem eiskalten Wasser des Pazifiks vermischt. Ihr könnt euch also genau das Becken mit der Temperatur aussuchen, die euch am besten passt. Rechnet allerdings damit, dass es sich um eine sehr beliebte Attraktion handelt und man selten ganz allein ist.

5. Rainforest Trail: Spaziergang durch den uralten Regenwald

Rainforest Trail – Boardwalk im Pacific Rim
Foto: Kyla Duhamel from Saskatoon, Canada / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Die Westküste Kanadas beheimatet den gemäßigten Regenwald (Temperate Rainforest) – ein absolut einzigartiges Ökosystem. Um es wirklich zu begreifen und seine Atmosphäre aufzusaugen, müsst ihr am Rainforest Trail haltmachen. Er liegt direkt an der Hauptstraße zwischen Tofino und Ucluelet und besteht aus zwei Rundwegen (Route A und Route B), von denen jeder etwa 1,5 Kilometer lang ist.

Die gesamte Strecke führt über sehr gut gepflegte Holzstege mit vielen Stufen. Wenn man davon abkäme, würde man sofort in tiefem Moos und Farnen versinken. Ringsum ragen Hunderte Jahre alte Riesenlebensbäume und Hemlocktannen empor, von deren Ästen Bartflechten herabhängen, und die Luft duftet nach feuchtem Holz und erdiger Erde.

Es ist einer der schönsten Spaziergänge im Park, bei dem man sich ein bisschen wie in Jurassic Park fühlt. Auf Infotafeln könnt ihr faszinierende Details darüber lesen, wie dieses komplexe Ökosystem am Leben gehalten wird – durch Nährstoffe, die Lachse aus dem Ozean mitbringen und die Bären und Wölfe in den Wald tragen.

6. Schooner Cove Trail: Strände und wilde Tierwelt

Schooner Cove Wanderweg im Pacific Rim National Park, Vancouver Island
Foto: -JvL- / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Eine weitere wunderbare Kombination aus Wald und Ozean ist der Schooner Cove Trail. Er misst rund 2 Kilometer pro Richtung und führt euch wieder durch einen magisch wirkenden Wald über Treppen und Stege, bis ihr direkt am langen Sandstrand und den Küstenfelsen herauskommt.

Was diesen Ort so besonders macht, ist die enorme Vielfalt an kleinem Meeresleben. Wenn ihr bei Ebbe ankommt, könnt ihr in den Gezeitentümpeln zwischen den Felsen (sogenannte Tide Pools) violette und orangefarbene Seesterne, Seeanemonen, Krebse und viele weitere kleine Meeresbewohner beobachten.

Extrem wichtig ist es, vorher die Gezeiten-Tabellen zu prüfen, denn einige Strandabschnitte können bei Flut komplett vom Wasser abgeschnitten werden – und dort festzusitzen, möchte definitiv niemand. Und seid wachsam: An den Waldrändern entlang der Strände bewegen sich morgens und abends oft Bären auf Nahrungssuche.

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7. Walbeobachtung (Whale Watching)

Grauwal vor Vancouver Island
Foto: Ken McMillan from Sechelt, BC, Canada / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Wenn ihr von den Klippen auf den weiten Ozean schaut, ist es gut möglich, dass ihr eine kleine Wasserfontäne über der Oberfläche entdeckt – ein Wal, der zum Atmen auftaucht. Walbeobachtung gehört einfach zu dieser Region, und die örtlichen Anbieter sind absolute Experten darin. Jeden Frühling passieren über zwanzigtausend Grauwale die Küste von Vancouver Island auf ihrer unglaublich langen Wanderung von den mexikanischen Lagunen bis in die Arktis.

Die beste Saison für Bootsausflüge zu den Walen reicht von März bis etwa Ende Oktober. Die Ausflugsboote starten sowohl von Tofino als auch von Ucluelet. Häufig begegnet man auch Buckelwalen oder den beeindruckenden Orcas. Anders als in vielen anderen Teilen der Welt haben die hiesigen Anbieter sehr strenge ethische Regeln, wie nah sie den Tieren kommen dürfen – die Wale werden also nicht gestresst.

Aus eigener Erfahrung empfehlen wir: Zieht euch richtig warm an. Auch wenn es an Land angenehm ist, kühlt man auf dem offenen Wasser im Wind ziemlich schnell aus. In Tofino gibt es zahlreiche Anbieter, und wer in der Hauptsaison einen Platz sicher haben will, sollte unbedingt vorher buchen.

8. Surfen in Tofino: auch im eiskalten Wasser ein Erlebnis

Ein paar Surfer am Cox Bay Strand in Tofino, Vancouver Island
Foto: ImagePerson / CC BY 4.0 / Wikimedia Commons

Vielleicht findet ihr es verrückt, in Wasser zu steigen, das selbst im heißesten August gerade mal 13 Grad Celsius hat – aber sobald ihr hier ankommt, reißt euch die Surf-Atmosphäre einfach mit. Die Hälfte der Autos auf den Parkplätzen hat ein Brett auf dem Dach und überall laufen Leute in Neoprenanzügen herum.

Pacific Rim und speziell die Strände rund um Tofino wie Chesterman Beach oder Cox Bay bieten Wellen für absolute Anfänger ebenso wie für Profis. Wenn ihr es ausprobieren wollt, schaut bei einer der örtlichen Schulen vorbei, etwa Storm Surf Shop oder Pacific Surf School. Man bekommt einen richtig dicken Neoprenanzug geliehen, dazu Schuhe, Handschuhe und Kapuze – sodass man im Wasser überhaupt nicht friert.

Die Kurse sind hervorragend aufgebaut, die Instruktoren unglaublich nett, und nach ein paar Stunden in den Wellen spürt ihr jeden Muskel im Körper. Ich garantiere euch aber: Wenn ihr zum ersten Mal auf dem Brett steht und auch nur die kleinste weiße Welle zum Ufer surft, wird es zu den besten Erlebnissen eurer gesamten Reise gehören.

9. Broken Group Islands per Kajak: mehrtägiges Abenteuer

Segelboot vor Anker in den Broken Group Islands, Barkley Sound
Foto: Roy Luck / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Wer Einsamkeit und Wildnis liebt, muss den Long-Beach-Bereich verlassen und in den zweiten der drei Parkteile eintauchen. Die Broken Group Islands sind ein gewaltiges Labyrinth aus rund hundert Inseln und Inselchen ohne jede Straße, ohne Hotels und ohne Geschäfte. Es ist einer der berühmtesten Orte für Seekajakfahren weltweit.

In dieses Paradies bricht man zu mehrtägigen Expeditionen auf. Entweder schließt ihr euch einer geführten Gruppe an (was wir wärmstens empfehlen, wenn ihr nicht viel Erfahrung habt, wegen der tückischen Meeresströmungen und schnellen Wetterwechsel), oder ihr organisiert eine Bootsüberfahrt und lasst euch samt Kajaks von Ucluelet oder Port Alberni am Rand des Gebiets absetzen.

Das Schlafen auf Campingplätzen an Stränden, verteilt auf den einzelnen Inseln, ist ein ursprüngliches und wunderschönes Erlebnis, bei dem euch höchstens Robben oder das Rascheln von Krebben auf dem Sand ein Gute-Nacht-Lied singen.

10. West Coast Trail: der ikonische Trek für die Mutigsten

West Coast Trail – 75 km Mehrtages-Trek
Foto: Paxson Woelber / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Damit der Reiseführer komplett ist, darf der West Coast Trail nicht fehlen. Das hier ist wirklich kein gemütlicher Sonntagsspaziergang. Es handelt sich um einen 75 Kilometer langen, körperlich wie mental extrem fordernden Trek am südöstlichen Rand des Nationalparks. Ursprünglich entstand der Weg Anfang des 20. Jahrhunderts als Rettungspfad für Schiffbrüchige, deren Schiffe hier wegen Klippen und Nebel sehr häufig strandeten.

Heute ist es eine Herausforderung, die Outdoor-Enthusiasten in 5 bis 7 Tagen bewältigen. Die Route beinhaltet das Durchwaten eiskalter Flüsse, das Erklettern Dutzender riesiger Holzleitern an Felsen, das Überqueren von Schluchten auf handbetriebenen Seilbahnen und vor allem: sehr viel Schlamm.

Einen Platz zu ergattern, ist ein enormer Kampf – die Reservierungen sind innerhalb von Minuten ausverkauft, sobald sie im Frühjahr freigeschaltet werden. Außerdem braucht ihr erstklassige Ausrüstung, eine detaillierte Routenkarte und müsst vor dem Start eine verpflichtende Sicherheitseinweisung durch die Parkranger absolvieren. Ein unvergesslicher Wahnsinn, an den man noch Jahre zurückdenkt – aber nur für wirklich Vorbereitete und Ausgerüstete.

Pacific Rim mit Kindern: ja oder nein?

Wenn ihr überlegt, ob ihr die Familie mit an die Westküste nehmen sollt: Meine Antwort ist ein klares Ja. Auch wenn es nach rauer Wildnis klingt, ist die Gegend rund um Tofino und Ucluelet für Kinder fantastisch.

Die riesigen breiten Strände mit feinem Sand ohne große Steine sind wie der größte Sandkasten der Welt. Die ständig nassen und festen Sandabschnitte eignen sich perfekt zum Rennen, Sandburgenbauen oder einfach zum Herumkugeln. Großartig sind auch die Holzstege (Boardwalks) in den Regenwäldern, wie etwa der Rainforest Trail. Sie sind sicher und leicht begehbar – nur mit Kinderwagen wird es wegen der vielen Stufen schwierig, daher empfehlen wir eher eine Tragehilfe.

Dazu haben die örtlichen Surfschulen ausgezeichnete Programme auch für kleine Anfänger. Jonáš ist noch etwas zu klein für die Surfschule, aber er war von jeder einzelnen Welle völlig fasziniert, und das reichte für einen ganzen Nachmittag. Wenn eure Kinder über sechs sind und schwimmen können, nehmen die Instruktoren sie mit einem Lächeln auf und stecken sie in winzige Neoprenanzüge. Zuzuschauen, wie die Knirpse mit einem Brett kämpfen, das größer ist als sie selbst, ist unglaublich niedlich.

Essen gehen: was in Tofino und Umgebung probieren

Reisen und Essen gehören einfach zusammen, und selbst am Ende der Welt, umgeben von Wäldern und Ozean, müsst ihr nicht darben – ganz im Gegenteil. Tofino hat sich zu einer renommierten kulinarischen Destination mit erstklassigen Restaurants und lokalen Zutaten entwickelt.

Die absolute Legende, an der kein Weg vorbeiführt, ist Tacofino. Heute haben sie auch Filialen in Vancouver und anderswo, aber alles begann hier mit einem einzigen orangefarbenen Food Truck auf einem Schotterparkplatz neben einem Surfshop. Ihre Fisch-Tacos mit frischem pazifischem Heilbutt oder lokalem Lachs und geheimer Soße sind schlicht göttlich. Man steht hier regelmäßig Schlange, aber das Warten lohnt sich auf jeden Fall.

Wenn ihr Lust auf etwas Gehobeneres habt (oder feiern wollt, dass ihr gerade nicht auf dem West Coast Trail von einer Leiter in den Schlamm gefallen seid), reserviert einen Tisch im Wolf in the Fog im Zentrum von Tofino. Dort gibt es eine fantastische Fusion aus Meeresfrüchten und Zutaten direkt aus den umliegenden Wäldern, das Menü wechselt ständig und die Atmosphäre ist unglaublich gemütlich.

Und zum Schluss: Wo sonst bekommt man frischeren wilden Lachs als hier an der Küste? Praktisch in jedem lokalen Lokal oder jeder Fischbude findet ihr hervorragenden Lachs (Salmon), Krabben (Dungeness Crab) oder riesige Austern aus den umliegenden Buchten.

💡 Tipp von uns: Tacofino hat von November bis Februar verkürzte Öffnungszeiten, nur bis 15:00 Uhr, und ist montags und dienstags oft geschlossen – checkt den Tag vorher auf deren Website, sonst verpasst ihr die besten Fish Tacos, die wir je gegessen haben.

Praktische Tipps und Sicherheit im Park

Bevor ihr losfahrt, hier ein paar Dinge, die ihr wissen solltet:

1. Park Pass: Wie in allen kanadischen Nationalparks (z. B. Banff oder Jasper) wird auch hier Eintritt erhoben. Das Ticket kostet etwa 11 CAD pro Tag für Erwachsene (ca. 7,50 €). Wenn ihr im selben Jahr noch weitere kanadische Nationalparks besucht, lohnt sich eventuell der Jahrespass Discovery Pass. Haltet am Besucherzentrum (Pacific Rim Visitor Centre) an der Abzweigung nach Tofino/Ucluelet, wo ihr alles erledigen und gleich eine gedruckte Karte der Region mitnehmen könnt.

2. Eingeschränkter Empfang: Sobald ihr Victoria oder Nanaimo verlasst und in die Berge Richtung Westküste fahrt, verliert ihr höchstwahrscheinlich das Netz. Ladet euch daher alle Offline-Karten vorher herunter und bereitet Musik für die Fahrt vor. Direkt in Tofino und Ucluelet habt ihr Empfang, aber an den meisten abgelegeneren Stränden eher weniger.

3. Drohnenverbot: Wolltet ihr die Schönheit aus der Luft filmen? Pech gehabt. Drohnenfliegen ist im gesamten kanadischen Nationalparksystem streng verboten (außer mit Sondergenehmigung), und die Ranger verteilen empfindliche Bußgelder und beschlagnahmen Drohnen.

4. Sicherheit rund um Bären (Bear Safety): Wir haben hier mehr Tiere gesehen, als wir erwartet hätten, und Bären sind definitiv kein Mythos. Sie bewegen sich überall, sogar an den Stränden, weil sie dort nach angespülter Nahrung suchen. Wer im Park campt, muss unbedingt darauf achten, kein Essen, keine Zahnpasta und nichts mit starkem Geruch draußen liegen zu lassen. Alles muss ins Auto eingeschlossen oder in die speziellen bärensicheren Stahlboxen gesteckt werden, die an den Stellplätzen bereitstehen. Beim ersten Mal Campen hatten wir schon etwas Respekt davor 😅, aber solange man die Sauberkeitsregeln einhält und im Camp keinen „duftenden Saustall“ veranstaltet, ist das Risiko, dass nachts ein Bär auf Erkundungstour vorbeikommt, minimal. Und auf Wanderungen empfehlen wir, ein zertifiziertes Bärenspray dabei zu haben.

Nützliche Links und Reisevorbereitung

Hier kommen unsere bewährten Tipps zu Portalen, die uns seit Jahren Zeit und Geld sparen. Hoffentlich sind sie auch für euch hilfreich. ☺️

Flugtickets finden

Günstige Flüge suchen wir am liebsten über Kiwi – unser bevorzugtes Portal, das uns immer die besten Flugkombinationen zeigt, auch für Verbindungen nach Nordamerika. Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es ab Frankfurt, München oder Zürich gute Direktverbindungen nach Vancouver mit Lufthansa, Condor oder Swiss.

Wir empfehlen, frühzeitig nach Flügen zu schauen – gern auch ein halbes Jahr im Voraus. Wenn euch etwas weniger Komfort nichts ausmacht, lassen sich gelegentlich tolle Schnäppchen mit längerem Umstieg ergattern.

Mietwagen für den Roadtrip

Wir nutzen regelmäßig den Vergleicher RentalCars. Er ist großartig, weil er die meisten großen Autovermietungen an einem Ort bündelt und man die Preise wunderbar vergleichen kann. In der Sommersaison verschwinden die Fahrzeuge unglaublich schnell – also verlasst euch lieber nicht auf Last-Minute-Buchungen.

Reiseversicherung nicht vergessen

Spart auf keinen Fall an der Auslandskrankenversicherung für Kanada (das dortige Gesundheitssystem ist für Nicht-Einwohner astronomisch teuer). Für längere und kürzere Reisen können wir guten Gewissens SafetyWing Versicherung für Nomaden empfehlen.

Wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass die Abwicklung medizinischer Behandlungen mit ihnen wirklich unkompliziert und schnell geht. Man weiß nie, was auf einem Trek passieren kann, und die Sicherheit ist für ein paar Euro am Tag definitiv wert.

Internet und mobile Daten

Wir setzen seit einigen Jahren ausschließlich auf elektronische eSIM-Karten. Die kauft man bequem online, lädt sie aufs Handy und hat vor Ort sofort Internet. Probiert den von uns getesteten Dienst Holafly.

Bei einer Autoreise über die Insel sind Offline-Karten zwar hilfreich, aber die Möglichkeit, ein offenes Restaurant oder das aktuelle Wetter auf dem Radar nachzuschlagen, ist unbezahlbar. Die Installation dauert nur wenige Sekunden vor dem Abflug.

Ausrüstung für die kanadische Wildnis

Wenn ihr an die Westküste fahrt, sind ordentliche und wasserdichte Schuhe das A und O. Schaut euch unseren Artikel über die Auswahl der richtigen Wanderschuhe an, damit ihr keinen Fehlkauf macht und keine Blasen bekommt.

Es geht aber nicht nur um Schuhe. Investiert auch in eine hochwertige wasserdichte Jacke mit Membran, denn hier im Regenwald werdet ihr Schichten, die schnell trocknen, wirklich zu schätzen wissen.

Weiterlesen

Wenn euch weitere Tipps interessieren und ihr eure Kanada-Reise mit anderen spannenden Zielen kombinieren wollt, schaut euch unbedingt unsere weiteren Blogartikel an. Es lohnt sich besonders:

FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Pacific Rim National Park

Habt ihr noch offene Fragen zum Besuch der pazifischen Küste Kanadas? Hier sind die häufigsten Fragen, die uns Leser zum Pacific Rim National Park und Tofino stellen.

Was kostet der Eintritt in den Pacific Rim National Park?

Die Tageskarte (Park Pass) kostet etwa 11 CAD pro Erwachsenem (ca. 7,50 €). Wenn ihr in einem Jahr mehrere kanadische Nationalparks besuchen wollt, lohnt sich der Jahrespass Discovery Pass für rund 75 CAD. Den Eintritt könnt ihr im Pacific Rim Visitor Centre oder direkt an den Parkplätzen bezahlen – auch eine Online-Buchung vorab über die Website von Parks Canada ist möglich.

Wie komme ich von Vancouver zum Pacific Rim National Park?

Die gängigste Route führt mit der Fähre von BC Ferries ab Horseshoe Bay oder Tsawwassen nach Nanaimo (ca. 2 Stunden), dann mit dem Auto über den Highway 4 quer über die Insel nach Tofino/Ucluelet (3 bis 4 Stunden). Fähre in der Sommersaison unbedingt vorher reservieren. Als Alternative gibt es Flüge nach Tofino mit Pacific Coastal Airlines, die sind allerdings teurer.

Wann ist die beste Reisezeit für Pacific Rim?

Von Juli bis September ist es am wärmsten und trockensten – ideal für Strände, Surfen, Kajakfahren und Wanderungen. Von Ende Oktober bis März kommen die ikonischen Stürme (Storm Watching). März bis Mai ist Grauwalmigrations-Saison. Meidet die erste Junihälfte, da ist das Wetter wechselhaft und die Saison noch nicht voll gestartet.

Kann man im Ozean hier schwimmen?

Das hängt davon ab, wie abgehärtet ihr seid. Das Wasser übersteigt selbst mitten im Hochsommer selten 13 bis 14 Grad. Ohne ordentlichen Neoprenanzug (mindestens 4/3 oder 5/4 mit Schuhen) hält man es gerade mal ein paar Dutzend Sekunden aus, bevor man die Füße nicht mehr spürt. Die allermeisten Leute gehen nur bis zu den Knöcheln rein – und rennen dann weg 😅.

Wie viele Tage sollte man einplanen?

Ideal für den Long-Beach-Bereich und die Orte Tofino und Ucluelet sind mindestens 3 volle Tage (2 Übernachtungen). So schafft ihr eine Wanderung, einen Surf-Versuch, einen Waldspaziergang und ein paar kulinarische Highlights. Wenn ihr wegen des West Coast Trail oder einer Paddeltour zu den Broken Group Islands kommt, plant eine volle Woche und längere Vorbereitung ein.

Wo kann man im Nationalpark Tiere sehen und wie steht es mit Bären?

Tiere seht ihr hier praktisch überall – an den Stränden, auf den Klippenwegen, und manchmal sogar vom Auto aus (so wie wir unseren ersten Bären an der Straße gesehen haben). Schwarzbären und gelegentlich Grizzlys trifft man meist in Wassernähe, wo sie nach Futter suchen. Orcas, Grauwale und Robben sieht man logischerweise nur vom Ausflugsboot aus. Vergesst nicht, eine Bärenglocke am Rucksack und Bärenspray auf Wanderungen mitzunehmen.

Brauche ich eine Reservierung für den West Coast Trail?

Ja, eine Genehmigung (Permit) ist Pflicht und die Anzahl der verfügbaren Plätze stark begrenzt. Die Reservierungen starten auf der Website von Parks Canada jeweils im Januar für die Saison von Mai bis September – und die Kapazität ist in der Regel innerhalb weniger Stunden vergriffen. Vor dem Start müsst ihr eine verpflichtende Sicherheitseinweisung der Parkranger durchlaufen und erstklassige Trekkingausrüstung dabeihaben.

Ich hoffe, dieser Reiseführer hilft euch bei der Planung eines unvergesslichen Trips in den Pacific Rim National Park. Wenn ihr eine längere Kanada-Reise plant, schaut auch in unseren kompletten Roadtrip-Reiseplan für Vancouver Island, wo ihr eine Tag-für-Tag-Route inklusive Tipps zu Unterkünften, Restaurants und Aktivitäten findet.

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Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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