Mit dem Wohnmobil ins Ausland: Praktischer Reiseführer

Du überlegst, für den nächsten Urlaub ein Wohnmobil zu mieten? Mit dem Wohnmobil reisen durch Europa ist auch ohne Vorkenntnisse möglich – aber wenn es ins Ausland geht, solltest du gut vorbereitet sein. Lies unseren praktischen Ratgeber fürs Wohnmobil-Reisen, damit dich in Europa nichts mehr überrascht.

Wo ein Wohnmobil mieten

Seit der Corona-Pandemie gibt es im Internet eine riesige Auswahl an Wohnmobilen zur Miete. Obwohl das mehr Auswahl bedeutet, sollte man auch vorsichtiger sein. Viele private Vermieter haben ihr Fahrzeug nicht immer in Top-Zustand – oder bieten keine gute Versicherung an (sodass du am Ende 1.200 € Selbstbeteiligung für jede Kleinigkeit zahlst).

Für Fahrten ins Ausland solltest du sicherstellen, dass du ein hochwertiges, gut gepflegtes Wohnmobil mietest. Am besten gelingt das bei spezialisierten Vermietungsfirmen. Wir waren bereits mehrfach in Tschechien und im Ausland mit Wohnmobilen unterwegs und können aus Erfahrung sagen: Achte auf seriöse Anbieter wie z. B. PaulCamper, Indie Campers oder regionale Vermietungen mit guten Bewertungen.

Mit dem Wohnmobil durch Europa reisen
Mit dem Wohnmobil durch Europa

Welches Wohnmobil mieten

Die Wahl des richtigen Wohnmobils ist genauso wichtig wie die Wahl des Vermieters. Ich bin kein Experte, der euch die zuverlässigste Marke und das beste Modell empfehlen kann, aber ihr solltet wissen, dass Wohnmobile unterschiedliche Ausstattungsstufen haben und sich auch in der Anzahl der Schlafplätze unterscheiden.

Die meisten Wohnmobile bieten Platz für 4 Personen zum Fahren und Schlafen, aber auch 6-Sitzer sind problemlos zu finden. Für maximalen Komfort empfehle ich neuere Modelle mit folgender Ausstattung:

  • Chemie-WC mit Tabletten
  • Kühlschrank mit kombiniertem Betrieb (Umschaltung zwischen Gas und Strom, damit es keinen Ausfall gibt)
  • Dusche mit regulierbarer Warmwasserbereitung (beim Freistehen willst du nicht unnötig Strom verschwenden)
  • zumindest ein kleines Badezimmer (oft kombiniert mit dem WC)
  • Küche mit Gasbrennern
  • Solarpanels (zum Aufladen der Batterien tagsüber)
  • Benzin-/Gasheizung
  • Motor-Klimaanlage

Wenn du auch Fahrräder mitnehmen möchtest, prüfe vorher, ob ein Fahrradträger vorhanden ist oder ob in der sogenannten Heckgarage genug Platz ist – also im Stauraum am Heck des Wohnmobils, wo üblicherweise Campingstühle, Tisch und weiteres Zubehör verstaut werden.

Außerdem lohnt es sich, über eine Markise nachzudenken. Unter der Markise bist du sowohl vor Sonne als auch vor Regen geschützt, und sie ist deutlich schneller aufgebaut als ein Vorzelt. Wenn du planst, länger an einem Ort zu „wohnen“, kann sich ein Vorzelt lohnen, das eine Art Anbau bildet und als zusätzlicher Wohnraum dient.

Wohnmobil-Ausstattung Innenansicht
Wohnmobil Küche und Schlafbereich
Wohnmobil Fahrradträger und Heckgarage

Alles, was du über Wohnmobil-Reisen wissen solltest

Lass dir vor der ersten Fahrt ausführlich erklären, wie die folgenden Dinge richtig funktionieren:

Entleerung der Chemietoilette

Die Chemietoilette darf nicht einfach irgendwo in einen Abfluss entleert werden. Auf Campingplätzen gibt es dafür spezielle Entsorgungsstationen. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern findet man diese Stationen auch an manchen Tankstellen und auf Wohnmobil-Stellplätzen.

Chemietoilette – kompakte Kassette für das Wohnmobil
Die Chemietoilette ist eine kompakte Kassette

Abwasser ablassen

Wohnmobile haben zwei Wassertanks – einen für Frischwasser und einen für Abwasser (aus Dusche, Wasserhähnen usw.). Das Abwasser wird über ein Ventil an der Unterseite des Fahrzeugs abgelassen und fließt in den Abwasserkanal. Wenn du zum ersten Mal mit dem Wohnmobil unterwegs bist, lass am besten deinen Beifahrer dich beim Rangieren über den Abfluss einweisen. Du musst exakt treffen! Wenn du das Ventil neben dem Abfluss öffnest, verteilt sich das Wasser überall – und ich kann dir nasse Schuhe garantieren. 🙂

Abwasser ablassen gehört zum Wohnmobil-Alltag
Abwasser ablassen

Frischwasser auffüllen

Das Frischwasser wird über einen Schlauch durch den Einfüllstutzen an der Seite des Wohnmobils aufgefüllt. Frag beim Auffüllen immer nach, ob das Wasser Trinkwasserqualität hat. Auf Campingplätzen und an Tankstellen ist nicht immer gekennzeichnet, ob das Wasser auch zum Trinken geeignet ist.

Frischwasser auffüllen am Wohnmobil
Frischwasser auffüllen

Stromanschluss

Ein Wohnmobil mit Solarpanels und Geräten im Eco-Modus (Kühlschrank, Warmwasser) hält 2–3 Tage durch, bevor die Batterie leer ist. Auf Campingplätzen und Stellplätzen an Autobahnen steht meistens ein Stromanschluss zur Verfügung (oft im Preis inbegriffen). Ich empfehle, sich überall anzuschließen, wo es möglich ist – dann kannst du alles beleuchten, das Wasser richtig aufheizen und falls du eine elektrische Heizung hast, die ganze Nacht bedenkenlos heizen.

Stromanschluss am Wohnmobil anschließen
Stromanschluss am Wohnmobil

Gasflasche wechseln

Stelle immer sicher, dass der Vermieter dir das Fahrzeug mit einer vollen Gasflasche übergibt. Der Wechsel an sich ist zwar einfach, aber im Wohnmobil gibt es meistens keine Ersatzflasche. Wer keine Erfahrung mit Gas hat, für den kann die Suche nach einer neuen Flasche und deren Wechsel schnell zum stressigen Urlaubserlebnis werden.

Brauche ich einen speziellen Führerschein fürs Wohnmobil?

Die allermeisten Wohnmobile liegen unter 3,5 Tonnen und können mit dem normalen Führerschein der Klasse B gefahren werden. Einen speziellen Führerschein brauchst du nur für besonders große Wohnmobile, die eher an einen Bus erinnern.

Welche Dokumente brauchst du für eine Wohnmobilreise durch Europa?

Für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen (die große Mehrheit der Campervans) reicht der Führerschein der Klasse B. Zum Fahrzeug solltest du den Fahrzeugschein und die Versicherungsbestätigung (grüne Karte) dabeihaben. Wenn das Fahrzeug gemietet ist, nimm außerdem den Mietvertrag auf Deutsch und Englisch mit.

Wohnmobil und Mautgebühren

Reisen mit dem Wohnmobil durch Europa ist generell teurer als mit dem Pkw. Neben dem höheren Verbrauch musst du mit höheren Maut- und Autobahngebühren rechnen. Viele Länder haben für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen eigene Tarife. Typischerweise sind auch Tunneldurchfahrten teurer, vor allem in den Alpen.

Sehr selten kann es vorkommen, dass dein Wohnmobil gewogen wird. In Österreich beispielsweise werden Wohnmobile gelegentlich kontrolliert und übermäßiges Gewicht über dem zulässigen Gesamtgewicht wird mit Bußgeldern bestraft.

Die aktuellen Mautgebühren für alle europäischen Länder findest du auf der Website tolls.eu. Vignetten kannst du fast immer an der Tankstelle vor der Grenze oder online kaufen.

Ich empfehle, Vignetten online und im Voraus zu kaufen. In Portugal beispielsweise ist es nicht einfach, die Maut außerhalb des Internets zu bezahlen (du musst dir ein Kästchen mit elektronischem Chip ausleihen). Wenn du nicht über den Hauptgrenzübergang nach Portugal einreist, kann es passieren, dass du gar keine Möglichkeit findest, die Vignette vor Ort zu erwerben.

Wohnmobil und Verbrauch

Der durchschnittliche Verbrauch eines Wohnmobils liegt zwischen 10 und 12 Litern auf 100 Kilometer.

Wie fährt sich ein Wohnmobil

Wenn du schon mal einen Transporter gefahren hast, wirst du nicht überrascht sein. Und falls nicht – du schaffst das trotzdem. Ich empfehle auf jeden Fall ein Wohnmobil mit Rückfahrkamera oder zumindest Einparksensoren. Dann musst du hinterher nicht die Splitter eines kaputten Blinkers aufsammeln – so wie ich. 🤡

Parken mit dem Wohnmobil in Städten

Das Fahren mit dem Wohnmobil hat seine Einschränkungen – und die spürst du besonders in belebten Städten, wo es oft schwierig ist, einen Parkplatz zu finden. Such dir am besten schon vorab im Internet einen geeigneten Stellplatz oder reserviere gleich einen Platz.

💡 Auf der sicheren Seite bist du immer mit größeren, kostenpflichtigen Parkplätzen, auf denen du in Google Street View auch Transporter parken siehst.

In fast keine Tiefgarage passt ein Wohnmobil hinein, denn die meisten haben eine Höhenbeschränkung von 2,2 Metern – und Wohnmobile sind mindestens 3 Meter hoch (plus Antennen, Dachfenster usw.).

Mit dem Wohnmobil auf die Fähre

Generell lässt sich sagen, dass du mit dem Wohnmobil auf jede Fähre in Europa kommst. Besonders reizvoll ist das in Kroatien, wo man bequem von Insel zu Insel übersetzen kann. Die Fähre wird nach Fahrzeuglänge berechnet, und auf einigen Inseln gibt es direkt Campingplätze mit Stellplätzen für Wohnmobile.

Reisen mit Wohnmobil und Hund

Das Wohnmobil ist für Hunde ideal – tagsüber haben wir unsere Hunde meist draußen beim Fahrzeug und nehmen einen speziellen Auslaufbereich mit. Du planst einen Wohnmobil-Urlaub mit Hund? Dann informiere dich vorab über die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes (EU-Heimtierausweis, Tollwutimpfung, ggf. Maulkorb- und Leinenpflicht).

Wohin mit dem Wohnmobil in den Urlaub?

Wir haben uns in die Dolomiten verliebt – dort ist es perfekt für Wohnmobile. Wir waren im Herbst unterwegs und hatten daher kein Problem, einen Platz auf dem Campingplatz zu bekommen. Wenn du einen längeren Roadtrip planst, ist eine großartige Route: Deutschland – Frankreich – SpanienPortugal.

Wohnmobil-Stellplatz außerhalb von Campingplätzen – Wildcamping

In jedem Land gelten andere Regeln fürs Wildcamping. Wie sieht es in den beliebtesten Reisezielen aus?

TIPP: Probiere die App Camperguru aus – dort findest du eine Übersicht der besten Campingplätze und Freisteh-Spots in ganz Europa.

Österreich mit dem Wohnmobil

In ganz Österreich ist es legal, auf ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplätzen zu parken. Du findest sie auf der Karte mit der mobilen App Stellplatz-Radar.

Wildcamping ist in Österreich nur in vier Bundesländern erlaubt:

  • Oberösterreich,
  • Steiermark,
  • Vorarlberg
  • und in Teilen des Salzburger Landes.

Slowenien mit dem Wohnmobil

In Slowenien ist Wildcamping leider nicht erlaubt. Du bist also auf Stellplätze, Campingplätze oder Privatgrundstücke (mit Erlaubnis) angewiesen.

Montenegro mit dem Wohnmobil

Auch in Montenegro ist das Campen außerhalb ausgewiesener Plätze nicht legal.

Belgien mit dem Wohnmobil

Auch in Belgien ist Wildcamping in der Natur nicht erlaubt. Aufgrund der dichten Besiedlung findest du ohnehin kaum abgelegene Plätze. In Belgien gibt es Stellplätze, und es ist nicht verboten, auf beliebigen Parkplätzen über Nacht zu stehen – solange kein Verbotsschild angebracht ist.

Deutschland mit dem Wohnmobil

In Deutschland darf man eine Nacht auf allen Parkplätzen stehen, auf denen kein ausdrückliches Verbot gilt. Deutsche lieben Wohnmobile, und Stellplätze findest du sogar mitten in Städten – in München gibt es beispielsweise gleich mehrere mit einer Gesamtkapazität von mehreren hundert Plätzen.

Frankreich mit dem Wohnmobil

In Frankreich ist Wildcamping grundsätzlich nicht verboten. Allerdings darfst du nicht in der Nähe von Denkmälern, an der Küste oder in geschützten Naturgebieten campen.

Camping in Italien – Tipps fürs Wohnmobil

In Italien ist Camping nur auf dafür vorgesehenen und registrierten Plätzen erlaubt. Wildcamping ist verboten – sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Grundstücken.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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