La Tomatina: Tomatenschlacht in Buñol (wie mitmachen)

Spanien feiert niemals leise – und die Feste hier haben immer die Farbe des Feuers, den Geruch von Schießpulver oder den Rhythmus von Hufen. Die Kultur der unvergesslichen Erlebnisse kennt in diesem Land keine halben Sachen, und als stiller Beobachter am Rand kommst du hier meistens nicht durch. Ob mitten im Feuerwerk oder auf einem wilden Fußballstadion – die Straßen saugen dich blitzschnell ins Geschehen und machen dich zum Teil von etwas Großem. Eines der verrücktesten und mitreißendsten Erlebnisse überhaupt ist zweifellos die legendäre Tomatenschlacht in Buñol, Spanien – bekannt als La Tomatina, die jedes Jahr in dem kleinen Städtchen Buñol nahe Valencia stattfindet.

Stell dir enge Kopfsteinpflastergassen vor, in die sich Tausende Menschen aus aller Welt drängen, um Punkt Mittag dem absoluten Wahnsinn zu verfallen. Innerhalb einer einzigen Stunde schmeißen sich diese Begeisterten Dutzende Tonnen überreifer Tomaten um die Ohren, bis die ganze Stadt buchstäblich knallrot eingefärbt ist und durch die Straßen ein dicker Tomatenstrom fließt. Wenn du ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis suchst, bei dem du herzhaft lachst, dich von Kopf bis Fuß beschmierst und echtes spanisches Temperament spürst, solltest du dieses Festival auf keinen Fall verpassen. Ich habe für dich einen kompletten Reiseführer voller praktischer Informationen zusammengestellt, damit du genau weißt, was dich erwartet und wie du dich auf die Tomatenschlacht bestens vorbereitest.

Tomatina Buñol – Tomatenschlacht in Spanien
Foto: flydime / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Zusammenfassung

  • Wann findet das Festival statt: La Tomatina findet immer am letzten Mittwoch im August statt; die eigentliche Schlacht dauert genau eine Stunde von 12:00 bis 13:00 Uhr.
  • Tickets sind Pflicht: Seit 2013 ist die Kapazität strikt auf zwanzigtausend Personen begrenzt – Karten musst du weit im Voraus über die offiziellen Seiten kaufen.
  • Grundregel: Jede Tomate muss vor dem Wurf in der Hand leicht zerdrückt werden, um den Aufprall abzumildern und niemanden im Gedränge zu verletzen.
  • Augenschutz ist ein Muss: Tomatensaft ist sehr sauer und brennt in den Augen – gut sitzende Schwimmbrillen retten buchstäblich deinen Sehsinn und deine Laune.
  • Alte Kleidung: Zieh nur Sachen und geschlossene Schuhe an, die du nach der Schlacht guten Gewissens wegwerfen kannst.
  • Anreise aus Valencia: Am besten reist du mit dem Regionalzug der Linie C3 an, der dich von Valencia direkt nach Buñol bringt.
Wann nach Buñol zur La Tomatina fahren
Foto: flydime / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
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Wann nach Buñol zur La Tomatina fahren

Die Reiseplanung rund um spanische Fiestas erfordert immer etwas strategisches Denken – und die La Tomatina in Buñol, Spanien, ist da keine Ausnahme. Dieses Tomatenfest hat seinen festen Platz im Kalender und findet immer am letzten Mittwoch im August statt, was für das Jahr 2026 auf den 26. August fällt. Der August ist im östlichen Spanien generell ein sehr heißer Monat, in dem die Temperaturen regelmäßig über dreißig Grad Celsius klettern – das solltest du beim Packen unbedingt berücksichtigen.

Da das weltweite Interesse am Festival enorm ist, steigen Flugpreise und Unterkunftskosten in der Umgebung schon viele Monate im Voraus rasant an. Ich empfehle dir deshalb, mindestens zwei oder drei Tage vor der eigentlichen Schlacht im nahe gelegenen Valencia anzukommen, um dich in Ruhe zu akklimatisieren, die Stadt zu erkunden und den Stress möglicher Flugverspätungen zu umgehen. Viele Reisende verbinden den Besuch der Tomatenschlacht mit einem längeren Sommerurlaub, da der späte August ideale Bedingungen für eine anschließende Erholung an den langen Sandstränden des Mittelmeers bietet.

Wenn du die gesamte Atmosphäre wirklich in vollen Zügen genießen möchtest, plane für das Festival selbst einen ganzen Tag ein. Auch wenn die Tomatenschlacht nur sechzig Minuten dauert, füllen die Fahrt im überfüllten Zug, das morgendliche Warten in den Straßen Buñols, die anschließende Reinigung im Fluss und die nachmittäglichen Feierlichkeiten locker das gesamte Tagesprogramm. Am Abend nach dem Festival wirst du höchstwahrscheinlich so erschöpft sein, dass du ein ruhiges Abendessen in einem gemütlichen Restaurant und einen langen, erholsamen Schlaf zu schätzen weißt.

Unterkunft in Buñol und Umgebung
Foto: flydime / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Unterkunft in Buñol und Umgebung

💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es meist die besten Stornierungsbedingungen. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Buñol selbst ist ein recht kleines und ruhiges Städtchen mit knapp über neuntausend ständigen Einwohnern – eine Unterkunft direkt im Zentrum des Geschehens zu finden ist praktisch unmöglich. Die meisten lokalen Pensionen sind jahrelang im Voraus von den Veranstaltern, Journalisten oder eingefleischten Festivalfans belegt. Die deutlich klügere und logischere Wahl ist es daher, sich ein komfortables Quartier im nahe gelegenen Valencia zu suchen, das knapp vierzig Kilometer entfernt liegt und hervorragende Verkehrsanbindungen sowie unzählige Hotels in allen Preisklassen bietet.

In Valencia empfehle ich dir, idealerweise in der Nähe des Bahnhofs Estación del Norte zu suchen, von wo morgens Sonderzüge direkt zum Festival fahren. Eine ausgezeichnete Wahl ist zum Beispiel das wunderschöne Melia Plaza Valencia, das nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt liegt und perfekten Komfort für die Erholung nach einem anstrengenden Tag bietet. Wer modernerem Design und einer jungen Atmosphäre den Vorzug gibt, kann das stylische Only YOU Hotel Valencia ausprobieren, von wo aus du sowohl den Zug als auch die besten Abendlokale in der Altstadt gut erreichst.

Schau bei der Suche nach dem idealen Zimmer auch im Viertel Ruzafa vorbei, das voller toller Cafés und vegetarischer Bistros ist – perfekt zum Entspannen nach dem Tomatenwahnsinn. Zur Buchung kannst du bedenkenlos das beliebte Portal Booking.com nutzen, wo du Hunderte geprüfter Optionen findest. Vergiss aber nicht: Für August-Termine solltest du idealerweise schon im frühen Frühling buchen. Je näher das Ende des Augusts rückt, desto schneller verschwinden die besten und günstigsten Unterkünfte.

10 Tipps zur La Tomatina in Buñol – wie mitmachen und was erleben
Foto: flydime / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

10 Tipps zur Tomatenschlacht in Buñol

Auch wenn die ganze Sache auf den ersten Blick wie unkontrollierbares Chaos wirkt, hat das Festival klare Regeln und einen spezifischen Ablauf, den man im Voraus kennen sollte. Schauen wir uns die zehn wichtigsten Tipps an, mit denen du die Tomatenschlacht sicher, entspannt und mit den allerbesten Erinnerungen erlebst.

Kennst du die Geschichte, warum sich die Leute überhaupt mit Tomaten bewerfen?
Foto: Graham McLellan from London, UK / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

1. Die Geschichte hinter der Tomatenschlacht

Alles begann durch puren Zufall im August 1945, als auf dem Hauptplatz in Buñol eine traditionelle Prozession mit Riesenfiguren, den sogenannten gigantes y cabezudos, stattfand. Eine Gruppe junger Einheimischer versuchte damals, sich an die Spitze des Umzugs zu drängen, wobei sie versehentlich einen Teilnehmer umwarfen, der sich daraufhin wild um sich schlug. Dummerweise spielte sich das Ganze direkt neben einem Gemüsestand ab, sodass es nicht lange dauerte, bis fliegende Tomaten zur Hauptwaffe in dieser ungeplanten Straßenschlägerei wurden.

Obwohl die Polizei die Randalierer damals auseinanderjagte und sie zur Zahlung des entstandenen Schadens zwang, hatte den jungen Leuten dieser Spaß so gut gefallen, dass sie ein Jahr später an denselben Ort zurückkehrten und sicherheitshalber eigene Tomaten von zu Hause mitbrachten. In den 1950er Jahren wurde diese Tradition zwar eine Zeit lang streng verboten, aber die Einheimischen erkämpften sie sich mit einem riesigen Tomatenbegräbnis zurück, bei dem sie einen großen Sarg mit einer Riesentomate unter Begleitung einer Trauerkapelle durch die Straßen trugen. Heute ist La Tomatina eine offiziell anerkannte Feierlichkeit von internationalem touristischen Interesse und ein untrennbarer Teil der spanischen Kultur.

💡 Tipp: Wenn du schon am Dienstagabend vor der Schlacht nach Buñol kommst, erlebst du eine fantastische Vorfestatmosphäre voller Musik und gutem Essen – auf den Straßen werden dann riesige Pfannen mit duftendem Gemüse-Paella gekocht.

Tickets für die La Tomatina sind absolut notwendig
Foto: flydime / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

2. Tickets sind absolut notwendig

Noch vor 2013 konnte eine unbegrenzte Anzahl von Menschen an der Tomatenschlacht teilnehmen, was in der Praxis bedeutete, dass sich regelmäßig über fünfzigtausend begeisterte Besucher in die engen Gassen des kleinen Städtchens quetschten. Aus Sicherheitsgründen griff die Stadtverwaltung daher ein, und heute ist die Kapazität strikt auf zwanzigtausend Teilnehmer begrenzt – ohne offizielles Ticket kommt man keinesfalls ins Zentrum des Geschehens. Rund fünftausend Karten sind immer für die Einwohner Buñols reserviert, die restlichen fünfzehntausend werden an Besucher aus aller Welt verkauft.

Offizielle Tickets musst du mit ausreichend Vorlauf online kaufen, und ihr Preis liegt üblicherweise bei etwa zwölf bis fünfzehn Euro für den einfachen Eintritt. Sehr beliebt und praktisch sind organisierte Pakete über Plattformen wie GetYourGuide, die oft nicht nur das Ticket selbst, sondern auch den Bustransfer hin und zurück aus Valencia oder Madrid, einen Guide und sogar den Eintritt zur offiziellen Afterparty beinhalten. Bei der Ankunft in der Stadt musst du dein ausgedrucktes Ticket gegen ein spezielles Armband eintauschen, mit dem dich der Sicherheitsdienst dann in die abgesperrte Festivalzone lässt.

💡 Tipp: Verlass dich nicht darauf, ein Ticket vor Ort bei Schwarzmarkthändlern zu ergattert – die Sicherheitskontrollen sind sehr streng, und das Armband ist an einen bestimmten Namen und Lichtbildausweis gebunden.

Regel Nummer eins: Tomate immer zerdrücken
Foto: flydime / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

3. Regel Nummer eins: Tomate immer zerdrücken

Auch wenn es sich um eine Schlacht handelt, geht es in erster Linie darum, Spaß zu haben und niemanden zu verletzen – deshalb gilt hier eine absolut unumstößliche Grundregel. Bevor du eine Tomate auf jemanden im Gedränge wirfst, musst du sie immer zuerst in der Handfläche leicht zerdrücken, damit sie ihre Festigkeit verliert und der Aufprall am Körper oder im Gesicht so sanft wie möglich ist. Das für das Festival bestimmte Gemüse ist zwar ohnehin schon absichtlich sehr überreif und weich, aber eine harte, unzerdrückte Tomate mit hoher Geschwindigkeit könnte sehr unangenehme Prellungen oder andere Verletzungen verursachen.

Während der einstündigen Anarchie werfen sich die Menschen unglaubliche hundertfünfzig Tonnen Tomaten um die Ohren, die auf großen Lastwagen in die Straßen gefahren werden. Versuche niemals, irgendetwas anderes außer Tomaten zu werfen, und streng verboten ist es auch, anderen Teilnehmern die Kleidung vom Leib zu reißen – auch wenn das im großen Gedränge manchmal unabsichtlich passiert. Die Einhaltung dieser einfachen Regeln garantiert, dass das ganze Ereignis in freundschaftlichem Geist abläuft und alle Beteiligten nur lustige Erinnerungen an das rote Chaos mit nach Hause nehmen.

💡 Tipp: Wenn du siehst, dass ein riesiger Lastwagen mit Nachschub an Tomaten auf dich zufährt, dränge dich sofort so nah wie möglich an die Hauswände, um dem Fahrzeug genug Platz zu machen und eine gefährliche Verletzung zu vermeiden.

Kleidung, die du danach nie mehr tragen wirst
Foto: flydime / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

4. Kleidung, die du danach nie mehr tragen wirst

Beim Zusammenstellen des Festival-Outfits gibt es nur eine einzige Devise: Zieh Sachen an, von denen du dich unwiderruflich verabschiedest. Tomatensaft wirkt als unglaublich starkes und aggressives Färbemittel, das tief in die Faserstruktur eindringt und sich aus Kleidung einfach nie mehr herauswaschen lässt – teure T-Shirts oder Lieblingsshorts lässt du also besser im Hotelzimmer. Das traditionelle und sehr fotogene Outfit ist ein einfaches weißes T-Shirt aus einem Billigladen, auf dem die roten Spritzer wunderbar zur Geltung kommen, sobald die Schlacht richtig losgeht.

Schenke auch der Wahl des richtigen Schuhwerks besondere Aufmerksamkeit, denn die gepflasterten Straßen verwandeln sich sehr schnell in einen rutschigen Fluss aus Tomatenbrei. Geschlossene, fest geschnürte alte Turnschuhe sind ein absolutes Muss, während Flipflops, Sandalen oder jegliche offene Schuhe in dem tiefen roten Matsch innerhalb der ersten paar Minuten verloren gehen. Viele erfahrene Teilnehmer umwickeln ihre Schuhe zur Sicherheit noch ordentlich mit Klebeband, damit sie ihnen im Gedränge nicht ausgezogen werden, wenn versehentlich jemand drauftritt.

💡 Tipp: Zieh unter die alten Klamotten einen bequemen, gut sitzenden Badeanzug oder Badehose an – denn direkt nach der Schlacht erwartet dich eine Massenreinigung mit kaltem Wasser aus Schläuchen oder ein Bad im nahe gelegenen Fluss.

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5. Schwimmbrille als beste Waffe gegen die Säure

Du denkst vielleicht, dass es etwas komisch aussieht, auf der Straße wie ein Taucher auszusehen – aber glaub mir: Sobald die ersten roten Geschosse durch die Luft fliegen, wirst du für dieses kleine Ausrüstungsteil unendlich dankbar sein. Tomaten enthalten große Mengen natürlicher Säuren, und wenn dir der Saft direkt in die Augen gelangt, brennt es sofort unerträglich und du verlierst für ein paar Minuten komplett die Orientierung. Normale Sonnenbrillen helfen dir leider nicht viel weiter, da der Saft über die Wangen oder aus den Haaren leicht in die Augen läuft.

Der beste und zuverlässigste Schutz sind klassische Schwimmbrillen mit einer guten Dichtungsgummi, oder größere Tauchermasken, die zusätzlich auch einen Teil der Nase schützen. Wer Kontaktlinsen trägt, ist auf eine Maske absolut angewiesen, denn Tomatenpüree würde sich leicht unter die Linsen setzen und eine sehr schmerzhafte Entzündung verursachen. Zieh die Brille vor Beginn der Schlacht gut fest, damit sie dir im wilden Gedränge nicht vom Kopf fällt, und wisch sie gelegentlich schnell mit einem saubereren Stück Stoff ab, damit du wenigstens einigermaßen etwas siehst.

💡 Tipp: Nimm aus dem Hotel zusätzlich ein kleines Päckchen Feuchttücher in einem wasserdichten Beutel mit – sie sind direkt nach dem Ertönen der Abschlusssirene zum schnellen Abwischen von Gesicht und Augen Gold wert.

6. Was mitnehmen (und was nicht) – Sicherheit im Blick

Inmitten einer Menge von zwanzigtausend Menschen, die in die engen Gassen eines kleinen spanischen Städtchens gepfercht sind, entsteht naturgemäß ein riesiges Chaos – und das ist leider ein ideales Umfeld für geschickte Taschendiebe. Lasse deine Originaldokumente, teuren Schmuck, Uhren und alle Wertsachen sicher im Hotelesafe und nimm nur das absolut Notwendige an Bargeld für Essen und Transport mit. Statt des Reisepasses reicht zur Identifikation eine hochwertige Farbkopie in einer wasserdichten Hülle, zusammen mit deiner Fahrkarte.

Wenn du das Tomatenchaos dokumentieren möchtest, vergiss teure Spiegelreflexkameras oder ungesicherte Smartphones, die der saure Saft in wenigen Minuten unwiederbringlich zerstören würde. Viel besser ist ein hochwertiges wasserdichtes Umhängecase mit sicherem Verschluss, oder eine robuste Actionkamera wie eine GoPro, die fest am Brustgurt befestigt ist. Denk auch daran, dass das Gedränge rund um die Plaza del Pueblo extrem sein kann – wenn du unter Klaustrophobie leidest, halte dich lieber in den Randstraßen auf, wo es etwas ruhiger zugeht.

💡 Tipp: Teile kleines Bargeld (am besten Münzen und kleine Scheine) auf und verstaue es in einem kleinen Zip-Beutel, den du sicher unter der Kleidung oder in einer engen Innentasche trägst.

7. So kommst du von Valencia direkt ins Geschehen

Die bequemste und beliebteste Art, von Valencia nach Buñol zu reisen, ist ohne Zweifel die Bahn – konkret die Vorortbahn des spanischen Unternehmens Renfe Cercanías. Du suchst die gelbe Linie mit der Bezeichnung C3, die vom wunderschönen historischen Bahnhof Estación del Norte im Herzen Valencias abfährt. Die Fahrt dauert knapp eine Stunde, und am Festivaltag fahren die Züge recht häufig. Trotzdem solltest du dich darauf einstellen, dass die Morgenzüge buchstäblich aus allen Nähten platzen und du die ganze Fahrt wahrscheinlich im Gang stehst – zwischen lauter aufgeregten Menschen.

Die wichtigste Regel: Brich wirklich sehr früh am Morgen auf, idealerweise schon gegen sieben Uhr, damit du genug Zeit hast, dein Festivalarmband abzuholen und dir vor Programmbeginn einen guten Platz in den Straßen zu sichern. Kaufe die Zugtickets unbedingt einen Tag im Voraus an den Automaten am Bahnhof, denn morgens vor der Abfahrt bilden sich dort endlose und sehr nervöse Schlangen. Von der Zugstation in Buñol sind es rund fünfzehn Minuten angenehmer Fußweg bergab zur Hauptzone der Tomatenschlacht – du kannst die Richtung nicht verfehlen, einfach den Menschenmassen in weißen T-Shirts folgen.

💡 Tipp: Für die Rückfahrt am Nachmittag brauchst du eine große Portion Geduld – der Bahnhof ist zum Bersten voll und auf einen freien Platz im Zug kannst du in der Hitze gut über eine Stunde warten.

8. Vom Seifenstangen-Wettbewerb bis zum roten Fluss

Die eigentliche Schlacht beginnt zwar offiziell erst um Mittag, aber das spannendste Treiben im Ortszentrum startet schon gegen zehn Uhr morgens mit einer sehr ungewöhnlichen und lustigen Tradition. Mitten auf dem Platz errichten die Einheimischen einen hohen Holzmast, der gründlich mit glitschiger Seife eingerieben ist, und an dessen Spitze eine verlockende ganze Schweinekeule (Jamón) hängt. Dutzende Mutiger versuchen dann unter dem Jubel der Menge, aufeinander aufzuklettern, um diese Trophäe zu ergattern – was auf dem rutschigen Untergrund für jede Menge komischer Situationen und Stürze in die weiche Menge sorgt.

Sobald es jemandem gelingt, die Trophäe zu berühren, oder wenn die Uhr Mitternacht schlägt, ertönt ein lauter Schuss aus einer Wasserpistole und die ersten schweren Lastwagen beginnen langsam in die engen Gassen einzufahren. Die Besatzungen auf den Ladeflächen fangen zunächst an, Tomaten in die ausgestreckten Hände zu werfen, bevor sie die ganze Ladefläche kippen und einen riesigen roten Haufen direkt auf die Straße schütten. In diesem Moment bricht das absolute, aber freudige Chaos aus – jede Sekunde fliegen Hunderte Tomaten durch die Luft und die ganze Stadt versinkt in Windeseile in Rot.

💡 Tipp: Versuche, nicht direkt in der ersten Reihe auf dem Hauptplatz zu stehen, wo der Druck der Menge beim Einfahren der Fahrzeuge am größten ist – in den etwas abgelegeneren Seitenstraßen hast du viel mehr Erlebnis und mehr Platz zum Werfen.

9. Reinigung im Fluss und die Hilfe der gastfreundlichen Einheimischen

Genau nach sechzig Minuten unaufhörlichen Werfens ertönt ein zweiter lauter Schuss, der das absolute und sofortige Ende der Tomatenschlacht signalisiert. In diesem Moment müssen alle sofort aufhören zu werfen – selbst wenn sie noch beide Hände voller Munition haben –, und schwere Technik sowie Feuerwehrwagen mit riesigen Schläuchen rücken sofort in die Straßen ein. Denn nun beginnt die unglaublich schnelle Reinigung der ganzen Stadt, bei der starke Wasserstrahlen alle Gemüsereste wegspülen – und dank der natürlichen Säure in den Tomaten bleibt das Stadtpflaster strahlender und sauberer als je sonst im Jahr.

Die Frage ist natürlich, wie du selbst den ganzen roten Brei loswirst. Besucher strömen traditionell zum nahe gelegenen Fluss Buñol, wo sie den schlimmsten Schmutz abwaschen, oder sie nutzen die Hilfsbereitschaft der Einheimischen, die von Balkonen und offenen Türen bereitwillig Gartenschläuche auf Vorbeikommende richten. Scheue dich nicht, eine ältere Dame mit Schlauch um eine schnelle Dusche zu bitten – die Einheimischen machen das sehr gern und betrachten es als festen Bestandteil dieser fröhlichen, verrückten Tradition.

💡 Tipp: Versuche auf keinen Fall, tomatenverschmiert in den Rückzug nach Valencia einzusteigen – die Zugbegleiter und die Polizei sind in dieser Hinsicht sehr konsequent und lassen dich schlicht nicht einsteigen.

10. Nachmittagsfeier und großartige spanische Atmosphäre

Sobald du den schlimmsten roten Belag abgewaschen und frische trockene Kleidung angezogen hast, ist das Festival keineswegs vorbei – es geht nahtlos in eine entspannte Nachmittagsfiesta über. Die Gassen sind blitzschnell gesäubert, und die Einheimischen öffnen vor ihren Häusern kleine improvisierte Stände mit erfrischender Sangría, gekühltem Bier und traditionellen spanischen Tapas. Auch wenn du müde bist, empfehle ich dir, noch etwas zu bleiben und die unglaublich herzliche, gemeinschaftliche Atmosphäre aufzusaugen, die den ganzen Nachmittag durch das Städtchen weht.

Wer nach der anstrengenden Schlacht Hunger hat, sollte unbedingt eine lokale Spezialität aus der Region Valencia probieren. Da wir mit Lukáš Vegetarier sind, suchen wir immer gerne Stände auf, die köstliche Paella de Verduras (Gemüse-Paella) oder großartige Patatas Bravas mit pikanter Tomatensauce anbieten – die bringen dich garantiert wieder auf die Beine. Feiern mit Musik und Tanz auf den Straßen geht bis in die späten Abendstunden, bevor die letzten müden, aber glücklichen Besucher sich langsam auf den Weg zum Bahnhof machen.

💡 Tipp: Suche die kleinen Plätze abseits der Hauptkampfzone auf – dort spielen oft Live-Bands und ältere Einheimische tanzen in ausgelassener Stimmung mit den Touristen.

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Wohin weiter von Buñol und Valencia

Wenn du dich schon in diesen wunderschönen Teil der Iberischen Halbinsel aufmachst, wäre es schade, deinen Urlaub auf eine einzige verrückte Fiesta zu beschränken und danach gleich wieder nach Hause zu fliegen. Nur eine Zugstunde von Buñol entfernt liegt das großartige Valencia, das dich mit seiner futuristischen Ciudad de las Artes y las Ciencias und langen Stränden begeistern wird. Wenn du mehr Zeit hast und Großstädte liebst, kommst du per Hochgeschwindigkeitszug AVE in wenigen Stunden bequem in das pulsierende Madrid oder das kosmopolitische Barcelona.

Für alle, die die echte, unverfälschte spanische Seele kennenlernen möchten, ist eine Reise in den heißen Süden die ideale Wahl. Du kannst eine schöne Route planen und unseren Reiseplan mit Karte für die 20 schönsten Orte Andalusiens ausprobieren. Unbedingt anhalten solltest du in Städten voller Geschichte und Flamenco, wie dem atemberaubenden Sevilla, dem maurischen Granada oder dem ehrwürdigen Córdoba. Erkunde unterwegs auch das Küstenstädtchen Málaga, das romantische auf einem Felsen thronende Ronda, oder hol dir den Adrenalinkick auf dem berühmten Steig Caminito del Rey.

Wer lieber wilde Natur und nordspanische Gastronomie entdecken möchte, macht sich auf die Erkundung des Baskenlands – dort warten das elegante San Sebastián und das moderne Bilbao. Und für Liebhaber endloser Partys und kristallklarem Meer ist ein kurzer Flug in das sonnige Ibiza stets eine tolle Wahl. Egal wohin du reist – überall erwartet dich das beste typisch spanische Essen, das du vom ersten Bissen an lieben wirst.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Teilnahme an La Tomatina sicher?

Ja, das Festival ist grundsätzlich sehr sicher, aber man muss die wichtigsten Regeln beachten, wie zum Beispiel die Tomaten vor dem Werfen zu zerdrücken und geeignete geschlossene Kleidung zu tragen. Vor Ort sind zahlreiche Polizisten, Sanitäter und Feuerwehrleute im Einsatz, die ständig für Ordnung sorgen und den reibungslosen Ablauf der gesamten Veranstaltung überwachen.

Können auch kleine Kinder an der Tomatenschlacht teilnehmen?

Die offiziellen Regeln verbieten die Teilnahme von Kindern zwar nicht ausdrücklich, aber die meisten Veranstalter und Einheimischen raten dringend davon ab. Der Druck der Menschenmenge ist wirklich enorm, überall fliegen schwere Tomaten durch die Luft und es herrscht ein ohrenbetäubender Lärm, was für kleinere Kinder sehr stressig und körperlich gefährlich sein kann.

Woher kommen eigentlich all die Tomaten für die Schlacht?

Die riesige Menge an Tomaten, die innerhalb einer Stunde verbraucht wird, stammt überwiegend aus der Region Extremadura im Westen Spaniens. Das Gemüse wird gezielt aus den Exemplaren ausgewählt, die überreif, minderwertig sind und die strengen Normen für den normalen Verkauf nicht erfüllen, sodass sie für den gewöhnlichen Verzehr überhaupt nicht geeignet sind.

Tut ein Tomatentreffer weh?

Wenn sich alle an die Hauptregel halten und die Tomate vor dem Wurf in der Hand zerdrücken, spürt man nur ein weiches und kühles Klatschen, das überhaupt nicht wehtut. Wenn man aber unerwartet von einer unzerdrückten und harten Tomate aus der Ferne getroffen wird, kann das schon ziemlich brennen und hinterlässt manchmal auch einen kleinen blauen Fleck.

Was passiert mit der Stadt unmittelbar nach Ende des Festivals?

Sobald die Schlacht Punkt 13:00 Uhr endet, rücken sofort große Feuerwehrwagen in die Straßen ein und beginnen mit der massiven Reinigung. Dank der Säure der Tomaten und des starken Wasserdrucks aus den Schläuchen sind die gepflasterten Straßen von Buñol nach etwa zwei Stunden Reinigung vollkommen sauber, desinfiziert und glänzen mehr als während des gesamten restlichen Jahres.

Wie schützt man sich am besten vor dem sauren Saft in den Augen?

Der einzige wirklich zuverlässige und effektive Schutz ist die Verwendung einer gut sitzenden Schwimmbrille oder einer kleineren Tauchermaske mit festem Gummiband. Eine gewöhnliche Sonnenbrille schützt nicht vor dem Saft, der aus den Haaren tropft, und die Säure der Tomaten kann die Augen sehr unangenehm und schmerzhaft für mehrere Stunden reizen.

Kann ich meinen eigenen Rucksack zum Festival mitbringen?

Einen Rucksack mitzubringen ist zwar möglich, aber ich rate dir dringend davon ab, ihn ins eigentliche Zentrum der Schlacht mitzunehmen, da er sofort durch den Tomatenbrei ruiniert und verschmutzt wird. Alle Wertsachen lässt du am besten im Hotel in Valencia und nimmst nur dein Ticket, etwas Bargeld und gegebenenfalls trockene Kleidung in einem wasserdichten Beutel mit, den du in den Schließfächern am Bahnhof aufbewahrst.

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