Die schönsten Seen der Welt: 15 Orte, die dich umhauen

Als ich zum ersten Mal am Ufer eines Gletschersees im kanadischen Nationalpark Banff stand und meine Hand ins Wasser tauchte, wäre sie mir vor Kälte fast abgefallen. 😅 Diese unglaublich leuchtende türkise Farbe lockte mich zwar zum Baden, doch die Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt holte mich blitzschnell in die Realität zurück. Genau in Kanada habe ich in den Jahren 2016 und 2017 gelebt und gearbeitet – deshalb habe ich für all diese Bergseen eine riesige Schwäche, und wir mit Lukáš erinnern uns bis heute an sie als einige der schönsten Seen der Welt.

Doch Kanada ist nur der Anfang. Über die ganze Welt verstreut liegen Gewässer, die aus völlig anderen Gründen den Atem rauben. Manche Seen punkten mit extremer Tiefe und Klarheit, andere sind von rauchenden Vulkanen oder uralten Maya-Dörfern umgeben. Viele davon haben wir noch nicht mit eigenen Augen gesehen, aber Reisende sind sich einig: Ein Besuch gehört zu den Höhepunkten jeder Reise.

Deshalb habe ich für dich die 15 schönsten Seen der Welt zusammengestellt – von Orten, die ich selbst erwandert habe, bis hin zu solchen, über die ich bisher nur gelesen habe und die mich nicht schlafen lassen. Du findest hier berühmte türkise Juwelen in Nordamerika und auf Island, wohin wir immer wieder gerne zurückkehren, europäische Schätze, die höchstgelegenen Seen der Anden und den geheimnisvollen sibirischen Baikalsee.

Kurze Antwort

Zu den schönsten Seen der Welt gehören zweifellos die kanadischen Gletscherseen Moraine Lake und Lake Louise, die für ihr leuchtend türkises Wasser bekannt sind. Weitere absolute Ikonen sind der tiefste See der Erde – der Baikalsee –, europäische Smaragdjuwelen wie der Bleder See und die Plitvicer Seen oder der legendäre amerikanische Crater Lake mit dem reinsten blauen Wasser der Welt.

Zusammenfassung

  • Tiefster See der Erde: Der russische Baikalsee erreicht eine Tiefe von 1.642 Metern und enthält etwa ein Fünftel des gesamten Oberflächen-Süßwassers der Erde.
  • Das Geheimnis der türkisen Farbe: Bergseen verdanken ihren leuchtenden Ton dem Gletschermehl – zu Staub zermahlenem Gestein, das im Wasser das Sonnenlicht bricht.
  • Höchstgelegener schiffbarer See: Der andine Titicacasee liegt auf unglaublichen 3.812 Metern über dem Meer und spiegelt darin den vollkommen klaren Himmel.
  • Badeverbot: An vielen wunderschönen Orten wie den kroatischen Plitvicer Seen darf man gar nicht ins Wasser, um das empfindliche Ökosystem nicht zu stören.
  • Vulkanischer Ursprung: Der amerikanische Crater Lake entstand durch den Einsturz eines riesigen Vulkans und hat bis heute keinen Zufluss, wodurch er seine extreme Reinheit bewahrt.
  • Europäische Romantik: Der slowenische Bleder See oder der italienische Comer See gehören zu den beliebtesten Zielen Europas, wo sich Naturschönheit mit historischer Architektur verbindet.

Die 15 schönsten Seen der Welt

Ich habe sie ein bisschen nach meinem eigenen Geschmack geordnet: von den kanadischen Gletscher-Herzensorten, die mir am meisten unter die Haut gehen, über europäische Klassiker bis hin zu fernen Wundern in den Anden und in Sibirien. Bei jedem See erfährst du, was ihn besonders macht, warum er gerade diese Farbe hat und wann sich ein Besuch lohnt.

1. Moraine Lake (Kanada)

Dieser Ort ist mein absoluter Herzensort und für viele der schönste See ganz Kanadas. Er liegt im atemberaubenden Valley of the Ten Peaks, und der Blick vom steinigen Aussichtspunkt Rockpile ist so berühmt, dass er einst sogar auf der Rückseite der kanadischen Zwanzig-Dollar-Note prangte. Während unseres Aufenthalts in Banff sind wir ziemlich oft hierhergefahren, und diese satte azurblaue Farbe hat mich jedes Mal aufs Neue umgehauen.

Für diesen unglaublichen Ton sorgt die Brechung des Sonnenlichts an feinem Gesteinssediment, das die schmelzenden Gletscher im Sommer hierher tragen. Die maximale Tiefe beträgt nur 14 Meter, aber das Wasser ist so eiskalt, dass du das Baden gleich vergessen kannst. Seine volle Schönheit und den höchsten Wasserstand erreicht der See erst Mitte Juni, wenn die Gletscher endlich richtig geschmolzen sind.

💡 Tipp: Für Privatautos gilt auf der Straße zum See ein striktes Fahrverbot, weil der Parkplatz früher aus allen Nähten platzte. Der Zugang ist nur mit dem offiziellen Bus von Parks Canada möglich, den du lange im Voraus reservieren musst. Lies unseren ausführlichen Artikel über Moraine Lake, Kanada.

2. Lake Louise (Kanada)

Gleich nebenan findest du eine weitere kanadische Legende, die zu den meistfotografierten Orten in den gesamten Rocky Mountains gehört. Den ikonischen Blick auf die türkise Wasseroberfläche mit dem Victoria-Gletscher im Hintergrund und dem riesigen Luxushotel am Ufer kennt wohl wirklich jeder. Für die Farbe sorgt hier das sogenannte Gletschermehl – mikroskopisch kleine Gesteinspartikel, die im Wasser verteilt sind.

Die Fläche des Sees liegt bei rund 0,8 Quadratkilometern, und an der tiefsten Stelle misst er stolze 70 Meter. Selbst im heißen Sommer steigt die Wassertemperatur selten über fünf Grad Celsius, weshalb vom Schwimmen wegen der Gefahr einer schnellen Unterkühlung dringend abgeraten wird. Die schönste Färbung siehst du von Juli bis September.

💡 Tipp: Der Parkplatz direkt am Ufer ist schon bei Sonnenaufgang hoffnungslos voll und bleibt den ganzen Tag verstopft. Die deutlich entspanntere Variante ist, die Auffangparkplätze und den Shuttle-Service zu nutzen, der dich stressfrei direkt zum Ziel bringt. Mehr erfährst du in unserem Guide über Lake Louise, Kanada.

3. Peyto Lake (Kanada)

Auf der Fahrt über die berühmte Hochgebirgsstraße Icefields Parkway darfst du diese türkise Schönheit nicht verpassen, die von oben betrachtet an einen riesigen Wolfskopf erinnert. Der See wurde nach dem legendären Bergführer Bill Peyto benannt und liegt auf 1.860 Metern Höhe beim Aussichtspunkt Bow Summit. Mit Lukáš haben wir hier völlige Ruhe erlebt, weil wir früh aufgestanden und vor den anderen Touristen zum Aussichtspunkt aufgebrochen sind.

Das Wasser fließt direkt vom Peyto Glacier herab und führt eine riesige Menge Gletschermehl mit sich, das der Oberfläche diesen milchig-blauen Schimmer verleiht. Die meisten Besucher steigen gar nicht zum Wasser hinab, denn das beste Schauspiel bietet sich von der ausgebauten Aussichtsplattform, zu der ein kurzer asphaltierter Weg vom Parkplatz führt.

💡 Tipp: Versuch, gleich früh am Morgen zwischen sieben und neun Uhr anzukommen, denn am Nachmittag beschatten die umliegenden Berggipfel die Wasserfläche und die Farben kommen nicht mehr so zur Geltung. Wenn es am Hauptaussichtspunkt voll ist, gehe auf dem unscheinbaren Pfad ein Stück weiter, wo du den Ausblick fast für dich allein hast. Schau dir unseren Artikel Icefields Parkway (Peyto Lake) an.

4. Jökulsárlón (Island)

Als wir 2018 durch Island reisten, war diese Gletscherlagune für mich einer der absoluten Höhepunkte der ganzen Reise. Über die Wasseroberfläche treiben majestätisch riesige Eisbrocken, die sich vom nahen Gletscher lösen und langsam Richtung offenes Meer ziehen. Die Schollen schimmern in allen Tönen von milchig-weiß bis leuchtend blau – eine Folge der extremen Verdichtung des alten Eises.

Die Lagune entstand erst in den 1930er-Jahren und wächst durch das Abschmelzen der Gletscher ständig weiter; heute bedeckt sie eine Fläche von etwa 25 Quadratkilometern. Mit einer maximalen Tiefe von 284 Metern ist sie der tiefste See ganz Islands, obwohl ihr Wasserspiegel genau auf Meereshöhe liegt. Das Wasser ist hier teilweise salzig, weil bei Flut der Ozean eindringt.

💡 Tipp: Wenn du dich an der Lagune sattgesehen hast, überquere unbedingt die Straße zum gegenüberliegenden Diamond Beach, wo die Wellen klare Eisbrocken auf den schwarzen Vulkansand spülen. Wenn du die Schollen aus der Nähe sehen willst, empfehle ich eine frühzeitige Reservierung einer Bootstour auf kleinen Booten. Mehr Tipps findest du im Artikel Jökulsárlón und die Gletscher Islands.

5. Plitvicer Seen (Kroatien)

Dieser kroatische Nationalpark gehört zu den ältesten des Landes und trägt seit 1979 zu Recht den UNESCO-Titel. Reisende aus aller Welt kommen hierher, um die Kaskade aus sechzehn durch wunderschöne Wasserfälle verbundenen Seen zu bewundern, die von üppigem Grün umgeben sind. Das Wasser hat eine unglaublich satte smaragdgrün-blaue Farbe, die sich im Laufe des Tages je nach Sonneneinfall und Jahreszeit ständig verändert.

Hinter all dieser Pracht steckt ein komplexer Naturprozess, bei dem sich aus kalkgesättigtem Wasser auf Moos und Algen poröser Travertin abscheidet. Diese Travertinbarrieren wachsen ständig mit etwa einem Zentimeter pro Jahr und bilden immer neue Kaskaden. Der tiefste See Kozjak erreicht eine Tiefe von 47 Metern, und du kannst ihn mit einem Ausflugsboot befahren.

💡 Tipp: Seit 2006 gilt im gesamten Park ein striktes Badeverbot, um dieses extrem empfindliche Ökosystem vor der Zerstörung zu schützen. Im Sommer drängen sich hier wirklich die Massen, deshalb lohnt es sich, lieber im Frühling oder Herbst zu kommen und die Tickets online im Voraus zu kaufen. Die Details haben wir im Guide Plitvicer Seen, Kroatien zusammengefasst.

6. Bleder See (Slowenien)

Wenn du auf der Suche nach perfekter europäischer Romantik bist, dann ist dieser slowenische Alpensee wohl genau das Richtige für dich. Mitten in der ruhigen Wasserfläche erhebt sich die einzige Naturinsel Sloweniens, auf der die malerische Kirche Mariä Himmelfahrt steht. Hoch über dem Wasser thront zudem auf einem steilen Felsen die uralte Burg von Bled, die die besten Panoramablicke bietet.

Die türkisgrüne Farbe entsteht durch die Kombination aus dem Gletscherursprung, der unglaublichen Reinheit des Alpenwassers und der Erwärmung von unten durch natürliche Thermalquellen. Dank dieser Quellen erwärmt sich das Wasser im Sommer üblicherweise auf 22 bis 26 Grad Celsius, weshalb er einer der wenigen Alpenseen ist, in dem man völlig problemlos und bequem baden kann.

💡 Tipp: Die lokale Tradition gebietet, ein traditionelles Holzboot namens Pletna zu mieten und sich bis zur Insel rudern zu lassen. Wenn du ans Ufer zurückkehrst, lass dir auf keinen Fall die berühmte Cremeschnitte (Kremšnita) entgehen – ein traditionelles örtliches Cremegebäck, das zu einem Besuch in Bled einfach untrennbar dazugehört.

7. Hallstätter See (Österreich)

Das Foto dieses malerischen österreichischen Dörfchens, eingezwängt zwischen steile Bergwände und die dunkle Seefläche, hast du bestimmt schon irgendwo gesehen. Die gesamte Region Salzkammergut wurde dank ihrer jahrtausendealten Salzabbautradition in die UNESCO-Liste aufgenommen, und der See selbst erreicht eine stattliche Tiefe von 125 Metern. Das Wasser behält hier seinen smaragdgrünen Ton dank des kalten Schmelzwassers und der Mineralpartikel aus dem Kalksteinuntergrund.

Das Problem dieses wunderschönen Ortes ist leider der enorme Touristenandrang: In das Dörfchen mit knapp tausend Einwohnern strömen in der Saison täglich über zehntausend Besucher. Das Baden an den öffentlichen Stränden ist zwar gratis und völlig legal, aber rechne damit, dass das Wasser im Sommer nur selten die erfrischenden 22 Grad Celsius überschreitet.

💡 Tipp: Der gewöhnliche Tagesausflügler verbringt hier nur ein paar Stunden und läuft die Hauptgasse mit den Massen anderer ab. Wenn du die wahre Atmosphäre dieses magischen Ortes erleben willst, komm früh am Morgen oder bleib über Nacht, wenn die meisten Touristenbusse endlich weg sind.

8. Comer See (Italien)

Dieser ikonische italienische See in Form eines umgekehrten Y zieht schon seit der Antike die High Society und Künstler an. Die Ufer säumen luxuriöse historische Villen, umgeben von präzise geschnittenen Gärten, und an der Gabelung der südlichen Arme liegt der wohl bekannteste Ort der ganzen Region: Bellagio. Die Wasserfarbe geht von blaugrün bis ins Türkis über – ein Erbe des Gletscherursprungs aus der letzten Eiszeit.

Mit einer maximalen Tiefe von über 410 Metern ist er einer der tiefsten Seen ganz Europas, obwohl er nur knapp vierzig Kilometer nördlich von Mailand liegt. Das Baden ist hier im Sommer sehr beliebt, denn die Wasseroberfläche kann sich auf angenehme 26 Grad erwärmen – so lässt sich Schwimmen wunderbar mit Spaziergängen entlang der historischen Villen kombinieren.

💡 Tipp: Bellagio und das benachbarte Varenna werden an Sommertagen geradezu von Tagesausflüglern aus Mailand überrannt. Erfahrene Reisende empfehlen, die Hochsaison zu meiden und lieber im Herbst zu kommen, oder direkt am Wasser zu übernachten und die engen Gassen erst in den Abendstunden zu erkunden.

9. Königssee (Deutschland)

Im bayerischen Nationalpark Berchtesgaden entdeckst du ein Gewässer, das mit seinem Zuschnitt eher an einen rauen norwegischen Fjord als an einen klassischen Alpensee erinnert. Der Königssee trägt den Status eines der saubersten Seen Deutschlands, was unter anderem daran liegt, dass kein verschmutzter Fluss in ihn mündet. Die intensive smaragdgrüne Färbung kommt durch das tiefe Wasser über dem hellen Kalksteingrund zur Geltung.

Interessant ist, dass hier schon seit 1909 ausschließlich Elektroboote, Ruderboote und Tretboote zugelassen sind, um die Wasserqualität nicht zu beeinträchtigen. Während der Fahrt zur berühmten Wallfahrtskirche St. Bartholomä mit ihren roten Kuppeln spielt der Kapitän auf dem Flügelhorn, dessen Klang von den steilen Felswänden in einem unglaublich starken Echo zurückgeworfen wird.

💡 Tipp: Obwohl das Baden technisch möglich und erlaubt ist, musst du damit rechnen, dass das Wasser aus der Bergschmelze stammt und wirklich eiskalt ist. An Wochenenden bilden sich an der Bootsanlegestelle riesige Warteschlangen für Tickets, also steh früh auf und plane die Fahrt gleich auf die erste Morgentour.

10. Skutarisee (Montenegro / Albanien)

An der Grenze zwischen Montenegro und Albanien erstreckt sich die größte Süßwasserfläche der gesamten Balkanhalbinsel, die einen unglaublichen Naturreichtum birgt. Es handelt sich um einen typischen Karstsee, dessen Oberfläche in den Sommermonaten endlose Teppiche aus blühenden Seerosen und Wassernüssen bedecken. Das umliegende Grün und die ruhige Atmosphäre wirken wie Balsam für die Seele – weit weg von den belebten Badeorten am Meer.

Ornithologen reisen angeblich aus aller Welt hierher, um den seltenen Krauskopfpelikan zu beobachten – damit ist er wohl eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete Europas. Die Tiefe ist hier meist sehr gering, aber es verbergen sich auch sogenannte „Augen“ oder Unterwasserquellen, an denen der Grund steil auf Dutzende Meter abfällt.

💡 Tipp: Der beste Weg, um die versteckten Winkel und Schilflabyrinthe zu erkunden, ist, ein traditionelles Holzboot samt einheimischem Guide zu mieten. Wenn dich dieses Balkanjuwel reizt, lies unseren Artikel Skutarisee, Montenegro.

11. Baikalsee (Russland)

Dieses Naturwunder im südöstlichen Sibirien hält gleich mehrere kaum zu glaubende Weltrekorde. Mit einer maximalen gemessenen Tiefe von 1.642 Metern ist er der mit Abstand tiefste See der Welt, der mit seinem geschätzten Alter von rund 25 Millionen Jahren zugleich auch der allerälteste ist. Er stellt eine riesige tektonische Spalte in der Erdkruste dar, die sich ständig langsam ausweitet.

Das Wasser ist hier dank der umliegenden kristallinen Gesteine und mikroskopischer Krebstiere, die es ununterbrochen filtern, nahezu destilliert rein. Dank dieses perfekten Ökosystems enthält der Baikalsee etwa zwanzig Prozent des gesamten nicht gefrorenen Oberflächen-Süßwassers unseres Planeten. Die saphirblaue Oberfläche ist so durchsichtig, dass man im Winter durch das Eis Dutzende Meter tief blicken kann.

12. Titicacasee (Peru / Bolivien)

Hoch in den südamerikanischen Anden liegt die Wiege der Inka-Mythologie, die auf den ersten Blick mit ihrer tiefblauen, klaren Farbe beeindruckt. Auf 3.812 Metern über dem Meer befindet sich der höchstgelegene kommerziell schiffbare See der Welt, dessen ruhige Oberfläche wie ein riesiger Spiegel für den klaren Hochgebirgshimmel funktioniert. Mit einer Fläche von über achttausend Quadratkilometern bildet er die natürliche Grenze zwischen Peru und Bolivien.

Die Hauptattraktion sind hier die schwimmenden Uros-Inseln aus Totora-Schilf, auf denen bis heute die einheimische Bevölkerung lebt. Auch wenn das Wasser verlockend aussieht, hält sich seine Temperatur ganzjährig zwischen zehn und vierzehn Grad Celsius – vom Baden ist also definitiv abzuraten.

💡 Tipp: Reisende warnen oft, dass die Uros-Inseln etwas künstlich und übertrieben touristisch wirken können. Ein deutlich authentischeres Erlebnis bekommst du, wenn du dir eine Unterkunft direkt bei einer einheimischen Familie auf der entlegeneren Insel Amantani organisierst – und vergiss wegen der großen Höhe nicht die gründliche Akklimatisierung.

13. Crater Lake (USA)

Tief im Nationalpark von Oregon verbirgt sich ein Naturphänomen, das vor knapp achttausend Jahren durch den gigantischen Einsturz des Vulkans Mount Mazama entstand. In die so entstandene Caldera mündet weder Fluss noch Bach, sodass das Wasser keine Sedimente festhält und eine extreme Reinheit erreicht. Gerade wegen dieser völligen Abwesenheit von Verunreinigungen hat die Oberfläche das intensivste tiefblaue Blau, das du dir vorstellen kannst.

Mit einer maximalen Tiefe von 594 Metern ist er der tiefste See der gesamten Vereinigten Staaten und einer der tiefsten der Welt. Die Fotogenität des ganzen Ortes wird durch den kleinen Vulkankegel Wizard Island unterstrichen, der unweit des Ufers aus dem geheimnisvoll blauen Wasser ragt. Den Großteil des Jahres liegt hier eine riesige Schneemenge, weshalb die Ringstraße nur während des kurzen Sommers geöffnet ist.

💡 Tipp: Wichtiger Hinweis für zukünftige Reisen – der einzige legale Pfad zum Wasser namens Cleetwood Cove Trail bleibt für die Jahre 2026 bis 2028 komplett gesperrt wegen Renovierung. Du kommst also gar nicht zum Wasser und auch die Ausflugsboote werden nicht fahren, die Aussichtspunkte vom oberen Rand der Caldera bleiben aber zugänglich.

14. Lovatnet (Norwegen)

Dieser raue norwegische See, versteckt am Ende eines Tals unweit des Dörfchens Loen, bietet ein absolut smaragdgrünes Gletscherspektakel. Die leuchtend türkise Farbe stammt wieder vom zermahlenen Gletschermehl, das der schmelzende Gletscher Kjenndalsbreen am Talende hierher trägt. Das Wasser liegt auf nur 52 Metern Höhe, wird aber von riesigen steilen Felsen eingerahmt, die dem Ort ein dramatisches Aussehen verleihen.

Mit der Schönheit dieses Ortes verbindet sich leider auch eine unglaublich düstere und traurige Geschichte. Aus den umliegenden Hängen lösten sich in den Jahren 1905 und 1936 gewaltige Felslawinen, die nach dem Aufprall ins Wasser Megatsunamis von bis zu unglaublichen 74 Metern Höhe erzeugten und über hundert Menschenleben forderten. Die ganze Region entvölkerte sich nach der zweiten Tragödie für lange Zeit.

💡 Tipp: Wenn dir wirklich eiskaltes Wasser direkt aus dem schmelzenden Gletscher nichts ausmacht, kannst du hier baden oder mit dem Kajak rausfahren. Die norwegischen Sträßchen entlang der Ufer sind allerdings sehr eng, und in der Sommersaison empfiehlt es sich, eventuelle Campingplätze mit großem Vorlauf zu reservieren.

15. Lake Atitlán (Guatemala)

Die letzte Station unserer Liste führt uns nach Mittelamerika, direkt ins Herz des guatemaltekischen Hochlands. Der Schriftsteller Aldous Huxley beschrieb diesen Ort einst als den italienischen Comer See, dem jemand noch ein paar riesige Vulkane hinzugefügt hat. Der See liegt in einer riesigen Caldera, die eng von drei majestätischen Vulkanen umgeben ist: San Pedro, Tolimán und Atitlán.

Mit einer maximalen Tiefe von 340 Metern hält er den Titel als tiefster See Mittelamerikas, und seine satte blaue bis türkise Farbe lockt Reisende aus aller Welt an. Die Ufer säumen traditionelle Maya-Dörfer, von denen laut Reisenden jedes eine völlig andere Atmosphäre hat – vom lebhaften Partyleben bis zu stillen Zufluchtsorten voller veganer Cafés und Yogastudios.

💡 Tipp: Der Verkehr zwischen den Dörfern läuft fast ausschließlich über kleine Motorboote. Pass auf den nachmittäglichen Wind namens Xocomil auf, der sich laut örtlichen Legenden regelmäßig erhebt und die ruhige Wasseroberfläche in einen ziemlich gefährlichen, aufgewühlten Wellengang verwandeln kann.

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Vergleich in der Übersichtstabelle

Name des SeesLandWas ihn besonders machtBeste Zeit
Moraine LakeKanadaDer „Twenty Dollar View“ und das Tal der 10 GipfelJuni–September
Lake LouiseKanadaTürkises Wasser und das Fairmont-Hotel am UferJuni–September
Peyto LakeKanadaWolfskopf-Form und sattes milchiges TürkisJuni–September
JökulsárlónIslandTreibende Eisschollen und Diamond BeachMai–Oktober
Plitvicer SeenKroatienKaskade aus 16 Seen mit TravertinbarrierenFrühling und Herbst
Bleder SeeSlowenienNaturinsel mit Kirche und ThermalerwärmungMai–September
Hallstätter SeeÖsterreichIkonisches historisches UNESCO-Dorf am UferNebensaison
Comer SeeItalienLuxusvillen und enorme Tiefe über 410 mApril–Oktober
KönigsseeDeutschlandElektroboote und das berühmte Trompeten-EchoMai–September
SkutariseeMontenegroGrößter des Balkans, voller Seerosen und VögelFrühling und Sommer
BaikalseeRusslandTiefster (1.642 m) und ältester der WeltFebruar–März (Eis) / Sommer
TiticacaseePeru / BolivienHöchstgelegener kommerziell schiffbarer SeeMai–Oktober
Crater LakeUSATiefster der USA, ohne Zufluss, extrem klarJuli–September
LovatnetNorwegenSmaragdgrüner Gletscherursprung und Tsunami-GeschichteJuni–September
Lake AtitlánGuatemalaDrei Vulkane am Ufer und 340 m TiefeNovember–April

Wissenswertes und Rekorde

Bei der Recherche zu diesem Artikel sind wir auf jede Menge faszinierender Zahlen und Rekorde gestoßen, die wir nicht für uns behalten können. Die Gewässer unseres Planeten bergen Geheimnisse, die Dutzende Millionen Jahre alt sind, und ihre physikalischen Eigenschaften widersprechen oft dem gesunden Menschenverstand.

Woher kommt die türkise Farbe?

Viele Menschen denken, das leuchtend blaue Wasser in den Bergen sei einfach nur rein, doch die Wahrheit liegt woanders. Ein Gletscher zermahlt bei seiner langsamen Bewegung das Gestein buchstäblich zu mikroskopischem Staub, dem sogenannten Gletschermehl. Diese winzigen Partikel bleiben im eiskalten Wasser in der Schwebe, wo sie das rote Licht absorbieren und stattdessen die blauen und grünen Wellenlängen in alle Richtungen streuen. Das Ergebnis ist jenes berühmte undurchsichtige Türkis, das wir aus Kanada oder Neuseeland kennen.

Wie Seen eigentlich entstehen

Die Natur hat gleich mehrere Wege, ein riesiges Wasserbecken zu schaffen. Gletscherseen entstehen, indem eine gewaltige Eismasse eine Senke in den Boden gräbt oder vor sich einen Wall aus Geröll (eine Moräne) aufschüttet, der das Wasser nach dem Schmelzen einfach zurückhält. Krater- und Vulkanseen (wie der amerikanische Crater Lake) füllen sich wiederum mit Wasser in riesigen Einsturzkratern nach uralten Vulkanausbrüchen. Die allertiefsten Gewässer wie der Baikalsee bezeichnen wir dann als tektonisch, weil sie in tiefen Spalten der Erdkruste entstehen.

Geografische Extreme

Wenn du die absolut größte Süßwasserfläche nach Ausdehnung suchst, müsstest du zum amerikanischen Oberen See (Lake Superior) fahren, der über 80.000 Quadratkilometer einnimmt. Der russische Baikalsee hat zwar keine so riesige Fläche, fasst aber dank seiner unfassbaren Tiefe das absolut größte Volumen an Trinkwasser. Den Rekord in puncto Klarheit hält der neuseeländische Blue Lake (Rotomairewhenua), wo Wissenschaftler eine Sichtweite von unglaublichen 70 bis 80 Metern gemessen haben.

Wohin als Nächstes

Haben dich diese Gewässer so begeistert, dass du schon den nächsten Ausflug planst? Wenn dich raue nordische Natur mit majestätischen Fjorden und Bergen reizt, schau dir unbedingt unsere Tipps an, was man auf den Lofoten in Norwegen sehen kann, oder erkunde unseren Alaska-Roadtrip, wo du auf ähnliche milchig-blaue Buchten fast auf Schritt und Tritt triffst.

Liebhaber von Vulkanlandschaften voller Thermalquellen und Gletscherlagunen werden wiederum unseren umfangreichen Island: Kompletter Reiseführer zu schätzen wissen. Und wenn dich dieses türkise Wasser aus den kanadischen Bergen auch am Herzen gepackt hat, haben wir für dich auch die 10 schönsten Orte Kanadas zusammengestellt, wo du jede Menge weiterer Inspiration findest.

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Häufig gestellte Fragen

Bevor du deine Kamera einpackst, hier die Antworten auf die Fragen, die rund um die schönsten Seen der Welt am häufigsten gestellt werden.

Welcher See ist der tiefste der Welt?

Der absolute Rekordhalter ist der russische Baikalsee in Sibirien. Seine maximale gemessene Tiefe beträgt 1.642 Meter, was ihn zur mit Abstand tiefsten Wasserfläche des Planeten macht. Er speichert eine enorme Menge an Süßwasser und sein Boden bildet einen tiefen tektonischen Graben.

Welcher See ist der größte?

Darauf kommt es an, wie wir die Größe messen. Nach der gesamten Wasseroberfläche gewinnt das brackige Kaspische Meer. Wenn wir von Süßwasserflächen sprechen, hat der Obere See die größte Ausdehnung (Lake Superior) an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Nach dem Volumen des gespeicherten Wassers gewinnt jedoch der sibirische Baikalsee.

Welcher See liegt am höchsten?

Das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Welt ist der südamerikanische Titicacasee auf 3.812 Metern Höhe. Das allerhöchstgelegene Gewässer ist allerdings ein kleiner Kratersee am Vulkan Ojos del Salado in den Anden, der auf etwa 6.390 Metern über dem Meeresspiegel liegt.

Warum sind manche Seen türkisfarben oder blau?

Dieses Phänomen ist auf das sogenannte Gletschermehl zurückzuführen. Dabei handelt es sich um extrem feine Partikel aus zermahlenem Gestein, die vom schmelzenden Gletscher ins Wasser gebracht werden. Diese Partikel bleiben im Wasser und brechen das Sonnenlicht auf eine Weise, dass sie intensive blaue und grüne Farbtöne zu unseren Augen reflektieren.

Kann man in Gletscherseen baden?

Theoretisch ist es möglich, aber es ist sehr gefährlich. Die Wassertemperatur liegt dort nur bei etwa 4 bis 10 Grad Celsius, was selbst bei erfahrenen Schwimmern schnell einen sogenannten Kälteschock auslöst. Im kalten Wasser lassen zudem die Kräfte extrem schnell nach und es droht eine ernsthafte Unterkühlung.

Welcher See ist der allerklarste?

Den Spitzenplatz in Sachen Reinheit hält der Blue Lake (Rotomairewhenua) in Neuseeland. Wissenschaftler haben dort eine extreme Sichtweite von 70 bis 80 Metern gemessen. Baden ist hier allerdings streng verboten, da es sich um einen heiligen Ort für die einheimische Maori-Bevölkerung handelt.

Wie entsteht eigentlich ein Gletschersee?

Beim Abstieg aus den Bergen gräbt der Gletscher durch seine gewaltige Eismasse ein tiefes Becken in den Untergrund. Manchmal schiebt er vor sich auch einen Wall aus Gestein und Erde auf, eine sogenannte Moräne. Wenn das Eis dann schmilzt, füllt sich diese Vertiefung mit Wasser und die Moräne fungiert als natürlicher undurchlässiger Damm.

Welches ist der größte Vulkansee der Welt?

Dieser Titel gehört dem indonesischen See Lake Toba. Es handelt sich um eine gigantische Caldera eines Supervulkans, die nach einer massiven Eruption vor etwa 74.000 Jahren entstanden ist. Der See erreicht eine Länge von 100 Kilometern und seine maximale Tiefe liegt bei etwa 505 Metern.

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