Reinebringen Norwegen: 6 Dinge, die du über Aufstieg, Treppen und Wanderung wissen musst

Wenn du in den Norden Norwegens reist und den absolut ikonischsten Ausblick suchst, der praktisch jede Postkarte aus dieser Region ziert, dann führen dich deine Schritte mit großer Wahrscheinlichkeit genau hierher. Der Reinebringen in Norwegen ist mit Abstand der beliebteste Berg auf den Lofoten und thront direkt über dem malerischen Fischerdorf Reine. Die Aussicht von seinem Gipfel ist schlichtweg atemberaubend und bietet ein Panorama, das sich dir ein Leben lang einprägt. Von hier oben blickst du auf tiefblaue Fjorde, dramatisch spitze Bergkämme und winzige rote Häuschen, die über kleine Inseln verstreut liegen.

Gleichzeitig handelt es sich aber um eine Wanderung, die großen Respekt einflößt und eine sorgfältige Planung erfordert. Das ist kein gemütlicher Nachmittagsspaziergang, sondern ein sehr steiler und körperlich anstrengender Aufstieg. Jedes Jahr strömen Zehntausende Touristen hierher, was diesen Ort zu einem der meistbesuchten Plätze in ganz Norwegen macht. Genau dieser enorme Besucheransturm und die rauen nordischen Bedingungen haben in den letzten Jahren ihren Tribut gefordert – in Form von Erosion und gefährlichen Erdrutschen.

Vor der eigentlichen Tour ist es absolut entscheidend zu wissen, worauf du dich genau einlässt und welche aktuellen Sicherheitsmaßnahmen gelten. Der Berg verzeiht keine Fehler und das norwegische Wetter kann innerhalb weniger Minuten seine raue Seite zeigen. Wenn du dich aber gut vorbereitest, den richtigen Zeitpunkt wählst und die Natur respektierst, wartet als Belohnung eine Kulisse auf dich, die nur wenige Orte auf unserem Planeten erreichen. Ich habe für dich einen kompletten Ratgeber zusammengestellt, der dich durch alles führt, was du vor diesem Aufstieg wissen solltest.

Blick auf Reine vom Gipfel des Reinebringen
Foto: Depositphotos

Zusammenfassung

  • Höhenunterschied und Schwierigkeit: Es erwartet dich ein Anstieg von rund 448 Höhenmetern auf sehr kurzer Strecke, die Tour gilt als anspruchsvoll.
  • Sherpa-Treppen: Fast die gesamte Strecke besteht aus Steinstufen, etwa 1.978 an der Zahl, was eine enorme Belastung für Knie und Oberschenkel bedeutet.
  • Zeitaufwand: Der Aufstieg dauert im Schnitt 1 bis 1,5 Stunden, der Abstieg ungefähr genauso lang – plane insgesamt mindestens 3 Stunden ein.
  • Aktuelle Sperrungen: Wegen wiederholter Felsstürze in den Jahren 2024 bis 2026 ist der Weg oft komplett für die Öffentlichkeit gesperrt.
  • Parken: Direkt am Startpunkt kannst du nicht parken, das Auto musst du auf einem kostenpflichtigen Parkplatz im Zentrum von Reine abstellen (Preis liegt bei etwa 5 bis 13 € pro Tag).
  • Wann du die Tour auslassen solltest: Bei Regen, starkem Wind oder Nebel ist der Aufstieg extrem gefährlich und die nassen Steine sind extrem rutschig.
  • Nicht für Kinder geeignet: Die Strecke ist auf keinen Fall für kleine Kinder oder für Wanderungen mit Kindern in der Trage geeignet.
Unterkünfte in Reine und Umgebung
Foto: Christoph Strässler / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Unterkünfte in Reine und Umgebung

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Wenn du den Startpunkt der Tour buchstäblich vor der Haustür haben möchtest, ist die strategisch beste Wahl eine Unterkunft direkt im Dorf Reine oder im benachbarten Hamnøy. Genau hier findest du die ikonischen roten und gelben Fischerhütten namens Rorbu, die auf Holzpfählen direkt über dem Fjord stehen. In diesen traditionellen Häuschen zu übernachten ist ein einmaliges Erlebnis, denn du wachst morgens beim Geschrei der Möwen mit einem absolut atemberaubenden Blick auf die umliegenden Granitgipfel auf, die sich im Wasser spiegeln.

Zu den beliebtesten und meistfotografierten Unterkünften gehört zweifellos Eliassen Rorbuer auf der kleinen Insel Hamnøy. Diese historisch renovierten Hütten bieten eine authentische nordische Atmosphäre kombiniert mit modernem Komfort und einer voll ausgestatteten Küche, in der du dir nach der Tour ein warmes Abendessen zubereiten kannst. Rechne aber damit, dass du in der Hochsaison im Sommer rund 220 bis 350 € pro Nacht für die ganze Hütte zahlst. Suchst du etwas Moderneres und Luxuriöseres, ist der wunderschöne Komplex Reinefjorden Sjøhus eine hervorragende Wahl, von wo aus du den majestätischen Reinebringen direkt vom Wohnzimmerfenster aus im Blick hast.

Für Reisende mit knapperem Budget ist die Lage im Süden der Lofoten etwas schwieriger. Wildcampen ist rund um Reine praktisch unmöglich, denn es fehlen ebene Grasflächen und überall in der Umgebung gelten strenge Verbote fürs freie Zelten. Den nächstgelegenen offiziellen Campingplatz mit wirklich guter Ausstattung findest du im nahen Moskenes, nur ein kleines Stück vom Fährhafen entfernt. Für einen Zeltplatz zahlst du hier rund 22 € pro Nacht und kannst auch die geräumige Gemeinschaftsküche sowie heiße Duschen nach dem anstrengenden Trek voll nutzen.

6 Dinge, die du wissen musst
Foto: rheins / Wikimedia Commons, CC BY 3.0
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6 Dinge, die du über den Reinebringen wissen musst

Der ikonische Ausblick, den die ganze Welt kennt
Foto: Lukas Beck / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

1. Der ikonische Ausblick, den die ganze Welt kennt

Wenn man von den Lofoten spricht, denkt die überwältigende Mehrheit der Menschen genau an den Blick, der sich vom Gipfel des Reinebringen öffnet. Es handelt sich um ein wahres Juwel der nordischen Natur, das Fotografen und Reisende aus aller Welt anlockt. Sobald du die letzten Meter des Aufstiegs überwunden hast und über den Rand des Kamms steigst, eröffnet sich dir buchstäblich eine Vogelperspektive. Du siehst das ganze Dorf Reine mit seinen charakteristischen roten Rorbu-Häuschen, die in scharfem Kontrast zum tiefblauen Wasser des Kjerkfjorden stehen.

Die Kulisse ist umso beeindruckender, da das Dorf selbst auf mehreren kleinen Inseln liegt, die durch elegante Brücken verbunden sind. In der Ferne kannst du dann die benachbarten Dörfer Sakrisøy und Hamnøy bewundern, die aus dieser Höhe wie winzige Miniaturmodelle wirken. Den Hintergrund dieses ganzen Bildes bilden scharfe Granitgipfel, die direkt aus dem wilden Ozean aufragen. Es ist genau der Ort, an dem dir die enorme Kraft und Majestät der norwegischen Landschaft voll bewusst wird.

Auf dem Kamm selbst findest du nicht allzu viel Platz zum Sitzen und längeren Verweilen. Der Grat ist relativ schmal und bei schönem Wetter herrscht hier richtig viel Andrang, sodass du dein Plätzchen für ein Foto vielleicht eine Weile geduldig verteidigen musst. Viele Leute geben sich mit dem Ausblick direkt am Ende der Treppen zufrieden. Hast du aber noch etwas Energie und bist nicht höhenempfindlich, dann gehe ein Stück weiter über die Kante des Kamms, wo sich die Menschenmassen etwas verteilen und du mehr Ruhe genießt.

💡 Tipp: Vergiss nicht, ein voll aufgeladenes Handy oder eine Kamera mit Weitwinkelobjektiv mitzunehmen, denn hier wirst du einfach alles fotografieren wollen. Nimm dir aber gleichzeitig auch einen Moment, um einfach die unglaubliche Atmosphäre aufzusaugen, die dieser raue Winkel der Welt bietet.

Aufstieg auf den Reinebringen
Foto: rheins / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

2. Sherpa-Treppen und die enorme körperliche Anstrengung

Der ursprüngliche Pfad zum Reinebringen war nur ein schmaler und steiler Trampelpfad, der in Erde und rutschiges Geröll gegraben war. Wegen des enormen Touristenansturms begann der Hang gefährlich abzubröckeln, was zu massiver Erosion und vielen schweren Unfällen führte. Die norwegische Verwaltung entschied sich daher, ausgewiesene Experten in Form nepalesischer Sherpas zu engagieren. Diese erfahrenen Bergmenschen aus dem Himalaya trugen die riesigen Steinblöcke von Hand hinauf und setzten sie zu einer unglaublichen und stabilen Treppe zusammen.

Heute erwartet dich also ein Aufstieg über rund 1.978 massive Steinstufen. Lass dich aber nicht von der Vorstellung einer bequemen Treppe täuschen, wie du sie aus dem Alltag kennst. Jede Stufe ist unterschiedlich hoch, manche Steine sind riesig und der Anstieg ist von Anfang an unerbittlich steil. Auf relativ kurzer Distanz überwindest du ganze 450 Höhenmeter, was für den Körper ein ungewohnter Schock ist. Deine Oberschenkel und Waden fangen schon nach den ersten Dutzend Metern unangenehm an zu brennen.

Auf dem Weg nach oben stößt du auf einige kleine Rastplätze, die direkt in den Stein gehauen sind. Ich empfehle dir, regelmäßige und ehrliche Pausen einzulegen, auch wenn du glaubst, in ausgezeichneter Form zu sein. Halt an, schnauf durch, trink Wasser und dreh dich um. Der Abstieg ist dann paradoxerweise oft schmerzhafter als der Weg nach oben, denn deine Knie werden beim ständigen Abbremsen auf den harten Steinen enorm strapaziert.

💡 Tipp: Nimm dir zuverlässige Trekkingstöcke mit, die dir auf dem Weg nach unten die unangenehmen Knieschmerzen deutlich erleichtern. Hast du keine dabei, gehe sehr langsam und vorsichtig hinunter, denn müde Beine knicken auf den hohen Stufen schnell ein.

Aktueller Zustand der Wanderung und die reale Gefahr von Erdrutschen
Foto: Svein-Magne Tunli – tunliweb.no / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

3. Aktueller Zustand und die reale Gefahr von Erdrutschen

Das ist ein absolut zentraler Punkt, den viele Besucher in ihrem Verlangen nach dem perfekten Foto leider unterschätzen. Der Reinebringen ist geologisch sehr instabil und in den letzten Jahren kam es hier zu gefährlichen Felsstürzen. In den Jahren 2024 bis 2026 wurde der Weg sogar wiederholt und über lange Zeiträume komplett für die Öffentlichkeit gesperrt. Der verwitterte Fels im oberen Teil des Kamms löst sich, und herabstürzende Steine stellen eine tödliche Gefahr für alle Wanderer darunter dar.

Die Sperrungen sind keine bürokratische Schikane, sondern eine absolute Notwendigkeit zum Schutz von Menschenleben. Überprüfe vor deiner Tour immer und ohne Ausnahme den aktuellen Zustand auf den offiziellen Seiten der lokalen Tourismuszentren oder in den Informationsbüros. Wenn du am Startpunkt ein gespanntes rotes Band oder ein Warnschild mit Betretungsverbot siehst, versuche auf keinen Fall, es zu umgehen. Du würdest nicht nur eine außergewöhnlich hohe Geldstrafe riskieren, sondern vor allem dein eigenes Leben.

Das größte Risiko von Erdrutschen droht nach heftigen Regenfällen oder im Frühling, wenn auf den Gipfeln Schnee und Eis schmelzen. Das Wasser löst das Gestein und gefährdet die Stabilität des gesamten steilen Hangs. Auch wenn gerade offiziell geöffnet ist, halte ständig Augen und Ohren offen. Hörst du verdächtiges Donnern oder siehst herabfallende Steinchen, suche sofort einen sicheren Unterstand oder mach dich auf den Rückweg.

💡 Tipp: Halte einen Plan B bereit, falls der Reinebringen am Tag deines Besuchs unerwartet gesperrt ist. Die Lofoten bieten als Alternative viele andere wunderschöne Wanderungen, die deutlich sicherer sind und dir nicht weniger schöne Panoramablicke auf die Umgebung bescheren.

Wann du losgehen solltest, um den Massen zu entgehen
Foto: Svein-Magne Tunli – tunliweb.no / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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4. Wann du losgehen solltest, um den Massen zu entgehen

Die Beliebtheit dieses Ortes ist wirklich extrem und wächst Jahr für Jahr weiter. Allein im Juni 2024 drängten sich unglaubliche 41.000 Menschen über diese Treppen. In der Hochsaison im Sommer erlebst du hier buchstäblich Staus aus Touristen. Der Aufstieg in einer endlosen Schlange, das ständige Ausweichen vor Entgegenkommenden auf den schmalen Stufen und der Kampf um ein freies Plätzchen auf dem Gipfel können das Gesamterlebnis ziemlich zuverlässig verderben.

Wenn du dir ein bisschen Ruhe und Privatsphäre wünschst, musst du einfach früh aufstehen. Starte idealerweise schon gegen fünf oder sechs Uhr morgens. Zu dieser frühen Zeit sind nur eine Handvoll Enthusiasten auf den Treppen unterwegs und du genießt die kühlere Morgenluft, die für den steilen Aufstieg viel angenehmer ist. Meide dagegen die Stoßzeit zwischen zehn Uhr morgens und zwei Uhr nachmittags, wenn die Massen aus den großen Reisebussen den Weg stürmen und alle umliegenden Parkplätze aus allen Nähten platzen.

Ein enormer Vorteil der Sommermonate im Norden Norwegens ist das magische Phänomen der Mitternachtssonne. Dadurch kannst du die Tour ohne Weiteres auch spät abends machen, etwa gegen zehn Uhr. Licht hast du dann immer noch reichlich und die Farben am Himmel sind dank der tiefstehenden Sonne wunderschön weich und warm. Dieser Abendaufstieg hat eine zauberhafte und sehr ruhige Atmosphäre, denn die meisten Touristen ruhen sich da längst in ihren Rorbu-Hütten aus.

Das Wetter spielt bei der Planung eine absolut zentrale Rolle. Das norwegische Wetter kennt kein Erbarmen und kann sich innerhalb weniger Minuten ändern, deshalb solltest du dich niemals ohne Kontrolle der Vorhersage nach oben aufmachen. Lade dir die zuverlässige norwegische App yr.no herunter und behalte das Radar genau im Blick. Ein Aufstieg bei Regen oder starkem Wind ist nicht nur unangenehm, sondern auf den nassen Steinen vor allem extrem gefährlich.

💡 Tipp: Versuche, den Aufstieg auf einen Zeitpunkt mit klarem Himmel und guter Sicht zu legen. Es gibt nichts Schlimmeres, als eine Stunde nach oben zu klettern, nur um am Gipfel festzustellen, dass das ganze Tal unter dir von einer undurchsichtigen Decke aus dichtem grauen Nebel verhüllt ist.

Wo du parkst und wie du den Startpunkt findest
Foto: Svein-Magne Tunli – tunliweb.no / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

5. Wo du parkst und wie du den Startpunkt findest

Die Logistik rund um diesen Ausflug erfordert etwas Planung im Voraus, denn direkt am Einstieg zur Treppe gibt es absolut keinen Platz für PKW. Dein Fahrzeug musst du im nahen Dorf Reine abstellen, das auf den täglichen Touristenansturm zum Glück recht gut vorbereitet ist. Du findest hier mehrere große kostenpflichtige Parkplätze, von denen der praktischste gleich am Ortseingang liegt. Die Parkgebühr zahlst du über die mobile App EasyPark – und versuche nicht, durch Parken am Straßenrand zu sparen, denn die örtliche Polizei verteilt gnadenlos saftige Strafen.

Vom Parkplatz erwartet dich ein etwa ein bis anderthalb Kilometer langer Spaziergang zum eigentlichen Einstieg. Du gehst direkt entlang der Hauptstraße E10, die den gesamten malerischen Archipel verbindet. Der Weg ist eben und vergeht sehr schnell. Etwa auf halber Strecke stößt du auf den Straßentunnel Ramsvik. Aus Sicherheitsgründen herrscht für alle Fußgänger striktes Betretungsverbot. Stattdessen musst du den Tunnel sicher über den alten befestigten Weg auf der Außenseite umgehen, der der Küste folgt.

Den eigentlichen Startpunkt kannst du auf keinen Fall verpassen. Gleich hinter dem Tunnel siehst du auf der linken Seite einen deutlich erkennbaren Pfad und eine große Informationstafel, an der sich üblicherweise weitere Wanderer vorbereiten. Von dort beginnt der erste leichte Anstieg durch ein Wäldchen, der sehr schnell in die berühmte Steintreppe übergeht. Verlaufen kannst du dich hier wirklich nicht – folge einfach den Massen und steige nach oben.

💡 Tipp: Vergiss nicht, vor dem Loslaufen am Parkplatz noch auf die Toilette zu gehen. Auf der gesamten Strecke und am Gipfel findest du keine öffentlichen Toiletten und die Natur rund um die Treppen bietet absolut keinen Raum für Privatsphäre vor den Blicken der anderen Ausflügler.

6. Sicherheit, Wetter und wann du lieber umkehrst

Das norwegische Wetter kennt wirklich kein Erbarmen. Sonne, Wolkenbruch und eisiger Sturm wechseln sich hier ganz selbstverständlich an einem einzigen Nachmittag ab. Wenn die norwegische App yr.no nahenden Regen oder Böen meldet, dann verwirf deinen Plan, den Reinebringen zu bezwingen, ohne das geringste Zögern. Der Aufstieg bei Nässe ist ein völlig unnötiges Glücksspiel, denn die steinernen Sherpa-Treppen verwandeln sich nach dem Nasswerden in eine extrem rutschige und unberechenbare Rutschbahn, auf der schwere Unfälle drohen.

Diese Strecke ist außerdem ein absolutes Tabu für Familien mit kleinen Kindern. Vergiss dein Ego und bring hier weder Kleinkinder in der Trage noch in der Kraxe mit. Mit zwanzig Kilo auf dem Rücken verschiebt sich dein Schwerpunkt radikal, und das Balancieren auf den steilen, nassen Stufen mitten in der Menschenmenge ist purer Leichtsinn. Der Abstieg mit Kind ist dann noch viel riskanter. Im nahen Gravdal steht zwar ein Krankenhaus, aber dessen Notaufnahme willst du im Urlaub mit Sicherheit nicht testen.

Wähle für den Familienausflug stattdessen viel sicherere Alternativen. Eine hervorragende Wahl ist der riesige Sandstrand Bunes Beach, zu dem du mit einer kleinen lokalen Fähre direkt von Reine kommst und nach gerade einmal 80 überwundenen Höhenmetern in einem märchenhaften Paradies landest. Eine weitere wunderschöne und völlig ebene Wanderung ist der alte Küsten-Schotterweg, der die Strände Haukland und Uttakleiv verbindet. Und wenn dich der Regen erwischt, fahr in das malerische UNESCO-Dorf Nusfjord. Die Holzstege über dem Wasser sind nach Regen zwar rutschig und Kinder musst du hier fest an der Hand halten, aber deine Rettung ist die ausgezeichnete italienische Pizzeria vor Ort, in der es großartige vegetarische Pizza und Pasta gibt.

💡 Tipp: Hab im Rucksack immer eine zusätzliche wärmende Schicht parat. Auch wenn unten in Reine die Sonne scheint und es angenehm warm ist, kann dich oben auf dem Kamm ein eisiger Nordwind empfangen, der dich im Nu bis auf die Knochen durchpustet.

Praktische Zusammenfassung und Richtpreise

Zur besseren Orientierung und für eine einfachere Budgetplanung findest du hier eine Übersicht der wichtigsten praktischen Infos und Preisbereiche, die für die Saison 2026 gelten. Norwegen ist kein günstiges Reiseziel, aber der Aufenthalt in der Natur selbst ruiniert dich zum Glück nicht.

  • Zugang zum Weg: Völlig kostenlos, es wird keine Gebühr für den Aufstieg fällig.
  • Parken in Reine: Rund 4,50 € pro Stunde, beziehungsweise etwa 13 € für eine Ganztagesparkgebühr auf den zentralen Parkplätzen.
  • Park-App: Ich empfehle dir, vorab die App EasyPark oder die staatlichen norwegischen Parksysteme herunterzuladen, das erleichtert dir das Leben.
  • Anreise mit dem Bus: Wenn du weiter weg wohnst, kannst du die lokalen Busse nutzen, ein Ticket vom nahen Leknes nach Reine kostet rund 7 €.
  • Ausrüstung: Hochwertige Wanderschuhe mit rutschfester Sohle sind ein absolutes Muss, Sneaker mit glatter Sohle lässt du besser im Koffer.
  • Verpflegung: Auf der Strecke gibt es weder einen Bach noch eine Quelle mit Trinkwasser, du musst mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Person aus eigenen Vorräten mitnehmen.

Wohin als Nächstes

Wenn dich interessiert, was diese atemberaubende Region sonst noch bietet, habe ich für dich einen ausführlichen Artikel über die besten Wanderungen auf den Lofoten geschrieben. Dort findest du Inspiration für weitere Berg-Herausforderungen, aber auch für entspanntere Familienspaziergänge durch die Täler. Für einen Gesamtüberblick und die Planung deines nordischen Urlaubs empfehle ich dir unseren großen Lofoten-Guide, in dem du alles von der Anreise bis zu Tipps für Unterkünfte erfährst.

Vergiss auch nicht, die Dörfer unter dem Berg selbst zu erkunden – detaillierte Infos findest du in unserem Artikel, der sich direkt auf Reine und Hamnøy konzentriert. Und falls du noch zögerst, in welchem Monat du in den Norden Europas reisen sollst, hilft dir sicher unsere ausführliche Analyse dazu, wann man auf die Lofoten reisen sollte, damit du entweder die Mitternachtssonne oder umgekehrt das Polarlicht erwischst.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert der Aufstieg zum Reinebringen?

Für eine durchschnittlich fitte Person dauert der Weg nach oben etwa eine bis anderthalb Stunden reine Gehzeit. Der gesamte Ausflug vom Parkplatz in Reine über den steilen Aufstieg selbst, das unvermeidliche Fotografieren auf dem Gipfel und den sehr vorsichtigen Abstieg zurück zum Auto nimmt ungefähr 3 bis 4 Stunden in Anspruch. Plane für diese Wanderung lieber mehr Zeit ein, damit du dich nicht unnötig stressen und den Berg hinaufhetzen musst.

Kann ich meinen Hund auf die Route mitnehmen?

Theoretisch ist es nicht verboten, aber aus praktischer Sicht rate ich stark davon ab. Die scharfen und harten Steinstufen können die Pfoten des Hundes unangenehm aufscheuern, und auf dem engen, mit Menschen gefüllten Weg wird sich der Hund unnötig stressen. Große und schwere Rassen können zudem mit den ungewöhnlich hohen Stufen erhebliche Probleme haben, daher ist es besser, den Vierbeiner in der Unterkunft ausruhen zu lassen.

Schaffe ich es, auch wenn ich Höhenangst habe?

Die Treppe selbst ist zwar steil, wirkt aber nicht ausgesprochen exponiert und gefährlich. Das Problem entsteht jedoch auf dem Gipfelgrat selbst, der ziemlich schmal ist und sehr steil zum Meeresspiegel abfällt. Wenn du unter starkem Schwindel leidest, empfehle ich dir, nur auf dem sicheren und breiteren Plateau direkt am Ende der Treppe zu bleiben und nicht weiter entlang der Gratkante zu gehen.

Ist es möglich, auf dem Gipfel zu campen und ein Zelt aufzustellen?

Nein, oben gibt es absolut keinen ebenen und sicheren Platz zum Aufstellen eines Zeltes. Der Grat ist schmal, steinig, von starkem Wind gepeitscht und ständig voller Menschen. Für wildes Campen und Übernachten im Zelt musst du auf den Lofoten andere, geräumigere und erlaubte Strände wählen, wie zum Beispiel den beliebten Kvalvika oder den weitläufigen Bunes Beach.

Kann ich oben mit einer Drohne fliegen?

Die Regeln für das Drohnenfliegen werden in ganz Norwegen ständig und ziemlich streng verschärft. Du musst immer im Voraus die aktuellen Beschränkungen in der offiziellen norwegischen App für Drohnenpiloten überprüfen. Außerdem weht oben auf dem Grat oft extrem starker und böiger Wind, der deine Drohne innerhalb einer einzigen Sekunde unwiederbringlich in den tiefen Fjord tragen kann.

Was soll ich tun, wenn mich auf dem Weg nach oben Regen überrascht?

Wenn es plötzlich zu regnen beginnt, ist die vernünftigste Wahl, den Aufstieg sofort zu unterbrechen und sehr vorsichtig abzusteigen. Die Steine werden nach dem Nasswerden extrem rutschig, und weiterzugehen bedeutet, unnötig eine ernsthafte Verletzung zu riskieren. Deine persönliche Sicherheit und Gesundheit ist immer viel wichtiger als die noch so schöne Aussicht vom Gipfel des Berges.

Brauche ich für den Aufstieg spezielle Kletterausrüstung?

Nein, du brauchst keine Seile, Klettergurte, Helme oder Karabiner. Die Route ist zwar extrem anspruchsvoll für deine Fitness und Beine, erfordert aber absolut keine technischen Kletterfähigkeiten. Die absolute Grundlage und Notwendigkeit sind jedoch feste, qualitativ hochwertige Schuhe mit guter rutschfester Sohle und Funktionskleidung, die zuverlässig vor kaltem Wind und unerwarteter Kälte schützt.

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