Gjirokastra Albanien: 8 Tipps für die Steinstadt und ihre Burg

Vergiss für einen Moment die überfüllten Strände der Riviera und die belebten Boulevards von Tirana. Wer die wahre Seele des albanischen Hinterlands verstehen und die Zeit der osmanischen Herrschaft über den Balkan hautnah erleben will, muss in die Berge fahren. Gjirokastra in Albanien ist eine architektonische Perle, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und dich sofort um mehrere Jahrhunderte zurückversetzt. Die Stadt ist rau, steil und buchstäblich komplett aus grauem Stein gehauen.

Man nennt sie die Stadt der tausend Treppen, und gleich nach der Ankunft verstehst du, warum. Ebene Flächen sucht man hier praktisch vergeblich, jeder Spaziergang bedeutet vorsichtiges Treten über steile, gepflasterte Gassen. Belohnt wirst du dafür mit dem Anblick der ikonischen Dächer aus grob gespaltenem Schiefer, die den Häusern ihren unverwechselbaren, leicht düsteren Charme verleihen. Diese Steinplatten dienten einst als natürliche Klimaanlage und schützten die Bewohner vor den harten Bergwintern.

Auch wenn Albanien in den letzten Jahren einen enormen Tourismus-Boom erlebt, bewahrt sich die Altstadt von Gjirokastra noch immer ihre authentische Bergatmosphäre. In den familiären Pensionen herrscht weiterhin der alte Kodex der Gastfreundschaft, und der Tag wird hier nicht in Stunden gemessen, sondern in den getrunkenen Tassen starken türkischen Kaffees. Mach dich auf, um die majestätische Burg, die verwinkelten Gassen des alten Basars und eine faszinierende Geschichte zu entdecken – von osmanischen Paschas bis hin zu geheimen unterirdischen Bunkern aus dem Kalten Krieg.

Zusammenfassung

  • Wahrzeichen der Stadt: Die riesige Burg Kalaja bietet nicht nur atemberaubende Ausblicke, sondern auch das Wrack eines amerikanischen Flugzeugs und düstere Gefängniszellen.
  • Historische Häuser: Besuche die befestigten osmanischen Häuser Skenduli und Zekate mit ihren wunderschön geschnitzten Decken und gut erhaltenen Innenräumen.
  • Kalter Krieg: Ein frostiges Erlebnis erwartet dich im Cold War Tunnel, einem riesigen Atomschutzbunker, der direkt in den Fels unter der Burg gesprengt wurde.
  • Alter Basar: Das Herz der Stadt mit gepflasterten Gassen, Keramikläden und traditionellen Cafés.
  • Lokale Küche: Probier unbedingt Qifqi (gebratene Reisbällchen), die fleischlose Spezialität der Region.
  • Praktische Infos: Der albanische Lek ist aktuell sehr stark (100 ALL ≈ 1 EUR), und an den meisten Orten wird noch ausschließlich in bar bezahlt.
  • Wetter und Schuhe: Im Sommer heizt sich die Steinstadt stark auf, vergiss also festes Schuhwerk nicht – Flip-Flops auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster kann ich wirklich nicht empfehlen.

Wann nach Gjirokastra reisen: Das Wetter im Überblick

Die Wahl der richtigen Jahreszeit ist für einen Besuch der Steinstadt absolut entscheidend. Die beste Reisezeit sind eindeutig die Frühlingsmonate (April bis Juni) oder der Herbst (September und Oktober). Die Temperaturen liegen in dieser Zeit bei angenehmen 20 bis 25 Grad, ideal also zum Erkunden der steilen Gassen. Das Wetter in Gjirokastra zeigt sich dann von seiner besten Seite: Im Frühling blüht die Natur im Tal des Flusses Drino prächtig auf, und der Herbst lockt mit den atemberaubenden Farben der umliegenden Wälder.

Entscheidest du dich für die Hauptsaison im Juli oder August, musst du dich auf wirklich extreme Hitze einstellen. Der graue Stein, aus dem die ganze Stadt gebaut ist, saugt tagsüber die Sonnenstrahlen auf und wirkt wie ein riesiger Heizkörper. Die Temperaturen klettern regelmäßig über 35 Grad, und schon der Aufstieg zur Burg wird zur sportlichen Herausforderung. Im Sommer empfehle ich deshalb, die Besichtigungen auf die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag zu legen.

Was die Aufenthaltsdauer angeht, verdient Gjirokastra mindestens einen ganzen Tag und eine Nacht. Über Nacht zu bleiben ist enorm wichtig, denn tagsüber ist das Zentrum voller Touristen aus Tagesausflügen. Sobald die Sonne untergeht, fahren die Massen aus den Reisebussen ans Meer, und in den Gassen leuchten die gelben Laternen auf. Genau dann bekommt die Stadt ihre magische, ruhige Atmosphäre, die du am besten bei einem Glas lokalem Wein auf der Terrasse genießt.

Wo du in Gjirokastra übernachten kannst

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Bei der Unterkunftssuche solltest du moderne Hotels in den neuen Vororten unbedingt meiden und dir lieber eine traditionelle Familienpension direkt in der Altstadt suchen. Die schönsten Unterkünfte liegen an den steilen Hängen oberhalb des alten Basars, vor allem entlang der Straße Rruga Palorto. Der Blick aus dem Fenster auf die Steindächer und das Tal beim Morgenkaffee ist den anfänglichen Aufstieg mit dem Koffer auf jeden Fall wert. Stell dich aber darauf ein, dass du dein Auto oft auf einem öffentlichen Parkplatz unten am Hang abstellen musst.

Ein absolutes Juwel für Geschichtsliebhaber ist das Hotel Kalemi 2, ein behutsam renoviertes, denkmalgeschütztes osmanisches Haus. Es bietet wunderschöne geschnitzte Holzdecken und eine geräumige Terrasse mit Panoramablick direkt auf die Burg. Wenn du kleinere Familienbetriebe mit unglaublich herzlicher Atmosphäre bevorzugst, schau dir unbedingt das Ahmetaj Guest House an. Reisende loben hier besonders den ruhigen Garten und die geradezu gigantischen hausgemachten Frühstücke.

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  • Hotel Kalemi 2 – Renoviertes osmanisches Denkmalhaus mit handgeschnitzten Decken und Terrasse mit Burgpanorama.
  • Hotel Kalemi – Traditionelles osmanisches Haus im historischen Kern, familiäres B&B mit grandiosem Blick über die Stadt.
  • Ahmetaj Guest House – Bewertung 9,8: Garten, geräumige Terrasse und ein üppiges hausgemachtes Frühstück im Herzen der Altstadt.
  • Babameto House – Eines der prächtigsten traditionellen Häuser, nur 300 Meter vom Alten Basar entfernt.
  • Kotoni B&B – Familienpension in einem traditionellen Steinhaus, nur einen Steinwurf von Basar und Burg entfernt.
  • Kore Guest House – Historisches Haus mit Terrasse, Talblick und durchgehend besetzter Rezeption.

Eine weitere großartige Wahl ist das historische Babameto House, das zu den prächtigsten Häusern aus dem 19. Jahrhundert gehört und nur etwa 300 Meter vom Hauptbasar entfernt liegt. So bekommst du ein authentisches Wohnerlebnis in einer sogenannten Kulla, musst aber nicht allzu hoch den Hügel hinaufsteigen. Wunderschöne Ausblicke ins Tal bietet auch das beliebte Kore Guest House, wo du am Abend auf der Terrasse sitzen und die Atmosphäre vergangener Zeiten genießen kannst. In den Sommermonaten sind diese traditionellen Häuser schnell ausgebucht, kümmere dich also rechtzeitig um deine Unterkunft.

Gjirokastra Sehenswürdigkeiten: 8 Tipps, was du sehen und erleben solltest

Im Folgenden habe ich für dich acht konkrete Tipps für Orte und Erlebnisse zusammengestellt, die du bei einem Besuch dieses steinernen Wunderwerks auf keinen Fall verpassen solltest. Ich verrate dir auch, worauf du achten musst und wie viel Geld du einplanen solltest.

1. Die Burg von Gjirokastra (Kalaja) und das T-33-Flugzeug

Das markanteste Wahrzeichen der ganzen Stadt ist die riesige, leicht düster wirkende Burg, die sich auf dem Bergkamm direkt über der Altstadt erstreckt. Sie zählt zu den größten Festungen auf dem gesamten Balkan, und für die Besichtigung der Burg von Gjirokastra solltest du mindestens zwei Stunden einplanen. Der Eintritt liegt bei etwa 200 bis 400 ALL (rund 2 bis 4 Euro), wobei sich die Preise in Albanien häufig ändern – prüf den genauen Betrag also am Tor und halte Bargeld bereit. Das Areal ist ganzjährig geöffnet, im Sommer bis 19:00 Uhr.

Gleich am Eingang überrascht dich eine lange, spärlich beleuchtete Galerie voller alter italienischer und deutscher Geschütze aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Burgkomplex birgt aber noch viel mehr, darunter ein Waffenmuseum und eiskalte kommunistische Gefängniszellen, die bis 1968 ihrem Zweck dienten. Der Gang durch diese feuchten, kalten Korridore hinterlässt garantiert einen starken Eindruck und erinnert an die komplizierte albanische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Auf dem grasbewachsenen Innenhof ruht dann das bizarrste Exponat der ganzen Burg: das Wrack eines amerikanischen Militärflugzeugs vom Typ Lockheed T-33. Eine lokale Legende erzählt die Geschichte eines abgeschossenen CIA-Spionageflugzeugs, das das kommunistische Regime einst stolz als Beweis seines Sieges über den westlichen Imperialismus ausstellte. Die Realität ist vermutlich prosaischer: Es war wohl ein Flugzeug, das hier wegen technischer Probleme notlanden musste – doch die Spionagegeschichte ist für Touristen natürlich viel reizvoller.

💡 Tipp für Fotografen: Am äußersten Ende der Mauern steht ein wunderschöner Uhrturm, den Ali Pascha von Tepelena hier errichten ließ. Die Ausblicke von dort auf die Schieferdächer unter dir und das grüne Drino-Tal in der Ferne sind absolut atemberaubend – besonders im späten Nachmittagslicht.

2. Der Alte Basar (Pazari i Vjetër) und die Altstadt

Das Herz der Altstadt ist der Alte Basar, der vor Kurzem aufwendig und sehr behutsam restauriert wurde. So entstand eine schöne, gepflasterte Zone voller Läden mit handgewebten Teppichen, traditioneller Keramik und kleinen Cafés. Es ist der ideale Ort zum Souvenirkauf, auch wenn die traditionellen Handwerker langsam von Verkäufern uniformer Magnete abgelöst werden. Trotzdem hat dieser Ort einen unglaublichen Charme, und ein Sitzplatz bei starkem Kaffee direkt auf der Straße gehört zu einem Albanien-Besuch einfach dazu.

Die ganze Stadt ist in einen steilen Hang gebaut, stell dich also darauf ein, dass du hier wirklich keine ebene Strecke erlebst. Festes Schuhwerk ist absolute Pflicht, das abgewetzte Kopfsteinpflaster kann tückisch sein – selbst bei Trockenheit, geschweige denn nach Regen. Lass die Karte stecken und folge einfach deinem Instinkt. Jede Gasse führt dich früher oder später zu einem interessanten architektonischen Detail oder einem Aussichtspunkt auf die umliegenden Berge.

Wenn du den authentischsten Teil der Stadt suchst, geh westlich vom Basar entlang der Straße Rruga Palorto. Genau hier findest du die schönsten und am besten erhaltenen osmanischen Häuser, von denen viele noch ganz normal bewohnt sind. Die Kommerzialisierung ist hier noch nicht vollständig angekommen, und du kannst in aller Ruhe die Einheimischen bei ihren alltäglichen Tätigkeiten beobachten.

3. Skenduli House und das majestätische Zekate House

Reiche osmanische Kaufleute bauten sich im 18. und 19. Jahrhundert sogenannte Kullë – befestigte Turmhäuser, die die Familie sowohl vor Feinden als auch vor der allgegenwärtigen Blutrache schützen sollten. Heute sind einige davon der Öffentlichkeit zugänglich, und ihr Besuch ist wie eine Reise mit der Zeitmaschine. Gegen eine kleine Gebühr von rund 200 ALL lassen dich die Besitzer hinein und führen dich oft selbst durch ihre Familiensitze.

Wohl am bekanntesten ist das prächtige Skenduli House, das mit unglaublichen über 40 Räumen aufwartet. Das Haus ist nahezu im Originalzustand erhalten, du siehst hier mehrere Kamine, ein originales Hamam und getrennte Bereiche für Männer und Frauen. Das Familienmitglied, das dich durch das Haus führt, erklärt dir begeistert die Funktionsweise der alten osmanischen Wohnordnung und zeigt dir sogar die geheimen Sicherheitsvorrichtungen des Gebäudes.

Noch grandioser ist das Zekate House, das aus dem Jahr 1812 stammt und mit seinen zwei Türmen den ganzen Hang dominiert. Dieses Haus bietet die schönsten bemalten Säle mit atemberaubend geschnitzten Decken, den sogenannten Mafil. Wenn du Architektur und Geschichte liebst, sollte der Besuch dieser beiden Häuser auf deinem Reiseplan direkt nach der Hauptburg stehen.

lukas a lucka
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4. Der Tunnel des Kalten Krieges (Cold War Tunnel)

Wenn dich die jüngere und düstere Geschichte Albaniens interessiert, solltest du die Besichtigung des Cold War Tunnel keinesfalls auslassen. Dieser gigantische Atomschutzbunker mit fast 60 Räumen wurde direkt in den festen Fels tief unter der Burg gesprengt. Der damalige Diktator ließ ihn für den Fall eines Atomangriffs bauen, und heute dient er als frostiges und sehr greifbares Zeugnis der Paranoia des kommunistischen Regimes. Den Eingang findest du unscheinbar versteckt neben dem Rathaus am Platz Çerçiz Topulli.

Der Eintritt kostet 200 ALL und wird ausschließlich in bar bezahlt. Hinein kommst du nur in Begleitung eines Guides, die Führungen starten meist zur vollen Stunde und dauern etwa 20 bis 30 Minuten. Du durchläufst ein Labyrinth von insgesamt 800 Metern Länge, siehst alte Generatoren, Dekontaminationsräume und Sitzungssäle für die damalige Parteispitze, die hier das Ende der Welt überleben sollte.

💡 Tipp zur Kleidung: Auch wenn du draußen bei dreißig Grad schmorst, nimm in den Tunnel unbedingt eine leichte Jacke oder einen Pullover mit. Die Temperatur im Untergrund liegt ganzjährig bei stabilen 15 Grad, und nach etwa zehn Minuten Besichtigung wird dir ohne weitere Schicht ziemlich kalt.

5. Das Ethnografische Museum und berühmte Söhne der Stadt

Gjirokastra hatte im 20. Jahrhundert ein besonderes Privileg: Hier wurden nämlich die zwei berühmtesten Albaner der Moderne geboren. Der erste war der hervorragende Schriftsteller und mehrfache Nobelpreiskandidat Ismail Kadare. Der zweite war leider der kommunistische Diktator Enver Hoxha. Gerade die Tatsache, dass es Hoxhas Geburtsstadt war, rettete Gjirokastra paradoxerweise vor dem Abriss, denn die Kommunisten erklärten sie zur Museumsstadt und konservierten ihren alten Charakter.

Heute steht an der Stelle des ursprünglichen Diktatorenhauses das interessante Ethnografische Museum. Eine häufige Ungenauigkeit muss man allerdings richtigstellen: Das ursprüngliche Haus brannte ab, und das heutige Gebäude wurde zwischen 1964 und 1966 als perfektes Modell eines reichen Gjirokastra-Sitzes aus dem 19. Jahrhundert errichtet. Drinnen findest du also keine persönlichen Gegenstände des Diktators, wie viele Touristen meinen, sondern eine faszinierende Sammlung traditioneller Kleidung, Möbel und Handwerksgeräte.

Der Eintritt ins Museum liegt erneut bei etwa 200 ALL, und die Führung mit Erklärungen zeigt dir wunderbar, wie man in diesen riesigen Steinhäusern vor hundert Jahren tatsächlich lebte. Du siehst schöne Beispiele lokaler Trachten und verstehst, wie raffiniert die damaligen Bewohner Heizung und Wasserversorgung gelöst hatten.

6. Qifqi probieren und die lokale vegetarische Küche genießen

Die albanische Küche ist generell hervorragend, doch Gjirokastra hat seine eigenen Besonderheiten, die du anderswo im Land so schnell nicht findest. Die absolute Signature-Spezialität der Stadt sind Qifqi, kleine, goldbraun gebratene Reisbällchen, die mit Ei gebunden und reichlich mit frischer Minze und Pfeffer gewürzt sind. Probier sie unbedingt – es ist außerdem eine tolle Nachricht für alle, die nach vegetarischer Kost suchen.

Ein weiteres großartiges fleischloses Gericht ist die deftige Fërgesë, eine überbackene Mischung aus Paprika und Tomaten mit hausgemachtem Quark namens Gjizë. Dazu probierst du Plaki, also langsam geschmorte weiße Bohnen in Tomatensauce, oder eine Gemüse-Moussaka. Für einen schnellen Snack zwischendurch bekommst du an jeder Ecke einen ausgezeichneten Byrek, gefüllt mit Käse oder Spinat. Die lokale Spezialität für Fleischliebhaber ist Tave Kosi, traditionell gebackenes Lamm in Joghurt.

Wo isst man im Zentrum also gut? Reisende empfehlen sehr das Taverna Kuka, das nur einen Steinwurf von der Moschee entfernt liegt und mit gelobten Qifqi sowie einem schönen Ausblick punktet. Ausgezeichnet ist auch das Taverna Tradicionale Kardhashi, das sich direkt auf die Reisbällchen spezialisiert hat. Wenn du einen tollen Byrek und weitere Gemüseoptionen suchst, probier das Restaurant Odaja. Für guten Kaffee und ein ruhiges Plätzchen geh ins Café Te Kubé, das auch als kleine Buchhandlung dient.

7. Das Blaue Auge (Syri i Kaltër) auf dem Weg zum Meer

Wenn du genug von Geschichte und Steingassen hast, mach dich auf, um die Naturschönheiten der Umgebung zu entdecken. Der bekannteste und meistbesuchte Ausflug von Gjirokastra ist die Quelle Blaues Auge (Blue Eye). Sie liegt knapp 30 Kilometer südlich der Stadt und ist ein beliebter Stopp auf dem Weg zum Meer. Diese faszinierende Karstquelle entspringt aus enormer Tiefe und bildet einen magischen Teich mit unglaublich türkisfarbenem, kristallklarem Wasser.

Das Wasser ist hier das ganze Jahr über eiskalt und erreicht maximal 10 Grad, das Baden ist also nur etwas für wirklich Abgehärtete. Rund um die Quelle führt ein angenehmer, bewaldeter Pfad, und die ganze Gegend wirkt wie eine grüne Oase. Den Ausflug kannst du leicht selbst mit dem Auto organisieren oder eine der geführten Touren nutzen, die du über die Plattform GetYourGuide suchen und buchen kannst.

In der Sommersaison bilden sich hier leider riesige Touristenmassen, ich empfehle dir deshalb, gleich früh am Morgen aufzubrechen, sobald das Areal öffnet. So hast du eine viel größere Chance, die Quelle ohne Dutzende anderer Menschen im Bild zu fotografieren, und umgehst zugleich die Parkprobleme an der Zufahrtsstraße.

8. Antigonea, die Thermalbäder Benjë und die Geschichte von Lazarat

Wenn du die Antike liebst, fahr rund 14 Kilometer aus der Stadt hinaus zum archäologischen Park Antigonea. Diese antike griechische Polis gründete im 3. Jahrhundert v. Chr. König Pyrrhus zu Ehren seiner Frau Antigone. Heute findest du hier zwar überwiegend nur Fundamente von Gebäuden und Mauern, doch der Ort selbst auf dem Hochplateau bietet absolut fantastische und ungestörte Ausblicke ins Drino-Tal. Der Eintritt kostet etwa 200 bis 300 ALL.

Ein weiterer toller Tipp für einen Tagesausflug sind die Thermalbäder Benjë nahe dem Städtchen Përmet, etwa eine Autostunde entfernt. Hier findest du natürliche Steinbecken mit heilkräftigem Wasser von konstanten 29 bis 30 Grad, die direkt unter einer wunderschönen osmanischen Brücke am Fluss Lengarica liegen. Ein großartiger Ort, um nach dem anstrengenden Erkunden der Sehenswürdigkeiten zu entspannen.

Unterwegs durchs Tal hörst du die Einheimischen vielleicht eine interessante Geschichte über das Dorf Lazarat erzählen, das nur 4 Kilometer von Gjirokastra entfernt liegt. Es war noch vor zehn Jahren die berüchtigte Cannabis-Metropole Europas und praktisch ein Staat im Staate. Im Juni 2014 fand hier eine gewaltige Polizeirazzia unter Beteiligung von Spezialeinheiten statt, die dieses Geschäft endgültig zerschlug. Heute ist es ein ganz normales, ruhiges Dörfchen, doch seine wilde jüngere Geschichte gehört untrennbar zu dieser rauen Region.

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Wohin von Gjirokastra aus weiter

Gjirokastra liegt an einem strategischen Punkt im Süden Albaniens und bietet gleich mehrere logische Richtungen, in die du deine Reise fortsetzen kannst. Kommst du aus dem Norden und steuerst den Süden ans Meer an, erwartet dich etwa eineinhalb Stunden Fahrt über Serpentinen, bis sich vor dir die Küste des Ionischen Meeres öffnet. Die Strecke führt dich in den lebhaften Badeort Saranda, von wo aus du weiter Saranda und die Ionische Riviera mit all ihren Buchten erkunden kannst.

Nur ein Stück unterhalb von Saranda liegt dann ein beliebter Strandort, der oft als Ksamil: die Malediven Albaniens bezeichnet wird. Ein idealer Ort, um nach Tagen in den Bergen endlich ins warme Meer zu springen.

Fährst du dagegen vom Meer Richtung Norden, lass dir auf keinen Fall den Besuch der zweiten berühmten osmanischen Stadt entgehen. Die Fahrt von Gjirokastra dauert zwar eine Weile, aber Berat: die Stadt der tausend Fenster bietet mit ihren weißen Fassaden eine völlig andere und viel sanftere Atmosphäre, die du mit eigenen Augen sehen musst.

Wenn du zurück zum Flughafen willst, denk daran, dass es noch keine durchgehende Autobahn quer durchs Land gibt. Die Fahrt in die Hauptstadt über die aktuellen Straßen dauert ziemlich lange. Rechne mit etwa 4,5 bis 6 Stunden Fahrt und plane genügend Puffer ein, bevor du dich aufmachst, Tirana und seine Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Weitere Inspiration für deine Reise findest du in unserem großen Guide Was man in Albanien sehen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Bezahlt man in Gjirokastra mit Euro oder Lek?

Albaniens Währung ist der Lek (ALL), der in den letzten Jahren deutlich an Wert gewonnen hat und derzeit bei etwa 100 ALL für 1 EUR liegt. Die meisten Restaurants und Unterkünfte akzeptieren Euro problemlos, aber Eintrittsgelder für Sehenswürdigkeiten und kleinere Einkäufe auf dem Markt müssen in Lek bezahlt werden. Auf Karten solltet ihr euch definitiv nicht verlassen, Bargeld ist hier immer noch König.

Wie lange dauert die Fahrt von Tirana?

Lassen Sie sich nicht von der Karte oder Versprechungen über schnelle Verbindungen täuschen – eine vollwertige Autobahn, die die Hauptstadt mit Gjirokastra verbindet, existiert bislang nicht. Die Straßen sind zwar meistens in gutem Zustand, aber der Verkehr kann dicht sein. Rechnen Sie mindestens mit 4,5 bis 6 Stunden reiner Fahrtzeit, wenn Sie mit dem eigenen oder einem Mietwagen unterwegs sind.

Kann ich die Stadt mit einem Kinderwagen erkunden?

Ehrlich gesagt ist das historische Zentrum von Gjirokastra mit einem klassischen Kinderwagen ein absoluter Albtraum. Steile Hügel und extrem holpriges Kopfsteinpflaster machen die Fortbewegung auf Rädern sehr schwierig bis unmöglich. Für kleinere Kinder solltet ihr unbedingt eine ergonomische Babytrage oder ein Tragetuch mitnehmen.

Wie viel kosten die Eintritte zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wirklich?

Albanien ist immer noch erschwinglich, auch wenn es nicht mehr so günstig wie früher ist. Die Eintrittspreise für die Burg, den Tunnel aus dem Kalten Krieg und historische Häuser wie das Zekate House sind ziemlich einheitlich und liegen meist zwischen 200 und 400 ALL (2 bis 4 Euro). Haltet am besten kleine Scheine bereit, denn bei großen Scheinen gibt es oft Probleme mit dem Wechselgeld.

Ist es sicher, in den Süden Albaniens zu reisen?

Ja, Albanien gehört zu den sehr sicheren europäischen Reisezielen und Gjirokastra ist keine Ausnahme. Die Kriminalität gegenüber Touristen ist hier absolut minimal und die traditionelle albanische Gastfreundschaft garantiert, dass die Einheimischen euch sehr entgegenkommend behandeln werden. Vorsicht ist eher beim etwas wilderen Fahrstil auf den örtlichen Straßen geboten.

Wo kann man in der Stadt am besten parken?

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Was bedeutet dieses verwirrende albanische Kopfnicken?

Besonders im Süden des Landes solltet ihr sehr auf die nonverbale Kommunikation achten. Das Kopfnicken (auf und ab) bedeutet hier traditionell ein ablehnendes NEIN, während das Kopfschütteln von Seite zu Seite JA bedeutet. Bis man sich daran gewöhnt hat, führt das zu vielen komischen Situationen, daher ist es sicherer, die Wörtchen po (ja) und jo (nein) zu verwenden.

Finde ich dort genug vegetarisches Essen?

Auf jeden Fall! Die albanische Küche verwendet eine enorme Menge an Gemüse und lokalen Käsesorten. Direkt in Gjirokastra sind die Reis-Bällchen qifqi eine Spezialität, und im ganzen Land findet man hervorragende Käse- oder Spinat-Byreks, geschmorte Bohnen plaki oder Käse-Fërgesë. Fleischlose Optionen gibt es in jeder traditionellen Taverne reichlich.

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