Wenn du ein Reiseziel suchst, an dem du vormittags durch alte Festungen streifen und nachmittags in malerischen Buchten baden kannst, dann wird dich Bastia auf Korsika und der wilde Norden der Insel völlig begeistern. Kaum steigst du von der Fähre und atmest zum ersten Mal tief durch, nimmst du sofort den unverwechselbaren Duft von wildem Thymian, Rosmarin und sonnenverbrannter Erde wahr. Die Einheimischen nennen diese wilde Vegetation Maquis, und der Legende nach hätte Napoleon Bonaparte seine Heimatinsel allein an diesem einzigartigen Duft mit verbundenen Augen erkannt.
Erwarte hier aber keine geschniegelte französische Riviera mit perfekten Promenaden – Korsika ist eher wild, rau und stolz. Die Straßen winden sich hoch über den Abgründen, und das Meer hat oft eine Farbe, die du sonst nur aus Katalogen über die ferne Karibik kennst. In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam die Hafenstadt Bastia und die raue Halbinsel Cap Corse an, die auf der Karte aussieht wie ein erhobener Finger, der Richtung des italienischen Genua zeigt. Ich verrate dir, welche Orte du nicht verpassen solltest, wo du dich strategisch günstig einquartierst und worauf du bei der Reiseplanung achten musst.
Zusammenfassung für alle, die keine Zeit für den ganzen Artikel haben
- Ohne Auto geht nichts: Der öffentliche Verkehr auf der Insel ist sehr unzuverlässig, ein Auto ist für die Erkundung des Nordens absolut notwendig.
- Meide den August: Im August platzt die Insel aus allen Nähten, die Preise schießen in die Höhe und die Straßen verwandeln sich in Parkplätze.
- Der alte Hafen in Bastia: Der zauberhafteste Teil der Stadt mit hohen, bunten Häusern und vielen tollen Restaurants.
- Rundfahrt um Cap Corse: Ein atemberaubender Roadtrip auf schmalen Sträßchen entlang der Klippen – ich empfehle, gegen den Uhrzeigersinn zu fahren.
- Das Dorf Nonza: Ein dramatisches Felsendorf mit einem ikonischen schwarzen Strand, der aus einem nahen Steinbruch entstanden ist.
- Weinregion Patrimonio: Ein Paradies für Weinliebhaber mit den besten korsischen Rebsorten.
Wann nach Bastia und ans Cap Corse reisen
Die Grundregel für die Reiseplanung ist ganz klar: Lass den August am besten komplett aus. Es ist der Monat, in dem Franzosen wie Italiener die Insel regelrecht stürmen – im Vergleich zum Juli sind hier zwei- bis dreimal so viele Menschen unterwegs. Die Straßen am Cap Corse verwandeln sich in dieser Zeit in undurchdringliche Staus, die Übernachtungspreise klettern in absurde Höhen und die schönsten kleinen Buchten sind hoffnungslos überfüllt. Für einen entspannten Urlaub voller Entdeckungen ist das wirklich nicht die beste Zeit.
Die idealen Monate für einen Besuch sind ganz klar Mai, Juni und September. Im Herbst ist das Meer vom Sommer noch herrlich aufgewärmt, und auf den schmalen Bergsträßchen atmet es sich deutlich leichter und sicherer manövrieren lässt es sich auch. Die Frühlingsmonate wiederum bieten eine wunderschön blühende Natur, und die Insel duftet in dieser Zeit betörend nach den wilden Maquis-Kräutern. Die Temperaturen liegen im Frühling bei angenehmen 20 bis 25 Grad, was sich perfekt zum Wandern und Bummeln durch die Städte eignet – auch wenn das Meerwasser dann noch ein wenig erfrischend sein kann.
Was die Anreise betrifft, bist du auf Korsika ohne Auto völlig aufgeschmissen, denn der öffentliche Verkehr ist hier sehr unzuverlässig und oft gar nicht vorhanden. Die meisten Reisenden kommen daher mit dem eigenen Auto auf einer der großen Fähren von Anbietern wie Corsica Ferries. Die Ticketpreise schwanken stark je nach Saison und Vorlaufzeit. Rechne damit, dass ein Hin- und Rückfahrtticket für zwei Personen mit Auto irgendwo zwischen 250 und 1000 Euro kostet. Die schnellste Verbindung führt vom französischen Nizza direkt nach Bastia und dauert etwa 6 bis 7 Stunden. Von Toulon solltest du mit 8 bis 10 Stunden rechnen, und von Marseille zieht sich die Überfahrt auf lange 11 bis 14 Stunden. Wer aus Deutschland anreist, fliegt am unkompliziertesten mit Eurowings oder Lufthansa nach Nizza und nimmt von dort die Fähre – alternativ gibt es saisonale Direktflüge nach Bastia.

Wo du in Bastia und Umgebung übernachtest
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Bastia auf Korsika ist der perfekte Ausgangspunkt, um den Norden zu erkunden, und ich empfehle dir, hier mindestens zwei oder drei Nächte zu bleiben. Die Stadt ist nicht riesig, hat aber eine wunderbare, leicht abgeblätterte Atmosphäre, die du am besten früh morgens oder spät abends einfängst, wenn die Massen von den Kreuzfahrtschiffen wieder abgereist sind. Die beste Lage für eine Unterkunft ist ganz klar die Gegend rund um den alten Hafen oder in der Nähe des weitläufigen Place Saint-Nicolas, von wo aus du es zu allen Sehenswürdigkeiten nur wenige Schritte hast. Parken im historischen Zentrum ist eine echte Herausforderung, deshalb lohnt sich das große Tiefgaragen-Parkhaus direkt unter dem erwähnten Platz, wo du rund 20 Euro pro Tag bezahlst.
Für ein absolut unvergessliches Erlebnis schau dir das Hôtel Des Gouverneurs an, das direkt in der historischen Zitadelle Terra Nova liegt. Es bietet atemberaubende Meerblicke, einen Innenpool und elegante Zimmer, die dich wie in einem echten Märchen fühlen lassen. Die Preise beginnen hier in der Saison bei rund 180 Euro pro Nacht. Wenn du etwas Preiswerteres direkt im Zentrum suchst, ist das Hôtel Port Toga sehr beliebt. Es hat eine tolle Lage unweit des Fährterminals, moderne Ausstattung und eine sehr angenehme Dachterrasse, auf der du deinen Abenddrink genießen kannst – für rund 110 Euro pro Nacht.
Wenn du der lebhaften Stadt lieber entfliehst und absolute Ruhe suchst, bietet die Halbinsel Cap Corse zauberhafte Unterkünfte in kleinen Fischerdörfern. Eine wunderbare Wahl ist das Hôtel Castel Brando im Dörfchen Erbalunga, das in einem historischen Adelssitz aus dem 19. Jahrhundert untergebracht ist und einen herrlichen schattigen Garten mit Pool hat. Die Buchung einer Unterkunft auf ganz Korsika solltest du mit enormem Vorlauf über Booking erledigen, denn die besten kleinen Hotels und Pensionen sind für die Hauptsaison im Sommer oft schon im Frühjahr hoffnungslos ausverkauft.

11 Tipps: Was du in Bastia und am Cap Corse sehen und erleben solltest
Bastia ist im Vergleich zu anderen korsischen Städten deutlich authentischer, etwas abgeblätterter und rauer. Die engen Gassen duften hier nach Meer, frisch gebackenem Gebäck und einheimischem Käse. Die Halbinsel Cap Corse ist wiederum wie Korsika im Miniaturformat – auf kleinem Raum findest du Berge, Klippen, Wachtürme und versteckte Strände. Lass uns gemeinsam die Orte ansehen, die auf deinem Reiseplan auf keinen Fall fehlen sollten. Aktivitäten und Bootsausflüge kannst du übrigens bequem vorab über die Plattform GetYourGuide buchen.

1. Der Place Saint-Nicolas und ein Kaffee am Morgen
Deine Stadtbesichtigung sollte auf dem riesigen Place Saint-Nicolas beginnen, der das wahre Herz von ganz Bastia bildet. Mit fast 300 Metern Länge zählt dieser Platz zu den größten in ganz Frankreich und ist auf seiner gesamten Länge von hohen Palmen und jahrhundertealten Platanen gesäumt. Sie spenden in den heißen Sommermonaten dringend benötigten Schatten und schaffen eine perfekte Promenade. Genau hierher kommen die Einheimischen, um Zeitung zu lesen, mit den Nachbarn zu plaudern und die riesigen gelben Fähren von Corsica Ferries zu beobachten, die ständig in den nahen Hafen einlaufen.
Setz dich auf eine der vielen gemütlichen Terrassen, bestell dir einen starken Espresso am Morgen und ein frisches, knuspriges Croissant. Die Atmosphäre ist hier herrlich entspannt und niemand hat es unnötig eilig. Auf dem Platz findest du außerdem eine majestätische Statue von Napoleon Bonaparte, dargestellt in einer römischen Toga. Die Einheimischen haben allerdings oft eine recht kühle Beziehung zu ihm, denn seine Geburtsstadt Ajaccio liegt auf der anderen Seite der Insel, und zwischen beiden herrscht eine jahrhundertealte historische Rivalität.
💡 Tipp: Am Nachmittag empfehle ich, den Kaffee gegen das hervorragende lokale Bier Pietra einzutauschen, das aus einer Mischung von Malz und Kastanienmehl gebraut wird. Es hat einen unverwechselbaren, leicht süßlichen und vollen Geschmack. Jeden Sonntagvormittag findet hier zudem ein beliebter Flohmarkt voller Antiquitäten und lokaler Köstlichkeiten statt.

2. Der alte Hafen (Vieux Port)
Vom großen Platz sind es nur ein paar Schritte zum alten Hafen, der zweifellos der fotogenste Teil der ganzen Stadt ist. Die hufeisenförmige Bucht ist voller kleiner hölzerner Fischerboote und modernerer Yachten, die sich sanft auf den Wellen wiegen und eine perfekte mediterrane Kulisse schaffen. Der Hafen ist von allen Seiten dicht umgeben von unglaublich hohen, leicht zerfallenden Häusern mit Fensterläden in Pastellfarben, aus denen dir die echte, unverfälschte korsische Atmosphäre entgegenweht.
Genau an dieser Uferpromenade findest du die besten Restaurants und kleinen traditionellen Cafés, von denen aus du das Treiben am Wasser beobachten kannst. Setz dich hier zum Mittagessen hin und probier die hervorragenden lokalen vegetarischen Spezialitäten. Ein absolutes Muss sind die köstlichen Nudeln, gefüllt mit dem frischen korsischen Käse Brocciu, oder die traditionelle, sättigende Polenta aus Kastanienmehl, die dich garantiert mit Energie für weitere Entdeckungen versorgt. Abends erstrahlt der gesamte Hafen wunderschön im gelben Licht der Laternen und wird zum Zentrum des Nachtlebens, wo in den Bars bis spät in die Nacht etwas los ist.
💡 Tipp: Die Uferpromenade ist zur Mittagszeit oft sehr voll. Verschwinde lieber in den schmalen Gassen direkt hinter der ersten Häuserreihe, wo du kleinere Familienbistros findest, die für die Einheimischen zu deutlich günstigeren Preisen kochen.
3. Die Kirche Johannes des Täufers
Wenn du im alten Hafen stehst und dich umschaust, wird dein Blick garantiert von der monumentalen Kirche Johannes des Täufers (Église Saint-Jean-Baptiste) gefesselt. Ihre zwei auffallend hohen Glockentürme bilden das absolut ikonische Wahrzeichen der ganzen Stadt und tauchen auf wohl jeder Postkarte auf, die du aus Bastia mitnehmen kannst. Es ist die größte Kirche auf ganz Korsika, und ihre majestätische klassizistische Fassade aus dem Ende des 16. Jahrhunderts wirkt vom Meer aus betrachtet wirklich prachtvoll und respekteinflößend.
Ich empfehle dir unbedingt, auch ins Innere zu schauen, denn der Innenraum ist reich verziert im prunkvollen Barockstil, und du findest hier wunderschöne Marmoraltäre, seltene Fresken und eine riesige Orgel. Die Kirche selbst ist in das Gewirr enger Gassen des alten Arbeiterviertels Terra Vecchia eingebettet. In diesem Stadtteil kannst du einfach ohne Karte umherstreifen, versteckte kleine Plätze entdecken und die ruhige Atmosphäre der Altstadt aufsaugen. Über deinem Kopf hängt hier oft frisch gewaschene Wäsche, gespannt zwischen den Fenstern, was die Authentizität des ganzen Ortes nur unterstreicht.
💡 Tipp: Für die besten Fotos der Kirche und des alten Hafens empfehle ich einen Spaziergang kurz vor Sonnenuntergang, wenn die ganze Bucht einen unglaublich goldenen und warmen Schimmer bekommt.

4. Zitadelle Terra Nova und Blicke über die Stadt
Hoch über dem alten Hafen thront stolz die historische Zitadelle Terra Nova, die von den Herrschern aus Genua errichtet wurde – im 14. bis 15. Jahrhundert als ihr Machtzentrum. Nach oben gelangst du am besten bei einem angenehmen Spaziergang durch die terrassenförmigen Romieu-Gärten, die viel Grün, blühende Sträucher und so willkommenen Schatten bieten. Der Aufstieg den Hügel hinauf ist an einem heißen Sommertag zwar etwas anstrengend, aber die fantastischen Panoramablicke über die ganze Stadt und die weite Bucht sind die Mühe absolut wert.
Hinter den mächtigen Steinmauern verbirgt sich ein eigenständiges kleines Städtchen mit engen gepflasterten Gassen und malerischen Pastellhäusern, in denen einst ausschließlich die genuesische Oberschicht lebte. Du findest hier auch den restaurierten Gouverneurspalast, in dem heute ein interessantes Museum untergebracht ist, das die reiche Geschichte Bastias und der ganzen Insel nachzeichnet. Die Atmosphäre in der Zitadelle ist deutlich ruhiger und eleganter als unten im lauten Hafen und sie ist der ideale Ort für einen romantischen Abendspaziergang, wenn die Straßen von den Tagestouristen verlassen sind.
💡 Tipp: In den verwinkelten Gassen der Zitadelle verstecken sich mehrere hervorragende kleine Bistros mit gemütlichen Außenplätzen, in denen sie eine absolut fantastische vegetarische Pizza backen und dazu hervorragenden lokalen Wein aus den nahen Weinbergen am Cap Corse ausschenken.

5. Roadtrip über die Halbinsel Cap Corse
Sobald du alle Winkel von Bastia erkundet hast, ist es Zeit, direkt nach Norden aufzubrechen und die legendäre Halbinsel Cap Corse zu umrunden. Dieser etwa dreißig Kilometer lange und fünfzehn Kilometer breite Landvorsprung bietet eine der schönsten Küstenkulissen in ganz Europa. Die schmale Straße D80 windet sich hier wild hoch über dem Meer, schneidet sich direkt in die steilen Felsen und hinter wirklich jeder Kurve wartet ein neuer, atemberaubender Ausblick auf die tosenden Wellen und die alten Wachtürme.
Der wichtigste Rat für diesen Roadtrip ist eindeutig und solltest du dir unbedingt merken: Fahr immer gegen den Uhrzeigersinn. Das bedeutet, dass du von Bastia entlang der Ostküste Richtung Norden aufbrichst und über die Westküste wieder nach Süden zurückkehrst. So fährst du die ganze Zeit auf der Spur näher am Meer, was dir die bestmöglichen Ausblicke garantiert und das Anhalten an den Panoramaaussichtspunkten an den Klippen viel leichter macht. Die Sträßchen sind hier wirklich extrem schmal, das Vorbeifahren an entgegenkommenden Bussen erfordert starke Nerven und du triffst hier regelmäßig auf frei weidende Kühe oder Ziegen – also lass dir auf jeden Fall Zeit.
💡 Tipp: Plan für die gesamte Rundfahrt mindestens einen ganzen Tag ein. Die reine Fahrtzeit beträgt etwa 3 bis 4 Stunden, aber du wirst ständig anhalten, fotografieren und dich an den malerischen Dörfchen erfreuen wollen.

6. Das Fischerdorf Erbalunga
Der erste größere Halt an der Ostküste der Halbinsel sollte das zauberhafte Fischerdörfchen Erbalunga sein, das nur zehn Kilometer nördlich von Bastia liegt. Der gesamte historische Teil des Dorfes ist strikt für den Autoverkehr gesperrt, also musst du dein Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz an der Hauptstraße abstellen und zu Fuß weitergehen. Die engen Gassen sind mit grobem Stein gepflastert und gesäumt von alten Steinhäusern mit Schieferdächern, die an vielen Stellen so aussehen, als würden sie buchstäblich direkt aus den Meereswellen wachsen.
Auf einer kleinen felsigen Halbinsel ganz am Ende des Dorfes steht die fotogene Ruine eines alten genuesischen Wachturms aus dem 16. Jahrhundert, an dem sich die Meereswellen sehr effektvoll brechen. Ähnliche Türme siehst du an der zerklüfteten Küste Korsikas zu Dutzenden – sie dienten nämlich als sehr durchdachtes Warnsystem vor den verheerenden Überfällen von Piraten. Erbalunga hat eine wunderbar ruhige und inspirierende Atmosphäre und es ist kein Wunder, dass es in der Vergangenheit eine ganze Reihe französischer und korsischer Maler anzog, die hier Inspiration suchten.
💡 Tipp: Auf dem kleinen schattigen Plätzchen direkt am Hafen findest du mehrere tolle Familienrestaurants, wo du dir ein herrliches Dessert aus Kastanienmehl mit perfektem Blick aufs Meer und die schaukelnden Boote gönnen kannst.

7. Die Weinregion Patrimonio
Wenn du die Halbinsel Cap Corse über ihre steile Westseite verlässt, gelangst du in die berühmte, sonnendurchflutete Weinregion Patrimonio. Die grünen Weinberge ziehen sich hier über die sanften Hügel vom Hinterland bis zur Küste und schaffen einen absolut wunderschönen farbigen Kontrast zum tiefblauen Wasser der nahen Bucht von Saint-Florent. Es ist die allererste Region auf ganz Korsika, die bereits 1968 die prestigeträchtige Herkunftsbezeichnung AOC erhielt, was eindeutig von der außergewöhnlichen Qualität und Tradition der hiesigen Weine zeugt.
Ich empfehle dir unbedingt, zumindest kurz in einem der Dutzenden lokalen Familienweingüter für eine geführte Verkostung Halt zu machen. Probier vor allem die Weine aus der traditionellen korsischen Rebsorte Nielluccio, aus der sehr volle Rotweine und hervorragende, erfrischende Roséweine entstehen. Wenn du eher weiße Sorten bevorzugst, wird dich der frische und angenehm mineralische Vermentino begeistern. Die meisten lokalen Winzer sind sehr freundlich, zeigen dir gerne stolz ihre alten Keller und erzählen dir von den Besonderheiten des hiesigen Bodens.
💡 Tipp: Der Weinkauf direkt beim Winzer in Patrimonio ist oft deutlich günstiger als in Supermärkten oder Weinhandlungen in Bastia. Außerdem unterstützt du direkt die lokalen Bauern und nimmst das bestmögliche Souvenir mit nach Hause.

8. Das dramatische Dorf Nonza und der schwarze Strand
An der steilen Westküste des Cap Corse findest du einen Ort, an den du dich für immer erinnern wirst, und das ist das unglaublich dramatische Dörfchen Nonza. Es klebt buchstäblich an einer steilen Felsklippe hoch über dem Meer und sieht aus der Ferne absolut uneinnehmbar aus. Das Wahrzeichen des ganzen Dorfes ist der gut erhaltene alte Turm Tour Paoline aus dem 18. Jahrhundert, zu dem ein kurzer Aufstieg von der Kirche führt und von dem aus sich ein absolut fantastischer und ungestörter Blick über die gesamte Westküste eröffnet.
Tief unter den Klippen des Dorfes erstreckt sich ein riesiger, breiter Strand mit dunkelgrauem bis schwarzem Sand, der einen herrlichen visuellen Kontrast zum türkisfarbenen Meer schafft. Die Farbe des Sandes ist aber überraschenderweise nicht vulkanischen Ursprungs. Sie stammt aus einem alten Asbest-Steinbruch, der einst etwas weiter nördlich in Betrieb war und 1965 endgültig geschlossen wurde. Heute wird das gesamte Gebiet sorgfältig von den Behörden überwacht und das Baden ist hier völlig sicher. Der Strand ist oft leer, denn der Zugang führt über sehr lange und steile Treppen direkt aus dem Dorf.
💡 Tipp: Der Aufstieg vom Strand zurück ins Dorf ist in der Nachmittagssonne ganz schön anstrengend. Vergiss nicht, festes Schuhwerk und genügend Trinkwasser mitzunehmen, denn am Strand findest du überhaupt keinen Schatten und keine Verpflegung.

9. Der Zöllnerpfad (Sentier des Douaniers)
An der nördlichsten Spitze der Halbinsel, unweit des Hafenstädtchens Macinaggio, beginnt der berühmte Zöllnerpfad, auf Französisch Sentier des Douaniers. Diese beliebte Wanderroute folgt exakt der nördlichsten Küste der Insel und führt dich an wilde Orte, an die du mit dem Auto absolut keine Chance hast zu kommen. Der Weg ist herrlich gesäumt von duftenden Maquis-Sträuchern, seltenen geschützten Pflanzen und bietet unglaubliche Ausblicke auf versteckte türkisfarbene Buchten und kleine Inselchen.
Die gesamte Route von Macinaggio bis zum malerischen Fischerdorf Centuri dauert etwa 8 Stunden ordentliches Gehen, aber du kannst auf jeden Fall auch nur ein kürzeres und weniger anspruchsvolles Stück gehen und dann denselben Weg zurückkehren. Der Weg ist zwar nicht extrem fordernd, führt aber überwiegend über steiniges und unebenes Gelände, sodass gute, feste Schuhe für einen sicheren Schritt absolut notwendig sind. Vergiss auch nicht, genügend Trinkwasser und einen Snack für den ganzen Tag mitzunehmen, denn unterwegs stößt du auf absolut keine Geschäfte.
💡 Tipp: Wenn du dich in den heißen Sommermonaten auf die Route begibst, brich wirklich früh am Morgen direkt zum Sonnenaufgang auf. Auf dem Pfad gibt es nämlich praktisch keinen Schatten und die Mittagssonne ist hier an der offenen Küste absolut gnadenlos und gefährlich.

10. Aussichtspunkt mit der Windmühle Moulin Mattei
Beim Übergang von der Nordspitze von der Ost- auf die Westseite fährst du über den Bergpass Col de la Serra, wo auf einer Höhe von 365 Metern über dem Meer die wunderschön restaurierte weiße Windmühle Moulin Mattei auf dich wartet. Vom kleinen Parkplatz an der Hauptstraße sind es bis zur Mühle selbst etwa zehn Minuten bequemen Gehens leicht bergauf. Auf dem Weg werden dich sehr wahrscheinlich die neugierigen Blicke frei weidender korsischer Kühe begleiten, die hier oft umherstreifen und nach Futter suchen.
Vom Gipfel bei der Mühle bietet sich einer der allerbesten Panoramablicke über das ganze Cap Corse. Du siehst von hier aus beide Seiten der Halbinsel gleichzeitig – sowohl die dramatischen, steilen Westklippen, die ins Meer abfallen, als auch die etwas sanftere Ostküste. Bei sehr klarem Wetter kannst du am fernen Horizont sogar die Umrisse des italienischen Festlands und der benachbarten Insel Capraia erkennen. Es ist der absolut ideale Ort für eine kurze Erholungspause.
💡 Tipp: Auf dem Gipfel bei der Mühle weht fast immer ein sehr starker Wind, egal wie das Wetter unten am Meer gerade ist. Pack dir auf jeden Fall eine leichte Jacke oder einen Pullover ein, damit dir hier nicht kalt wird.

11. Der versteckte Strand Tamarone
Wenn du nach einem ganzen Tag voller Reisen den perfekten Ort zum Entspannen am Wasser suchst, steuere den wunderschönen und etwas versteckten Strand Tamarone an. Er liegt ein Stück nördlich von Macinaggio, und du erreichst ihn entweder zu Fuß über den Anfangsteil des erwähnten Zöllnerpfads oder mit dem Auto über eine recht staubige und holprige unbefestigte Straße. Gerade wegen dieser etwas schlechteren Erreichbarkeit herrscht hier aber nie ein so unangenehmer Andrang wie an den berühmten Stränden im Süden der Insel rund um Porto-Vecchio.
Der Strand Tamarone hat im Gegensatz zu den meisten Kieselstränden im Norden feinen, hellen Sand, und das Wasser ist hier herrlich seicht und glasklar. Das macht ihn zum absolut idealen und sicheren Ort auch für Familien mit kleineren Kindern oder für alle, die einfach faul im flachen Wasser liegen möchten. In der Sommerhauptsaison gibt es hier zudem eine kleine hölzerne Strandbar, in der du dir gekühlte Getränke, Kaffee und einfache vegetarische Snacks in Form von Salaten kaufen kannst. Die Bucht ist sehr gut vor starkem Wind geschützt, sodass die Meeresoberfläche hier an den meisten Tagen herrlich ruhig und zum Schwimmen geeignet ist.
Wohin als Nächstes von Bastia aus
Wenn du den Norden erkundet hast, bietet dir Korsika unzählige weitere Möglichkeiten, wohin es als Nächstes gehen kann. Wenn du dich nach Bergen und rauerer Natur sehnst, fahr ins Landesinnere zur Stadt Corte, die von hohen Gipfeln und tiefen Kastanienwäldern umgeben ist. Für eine genauere Planung deiner ganzen Reise lies unbedingt unseren großen Korsika-Reiseführer, in dem du viele weitere nützliche Tipps findest.
Wenn du dich entscheidest, entlang der Westküste Richtung Süden weiterzufahren, stößt du auf die atemberaubenden roten Felsen der Calanques de Piana und erreichst später die Hauptstadt der Insel. Schau dir unseren Artikel darüber an, was du in Ajaccio sehen solltest, wo Napoleon selbst geboren wurde und wo eine deutlich entspanntere, fast französische Café-Atmosphäre herrscht.
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Wie lange dauert es, das Cap Corse zu umfahren?
Allein die Autofahrt entlang der Cap Corse-Route dauert etwa 3 bis 4 Stunden reine Fahrzeit. Ich empfehle jedoch, einen ganzen Tag für diesen Ausflug einzuplanen, damit ihr genügend Zeit für Stopps in den kleinen Dörfern, Fotopausen bei den alten genuesischen Türmen, kurze Wanderungen zu Aussichtspunkten und ein gemütliches Mittagessen irgendwo am Meer mit Blick auf die Klippen habt.
Ist das Autofahren auf Korsika gefährlich?
Das Fahren erfordert volle Konzentration und eine große Portion Geduld, aber es ist nicht ausgesprochen gefährlich, wenn man vorsichtig fährt und es nicht eilig hat. Die Straßen sind oft sehr eng und voller scharfer Kurven, häufig fehlen Leitplanken und es ist völlig normal, auf der Straße frei weidende Kühe, Ziegen oder Wildschweine anzutreffen. Fahren bei Nacht sollte man unbedingt vermeiden.
Was ist typisches Essen im Norden?
Korsische Küche ist sehr deftig und rustikal. Probiert unbedingt alles, was den lokalen Frischkäse Brocciu enthält, ob gefüllte Nudeln, herzhafte Kuchen oder Desserts. Sehr beliebt sind auch deftige Gerichte aus Kastanienmehl, aus dem hervorragende Polenta gemacht wird, und zum Trinken gönnt euch das erfrischende Kastanienbier Pietra.
Gibt es auf Cap Corse Sandstrände?
Die meisten Strände auf der Halbinsel sind eher kiesig oder steinig, was aber ein wunderschön sauberes und glasklares Wasser garantiert, das ideal zum Schnorcheln ist. Einen schönen Sandstrand mit flachem Wasser finden Sie im Norden in der Bucht von Tamarone, oder ein Stück weiter an der Ostküste beim ruhigen Dörfchen Pietracorbara.
Schaffen Kinder den Zöllnersteig?
Ja, kürzere Abschnitte des Zöllnerpfads sind relativ einfach und auch für aktive Familien mit größeren Kindern gut machbar. Die erste Route von Macinaggio zum Strand von Tamarone dauert nur etwa 45 Minuten und führt über eher ebenes Gelände. Mit dem Kinderwagen solltet ihr hier aber auf keinen Fall anreisen, der Weg ist sehr steinig und staubig.
Wie ist das mit dem Parken in Bastia?
Parken direkt im historischen Zentrum und in den engen Gassen ist eine ziemliche Herausforderung, und es gibt nur sehr wenige Plätze für Nicht-Anwohner. Am besten nutzt man die riesige Tiefgarage unter dem Place Saint-Nicolas, die zwar kostenpflichtig ist (etwa 20 Euro pro Tag), aber dafür hat man die Gewissheit, sicher direkt im Zentrum des Geschehens zu parken.
Ist der schwarze Strand in Nonza sicher zum Baden?
Ja, das Baden am schwarzen Strand ist absolut sicher. Der Sand stammt zwar aus einem nahegelegenen Asbestbruch, der 1965 endgültig geschlossen wurde, aber die Behörden testen das Gebiet regelmäßig und sehr streng. Die Qualität des Wassers sowie des Sands selbst erfüllt daher langfristig alle strengsten Gesundheits- und Umweltnormen.
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