Eine Reise zu den Lofoten in Norwegen ist nicht gerade der typische Wochenendtrip, bei dem du einfach den Rucksack ins Flugzeug wirfst und zwei Stunden später irgendwo am Strand Kaffee schlürfst. Du machst dich auf den Weg weit hinter den Polarkreis – in eine der schönsten, aber logistisch auch anspruchsvollsten Destinationen Europas. Wenn du deinen Traumurlaub in Norwegen planst, ahnst du wahrscheinlich schon: Einen Direktflug nach Lofoten gibt es schlichtweg nicht. Dich erwartet mindestens ein ganztägiger Transfer mit einem Umstieg in Oslo, anschließend die Übernahme des Mietwagens und womöglich noch eine mehrstündige Fährfahrt über offenes Meer.
Die norwegische Infrastruktur funktioniert zwar wie das sprichwörtliche Schweizer Uhrwerk, doch du musst die Spielregeln vorab kennen und einen klaren Plan in der Hinterhand haben. Dein wichtigstes Ziel sollte es sein, Wartezeiten zu minimieren und den Stress der Ungewissheit auszuschalten – denn ein verpasster Anschluss im Norden bedeutet oft den Verlust eines ganzen Tages. In diesem Guide schauen wir uns alle Verkehrsmittel im Detail an, vom Flugticket bis zur Parkgebühr an den berühmtesten Aussichtspunkten. Ich verrate dir, welche Flughäfen sich sinnvoll kombinieren lassen, worauf du beim Mietwagen achten solltest und welche Apps dir vor Ort die Nerven retten.

Zusammenfassung
- Die Wahl des Flughafens ist entscheidend: Der Flughafen Evenes (Harstad/Narvik) erspart dir die Fährfahrt, während ein Flug nach Bodø zwingend die Überfahrt übers Meer bedeutet.
- Die Fähren platzen aus allen Nähten: Buche das Fährticket von Bodø nach Moskenes sofort nach dem Flugkauf online – sonst verbringst du Stunden im Hafen.
- Preise Sommer 2026: Für ein Hin- und Rückflugticket zahlst du rund 320 bis 600 €, die Fähre kostet pro Auto 764 bis 1 710 NOK (ca. 65 bis 145 €).
- Mietwagen nicht aufschieben: Fahrzeuge für Juli sind oft schon im Frühjahr ausverkauft – für eine Woche Kleinwagen zahlst du 7 000 bis 11 000 NOK.
- Entfernungen in Stunden messen: Die Hauptstraße E10 ist eng und voller Wohnmobile, die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Saison nur bei 40 bis 50 km/h.
- Parken kostet: Beliebte Spots wie der Haukland-Strand oder der Ausgangspunkt zum Ryten verlangen saftige Tagesgebühren von rund 100 bis 200 NOK.
- Ohne Apps geht nichts: Norwegen ist eine bargeldlose Gesellschaft – lade dir deshalb schon zu Hause Yr.no, EasyPark und die Torghatten-App für den Ticketkauf herunter.

7 Dinge, die du wissen musst

1. Mit dem Flugzeug: Flughafen Evenes vs. Bodø
Alle Flugverbindungen zu den Lofoten in Norwegen führen logischerweise über die Hauptstadt Oslo, wo du in einen Inlandsflug Richtung Norden umsteigst. Von Deutschland aus erreichst du Oslo bequem direkt von München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg mit SAS, Lufthansa oder Norwegian. Gerade die Wahl des Zielflughafens beeinflusst den Rest deines Reisetages und dein gesamtes Budget ganz entscheidend. Flüge kosten in der Sommersaison 2026 rund 320 bis 600 € pro Person, je nachdem, wie früh du buchst. Du hast zwei realistische Hauptoptionen, die jeweils ein völlig anderes Reiseerlebnis bieten.
Die erste Variante ist der Flughafen Evenes, den du unter dem Kürzel EVE und dem offiziellen Namen Harstad/Narvik findest. Dieser Flughafen liegt direkt auf dem Festland, was ihn zur absolut idealen Wahl für alle Reisenden macht, die das Reisen auf dem Meer nicht ausstehen können oder Zeit sparen wollen. Nach der Landung übernimmst du einfach deinen reservierten Mietwagen und fährst direkt auf die berühmte Straße E10. Kein kompliziertes Warten im Hafen, kein Stress darüber, ob du noch auf die Fähre passt. Nach Svolvær, dem inoffiziellen Tor zu den Lofoten, fährst du in 2,5 Stunden entspannter Fahrt durch eine wahrhaft atemberaubende nordische Landschaft.
Die zweite, sehr beliebte Möglichkeit ist der Flughafen Bodø mit dem Kürzel BOO – die klassische und meistbefahrene Route. Der Flug von Oslo ist hier ein kleines Stück kürzer, doch in Bodø endet deine Reise durch die Luft endgültig und du musst zum örtlichen Hafen wechseln. Von dort legt nämlich die riesige Fähre ins Städtchen Moskenes ab, das ganz im Süden der Lofoten liegt. Dieser Transfer bedeutet einen weiteren unvermeidlichen Umstieg, eine ziemlich lange Wartezeit im Terminal und rund 3,5 Stunden Überfahrt auf offenem Meer. Weht obendrein ein starker Wind, werden die hohen Wellen für empfindliche Mägen zur echten Herausforderung.
💡 Tipp: Entscheidest du dich für den Flughafen Evenes, ersparst du dir jede Menge Sorgen bei schlechtem Wetter. Auto und Festlandstraße lassen sich durch starken Wind nicht so leicht stoppen, während die Fähren aus Bodø bei größeren Stürmen gar nicht erst ablegen.

2. Fähre Bodø–Moskenes: Schritt für Schritt
Wenn deine Wahl auf den Flughafen Bodø gefallen ist, wird die Fähre zum unvermeidlichen Teil deines Norwegen-Abenteuers. Diese Seeverbindung betreibt die Gesellschaft Torghatten, und in den Sommermonaten verkehren auf der Strecke bis zu 9 Verbindungen täglich. Der Preis für einen normalen PKW samt Insassen liegt 2026 in einer breiten Spanne zwischen 764 und 1 710 NOK, was umgerechnet etwa 65 bis 145 € pro Richtung entspricht. Der genaue Betrag hängt von der jeweiligen Abfahrtszeit und dem Fahrzeugtyp ab.
Hier endet allerdings der Spaß und es beginnt die harte Realität des überfüllten Lofoten-Sommers, auf die viele Touristen überhaupt nicht vorbereitet sind. Genau 50 Prozent der Gesamtkapazität des Schiffes lassen sich online vorab reservieren, während der Rest der Plätze nach dem kompromisslosen Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ funktioniert. Diese Reservierung solltest du auf der offiziellen Website sofort nach dem Flugkauf vornehmen, denn die Plätze sind in unglaublichem Tempo weg. Auch mit vorab bezahltem Ticket musst du mindestens 45 Minuten vor Abfahrt am Pier sein, damit dich die Hafenmitarbeiter rechtzeitig in die richtige reservierte Spur einweisen können.
Wenn du die Reservierung nicht schaffst oder sozusagen „auf gut Glück“ ohne Ticket fährst, rechne mit sehr langen Wartezeiten. Im Juli füllen sich die endlosen Schlangen schon in der Nacht zuvor, und es ist völlig normal, dass du weder auf die erste noch auf die zweite Fähre passt. Das Warten zieht sich dann leicht auf weitere zwei bis drei Stunden hin – nach einem ganztägigen Flug aus Deutschland eine wirklich erschöpfende Erfahrung. Diese Regel gilt auch für andere beliebte Strecken, etwa die Fähre von der Insel Senja auf der Route Gryllefjord–Andenes.
Was aber tun, wenn du nicht auf die Fähre passt und die Zeit im Hafen totschlagen musst? Das Terminal in Bodø verfügt glücklicherweise über einen recht großen, beheizten Wartesaal mit Toiletten und einem Automaten für heißen Kaffee. Direkt neben dem Terminal findest du eine lange Promenade am Wasser, die sich bei schönem Wetter perfekt zum Beinevertreten nach dem Flug eignet. In fünf Gehminuten erreichst du außerdem den großen Supermarkt Coop Extra und das sympathische Café Kafe Kafka, wo du die schlimmsten Wartezeiten problemlos überbrückst. Vom Parkplatz des Terminals fährt zudem ein kostenloser Bus direkt ins Stadtzentrum – die Fahrt dauert nur drei Minuten.
💡 Tipp: Verpasst du die Fähre endgültig wegen Sturm oder eines technischen Defekts, erstattet Torghatten in der Regel bereitwillig das verfallene Ticket oder bucht dich automatisch auf die nächste verfügbare Verbindung um. Bewahre deshalb immer die SMS-Bestätigung deiner Reservierung sorgfältig auf.

3. Mietwagen auf den Lofoten
Ohne eigenes oder gemietetes Auto kommst du auf den Inseln nur sehr schwer voran und beraubst dich einer riesigen Portion Freiheit. Öffentliche Busverbindungen existieren hier zwar offiziell, doch ihre Taktung ist für ein aktives Entdecken der Inseln praktisch unbrauchbar und sehr einschränkend. Reserviere deinen Wagen deshalb am besten zwei bis drei Monate im Voraus, um auf der sicheren Seite zu sein. Im Juli schießen die Preise nämlich regelrecht in den Himmel und die meisten lokalen Vermietungen melden komplett ausgebucht.
Für einen Kleinwagen, der auf den Lofoten womöglich vollelektrisch oder ein Diesel ist, zahlst du 2026 rund 7 000 bis 11 000 NOK pro Woche. Sehnst du dich nach einem größeren, geräumigeren SUV, halte einen Betrag zwischen 11 000 und 17 000 NOK bereit. Brauchst du aber wirklich ein teures SUV mit Allradantrieb? Die Antwort ist eindeutig: Im Sommer brauchst du es definitiv nicht. Alle Hauptverbindungen und Abzweigungen zu den touristischen Zielen haben sehr guten, gepflegten Asphalt.
Ein klassischer Kombi oder ein normaler Mittelklasse-Hatchback reicht völlig, in den du ohne die geringsten Probleme alle Koffer, Rucksäcke und eventuelles Campingequipment bekommst. Wichtig ist, eher auf eine umfassende Versicherung mit Selbstbeteiligung von null zu achten, denn Steinschlagkratzer oder abgefahrene Spiegel auf den engen Straßen sind nichts Außergewöhnliches. Reist du mit Familie, denk daran, dass für kleine Kinder in Norwegen ein Kindersitz strikt vorgeschrieben ist und die Kontrollen streng ausfallen.
Entweder mietest du den Kindersitz gegen saftigen Aufpreis direkt mit dem Auto – was ich nicht empfehle, weil sie oft schmutzig und von zweifelhafter Qualität sind – oder du bringst lieber deinen eigenen von zu Hause mit. Die meisten klassischen Airlines checken einen Kindersitz bereitwillig kostenlos zusätzlich zu deinem normalen Gepäck ein. Besorg dir dafür aber unbedingt eine wirklich feste, gepolsterte Transporttasche, damit er die raue Behandlung des Flughafenpersonals bei den Umstiegen unbeschadet übersteht.
💡 Tipp: Mietwagen haben schon ab Werk einen speziellen Maut-Chip montiert und das Kennzeichen ist fest an den Vertrag deiner Vermietung gebunden. Die Maut für die neuen Tunnel rechnet die Vermietung einfach und ungefragt von deiner Kreditkarte ab – meist vier bis sechs Wochen nach Ende des gesamten Mietzeitraums.

4. Die Realität der Straße E10: Brücken, Tunnel und Staus
Das Rückgrat der gesamten Lofoten bildet die ikonische Straße E10, die sich durch eine atemberaubende Landschaft windet und die einzelnen Inseln mit einem Geflecht aus Brücken und tiefen Unterseetunneln verbindet. Sie führt vom Norden bis in den fernen Süden und gehört zu den absolut schönsten Straßen der Welt – was allerdings auch seine Tücken hat. Im Juli zählt sie nämlich auch zu den verstopftesten und langsamsten Straßen ganz Skandinaviens. Die Inseln besuchen über eine Million begeisterte Touristen jährlich, während hier nur fünfundzwanzigtausend feste Einheimische leben.
Die Straße E10 ist auf einen solch extremen Ansturm an Blechlawinen schlicht nicht ausgelegt und kommt an vielen Stellen an ihre Grenzen. Sie ist recht eng, voller unübersichtlicher Sackgassenkurven, und in der Saison schieben sich Kolonnen sehr langsamer Wohnmobile über sie hinweg. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit liegt deshalb üblicherweise nur bei 40 bis 50 km/h, was du bei der Tourplanung fest einkalkulieren musst. Entfernungen auf der Karte solltest du hier nie in gefahrenen Kilometern messen, sondern ausschließlich in realen Stunden hinter dem Steuer.
Wohnmobile besetzen in der Sommersaison kompromisslos jede denkbare Bucht, jeden Rastplatz und breiteren Seitenstreifen, was das reibungslose Ausweichen entgegenkommender Fahrzeuge deutlich erschwert. Wappne dich deshalb mit einer riesigen Portion Geduld und plane die Fahrten zwischen den Städten mit großzügigem Zeitpuffer. Staus sind ein völlig normales Phänomen, vor allem auf den engen Straßen rund um die beliebtesten Orte und Aussichtspunkte. Eine gewöhnliche Strecke von fünfzig Kilometern frisst im Sommerverkehr locker anderthalb Stunden reine Fahrzeit.
💡 Tipp: Pass in den langen Unterseetunneln besonders gut auf, wo sich Licht und Dunkelheit sehr abrupt abwechseln und die Straße steil abfällt. Vergiss nicht, die Sonnenbrille abzunehmen, und halte sicheren Abstand zu den Autos vor dir, denn Wohnmobile bremsen hier oft unerwartet.

5. Parken und strenge Regeln
Norwegen ist heute eine nahezu hundertprozentig bargeldlose Gesellschaft, was sich auch beim Bezahlen fürs Parken in der Natur voll zeigt. Dass du gerade mitten in einer wilden, ungezähmten Landschaft mit dem Auto stehst, bedeutet längst nicht mehr, dass du es dort einfach kostenlos abstellen darfst. Touristisch stark frequentierte Orte mussten in den letzten Jahren recht harte Gebühren einführen, um die untragbaren Besuchermassen irgendwie zu regulieren. Dieses Geld fließt dann in die Instandhaltung von Toiletten, Wegen und die Müllentsorgung in abgelegenen Gebieten.
Die Gebühren unterscheiden sich je nach Standort, aber rechne immer damit, dass sie dein Tagesbudget spürbar belasten. Im beliebten Hafen Reine Outer Harbor zahlst du beispielsweise 35 NOK pro angefangene Stunde. Am beliebten Haukland Beach bewegt sich der Tagestarif zwischen 100 und 200 NOK, je nach Fahrzeugtyp und genauer Parkdauer. Steht der berühmte Aussichtspunkt Ryten vom Parkplatz in Fredvang auf deinem Plan, halte glatte 100 NOK für ein Ganztagesticket bereit.
In manchen Dörfern lassen sich zwar auch kostenlose Plätze finden, doch sie sind rar gesät und blitzschnell weg. In Reine gibt es zwar den kleineren Parkplatz Steffenakken mit zwanzig kostenlosen Plätzen, der im Juli aber schon um sieben Uhr morgens aus allen Nähten platzt. Versuche niemals, wirklich niemals, dadurch zu sparen, dass du das Auto außerhalb der ausgewiesenen, offiziellen Plätze abstellst. Parke nicht in privaten Hauseinfahrten oder so, dass du auch nur mit einem Stück Reifen in die Hauptfahrbahn hineinragst.
💡 Tipp: Die Bußgelder fürs Falschparken sind in ganz Norwegen absolut drakonisch, und die Einheimischen reagieren völlig verständlicherweise allergisch auf Touristen, die ihre Hauszufahrten blockieren. Polizei oder Parkplatzaufseher fahren das Gebiet zudem regelmäßig ab und verteilen gnadenlos hohe Strafzettel hinter den Scheibenwischern.

6. Apps fürs Handy, ohne die es nicht geht
Lade dir noch zu Hause auf der gemütlichen Couch die gesamte nötige digitale Ausstattung aufs Handy und richte sie sorgfältig ein. Vor Ort sparen dir diese cleveren Apps Dutzende Minuten kostbarer Zeit und jede Menge Nerven bei der Suche nach Parkautomaten. Grundlage von allem ist die App Yr.no des norwegischen Meteorologischen Instituts, die ein absolutes Muss ist. Das Wetter ändert sich hier nämlich buchstäblich von Minute zu Minute, und das ist die einzige verlässliche Quelle, die dich vor einem nahenden arktischen Sturm warnt.
Beobachte in der App Yr.no nicht nur den Niederschlag, sondern vor allem die aktuelle Stärke und Richtung des Windes, der sehr tückisch sein kann. Eine hervorragende Ergänzung ist das weltweit bekannte Windy, das ein sehr detailliertes und übersichtliches Radar der Windböen bietet. Diese Infos schätzt du vor allem in dem Moment, in dem du die Autotür öffnest, damit dir eine starke Böe sie nicht plötzlich aus den Angeln reißt. Für die Verwaltung und den schnellen Kauf von Fährtickets installiere unbedingt die offizielle App der Gesellschaft Torghatten.
Das Bezahlen der Parkgebühr erledigst du elegant und schnell mit den beiden gängigsten norwegischen Apps EasyPark und Parka. Diese Systeme funktionieren sowohl auf abgelegenen Schotterparkplätzen unter den Bergen als auch in größeren Städten wie Svolvær oder Leknes. Vergiss nicht, deine Zahlungskarte schon vor dem Abflug zu verknüpfen, damit du dich nicht damit aufhältst, irgendwo im Regen auf dem Parkplatz die Bedingungen zu entziffern. An vielen Orten findest du physische Parkautomaten ohnehin längst nicht mehr.
💡 Tipp: Reist du mit dem eigenen Auto aus Mitteleuropa in den Norden und nutzt keinen Mietwagen, musst du die norwegische Maut selbst regeln. Registriere dir deshalb vorab online ein Konto auf autopass.no und verknüpfe es mit deinem Kennzeichen – so vermeidest du unnötige Rechnungen mit Aufschlag.

7. Plan B: Was tun, wenn der Transport ausfällt
Die Lofoten lehren dich sehr schnell und unsanft echte Reise-Demut, denn die Natur hat hier immer das letzte Wort. Es kann passieren, dass das Flugzeug nach Bodø unangenehme Verspätung hat und du dadurch deine ordentlich reservierte Fähre verpasst. In so einem Moment ist das Wichtigste, vor allem nicht in Panik zu geraten und einen kühlen Kopf zu bewahren, denn ähnliche Situationen lösen hier täglich Hunderte von Touristen. Du fährst einfach in den Hafen und reihst dich brav in die Schlange für Autos ohne Reservierung ein, die sogenannte Non-booked lane.
Wahrscheinlich wartest du zwar die eine oder andere Stunde auf die nächste freie Fähre, aber am Ende kommst du immer auf die Inseln. Halte für solche Fälle im Handgepäck stets genug Essen, warme Kleidung und Wasser für weitere zwölf Stunden ungeplantes Warten bereit. An größeren Terminals gibt es zwar gepflegte Toiletten und beheizte Basis-Wartesäle, doch für jegliche Ablenkung und Komfort musst du selbst sorgen. Ein Buch, eine geladene Powerbank oder heruntergeladene Filme auf dem Tablet sind hier Gold wert.
Werden die Fähren wegen extremen Wetters für einen ganzen Tag komplett gestrichen, kontaktiere sofort deine Unterkunft, also dein reserviertes Rorbu. Die lokalen Besitzer sind an diese unvorhersehbaren Krisensituationen sehr gut gewöhnt und verschieben deine Reservierung oft ohne jegliche Stornogebühr auf die nächsten Tage. Sie wissen nur zu gut, dass du über das aufgewühlte Meer schlicht keine Möglichkeit hast, sicher zu ihnen zu gelangen. Kommunikation ist in diesem Fall der absolute Schlüssel zum Erfolg und zum Erhalt guter Beziehungen.
💡 Tipp: Genau wegen dieser häufigen Fährausfälle ist die Variante mit Ankunft am Festlandflughafen Evenes (EVE) so viel sicherer und zuverlässiger. Deinen Mietwagen und die Festlandstraße kann dir starker Wind nämlich nicht streichen – und du erreichst dein Ziel zwar langsam, aber absolut sicher.
Praktische Zusammenfassung und Richtpreise
Damit wir all diese Informationen und Zahlen übersichtlich ordnen, habe ich für dich eine schnelle Übersicht der Richtpreise für die Sommersaison 2026 vorbereitet. Die Wechselkurse können sich natürlich leicht ändern, aber für eine Vorstellung vom Budget reichen diese Daten allemal.
- Hin- und Rückflug ab Deutschland (über Oslo): 320 bis 600 € je nach Buchungsvorlauf.
- Fähre Bodø–Moskenes (Auto mit Insassen): 764 bis 1 710 NOK (ca. 65 bis 145 €) pro Richtung.
- Kleinwagenmiete für eine Woche: 7 000 bis 11 000 NOK.
- SUV-Miete mit 4×4-Antrieb für eine Woche: 11 000 bis 17 000 NOK.
- Parken an bekannten Spots (Haukland, Ryten): 100 bis 200 NOK pro ganzen Tag.
- Stundenparken in Städten und an Häfen: Rund 35 NOK pro angefangene Stunde.
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es oft die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Wie geht es weiter
- Wenn du den Transport schon geregelt hast, schau dir unbedingt unseren großen Lofoten-Guide an, wo du die schönsten Ausflüge und Strände findest.
- Interessiert dich, in welchem Monat die Anreise am besten ist? Lies den Artikel darüber, wann man zu den Lofoten reisen sollte, um die schlimmsten Menschenmassen zu umgehen.
- Für alle, die völlige Freiheit erleben wollen, haben wir einen ausführlichen Lofoten-Roadtrip mit dem Auto samt konkreter Route geschrieben.
- Erwartet dich ein langes Warten auf die Fähre, schau dir an, was die Stadt Bodø selbst zu bieten hat.
- Und schließlich findest du Tipps für die zauberhaftesten roten Häuschen in unserer Übersicht, wo man auf den Lofoten übernachten kann.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die gesamte Reise von Prag zu den Lofoten?
Wenn Sie den Flughafen Evenes wählen, müssen Sie mit einem ganzen Tag rechnen. Morgens fliegen Sie von Prag ab, mittags steigen Sie in Oslo um und nachmittags landen Sie im Norden. Dazu kommen noch etwa 2,5 Stunden Autofahrt nach Svolvær. Im Falle eines Fluges nach Bodø und anschließender Fähre zieht sich die Reise leicht bis in die späten Abendstunden oder bis zum nächsten Tag hin.
Muss ich mein Fährticket wirklich im Voraus reservieren?
In den Sommermonaten ist das eine absolute Notwendigkeit. Das Reservierungssystem gibt nur 50 Prozent der Schiffskapazität frei und diese Plätze sind schon Monate im Voraus unglaublich schnell weg. Wenn ihr ohne Ticket blind im Hafen ankommt, passt ihr mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht auf die erste Verbindung und verbringt lange Stunden mit Warten auf das nächste Schiff.
Kann man auf den Inseln ohne Mietwagen zurechtkommen?
Theoretisch ist das möglich, aber in der Praxis rate ich definitiv davon ab. Der Busverkehr funktioniert hier zwar, aber die Verbindungen fahren nicht besonders häufig und am Wochenende ist der Betrieb noch eingeschränkter. Außerdem kommt ihr ohne Auto nicht zu den abgelegenen Stränden und zu den Ausgangspunkten der Wanderwege, die abseits der Hauptstraßen liegen.
Brauche ich in Norwegen Bargeld dabei?
Überhaupt nicht, Norwegen ist heutzutage ein nahezu vollständig bargeldloses Land. Absolut überall, von kleinen Kaffeeständen über öffentliche Toiletten bis hin zu Parkautomaten, kannst du problemlos mit einer gängigen Bankkarte oder dem Smartphone bezahlen. Bargeld bereitet dir eher Probleme bei der Suche nach Wechselstuben, von denen es extrem wenige gibt.
Wo und wie genau zahlt man die Maut?
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Wenn Sie ein Auto von einer lokalen Autovermietung haben, brauchen Sie sich um nichts zu kümmern. Die Fahrzeuge sind mit einem elektronischen Chip ausgestattet und bei jeder Durchfahrt durch eine Mautstation wird der Betrag automatisch erfasst. Die Autovermietung zieht Ihnen dann die Gesamtsumme für die Maut etwa einen Monat nach Ihrer Rückkehr von Ihrer Kreditkarte ab.
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Was passiert, wenn die Fähre wegen starkem Wind ausfällt?
Torghatten wird Sie in einem solchen Fall auf die nächstmögliche Verbindung umbuchen, sobald sich das Wetter beruhigt hat, oder Ihnen gerne das Geld für das ungenutzte Ticket erstatten. Kontaktieren Sie auch sofort Ihre gebuchte Unterkunft auf den Lofoten – die Eigentümer verstehen diese Situation vollkommen und verschieben oft Ihre Reservierung ohne jegliche Stornogebühren.
Lohnt es sich im Sommer, für ein teures SUV mit Allradantrieb draufzuzahlen?
Für die Sommermonate von Juni bis August ist das ein völlig überflüssiger Luxus. Alle Hauptstraßen und auch die Nebenstraßen zu den touristischen Zielen sind asphaltiert und sehr gut instand gehalten. Ein klassischer Kleinwagen oder ein geräumiger Kombi reicht Ihnen vollkommen aus, und die gesparten Tausenden norwegischen Kronen können Sie lieber in eine hochwertige Unterkunft investieren.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
