Schweden Westküste: 16 Tipps für Bohuslän & Fjällbacka 2026

Die Schweden Westküste, bekannt als Bohuslän, besteht aus riesigen, vom Gletscher glatt geschliffenen rosafarbenen Granitfelsen, zwischen denen sich makellos weiße Fischerhäuschen ducken. Das Meer ist hier so unglaublich klar, dass die Schweden direkt von den Felsen ins Wasser springen – und das ganz selbstverständlich schon früh am Morgen.

Die gesamte rund 300 Kilometer lange Region Bohuslän, die sich vom Hafen Göteborg bis zur norwegischen Grenze zieht, gilt als absoluter Sommerklassiker. Dem Rest Europas ist diese raue und zugleich unheimlich romantische Landschaft vor allem aus den düsteren Krimis der Autorin Camilla Läckberg bekannt, die hier spielen.

Wenn du den besten Küsten-Roadtrip in Schweden suchst, hast du ihn gerade gefunden. Die ganze Route lässt sich in den ruhigeren Abschnitten sogar als verlängertes Wochenende fahren, aber ich empfehle dir wirklich, dir mehr Zeit zu nehmen. Also los, wir gehen sie gemeinsam durch – von Süden bis in den Norden. ☺️

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Was ist Bohuslän: Ein Küstenstreifen nördlich von Göteborg voller Granitinseln, Fischerdörfer und wilder Natur.
  • Fjällbacka: Das ikonische Dorf aus den Büchern von Camilla Läckberg, über dessen weißen Häuschen sich ein mächtiger Felsen mit dramatischer Kluft erhebt.
  • Smögen und Marstrand: Die lebhaftesten Zentren der Küste mit hölzernen Stegen, kleinen Cafés und historischen autofreien Festungen.
  • Nationalpark Kosterhavet: Der einzige Meeresnationalpark Schwedens, den du nur per Fähre erreichst und wo du eine atemberaubende Unterwasserwelt entdeckst.
  • Gastronomie: Die Region ist berühmt für Meeresfrüchte, allen voran Hummer und Austern, aber du findest hier auch fantastische vegetarische Cafés und Salatbuffets.
  • Verkehr und Unterkunft: Ideal reist du mit dem Auto oder nutzt das hervorragende Busnetz Västtrafik – schlafen kannst du in gemütlichen Hütten ebenso wie in luxuriösen Hafenhotels.

Wann du nach Bohuslän reisen solltest

Der schwedische Sommer ist recht kurz und die Hauptsaison erreicht hier ihren Höhepunkt im Juli, wenn das ganze Land in den sogenannten Industrisemester (die landesweiten Betriebsferien) startet. In diesem Monat sind alle Häfen voller Yachten, die Unterkünfte platzen aus allen Nähten und die Preise schießen steil in die Höhe. Wenn dir Menschenmengen nichts ausmachen und du die pulsierende nordische Atmosphäre erleben willst, ist das die ideale Wahl. An der Küste drohen zum Glück keine solchen Mücken- und Kleinmückenplagen (knott) wie im Norden in Lappland, sodass du die Abende draußen ganz entspannt genießen kannst.

Viel schlauer ist es allerdings, die Reise auf Ende Mai und Anfang Juni oder auf Ende August und September zu legen. Das Wetter ist meist noch sehr angenehm, die Sonne geht spät am Abend unter und die Gassen der Fischerdörfer hast du fast für dich allein. Das Meerwasser verlangt dir zwar noch etwas Abhärtung ab, aber für Spaziergänge entlang der Küste und Kajaktouren sind das absolut perfekte Monate. Die Natur ist in dieser Zeit außerdem unglaublich frisch und voller Farben.

Der Herbst lockt dann mit einem ganz besonderen Phänomen: der berühmten Hummersaison. Sie beginnt immer am ersten Montag nach dem 20. September und die ganze Küste verwandelt sich in dieser Zeit in ein einziges großes Fischerfest, bei dem die Einheimischen schwere Reusen aus dem Wasser ziehen. Für Liebhaber von Ruhe und langen Naturausflügen ist das wohl die schönste Zeit, denn die Granitfelsen bekommen in der Herbstsonne unglaublich satte Farben und die Luft riecht nach Meersalz.

Wo du in Bohuslän übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Unterkünfte an der Westküste bieten alles von einfachen Campingplätzen mit roten Hütten bis hin zu wunderschönen historischen Hotels direkt am Wasser. Die beste Basis für die Erkundung des Südens ist Marstrand, während sich für den mittleren und nördlichen Küstenabschnitt Fjällbacka oder Smögen als Ausgangspunkt lohnen. Denk daran: In den Sommermonaten verschwinden freie Zimmer unglaublich schnell, eine Reservierung mehrere Monate im Voraus ist also absolut notwendig.

Wenn du den echten schwedischen Traum suchst, probier die Miete einer traditionellen Hütte namens Stuga. Diese dunkelroten Häuschen mit weißen Ecken findest du überall an der Küste verstreut. Die Preise reichen von 1.000 SEK (rund 90 €) in der Nebensaison bis zu 12.000 SEK (rund 1.100 €) pro Woche im Sommer. Achte aber auf die lokalen Gepflogenheiten: In Schweden ist es völlig normal, eigene Bettwäsche und Handtücher mitzubringen, und die Endreinigung musst du entweder dazubuchen oder die Hütte selbst gründlich putzen.

Wenn du nach absoluter Romantik auf einer autofreien Insel sehnst, schau dir unbedingt Villa Maritime Marstrand an, einen schönen Hotelkomplex mit direktem Blick auf den Hafen und die Yachten. Er bietet voll ausgestattete Apartments mit Küchenzeile, sodass du dir bequem selbst kochen kannst. Der Preis pro Nacht liegt in der Saison bei etwa 2.500 SEK (rund 230 €).

Mitten im Geschehen und im Herzen der Krimis liegt das legendäre Stora Hotellet Fjällbacka, das dich mit seinem Boutique-Stil und seiner Geschichte bis ins 19. Jahrhundert verzaubert. Die Zimmer sind im maritimen Stil eingerichtet und die Atmosphäre ist wunderbar gemütlich (eine Nacht kostet rund 2.800 SEK / etwa 260 €). Wellness-Liebhaber schwören dann auf das Smögens Hafvsbad in der Stadt Smögen mit in den Fels gehauenen Pools und fantastischen vegetarischen Frühstücken (ab 2.200 SEK / rund 200 €).

16 Tipps, was du an der Schweden Westküste sehen und erleben kannst

Die Westküste ist gespickt mit wunderschönen Stopps und die besten davon auszuwählen, ist gar nicht so leicht. Ich habe für dich eine Liste mit sechzehn Orten und Erlebnissen zusammengestellt, die du bei deinem Roadtrip auf keinen Fall auslassen solltest.

1. Marstrand und die Festung Carlsten

Die Insel Marstrand diente historisch als Spielwiese der schwedischen Oberschicht und der Könige, heute gilt sie als ungekrönte Hauptmetropole des schwedischen Segelsports. Sie liegt nur knapp eine Autostunde vom Zentrum Göteborgs entfernt, was sie zum idealen ersten Stopp deines Roadtrips macht. Autos haben hier strengstes Fahrverbot, du lässt dein Fahrzeug also auf dem großen Auffangparkplatz im Dorf Koön und setzt mit einer kurzen Fähre über den Sund über, die alle 15 Minuten fährt und deren Rückfahrkarte nur ein paar Euro kostet.

Das Wahrzeichen der ganzen Insel ist die mächtige steinerne Festung Carlsten aus dem 17. Jahrhundert, die sich auf dem höchsten Hügel erhebt und einen absolut fantastischen Blick aufs offene Meer bietet. Du kannst in Ruhe ihre dunklen Verliese durchstreifen und den Legenden über berühmte Gefangene lauschen. Der Eintritt in die Festung kostet einen Erwachsenen rund 150 SEK (etwa 14 €) und im Sommer ist täglich von morgens bis zum späten Nachmittag geöffnet. Außerhalb der Hauptsaison kommst du meist nur am Wochenende hinein.

Nach der Besichtigung der historischen Mauern gönn dir unbedingt einen Kaffee in einem der vielen reizenden kleinen Cafés unten am Fuß der Festung. Die Insel lässt sich bequem zu Fuß auf markierten Wegen umrunden, die dich zu abgelegenen felsigen Buchten führen, wo du dem größten Touristenandrang entkommst. Der ganze Rundweg misst etwa fünf Kilometer und ist problemlos für jeden zu schaffen. Kurzum einer dieser Orte, an die du für eine Stunde kommst und drei Stunden später wieder gehst.

💡 Tipp: Wenn du im Juli reist, mach dich darauf gefasst, dass die Parkplätze auf dem Festland hoffnungslos voll sind. Komm deshalb gleich früh am Morgen, um in Ruhe zu parken und den Schlangen an der Fähre und am Festungseingang zu entgehen.

2. Smögen und der hölzerne Steg Smögenbryggan

Wenn du jemals ein Foto aus Westschweden gesehen hast, war darauf wahrscheinlich genau der berühmte hölzerne Steg Smögenbryggan. Dieser Ort liegt etwa anderthalb Autostunden nördlich von Göteborg und gehört zu den überhaupt meistfotografierten Orten des ganzen Landes. Der Steg erstreckt sich fast einen Kilometer lang entlang des geschützten Hafens und wird von den ikonischen bunten Fischerhütten gesäumt. In ihnen lagerten die Fischer ursprünglich ihre Netze, heute beherbergen sie unabhängige Boutiquen, Cafés und kleine Kunstgalerien.

In den Sommermonaten herrscht hier zwar Kopf an Kopf und der Hafen platzt unter dem Ansturm teurer Yachten aus allen Nähten, aber diese pulsierende Atmosphäre ist den Besuch einfach wert. Die Leute schlendern über die hölzernen Planken, sitzen auf Bänken und genießen die langen sonnigen Tage. Wenn du einen traditionellen schwedischen Kaffee mit süßem Gebäck willst, rechne mit rund 65 bis 100 SEK (6 bis 9 €), was für so einen Ort eigentlich ganz angenehm ist.

Die Umgebung des Städtchens Smögen bietet außerdem wunderschöne Naturpfade, die direkt in die Granitfelsen gehauen sind. Diese Wege führen dich zu Stellen, von denen du sicher ins Meer springen oder einfach nur sitzen und die am Horizont vorbeiziehenden Schiffe beobachten kannst. Der Sonnenuntergang von diesen Felsen aus soll zu den romantischsten Erlebnissen an der ganzen Küste gehören.

💡 Tipp: Geh früh am Morgen oder erst im September ans Ende des Stegs, wenn die meisten Touristen schon wieder nach Hause gefahren sind. So genießt du den Blick auf das erwachende Meer in völliger Stille und musst dich nicht durch die Menschenmengen drängen.

3. Fjällbacka und die Spuren von Camilla Läckberg

Für alle Fans nordischer Krimis ist Fjällbacka ein absolutes Idol, denn genau hierhin verlegt die Autorin Camilla Läckberg ihre blutigen Romane. Dieses idyllische Dorf liegt etwa vierzig Minuten Fahrt nördlich von Smögen und in Wirklichkeit ist es hier zum Glück viel sicherer als auf den Seiten der beliebten Bücher. Die ganze Bebauung aus weißen und roten Holzhäuschen sieht so postkartenreif aus, dass du deinen Augen nicht traust, und der Hafen lädt geradezu dazu ein, langsamer zu machen und Kaffee nach Kaffee zu trinken.

Das größte Highlight ist die steile Felswand Vetteberget, die sich direkt über dem Dorfzentrum erhebt. Mitten durch diesen Felsen führt nämlich die schmale und sehr dramatische Kluft Kungsklyftan, über der eingeklemmte riesige Felsbrocken hängen. Viele kennen diesen magischen Ort aus der Verfilmung des berühmten Buches von Astrid Lindgren mit dem Titel Ronja Räubertochter. Der Durchgang unter den mehrere Tonnen schweren Steinen ist ein absolut faszinierendes Erlebnis, das keinen Eintritt verlangt und ganzjährig zugänglich ist.

Wenn du die hölzernen Stufen durch die Schlucht bewältigst, gelangst du bis auf den Gipfel des Felsens Vetteberget. Von dort öffnet sich dir der bestmögliche Blick auf den ganzen Schärengarten, gespickt mit Dutzenden kleiner Inseln und Riffe. Der Aufstieg dauert nur etwa zwanzig Minuten, aber nimm dir unbedingt festes Schuhwerk mit, denn die Steine können nach Regen ganz schön rutschig sein.

💡 Tipp: Halt in der örtlichen Touristeninformation an, wo du dir eine spezielle Karte mit den Schauplätzen aus den Krimis holen kannst. Sie führt dich genau zu den Orten, an denen sich die spannendsten Szenen aus den Büchern von Camilla Läckberg abspielten.

4. Der Ingrid-Bergman-Platz in Fjällbacka

Fjällbacka wurde aber nicht nur durch die Literatur berühmt, denn es liebte auch eine der berühmtesten Schauspielerinnen aller Zeiten, Ingrid Bergman. Sie kam ab Ende der 1950er-Jahre regelmäßig zur Sommerfrische auf die nahe abgelegene Insel Dannholmen. Gemeinsam mit ihrem Mann Lars Schmidt suchte sie hier Flucht vor dem Hollywood-Trubel, den Blitzlichtern der Kameras und der ständigen Aufmerksamkeit der Journalisten. Die Einheimischen respektierten ihren Wunsch nach Privatsphäre und sie konnte sich hier wie eine ganz gewöhnliche Frau fühlen.

Heute erinnert an sie ein kleiner Platz direkt am Wasser, der ihren Namen trägt und den du nur einen kurzen Weg vom Haupthafensteg entfernt findest. In seiner Mitte steht eine kleine bronzene Büste der Schauspielerin, die nachdenklich Richtung Hafen und zu den Inseln am Horizont blickt. Rund um den Platz sind mehrere Bänke verteilt, was ihn zum absolut idealen Ort für ein kurzes nachmittägliches Verweilen macht.

Wenn du Lust auf etwas Süßes bekommst, kauf dir unbedingt in einem der benachbarten Stände ein Kugeleis und genieß es mit Blick auf die ankernden Segelschiffe. Die Insel Dannholmen selbst befindet sich bis heute in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich, aber bei Bootstouren durch den umliegenden Schärengarten steuern die Kapitäne sie oft zumindest aus der Ferne an, um den Touristen den Sommersitz dieser Filmlegende zu zeigen.

💡 Tipp: Geh auch durch die engen Gassen des alten Fjällbacka, die sich gleich hinter dem Platz den Hang hinaufwinden. Du findest hier wunderbar gepflegte Holzhäuschen mit Blumen in den Fenstern, die genau so aussehen, wie man sich das traditionelle schwedische Landleben vorstellt.

5. Grebbestad und Austernfischen

Das Städtchen Grebbestad, rund fünfzehn Autominuten nördlich von Fjällbacka, ist das absolute Zentrum der schwedischen Austernindustrie. Von hier stammen nämlich unglaubliche neunzig Prozent aller im Land gefischten Austern. Die lokalen Meeresfrüchte sind legendär und die Schweden sind mächtig stolz auf sie, denn das kalte und extrem saubere Wasser der Nordsee verleiht ihnen einen ganz besonderen und begehrten Geschmack.

Ein großes Highlight für Touristen ist die sogenannte Seafood Safari, bei der die Fischer Interessierte aufs Boot nehmen und ihnen den ganzen Sammelprozess direkt in der Praxis zeigen. Man schlüpft in dicke wasserdichte Overalls, lernt, Austern richtig zu öffnen, und erfährt, welch harte Arbeit hinter diesem traditionellen Handwerk steckt. Diese organisierten Touren dauern in der Regel etwa zwei bis drei Stunden und kosten rund 800 bis 1.200 SEK (etwa 75 bis 110 €) pro Person.

Grebbestad selbst ist aber ein sehr angenehmer Stopp, auch wenn du keine Safari planst. Das Städtchen hat eine schöne Hafenpromenade, gesäumt von Holzhäuschen, und es herrscht hier eine viel ruhigere und authentischere Atmosphäre als im überfüllten Smögen. Du kannst hier einfach spazieren gehen, den vom Morgenfang zurückkehrenden Fischerbooten zusehen und die echte nordische Ruhe aufsaugen.

💡 Tipp: Halt in einer der örtlichen Bäckereien an und kauf dir traditionelles schwedisches Roggenbrot oder Zimtschnecken. In Grebbestad kannst du außerdem sehr gut und relativ günstig in den örtlichen Supermärkten Vorräte für die weitere Fahrt Richtung norwegischer Grenze besorgen.

6. Nationalpark Kosterhavet

Direkt an der norwegischen Grenze liegt Kosterhavet, der einzige Meeresnationalpark in ganz Schweden, und unter seiner Oberfläche verbergen sich über sechstausend Tierarten, darunter seltene kaltwasserliebende Korallen, die du sonst in der Region einfach nicht findest. Der Park entstand 2009 und schützt diese Unterwasserwelt vor Fischerei und Verschmutzung, sodass das Wasser hier eine unglaubliche Klarheit hat.

Das Zentrum des Parks bilden die Inseln Nordkoster und Sydkoster, die du ausschließlich mit der Personenfähre aus dem Städtchen Strömstad erreichst. Die Bootsfahrt dauert knapp eine Stunde und die Rückfahrkarte kostet dich rund 180 SEK (etwa 17 €). Auch auf diesen Inseln fahren gar keine Autos, also leihen sich hier alle Touristen und Einheimischen Fahrräder und strampeln über die schmalen Schotterwege. Du fährst zwischen grünen Weiden, blühenden Heidelandschaften und abgelegenen kleinen Stränden hindurch.

Auf der Insel Sydkoster besuch unbedingt das moderne Informationszentrum Naturum, wo du jede Menge Interessantes über die lokale Natur und das Unterwasserleben erfährst. Der Eintritt ins Zentrum ist völlig kostenlos und du findest dort auch interaktive Ausstellungen, die Erwachsene wie Kinder begeistern. Die Inseln sind recht flach, sodass das Radfahren hier körperlich überhaupt nicht anstrengend ist und wirklich jeder es schafft.

💡 Tipp: Fahrradverleihe findest du gleich am Fähranleger, aber in der Hauptsaison im Sommer reservier sie lieber vorab online. Die Miete eines Fahrrads für den ganzen Tag kostet orientierungshalber rund 150 SEK (etwa 14 €).

7. Lysekil und das Aquarium Havets Hus

Das größere Städtchen Lysekil, ganz an der Spitze der Halbinsel Stångenäs gelegen, funktioniert als absolut tolle Basis für Familien mit Kindern. Es bietet nämlich jede Menge Beschäftigung auch für den Fall, dass das Wetter mal umschlägt und es zu regnen beginnt. Von Göteborg kommst du hierher mit dem Auto in etwa anderthalb Stunden, wobei der letzte Streckenabschnitt auch eine kurze Überfahrt mit einer kostenlosen Straßenfähre über den Gullmarsfjorden umfasst.

Das größte Highlight von Lysekil ist ohne Zweifel das beliebte Aquarium Havets Hus, das sich ausschließlich auf die Fauna der Nordsee spezialisiert hat. Du gehst hier durch einen verglasten Tunnel und betrachtest aus nächster Nähe Haie, riesige Rochen, Seesterne und Krebse in ihrer natürlichen Umgebung. Die Ausstellung ist sehr modern konzipiert und legt großen Wert auf den Schutz der Meeresökosysteme, sodass man hier eine Menge lernt.

Das Städtchen selbst hat eine schöne Promenade, jede Menge alter Holzvillen aus dem 19. Jahrhundert und eine riesige rosafarbene Granitkirche, die man schon von Weitem sieht. Im Zentrum findest du auch einige tolle Bäckereien, in die du zum Nachmittagskaffee gehen und dich vor dem Wind verstecken kannst, der hier vom Meer manchmal ganz schön kräftig weht.

💡 Tipp: Der Eintritt ins Aquarium kostet für einen Erwachsenen rund 160 SEK (etwa 15 €) und ich empfehle dir, die Tickets vorab online zu kaufen. So entgehst du den langen Schlangen an der Kasse, die sich hier in den Sommermonaten regelmäßig bilden.

8. Die Felsformationen Stångehuvud

Gleich am äußersten Rand von Lysekil befindet sich das Naturschutzgebiet Stångehuvud, das ein absolutes Paradies für alle Liebhaber der Fotografie und der wilden Landschaft ist. Du findest hier die schönsten Massive aus glattem rosafarbenem Granit, an die seit Jahrhunderten die starken Wellen der Nordsee schlagen und sie zu unglaublichen, fließenden Formen modellieren. Die Steine sind so perfekt glatt geschliffen, dass du sogar barfuß über sie laufen kannst.

Durch das Gebiet führen mehrere hervorragend markierte Pfade und Wege, die sich zwischen den riesigen Felsbrocken hindurchschlängeln. Auf dem Gipfel des höchsten Felsens steht ein kleiner hölzerner Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert, leuchtend weiß gestrichen. Dieses Häuschen dient als perfekter Orientierungspunkt und bildet einen wunderschönen Kontrast zum rosa Stein und dem tiefblauen Ozean im Hintergrund.

Der Eintritt ins Schutzgebiet ist völlig kostenlos und du kommst zu Fuß aus dem Zentrum von Lysekil in nur fünfzehn Minuten hierher. Die Einheimischen werden dir erzählen, dass der Sonnenuntergang von hier zu den besten an der ganzen Küste gehört – und nach einem Blick auf die orange verfärbten Granitfelsen glaubst du ihnen das einfach.

💡 Tipp: Die Felsen können nach Regen oder bei starkem Wellengang extrem rutschig und gefährlich sein. Pass deshalb gut auf, wohin du trittst, und geh niemals zu nah an den Rand der Klippen, wenn das Meer aufgewühlt ist.

9. Baden in den Felsen

Die Westküste hat gegenüber der östlichen Ostsee einen großen Vor- und zugleich Nachteil, denn das Wasser ist hier dank der Strömungen aus der Nordsee salziger, aber auch spürbar kälter. Die übliche sommerliche Meerestemperatur liegt bei nur rund 17 bis 19 Grad Celsius, was etwas Mut und Abhärtung verlangt. Dafür ist das Wasser aber unglaublich sauber und erfrischend.

Das Baden läuft hier auf ganz besondere Weise ab, denn die Schweden bauen keine klassischen Sandstrände mit Liegen und Sonnenschirmen. Stattdessen findest du an der ganzen Küste Edelstahlleitern, die direkt in die Granitfelsen montiert sind, über die du einfach ins tiefe Wasser steigst. Du schwimmst eine Runde, kletterst die Stufen wieder hinauf und wärmst dich dann auf dem sonnenglühenden Stein wie eine Eidechse. Es ist ein absolut minimalistisches, aber perfektes Erlebnis.

Diese Art des Badens veranschaulicht außerdem hervorragend das schwedische Recht auf freien Zugang zur Natur, genannt Allemansrätten. Du kannst dein Handtuch praktisch auf jedem Felsen ausbreiten, solange du damit die Besitzer nahegelegener Häuser nicht störst. Niemand verlangt von dir Eintritt und die ganze Küstenlinie steht allen offen.

💡 Tipp: Wenn du mit dem Eisbaden gerade erst anfängst, halt Ausschau nach Orten, an denen schwimmende Saunen gebaut sind. Du kannst dich am Holzofen ordentlich aufwärmen und erst dann ins kalte Meer springen, was übrigens die beste mögliche Kombination für die Gesundheit ist.

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10. Mit dem Kajak durch den Schärengarten

Dank der tausenden kleinen Inselchen, die als natürlicher Wellenbrecher fungieren und die Küste vor dem offenen Ozean schützen, ist Bohuslän eine weltberühmte Destination für Seekajaking. Das Wasser zwischen den inneren Inseln ist meist sehr ruhig und spiegelglatt, sodass sich sogar völlige Anfänger ohne jegliche Paddelerfahrung aufs Meer wagen können.

Verleihe findest du praktisch in jedem größeren Hafen, sei es Fjällbacka, Grebbestad oder Lysekil. Die Ausrüstung ist immer in Top-Zustand und die Instruktoren geben dir vor dem Auslaufen eine ausführliche Einweisung sowie wasserdichte Säcke für deine Sachen. Ein halbtägiger Kajakverleih kostet rund 400 SEK (etwa 37 €), während ein ganztägiges Abenteuer bei rund 600 SEK (etwa 55 €) liegt. So bekommst du völlige Freiheit und die Möglichkeit, abgelegene flache Buchten zu erkunden.

Mit dem Kajak gelangst du an Orte, an die kein großes Ausflugsschiff jemals kommt. Du kannst zwischen den rosafarbenen Felsbrocken paddeln, Meeresvögel und manchmal auch Robben beobachten, die sich auf den Steinen sonnen. Auf vielen einsamen Inselchen kannst du problemlos anlanden, das Kajak an Land ziehen und dir ein privates Picknick in völliger Wildnis gönnen.

💡 Tipp: Das Wetter auf dem Meer kann sich sehr schnell ändern, deshalb kontrollier vor dem Auslaufen immer sorgfältig die Windvorhersage. Die Verleihe geben dir meist auch eine genaue Karte mit empfohlenen Routen, die vor den starken Meeresströmungen geschützt sind.

11. Der Wanderweg Kuststigen

Vielleicht hast du vom berühmten Fernwanderweg Kungsleden im hohen Norden Schwedens gehört, aber die Westküste hat ihren eigenen wunderschönen Wanderweg namens Kuststigen. Er zieht sich entlang der gesamten Küste von Bohuslän und bietet Hunderte Kilometer markierter Wege. Du musst ihn natürlich nicht komplett mit schwerem Rucksack gehen, denn er ist geschickt in viele kürzere Etappen unterteilt, die die interessantesten Naturerscheinungen und Fischerdörfer miteinander verbinden.

Die Routen führen dich durch dichte Laubwälder, über Sümpfe und Moore bis an den Rand steiler Klippen. Die meisten Abschnitte sind sehr unkompliziert, perfekt gepflegt und blau an Bäumen und Steinen markiert. Dank des schwedischen Allemansrätten kannst du dich hier frei bewegen, du musst nur die Grundregel einhalten: „inte störa, inte förstöra“ (nicht stören und nicht zerstören).

Beim Wandern auf dem Kuststigen stößt du auf viele schöne Aussichtspunkte und hölzerne Rastplätze. Oft findest du hier auch einfache Holzunterstände namens Vindskydd, wo du ein Feuer machen und bei Bedarf sogar gratis übernachten kannst. Du musst nur deinen eigenen Schlafsack und eine Isomatte mitbringen.

💡 Tipp: Auf der offiziellen Website des Kuststigen kannst du dir detaillierte Karten der einzelnen Etappen aufs Handy herunterladen. Du findest dort auch Infos, wo du unterwegs Trinkwasser auffüllen kannst oder wo die Haltestellen lokaler Busse für eine bequeme Rückkehr zum Auto sind.

12. Tanumshede und die UNESCO-Felsritzungen

Wenn du dich mal für eine Weile von der Meeresbrise erholen willst, fahr ein Stück ins Landesinnere ins unscheinbare Städtchen Tanumshede, das nur einen Katzensprung von der Autobahn E6 entfernt liegt. Hier befinden sich unglaubliche Felsritzungen aus der Bronzezeit, die auf der UNESCO-Liste stehen und einen faszinierenden Einblick in das Leben der Menschen vor dreitausend Jahren bieten. Das Gebiet birgt Hunderte eingeritzter Motive, die zu den bedeutendsten archäologischen Denkmälern Nordeuropas gehören.

Auf den glatten Granitplatten siehst du hier Hunderte Motive riesiger Schiffe, Tiere und Krieger, die für bessere Sichtbarkeit sorgfältig mit spezieller roter Farbe ausgemalt sind. Die bekannteste Platte, die sogenannte Vitlyckehäll, enthält über dreihundert verschiedene Figuren, darunter die berühmte Darstellung eines sich küssenden Paares. Der Spaziergang zwischen diesen Steinen ist wie das Lesen eines uralten Comics.

Der Eintritt in das gesamte Areal und in das angrenzende moderne Museum Vitlycke ist außerdem völlig kostenlos, was in Schweden immer ein sehr angenehmer Bonus ist. Im Museum findest du eine detaillierte Erklärung dazu, wie und warum die Ritzungen entstanden, und draußen kannst du durch die Nachbildung eines bronzezeitlichen Dorfes spazieren, wo Kinder traditionelle Handwerke ausprobieren können.

💡 Tipp: Die Ritzungen sind an mehreren verschiedenen Stellen im Umkreis von ein paar Kilometern verstreut. Am besten fährst du mit dem Auto zwischen ihnen hin und her und gehst anschließend über die kurzen markierten Waldpfade, die dich sicher zu den weiteren Granitplatten führen.

13. Die Auffangstation Nordens Ark

Nordens Ark ist definitiv kein gewöhnlicher Zoo, sondern eine erstklassige Auffangstation für bedrohte Tierarten. Sie liegt in einem wunderschönen bewaldeten Tal am Åbyfjorden, etwa dreißig Autominuten nördlich von Lysekil. Die Tiere leben hier nicht in kleinen Käfigen, sondern in riesigen Gehegen, die ihren natürlichen Lebensraum perfekt nachbilden, und das Ziel des Projekts ist ihre Rückkehr in die freie Wildbahn.

Das Projekt konzentriert sich vor allem auf den Schutz seltener Raubtiere und der nordischen Fauna, sodass du hier mit etwas Glück und Geduld Schneeleoparden, Amurtiger, Wölfe oder Vielfraße erspähst, und für Kinder gibt es außerdem einen riesigen Bauernhof mit alten nordischen Haustierrassen. Der Eintritt liegt bei rund 250 SEK (etwa 23 €) für einen Erwachsenen und das Geld fließt direkt in Naturschutzprojekte.

Rechne damit, dass das Areal wirklich weitläufig und in recht hügeligem Gelände angelegt ist. Du legst hier locker mehrere Kilometer über Holzstege und Waldpfade zurück, bequeme Schuhe sind also absolut notwendig. Der Besuch nimmt dir mindestens drei bis vier Stunden in Anspruch.

💡 Tipp: Die beste Chance, die seltenen Raubtiere in Bewegung zu sehen, hast du entweder gleich morgens nach der Öffnung oder umgekehrt am späten Nachmittag, wenn die Temperatur sinkt und die Tiere viel aktiver sind als in der glühenden Mittagshitze.

14. Die Inseln Väderöarna (Weather Islands)

Der Archipel Väderöarna, übersetzt Wetterinseln, liegt am äußersten Rand des offenen Ozeans und stellt den westlichsten bewohnten Punkt ganz Schwedens dar. Du kommst nur mit einem speziellen Ausflugsboot aus Fjällbacka oder aus dem Städtchen Hamburgsund hierher. Die Fahrt dauert knapp eine Stunde und dich erwartet eine absolut raue, windgepeitschte Landschaft ohne einen einzigen Baum, die aussieht wie aus einer anderen Welt.

Interessant ist, dass du dank des starken Golfstroms, der hier auf die Inseln trifft, paradoxerweise das wärmste Meerwasser der ganzen Umgebung misst und das Klima hier unerwartet mild ist. Das saubere lokale Gewässer beherbergen außerdem riesige Robbenkolonien, die du sehr sicher und aus nächster Nähe von speziellen Ausflugsbooten mit Guide aus beobachten kannst.

Auf der Hauptinsel findest du nur eine alte Lotsenstation, einen historischen Leuchtturm und eine sehr gemütliche Pension mit einem hervorragenden Café, wo du dir einen heißen Tee gönnen und dich vor dem Wind verstecken kannst. Die Inseln sind von kurzen Pfaden durchzogen, auf denen man über die Granitfelsen klettern und den endlosen Horizont beobachten kann.

💡 Tipp: Die Ausflugsboote nach Väderöarna fahren ganzjährig, aber in der Hauptsaison sind sie schnell ausverkauft. Reservier die Tickets unbedingt ein paar Tage im Voraus online und vergiss nicht, eine Windjacke einzupacken, denn auf dem offenen Meer weht es wirklich immer.

15. Wo du essen kannst: Fika und vegetarische Optionen

Die Westküste ist zwar international berühmt für die Fischerei und die Verkaufsschlager sind hier vor allem die lokalen Austern und Hummer, aber auch eingefleischte Vegetarier essen hier hervorragend. Die absolute Grundlage der schwedischen Ernährung ist das Mittagsmenü namens Dagens Lunch, das üblicherweise zwischen elf und zwei Uhr angeboten wird. Im Rahmen davon bieten die meisten Restaurants für rund 120 bis 150 SEK (11–14 €) ausgezeichnete fleischlose Varianten, die noch dazu das Budget schonen.

Ich empfehle dir, die fantastischen Salatbuffets (tolle Mittagessen bietet zum Beispiel das Restaurant Johans Krog in Marstrand) zu probieren, die zum Mittagessen meist völlig kostenlos sind, inklusive Wasser und Kaffee, oder in den örtlichen Bäckereien für eine traditionelle Fika einzukehren. Einen Versuch ist auf jeden Fall das legendäre Café Skärets Konditori direkt am Steg in Smögen wert. Riesige Zimtschnecken (Kanelbulle), deren Preis bei rund 65 bis 100 SEK (6–9 €) liegt, mit heißem Kaffee in irgendeinem verwinkelten Hafencafé bilden das beste kulinarische Erlebnis, das du dir wünschen kannst. 😅

Wenn du dir abends in der Hütte eine Flasche Wein öffnen willst, musst du an die strengen schwedischen Regeln denken. Alkohol über 3,5 % kaufst du ausschließlich in den staatlichen Läden Systembolaget. Diese haben werktags etwa bis 18 oder 19 Uhr geöffnet, aber am Wochenende ist große Vorsicht geboten. Samstags schließen sie schon um 15:00 Uhr und sonntags haben sie kompromisslos komplett zu, den Einkauf musst du also im Voraus planen.

💡 Tipp: In gewöhnlichen Supermärkten wie ICA oder dem günstigeren Willys findest du eine riesige Auswahl an vegetarischen und veganen Produkten. Schweden ist in dieser Hinsicht sehr fortschrittlich und selbst im kleinsten Dorf bekommst du tolle fleischlose Alternativen.

16. Das Reiseerlebnis und der lokale Verkehr

Die ganze Region Bohuslän durchquerst du am besten, wenn du dafür die Autobahn E6 nutzt, die als Hauptschlagader der ganzen Region fungiert. Sie zieht sich von Göteborg bis hinauf zur norwegischen Grenze und verbindet alle wichtigen Abfahrten zu den Küstendörfern. Die schwedischen Autobahnen haben einen riesigen Vorteil, sie sind nämlich komplett kostenlos und es gibt hier keine Vignetten wie in Österreich oder der Schweiz. Die Straßen sind außerdem perfekt gepflegt und der Verkehr ist, anders als in Mitteleuropa, absolut ruhig und entspannt.

Wenn du nicht Auto fahren willst oder kannst, ist das überhaupt kein Problem, denn hier funktioniert hervorragend das regionale Bus- und Bootsnetz Västtrafik. Dieses Unternehmen verbindet mit schnellen Expressverbindungen Göteborg mit größeren Städten wie Lysekil oder Strömstad, und von dort schließen dann kleinere lokale Busse in die allerkleinsten Fischerdörfer an. Die Fahrkarten kauft man sehr einfach über eine übersichtliche mobile App.

Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann sich außerdem sehr lohnen. Wenn du länger durch die Region fährst und aktiv Busse und Fähren nutzen willst, ist der Kauf einer Zeitkarte die beste Investition. Im Laufe des Jahres 2026 subventioniert die schwedische Regierung sogar deutlich die Preise der Monatskarten, die dadurch nur die Hälfte kosten.

💡 Tipp: Bei der Reiseplanung über die mobile App Västtrafik kontrollier immer sorgfältig die Wochenendfahrpläne. In abgelegenere Orte wie Fjällbacka fahren sonntags deutlich seltener Busse als werktags, du könntest also irgendwo festsitzen.

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Wie du nach Bohuslän kommst und wie du dort reist

Die Logistik der Reise an die Schweden Westküste ist viel einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Wenn du Geschwindigkeit bevorzugst, ist die beste Wahl die Flugverbindung. Von Berlin und Frankfurt fliegen Lufthansa, Eurowings und Ryanair direkt zum Flughafen Landvetter in Göteborg. Die Fahrt dauert nur etwa anderthalb Stunden und Tickets bekommst du zu sehr günstigen Preisen. Direkt am Flughafen kannst du dir dann ein Auto mieten und gleich in den Norden aufbrechen, ohne ins Stadtzentrum fahren zu müssen.

Für Familien mit Kindern oder Reisende, die in Hütten wohnen und eigene Vorräte mitbringen wollen, ergibt es enorm viel Sinn, mit dem eigenen Auto aus Deutschland aufzubrechen. Du kannst die bequeme Nachtfähre vom deutschen Kiel direkt ins Zentrum von Göteborg mit der Reederei Stena Line nutzen, wo du in einer Kabine schläfst und dir Hunderte Kilometer Fahrt sparst. Die zweite beliebte Variante ist die Fahrt durch Dänemark bis in den Norden Jütlands und die schnelle Fähre von Frederikshavn, die nur dreieinhalb Stunden dauert.

Sobald du vor Ort bist, wirst du feststellen, dass ein Auto für die Erkundung von Bohuslän praktisch unverzichtbar ist, wenn du absolute Freiheit haben und an einsamen Felsen anhalten willst. Die Hauptschlagader ist die erwähnte Autobahn E6. Von ihr zweigen dann kleinere kurvige Sträßchen ab, die direkt ans Meer führen. Die Entfernungen sind nicht besonders groß, von Göteborg nach Strömstad ganz im Norden kommst du in etwa zwei Stunden. Pass aber auf die Maut in Göteborg auf, die sogenannte Congestion Tax. Kameras erfassen automatisch das Kennzeichen und die Gebühr wird über das System Epass24 bezahlt, für das du dich am besten vorab registrierst.

Das Parken in den Fischerdörfern kann in der Sommersaison ganz schön knifflig sein. In die Zentren von Orten wie Marstrand oder Smögen kommst du mit dem Auto gar nicht hinein oder das Parken ist dort extrem teuer. Halt deshalb immer nach großen Auffangparkplätzen am Rand der Städte Ausschau und geh den Rest zu Fuß. Zum Bezahlen der Parkgebühr brauchst du eine mobile App, meist Easypark oder Parkster, denn Münzautomaten findest du hier schon längst nicht mehr.

Roadtrip an der Westküste in 5 Tagen

Damit du die Region Bohuslän voll und ohne unnötigen Stress durch ständiges Umherfahren genießen kannst, habe ich für dich einen idealen Reiseplan für einen fünftägigen Roadtrip vorbereitet. Diese Route führt dich zu den schönsten Orten von Süden bis ganz in den Norden.

Tag 1: Göteborg und Marstrand Beginne dein Abenteuer in Göteborg, wo du dir im Viertel Haga einen Kaffee gönnen kannst. Gegen Mittag fahr mit dem Auto nach Nordwesten (ca. 45 km) zur Insel Marstrand. Park auf dem Auffangparkplatz in Koön, setz mit der Fähre über und widme den Nachmittag der Besichtigung der majestätischen Festung Carlsten und Streifzügen über die Insel. Übernachten kannst du direkt in Marstrand oder in günstigeren Pensionen auf dem Festland Richtung Stenungsund.

Tag 2: Lysekil und die Granitfelsen Morgens fahr weiter nach Norden über die E6 und bieg dann zum Städtchen Lysekil ab. Unterwegs erwartet dich eine kurze Überfahrt mit der kostenlosen Straßenfähre über den Fjord. Vormittags besuch das Aquarium Havets Hus und nach dem Mittagessen (probier den lokalen Dagens Lunch) mach dich zu Fuß auf ins Naturschutzgebiet Stångehuvud. Der Spaziergang zwischen den glatten rosafarbenen Felsbrocken bei Sonnenuntergang ist unvergesslich. Übernachte in Lysekil oder fahr näher an die Stadt Smögen heran.

Tag 3: Smögen und Fjällbacka Dieser Tag gehört den meistfotografierten Orten. Fahr morgens nach Smögen und geh über den berühmten hölzernen Steg Smögenbryggan, bevor die größten Touristenmengen ankommen. Nachmittags fährst du rund 40 Kilometer nördlich ins Krimi-Dorf Fjällbacka. Hier musst du die hölzernen Stufen durch die Felskluft Kungsklyftan bewältigen und dir einen Kaffee auf dem Ingrid-Bergman-Platz gönnen. Für die Übernachtung empfehle ich die Miete einer typischen roten Hütte (Stuga) irgendwo in den Wäldern rund um Fjällbacka.

Tag 4: Grebbestad und Geschichte Von Fjällbacka ist es nur ein Katzensprung nach Grebbestad, der Hauptstadt der schwedischen Austern. Geh durch den ruhigen Hafen und saug die Fischeratmosphäre auf. Fahr dann ein wenig ins Landesinnere zum Städtchen Tanumshede, wo du den Nachmittag mit der Erkundung der faszinierenden Felsritzungen aus der Bronzezeit verbringst, die auf der UNESCO-Liste stehen. Abends zieh weiter nach Norden ins Städtchen Strömstad, das deine letzte Basis sein wird.

Tag 5: Nationalpark Kosterhavet Den letzten Tag widme der reinen Natur. Lass morgens das Auto in Strömstad und spring auf die Personenfähre Richtung der Inseln Nordkoster und Sydkoster. Leih dir ein Fahrrad und strampel den ganzen Tag zwischen Weiden und abgelegenen Stränden im einzigen Meeresnationalpark Schwedens. Nachmittags fahr mit der Fähre zurück aufs Festland und kehr über die Autobahn E6 bequem und schnell nach Süden zurück nach Göteborg.

Wohin weiter von Bohuslän aus

Wenn du die Granitküste erkundet hast, wäre es ein riesiger Fehler, die Hauptstadt der ganzen Region auszulassen. Schau dir unseren ausführlichen Artikel Göteborg: 20 Tipps, was du in der zweitgrößten Stadt Schwedens sehen kannst an, wo du erfährst, warum diese Stadt viel entspannter ist als Stockholm.

Wenn du die Logistik der Anreise mit dem eigenen Auto klärst, hilft dir sicher der Ratgeber Mit der Fähre nach Schweden: Linien, Preise und wie du die richtige wählst. Für einen Gesamteindruck, was dich sonst noch im Norden erwartet, wirf einen Blick auf Schweden: 30 Tipps, was du sehen und erleben kannst, und vergiss nicht, dein Budget mithilfe des Artikels Preise in Schweden: Was kostet ein Urlaub im Auge zu behalten.

Häufig gestellte Fragen

Bei der Reiseplanung stellen viele Leute dieselben praktischen Fragen. Hier habe ich die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengetragen, die dich vor dem Ausflug an die Westküste interessieren könnten.

Wie komme ich am besten in die Region Bohuslän?

Die schnellste Variante ist ein Direktflug von Berlin nach Göteborg (z. B. mit Ryanair oder Eurowings zu guten Preisen) und dort einen Mietwagen zu nehmen. Wenn du mit dem eigenen Auto aus Deutschland anreist, ist die bequemste Option die Nachtfähre vom deutschen Kiel direkt ins Zentrum von Göteborg, von wo aus es bis nach Bohuslän nur noch knapp eine Stunde Fahrt ist.

Wie viele Tage brauche ich an der Küste?

Für eine schnelle Tour durch die bekanntesten Orte (Marstrand, Smögen, Fjällbacka) reicht ein verlängertes Wochenende, also drei bis vier Tage. Wenn du aber eine Kajaktour machen, einen Teil des Wanderwegs Kuststigen gehen und den Nationalpark Kosterhavet besuchen möchtest, solltest du mindestens fünf bis sieben Tage an der Küste einplanen.

Kann man an der Westküste im Meer baden?

Ja, hier kann man problemlos baden, aber du musst damit rechnen, dass das Wasser etwas kälter ist als in der Ostsee (im Sommer hat es normalerweise zwischen 17 und 19 Grad). Statt Sandstrände gibt es hier spezielle Edelstahlleitern, die direkt in die Granitfelsen montiert sind und über die man ins Wasser steigt.

Wann ist die beste Reisezeit?

Wenn du den größten Menschenmassen und überteuerten Unterkünften aus dem Weg gehen möchtest, reise Ende Mai/Anfang Juni oder von Ende August bis Mitte September. Im Juli haben die meisten Schweden landesweit Urlaub und die Häfen sind hoffnungslos überfüllt.

Brauche ich für die Reise durch Bohuslän ein Auto?

Ein Auto ist ein großer Vorteil, weil es dir die Freiheit gibt, überall entlang der Küste anzuhalten. Aber es geht auch ohne – die Region hat ein sehr dichtes und zuverlässiges Netz an Bussen und lokalen Fähren der Gesellschaft Västtrafik, mit denen du alle wichtigen touristischen Zentren erreichst.

Wo genau finde ich die Schauplätze aus den Büchern von Camilla Läckberg?

Die Handlung ihrer Krimis spielt im Dorf Fjällbacka und seiner unmittelbaren Umgebung. Bei einem Spaziergang wirst du sicher auf die dramatische Felsspalte Kungsklyftan, die alte Kirche und den Hafen stoßen, die in ihren Büchern eine Schlüsselrolle spielen.

Was kostet die Unterkunft an der Westküste?

Die Preise variieren sehr stark je nach Saison. Außerhalb der Hauptferienzeit bekommst du ein Doppelzimmer in einer netten Pension ab 1.200 SEK (ca. 105 €), aber im Juli und August steigen die Preise in beliebten Häfen wie Marstrand oder Smögen regelmäßig auf 2.500 SEK (220 €) und mehr. Günstigere Alternativen sind Campingplätze und die Miete kleiner Hütten (Stugor).

Was ist der Nationalpark Kosterhavet?

Das ist überhaupt der erste schwedische Meeres-Nationalpark, der sich ganz im Norden von Bohuslän an der norwegischen Grenze befindet. Er schützt ein einzigartiges Unterwasser-Ökosystem mit kälteliebenden Korallen, und sein Zentrum bilden die Inseln Nordkoster und Sydkoster, auf denen Autos verboten sind.

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