Öland in Schweden ist eine Insel voller unglaublicher Kontraste, die 137 Kilometer lang, an manchen Stellen aber nur wenige Kilometer breit ist. Zusammen mit dem nahen Gotland sammelt sie die meisten Sonnenstunden ganz Schwedens – und das auf einer Insel, die sich für ihr gutes Wetter überhaupt nicht schämen muss. Während man in Mitteleuropa Schweden vor allem mit tiefen Wäldern und Seen verbindet, erwartet dich hier eine völlig andere Welt ☺️.
Denn genau in der Inselmitte liegt eine riesige Kalksteppe, auf der so gut wie keine Bäume wachsen und die eher an eine afrikanische Savanne erinnert als an das traditionelle Skandinavien. Öland ist ein schwedischer Sommerklassiker, den der Rest Europas bislang sträflich übersieht – auch wenn deutsche Camper schon seit vielen Jahren hierherkommen. Ein riesiger Vorteil: Du erreichst die Insel bequem mit dem Auto über eine Brücke, sodass du dich mit keiner teuren Fähre vom Festland herumschlagen musst.
Vielleicht fragst du dich gerade, was eigentlich der Unterschied zwischen Öland und dem nahegelegenen Gotland ist. Während Gotland vor allem mit der mittelalterlichen Hansestadt Visby und den dramatischen Kalksteintürmen, den sogenannten Raukar, lockt, ist Öland die Insel endloser Strände, hunderter alter Windmühlen und einer völlig flachen Landschaft. Es ist schlicht das ideale Reiseziel für Familien mit Kindern, begeisterte Radfahrer und alle, die einen echten nordischen Sommer ohne Mücken erleben wollen.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
Falls du es gerade eilig hast und nur die wichtigsten Punkte für die schnelle Planung brauchst, habe ich dir eine kurze Übersicht des Wesentlichen vorbereitet. Hier hast du die Insel Öland in aller Kürze:
- Kostenlos erreichbar: Auf die Insel gelangst du von der Festlandstadt Kalmar über die sechs Kilometer lange Ölandsbron-Brücke – und für die Überfahrt zahlst du überhaupt keine Maut.
- Schwedische Savanne: Die südliche Inselhälfte bedeckt die Kalksteppe Stora Alvaret, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und auf der im Frühling seltene Orchideen blühen.
- Königlicher Sommer: An der Westküste findest du die majestätische Schlossruine Borgholm und direkt daneben die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie Solliden.
- Paradies für Radfahrer: Öland ist völlig flach und von einem Netz sicherer Radwege durchzogen – du wirst die Insel selbst dann lieben, wenn du sonst kaum Rad fährst.
- Insel der Mühlen: Früher klapperten hier über zweitausend, heute schmücken etwas mehr als vierhundert die Landschaft und bilden die ikonischsten Fotomotive der ganzen Region.
- Camping-Großmacht: Im Norden liegt das riesige Resort Böda Sand mit kilometerlangen weißen Sandstränden, die dich eher an die Karibik als an die Ostsee erinnern werden.
- Lokale Gastronomie: Probier unbedingt den heimischen Spargel, die süßen Öland-Erdbeeren und gönn dir die traditionelle Kaffeepause namens Fika in einem der vielen malerischen Cafés.

Wann du nach Öland reisen solltest: das Wetter auf Öland in Schweden
Die Wahl des Reisetermins ist für einen Besuch auf Öland absolut entscheidend, denn die Insel verändert ihr Gesicht im Laufe des Jahres drastisch. Wenn dich vor allem die einzigartige Natur interessiert und du die blühende Kalksteppe Stora Alvaret sehen willst, empfehle ich dir eine Reise im Mai oder in der ersten Junihälfte. In dieser Zeit blühen hier Dutzende wilder Orchideenarten, und die Insel erwacht gerade erst in die Hauptsaison – du findest hier also himmlische Ruhe. Die Frühlingsmonate sind zudem ideal für Vogelbeobachter, die sich am südlichen Leuchtturm versammeln. An der Küste weht es allerdings manchmal ordentlich, pack dir deshalb ein paar wärmere Schichten mehr in den Koffer.
Die Hauptsaison startet Ende Juni nach der traditionellen Mittsommerfeier und dauert etwa bis Mitte August. Im Juli haben die meisten Schweden ihren sogenannten Industrisemester, den landesweiten Betriebsurlaub. Zu dieser Zeit pulsiert und brummt Öland vor Leben, alle Sommercafés laufen auf Hochtouren und die Strände sind voller Familien mit Kindern. Anders als im Norden Schwedens musst du dich hier zudem nicht vor Angriffen aggressiver Mücken und Fliegen fürchten. Rechne aber damit, dass die Übernachtungspreise in dieser Zeit steil in die Höhe schnellen und die beliebten Campingplätze schon lange im Voraus hoffnungslos ausgebucht sind.
Der September bietet eine absolut zauberhafte Atmosphäre: Die Touristenmassen verschwinden, doch die Ostsee ist nach dem Sommer noch recht warm. Das Highlight des Herbstes ist dann das berühmte Skördefest, das Erntefest, das immer Ende September stattfindet (2026 fällt es auf das letzte Septemberwochenende). Die ganze Insel erstrahlt in tausenden ausgehöhlten Kürbissen, die Bauern öffnen ihre Höfe und überall werden lokale Köstlichkeiten von Marmeladen bis Käse verkostet.
Die Wintermonate würde ich dir für einen ersten Besuch dagegen eher nicht empfehlen. Viele Schlösser, Museen und bekannte Bäckereien stellen im Herbst auf verkürzte Öffnungszeiten um oder schließen gleich ganz mit dem Schild, dass die Besitzer im Urlaub sind. Dir bleibt zwar die schöne, raue nordische Natur, aber du verpasst einen Großteil des typischen Sommerkolorits, das die schwedische Riviera so besonders macht. Plan für die Insel auf jeden Fall mindestens drei bis vier Tage ein, für einen entspannten Familienurlaub ruhig eine ganze Woche.

Wo du auf Öland übernachten kannst: Ferienhaus und Camping auf Öland in Schweden
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Südschweden ist das gelobte Land des Campings und der Vermietung der typischen roten Holzhütten, die man hier Stuga nennt. Auch wenn in Schweden das berühmte Jedermannsrecht Allemansrätten gilt, denk daran, dass du mit Auto oder Wohnmobil nicht wild auf Wiesen oder an Stränden campen darfst. Dieses Recht gilt ausschließlich für Wanderer mit eigenem Zelt. Mit dem Fahrzeug musst du immer offizielle Campingplätze oder ausgewiesene Wohnmobilstellplätze, den sogenannten Ställplats, nutzen – davon gibt es hier zum Glück reichlich und sie sind hervorragend ausgestattet.
Wenn du ein festes Dach über dem Kopf bevorzugst, ist das Städtchen Borgholm an der Westküste oder das kleinere Färjestaden direkt an der Brücke der beste strategische Ausgangspunkt. Du findest hier jede Menge Läden, Restaurants und am Abend geht es angenehm lebhaft zu. Die Preise pro Nacht im Doppelzimmer liegen in der Hochsaison bei etwa 1.200 bis 2.500 SEK (rund 110 bis 220 €), es lohnt sich also definitiv, die Unterkunft mit großem Vorlauf zu buchen 😉.
Hier ein paar konkrete Tipps, wo du dein Haupt betten und die nordische Gemütlichkeit genießen kannst:
- Villa Sol: Gemütliche Pension im Zentrum von Borgholm mit schönem Garten und Frühstück, nach dem du es bereuen wirst, überhaupt aufstehen zu müssen. In der Saison zahlst du hier rund 1.200 SEK (ca. 110 €) pro Nacht und bekommst einen perfekten Ausgangspunkt für Ausflüge in den mittleren und nördlichen Inselteil.
- Drottning Victorias Vilohem: Ein luxuriöseres Boutique-Hotel unweit von Borgholm, das früher als Erholungssitz der Königin Victoria selbst diente. Die Atmosphäre erinnert eher an ein englisches Landhaus als an ein Hotel. Dich erwarten hohe Decken, historische Möbel und ein ruhiger Garten, in dem man einfach nur mit einem Buch sitzen möchte. Eine Nacht kostet etwa 1.800 SEK (rund 160 €).
- Böda Sand: Die ultimative Wahl für Familien mit Kindern im Inselnorden. Es ist der größte Campingplatz Schwedens mit eigener Bäckerei, Pools und weißem Strand. Eine klassische Holzhütte (Stuga) kostet hier grob 1.000 bis 1.500 SEK (ca. 90 bis 140 €) pro Nacht, je nach Größe und Ausstattung.
- Haga Park Camping & Stugor: Eine tolle und preisgünstigere Variante in der südlichen Inselhälfte, die vor allem Windsurfer und ruhesuchende Familien lieben. Eine Hütte bekommst du hier schon ab 800 SEK (rund 70 €) und der Kiesstrand liegt nur wenige Schritte von deinem Bett entfernt.
- Ekerum Resort Öland: Wenn du dir maximalen Komfort mit Meerblick und Zugang zu einem erstklassigen Golfplatz gönnen willst, ist dieses Resort unweit von Borgholm eine sichere Bank. Die Preise starten bei rund 1.500 SEK (ca. 140 €) für ein geräumiges Zimmer mit einem fabelhaften Frühstück voller lokaler Zutaten.

16 Tipps, was du auf Öland in Schweden sehen und erleben solltest
Die Insel ist zwar schmal, bietet aber eine unglaubliche Fülle an Erlebnissen – von historischen Ruinen über Naturschutzgebiete bis hin zu malerischen Dörfern. Hier sind 16 Orte, die du auf deiner Reise auf keinen Fall auslassen solltest.

1. Die Brücke Ölandsbron und die majestätische Anreise auf die Insel
Dein Abenteuer beginnt schon, bevor du überhaupt den Boden der Insel betrittst. Von der Festlandstadt Kalmar spannt sich nämlich über die Meeresenge die mehr als sechs Kilometer lange Ölandbrücke. Als man sie im September 1972 feierlich eröffnete, trug sie den Titel der längsten Brücke ganz Europas – und bis heute ist sie ein absolut faszinierendes Ingenieurwerk, das das Leben der Inselbewohner für immer veränderte. Bis dahin waren sie ausschließlich auf langsame und oft überfüllte Fähren angewiesen.
Der höchste Punkt der Brücke ragt 36 Meter über den Meeresspiegel, sodass du bei der Überfahrt einen absolut atemberaubenden Blick auf den Kalmarsund und die näher kommende Insel hast. Die Fahrt dauert rund zehn Minuten und die Betonstraße wellt sich auf der Brücke leicht, was einen schönen optischen Effekt erzeugt. Die Brücke verbindet das Festland mit dem Inselstädtchen Färjestaden, das als eine Art Hauptempfangspunkt voller Läden und Cafés dient.
💡 Tipp: Die Überfahrt über die Brücke ist völlig kostenlos, hier wird keine Maut fällig – im Vergleich zu den teuren Brücken in Dänemark ein riesiger Vorteil. Denk aber daran, dass auf der Brücke ein striktes Halteverbot gilt. Wenn du dieses Betonwahrzeichen in Ruhe fotografieren möchtest, musst du das vom Festland in Kalmar aus tun, oder vom Parkplatz und Rastplatz direkt hinter der Brücke auf der Öland-Seite. Es ist hier oft ziemlich windig, also Vorsicht beim Öffnen der Autotür.

2. Stora Alvaret: Kalksteppe und schwedische Savanne
Dieser Ort ist wohl das größte Naturunikat, das du auf der Insel findest. Die südliche Hälfte Ölands bedeckt die riesige Kalksteppe Stora Alvaret, die sich dank ihrer Einzigartigkeit den Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste verdient hat. Die Bodenschicht auf der Kalkplatte ist hier so unglaublich dünn, dass keine Bäume überleben und die Pflanzen um jeden Zentimeter Raum kämpfen.
Beim Spaziergang durch diese Landschaft wirst du das Gefühl haben, dich versehentlich irgendwohin in die afrikanische Savanne teleportiert zu haben. Die Landschaft ist flach, steinig, mit Wacholder übersät und ständig vom Wind vom Meer gepeitscht. Genau diese rauen Bedingungen haben aber ein perfektes Ökosystem für seltene Pflanzenarten geschaffen. In den Frühlingsmonaten, vor allem im Mai und Juni, wachsen hier aus den Spalten im Gestein Dutzende wilder Orchideenarten. Es ist ein Schauspiel, das du dir nicht entgehen lassen darfst und wegen dem Botaniker aus ganz Europa hierherreisen.
💡 Tipp: Ausreichend Wasser und Sonnencreme sind hier schlicht Pflichtausrüstung. Schatten suchst du hier nämlich vergeblich, den hat die Steppe einfach nicht für dich. Die besten Ausgangspunkte für Wanderungen findest du in der Umgebung der malerischen Dörfer Resmo oder Vickleby, wo kleine Parkplätze mit Infotafeln angelegt sind. Denk daran, dass die Steppe geschützt ist, deshalb ist es hier streng verboten, wild zu campen, Feuer zu machen oder irgendwelche Pflanzen zu pflücken.

3. Schlossruine Borgholm: die größte Nordeuropas
An der Westküste der Insel ragt die mächtige Schlossruine Borgholm in die Höhe, die als historischer Hauptmagnet ganz Ölands fungiert. Die ursprüngliche Festung aus dem 12. Jahrhundert stand hier zur Verteidigung gegen dänische Überfälle, später baute König Johann III. daraus einen prächtigen Renaissancepalast voller Luxus. Leider brannte das Schloss 1806 bis auf die Grundmauern nieder – der Legende nach wegen Unachtsamkeit bei der Schwarzpulverherstellung – und übrig blieben nur die gewaltigen Kalksteinmauern.
Heute kannst du frei durch die riesigen leeren Säle spazieren, in ehemalige Gemächer hineinschauen und dir vorstellen, wie es hier in Zeiten größten Ruhms aussah, als hier königliche Festmahle stattfanden. Von den Mauern hast du zudem einen fantastischen Blick auf das Meer und die umliegenden Eichenwälder. Der Eintritt für Erwachsene kostet rund 130 SEK (ca. 12 €), und für Kinder gibt es jede Menge interaktive Spiele, Ritteraufgaben und das Bemalen von Schilden.
💡 Tipp: Versuch, deinen Schlossbesuch auf den späten Nachmittag oder frühen Abend zu legen. Die Mauern von Borgholm bekommen beim Sonnenuntergang einen wunderschönen goldenen Schimmer und die Atmosphäre ist hier unglaublich dramatisch und romantisch zugleich. In den Sommermonaten finden hier zudem sehr häufig große Open-Air-Konzerte berühmter schwedischer Bands statt, es lohnt sich also, das Kulturprogramm vorab zu prüfen, um von eventuellen Einschränkungen der Öffnungszeiten zu wissen.

4. Die königliche Sommerresidenz Solliden
Direkt in der Nachbarschaft der Ruine Borgholm stößt du auf eine völlig andere Welt voller Grün und perfekter Ordnung. Hier befindet sich nämlich Solliden, die offizielle Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie. Diesen schneeweißen Palast ließ Königin Victoria zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichten. Sie war eine Frau von schwacher Gesundheit, die das sonnige Italien liebte, und ließ sich deshalb von der dortigen Architektur inspirieren und rund um die Residenz absolut wunderschöne Parkanlagen anlegen.
Auch wenn man dich nicht ins Innere des Palastes lässt – die Royals hüten ihre Privatsphäre mit Zähnen und Klauen –, sind die weitläufigen königlichen Gärten von Mai bis September für die Öffentlichkeit zugänglich. Beim Spaziergang entdeckst du perfekt geschnittene italienische Parterres, beruhigende Wasserfälle, üppige Rosengärten und schattige Laubwäldchen, die vor der Sommersonne Schutz bieten. Der Eintritt in die Gärten kostet rund 140 SEK (ca. 13 €) und lohnt sich für diese Schönheit und Ruhe auf jeden Fall.
💡 Tipp: Wenn du Öland genau am 14. Juli besuchst, kannst du ein riesiges Fest voller Musik und Blumen erleben. An diesem Tag feiert nämlich die schwedische Kronprinzessin Victoria Geburtstag, und die Königsfamilie tritt üblicherweise vor den Palast, um die Scharen begeisterter Gratulanten zu grüßen. Es ist ein Riesenevent, das die Schweden absolut lieben, aber rechne an diesem Tag mit gewaltigen Menschenmassen und Parkproblemen im ganzen Umland von Borgholm.

5. Die Windmühlen in Lerkaka und Störlinge
Wenn man Öland sagt, fällt den meisten Schweden sofort die charakteristische Silhouette einer alten Windmühle ein. Die Insel war früher die Kornkammer der Region, und hier klapperten über zweitausend Mühlen, die den Bauern zum Mahlen der Ernte dienten. Mit dem Aufkommen der industriellen Revolution verloren sie zwar ihre Bedeutung, aber heute schmücken etwas mehr als vierhundert die Landschaft. Diese typischen Holzbauten stehen streng unter Denkmalschutz und bilden einen unverzichtbaren Teil des lokalen Kolorits.
Die meisten sind aus Holz und stehen auf einem sogenannten Stock, der es ermöglichte, das ganze Gebäude in den Wind zu drehen. Den schönsten Anblick bieten sie dort, wo mehrere in einer langen Reihe entlang der Straße stehen – das bekannteste Fotomotiv ist die sorgfältig gepflegte Reihe im Dörfchen Lerkaka oder die fünf wunderschönen Mühlen unweit von Störlinge.
💡 Tipp: Halte am frühen Morgen oder umgekehrt am frühen Abend bei ihnen an, wenn das Sonnenlicht am weichsten ist und die Schatten lang über das Gras ziehen. Die meisten Mühlen der Insel sind das ganze Jahr über von außen frei zugänglich. In einige restaurierte Exemplare, um die sich örtliche Gemeinschaften kümmern, kann man im Sommer sogar hineinschauen und sich die alten massiven Mahlmechanismen und riesigen hölzernen Zahnräder aus der Nähe ansehen.

6. Böda Sand: der größte Campingplatz Schwedens
Im Norden der Insel liegt ein Phänomen, das sogar seine eigene sehr beliebte Reality-Show im schwedischen Staatsfernsehen hat. Böda Sand ist ein riesiges Camping-Resort mit 1.350 Stellplätzen und 125 Hütten, das in den Sommermonaten wie ein völlig eigenständiges Städtchen funktioniert. Du findest hier eine eigene Handwerksbäckerei, riesige Supermärkte, einen Friseur, Pools mit Rutschen, Outdoor-Fitnessstationen und vor allem atemberaubende Kilometer unglaublicher Strände.
Der Sand ist hier so unglaublich fein und weiß, dass du dich eher wie irgendwo in der Karibik fühlst als an den kühlen Ufern der Ostsee. Selbst wenn du nicht direkt auf dem Campingplatz übernachtest, kannst du für einen Tagesausflug hierherkommen. Du musst nur auf den ausgewiesenen Flächen unweit parken, durch den Kiefernhain gehen und einen perfekten Strandtag mit der ganzen Familie genießen, denn der Zugang zum Strand ist frei.
💡 Tipp: Im Laufe des Julis, während des schwedischen Betriebsurlaubs, ist Böda Sand hoffnungslos voller Wohnwagen und es pulsiert hier von morgens bis abends ein sehr reges gesellschaftliches Leben. Wenn du eher Ruhe und halbleere Strände suchst, komm Ende August oder Anfang September her. Das Wasser in der flachen Bucht ist nach dem langen Sommer überraschend warm und du hast die schönsten Küstenabschnitte fast für dich allein.

7. Die Strände Byxelkrok, Grönhögen und Baden in der Ostsee
Baden in Schweden klingt vielleicht nicht nach der allerbesten Idee für einen Sommerurlaub, aber die Insel Öland belehrt dich schnell eines Besseren. Dank flacher, sandiger Buchten und einer außergewöhnlich hohen Zahl an Sonnentagen erwärmt sich das Wasser hier im Sommer üblicherweise auf 20 bis 22 °C. Die gesamte Küste säumen unzählige malerische Buchten, die absolut ideal und sicher auch für Familien mit kleineren Kindern sind, denn das Meer ist hier meist ruhig.
Im Norden der Insel empfehle ich dir unbedingt einen Besuch der Strände rund um das alte Fischerdörfchen Byxelkrok. Du findest hier eine tolle Infrastruktur mit Toiletten, Umkleiden und jede Menge Buden mit hervorragendem Softeis. Im Süden locken dagegen die ruhigeren Kies- und Sandstrände bei Grönhögen, wo eine viel entspanntere Atmosphäre herrscht, du nicht auf solche Massen wie im lebhaften Norden triffst und das Wasser wunderbar klar ist.
💡 Tipp: Die Schweden lieben das morgendliche Baden verbunden mit einem üppigen Picknick am Strand. Mach es genau wie sie: Kauf im örtlichen Laden frisches Gebäck, koch dir Kaffee in eine Thermoskanne und mach dich gleich nach dem Aufwachen ans Wasser auf, bevor die Sonne zu brennen beginnt. Es ist die allerbeste Art, die gemütliche Inselatmosphäre aufzusaugen und energiegeladen in den Tag zu starten.

8. Neptuni Åkrar: Steinfelder und blaue Blüten
An der Nordwestküste der Insel entdeckst du einen magischen Ort mit dem sehr poetischen Namen Neptuni Åkrar, was sich frei mit Neptuns Äcker übersetzen lässt. Diesen Namen gab ihm niemand Geringeres als der berühmte schwedische Naturforscher Carl von Linné bereits im 18. Jahrhundert während seiner Reisen über die Insel. Es handelt sich um weitläufige, stufenförmige Terrassen aus Kalksteinen und glatten Kieseln, die über Jahrtausende von den anbrandenden Meereswellen und dem Rückzug der Eiszeit geformt wurden.
Der größte Zauber des Ortes kommt aber erst im Juni und Juli, wenn das gesamte scheinbar öde Steinfeld in tausenden leuchtend blauen Blüten des Gewöhnlichen Natternkopfs erblüht, den die Schweden liebevoll Blåeld (blaues Feuer) nennen. Der Kontrast der blauen Blüten, der grauen ausgebleichten Steine und des dunkelblauen Meeres im Hintergrund ist absolut bezaubernd und garantiert dir tolle Fotos fürs Familienalbum.
💡 Tipp: Der Ort ist ganzjährig frei zugänglich und wird von mehreren angenehmen Wanderwegen dicht am Wasser durchzogen. Das Gelände ist hier wegen der Ansammlungen runder wie scharfer Steine allerdings ziemlich uneben und rutschig, zieh dir also unbedingt festere Turnschuhe an. Behalte auf keinen Fall nur Flip-Flops an den Füßen, in denen du dir leicht den Knöchel verstauchen würdest.

9. Trollskogen: der verwachsene Wald im Norden
Wenn du mit Kindern durch Schweden reist, ist dieser Ort ein absolutes Muss und wird ihnen riesig Spaß machen. Trollskogen, der Trollwald, liegt an der allernördlichsten Spitze der Insel und ist ein streng geschütztes Naturschutzgebiet. Die Bäume sind hier durch die jahrhundertelangen starken Winde von der Ostsee bizarr verwachsen, zum Boden gebeugt und mit dichtem Efeu bewachsen, sodass der ganze Wald wie die Kulisse aus einem gruseligen Märchen aussieht.
Neben verwachsenen Kiefern findest du hier auch uralte, moosbewachsene Eichen, von denen die älteste, die sogenannte Trolleken, Schätzungen zufolge mehr als neunhundert Jahre alt ist. Durch das gesamte Reservat verlaufen mehrere hervorragend markierte Rundwege unterschiedlicher Länge, die auch kleinere Kinder problemlos schaffen. Unterwegs entlang der Küste stößt du zudem auf die dramatischen Überreste alter Holzschiffwracks, die einst die Herbststürme hier anspülten.
💡 Tipp: Der Eintritt ins Reservat und auf den Parkplatz ist völlig kostenlos. Direkt am Eingang gibt es ein hervorragendes, architektonisch interessantes Informationszentrum namens Naturum, wo du spielerisch jede Menge Wissenswertes über die heimische Fauna und Flora erfährst. Hol dir dort vor dem Spaziergang unbedingt den kostenlosen Wegeplan, damit du im Wald die interessantesten Stellen und die ältesten Bäume nicht verpasst.

10. Der Leuchtturm Långe Erik am nördlichen Kap
Öland ist berühmt als Insel zweier ikonischer Leuchttürme, die wie treue Wächter ihre gegenüberliegenden Enden bewachen. Auf der kleinen felsigen Insel Stora Grundet, dicht an der nördlichen Spitze Ölands, steht Långe Erik (der lange Erik). Dieser wunderschöne, 32 Meter hohe Kalksteinleuchtturm wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet, um Schiffe vor den tückischen Klippen zu schützen, und dient bis heute als überaus wichtiger Orientierungspunkt für Seeleute im Kalmarsund.
In der Sommersaison ist der Turm des Leuchtturms für die Öffentlichkeit geöffnet und du kannst alle 138 engen Wendeltreppenstufen bis auf die Aussichtsplattform hinaufsteigen. Die Belohnung für ein wenig körperliche Anstrengung ist ein absolut fantastischer Blick auf die aufgewühlte Ostsee, den bewaldeten Trollwald und die ruhige Bucht Grankullaviken in der Ferne. Der Eintritt zur Aussicht kostet rund 60 SEK (ca. 5,50 €) und ich empfehle dir dringend, ihn nicht auszulassen, denn der Ausblick ist unvergesslich.
💡 Tipp: Die Insel, auf der der Leuchtturm Erik steht, ist mit dem Festland durch eine kleine, schmale Fußgängerbrücke verbunden. Die Ostsee zeigt hier ihre Kraft, und wenn wirklich starker Wind weht, kann der Zugang zur Außenplattform des Leuchtturms aus Sicherheitsgründen plötzlich gesperrt werden. Prüf deshalb lieber die aktuelle Wettervorhersage, bevor du dich ganz in den Norden der Insel aufmachst.

11. Der Leuchtturm Långe Jan und die Vogelstation Ottenby
Während der Norden der Insel von Erik bewacht wird, hält an der äußersten Südspitze Ölands schon seit Jahrhunderten der berühmte Långe Jan (der lange Jan) Wache. Mit einer stattlichen Höhe von fast 42 Metern ist er der höchste Leuchtturm ganz Schwedens und einer der höchsten Skandinaviens. Er wurde bereits 1785 erbaut, und für seinen Bau verwendete man damals praktisch die Steine einer alten verfallenen christlichen Kapelle. Der Blick von seiner Spitze auf die endlose Kalksteppe und das Meer ist atemberaubend, aber sei auf den anstrengenden Aufstieg über 197 Stufen gefasst.
Die Umgebung des Leuchtturms bildet das Naturschutzgebiet Ottenby, das weltweit als renommierte Vogelbeobachtungsstation gilt. Während des Frühjahrs- und Herbstzugs rasten hier riesige Vogelschwärme, die aus dem eisigen Norden nach Süden oder umgekehrt ziehen. Du findest hier Scharen begeisterter Fotografen in Regenjacken mit riesigen Teleobjektiven sowie ein hervorragendes modernes Besucherzentrum, in dem du dir die Ausstellung ansehen oder ein professionelles Fernglas ausleihen kannst.
💡 Tipp: Unten am Fuß des Leuchtturms gibt es das tolle Café und Restaurant Fågel Blå, wo du dir nach dem Bezwingen all der Stufen in Ruhe einen ausgezeichneten heißen Kaffee und einen traditionellen Kuchen gönnen kannst. Der Leuchtturm selbst ist von Frühling bis Herbst für Besucher geöffnet, der Eintritt beträgt rund 60 SEK (ca. 5,50 €). Im Süden der Insel ist es merklich kühler und der Wind pfeift hier wirklich ordentlich, eine Windjacke ist also absolut unverzichtbar.

12. Die Burg Eketorp: ein lebendiges Museum der Eisenzeit
Wenn du echte Geschichte hautnah erleben willst und dir das bloße Lesen von Infotafeln nicht reicht, mach dich in den südlichen Teil der Kalksteppe zur Burg Eketorp auf. Es handelt sich um eine vollständig rekonstruierte kreisförmige Steinburg, deren ursprüngliche Fundamente bis tief in die Eisenzeit zurückreichen. Eine Gruppe von Archäologen verbrachte hier lange Jahre mit sorgfältigen Ausgrabungen und baute anschließend die gesamte mächtige Festung genau so wieder auf, wie sie vor fünfzehnhundert Jahren aussah.
Innerhalb der gewaltigen Steinmauern gibt es nämlich von Frühling bis Herbst ein lebendiges Museum, in dem Schweine, Schafe und Hühner frei umherlaufen. Guides in perfekten historischen Kostümen backen hier Fladen am offenen Feuer, schmieden Eisen und führen den Alltag der antiken Bewohner vor. Kinder können hier Bogenschießen, Münzprägen ausprobieren oder sich ansehen, wie man in den alten Hütten schlief.
💡 Tipp: Der Eintritt nach Eketorp kostet in der Hauptsaison rund 130 SEK (ca. 12 €) für Erwachsene. Plan für den Besuch mindestens zwei bis drei Stunden ein, denn die Vorführungen historischer Handwerke und die Gespräche mit den begeisterten Guides sind unglaublich fesselnd und ziehen Erwachsene wie die Kleinsten ins Geschehen.

13. Das Gräberfeld Gettlinge und die Steinschiffe Mysinge
Die reiche Geschichte tritt auf Öland bei jedem Schritt direkt aus dem steinigen Boden hervor. Entlang der Hauptwestküstenstraße im Süden der Insel liegen mehrere absolut faszinierende archäologische Fundstätten aus der Bronze- und Eisenzeit, die über Jahrtausende unberührt geblieben sind. Die eindrucksvollste ist zweifellos das Gräberfeld Gettlinge, das sich über eine Länge von fast zwei Kilometern am Rand der Kalksteppe erstreckt und hunderte Gräber umfasst.
Die größte Aufmerksamkeit zieht hier ein riesiges, dreißig Meter langes Steinschiff auf sich, präzise aus aufgerichteten Granitblöcken zusammengesetzt. Diese symbolischen Denkmäler errichteten die alten Nordmänner für ihre verstorbenen Häuptlinge und Krieger, um ihnen den Weg ins Jenseits zu erleichtern. Bis heute strahlen sie eine stark mystische Atmosphäre aus. Ein Stück weiter Richtung Norden findest du dann das sehr ähnliche, weitläufige Gräberfeld Mysinge, von dem aus du zudem einen schönen Panoramablick in die umliegende flache Landschaft hast.
💡 Tipp: Der Zugang zu beiden historischen Gräberfeldern ist völlig kostenlos, und sie liegen zudem direkt an der Hauptstraße, sodass es reicht, hier auf dem Weg zum südlichen Leuchtturm Långe Jan für zwanzig Minuten anzuhalten. Besonders bei Morgennebel oder beim Sonnenuntergang sehen die riesigen stehenden Steine, umgeben von grasenden Schafen, unglaublich geheimnisvoll und fotogen aus.

14. Mit dem Rad über Öland: das Paradies für Radfahrer
Vergiss für einen Moment das Auto und lern die Insel in gemächlichem Tempo aus dem Fahrradsattel kennen. Öland ist wie geschaffen fürs Radfahren, denn es ist unglaublich flach und der höchste Punkt der ganzen Insel liegt nur wenige Dutzend Meter über dem Meer. Du findest hier ein dichtes Netz perfekt markierter und sicherer Radwege, die dich entlang der Küste, über blühende Kalksteppen und durch alte Fischerdörfer führen.
Die bekannteste Fernstrecke für echte Enthusiasten ist der Ölandsleden, der stattliche 400 Kilometer misst und dich durch alle Winkel der Insel führt. Dein eigenes Rad musst du aber gar nicht umständlich von zu Hause mitbringen. In Borgholm, in Färjestaden oder bei den großen Campingplätzen gibt es jede Menge gut ausgestatteter Verleihstationen, wo man dir für rund 150 bis 200 SEK (ca. 14–18 €) pro Tag ein tolles Rad inklusive Helm und Karte ausleiht.
💡 Tipp: Dein einziger Feind auf der völlig flachen Insel wird der Wind sein, der hier vom offenen Meer praktisch ununterbrochen weht. Prüf deshalb bei der Planung eines Radtagesausflugs immer die Vorhersage und versuch, die Strecke clever so zu legen, dass du zumindest auf dem anstrengenderen Rückweg zur Unterkunft starken Rückenwind hast.

15. Wo du essen kannst: Hofläden, Kroppkakor und Fika
Öland ist zu Recht als die Agrarperle Schwedens bekannt, und die heimischen Zutaten sind hier absolut erstklassig. Im Sommer stößt du hier an jeder Ecke auf kleine Hofstände, an denen du unglaublich süße Öland-Erdbeeren, frischen Käse oder ausgezeichneten grünen Spargel kaufen kannst. Ich empfehle dir wärmstens, bei ihnen anzuhalten – dieser unter der nordischen Sonne gereifte Geschmack lässt sich mit dem aus dem Supermarkt überhaupt nicht vergleichen.
Wenn man Mittagessen auf Öland sagt, empfehlen dir die Einheimischen sofort Kroppkakor. Das sind große Kartoffelknödel, gefüllt mit Schweinefleisch und Speck, großzügig mit zerlassener Butter übergossen. Es ist so ein richtiger ländlicher Klassiker, der zwar recht schlicht aussieht, aber genau die Art Gericht ist, von dem du dich nicht losreißen kannst. Greif in den örtlichen Restaurants aber ruhig zur ausgezeichneten vegetarischen Variante, gefüllt mit Pilzen oder einer köstlichen Gemüsemischung, die üblicherweise mit den typischen Preiselbeeren serviert wird. Wenn du konkrete Orte zum guten Essen suchst, kehr im Restaurant Kaffestugan i Böda ein, wo es ein fantastisches lokales Menü und hausgemachtes Gebäck gibt. Im Süden solltest du dir das legendäre Café und die Bäckerei Gårdby Kafé & Lanthandel nicht entgehen lassen, die dich nicht nur mit ihren Törtchen, sondern auch mit ihrem zauberhaften Retro-Interieur begeistert.
💡 Tipp: Lass dir auf keinen Fall den schwedischen Nationalsport namens Fika entgehen, die absolut heilige nachmittägliche Kaffeepause. Kehr in einer der Dutzenden gemütlichen örtlichen Bäckereien ein, bestell dir einen starken Filterkaffee und dazu eine frisch gebackene Zimtschnecke (Kanelbulle) oder einen traditionellen luftigen Kardamomknoten.

16. Kalmar: das Renaissance-Tor zur Insel
Auch wenn die Stadt Kalmar nicht direkt auf der Insel selbst liegt, dient sie als wichtigster Zugangspunkt und verdient definitiv zumindest einen halbtägigen Zwischenstopp, bevor du über die große Brücke nach Öland fährst. Diese wunderschöne historische Stadt war einst die wichtigste schwedische Festung an der alten Grenze zu Dänemark, und ihre alten gepflasterten Gassen haben eine großartige und sehr beschauliche Atmosphäre.
Der Hauptmagnet für Besucher ist natürlich das Kalmar slott, mit Abstand das besterhaltene Renaissanceschloss ganz Skandinaviens. Genau hier wurde 1397 die berühmte Kalmarer Union unterzeichnet, die unter der Führung von Königin Margarete I. das gesamte nordische Gebiet vereinte. Das Schloss bietet wunderschöne, üppige Interieurs, dunkle Geheimgänge und ausgezeichnete Führungen, für die du rund 160 SEK (ca. 15 €) zahlst.
💡 Tipp: Geh auch durch die malerische Altstadt (Gamla stan) unweit des Schlosses und schau dir den örtlichen Yachthafen an, in dem die Jachten ankern. Es ist ein toller Ort zum Mittagessen, wo es mehrere hervorragende Restaurants gibt (probier zum Beispiel das beliebte Café Kullzénska Caféet für eine authentische Kaffee-Fika in einem historischen Haus oder das Restaurant Postgatan für ein tolles nordisches Mittagessen) mit einem vergünstigten Tagesmenü namens Dagens rätt. Für rund 120 bis 150 SEK (11–14 €) bekommst du ein Hauptgericht, ein Salatbuffet, Wasser und Kaffee – die beste Art, in Schweden gut und günstig zu essen.

Wie du nach Öland kommst und dich auf der Insel bewegst
Die Anreise nach Öland aus Deutschland ist relativ unkompliziert und erfordert – anders als die Reise zum benachbarten Gotland – keine komplizierten Fährbuchungen auf die eigentliche Insel. Wenn du mit dem Auto aus Deutschland losfährst, ist die beste Möglichkeit die Fähre von Rostock oder von Sassnitz, die dich im Süden Schwedens in den Städten Trelleborg oder Ystad absetzt. Von dort erwartet dich eine rund dreistündige, sehr bequeme Fahrt über schwedische Autobahnen (die kostenlos sind) und Straßen quer durch die malerische Region Småland bis in die Hafenstadt Kalmar. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in Schweden streng überwacht, es lohnt sich also wirklich, sie einzuhalten – Bußgelder können einen Urlaub ganz schön verteuern.
Von Kalmar gelangst du auf die Insel über die bereits erwähnte sechs Kilometer lange Brücke Ölandsbron. Die Überfahrt dauert nicht mehr als zehn Minuten, ist völlig mautfrei und rund um die Uhr befahrbar, du bist also an keine Fahrpläne gebunden. Wenn du ohne Auto reist, kannst du mit dem Zug aus Stockholm oder Kopenhagen nach Kalmar fahren oder den örtlichen Flughafen Kalmar Öland Airport nutzen, den Inlandsverbindungen anfliegen. Von Kalmar pendeln dann regelmäßig gelbe Busse des Nahverkehrs (Kalmar Länstrafik) über die Brücke, die dich zu den wichtigsten Knotenpunkten wie Färjestaden und Borgholm bringen.
Öland selbst ist eine langgestreckte Insel, die 137 Kilometer lang ist. Zu Fuß lässt sie sich definitiv nicht durchqueren, wenn du also sowohl die Nord- als auch die Südspitze erkunden willst, gibt dir ein eigenes Auto oder Wohnmobil die nötige Freiheit. Der Verkehr auf der Insel ist sehr ruhig, nur im Juli kann sich die Hauptstraße Nummer 136 gelegentlich stauen. Wie ich schon erwähnt habe, ist es eine absolut fantastische Möglichkeit, Öland aus dem Fahrradsattel kennenzulernen. Dank der völligen Ebene und dem dichten Netz sicherer, vom Autoverkehr getrennter Wege dient das Rad als vollwertiges Verkehrsmittel auch für die Fahrten zwischen Stränden und Campingplätzen.

Rundreise über Öland in 3 Tagen
Die Insel wirkt auf der Karte zwar schmal, aber wegen ihrer Länge kann man hier Stunden im Auto verbringen. Wenn du rund drei Tage für den Besuch hast, ist es ideal, Öland in geografische Drittel aufzuteilen und jeden Tag einer Region zu widmen. So vermeidest du unnötiges Hin- und Herfahren. Als strategische Basis für die Unterkunft für alle drei Nächte wähl die Inselmitte, idealerweise die Umgebung von Borgholm oder Färjestaden.
Tag 1: Der mystische Süden und die Kalksteppen Mach dich gleich am ersten Tag ganz in den Süden auf. Der Weg von Borgholm zur Südspitze misst rund 80 Kilometer. Halte am uralten Gräberfeld Gettlinge mit dem Steinschiff und geh ein Stück über die riesige Kalksteppe Stora Alvaret, wo im Frühling die Orchideen blühen. Widme den Nachmittag dem Besuch der rekonstruierten eisenzeitlichen Burg Eketorp. Beende den Tag mit dem Aufstieg auf den höchsten schwedischen Leuchtturm Långe Jan im Reservat Ottenby und mit der Vogelbeobachtung.
Tag 2: Die königliche Mitte und die Windmühlen Nimm dir am zweiten Tag die kürzeren Fahrten in der Inselmitte vor. Mach dich am Morgen auf, die majestätische Schlossruine Borgholm und die direkt daneben liegende Sommerresidenz der Königsfamilie Solliden mit ihren perfekten Gärten zu erkunden. Geh zum Mittagessen direkt ins Städtchen Borgholm und mach dich am Nachmittag an die Ostküste auf. Genau dort findest du die schönsten Reihen alter Windmühlen, zum Beispiel in Lerkaka oder Störlinge, die mit der untergehenden Sonne eine perfekte Romantik erzeugen.
Tag 3: Der raue Norden und die karibischen Strände Widme den letzten Tag dem nördlichen Teil, der von Borgholm etwa 60 Kilometer entfernt ist. Steuer den magischen Trollwald (Trollskogen) an und lass dich von den windverwachsenen Kiefern und Schiffwracks bezaubern. Halte auf dem Rückweg an den Kalksteinterrassen Neptuni Åkrar voller blauer Blüten an. Widme den Nachmittag der reinen Erholung und fahr ins riesige Resort Böda Sand, wo du den Rest des Tages auf dem schneeweißen feinen Sand verbringen und in der ruhigen Bucht baden kannst.
Wohin von Öland aus weiter
Wenn du mehr Zeit hast, den Norden zu entdecken, muss deine Reise definitiv nicht nur auf dieser sonnigen Insel enden. Der Süden des Landes birgt unzählige weitere Schätze und wir haben für dich ausführliche Reiseführer vorbereitet.
- Willst du dir eine Vorstellung davon machen, was das ganze Land sonst noch bietet? Lies unseren Artikel Schweden: 30 Tipps, was du sehen und erleben solltest, wo du Inspiration für einen unvergesslichen Roadtrip findest.
- Reizt dich eine weitere Ostseeinsel mit völlig anderer Atmosphäre und einer mittelalterlichen Stadt? Schau dir Gotland und Visby: 20 Tipps für die Hanseinsel an.
- Wenn du zurück in den Süden zu den Fähren fährst, halt unbedingt in der malerischen Region Skåne. Mehr findest du im Artikel Ystad und Skåne: 18 Tipps für den Süden Schwedens.
- Interessiert dich, wie du deine Reise richtig timst und den Mücken entgehst? Studier den Ratgeber Wann nach Schweden reisen: das Wetter Monat für Monat.
- Und wenn du dir ein genaues Budget berechnen und herausfinden willst, wie du sparst, wirf einen Blick auf Preise in Schweden: was ein Urlaub kostet.
Häufig gestellte Fragen
Wir bringen Antworten auf die häufigsten Fragen, die dir bei der Planung deiner Reise auf diese sonnige schwedische Insel helfen. Wenn du zum ersten Mal nach Öland fährst, sparen dir diese praktischen Tipps garantiert jede Menge Zeit und Sorgen.
Wie komme ich am besten nach Öland?
Der einfachste und günstigste Weg führt mit dem Auto von der Festlandstadt Kalmar über die sechs Kilometer lange Ölandbrücke (Ölandsbron). Die Durchfahrt ist komplett kostenlos und es wird keine Maut erhoben. Nach Kalmar kannst du mit dem eigenen Auto nach der Anlandung von der Fähre im Süden Schwedens fahren, alternativ gibt es Inlandsflüge von Stockholm hierher sowie direkte Busverbindungen und Züge.
Wie viele Tage sollte ich für Öland einplanen?
Damit dein Besuch nicht nur eine schnelle Durchfahrt mit dem Auto ist, empfehle ich dir, mindestens drei bis vier Tage hier zu verbringen. Die Insel ist 137 Kilometer lang und die Fahrten von Nord nach Süd dauern eine Weile. Wenn du auch Baden an weißen Stränden, Radfahren und entspannte Campingatmosphäre einplanen möchtest, ist ein einwöchiger Aufenthalt absolut ideal und erholsam.
Brauche ich ein Auto, um die Insel zu erkunden?
Ein Auto oder Wohnmobil gibt dir enorme Freiheit, denn viele Sehenswürdigkeiten, Windmühlen und abgelegene Strände liegen außerhalb der Reichweite der Hauptbuslinien. Wenn du ohne Auto anreist, ist die beste Alternative, dir in Färjestaden oder Borgholm ein Fahrrad zu leihen. Die Insel ist völlig flach und das Radwegenetz ist hier absolut erstklassig und sicher.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Öland und Gotland?
Gotland ist vor allem bekannt für die mittelalterliche Stadt Visby und die dramatischen Kalksteinfelsformationen (Raukar). Außerdem erreichst du die Insel nur mit einer relativ teuren Fähre. Öland ist dagegen noch flacher, voller alter Windmühlen, Campingplätze, karibisch weißer Strände, Kalksteinsteppen und ist einfach und kostenlos mit dem Auto über die Brücke erreichbar.
Wo finde ich die besten Badestrände?
Für die schönsten Sandstrände fahr ganz in den Norden der Insel zum Resort Böda Sand, das unglaublich feinen weißen Sand und flachen Zugang zum Wasser bietet. Tolles und etwas ruhigeres Baden bieten auch die Buchten rund um das Dörfchen Byxelkrok oder alternativ die Kiesstrände im Süden beim Fischerdorf Grönhögen.
Kann man in der Ostsee überhaupt baden?
Ja, und du wirst sehr angenehm überrascht sein. Öland hat flache Küsten und eine große Anzahl sonniger Tage, sodass die Wassertemperatur in den flachen Buchten im Juli und August regelmäßig auf 20 bis 22 °C klettert. Das Wasser ist zwar nicht heiß wie irgendwo im Mittelmeer, aber für ein erfrischendes Sommerbad absolut ideal.
Ist Öland ein geeignetes Reiseziel für Familien mit Kindern?
Öland ist ein absolutes Paradies für Kinder. Du findest hier riesige, bestens ausgestattete Campingplätze mit Schwimmbädern, sichere Radwege ohne Steigungen, das lebendige Museum Eketorp, wo Tiere herumlaufen und alte Handwerke ausprobiert werden, und jede Menge geheimnisvolle Ruinen zum Erkunden. Außerdem droht hier dank des milderen Inselklimas und des Windes keine Mückenplage wie im Norden Schwedens.
Wann ist die beste Reisezeit?
Wenn du die blühenden Steppen und seltenen Orchideen auf dem Alvaret sehen möchtest, fahr im Mai oder in der ersten Junihälfte. Zum Baden und für Sommerfeeling sind Juli und August am besten, aber rechne damit, dass die Insel voll mit schwedischen Wohnwagenurlaubern sein wird. Einen schönen Kompromiss bietet der September, wenn die Menschenmassen nachlassen und Ende des Monats das berühmte Skördefest stattfindet.
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