Skåne ist die südlichste und wärmste Ecke Schwedens und wirkt auf den ersten Blick eher wie Dänemark als wie das typische Skandinavien. Statt endloser dunkler Wälder und Rentiere am Straßenrand findest du hier – zum Beispiel rund um Ystad in Schweden – strahlend weiße Sandstrände, sanft gewellte grüne Ebenen und im Mai unglaublich gelbe, blühende Rapsfelder.
Aus Deutschland und Mitteleuropa erreichst du diese Region überraschend einfach und bequem. Die Fähren aus dem polnischen Świnoujście oder dem deutschen Rostock setzen dich direkt im Herzen der Region ab, sodass du dir Hunderte Kilometer am Steuer sparst und sofort mit dem Entdecken loslegen kannst.
Ich habe für dich 18 konkrete Tipps zusammengestellt – von weißen Stränden über mittelalterliche Burgen bis hin zum besten Falafel des Landes. Und ich verrate dir gleich, wo du dich strategisch am besten einquartierst und wie du bei der Anreise sparst.
Zusammenfassung
- Der am besten erreichbare Teil Schwedens: Skåne ist ideal für einen Roadtrip aus Deutschland, die Fähren bringen dich direkt nach Ystad oder Trelleborg.
- Öresundbrücke: Das ikonische Bauwerk, das das schwedische Malmö mit dem dänischen Kopenhagen verbindet – du überquerst es mit dem Auto oder Zug.
- Paradies für Geschichtsliebhaber: Ystad bietet Hunderte von Fachwerkhäusern, während in Lund die majestätische romanische Kathedrale steht.
- Schwedisches Stonehenge: Die magischen Steine von Ales stenar thronen auf einer Klippe direkt über der aufgewühlten Ostsee.
- Wunderschöne weiße Strände: Gebiete wie Sandhammaren oder die Halbinsel Falsterbo glänzen mit Sand, der eher an die Karibik erinnert.
- Auf den Spuren von Wallander: Fans nordischer Krimis genießen die Drehorte aus den Büchern von Henning Mankell.
- Günstige Verkehrsmittel 2026: In der zweiten Jahreshälfte bietet Skånetrafiken halbierte Preise für Monatstickets für alle Reisenden.

Wann du nach Skåne reisen solltest
Diese Region rühmt sich mit dem längsten und wärmsten Sommer des ganzen Landes. Die Touristensaison erwacht hier schon im Frühling, und Ende Mai sieht die Landschaft aus, als hätte jemand einen Eimer gelbe Farbe darüber geschüttet. Die gesamte Provinz färbt sich nämlich dank der blühenden Rapsfelder ein, was auf Fotos absolut atemberaubend aussieht und die ganze Landschaft weithin leuchten lässt.
Wenn dich Baden und lange Abende locken, plane deine Reise für die Sommermonate. Von Ende Juni bis Mitte August haben die meisten Schweden ihren sogenannten Industrieurlaub (industrisemester), sodass alle Sommercafés, Burgen und saisonalen Attraktionen auf Hochtouren laufen. Die Temperaturen klettern hier gewöhnlich auf angenehme 25 Grad, und das flache Meer an den weißen Sandstränden erwärmt sich recht ordentlich. Rechne aber damit, dass du an der Küste die meisten Touristen triffst und die Übernachtungspreise ihren Höhepunkt erreichen.
Der Herbst dagegen lockt mit unglaublicher Ruhe und fantastischen kulinarischen Erlebnissen. September und Oktober sind ideal zum Wandern im Landesinneren, besonders im Nationalpark Söderåsen, wo sich die Laubwälder in feurige Rot- und Orangetöne färben. In der Region Österlen findet in dieser Zeit außerdem die berühmte Apfelernte statt, sodass die ganze Landschaft nach frischem Most und gebackenem Kuchen duftet. Es ist die Zeit, in der die Natur zur Ruhe kommt und du die echte nordische Gemütlichkeit ganz ohne Menschenmassen genießen kannst.

Wo du in Skåne übernachten solltest
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Bei der Suche nach einer Basis für deine Reise kommt es vor allem darauf an, welche Art von Urlaub du bevorzugst. Wenn du den Trubel der Großstadt magst und Dutzende toller Cafés mit Spezialitätenkaffee in der Nähe haben möchtest, wähle Malmö als Basis. Von hier aus kannst du unglaublich leicht per Zug zu Tagesausflügen nach Kopenhagen oder ins nahe akademische Lund aufbrechen. Die Preise in Malmö sind überraschend freundlich, und Metro, Straßenbahnen sowie Fahrradverleihe bringen dich überallhin ohne unnötigen Stress.
Für romantischere Gemüter und Meeresliebhaber ist Ystad die absolut ideale Wahl oder die malerische ländliche Region Österlen. Hier findest du vollkommene Ruhe, typische rote Holzhäuschen (stugor) und wunderschöne alte Bauernhöfe, die zu gemütlichen Familienpensionen umgebaut wurden. Die Entfernungen in Skåne sind für nordische Verhältnisse sehr kurz, sodass du selbst aus dem tiefsten Land zu den Hauptsehenswürdigkeiten in höchstens einer Stunde mit dem Auto kommst.
Bei der Buchung deiner Unterkunft empfehle ich dir, dir diese konkreten Hotels über alle Preisklassen hinweg anzuschauen, die langfristig hervorragende Bewertungen sammeln:
- Clarion Hotel Malmö Live: Ein moderner Wolkenkratzer direkt im Zentrum von Malmö, dessen Blick über die Stadt bis zur Öresundbrücke reicht und dessen Frühstück auf lokalen Zutaten aufbaut – frisches Brot, Smörgås und regionale Käsesorten. Ein Doppelzimmer bekommst du hier ab etwa 1.200 SEK (rund 110 €) pro Nacht, und überallhin gelangst du bequem zu Fuß.
- Ystad Saltsjöbad: Ein luxuriöses Spa-Hotel direkt am schönen Strand von Ystad. Es ist der ideale Ort zum Entspannen nach einem Tag voller Ausflüge, wo du beheizte Pools mit Meerblick genießen kannst. Der Preis pro Nacht beginnt bei etwa 2.000 SEK (rund 180 €).
- Kiviks Hotell: Ein wunderschönes Boutique-Hotel, umgeben von Apfelgärten in der Region Österlen. Die Ruhe hier wird höchstens vom Wind in den Apfelgärten gestört, und der Garten ist wie gemacht für ein Nachmittagsbuch mit einem Glas Most in der Hand. Die Zimmer bewegen sich um 1.500 SEK (rund 140 €) pro Nacht.
- STF Vandrarhem: Für Reisende mit kleinerem Budget bietet diese Herbergskette großartige und saubere Zimmer in der ganzen Region, oft in historischen Gebäuden. Die Preise beginnen schon bei 600 SEK (rund 55 €) pro Nacht.

Wo du in Skåne essen solltest
Schweden mag auf den ersten Blick wie ein teures Ziel für Feinschmecker wirken, aber wenn du weißt, wohin du gehen musst, sparst du und schlemmst trotzdem großartig. Der Süden Schwedens ist außerdem ein berühmtes Agrargebiet, sodass lokale Zutaten hier die Hauptrolle spielen.

Setze auf das Tagesmenü und Markthallen
Tagsüber lohnt es sich auf jeden Fall, nach Restaurants zu suchen, die das sogenannte dagens rätt (Tagesmenü) anbieten. Meist kommst du auf akzeptable 100 bis 130 schwedische Kronen (rund 9 bis 12 €), und neben dem Hauptgericht, oft Fisch oder vegetarischen Puffern, sind darin auch ein Salatbuffet, Gebäck und Kaffee enthalten. Von konkreten Orten empfehle ich dir, die Markthalle Saluhall in Malmö zu erkunden, wo du Dutzende Stände mit frischen Leckereien von Meeresfrüchten bis zu handwerklichem Käse findest.

18 Tipps, was du in Skåne sehen und erleben kannst
Stürzen wir uns gleich auf die konkreten Orte: Ich habe für dich einen Mix aus historischen Städten, Naturschutzgebieten und architektonischen Kuriositäten vorbereitet, zu jedem mit Tipps zur besten Besuchszeit und Richtpreisen.

1. Öresundbrücke und die Fahrt nach Kopenhagen
Dieses sechzehn Kilometer lange Ingenieurswunder verbindet das schwedische Malmö mit dem dänischen Kopenhagen, und es lohnt sich, sie auch dann zu überqueren, wenn dich Kopenhagen überhaupt nicht interessiert. Einen Teil der Strecke legst du mit dem Zug oder Auto unter dem Meeresspiegel zurück, dann tauchst du auf der künstlichen Insel Peberholm auf und den Rest überquerst du hoch über den Wellen des Öresund. Aus dem Zentrum Malmös erreichst du sie praktisch sofort, denn die Brücke schließt direkt am Stadtrand an.
Es handelt sich um eine ungemein beliebte Verbindung, aber halte dein Portemonnaie für die Maut bereit. Eine normale einfache Überquerung für einen Pkw kostet etwa 470 bis 510 dänische Kronen, also umgerechnet rund 63 bis 68 € (etwa 750 schwedische Kronen bzw. SEK). Wenn du eine Hin- und Rückfahrt planst, lohnt es sich absolut, vorab online ein Jahresabo ØresundGO abzuschließen. Das senkt den Preis einer Überquerung auf 178 dänische Kronen (rund 24 €), sodass sich die Investition schon bei der ersten Hin- und Rückfahrt auszahlt. Die Brücke ist rund ums Jahr durchgehend geöffnet, aber für eine entspannte Fahrt ohne Staus meide den Freitag- und Sonntagnachmittag.
Bei der Überquerung von Schweden nach Dänemark und zurück vergiss deine Reisedokumente nicht. Die schwedische Regierung hat die stichprobenartigen Grenzkontrollen verlängert, mindestens bis Ende 2026. Egal, ob du mit dem Auto fährst oder mit dem bequemen Zug direkt vom Kopenhagener Flughafen, halte für alle Reisenden immer einen gültigen Personalausweis bereit. Wenn du den öffentlichen Verkehr bevorzugst, nutze die zuverlässigen Regionalzüge von Skånetrafiken.
💡 Tipp: Wenn du mit dem Zug fährst, kaufe dein Ticket über die Skånetrafiken-App. Die Fahrt vom Zentrum Malmös zum Flughafen Kopenhagen dauert nur etwas über zwanzig Minuten, die Züge fahren sehr häufig, und so vermeidest du den Stress am Steuer.

2. Malmö: Turning Torso und Västra Hamnen
Das Symbol des modernen Malmö ist zweifellos der Wolkenkratzer Turning Torso, den der berühmte spanische Architekt Santiago Calatrava entworfen hat. Dieses 190 Meter hohe Gebäude ragt wie ein riesiger Korkenzieher über die Stadt und hielt lange Jahre den Titel des höchsten Bauwerks ganz Skandinaviens. Es befindet sich nur zehn Minuten mit dem Bus vom Hauptbahnhof entfernt, und vom Zentrum erreichst du es auch zu Fuß bei einem angenehmen Spaziergang entlang der Küste.
Es gibt aber einen kleinen Haken für Touristen. Nach oben kommst du leider normalerweise nicht, denn der Wolkenkratzer beherbergt nur Luxuswohnungen und private Büros. Eine öffentliche Aussichtsplattform gibt es hier nicht, sodass du dieses architektonische Juwel nur von außen fotografieren kannst. Zum Glück ist der Anblick von der Straße absolut atemberaubend, und die Bewunderung von außen kostet dich keinen Cent. Die Umgebung des Gebäudes ist rund um die Uhr zugänglich.
Das Gebäude steht im ökologischen Viertel Västra Hamnen, das auf dem Gelände ehemaliger Industriewerften entstanden ist. Im Sommer flitzen hier Jogger über die Molen, Kinder springen ins Meer und die Schlange am Eisstand reicht um die Ecke. Entlang des Wassers ziehen sich lange Holzstege, auf denen du dich mit einem Kaffee hinsetzen und den Blick auf die dänische Küste in der Ferne genießen kannst. Hier zahlst du keinen Eintritt, und die Atmosphäre ist unglaublich entspannt.
💡 Tipp: Komm kurz vor Sonnenuntergang hierher. Vom Meer weht ein angenehmer Wind, und die Silhouette der Öresundbrücke gegen den orangefarbenen Himmel sieht absolut fantastisch aus.

3. Malmö: Historisches Zentrum und Lilla Torg
Von der modernen Architektur am Meer geht es direkt ins Herz der Altstadt, die vom Plätzchen Lilla Torg dominiert wird. Dieser Raum ist von wunderschön restaurierten Fachwerkhäusern aus dem sechzehnten Jahrhundert umgeben und wirkt wie aus einem Historienfilm. Er liegt direkt im Stadtzentrum, nur fünf Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof, sodass du absolut problemlos hierherkommst.
Tagsüber findest du hier den idealen Rückzugsort für die traditionelle schwedische Fika, jene heilige Pause bei Kaffee und süßem Gebäck. Ein Kaffee mit Zimtschnecke kostet dich hier etwa 65 bis 100 SEK (rund 6 bis 9 €). Am Abend verwandelt sich das gesamte historische Pflaster dann in eine einzige riesige Freiluft-Bar, in der sich Einheimische und Touristen auf ein Glas und ein Abendessen unter freiem Himmel treffen. Wenn du eine ruhigere Atmosphäre ohne Menschenmassen genießen möchtest, empfehle ich einen Besuch am frühen Morgen oder Vormittag.
Ein kurzer Fußweg entfernt steht das majestätische Malmöhus, die älteste erhaltene Renaissanceburg Skandinaviens. Heute dient sie als umfangreiches Museum, in dem du auf alles Mögliche stößt – von historischen Ausstellungen über die dänisch-schwedischen Kriege bis hin zu einem kleineren naturkundlichen Aquarium. Der Eintritt für Erwachsene kostet sehr angenehme 100 SEK (rund 9 €), und das Museum hat gewöhnlich täglich außer montags geöffnet.
💡 Tipp: Wenn du Design magst, schau dir die Lädchen in den Gassen rund um Lilla Torg an. Du findest hier viele unabhängige Boutiquen mit wunderbarer nordischer Keramik und Textilien zu vernünftigen Preisen.

4. Malmö: Das Viertel Möllevången und legendäres Falafel
Wenn du die wahre Seele des heutigen Malmö erleben möchtest, musst du ins Viertel Möllevången aufbrechen, das die Einheimischen liebevoll Möllan nennen. Dieser Ort ist nur etwa fünfzehn Minuten zu Fuß entfernt vom Hauptbahnhof, alternativ kommst du mit jedem Stadtbus problemlos hierher. Die Stadt ist Heimat von Menschen aus 180 Ländern der Welt, und genau hier spürst du diesen unglaublichen multikulturellen Mix in vollen Zügen. Die Vormittagsmärkte auf dem Platz quellen über vor exotischen Früchten, in der Luft duften die verschiedensten Gewürze, und die Straßen säumen Dutzende interessanter Bistros.
Genau hierher kommt man für das legendäre Malmöer Falafel ins Bistro Jalla Jalla in der Bergsgatan, das eine regelrechte lokale Kulturinstitution darstellt und die Rettung für jedes Reisebudget ist. Einen großen Falafel-Roll bekommst du hier für einen Bruchteil des Preises jeder anderen warmen Speise in Schweden. Meist kommst du mit fünfzig bis siebzig schwedischen Kronen aus (rund 5 bis 6 €). Dazu bekommst du frisches Gemüse, jede Menge hervorragender Soßen und wirst vollkommen ohne Fleisch satt. Die lokalen Bistros haben gewöhnlich vom späten Vormittag bis tief in die Nacht geöffnet.
Um die Sicherheit in Malmö ranken sich zwar viele wilde Mythen, aber das Zentrum und das Viertel Möllan sind tagsüber wie abends absolut in Ordnung, sodass gesunder Menschenverstand wie überall in Europa völlig ausreicht. Den Menschenmengen an den Ständen entkommst du am besten, wenn du kurz vor Mittag oder erst gegen zwei Uhr nachmittags kommst.
💡 Tipp: Probiere zum Falafel den traditionellen Halloumi-Käse extra. Die meisten Bistros bieten diese vegetarische Leckerei für einen kleinen Aufpreis von etwa zwanzig schwedischen Kronen (rund 2 €) an, und das hebt das ganze Geschmackserlebnis auf ein höheres Niveau.

5. Lund: Romanische Kathedrale und astronomische Uhr
Nur knapp zwanzig Minuten mit dem Zug von Malmö entfernt liegt die Universitätsstadt Lund, die wie aus einer ganz anderen Welt wirkt. Die Züge von Skånetrafiken fahren von Malmö im Minutentakt, und das Ticket kostet etwa 60 SEK (rund 5 €). Während Malmö forsch und modern ist, ist Lund altehrwürdig, akademisch und unglaublich ruhig. Vom Bahnhof erreichst du das historische Zentrum bequem zu Fuß in zehn Minuten.
Das Highlight der ganzen Stadt ist die majestätische romanische Lunder Kathedrale aus dem zwölften Jahrhundert. Im Inneren findest du eine faszinierende astronomische Uhr aus dem fünfzehnten Jahrhundert, an der sich zweimal täglich ein mechanisches Schauspiel abspielt. Hölzerne Ritter tragen ihr Duell gewöhnlich genau um zwölf und um drei Uhr nachmittags aus, also plane deinen Besuch für diese Zeit. Der Eintritt ist kostenlos und ganzjährig geöffnet, du hast also keine Ausrede, sie auszulassen.
Unter der Kathedrale liegt dann eine dunkle und etwas gruselige Krypta. Der alten nordischen Legende nach ist dort der sagenhafte Riese Finn versteinert, als er versuchte, die ganze Kirche zu zerstören, und du kannst seine Steinfigur, die eine Säule umschlingt, mit eigenen Augen sehen. Um den Trauben aus Studenten und Touristen zu entgehen, empfehle ich dir, den Stadtbesuch für einen Wochenendvormittag zu planen, wenn die Straßen noch schlafen.
💡 Tipp: Lund ist eine Stadt der Fahrräder und Studenten. Leih dir in einem der vielen städtischen Verleihe ein Rad und fahre durch die gepflasterten Gassen, die von efeubewachsenen Backsteinhäuschen gesäumt sind.

6. Skanör und Falsterbo: Weiße Strände und Robben
Die äußerste Südwestspitze Schwedens bildet die malerische Halbinsel Falsterbo. Felsen und dunkles Wasser suchst du hier vergeblich, stattdessen erwarten dich kilometerlange strahlend weiße Sandstrände und grasbewachsene Dünen, die an die amerikanischen Hamptons erinnern. Von Malmö kommst du in knapp einer halben Stunde mit dem Auto hierher, alternativ kannst du den regelmäßigen Regionalbus Nummer 300 nutzen, der dich direkt ans Meer bringt. Der Zugang zu den Stränden ist selbstverständlich kostenlos, du zahlst nur die Parkgebühr, die etwa 20 SEK (rund 2 €) pro Stunde beträgt.
Diese endlosen Strände säumen Hunderte winziger, pastellfarbener Strandhütten. Sie werden von Generation zu Generation vererbt, kosten ein Vermögen und sehen so märchenhaft aus, dass du das Foto einfach posten musst. Wenn du die Strände für dich allein haben möchtest, komm früh am Morgen oder außerhalb der Hauptferienzeit, denn im Juli und August ist es hier an den Wochenenden wirklich voll.
Das Gebiet ist außerdem Heimat des Naturschutzgebiets Måkläppen, das für seine große Robbenkolonie bekannt ist. Im Herbst strömen hier stattdessen Ornithologen aus ganz Europa zusammen, denn über die Halbinsel ziehen Millionen von Vögeln auf ihrem Weg nach Süden. Es ist ein absolutes Paradies für Liebhaber unberührter nordischer Natur.
💡 Tipp: Der Zugang zum Naturschutzgebiet Måkläppen ist zum Schutz der Tiere nur von November bis Januar erlaubt. Im Sommer kommst du nicht hin, aber die Robben kannst du oft auch mit dem Fernglas von den umliegenden Stränden von Skanör aus beobachten.

7. Ystad: Fachwerkhäuser und Kloster in der Altstadt
Das Städtchen Ystad verkörpert genau das, was du dir unter dem Begriff nordische Idylle vorstellst. Sein historisches Zentrum durchziehen krumme gepflasterte Gassen mit Hunderten perfekt erhaltener historischer Fachwerkhäuser. Von Malmö kommst du mit dem Auto oder dem bequemen Zug in etwa fünfzig Minuten hierher. Der Bahnhof liegt direkt am Hafen, von dem du in nur fünf Minuten zu Fuß im historischen Zentrum bist.
Oft nennt man sie Mandelhäuser wegen ihrer typischen Pastellfarbe. Bei einem Spaziergang stößt du auch auf das wunderschöne Kloster Gråbrödraklostret, das zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Bauwerken der ganzen Region Skåne gehört und von duftenden Kräutergärten umgeben ist. Der Eintritt ins Klostermuseum kostet etwa 50 SEK (rund 5 €), und geöffnet ist gewöhnlich von Dienstag bis Sonntag. Wenn du die romantische Atmosphäre ohne Menschenmassen genießen möchtest, mach dich gleich nach dem Frühstück auf in die Gassen.
Das Zentrum von Ystad hat sein ursprüngliches Straßennetz aus dem Mittelalter bewahrt, sodass hier auf Schritt und Tritt großartige Geschichte weht. Du kannst hier stundenlang umherstreifen, in kleine Höfe schauen und die sorgfältig gepflegten, mehrere Jahrhunderte alten Fassaden bewundern. Ystad ist sehr kompakt, und alle wichtigen Orte schaffst du an einem Nachmittag zu Fuß.
💡 Tipp: Mach eine Pause in einem der vielen lokalen Cafés. Ystad ist berühmt für seine Konditoreien, wo du die besten Zimtschnecken weit und breit bekommst (rechne mit einem Preis von etwa 40 SEK, rund 4 €, pro Stück).

8. Ystad: Auf den Spuren von Kommissar Wallander
Globale Berühmtheit und Touristenmassen brachten Ystad allerdings der Schriftsteller Henning Mankell und sein fiktiver, ewig grüblerischer Kommissar Kurt Wallander. Die Buch- und Fernsehserien machten aus der Stadt ein beliebtes Pilgerziel für Fans nordischer Krimis aus aller Welt. Alle wichtigen Orte aus den Büchern findest du direkt im historischen Stadtzentrum verstreut, sodass du keine besonderen Verkehrsmittel brauchst.
Im örtlichen Touristenzentrum kannst du dir eine spezielle Karte holen (oft ist sie kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr erhältlich) und die Stadt genau auf den Spuren des Kommissars durchstreifen. Die Route führt dich zuverlässig von seiner Wohnung in der Mariagatan bis zu seiner Lieblingspizzeria, in der er seine Abende verbrachte. Den Spaziergang kannst du jederzeit im Jahr machen, denn die Gassen sind ständig öffentlich zugänglich.
Filmbegeisterte sollten auch die Ystad Studios nicht verpassen, wo ein großer Teil der Serie gedreht wurde. Im interaktiven Besucherzentrum kannst du die originalen Kulissen besichtigen und erfahren, wie die Filmillusion der Polizeiwache entsteht. Der Eintritt bewegt sich um 100 SEK (rund 9 €), und geöffnet ist im Sommer täglich, außerhalb der Saison meist nur an Wochenenden.
💡 Tipp: Kehr im Café Fridolfs konditori in der Lilla Östergatan ein. Genau hierher ging der literarische Wallander auf einen Kaffee, und heute kannst du dir hier ihm zu Ehren einen speziellen blauen Kuchen für etwa 50 SEK (rund 5 €) gönnen.

9. Ystad: Der Nachtwächter der Marienkirche
In Ystad hat sich eine absolut faszinierende mittelalterliche Tradition erhalten, die du anderswo in Europa so schnell nicht mehr siehst. Vom Turm der majestätischen Marienkirche ertönt jede Nacht das Blasen auf einem kupfernen Horn. Die Kirche befindet sich im Herzen der Stadt am Platz Stortorget, und dieses ganze Schauspiel (oder eher das Zuhören) kannst du völlig kostenlos erleben, du musst nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Diese Arbeit verrichtet der Nachtwächter, dessen Aufgabe es ist, die Stadt vor Bränden zu schützen. Von neun Uhr abends bis ein Uhr morgens bläst er in alle vier Himmelsrichtungen, und zwar genau alle Viertelstunde, womit er den Bewohnern verkündet, dass die Stadt sicher ist und sie ruhig schlafen können. In den Sommermonaten ist der Platz um diese Zeit noch voller Menschen, sodass du dich nicht scheuen musst, nach Einbruch der Dunkelheit hier zu spazieren.
Diese einzigartige Tradition läuft ununterbrochen schon seit dem achtzehnten Jahrhundert. Wenn du am Abend durch die stillen gepflasterten Gassen unter der Kirche spazierst und den langgezogenen Klang des Horns hörst, hast du das Gefühl, dich mit einer Zeitmaschine dreihundert Jahre zurückversetzt zu haben. Es ist eines der authentischsten Erlebnisse, die du aus Südschweden mitnehmen kannst.
💡 Tipp: Der Klang des Horns ist ziemlich leise und gedämpft, du musst also keine Angst haben, dass er dich nachts im Hotel weckt. Am besten hörst du ihn, wenn du dich ein paar Minuten vor der vollen Stunde direkt auf den Platz unter den Turm stellst.

10. Kåseberga: Malerisches Fischerdorf
Etwa zwanzig Kilometer östlich von Ystad verbirgt sich in einer kleinen Bucht das Hafendorf Kåseberga. Es besteht aus einer Ansammlung kleiner roter Häuschen, die sich direkt unter den steilen grünen Klippen ducken und von einer mächtigen Wellenbrecher geschützt werden. Mit dem Auto kommst du in knapp einer halben Stunde hierher, alternativ kannst du den örtlichen Bus nutzen, der regelmäßig vom Bahnhof in Ystad losfährt.
Die örtlichen Räuchereien duften zwar nach Fisch, was eine riesige schwedische Tradition ist, die die Einheimischen hier seit Jahrhunderten pflegen, aber du kannst dir hier eine hervorragende Nachmittags-Fika gönnen. Du findest hier mehrere gemütliche Cafés, die tollen Kaffee und luftigen Kuchen mit frischem Obst servieren. Für Kaffee und Dessert zahlst du etwa 80 SEK (rund 7 €). Im Sommer haben die Cafés vom frühen Vormittag bis zum frühen Abend geöffnet.
Kåseberga dient als Hauptausgangspunkt für die Wanderung zum magischen Monument Ales stenar. Der Hafen ist ein großartiger Ort zum Ausruhen nach dem Spaziergang, wo du auf einer Bank sitzen, dem Geschrei der Möwen lauschen und den Fischerbooten zusehen kannst, die auf den Wellen schaukeln. Der Hafen ist ständig geöffnet, und du zahlst hier keinen Eintritt, nur die Parkgebühr.
💡 Tipp: Der Parkplatz in Kåseberga ist in der Sommersaison sehr schnell voll (er kostet etwa 20 SEK, rund 2 €, pro Stunde). Ich empfehle dir, entweder früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag hierherzukommen, wenn die Touristenmassen aus den Bussen abgefahren sind.

11. Ales stenar: Das schwedische Stonehenge
Direkt über dem Dorf Kåseberga liegt einer der magischsten Orte ganz Südschwedens. Auf einer hohen grasbewachsenen Klippe thront Ales stenar, ein Denkmal aus 59 riesigen Felsblöcken, die in der majestätischen Form eines Schiffes angeordnet sind. Von Ystad bist du in zwanzig Minuten mit dem Auto am Parkplatz in Kåseberga, und von dort musst du zu Fuß weitergehen. Die eigentliche Wanderung über den angelegten Weg hinauf zur Klippe dauert etwa eine Viertelstunde.
Dieses megalithische Monument misst beachtliche 67 Meter in der Länge und stammt vermutlich aus der Eisenzeit. Bis heute weiß man nicht genau, ob es sich um eine heilige Grabstätte eines bedeutenden Häuptlings oder um einen ausgeklügelten Sonnenkalender handelte, der bei der Bestimmung der Jahreszeiten half. Das Denkmal liegt frei in der Natur, sodass es rund um die Uhr das ganze Jahr über zugänglich ist und du hier absolut keinen Eintritt zahlst.
Wenn du dann dort stehst, der Wind dir die Haare zerzaust und unter dir das Meer wild tost, umweht dich die unglaublich mystische Atmosphäre der alten Nordmänner. An den Sommerwochenenden bilden sich hier Menschenmassen, sodass ich für ein ruhiges Erlebnis empfehle, außerhalb der Hauptstoßzeiten aufzubrechen.
💡 Tipp: Das absolut beste Erlebnis hast du, wenn du kurz vor Sonnenuntergang zu den Felsblöcken aufbrichst. Die Steine werfen lange Schatten, und das goldene Licht, das sich auf der Meeresoberfläche spiegelt, schafft die perfekte Szene zum Fotografieren.

12. Strände Sandhammaren und Ystad Sandskog
Wenn du zum Baden nach Schweden fährst, erwartet dich östlich von Ystad ein wahres Paradies. Der Strand Sandhammaren wird regelmäßig zum absolut schönsten Strand des ganzen Landes gekürt, und sein Sand ist so fein, dass er angeblich einst für präzise Sanduhren verwendet wurde. Von Ystad kommst du in etwa dreißig Minuten mit dem Auto hierher, der Parkplatz liegt nur einen kurzen Weg vom Strand entfernt, und man zahlt dort den üblichen Stundentarif von etwa 20 SEK (rund 2 €).
Das weiße Sandband zieht sich kilometerweit und ist von Kiefernwäldern umgeben, die an heißen Sommertagen angenehmen Schatten spenden. Das Wasser ist hier zwar kühler als im Mittelmeer, aber im Juli und August kann man hier problemlos baden. Der Zugang zum Strand ist natürlich kostenlos. Im Herbst verwandelt sich die Küste dann in den idealen Ort für lange melancholische Spaziergänge ohne Menschen.
Näher an der Stadt liegt dann Ystad Sandskog, ein beliebtes Erholungsgebiet voller Radwege und Promenaden. Du findest hier die perfekte Infrastruktur für Familien mit Kindern, Holzstege und Stände mit hervorragendem Softeis. Vom Zentrum Ystads kommst du problemlos in zehn Minuten mit dem Rad hierher.
💡 Tipp: Achte am Strand Sandhammaren gut auf die starken Meeresströmungen, die sehr tückisch sein können. Respektiere immer die Warnschilder und schwimme nur in den Bereichen, die als sicher gekennzeichnet sind.

13. Glimmingehus: Mittelalterliche Festung
Im Landesinneren, knapp 35 Kilometer nordöstlich von Ystad, ragt die Burg Glimmingehus empor. Sie ist die mit Abstand am besten erhaltene mittelalterliche Festung ganz Skandinaviens. Dieses mächtige Steinbauwerk ließ Ende des fünfzehnten Jahrhunderts der dänische Ritter Jens Holgersen Ulfstand errichten. Mit dem Auto kommst du von Ystad in knapp einer halben Stunde gemütlicher Fahrt zwischen Feldern und Wiesen hierher.
Die Burg wurde so entworfen, dass sie jedem Angriff standhielt, und ist voller raffinierter Verteidigungselemente. Bei der Besichtigung entdeckst du versteckte Schießscharten, falsche Türen und Öffnungen in den Decken, durch die die Verteidiger einst siedendes Pech auf ungebetene Gäste gossen. Der Eintritt für Erwachsene beträgt etwa 100 SEK (rund 9 €). In der Sommersaison ist täglich geöffnet, außerhalb der Saison verkürzen sich die Öffnungszeiten auf die Wochenenden, prüfe sie also lieber online.
Heute ist Glimmingehus ein großartiger Ort für einen Familienausflug. Während der Sommersaison veranstalten hier Führer in historischen Kostümen interessante Führungen und gruselige Abende, bei denen alte Sagen über Burggeister und einstige Schlachten lebendig werden. Wenn du Schulklassen entgehen möchtest, komm gleich morgens nach der Öffnung hierher.
💡 Tipp: Im Burgareal befindet sich ein wunderschöner Kräutergarten und ein angenehmes Café, in dem du dich ausruhen und hervorragende vegetarische Spezialitäten kosten kannst, die nach traditionellen mittelalterlichen Rezepten zubereitet werden.

14. Simrishamn und Österlen: Das Apfelkönigreich
Sobald du weiter nach Osten fährst, gelangst du in die malerische Region Österlen, die oft als das schwedische Toskana bezeichnet wird. Dich empfängt eine sanft gewellte Landschaft, gemütliche Kunstgalerien und endlose duftende Apfelgärten. Das Zentrum der Region ist das Städtchen Simrishamn, das von Ystad etwa 45 Minuten mit dem Auto entfernt ist. Du kommst auch sehr leicht mit dem Regionalzug hierher, ein Auto ist also nicht unbedingt nötig.
Das Herz des Obstbaus ist das nahe Städtchen Kivik, wo die berühmte örtliche Mosterei Kiviks Musteri ihren Sitz hat. Im Herbst findet hier ein großartiger Apfelmarkt statt, bei dem Künstler riesige und unglaublich detailreiche Mosaike aus Zehntausenden bunter Äpfel erschaffen. Dieser Markt zieht Tausende Besucher an, also wappne dich mit Geduld bei der Parkplatzsuche. Im Sommer ist ein Besuch der Gärten viel ruhiger, und der Zugang zum Areal ist frei, bezahlt wird nur für Verkostungen.
Die Region Österlen ist absolut ideal für Radausflüge. Du kannst gemächlich von einem Hof zum anderen fahren und frische Produkte direkt bei den örtlichen Bauern kaufen. In Simrishamn fehlt es nicht an vielen Cafés, in denen du dich ausruhen und neue Kraft schöpfen kannst.
💡 Tipp: Kehr in der Mosterei Kiviks Musteri für eine geführte Verkostung ein. Für etwa 150 SEK (rund 14 €) kannst du hier klassischen Apfelmost sowie hervorragende alkoholfreie Cider verkosten und tolle vegetarische Produkte aus lokalen Zutaten kaufen.
15. Helsingborg und das Tor nach Dänemark
An der Nordwestküste von Skåne, etwa 65 Kilometer nördlich von Malmö, liegt die pulsierende Stadt Helsingborg. Sie dient als eines der Haupttore nach Dänemark, und mit dem Zug kommst du von Malmö in knapp einer Stunde hierher. Vom historischen Zentrum sind es zu den dänischen Ufern über den Öresund knapp fünf Kilometer, sodass du die dänische Stadt Helsingør mit bloßem Auge direkt vom Hafen aus siehst.
Das Wahrzeichen der Stadt ist Kärnan, ein mächtiger mittelalterlicher Backsteinturm, der als Einziger von der ursprünglichen riesigen Burg übrig blieb. Wenn du die Dutzende Stufen bis zu seiner Spitze hinaufsteigst, bietet sich dir ein atemberaubender Blick auf die ganze Stadt und auf die belebte Seeroute unter dir. Der Eintritt in den Turm kostet etwa 80 SEK (rund 7 €), und im Sommer ist er täglich geöffnet. Um dem Touristenandrang zu entgehen, brich Schlag zehn Uhr morgens zum Turm auf.
Die Fähren zwischen Helsingborg und dem dänischen Helsingør pendeln im Minutentakt, und ein Ticket für einen Fußgänger kostet etwa 50 SEK (rund 5 €). Die Überfahrt dauert nur zwanzig Minuten, sodass du einen superschnellen Tagesausflug zum berühmten dänischen Schloss Kronborg machen kannst, in dem die Handlung von Shakespeares Hamlet spielt.
💡 Tipp: Die Überfahrt mit der Fähre samt Auto ist oft die günstigere und schnellere Alternative für Reisende, die dem Kopenhagener Verkehr und den hohen Gebühren für die große Öresundbrücke entgehen wollen.

16. Kullaberg: Klippen und Leuchtturm
Ein kurzes Stück oberhalb von Helsingborg, etwa 35 Kilometer mit dem Auto Richtung Norden, ragt die Halbinsel Kulla ins Meer. Ihre Spitze bildet das wilde Naturschutzgebiet Kullaberg. Hier enden die ruhigen Sandstrände und beginnt das echte nordische Drama voller steiler Felsen und aufgewühlter Wellen. Der Zugang zum Naturschutzgebiet selbst ist kostenlos, an den Hauptwegen zahlst du nur die Parkgebühr.
Die Gneisklippen fallen Dutzende Meter senkrecht ins Meer, und das ganze Gebiet ist von anspruchsvollen, ganzjährig zugänglichen Wegen durchzogen. Am äußersten Ende der Halbinsel steht dann der Leuchtturm Kullens fyr (der am höchsten gelegene Leuchtturm ganz Schwedens), in den du im Sommer gegen eine kleine Gebühr auch hineinschauen kannst.
Du kannst hier wunderschöne Wanderungen mit Meerblick genießen, die in den Felsen versteckten Höhlen erkunden oder zu einer organisierten Robbensafari auf kleinen Booten aufbrechen. Die Region ist kurzum ein Paradies für alle Liebhaber ungezähmter Natur und Adrenalin. Wenn du die Klippen für dich haben möchtest, brich früh am Morgen auf, bevor die Familien mit Kindern eintreffen.
💡 Tipp: Das Gelände auf den Klippen ist sehr zerklüftet und steinig. Zieh dir hier unbedingt feste Trekkingschuhe an und sei vorsichtig, besonders wenn ein starker Wind vom Meer weht, der sehr tückisch sein kann.
17. Nimis: Holzbauwerk und die Mikronation Ladonia
An der Nordküste der Halbinsel Kulla verbirgt sich eine der kuriosesten Attraktionen ganz Schwedens. Sie heißt Nimis und ist ein riesiges Labyrinth aus Türmen und Gängen, das der exzentrische Künstler Lars Vilks aus angeschwemmtem Treibholz baute. Der Ort ist nur einen kurzen Weg mit dem Auto vom Hauptreservat Kullaberg entfernt, und der Zugang ist völlig kostenlos, denn das Bauwerk liegt frei in der Natur und ist durchgehend zugänglich.
Das Bauwerk entstand illegal in einem unzugänglichen Naturschutzgebiet, und die Behörden versuchten jahrelang, es zu entfernen. Vilks rief aus Protest auf diesem Stück Strand die unabhängige Mikronation namens Ladonia aus (heute hat sie Zehntausende virtuelle Bürger aus aller Welt). Diese ganze bizarre Geschichte verleiht dem Ort eine wunderbar rebellische Atmosphäre.
Der Weg zum Nimis ist nicht ausgeschildert und stellt eine recht ordentliche körperliche Herausforderung dar. Du musst über einen sehr steilen und steinigen Pfad durch den Wald hinunter zum Meer absteigen, aber sobald die aufragenden Holztürme vor dir auftauchen, verstehst du, dass sich die Mühe gelohnt hat. Brich in festen Schuhen auf und idealerweise an Sommertagen, wenn der Boden trocken ist.
💡 Tipp: Wenn du hierherkommst, rechne mit keinerlei touristischer Infrastruktur. Es gibt hier kein Signal, keine Toiletten und keine Imbissstände. Nimm ausreichend Wasser mit und komm nicht bei Regen hierher, denn der steile Pfad ist höllisch rutschig.

18. Schloss Bäckaskog und der Radweg Skåneleden
Südschweden ist mit Dutzenden wunderschöner Burgen und Schlösser übersät, die einst dem dänischen und schwedischen Adel dienten. Eines der schönsten ist das Schloss Bäckaskog, das auf einem schmalen Landstreifen direkt zwischen zwei glitzernden Seen liegt. Es befindet sich in der Nähe der Stadt Kristianstad, und von Malmö kommst du in etwa anderthalb Stunden mit dem Auto hierher. In die Schlossgärten gelangst du problemlos, der Eintritt in die eigentlichen Innenräume bewegt sich um 80 SEK (rund 7 €).
Das ehemalige Kloster aus dem dreizehnten Jahrhundert wurde später zur Sommerresidenz von König Karl XV. umgebaut. Heute kannst du hier durch die wunderschönen weitläufigen Gärten spazieren, jahrhundertealte Bäume bewundern und die vollkommene Ruhe fernab der Haupttouristenrouten genießen. Das Schloss ist vor allem in der Sommersaison zugänglich, wenn auch regelmäßige Führungen durch die historischen Innenräume stattfinden und ein fantastisches Schlosscafé betrieben wird. Dort kannst du dir einen hervorragenden Apfelkuchen und Kaffee mit wunderschönem Blick auf die ruhige Seeoberfläche gönnen. Durch die ganze Provinz führt außerdem das berühmte Netz aus Wander- und Radwegen Skåneleden, das insgesamt über 1.300 Kilometer misst.
Dank des überwiegend flachen Geländes ist Skåne ein absolutes Paradies für Radfahrer, also leih dir ruhig ein Rad und brich auf, um alte Schlösser, Windmühlen und malerische Bauernhöfe ganz aus eigener Kraft zu entdecken. Die meisten Radwege sind perfekt ausgeschildert und schlängeln sich sicher durch malerische Dörfer und tiefe Buchenwälder, in denen du plötzlich nicht weißt, wie lange du schon fährst, weil es dich einfach in seinen Bann gezogen hat.
💡 Tipp: Entlang der Radwege auf dem Land stößt du auf jede Menge sogenannter „loppis“, also Flohmärkte, die die Schweden absolut lieben. Sie finden oft direkt in alten Scheunen bei den Höfen statt, und dort lassen sich wunderbare Vintage-Schätze für ein paar Kronen finden.

Wie du nach Skåne kommst und dich hier fortbewegst
Die Anreise nach Südschweden ist aus Deutschland überraschend schnell und bietet gleich mehrere bequeme Varianten. Wenn du einen Roadtrip planst und mit dem eigenen Auto aufbrichst, ergeben die Fähren aus Polen oder Deutschland am meisten Sinn. Aus dem polnischen Hafen Świnoujście erreichst du das schwedische Ystad oder Trelleborg in etwa sieben Stunden. Die Preise für ein Auto mit Fahrer beginnen bei 95 Euro, und wenn du die Nachtüberfahrt wählst, sparst du dir gleich eine Hotelübernachtung und fährst morgens ausgeruht los. Aus dem polnischen Gdynia kannst du dann nach Karlskrona übersetzen, was knapp zehn Stunden dauert.
Die deutsche Alternative sind die Häfen Rostock, Travemünde oder Sassnitz. Die Fähre von Rostock nach Trelleborg schafft die Fahrt über das Meer in sechs Stunden und ist eine sehr beliebte Wahl für Familien mit Kindern, die die am Steuer auf der Autobahn verbrachte Zeit minimieren wollen. Die Tickets bewegen sich zwischen 60 und 200 Euro, je nachdem, wie früh du buchst. Hier gilt die einfache Regel: Je früher du das Ticket kaufst, desto freundlicher fällt der Endpreis aus.
Für Reisende, die das Flugzeug bevorzugen, ist der Kopenhagener Flughafen Kastrup absolut ideal. Flüge von Berlin, München oder Frankfurt ins dänische Kopenhagen sind oft viel günstiger als Direktflüge nach Schweden – mit Lufthansa, Eurowings oder auch Ryanair. Vom Flughafenterminal steigst du dann direkt in einen bequemen Zug und nach der Überquerung der ikonischen Öresundbrücke steigst du in nur zwanzig Minuten direkt im Zentrum des schwedischen Malmö aus. Der Flughafen in Malmö selbst dient eher für Inlandsflüge oder kleinere Billigfluglinien.
Die Fortbewegung in der Region selbst ist unglaublich einfach dank des zuverlässigen Regionalverkehrsanbieters Skånetrafiken. Seine violetten Züge und grünen Busse verbinden wohl jedes größere Dorf, fahren absolut pünktlich, und die Tickets kaufst du mit wenigen Klicks über die Skånetrafiken-App. Wenn du in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 nach Skåne aufbrichst, kannst du außerdem von flächendeckenden staatlichen Subventionen profitieren, die die Preise für Monatstickets auf fantastische die Hälfte gesenkt haben (etwa 530 SEK, rund 50 €).
Ein Auto verleiht dir zwar enorme Freiheit beim Entdecken abgelegener Strände oder versteckter Apfelgärten in der Region Österlen, aber es ist definitiv keine zwingende Notwendigkeit. Skåne ist wunderbar flach und rühmt sich mit Hunderten Kilometern perfekter Radwege. Wenn du dich strategisch in Malmö oder Ystad einquartierst, kannst du dir einfach ein Rad leihen, eine Picknickdecke einpacken und die umliegende Küste ganz aus eigener Kraft erkunden.

Rundreise durch Südschweden in 5 Tagen
Wenn du mit der Morgenfähre nach Schweden kommst und etwa fünf Tage für die Erkundung des Südens hast, habe ich für dich den idealen Reiseplan vorbereitet. Er ermöglicht dir, das absolut Beste der ganzen Region zu sehen, aber hält dich gleichzeitig nicht stundenlang im Auto gefangen. Die Entfernungen sind hier wirklich ungewöhnlich kurz, sodass du täglich höchstens etwa achtzig Kilometer fährst und jede Menge Zeit bleibt, um in den örtlichen Cafés zu sitzen.
Den ersten Tag widme dem Entdecken von Malmö. Beginne mit einem Morgenkaffee im Viertel Västra Hamnen mit Blick auf den Wolkenkratzer Turning Torso, verliere dich am Nachmittag in den Gassen rund um Lilla Torg und gönn dir am Abend das beste Falafel im Viertel Möllevången. Übernachten kannst du bequem direkt im Stadtzentrum, von dem du überallhin zu Fuß kommst.
Am zweiten Tag brich gleich morgens mit dem Zug oder Auto ins nahe Lund auf. Sieh dir die majestätische Kathedrale mit der astronomischen Uhr an, spaziere über den Universitätscampus und gönn dir ein sättigendes Mittagessen in Form eines Tagesmenüs (dagens rätt), das oft hervorragende vegetarische Puffer beinhaltet. Am Nachmittag begib dich in den äußersten Südwesten zur Halbinsel Falsterbo und nach Skanör. Spaziere zwischen den fotogenen Strandhütten, sauge die reine Meeresluft ein und quartiere dich in einem der örtlichen kleineren Pensionen am Wasser ein.
Am dritten Tag fahre entlang der Südküste nach Ystad, was dich kaum fünfzig Minuten ruhiger Fahrt kostet. Sieh dir das historische Zentrum voller Fachwerkhäuser an und begib dich auf die Spuren von Kommissar Wallander. Zum Abendessen steuere eine gemütliche Pizzeria an und warte auf die Dunkelheit, um den Nachtwächter vom Kirchturm zu hören. Eine Übernachtung in Ystad ist absolut Pflicht, idealerweise in einem der romantischen Hotels.
Am vierten Tag erwarten dich Mystik und Natur. Fahre morgens zum Fischerdorf Kåseberga und wandere zu den magischen Steinen von Ales stenar hinauf, bevor die Busse mit Touristen eintreffen. Anschließend fahre weiter nach Osten in die Region Österlen. Kehr in der Mosterei Kiviks Musteri ein, kaufe lokale Apfelprodukte und spaziere durch die Gärten. Die Unterkunft suche in der Umgebung des Städtchens Simrishamn, wo du auf malerische, zu Privatunterkünften umgebaute Bauernhöfe stößt.
Den fünften Tag kannst du der majestätischen Burg Glimmingehus widmen und anschließend entweder Richtung Norden in die dichten Wälder Smålands aufbrechen oder langsam über die Autobahn zurück nach Trelleborg zur Nachmittagsfähre fahren. Diese Rundreise lässt bewusst die abgelegenere nördliche Halbinsel Kulla aus, damit du nicht hetzen musst und das langsame nordische Tempo wirklich in vollen Zügen genießen kannst.
Wohin von Skåne aus weiter
Wenn du den Süden Schwedens bereits erkundet hast, bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten, wohin es weitergehen kann. Mit dem Auto kannst du nach Norden in die tiefen Wälder Smålands aufbrechen und das echte Schweden erleben, oder noch weiter fahren und ein paar Tage im wunderbaren Stockholm verbringen.
Wenn dich große Städte und tolle Gastronomie locken, nutze unbedingt die Öresundbrücke und fahr ins benachbarte Dänemark hinüber. Ein Besuch von Kopenhagen ist absolute Pflicht. Und wenn du vor der Reise dein Budget besser planen möchtest, schau dir unsere detaillierte Aufstellung der Preise und Kosten in Schweden an.
Häufig gestellte Fragen
Wie komme ich am besten von Deutschland nach Skåne?
Am bequemsten für Reisende mit Auto sind Fähren vom polnischen Swinemünde (nach Ystad) oder vom deutschen Rostock (nach Trelleborg), die euch hunderte Kilometer am Steuer ersparen. Wer lieber fliegt, für den lohnt sich ein Flug zum Kopenhagener Flughafen Kastrup, von wo aus ihr mit dem Zug über den Sund in knapp zwanzig Minuten im Zentrum von Malmö seid.
Wie viele Tage brauche ich, um Südschweden zu erkunden?
Um die Region in Ruhe genießen zu können, ohne euch hetzen zu müssen, empfehle ich euch, mindestens 5 bis 7 Tage einzuplanen. In dieser Zeit schafft ihr es, die Küste abzufahren, Malmö zu besichtigen, Ales stenar zu besuchen und das Hinterland ohne unnötige Hektik zu durchstreifen. Wenn ihr auch Kopenhagen hinzufügen wollt, rechnet mit weiteren zwei Tagen.
Brauche ich für die Reise durch Skåne ein Auto?
Ein Auto gibt euch absolute Freiheit, vor allem bei der Suche nach abgelegenen Stränden oder malerischen Höfen in der Region Österlen, aber notwendig ist es definitiv nicht. Das Zug- und Busnetz von Skånetrafiken funktioniert absolut zuverlässig und verbindet alle größeren Städte und touristischen Sehenswürdigkeiten. In den Städten selbst kommt ihr bestens mit einem geliehenen Fahrrad zurecht.
Ist Schweden wirklich so extrem teuer?
Es ist nicht so schlimm, wie oft behauptet wird. Unterkunft und Benzin kosten ähnlich wie in Westeuropa. Teuer wird es vor allem bei Alkohol und klassischen Abendessen in Restaurants. Wenn ihr aber die Mittagsmenüs (dagens rätt) nutzt und euch Lebensmittel im Supermarkt kauft, kommt euer Budget ohne größere Probleme zurecht.
Wo finde ich die schönsten Strände?
Für strahlend weißen Sand fahrt zur Halbinsel Falsterbo oder zum berühmten Strand Sandhammaren an der Südostküste, der regelmäßig in Rankings der schönsten Orte auftaucht. Das Wasser in der Ostsee ist zwar etwas erfrischend, aber im Juli und August baden hier Einheimische wie Touristen ganz normal und genießen den nordischen Sommer.
Kann man einen Tagesausflug nach Kopenhagen machen?
Auf jeden Fall! Mit dem Zug direkt über die Öresundbrücke dauert die Fahrt vom Zentrum Malmös zum Kopenhagener Hauptbahnhof knapp vierzig Minuten und die Verbindungen fahren sehr häufig. Morgens könnt ihr also gemütlich nach Dänemark zum Kaffee und zur Stadtbesichtigung aufbrechen und abends in euer günstigeres schwedisches Hotel zurückkehren.
Wo wurde die Serie Wallander gedreht?
Der überwiegende Teil der Film- und Buchschauplätze befindet sich im Hafenstädtchen Ystad. Im örtlichen Tourismusbüro bekommt ihr eine spezielle Karte, mit der ihr die Wohnung des Kommissars, seine Lieblingscafés und die Filmstudios am Stadtrand besuchen könnt, wo ihr die Originalkulissen der Polizeistation besichtigen könnt.
Was sind die wichtigsten kulinarischen Spezialitäten der Region?
Skåne ist das landwirtschaftliche Herz ganz Schwedens. Neben allgegenwärtigen Apfelkuchen und frischen Säften findet ihr hier fantastischen lokalen Spargel, großartige Käse und in Malmö müsst ihr unbedingt das beste günstige Falafel des Landes probieren. Die Einheimischen schwören zwar auf verschiedene Fleisch- und Fischspezialitäten, angeführt vom Hering, aber auch ohne diese entdeckt ihr jede Menge toller Geschmackserlebnisse.
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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