Wenn du überlegst, wann du nach Schweden reisen solltest, denk daran: Zwischen dem südschwedischen Malmö und dem nordischen Kiruna können im Januar locker zwanzig Grad Unterschied liegen. Während es im Süden regnet, liegt der Norden in der dunklen Polarnacht. Die Frage, wann du genau in den Norden aufbrechen solltest, lässt sich deshalb nicht mit einer einzigen einfachen Antwort beantworten, denn alles hängt davon ab, für welche Hälfte des Landes du dich entscheidest. Aus Sicht von Reisenden besteht Schweden nämlich aus zwei völlig unterschiedlichen Reisezielen, die sich nur schwer in einem einzigen Reiseplan verbinden lassen.
Wenn du sommerliche Leichtigkeit an Seen, Designstädte und rote Holzhäuschen suchst, reist du in den Süden oder in die Landesmitte. Für ein arktisches Abenteuer mit dem Hundeschlitten musst du dagegen weitere tausend Kilometer in Richtung Norden zurücklegen. Ich habe für dich einen kompletten Guide zu Wetter und Reisezeiten Monat für Monat zusammengestellt, damit du genau weißt, wann du Flüge buchen solltest und welchen Zeitraum du besser weiträumig meidest.

Zusammenfassung
- Zwei völlig unterschiedliche Saisons: Der Süden und die Städte ziehen vor allem im Sommer Touristen an, während Nordlappland im tiefen Winter seinen größten Boom erlebt.
- Die günstigsten Monate: Wenn du bei Unterkünften und Flügen deutlich sparen möchtest, reise im Mai oder Oktober in die Städte, denn dann ist Nebensaison.
- Sommerliche Leere: Im Juli erlebt das Land den sogenannten Industrisemester, wenn die meisten Einheimischen Urlaub nehmen und die Städte einen Monat lang wie leer gefegt sind.
- Mückeninvasion: Von Mitte Juni bis Mitte August musst du dich im Norden und im Landesinneren auf riesige Mengen an Mücken und kleinen Stechfliegen einstellen, gegen die nur starke lokale Repellents helfen.
- Polarlichter: Die statistisch besten Chancen auf das Himmelsschauspiel hast du im Februar, März und überraschenderweise auch im September, wenn die Temperaturen außerdem deutlich angenehmer sind.
- Orientierungskurs: Für 2026 gilt, dass eine schwedische Krone (SEK) ungefähr 0,45 € entspricht. Für eine schnelle Umrechnung kannst du die Preise also grob durch zwei teilen.

Der komplette Reiseführer: Schweden — Reiseführer und Highlights
12 Monate in Schweden, die du kennen musst
Das ganze Jahr Monat für Monat – denn Schweden ist so groß und abwechslungsreich, dass eine allgemeine Empfehlung einfach nicht ausreicht. Jeder Monat spielt sein eigenes Spiel. Lies also aufmerksam weiter und such dir deinen aus.

1. Januar: Polarnacht und frostige Exotik
Der Januar ist ein Monat der extremen Kontraste: Während die Tagestemperaturen in Stockholm nur knapp um den Gefrierpunkt liegen und es häufig regnet oder Schneeregen fällt, herrscht im Norden echter arktischer Winter. In Kiruna und im Nationalpark Abisko fallen die Temperaturen regelmäßig auf minus zwanzig bis dreißig Grad, was wirklich sorgfältige Kleidung im Schichtsystem erfordert. Vergiss Baumwolle und Jeans – die Grundlage für ein gelungenes Abenteuer sind hochwertige Merinowolle, ein warmer Fleece, eine dicke Daunenjacke und eine winddichte Außenschicht. Im hohen Norden herrscht außerdem bis Mitte Januar Polarnacht, in der die Sonne überhaupt nicht über den Horizont steigt. Erwarte aber keine rabenschwarze Dunkelheit: Um die Mittagszeit beginnt die sogenannte blaue Stunde, in der sich die verschneite Landschaft in ein magisches, sanft bläuliches Licht taucht – ein Traum für Fotografen.
Im Süden des Landes hast du ungefähr sechs Stunden Tageslicht. Die Sonne geht vor neun Uhr morgens auf und bereits gegen drei Uhr nachmittags wieder unter. Gerade in dieser Zeit läuft jedoch die Saison im legendären Icehotel in Jukkasjärvi auf Hochtouren. Reisende aus aller Welt kommen hierher, um eine einzigartige Übernachtung in eisiger Umgebung zu erleben. Wenn du keine rund 6.000 SEK (etwa 2.700 €) für eine einzige Nacht im Schlafsack bei minus fünf Grad ausgeben möchtest, kannst du auch nur den Tageseintritt für 325 SEK (etwa 145 €) bezahlen, in Ruhe alle Eisskulpturen besichtigen und am Abend in eine beheizte Pension zurückkehren. Arktische Aktivitäten wie Schneemobilfahrten finden in vollem Umfang statt, erfordern aber ein ordentliches Maß an körperlicher Widerstandskraft. In den Städten im Süden bleiben die meisten saisonalen Museen und Campingplätze dagegen fest geschlossen.
Was dein Budget betrifft, bietet der Januar zwei völlig unterschiedliche Preisniveaus. Nach den Weihnachtsfeiertagen sinken die Preise für Flüge und Hotels in den Städten stark, sodass du dir ein verlängertes Wochenende in Stockholm für einen Bruchteil der Sommerpreise gönnen kannst. Im Norden herrscht dagegen Hochsaison, und für arktische Erlebnisse gelten unnachgiebig Premiumpreise. Der Januar ist damit wohl der beste Monat für Fans frostiger Exotik, die bei minus zwanzig Grad im Schlafsack frühstücken 😅, oder für alle, die günstige Städtereisen suchen.
💡 Tipp: Wenn du eine Hundeschlittenfahrt planst, die normalerweise 900 bis 1.400 € kostet, reserviere deinen Termin besser erst für das Monatsende. Bei extremer Kälte unter minus zwanzig Grad sagen die Anbieter die Fahrten aus Sicherheitsgründen für die Tiere häufig ab.

2. Februar: Das Licht kehrt zurück und die Wintersaison erreicht ihren Höhepunkt
Der zweite Monat des Jahres ist ideal für einen echten Winterurlaub, denn die Tage werden spürbar länger und die Sonne scheint endlich wieder auf die verschneiten Ebenen. In Kiruna kannst du angenehme sieben bis neun Stunden Tageslicht genießen. Die Sonne geht gegen acht Uhr auf und erst nach vier Uhr nachmittags unter. Im Norden sind die Temperaturen nicht mehr ganz so eisig und liegen stabil bei etwa minus zehn bis fünfzehn Grad, während es in Stockholm nur knapp unter dem Gefrierpunkt bleibt. Der Winter verliert also allmählich seinen extremen Griff, was Aufenthalte im Freien deutlich angenehmer macht.
Diese Zeit ist wie geschaffen für die Jagd nach Polarlichtern, Schneemobilfahrten oder Langlauf in unberührter Natur. In Schweden finden im Februar die sogenannten Sportlov statt – Winterferien, in denen ganze Familien in die Bergregionen fahren. Das bekannteste Ziel ist Åre, das größte Skigebiet Skandinaviens. Dort kannst du dich auf Naturschnee und herrliche Ausblicke auf die zugefrorenen Seen im Tal freuen. Rechne deshalb damit, dass die Skigebiete aus allen Nähten platzen, die Restaurants voll sind und die Preise für Unterkünfte in den Bergen sowie für Skipässe ihren Jahreshöchststand erreichen.
In der ersten Februarwoche findet außerdem der berühmte Wintermarkt in Jokkmokk (Jokkmokks marknad) statt, der auf eine mehr als vierhundertjährige Tradition zurückblickt. Es ist eine beeindruckende Präsentation traditioneller Handwerkskunst namens Duodji und der Kultur des indigenen Volks der Samen. Das Fest lockt rund dreißigtausend Besucher in die kleine Stadt mit gerade einmal fünftausend Einwohnern. Der Februar ist also perfekt für alle, die Wintersport und arktische Erlebnisse lieben – auch wenn du in der Hochsaison dafür tiefer in die Tasche greifen musst und ruhige, menschenleere Wildnis eher abseits der großen Zentren findest.
💡 Tipp: Unterkünfte für den bekannten Wintermarkt in Jokkmokk sind oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht. Wenn du diese authentische samische Kultur erleben und Rentierrennen mit eigenen Augen sehen möchtest, musst du deinen Ausflug also sehr langfristig planen.

3. März: Frühlingstagundnachtgleiche und Langlauf
Der März ist ein Geheimtipp für alle Wintersportfans, denn er verbindet reichlich Schnee mit langen, sonnigen Tagen. Um die Frühlingstagundnachtgleiche herum dauert der Tag im ganzen Land zwölf Stunden, und die Sonnenstrahlen bekommen endlich wieder echte Kraft. Der feste, kompakte Schnee schafft hervorragende Bedingungen zum Skilanglauf, der in diesem Land fast schon eine Art Nationalreligion ist. Auf den Loipen triffst du Einheimische aller Altersgruppen. Im Norden steigen die Temperaturen tagsüber häufig sogar leicht über den Gefrierpunkt. Das macht den Aufenthalt im Freien unvergleichlich angenehmer als im tiefen Winter und ermöglicht es dir, problemlos einen ganzen Tag auf dem Schneemobil zu verbringen, ohne Erfrierungen zu riskieren.
Rund um die Frühlingstagundnachtgleiche kommt es außerdem traditionell zu sehr starker geomagnetischer Aktivität, wodurch der März zu einem der allerbesten Monate für Polarlichtbeobachtungen wird. Angesichts des aktuellen Sonnenzyklus stehen die Chancen auf ein episches Himmelsschauspiel über dem Nationalpark Abisko besonders gut. Ein kristallklarer Himmel und angenehmere Abendtemperaturen bedeuten, dass du nicht bei klirrender Kälte auf die grüne Lichtshow warten musst und das Fotografieren auch ohne spezielle beheizbare Handschuhe schaffst.
Im Süden des Landes, in den Regionen Skåne oder rund um Göteborg, beginnt langsam der zaghafte Frühling, und die Tageshöchstwerte klettern auf etwa fünf Grad. Die ersten Cafés stellen ihre Tische auf die Gehwege, auch wenn du für eine traditionelle Fika im Freien noch eine warme Decke und heißen Kaffee brauchst. Die Flugpreise in die großen Städte bleiben sehr günstig, während die Bergresorts noch relativ teuer sind, da die Wintersaison längst nicht vorbei ist. Der März ist also ideal für alle, die echten skandinavischen Winter erleben möchten, aber vor der Vorstellung von dreißig Grad minus und endloser Dunkelheit zurückschrecken.
💡 Tipp: Der März ist der letzte zuverlässige Monat für einen Besuch des berühmten Icehotels in Jukkasjärvi. Mit zunehmender Sonne und steigenden Temperaturen beginnt die Eisstruktur langsam weicher zu werden, verliert ihre scharfen Konturen und bereitet sich auf das Frühjahrstauwetter vor.

4. April: Unberechenbarer Frühling und das Ende des Eistraums
Der April ist ein typischer Übergangsmonat. Er kann dich mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen erfreuen, dich aber genauso gut mit einem unerwarteten Schneesturm überraschen. Im Süden erwacht die Natur langsam zum Leben, Ostern wird gefeiert und die Städte füllen sich wieder mit Menschen, doch das Wetter ist extrem wechselhaft, windig und ändert sich häufig von einer Stunde auf die nächste. In Stockholm liegen die Tageshöchstwerte bei etwa acht bis zehn Grad. Leg die warme Jacke und die Mütze also noch nicht weg und pack vorsichtshalber auch einen zuverlässigen Regenschirm ein. Wenn du über die Osterfeiertage reist, findest du in den Geschäften besondere Frühlingsspezialitäten, und an den Fenstern hängen traditionelle Dekorationen mit bunten Federn.
Im hohen Norden bedeutet der April das endgültige Ende der arktischen Hochsaison. Der Schnee schmilzt unter den ersten Frühlingsstrahlen schnell, das Eis auf den riesigen Seen wird gefährlich dünn und das berühmte Icehotel in Jukkasjärvi schließt Mitte des Monats endgültig, damit es zurück in den Fluss Torne schmelzen kann. Die Tage werden so unglaublich schnell länger, dass die Sonne in Kiruna erst nach acht Uhr abends untergeht und das Licht eindeutig über die Dunkelheit siegt. Die Chancen auf Polarlichter sinken praktisch auf null, weil der Himmel selbst mitten in der Nacht einfach nicht mehr dunkel genug ist. Anbieter arktischer Aktivitäten sagen Hundeschlittenfahrten in großer Zahl ab und räumen die Schneemobile langsam für den Sommerschlaf weg, da das aufgeweichte Gelände für Ausflüge nicht mehr sicher ist.
Für Lappland ist der April absolut ungeeignet, doch der Süden belohnt dich: Die meisten Burgen und Museen stellen gerade auf längere Sommeröffnungszeiten um. Im fast leeren Vasa-Museum kannst du problemlos einen ganzen Nachmittag verbringen, ohne die Ellbogen eines australischen Touristen im Rücken zu haben, und durch die Gassen von Gamla Stan schlenderst du praktisch allein. Die Hotels in den großen Städten stehen leer und bieten fantastische Nebensaisonrabatte. Das freut vor allem Paare, die ein ruhiges Kulturwochenende mit hervorragendem Spezialitätenkaffee und skandinavischem Design suchen.
💡 Tipp: Der April ist eine ausgesprochen gute Zeit für Städtereisen, wenn dich gelegentlicher Regen und Wind nicht stören. Die Flugpreise nach Stockholm liegen vor Beginn der Sommersaison meist auf dem absoluten Tiefpunkt, und in den fast leeren Cafés kannst du die besten Kardamomschnecken in aller Ruhe genießen, ohne endlos in der Schlange zu stehen.

5. Mai: Blühender Süden und die niedrigsten Preise
Wenn du in den Süden oder in die Mitte Schwedens reisen und große Menschenmengen sowie unnötig hohe Preise vermeiden möchtest, ist der Mai die beste Wahl. In den Parks blüht alles in voller Pracht, die Tage sind unglaublich lang und die Temperaturen in den Städten steigen häufig auf sehr angenehme fünfzehn Grad. Das schafft ideale Bedingungen, um den ganzen Tag zu Fuß Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Die meisten Attraktionen haben bereits sicher auf Sommerbetrieb umgestellt, und in Stockholm geht die Sonne erst kurz vor zehn Uhr abends unter. Die großen Touristenmassen kommen allerdings erst in einigen Wochen. Du kannst all die schönen Orte, etwa das malerische Viertel Haga in Göteborg, deshalb ganz in Ruhe erleben. Das Restaurantpersonal hat deutlich mehr Zeit für dich, und Tischreservierungen sind normalerweise nicht nötig.
Nordlappland verwandelt sich im Mai dagegen in ein einziges, kaum passierbares Schlammgebiet. Schmelzwasser und über die Ufer tretende Seen machen die meisten Naturwege unpassierbar, und für Fans von Bergwanderungen ist dieser Monat ausgesprochen ungeeignet. Der berühmte Fernwanderweg Kungsleden und der wilde Nationalpark Sarek liegen noch unter einer Schicht nassen Schnees. Die Berghütten des schwedischen Wanderverbands STF halten ihre Fensterläden noch fest geschlossen und bereiten sich erst langsam auf die Sommersaison vor. Die winterlichen arktischen Aktivitäten finden natürlich überhaupt nicht mehr statt, und die Mückenhölle hat noch nicht begonnen – die Wildnis im Norden schläft also einfach still vor sich hin.
Dieser Monat gehört damit eindeutig und ohne jede Diskussion den großen Städten und der Südküste. Die Preise für Mietwagen und Unterkünfte bleiben erfreulich niedrig, was sich perfekt für erste Frühlingsroadtrips durch die malerische Region Skåne oder entlang der beeindruckenden Westküste von Bohuslän eignet. Der Mai begeistert vor allem Kaffeeliebhaber, Fans klaren Designs und alle, die entspannte Spaziergänge mögen.
💡 Tipp: Nutze die beliebten verlängerten Maiwochenenden für einen Besuch in Göteborg oder Stockholm. Dann bekommst du fantastische Luxusunterkünfte direkt im Zentrum zu Preisen, für die du im Juli problemlos nur einen gewöhnlichen Campingplatz am Stadtrand bezahlen würdest.

6. Juni: Midsommar und Mitternachtssonne
Der Juni ist für die Einheimischen mit Abstand der wichtigste Monat des Jahres, denn alles dreht sich um die großen Mittsommerfeiern, die Midsommar genannt werden. Dieses magische Fest fällt immer auf den Freitag zwischen dem 19. und 25. Juni, und das ganze Land kommt dabei praktisch zum Stillstand und zieht sich in seine liebsten Sommerhäuser zurück. Die Tradition verlangt, einen Blumenkranz zu flechten, wie Frösche um den geschmückten Maibaum zu tanzen und ausgiebig zu schlemmen. Auf dem Tisch dürfen eingelegte Heringe, neue Kartoffeln und riesige Mengen Dill nicht fehlen; dazu werden eiskalter Aquavit und Bier getrunken. Midsommar ist eine zutiefst familiäre Angelegenheit. Als Tourist erlebst du das Fest am besten in Freilichtmuseen oder in der traditionellen Region Dalarna rund um den Siljansee, wo öffentliche Feiern Tausende Menschen in malerischen Trachten anziehen.
Nördlich des Polarkreises, besonders rund um die Bergbaustadt Kiruna und den Nationalpark Abisko, beginnt die faszinierende Zeit der Mitternachtssonne. Das Licht verschwindet volle 24 Stunden lang nicht vom Himmel, und im Süden liegen die Temperaturen konstant bei angenehmen achtzehn bis zwanzig Grad, während das Thermometer im Norden eher zehn bis fünfzehn Grad anzeigt. Die Bergwandersaison beginnt allerdings erst ganz am Ende des Juni. Erst dann tauen die hoch gelegenen Seen endlich auf, und der Wanderverband STF öffnet seine Berghütten für die ersten ungeduldigen Trekkingfans, die in die Wildnis aufbrechen.
Je näher der echte Sommer rückt, desto stärker steigen natürlich die Preise für Unterkünfte, und die ersten beliebten Campingplätze melden bereits volle Auslastung. Der Juni ist ideal für Reisende, die endlose sonnige Tage und die skandinavische Kultur in voller Blüte erleben möchten. Wenn du mit dem Wohnmobil unterwegs bist, findest du noch großartige freie Plätze direkt am Wasser, ohne darum kämpfen zu müssen.
💡 Tipp: Wenn du als Tourist keine Einladung in eine einheimische Familie hast, solltest du am Freitag während Midsommar besonders vorsichtig planen, denn die Städte leeren sich komplett, und die meisten Restaurants, Supermärkte und Geschäfte bleiben das ganze Wochenende über kompromisslos geschlossen.

7. Juli: Industrisemester und die Mückenhölle
Die meisten ausländischen Touristen reisen verständlicherweise im Juli nach Schweden. Dieser Monat erfordert allerdings besonders sorgfältige Planung. Das Land erlebt nämlich das sogenannte Industrisemester, in dem ein großer Teil der Bevölkerung drei bis vier Wochen am Stück Urlaub nimmt. In der Praxis bedeutet das, dass viele Familiencafés, kleinere Geschäfte und lokale Betriebe in den Städten oft den ganzen Monat geschlossen bleiben. Die Schweden ziehen massenhaft in Wohnmobile, auf Campingplätze und an die sonnige Küste von Bohuslän. Strände und Erholungsgebiete platzen deshalb aus allen Nähten, und Hütten oder Stellplätze für Wohnwagen müssen teilweise ein halbes Jahr im Voraus reserviert werden.
Die Natur steht in voller Blüte, und Stockholm erreicht durchschnittliche Höchstwerte von etwa 21 bis 25 Grad. In den nördlichen Regionen sind es eher kühlere 13 bis 18 Grad. Wer zu den Seen im Norden oder tiefer ins Landesinnere fährt, muss sich jedoch unbedingt auf brutale Angriffe von Mücken und kleinen stechenden Knott-Fliegen einstellen. Sie können romantisches Camping an einem spiegelnden See in eine echte Geduldsprobe verwandeln. Die Sonne scheint hier unglaublich lange, im Süden geht sie erst gegen elf Uhr nachts unter – du hast also reichlich Zeit für ausgedehnte Abendspaziergänge und Grillabende.
Die Preise für typische rote Holzhäuschen (Stugor) und Campingplätze erreichen im Juli ihren Höchststand. Andererseits überraschen dich die großen Hotelketten in den Städten vielleicht mit interessanten Rabatten, denn Geschäftsreisende sind abwesend und die Konferenzräume stehen leer. Der Juli ist daher die beste Wahl für klassische Familienroadtrips am Wasser – vorausgesetzt, du hast wirklich alles rechtzeitig und sorgfältig reserviert.
💡 Tipp: Kauf keine teuren Repellents vor dem Abflug zu Hause, denn gegen die aggressiven lokalen Insekten wirken sie meist überhaupt nicht. Besorg dir lieber direkt nach der Ankunft im ersten Supermarkt das zuverlässige schwedische Mittel Mygga und ein hochwertiges Moskitonetz für den Kopf.

8. August: Warmes Wasser und Krebsfest
Der August zählt zu den beliebtesten Sommermonaten für clevere Reisende, denn das Wasser in den tausenden Seen und in der Ostsee hat sich über den Sommer ausreichend erwärmt und bietet nun beste Bedingungen zum Baden. Städte und Straßen kehren Mitte des Monats langsam zum normalen Leben zurück, weil die schwedischen Kinder ihre Sommerferien beenden und wieder in die Schule gehen. Für dich bedeutet das automatisch leerere Campingplätze, besser verfügbare Unterkünfte und deutlich ruhigere Straßen für deinen Traumroadtrip. Ein morgendliches Bad im stillen See ohne eine Horde kreischender Kinder bringt dich perfekt in den nächsten Tag.
Im Süden liegen die Temperaturen weiterhin stabil bei angenehmen zwanzig Grad. Im hohen Norden wird es dagegen langsam kühler, und das Thermometer zeigt tagsüber eher um die fünfzehn Grad. Das kulturelle Leben wird im August von der Tradition Kräftskiva geprägt. In den Schaufenstern hängen Papierlaternen mit Mondmotiven, und die Einheimischen treffen sich zu Festessen im Freien, bei denen gekochte Krebse, Unmengen Dill und eiskalter Aquavit serviert werden. Auf der Insel Gotland findet außerdem in dieser Zeit die legendäre Mittelalterwoche statt, die die gesamte historische Stadt Visby mit Ritterturnieren und Märkten in ein riesiges historisches Fest verwandelt.
Die Tage werden spürbar kürzer, was für Fans von Naturphänomenen allerdings einen großen Vorteil bringt. Ende August sorgen die dunkleren Nächte im Norden für die ersten realistischen Chancen, magische Polarlichter zu sehen, während die Temperaturen draußen noch längst keine schwere Winterausrüstung erfordern. Ab Mitte des Monats sinken außerdem die Preise für Unterkünfte in der Natur erfreulich, sodass du einiges sparen kannst.
💡 Tipp: Ende August ist ein idealer Kompromiss zum Reisen, denn du bekommst weiterhin sehr angenehme Sommertemperaturen zum Campen, die lästigen Mücken verschwinden zuverlässig und die Straßen sind nach der Abreise der einheimischen Familien deutlich leerer.

9. September: Verstecktes Juwel und herbstliche Ruska
Wenn du zum Trekking in die nordische Natur oder auf eine ausgedehnte Fotoreise aufbrechen möchtest, solltest du den September fett markiert als Top-Wahl in deinen Kalender eintragen. Im Norden erlebt die Natur das faszinierende Phänomen Ruska, bei dem sich die gesamte Landschaft in unglaubliche Gold-, Orange- und leuchtende Rottöne verwandelt. Zusammen mit der kristallklaren Herbstluft entstehen atemberaubende Szenerien. Im Norden liegen die Tagestemperaturen zwischen fünf und zehn Grad, sodass du beim anstrengenden Aufstieg nicht überhitzt, während du im Süden noch schöne sonnige fünfzehn Grad genießen kannst. Außerdem sind die Wälder jetzt voller Pilze und süßer Preiselbeeren, die du frei sammeln darfst.
Dank der ersten Nachtfröste verschwinden die allgegenwärtigen Mücken und kleinen Stechfliegen endgültig. Du kannst das Campen in der Wildnis endlich in himmlischer Ruhe genießen, ohne ständig mit den Händen um dich schlagen zu müssen. Die Polarlichter spiegeln sich im Herbst wunderschön in den noch nicht zugefrorenen Seen – ein einzigartiges Schauspiel, das du im tiefen Winter nicht erleben kannst, weil dann überall eine dicke Schicht weißen Schnees liegt. Im ganzen Land dauert der Tag etwa zwölf bis dreizehn Stunden. Damit hast du noch genug natürliches Licht für lange Wanderungen durch die Natur und eine sichere Rückkehr zum Campingplatz.
Die Preise für typische Holzhütten und Hotelzimmer sinken auf sehr angenehme Nebensaisonwerte, sodass dein Reisebudget endlich aufatmen kann. Der September ist ideal für kinderlose Paare, leidenschaftliche Outdoorfans und alle, die auf Reisen Ruhe ohne Menschenmassen suchen. Das herbstliche Schweden hat einfach eine unverwechselbare, leicht melancholische Atmosphäre, die offenbar niemand so schnell vergisst.
💡 Tipp: Der September ist die ideale Zeit für den berühmten Fernwanderweg Kungsleden. Informiere dich aber unbedingt vorher sorgfältig über die Öffnungszeiten der Berghütten des Wanderverbands STF, die normalerweise bereits in der dritten Septemberwoche schließen.

10. Oktober: Tote Saison und fallendes Laub
Mit dem Oktober legt sich über das ganze Land langsam, aber sicher ungemütliches Herbstwetter, und der Tourismus geht auf seinen Jahrestiefstand zurück. Die Tage werden spürbar kürzer, in Stockholm geht die Sonne bereits gegen fünf Uhr nachmittags unter und es regnet häufig, während ein wirklich kräftiger kalter Wind weht. Ein Aufenthalt in der Natur wird dadurch eher zum Kampf ums Überleben als zu einem angenehmen Erholungsurlaub. Im Süden sinken die Temperaturen schnell auf acht Grad, während im Norden bereits regelmäßig erste ganztägige Fröste auftreten und das Thermometer unangenehm nahe am Gefrierpunkt schwankt. Das goldene Laub wird braun und fällt rasch von den Bäumen.
Viele saisonale Sehenswürdigkeiten, romantische Sommercafés und Fähren zu kleineren Inseln in den Schärengärten stellen ihren Betrieb endgültig ein und öffnen erst im Frühjahr wieder. Für Kultur-, skandinavische Design- und Gastronomiefans bietet der Oktober jedoch hervorragende Bedingungen, um die großen Städte im Trockenen zu erkunden. Stockholm und Göteborg laden zu gemütlichen Fika-Pausen in warmen Cafés, ausgezeichneten Museen ohne Warteschlangen und erstklassiger lokaler Gastronomie ein. Im Norden fällt zwar üblicherweise der erste Schnee, für Winteraktivitäten mit Schneemobil oder Langlauf reicht er aber noch lange nicht aus, und die Seen sind noch nicht sicher zugefroren.
Der Oktober ist also ein Monat für echte Schnäppchenjäger und sehr budgetbewusste Reisende. Die Preise für Unterkünfte sind so niedrig wie sonst nie. Für überschaubares Geld kannst du dir deshalb luxuriösere Designhotels mit fantastischem Frühstück leisten, die im Sommer ein Vermögen kosten würden. Der Monat eignet sich eher für Wochenendtrips mit Schwerpunkt auf Stadtkultur als für Reisen in die unberechenbare Natur.
💡 Tipp: Am 4. Oktober wird in Schweden landesweit der beliebte Tag der Zimtschnecke (Kanelbullens dag) gefeiert. Lass dir auf keinen Fall die Gelegenheit entgehen, dieses frische und duftende Gebäck in einer traditionellen lokalen Bäckerei zu probieren, vor der sich an diesem Tag lange Schlangen Einheimischer bilden.

11. November: Dunkelheit und Warten auf Schnee
November? Nein. Wirklich nicht. Das ist mit Abstand die dunkelste, ungemütlichste und deprimierendste Zeit des ganzen Jahres, und ich rate dir ganz offen von einer Reise in diesem Monat ab. Die Sonne zeigt sich täglich nur für wenige Stunden, und ein schwerer, undurchsichtiger Teppich bleierner Wolken bedeckt ununterbrochen den Himmel. In Stockholm erlebst du kaum sieben Stunden trübes Dämmerlicht, während der Tag im nördlichen Kiruna auf gerade einmal drei bis vier Stunden sehr schwaches Licht schrumpft – das setzt der Psyche ordentlich zu. Wenn du schon hier bist, helfen eigentlich nur häufige Besuche in heißen Saunen.
Der Schnee, der die nordische Landschaft wenigstens optisch etwas aufhellen würde, fällt im Süden meistens noch überhaupt nicht. Die Temperaturen liegen bei unangenehmen drei bis fünf Grad, sodass alles nur von grauem, tückischem Matsch und aufdringlicher Feuchtigkeit geprägt ist. Im Norden warten die Einheimischen ungeduldig darauf, dass die Seen endlich sicher zufrieren und genug Schnee für Wintersport fällt. Die meisten arktischen Winteraktivitäten mit Schneemobilen oder Hundeschlitten finden noch nicht statt, weil das Gelände einfach nicht sicher ist. Außer dem Warten auf die Dunkelheit gibt es hier also eigentlich nichts zu tun.
Flüge und Hotels sind zwar extrem günstig und schon für wenig Geld zu bekommen, doch jeder Aufenthalt im Freien ist ausgesprochen unangenehm und treibt dich bald wieder mit heißem Tee ins Bett. Der November ist einfach ein zähes und trauriges Warten auf den echten nordischen Winter, während die sommerlichen Freuden längst vorbei und die winterlichen noch nicht begonnen haben. Überleg dir eine Reise in diesem Monat deshalb lieber zweimal.
💡 Tipp: Wenn du im November aus beruflichen Gründen unbedingt nach Schweden musst, pack eine ordentliche Dosis Vitamin D und sehr hochwertige wasserdichte Kleidung ein. Die allgegenwärtige nordische Dunkelheit kann einem unvorbereiteten Reisenden psychisch ordentlich zusetzen.

12. Dezember: Weihnachtsmärkte und blaues Dämmerlicht
Mit dem Dezember und der beliebten Adventszeit erstrahlen die schwedischen Städte in Tausenden kleinen Lichtern, die erfolgreich gegen die allgegenwärtige Dunkelheit ankämpfen. In den Straßen duftet es herrlich nach heißem Gewürzwein namens Glögg. Die berühmten Weihnachtsmärkte in Stockholms historischer Altstadt Gamla Stan oder im riesigen Vergnügungspark Liseberg in Göteborg zählen zu den schönsten in ganz Europa. Sie versprühen eine unglaublich zauberhafte, wenn auch für unsere Verhältnisse ziemlich teure festliche Atmosphäre. Im Süden liegen die Temperaturen stabil um den Gefrierpunkt, während der Norden bereits strenge minus fünfzehn Grad und ordentlich hohe Schneewehen meldet.
Im hohen Norden beginnt in diesem Monat offiziell die dunkle Polarnacht. Trotz der völligen Abwesenheit direkten Sonnenlichts erwacht die Region nun aber zu voller arktischer Betriebsamkeit. Für die kommende Saison 2026 soll sich das neue Icehotel in Jukkasjärvi nach aktuellem Plan am 11. Dezember öffnen. Das zieht sofort Scharen begeisterter Erlebnisreisender an, die bereit sind, astronomische Summen für eine Übernachtung zu bezahlen. Die meisten lokalen Unternehmen, die Hundeschlittenfahrten, Schneemobiltouren und abendliche Polarlicht-Safaris anbieten, öffnen nun vollständig ihre Türen, denn die weitläufigen Seen sind endlich sicher zugefroren und tragen auch schwere Fahrzeuge.
Weihnachts- und Silvesteraufenthalte im Norden gehören allerdings zuverlässig zu den teuersten des ganzen Jahres. Stell dich also darauf ein, dass dein Bankkonto ordentlich leiden wird. Der Dezember ist wie geschaffen für begeisterte Fans von Weihnachtsromantik und arktischer Exotik, die gezielt nach einem unvergesslichen Erlebnis fürs Leben suchen und nicht auf jeden ausgegebenen Euro achten. Wenn du einen günstigen Urlaub suchst, bleib lieber zu Hause.
💡 Tipp: Weihnachts- und Neujahrstermine im Norden gehören zu den teuersten des ganzen Jahres. Wenn du für genau dasselbe arktische Erlebnis und Polarlichter mehrere hundert Euro sparen möchtest, verschieb deine Traumreise lieber um ein paar Wochen auf die zweite Januarhälfte.

Temperaturen und Tageslänge im Überblick
Damit du deine Reise möglichst gut planen kannst, habe ich dir übersichtlich zusammengestellt, was dich vom Wetter tatsächlich erwartet. Schweden ist ein riesiges Land, und die Unterschiede zwischen Süden und Norden können dich leicht überraschen. Deshalb lohnt es sich nicht, den Koffer nur nach einem einzigen Wert aus der Wettervorhersage zu packen.
Während du in Stockholm im Sommer mit T-Shirt und kurzen Hosen auskommst, brauchst du in Kiruna selbst im Juli abends unbedingt einen warmen Pullover und eine winddichte Jacke. Die Durchschnittswerte helfen dir bei einer groben Orientierung für die wichtigsten Monate des Jahres.
- Januar: In Stockholm erwarten dich Tageshöchstwerte um 0 °C und ungefähr 6 Stunden Tageslicht. Im nördlichen Kiruna musst du dich auf eisige -15 bis -25 °C und die Polarnacht einstellen: Die Sonne steigt überhaupt nicht über den Horizont, und es herrscht nur ein bläuliches Dämmerlicht.
- April: Der Süden erwacht bei Temperaturen um 8 bis 10 °C und angenehmen 14 Stunden Tageslicht. Im Norden hält sich das Thermometer um den Gefrierpunkt, der Schnee beginnt weicher zu werden und die Sonne scheint bereits mehr als 15 Stunden am Tag.
- Juli: Stockholm bietet angenehme 21 bis 25 °C und ganze 18 Stunden Tageslicht. Das Wasser in den Seen und in der Ostsee erwärmt sich auf angenehme 18 bis 20 °C. Im Norden liegen die Temperaturen eher bei 13 bis 18 °C, dafür kannst du das Phänomen der Mitternachtssonne erleben, bei dem es volle 24 Stunden hell bleibt.
- Oktober: Im herbstlichen Stockholm sinken die Temperaturen auf 8 bis 10 °C, und die Tage verkürzen sich auf 10 Stunden Tageslicht. In Kiruna nähern sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt oder liegen leicht darunter, der erste Schnee kommt, und das Tageslicht verschwindet unglaublich schnell.

Wann du für bestimmte Aktivitäten reisen solltest
Jeder Reisende hat sein ganz persönliches Traumerlebnis, und das richtige Timing ist entscheidend. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als wegen der Polarlichter anzureisen und festzustellen, dass die Sonne nachts überhaupt nicht untergeht, oder zu einer Bergwanderung aufzubrechen, wenn die Wege unter einem Meter nassem Schnee verborgen liegen.
Wenn dein Hauptziel die Polarlichter sind, solltest du im Februar oder März in den Norden reisen, wenn das Wetter stabiler ist und es weniger Wolken gibt. Eine tolle und günstigere Alternative sind auch September und Oktober. Außerdem entgehst du dann der extremen arktischen Kälte. Die Mitternachtssonne kannst du dagegen nur von Ende Mai bis Mitte Juli erleben – und zwar ausschließlich nördlich des Polarkreises in der Umgebung von Kiruna oder im Nationalpark Abisko. Fans von Bergwanderungen sollten das Zeitfenster von Mitte Juli bis Mitte September einplanen. Der September ist dank der herbstlichen Farben und der Abwesenheit aggressiver Mücken besonders empfehlenswert.
Für ein Sommerbad in den Seen ist der August eindeutig am besten, da sich das Wasser bis dahin ausreichend erwärmen konnte. Wenn du dich für Wintersport und Hundeschlittenfahrten interessierst, findest du von Ende Januar bis März ideale Bedingungen, da dann die gefährlichen Temperaturen von 30 Grad unter null meist ausbleiben. Für Städtetrips und Cafés sind dagegen Mai und September optimal: In diesen Monaten bekommst du die günstigsten Flüge und entgehst dem sommerlichen Andrang von Familien mit Kindern.

Praktische Zusammenfassung und Richtpreise
Schweden gilt zwar als teures Reiseziel, aber dank der schwächeren Krone der vergangenen Jahre ist das Land längst kein Albtraum mehr für dein Portemonnaie. 2026 liegt der Wechselkurs ungefähr bei 2,21 Kč für 1 SEK, wodurch das Land deutlich erschwinglicher ist als das benachbarte Norwegen. Stell dich darauf ein, dass Bargeld hier praktisch keine Rolle spielt: Selbst auf einem Bauernmarkt oder auf öffentlichen Toiletten kannst du mit Karte bezahlen.
In Restaurants kostet dich ein Abendessen schnell mehr als 20 €. Wenn du aber mittags das beliebte Tagesmenü namens dagens rätt nutzt, bekommst du für etwa 120 bis 150 SEK ein sättigendes Hauptgericht, ein Salatbuffet zur freien Verfügung und Kaffee – und sparst dadurch viel Geld. Alkohol mit mehr als 3,5 % Alkoholgehalt bekommst du nur in den staatlichen Systembolaget-Läden. Sie schließen samstags unerbittlich bereits um 15 Uhr und bleiben sonntags komplett geschlossen. Ganz neu ist das sogenannte Gårdsförsäljning: Seit Sommer 2025 kannst du lokales Bier oder Wein endlich direkt bei kleinen Produzenten kaufen, wenn du dort an einer Verkostung oder Führung teilnimmst.
Für die zweite Hälfte des Jahres 2026 hat die Regierung den öffentlichen Nahverkehr massiv bezuschusst. Deshalb kosten 30-Tage-Tickets für den Nahverkehr im ganzen Land genau die Hälfte des ursprünglichen Preises. In Stockholm kostet eine Monatskarte im SL-Netz damit unglaubliche 530 SEK (etwa 50 €). Der Kauf lohnt sich also definitiv, selbst wenn du nur fünf aktive Tage in der Stadt verbringst. Du kannst damit unbegrenzt mit U-Bahn, Straßenbahnen und Fähren fahren – und das zu einem fantastischen Preis. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, freut dich außerdem, dass schwedische Autobahnen vollständig kostenlos sind. Gebühren fallen nur für große Brücken oder die Einfahrt in die Zentren der größten Städte an.
💡 Tipp: Winteraktivitäten wie Hundeschlittenfahrten, Schneemobiltouren oder Ausflüge zu den Polarlichtern sind in der Hauptsaison oft schon Wochen im Voraus ausgebucht. Vergleichen und reservieren kannst du sie zum Beispiel über GetYourGuide. Bei kleineren lokalen Höfen und Guides bekommst du dasselbe Programm jedoch oft günstiger, wenn du direkt bei ihnen anfragst.

Wo du Schweden kulinarisch erleben kannst
Die schwedische Küche besteht längst nicht mehr nur aus Fleischbällchen, auch wenn man sie hier natürlich wie nirgendwo sonst zubereitet. Von gemütlichen Cafés mit traditioneller Fika bis hin zu Spitzenrestaurants, die sich auf regionale arktische Zutaten spezialisiert haben: Essen ist hier ein Erlebnis für sich. Du solltest dich allerdings darauf einstellen, dass Restaurantbesuche einen ziemlich großen Teil deines Budgets verschlingen.
Wenn du sparen möchtest, geh mittags in Restaurants und bestell das sogenannte dagens rätt (Tagesmenü). Für einen festen Preis bekommst du ein Hauptgericht, ein Salatbuffet, Brot mit Butter und Kaffee. Das ist eine beliebte Möglichkeit, lokale Spezialitäten zu probieren, ohne dabei das Budget zu sprengen.

Tipps für konkrete Lokale
In Göteborg darfst du das Kafé Husaren im malerischen Viertel Haga nicht verpassen. Hier werden die größten Zimtschnecken des Landes gebacken – die Hagabullen sind tellergroß und lassen sich problemlos zu zweit teilen. Nach einem langen Stadtspaziergang ist das der perfekte Ort für eine nachmittägliche Fika.
Für eine klassische Fika in Stockholm gehst du ins Vete-Katten an der Kungsgatan, ein Café aus dem Jahr 1928. Kaffee und eine kanelbulle kosten dort etwa 90 SEK (rund 10 €). Ein üppiges Mittagessen bekommst du im vegetarischen Buffetrestaurant Hermans auf Södermalm. Für ungefähr 280 SEK (etwa 25 €) kannst du dir dort unbegrenzt den Teller füllen und gleichzeitig den Blick über die gesamte Altstadt genießen.
Ein schwedischer Klassiker, den vor allem die Einheimischen essen, sind die Fleischbällchen köttbullar mit Preiselbeeren und Kartoffelpüree. Serviert werden sie zum Beispiel im legendären Bierlokal Pelikan auf Södermalm, zu dessen Atmosphäre auch die Holzvertäfelung aus dem frühen 20. Jahrhundert gehört. Im Winter begegnen dir im Norden außerdem häufig Rentierfleisch und im August die Krebsfeste kräftskiva.

Wo du übernachten kannst und wie sich die Preise verändern
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Die Preise für Unterkünfte unterscheiden sich je nachdem, in welcher Jahreszeit und in welchem Teil des Landes du unterwegs bist, ganz erheblich. Schweden ist in dieser Hinsicht großartig: Das Jedermannsrecht allemansrätten erlaubt dir, in der Natur fast überall kostenlos zu zelten. Wenn du jedoch ein Bett und Frühstück möchtest, reicht die Auswahl von einfachen Hostels über gemütliche Hütten an Seen bis hin zu Designhotels, in denen dir der Kaffee serviert wird, bevor du überhaupt die Augen öffnest. Die Preisunterschiede zwischen Haupt- und Nebensaison können dir Tausende sparen, dich aber auch ordentlich erschrecken. In Stockholm gibt es das interessante Paradox, dass Luxus-Businesshotels im Juli oft enorme Rabatte anbieten, weil die Firmenkundschaft in den Urlaub fährt. Campingplätze und Sommerhütten erreichen dagegen im August ihre Preismaxima. Das winterliche Lappland ist noch einmal ein Kapitel für sich: Für Termine rund um Weihnachten und Neujahr zahlst du gegenüber dem ruhigeren März problemlos einen Aufschlag von 100 %.
- Stockholm und Städtereisen: Wenn du im Frühling oder Herbst reist, bekommst du ein Doppelzimmer in soliden Hotelketten für etwa 90 bis 145 € pro Nacht. Ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das Clarion Hotel Stockholm. Reisende loben vor allem die fantastische Lage im angesagten Viertel Södermalm und das hervorragende, reichhaltige Frühstück. Eine weitere sichere Wahl direkt im Zentrum ist das elegante Scandic Continental. Auf dem Dach findest du eine schöne Bar mit Blick über die Stadt, und die Betten sind so bequem, dass du garantiert nicht aufstehen möchtest.
- Göteborg und die Westküste: In Göteborg lohnt es sich, in der Nähe der historischen Innenstadt zu übernachten, damit du alle Cafés bequem erreichst. Eine fantastische Atmosphäre bietet das Boutiquehotel Hotel Flora, das bei seinen Gästen mit originellem, verspieltem Design und unglaublich freundlichem Personal punktet.
- Sommer-Roadtrip und Campingplätze: Im Juli und August sind die typischen roten Holzhütten (stugor) auf bestens ausgestatteten Campingplätzen an Seen besonders beliebt. Eine tolle und zuverlässige Wahl ist die landesweite Kette First Camp mit Standorten im ganzen Land. Für eine kleinere Hütte zahlst du ungefähr 40 bis 80 € pro Nacht, aber in der Hauptferienzeit musst du mit sehr großem Vorlauf reservieren.
- Winterliches Lappland und Polarlichter: Hier leidet dein Budget am meisten. Als absolut beste Basis für die Polarlichtsuche empfehle ich den beliebten Komplex STF Abisko Turiststation. Laut Statistik hast du hier die allerbesten Chancen auf einen klaren Himmel, und die Gäste lieben die gemütliche Sauna nach einem frostigen Tag. Wenn du eine Nacht in einem echten Gefrierschrank verbringen möchtest, kostet dich das berühmte ICEHOTEL Jukkasjärvi mindestens 535 € für eine einzige Eissuite. Für eine normale und deutlich günstigere Übernachtung in Kiruna eignet sich das bekannte Camp Ripan hervorragend. Dort gibt es außerdem perfekte beheizte Außenpools.
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- Schweden: 30 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse
- Stockholm: 25 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse
- Kiruna: 18 Tipps für Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse
- Preise in Schweden: Was kostet ein Urlaub?
- Polarlichter: Wo und wann du sie sehen kannst
Häufig gestellte Fragen
Die Planung einer Reise in den Norden kann viele Fragen aufwerfen. Deshalb habe ich für dich Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die mich zum schwedischen Wetter und zu den verschiedenen Jahreszeiten erreichen.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Schweden?
Für die Erkundung schöner Städte und Aufenthalte in der Natur ohne aggressives Ungeziefer sind die Monate Mai und September am besten, wenn du den größten Menschenmassen zuverlässig aus dem Weg gehst und günstigere Flüge ergatterst. Wenn du nach echtem sommerlichem Baden in Seen sehnst, reise im August, wenn das Wasser am wärmsten ist. Für die Jagd nach den magischen Polarlichtern sind statistisch gesehen Februar und März am erfolgreichsten.
Wann ist es in Schweden am günstigsten?
Die niedrigsten Preise für Unterkunft und Flüge findest du sicher in der sogenannten toten Nebensaison, also im Oktober, November und von Mitte Januar bis April (mit Ausnahme der teuren Februarferien in Skigebieten). Im Mai bekommst du wiederum fantastisch günstige Flüge in die großen Städte kurz vor dem Start des Sommerwahnsinns, was perfekt für Wochenendtrips ist.
Wann sehe ich Polarlichter?
Die Polarlicht-Saison dauert von September bis Anfang April. Die größten Erfolgschancen hast du im Februar und März, wenn stabileres Wetter herrscht, die Tage länger sind und es weniger Wolken gibt. Eine ausgezeichnete Wahl ist auch der Herbst im September und Oktober, wenn die Landschaft noch nicht von extremer arktischer Kälte umhüllt ist und sich das grüne Leuchten wunderschön auf den noch nicht zugefrorenen Seen spiegelt.
Wann und wo kann ich die Mitternachtssonne erleben?
Die Mitternachtssonne erlebst du nur nördlich des Polarkreises, zum Beispiel im Bergbauort Kiruna oder im atemberaubenden Nationalpark Abisko. Die Sonne geht hier von Ende Mai bis Mitte Juli überhaupt nicht hinter dem Horizont unter, was zwar eine unglaubliche Energiedosis bietet, aber qualitativ hochwertige Schlafmasken erfordert, sonst bekommst du einfach keinen Schlaf.
Wie kalt ist es in Schweden im Winter?
Im Süden und in Stockholm selbst pendeln die Temperaturen im Winter oft nur knapp um den Gefrierpunkt und hier regnet es gewöhnlich eher, als dass es schneit. Dagegen herrschen im nördlichen Lappland harte arktische Bedingungen, wo das Thermometer von Dezember bis Februar stabil zwischen minus fünfzehn und minus dreißig Grad liegt, was einfach spezielle Schichtkleidung aus Merinowolle erfordert.
Kann man in der Ostsee und in den Seen baden?
Ja, im Juli und vor allem im August erwärmen sich die Seen und die Ostsee im Süden des Landes auf sehr angenehme Temperaturen, die oft über zwanzig Grad liegen. Die Einheimischen lieben zudem das ganzjährige Baden in der Natur eng verbunden mit der heißen Holzsauna, sodass ein Sprung ins eisige Wasser mitten im Dezember hier für niemanden etwas Außergewöhnliches ist.
Wann ist die beste Zeit für eine Reise nach Schweden mit Kindern?
Die beste Wahl für einen klassischen sommerlichen Familien-Roadtrip ist der August. Das Wasser in den flachen Seen ist warm genug und Mitte des Monats gehen außerdem die Sommerferien der schwedischen Kinder zu Ende. Beliebte Campingplätze und Vergnügungsparks leeren sich merklich und außerdem wirst du nicht mehr von Schwärmen aggressiver Mücken geplagt, die im Juli unermüdlich das gesamte bewaldete Landesinnere terrorisieren.
Welcher Monat ist zum Reisen am schlechtesten?
Eindeutig der November. Die Tage sind extrem kurz, der Himmel ist regelmäßig von schweren und undurchsichtigen Wolken bedeckt, es regnet oft und es fällt nur grauer Matsch. Eine stabile Schneedecke, die die Landschaft wenigstens ein bisschen optisch aufhellen würde, fehlt im Süden noch. Für jeden längeren Aufenthalt draußen ist das eine ausgesprochen unangenehme Zeit.
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