Paris in 3 Tagen: Der perfekte Reiseplan (+ Varianten für 2 und 5 Tage)

Einen Reiseplan für Paris in 3 Tagen so zu gestalten, dass du die Stadt schon dann genießt, wenn sie früh am Morgen erwacht und sich in die kühle Luft der Duft von frisch gebackener Butter mischt – genau das ist der Grund, warum sich eine Reise hierher lohnt. Du sitzt an einem kleinen Blechtisch auf dem Gehweg, schlürfst einen starken Espresso, neben dir döst ein Kleinkind zufrieden im Kinderwagen, und du beobachtest einfach, wie der Besitzer des Cafés gegenüber das Rollgitter hochzieht. Diese Stadt hat eine enorme Macht. Sie kann dich mit endlosen Treppen in der Metro und der schroffen Ehrlichkeit der Einheimischen zur Verzweiflung bringen, aber sobald du dich auf ihre Regeln einlässt, wickelt sie dich um den kleinen Finger.

Das Jahr 2026 ist für die französische Metropole in vielerlei Hinsicht ein absoluter Wendepunkt. Nach den Olympischen Spielen hat die Stadt zu einer gewaltigen Verwandlung angesetzt. Die Kathedrale Notre-Dame erstrahlt endlich in neuem Glanz und ihre Tore stehen wieder weit offen. Das berühmte Centre Pompidou hingegen hat wegen einer riesigen Sanierung für viele Jahre geschlossen. Im Sommer wird nach hundert Jahren wieder offiziell direkt in der Seine geschwommen. Und für mich als Vegetarierin kam die Nachricht des Jahres aus dem legendären Drei-Sterne-Restaurant Arpège, das auf ein rein pflanzliches Menü umgestiegen ist. Paris ist schlicht grüner geworden und die Fußgängerzonen werden ständig erweitert.

Einen sinnvollen Dreitagestrip zu planen, erfordert etwas Taktik. Besonders, wenn du einen kleinen Reisenden dabei hast, der über das Tempo zwischen den Sehenswürdigkeiten eine völlig andere Meinung hat als du. Vergiss das enzyklopädische Abhaken von zwanzig Orten pro Tag – das ist der sichere Weg zum abendlichen Heulkrampf (und zwar nicht nur dem kindlichen). Die goldene Regel lautet: maximal zwei große Sehenswürdigkeiten pro Tag, und die restliche Zeit dem Schlendern, gutem Essen und dem Aufsaugen der Atmosphäre widmen.

Unser Reiseplan ist realistisch und in der Praxis erprobt – inklusive des wichtigsten Tests: dem Überleben mit dem zweijährigen Jonáš. Du findest hier Varianten für ein verlängertes Wochenende sowie Pläne für Familien, Paare und eingefleischte Foodies. Und außerdem eine Liste der Fallen, um die du einen großen Bogen machen solltest. 😉

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Notre-Dame ist wieder geöffnet: 2026 ist die Kathedrale nach der Sanierung wieder in Betrieb. Der Eintritt ist kostenlos, erfordert aber eine verpflichtende Online-Reservierung eines Zeitfensters.
  • Das Centre Pompidou ist geschlossen: Wegen der Asbestsanierung ist das Gebäude bis 2030 komplett geschlossen – dieses Jahr kannst du es vergessen.
  • In den Louvre nur mit Ticket im Voraus: Du kommst nur mit einem für eine bestimmte Uhrzeit gekauften Ticket rein. Meide die Glaspyramide und nutze den Eingang Porte des Lions.
  • Reist du mit Kindern? Der Bereich Cité des Enfants (für 2- bis 7-Jährige) im Park La Villette ist wegen Renovierung bis zum 9. Juni 2026 geschlossen.
  • Der beste Blick über die Stadt: Nicht vom Eiffelturm, sondern vom Dach des Kaufhauses Galeries Lafayette oder vom Wolkenkratzer Tour Montparnasse.
  • Beginne immer mit „Bonjour“: Jeden Eintritt in einen Laden, eine Bäckerei oder ein Restaurant musst du mit einem Gruß beginnen. Ohne ihn werden die Pariser dich ignorieren.
  • Die Metro ist die Hölle für Kinderwagen: Die Pariser Metro ist voller Treppen. Die einzige vollständig barrierefreie Linie mit Aufzügen ist die Linie 14.
  • Achtung Touristenfallen: Geh nicht auf dem Place du Tertre am Montmartre essen, das ist eine überteuerte Touristenfalle. Steuere lieber das Marais-Viertel oder den 11. Arrondissement an.
  • Pass auf Taschendiebe auf: Am Flughafen und bei den Hauptsehenswürdigkeiten ignoriere Leute mit Petitionen und jeden, der vor dir einen goldenen Ring auf den Boden fallen lässt. Das sind organisierte Banden.

Wann nach Paris reisen: Wetter, Menschenmassen und Kalender für 2026

Die Wahl des richtigen Monats bestimmt die Stimmung deiner gesamten Reise. Die Stadt verwandelt sich von einer romantischen Kulisse in einen aufgeheizten Betondschungel und wieder zurück. Lukáš und ich lieben am meisten die Monate, in denen man im leichten Pullover auf einer Terrasse sitzen und Wein trinken kann, ohne sich mit Touristenmassen um einen Platz streiten zu müssen.

Die besten Monate für einen Reiseplan über 3 Tage

Frühling und Herbst sind eine absolute Sicherheit. Den Mai halte ich für den allerschönsten Monat des Jahres. Die Bäume blühen, die Tage werden angenehm länger und in den Parks kannst du schon in Ruhe deine Picknickdecke ausbreiten. Genauso großartig sind September und Oktober. Die Zeit der sogenannten la rentrée (Rückkehr nach den Ferien) bringt frische Energie in die Straßen. In den Museen eröffnen neue Ausstellungen und die Bäume im Jardin du Luxembourg nehmen wunderschöne goldene Töne an. Eine Windjacke oder ein leichter Trenchcoat leistet dir in diesen Monaten immer gute Dienste.

💡 Tipp: Wenn du Museen besuchen willst, reise im Oktober oder November. Die Wartezeiten verkürzen sich drastisch und in den Sälen kann man endlich frei durchatmen.

Wann du lieber zu Hause bleibst

Wenn es irgendwie geht, meide den August. Die Pariser fliehen in diesem Monat in Scharen ans Meer. Die Stadt wirkt zwar leer, aber an vielen der besten unabhängigen Bistros, Cafés und Bäckereien findest du das Schild fermeture annuelle (Jahresurlaub). So bist du überwiegend auf die Touristenfallen angewiesen. Außerdem schmilzt der Asphalt unter der Hitze unangenehm. Vorsicht ist auch bei den Wochen Ende Februar und Anfang März geboten, wenn die berühmte Fashion Week stattfindet. Die Übernachtungspreise schießen dann in astronomische Höhen.

💡 Tipp: Der August hat einen einzigen Vorteil. Die Ufer der Seine verwandeln sich dank der Aktion Paris Plages in künstliche Strände mit Sand und Liegestühlen – das lieben Kinder über alles.

Wichtige Termine und Events im Jahr 2026

Der diesjährige Kalender ist vollgepackt mit Ereignissen, die dein Programm entweder wunderbar bereichern oder dir logistisch etwas erschweren. Wenn du im Frühling reist, trag dir den 12. April 2026 ein, an dem der Paris Marathon läuft. Der Verkehr im Zentrum bricht zusammen und viele Straßen sind gesperrt – mit Kinderwagen wird das ein kleines logistisches Abenteuer. Umso schöner ist der 6. Juni, wenn die ganze Stadt die Nuit Blanche (Weiße Nacht) feiert und Kunstinstallationen bis in die Morgenstunden leuchten.

Für Impressionismus-Liebhaber gilt: Monets Gärten in Giverny öffnen nach dem Winter am 1. April. Pass aber im Herbst gewaltig auf. Am Wochenende des 19. und 20. September 2026 finden die Europäischen Tage des Denkmals (Journées du Patrimoine) statt, und die Gärten in Giverny sind an diesen zwei Tagen strikt geschlossen.

💡 Tipp: Wenn du am 21. Juni in Paris bist, erlebst du die Fête de la Musique. Auf jedem Plätzchen, in den Straßen und vor den Cafés spielen Bands völlig kostenlos. Es ist der beste Abend, um durch die Stadt zu streifen.

Wo in Paris übernachten: Sicherheit, Kinderwagen und Budget

Paris ist kein ordentliches Raster wie etwa Barcelona – es ist eine Schnecke, die sich vom historischen Zentrum spiralförmig im Uhrzeigersinn auswindet, und ich selbst habe mich darin schon ein paarmal verirrt. Jedes der zwanzig Arrondissements funktioniert wie eine eigene Stadt mit eigenem Rathaus und völlig anderer Stimmung. Mit einem Kleinkind im Kinderwagen suchst du einen Kompromiss zwischen Sicherheit, breiten Gehwegen und gutem Kaffee um die Ecke.

6. Arrondissement (Saint-Germain): Der heilige Gral für Familien

Das hier ist die Essenz Pariser Eleganz am linken Ufer. Es ist absolut sicher, die Gehwege sind großzügig und du hast direkt vor der Nase den wunderschönen Park Jardin du Luxembourg mit Puppentheater und großen Spielplätzen. Wir verbringen hier mit dem Kinderwagen viel Zeit. Es ist zwar eine teurere Gegend, aber die Ruhe ist es wert.

  • Hôtel des Saints Pères (4 Sterne): Schönes historisches Hotel in einer ruhigen Straße. Sie bieten (für Pariser Verhältnisse) geräumigere Zimmer und richten dir problemlos ein Kinderbett her. Der Preis für ein Doppelzimmer liegt bei rund 280 € pro Nacht.
  • Hôtel Clément (2 Sterne): Eine super Budget-Wahl direkt am Markt Saint-Germain. Sie haben einen Aufzug und sehr zuvorkommendes Personal. Eine Nacht kostet rund 150 €.

💡 Tipp: Die Cafés am Boulevard Saint-Germain sind teuer. Verschwinde lieber in die Seitengassen Richtung Fluss, wo du ruhigere und günstigere Bistros findest.

3. Arrondissement (Nord-Marais): Hipster- und ruhige Zone

Während der südliche Teil von Marais am Wochenende aus allen Nähten platzt, ist der nördliche Teil (Haut Marais) ruhig, trendy und gespickt mit unabhängigen Boutiquen und Cafés. Die Straßen sind hier breiter und die Atmosphäre viel nachbarschaftlicher. Du findest hier den besten Falafel der Stadt und den fantastischen überdachten Markt Marché des Enfants Rouges.

  • Hôtel Les Bains Paris (5 Sterne): Wenn du Luxus und Design suchst, ist das genau das Richtige. Ein ehemals berühmtes Bad und Nachtclub, in ein Hotel umgewandelt. Preis ab 400 € pro Nacht.
  • Hôtel du Petit Moulin (4 Sterne): Boutique-Hotel, dessen Innenräume Christian Lacroix entworfen hat. Die Fassade sieht aus wie eine alte Bäckerei. Eine Nacht bekommst du für rund 250 €. Sie haben einen Aufzug, was für den Kinderwagen entscheidend ist.

💡 Tipp: In diesem Viertel findest du viele vegane und vegetarische Lokale. Probiere die hervorragenden Burger im Hank Restaurant.

7. Arrondissement (Invalides / Eiffel): Absolute Wohnruhe

Ein extrem ruhiges und sicheres Viertel. Wenn du den Eiffelturm direkt um die Ecke haben und abends ein Picknick auf den Rasenflächen des Champ de Mars mit den Kindern machen willst, ist das die ideale Wahl. Allerdings schließen die Lokale hier abends früh – fürs Nachtleben musst du woanders hin.

  • Hôtel Muguet (3 Sterne): Ein familiäres Hotel mit überaus nettem Personal und Blick auf den Eiffelturm aus einigen Zimmern. Sie bieten Familienzimmer. Preis um die 200 € pro Nacht.
  • Hôtel de l’Empereur (3 Sterne): Blick direkt auf den Invalidendom, super Anbindung zum Fluss und sehr ruhige Nächte. Eine Nacht kostet etwa 180 €.

Wo du auf keinen Fall wohnen solltest

Nicht alle Orte in Paris sind romantisch. Mit der Familie meide den nördlichen Teil des 10. Arrondissements rund um die Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est mit großem Abstand. Es ist ein notorisches Paradies für organisierte Taschendiebe und nachts wirkt es dort nicht gerade sicher.

Genauso wenig empfehle ich eine Unterkunft direkt an den Boulevards unterhalb des Montmartre-Hügels (rund um die Stationen Pigalle und Barbès-Rochechouart). Dort herrscht nächtliches Chaos, enormer Lärm, und für den Kinderwagen ist das wirklich nicht die richtige Atmosphäre für Abendspaziergänge.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in Paris übernachten kann
6 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL 🏨 Hotel
Hôtel des Saints Pères
Wunderschönes historisches Hotel in einer ruhigen Straße im 6. Arrondissement (Saint-Germain). Sie bieten geräumigere Zimmer (nach Pariser Verhältnissen) und stellen problemlos ein Kinderbett bereit.
★★★★ ab 280 € pro Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel Clément
Ausgezeichnete Budget-Wahl direkt am Markt Saint-Germain im 6. Arrondissement. Sie haben einen Aufzug und sehr freundliches Personal.
★★ ab 150 € pro Nacht
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⭐ Luxury
Hôtel Les Bains Paris
Luxushotel im 3. Arrondissement (Nördliches Marais). Ehemaliges berühmtes Badehaus und Nachtclub, umgewandelt in ein Designhotel.
★★★★★ ab 400 € pro Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel du Petit Moulin
Boutique-Hotel im 3. Arrondissement (Nördliches Marais), dessen Innenräume von Christian Lacroix gestaltet wurden. Die Fassade sieht aus wie eine alte Bäckerei. Sie haben einen Aufzug, was für den Kinderwagen entscheidend ist.
★★★★ ab 250 € pro Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel Muguet
Familienhotel im 7. Arrondissement (Invalides/Eiffel) mit äußerst freundlichem Personal und Blick auf den Eiffelturm von einigen Zimmern. Sie bieten Familienzimmer an.
★★★ ab 200 € pro Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel de l’Empereur
Hotel im 7. Arrondissement mit direktem Blick auf den Invalidendom, hervorragende Anbindung zum Fluss und sehr ruhige Nächte.
★★★ ab 180 € pro Nacht
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Während eines kurzen Wochenendes brauchst du vor allem eine effiziente Basis, von der aus du leicht zu den Hauptsehenswürdigkeiten und zum geplanten Ausflug außerhalb der Stadt kommst. Bei uns hat beim Hotel Hôbou die Nähe zur Metro 10 für Fahrten ins Zentrum und der Direktbus nach Versailles super funktioniert. Wie das logistisch geklappt hat, beschreibe ich in meinen Erfahrungen vom Aufenthalt, und die aktuelle Verfügbarkeit findest du hier.

Wo essen: Bistros, Bäckereien und Morgenkaffee

Gutes Essen in Paris zu finden, ist gar nicht so schwer – schwerer ist es, eines zu finden, das dein Familienbudget nicht ruiniert und wo man nicht sauer dreinschaut, wenn du mit dem Kinderwagen ankommst. In all den Jahren haben Lukáš und ich uns hier ein paar Gewissheiten gefunden, zu denen wir gern zurückkehren. Du machst definitiv nichts falsch, wenn du die großen Boulevards meidest und zwei Straßen weiter verschwindest.

Unsere bewährten Tipps für jede Tageszeit

Die Basis von allem ist ein gutes Frühstück. Ich empfehle, die nächstgelegene lokale boulangerie (Bäckerei) zu suchen und ein frisches Croissant oder Pain au Chocolat direkt für unterwegs zu kaufen. Den Kaffee dazu nimm in einem moderneren Café, denn der traditionelle Pariser Kaffee in einem gewöhnlichen Bistro ist oft ziemlich bitter und verbrannt.

Zum Mittagessen halten wir immer Ausschau nach Schildern mit der Aufschrift Formule Midi, einem günstigen Mittagsmenü mit zwei Gängen. Das Abendessen verbringen wir gern bei einem guten Wein in einem unserer Lieblingsbistros im Marais-Viertel oder im 11. Arrondissement. Vergiss aber nicht, dass viele renommierte Pariser Restaurants eine Reservierung im Voraus verlangen, sonst bekommst du abends keinen Tisch.

Grundregeln für den Reiseplan: Paris in 3 Tagen

Bevor du dich in den Trubel der Stadt stürzt, lass uns realistische Erwartungen setzen. Paris ist riesig, und der Versuch, in drei Tagen alles zu schaffen, ist ein sicheres Rezept für Erschöpfung und Tränen (und nicht nur die kindlichen).

Der Mythos, dass du alles schaffst

Große Museen wie der Louvre oder das Orsay verschlingen Zeit stundenweise. Mit einem zweijährigen Kind kannst du dir keine achtstündigen Kunstmarathons leisten. Teile den Tag in zwei Hauptblöcke. Den Vormittag, wenn das Kleinkind die meiste Energie hat, widme einer großen Sehenswürdigkeit. Dann folgt das Mittagessen, eine Pause im Park oder ein Nickerchen im Kinderwagen, und den Nachmittag lass nur fürs entspannte Schlendern durch ein Viertel.

💡 Tipp: Plane keine Metrofahrten von einem Ende der Stadt zum anderen mehr als zweimal pro Tag. Konzentriere dich immer auf ein bestimmtes Viertel und erkunde es zu Fuß.

Verkehr und Navigo-Karten (2026)

Die Pariser Metro ist ein historisches Juwel, aber für Familien mit Kinderwagen die reinste Hölle. Nur 20 % der Stationen sind barrierefrei. Der heilige Gral ist die Linie 14, die vollautomatisiert und hundertprozentig barrierefrei ist.

Papiertickets sind praktisch verschwunden. Kauf dir die Plastikkarte Navigo Easy (kostet 5 €) und lade darauf das sogenannte carnet (ein Paket mit 10 Fahrten für rund 17,35 €). Wenn du am Montag ankommst und Ausflüge nach Versailles oder zum Flughafen planst, lohnt sich die Wochenkarte Navigo Découverte für 32,40 €. Sie gilt aber strikt von Montag bis Sonntag, also lohnt sie sich für ein verlängertes Wochenende ab Donnerstag nicht mehr.

💡 Tipp: Lade dir die App Bonjour RATP herunter. Sie hat einen integrierten Accessibility Mode, der dir eine Route nur über Stationen mit funktionierenden Aufzügen findet.

Die goldene Bonjour-Regel und die Etikette

Das ist das Wichtigste im ganzen Artikel. Jede Interaktion in Frankreich musst du mit dem Gruß Bonjour beginnen (nach 18 Uhr Bonsoir). Du betrittst eine Bäckerei? Bonjour. Du steigst in ein Taxi? Bonjour. Wenn du dieses magische Wort überspringst und gleich einen Kaffee bestellst, nehmen es die Franzosen als Zeichen absoluter Arroganz. Sie werden dich übersehen und du bekommst den schlechtesten Tisch.

💡 Tipp: Im Restaurant schneide das Brot (Baguette) niemals mit dem Messer. Brich es immer mit den Händen. Und versteck deine Hände nicht unter dem Tisch im Schoß, sondern lege die Handgelenke auf den Tisch.

Tag 1: Große Klassiker und erstes Kennenlernen der Stadt

Den ersten Tag widmen wir den größten Ikonen. Jenen, die du von Postkarten kennst und wegen denen man überhaupt nach Paris fährt. Wir packen es aber clever an, um die schlimmsten Menschenmassen zu vermeiden.

Morgens am Eiffelturm (vom Trocadéro)

Die eiserne Dame wirkt wie ein riesiger Magnet. Die Auffahrt mit dem Aufzug kannst du aber mit ruhigem Gewissen auslassen. Dort sind riesige Schlangen, die Tickets (14,80 bis 36,70 €) musst du 60 Tage im Voraus ergattern und obendrein siehst du von oben nicht das Wichtigste – nämlich den Eiffelturm selbst.

Steig stattdessen gleich nach dem Frühstück an der Station Trocadéro aus der Metro. Gegen acht Uhr morgens hast du hier den Platz fast für dich allein. Der Blick über die Esplanade und die Fontänen direkt auf den Turm ist absolut atemberaubend. Von dort steig hinunter zum Fluss, überquere die Brücke und lass das Kind eine Weile auf den Rasenflächen des Champ de Mars herumlaufen.

💡 Tipp: Für das ikonischste Foto ohne Menschenmassen geh in die Sackgasse Avenue de Camoens im 16. Arrondissement. Rahmen werden es dir wunderschöne alte Häuser und Bäume.

Vormittags im Musée d’Orsay

Während alle in den Louvre rennen, machst du dich auf ins Musée d’Orsay (Eintritt 16 €). Der ehemalige Bahnhof beherbergt die beste Impressionismus-Sammlung der Welt. 2026 feiert das Museum sein 40. Jubiläum und die Atmosphäre unter dem verglasten Gewölbe ist unvergleichlich luftiger als im Louvre. Mit dem Kinderwagen lässt es sich hier viel besser navigieren. Lass dir Monets Bilder, Van Goghs Selbstporträt und die riesige Bahnhofsuhr nicht entgehen, durch die man auf den Montmartre-Hügel blickt.

💡 Tipp: Wenn du das Kind in der Trage hast, lass den Kinderwagen kostenlos in der Garderobe (vestiaire). Die Holzböden in den Galerien kommen mit den Rädern zwar klar, aber im Gedränge vor Van Gogh bist du viel beweglicher.

Mittagessen im 7. Arrondissement

Das siebte Arrondissement bietet viele ruhige Bistros. Halte Ausschau nach Schildern mit der Aufschrift Formule Midi. Das ist ein Mittagsmenü, bei dem du Vorspeise und Hauptgang für hervorragende 18 bis 28 € bekommst. Für Vegetarier gibt es hier immer mindestens eine fleischlose Variante, oft ein vorzügliches cremiges Risotto oder Quiche.

💡 Tipp: Wenn du absoluten pflanzlichen Luxus erleben willst und das Budget keine Rolle spielt, das legendäre Restaurant Arpège von Sternekoch Alain Passard ganz in der Nähe ist auf ein rein veganes Menü umgestiegen. Das Mittagessen kostet hier allerdings 260 €.

Nachmittags: Sainte-Chapelle und die wiedergeborene Notre-Dame

Fahr auf die Insel Île de la Cité. Beginne in der Sainte-Chapelle (Eintritt 13 €). Diese gotische Kapelle aus dem 13. Jahrhundert hat fast keine Wände, nur gewaltige Buntglasfenster. Wenn am Nachmittag die Sonne hineinscheint, fühlst du dich wie im Inneren eines riesigen Kaleidoskops.

Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Kathedrale Notre-Dame. Nach dem verheerenden Brand hat sie wieder geöffnet und der Stein im Inneren ist unglaublich hell und sauber. Der Eintritt ins Hauptschiff ist kostenlos, aber du musst ein Zeitfenster über die offizielle App Notre-Dame de Paris reservieren.

💡 Tipp: Ignoriere alle Verkäufer, die dir auf der Straße Skip-the-line-Tickets für Notre-Dame aufdrängen wollen. Das sind Betrüger, der Eintritt ist tatsächlich kostenlos.

Abendliches Schlendern durch Marais

Beende den Tag im 4. und 3. Arrondissement, im Viertel Le Marais. Die engen mittelalterlichen Gassen haben den großen Umbau der Stadt überlebt und sind heute voller unabhängiger Boutiquen, Bäckereien und jüdischer Geschichte. Halte in der Rue des Rosiers beim Lokal L’As du Fallafel. Sie machen hier den besten Falafel Europas. Eine mit heißen Kugeln und gebratener Aubergine vollgestopfte Pita verschmähen selbst eingefleischte Fleischfresser nicht.

💡 Tipp: Samstags hat L’As du Fallafel wegen des Sabbats geschlossen. Wenn du am Wochenende hier bist, hol dir das vorzügliche Essen gleich gegenüber im Lokal Mi-Va-Mi.

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Tag 2: Kunst, Passagen und Romantik über der Stadt

Am zweiten Tag schauen wir uns das rechte Ufer (Rive Droite) an. Es wird ein Tag voller Kunst, historischer Einkaufspassagen und Ausblicke aus der Höhe.

Morgens: Louvre strategisch und ohne Schlangen

Den ganzen Louvre an einem Tag zu durchlaufen, ist ein Wahnsinn, den Lukáš einmal probiert und geschworen hat, nie wieder zu wiederholen. Wir reservieren dafür etwa drei Stunden, mehr halten die Beine sowieso nicht aus. Für 2026 gilt eine strikte Regel: Eintritt ist nur mit Online-Reservierung über die offizielle Louvre-Website für eine bestimmte Uhrzeit möglich (ca. 22 €). Wer auf gut Glück kommt, verbringt Stunden in der Schlange.

Meide die große Glaspyramide. Geh zum unauffälligen Eingang Porte des Lions im Südflügel Denon. Dort gibt es meist minimale Schlangen und du landest gleich in der Nähe der Mona Lisa. Geh sofort als Erstes zu ihr, bevor sich davor eine undurchdringliche Traube von Leuten mit Handys bildet.

💡 Tipp: Wenn du den Louvre mit magischer Atmosphäre und halben Menschenmassen erleben willst, kauf ein Ticket für die verlängerten Öffnungszeiten am Mittwoch oder Freitag (geschlossen wird erst um 21:45 Uhr).

Vormittags: Überdachte Passagen und Opéra Garnier

Von dort zieh zu Fuß nach Norden. Paris birgt ein Netz historischer überdachter Passagen aus dem 19. Jahrhundert mit Glasdächern und Mosaikböden. Sie sind völlig kostenlos und mit dem Kinderwagen rollt es sich hier wie auf Schienen. Erkunde die wunderschöne Galerie Vivienne (2. Arrondissement) voller alter Buchhandlungen und Cafés.

Geh bis zum Palast Opéra Garnier. Auch wenn du keine Vorstellung besuchst, zahl die Tagesbesichtigung (14 €). Die große Marmortreppe und das mit Gold verzierte Foyer rauben dir den Atem.

💡 Tipp: Wenn du heiße Schokolade magst, ein Stück vom Louvre liegt das berühmte Teehaus Angelina. Ihre dicke Schokolade l’Africain ist legendär, aber stell dich auf eine Schlange ein.

Mittagessen: Les Halles oder Rue Montorgueil

Halte zum Mittagessen in der Gegend der Rue Montorgueil. Diese Fußgängerzone ist ein einziges großes Essensparadies. Du findest hier Dutzende Käsereien, Bäckereien und Bistros. Geh in die älteste Pariser Konditorei Stohrer (von 1730) und kauf dir ein fantastisches Éclair für unterwegs.

💡 Tipp: Wenn du Wasser brauchst, bitte im Restaurant um une carafe d’eau. Das ist ein Krug Leitungswasser und ist immer kostenlos.

Nachmittags: Montmartre und Sacré-Cœur ohne Schweiß

Fahr am Nachmittag mit der Metro zum Montmartre (18. Arrondissement). Es ist ein Hügel voller Treppen und Kopfsteinpflaster, mit dem Kinderwagen wird es also etwas holprig. Meide die rund dreihundert Hauptstufen unterhalb der Basilika Sacré-Cœur und steig in die Standseilbahn (Funicular). Es gilt ein ganz normales Metro-Ticket.

Die Basilika selbst aus schneeweißem Travertin hat freien Eintritt. Danach schlendere durch die Rue de l’Abreuvoir mit ihren pastellfarbenen Häuschen und fotografiere das berühmte rosa Häuschen La Maison Rose.

💡 Tipp: Ignoriere die Restaurants auf dem Place du Tertre. Das sind reine Touristenfallen mit mittelmäßigem Essen und überhöhten Preisen. Geh lieber unten am Fuß des Hügels essen.

Abends: Sonnenuntergang vom Dach der Galeries Lafayette

Wenn du vom Montmartre herunterkommst, kehre ins 9. Arrondissement zu den Kaufhäusern zurück. Die Galeries Lafayette Haussmann haben im obersten Stock eine riesige Dachterrasse. Der Eintritt ist völlig kostenlos. Kauf dir unten einen Kaffee, fahr mit dem Aufzug hoch und warte auf den Sonnenuntergang. Von dort siehst du ganz Paris inklusive des blinkenden Eiffelturms.

💡 Tipp: Das gleich benachbarte Kaufhaus Printemps hat eine Terrasse namens 7e Ciel. Dort sind meist etwas weniger Leute und der Blick ist genauso überwältigend.

Tag 3: Verstecktes Paris und Parks

Am dritten Tag schalten wir einen Gang zurück. Wir schlendern über das linke Ufer, saugen die intellektuelle Atmosphäre auf und genießen die Parks, die Kinder so sehr lieben.

Morgens: Quartier Latin und Panthéon

Beginne im 5. Arrondissement, im Quartier Latin. Früher herrschten hier die Studenten der Sorbonne, heute duften die Gassen nach Crêpes. Geh bis zum majestätischen Panthéon (Eintritt 13 €). Unter seiner riesigen Kuppel ruhen die größten Größen der französischen Geschichte, von Victor Hugo bis Marie Curie. Der Raum ist riesig und barrierefrei.

💡 Tipp: Wenn du Fan der Serie Emily in Paris bist, findest du ein Stück vom Panthéon den malerischen Platz Place de l’Estrapade, wo die Serien-Emily ihre Wohnung hat.

Vormittags: Jardin du Luxembourg

Von dort ist es nur ein Katzensprung in den Jardin du Luxembourg (6. Arrondissement). Für ein zweijähriges Kind ist es das absolute Paradies. Während du den Palast und die Blumenbeete bewunderst, können die Kinder hier hölzerne Segelboote über das zentrale Wasserbecken schwimmen lassen.

💡 Tipp: Mitten im Park gibt es das berühmte Puppentheater Théâtre des Marionnettes. Eine Vorstellung mit dem klassischen Guignol kostet nur 2,70 € und wird mittwochs und am Wochenende gespielt.

Mittagessen: Markt Marché des Enfants Rouges

Zum Mittagessen wechseln wir zurück aufs rechte Ufer ins 3. Arrondissement. Der Marché des Enfants Rouges ist der älteste überdachte Markt in Paris. Er funktioniert wie ein wunderbarer Food Court unter freiem Himmel. Du findest hier Stände mit japanischem Bento, libanesischen Salaten und fantastischen marokkanischen Gemüse-Tajinen. Das Essen nimmst du an die Holztische mit. Mit dem Kleinkind ist es ideal, denn hier herrscht Lärm und niemand stört sich an herumlaufenden Kindern.

💡 Tipp: Schnapp dir ein Sandwich am Stand Chez Alain Miam Miam. Alain ist eine lokale Berühmtheit und seine vegetarischen Galettes, gefüllt mit Käse und Gemüse, sind phänomenal.

Nachmittags: Musée Rodin und Entspannung

Widme den Nachmittag dem Musée Rodin im 7. Arrondissement (Eintritt ca. 14 €). Es ist mein Lieblingsmuseum für Familien. Die Skulpturensammlung befindet sich zwar im Inneren eines schönen Palasts, aber das Wichtigste spielt sich draußen ab. Der Garten ist mit Skulpturen übersät, darunter der berühmte Denker. Hier kannst du das Kleinkind über die breiten Sandwege zwischen den Rosen trippeln lassen, während du in Ruhe die bronzenen Muskeln bewunderst.

💡 Tipp: Du kannst ein Ticket nur für den Garten kaufen (kostet rund 4 €). Es ist eine der günstigsten und schönsten Auszeiten in ganz Paris.

Abends: Spaziergang entlang der Seine und Naturwein

Geh am Abend hinunter zur Seine. Der Spaziergang entlang der Uferpromenaden (zum Beispiel Parc Rives de Seine) ist autofrei und absolut sicher. Halte in einer der Weinbars (cave à manger) im 10. oder 11. Arrondissement. Naturwein (vin nature) ist hier ein riesiges Phänomen. Probier zum Beispiel das Lokal Septime La Cave.

💡 Tipp: Die Pariser lieben die Zeit namens apéro (zwischen 17:00 und 20:00 Uhr). Wenn du in dieser Zeit auf ein Gläschen ausgehst, ist die Anwesenheit von Kindern auf den Terrassen völlig normal und toleriert.

Variante für Paare: Romantik in 3 Tagen

Wenn du das riesige Glück hast, einen Babysitter organisiert zu haben und nur zu zweit nach Paris fliegst, bietet dir die Stadt ein völlig anderes Tempo.

Sonnenuntergänge und Speakeasy-Bars

Widme die Abende dem Entdecken geheimer Bars. Die Pariser Mixologie gehört zu den besten der Welt. Geh ins Little Red Door im Marais-Viertel, das regelmäßig im Ranking der 50 besten Bars der Welt punktet. Wenn du etwas Witz suchst, finde die Bar Lavomatic im 10. Arrondissement. Du betrittst einen ganz normalen Waschsalon und eine Geheimtür hinter einer der Waschmaschinen lässt dich hinauf in ein pulsierendes Lokal.

💡 Tipp: Genieße den Sonnenuntergang vom Wolkenkratzer Tour Montparnasse (Eintritt ca. 20 €). Anders als beim Eiffelturm stehst du hier nicht in solchen Schlangen und hast vor allem den Turm direkt im Bild.

Jazzabende in der Rue des Lombards

Paris und Jazz gehören seit dem Ersten Weltkrieg zusammen. Steuere die Rue des Lombards im 1. Arrondissement an. Du findest hier die Clubs Le Duc des Lombards (eleganter, seriöser Jazz) oder Sunset/Sunside (tolle Akustik im unterirdischen Keller).

💡 Tipp: Für ein authentisches Erlebnis geh ins Caveau de la Huchette im Quartier Latin. Ein mittelalterlicher Keller, in dem Szenen aus dem Film La La Land gedreht wurden und in dem die Leute tatsächlich Swing tanzen.

Variante für Familien mit Kindern: Paris mit Kleinkind

Paris kann zu Familien überaus freundlich sein, du musst nur die richtigen Orte kennen, an denen sich das Kind sicher austoben kann.

Spielplätze, Puppen und Jardin d’Acclimatation

Neben dem Jardin du Luxembourg ist der Jardin d’Acclimatation im Bois de Boulogne (16. Arrondissement) ein absolutes Muss. Es ist der älteste Vergnügungspark in Paris. Der Eintritt kostet 7 € und du findest dort einen kleinen normannischen Bauernhof mit Tieren, Ponyreiten, einen Wasserspielplatz und viele Attraktionen, die genau auf die Kleinsten zugeschnitten sind.

💡 Tipp: ⚠️ Achtung im Jahr 2026! Der beliebte Kinderbereich Cité des Enfants (für Kinder von 2 bis 7 Jahren) im Park La Villette ist wegen einer riesigen Sanierung bis zum 9. Juni 2026 GESCHLOSSEN.

Atelier des Lumières statt langweiliger Museen

Klassische Museen langweilen Kleinkinder zuverlässig zu Tode. Nimm sie ins Atelier des Lumières (11. Arrondissement, Eintritt 14,50 €). Eine ehemalige Gießerei hat sich in eine riesige digitale Leinwand verwandelt. Die Bilder berühmter Meister erwachen hier zum Leben, fließen über Wände und Böden, begleitet von Musik. Es ist dämmrig, die Kinder können frei herumlaufen und Lichtflecke auf dem Boden einfangen.

💡 Tipp: Im Frühling 2026 läuft hier eine Dinosaurier-Ausstellung (Planète Préhistorique). Wenn dein Kind in seiner Dinosaurier-Phase ist, haut es ihm das garantiert die Socken aus.

Variante für Foodies: 3 Tage voller Geschmack

Die französische Gastronomie durchläuft eine Revolution. Das Epizentrum der sogenannten Bistronomie (Kombination aus Haute Cuisine in zwangloser Umgebung) sind das 11. und 10. Arrondissement.

Von Michelin-Sternen bis Streetfood

Wenn es dir gelingt, einen Monat im Voraus eine Reservierung zu ergattern, geh ins Restaurant Septime (11. Arrondissement). Chefkoch Bertrand Grébaut hat hier einen Michelin-Stern, aber die Lässigkeit des Ortes beruhigt dich schon an der Tür – keine steife Umgebung, nur großartiges Essen. Für fantastische herzhafte Galettes (Crêpes) aus Buchweizenmehl zieh los zur Kette Breizh Café.

Und wenn du sparen und den enormen Lärm und Trubel einer traditionellen französischen Speisehalle erleben willst, stell dich in die Schlange beim Bouillon Chartier (9. Arrondissement). Klassisches Essen bekommst du hier für ein paar Euro.

💡 Tipp: Vegetarier zu sein ist in Paris längst kein Problem mehr. Geh ins 42 Degrés (11. Arrondissement), das einzige Raw-Food-Bistro in Frankreich. Hier wird nichts über 42 °C erhitzt, aber die Präsentation steht der Haute Cuisine in nichts nach.

Der süße Abschluss bei Cédric Grolet

Die Pariser Konditoreien (pâtisseries) erinnern an Juweliergeschäfte. Cédric Grolet ist derzeit der größte Patisserie-Rockstar der Welt. Er macht Desserts, die genau wie echtes Obst aussehen (trompe-l’œil). Eine Zitrone unterscheidest du auf den ersten Blick nicht vom Original, aber im Inneren verbirgt sich eine luftige Mousse.

💡 Tipp: Ein Eis gönn dir beim legendären Lokal Berthillon auf der Insel Île Saint-Louis. Ihr Sorbet aus Bitterschokolade ist grandios. Montags und dienstags haben sie aber geschlossen!

Was tun, wenn du 2 Tage oder 5 Tage hast

Der Reiseplan lässt sich leicht aufblasen oder brutal zusammenkürzen, je nachdem, wie viel Zeit du zur Verfügung hast.

Schnelles Wochenende (2 Tage)

Wenn du nur 48 Stunden hast, halte dich ausschließlich im Zentrum. Den ersten Tag widme der Achse zwischen Eiffelturm, Musée d’Orsay und Invalidendom. Am zweiten Tag verbinde den Louvre (nur für 2 Stunden), Notre-Dame und fahr am Nachmittag zum Montmartre. Alles andere lass mit ruhigem Herzen weg.

💡 Tipp: Pass beim Wochenend-Transfer vom Flughafen Charles de Gaulle (CDG) auf den Zug RER B auf. Er ist ein notorischer Hotspot für Taschendiebbanden. Nimm den Rucksack nach vorne und lass die Reißverschlüsse nicht aus den Augen.

Reiseplan für 5 Tage: Versailles und Giverny

Bleiben dir Tage übrig? Fahr raus aus der Stadt. Den vierten Tag widme dem Schloss Versailles. Kauf die Tickets mit Zeitfenster online. Mit dem Kinderwagen fährst du am besten mit dem Zug der Linie N vom Bahnhof Gare Montparnasse (nicht mit der üblicherweise empfohlenen Linie RER C). Fahr bis zur Station Versailles Chantiers, sie ist ruhiger.

Am fünften Tag mach einen Ausflug zum Schloss Versailles oder fahr mit dem Zug in die Normandie ins Dörfchen Giverny. Monets Gärten mit der ikonischen japanischen Brücke und den Seerosen sind ein wahr gewordener Traum aller Kunstliebhaber.

💡 Tipp: In Versailles mach die Dinge umgekehrt. Geh zuerst in die Gärten zum Grand Canal, wo sich das Kind die Energie auslaufen kann. Reserviere das Schloss erst für den späteren Nachmittag.

Rettungsplan: Was tun in Paris, wenn es regnet

Der Pariser Regen kann hartnäckig sein. Wenn er dich überrascht, such Schutz unter einem Dach, aber verschwende keine Zeit im Hotel.

Verschwinde unter die Erde und in die Passagen

Das ist genau der Moment, um die überdachten Passagen im 2. und 9. Arrondissement zu entdecken (Passage Jouffroy, Passage des Panoramas und Galerie Vivienne). Wenn du ältere Kinder hast oder das Kleinkind in der Trage schläft, bestell Tickets für die Pariser Katakomben im 14. Arrondissement. In den Gängen zwanzig Meter unter der Erde liegen ordentlich aufgereiht die Knochen von Millionen Parisern, und die Atmosphäre dort ist absolut unbeschreiblich.

💡 Tipp: Die Tickets für die Katakomben öffnen genau 7 Tage im Voraus und verschwinden blitzschnell. Mit dem Kinderwagen lassen sie dich nicht hinunter, die Trage ist Pflicht.

Was du in Paris auf keinen Fall tun solltest (und Scam-Warnung)

Das hier lies zweimal. Paris ist wunderschön, aber zu unvorbereiteten Touristen kann es kompromisslos sein.

Die häufigsten Touristenfallen

  • Fahr nicht mit dem Aufzug auf den Eiffelturm: Du verbringst Stunden in der Schlange, zahlst viel Geld und siehst die Stadt ohne ihr größtes Wahrzeichen – nämlich ohne den Eiffelturm selbst. Geh lieber auf die Tour Montparnasse.
  • Kauf keinen Kaffee an den Hauptboulevards: Ein Kaffee auf den Champs-Élysées kostet 8 € und schmeckt wie verbranntes Wasser. Verschwinde zwei Straßen weiter.
  • Geh nicht zum Centre Pompidou: Wie ich in der Einleitung schrieb, ist es bis 2030 wegen der Asbestsanierung komplett geschlossen.

💡 Tipp: Wenn du den Triumphbogen sehen willst, lauf niemals über den irren Kreisverkehr voller Autos zu ihm hinüber. Nutze die sichere Unterführung Passage du Souvenir.

Taschendiebe und Straßenbetrug

Die Pariser Taschendiebe sind hochorganisierte Profis. Am häufigsten operieren sie auf der Metrolinie 1 und auf der Linie 6 (wenn Touristen aus dem Fenster auf den Eiffelturm starren).

  • Der Trick mit dem goldenen Ring: Jemand hebt vor dir auf der Straße einen Ring auf, fragt, ob er nicht deiner sei, drängt ihn dir dann als Geschenk auf und fordert aggressiv Geld. Ignoriere es einfach und geh weiter.
  • Armbänder am Montmartre: Unter den Treppen zur Sacré-Cœur stehen Männer, die versuchen, dir schnell ein Bändchen ums Handgelenk zu binden, und dann Geld verlangen. Halte die Hände in den Taschen und sag energisch „Non“.
  • Falsche Petitionen: Angeblich taubstumme Mädchen (oft täuschen sie es nur vor) drücken dir unter den Brücken an der Seine eine Mappe zur Unterschrift in die Hand. Während du liest, durchsucht die andere Hand deine Taschen.

💡 Tipp: Wenn dir jemand vor dem Louvre oder Notre-Dame Tickets „ohne Schlange“ (skip-the-line) anbietet, handelt es sich zu 100 % um gefälschte Eintrittskarten.

Praktische Infos

Reisen durch Paris mit der Familie erfordert vor allem gute Logistik und ein finanzielles Polster.

Geld, Preise und Budget

2026 zahlst du praktisch überall mit Karte (Apple Pay / Google Pay). Selbst für ein einziges Baguette in der Bäckerei für 1,30 €. Hab aber immer rund 20 bis 50 Euro in Münzen für Einkäufe auf Märkten (z. B. Marché d’Aligre) oder für Trinkgeld dabei.

Was es kosten wird (Budget für 3 Tage für zwei Erwachsene):

  • Low-Cost / Studentisch: Rund 400 €. So sind wir vor Jonáš gereist und es war prima 😅 Unterkunft weiter vom Zentrum, Einkäufe von Baguettes und Käse in Bäckereien, Fortbewegung zu Fuß und kostenlose Sehenswürdigkeiten.
  • Bequeme Mitte (unser Stil): Etwa 1.000 bis 1.400 €. Ein schönes Hotel im 6. oder 3. Arrondissement, Mittags-Formules in Bistros, ein paar bezahlte Museen und Kaffee in Specialty-Röstereien.
  • Luxuriös: Unbegrenzt. Allein ein Abendessen in einem Michelin-Restaurant kostet dich 300 bis 500 € pro Person.

💡 Tipp: Als Reisender aus Deutschland nutzt du in Paris dank EU-Roaming dein mobiles Datenvolumen zu denselben Bedingungen wie zu Hause. Teure Roaming-Pakete brauchst du nicht. Für längere Aufenthalte außerhalb der EU lohnt sich eine eSIM von Holafly.

Wohin als Nächstes

Wenn Paris dein Herz erobert hat, schau dir auch unsere weiteren Artikel aus der französischen Metropole an:

Häufig gestellte Fragen

Vor deiner Reise nach Paris haben wir Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die dich interessieren. Ich hoffe, das erleichtert dir die Planung und erspart dir ein paar Sorgenfalten.

Ist Paris mit Kinderwagen machbar?

Ja, aber es erfordert Planung. Die Metro solltet ihr mit Ausnahme der Linie 14 weiträumig meiden und lieber auf Busse setzen, die über Niederflurtechnik verfügen. Zum Montmartre oder nach Versailles packt ihr am besten eine ergonomische Babytrage ein.

Lohnt sich der Paris Museum Pass für 3 Tage?

Hängt von eurem Tempo ab. Er kostet nicht gerade wenig Geld und lohnt sich nur dann, wenn ihr plant, mindestens 3 große Sehenswürdigkeiten pro Tag zu schaffen (Louvre, Orsay, Sainte-Chapelle, etc.). Mit einem Kleinkind, wo ihr maximal zwei Dinge pro Tag schafft, rentiert sich der Pass finanziell meistens nicht.

Wo finde ich in Paris die beste Aussicht kostenlos?

Steuert das Dach des Kaufhauses Galeries Lafayette (9. Arrondissement) an oder das benachbarte Printemps. Eine fantastische Aussicht habt ihr auch vom Dach des Institut du Monde Arabe im Quartier Latin oder vom Park Parc de Belleville im 20. Arrondissement.

Ist das Leitungswasser in Paris trinkbar?

Ja, absolut sicher und sehr schmackhaft. Im Restaurant bittet einfach um „une carafe d’eau“ (ein Krug Leitungswasser), der gesetzlich kostenlos ist. Außerdem findet ihr in der Stadt grüne Wallace-Brunnen, wo ihr eure eigene Flasche auffüllen könnt.

Welcher Tag ist am besten für einen Besuch im Louvre?

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Der schlimmste Tag ist der Samstag. Die beste Zeit ist hingegen am Mittwoch oder am Freitagnachmittag und -abend, denn das Museum hat verlängerte Öffnungszeiten bis 21:45 Uhr. Nach 18 Uhr sinkt das Gedränge vor der Mona Lisa auf ein erträgliches Minimum. Dienstags ist der Louvre geschlossen!

WICHTIG: Der vorherige Versuch hat einen Teil auf TSCHECHISCH gelassen. Übersetze WIRKLICH ALLES, es darf KEIN EINZIGES tschechisches Wort übrig bleiben.
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Brauche ich eine Reservierung für Restaurants in Paris?

In bekanntere Bistros, Michelin-Restaurants (wie Septime) und zu italienischen viralen Hits (Pink Mamma) ist eine Reservierung absolut notwendig, gerne auch einen Monat im Voraus. In normale Cafés und für das traditionelle Mittagsmenü (formule midi) an Wochentagen bekommt ihr ohne Probleme auch spontan von der Straße aus einen Platz.

Ist es sicher, nachts mit der U-Bahn zu fahren?

In den zentralen Bezirken (1. bis 8. Bezirk) ist die Metro auch spät abends sicher. Erhöhte Vorsicht gilt bei der Linie 1 und Linie 6 wegen Taschendieben. Vermeidet nächtliche Fahrten auf den äußeren nördlichen Linien und in der Umgebung der Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est.

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