Wann nach Island reisen: Wetter Monat für Monat

Als wir mit Lukáš Ende September, Anfang Oktober zu unserem großen Inselroadtrip aufgebrochen sind, hatten wir eine ziemlich klare Vorstellung davon, welche Kälte uns wohl erwarten würde. Schließlich zeigte das Thermometer milde minus ein Grad. Doch dann stiegen wir aus dem Auto und der isländische Wind verpasste uns eine ordentliche Ohrfeige. Wer plant, wann nach Island zu reisen, sollte den Wind niemals unterschätzen.

Wegen der eisigen Böen lag die gefühlte Temperatur locker bei minus dreißig und wir zogen rasch alle Schichten an, die wir im Koffer hatten. 😅

Gleichzeitig war es aber eine absolut magische Zeit. Wir verliebten uns in die Herbstfarben, die endlosen moosbewachsenen Lavafelder und diese göttliche Ruhe, denn die Touristen waren bereits rapide weniger geworden. Die größte Belohnung waren dann die Nordlichter, die wir begeistert in den abgelegenen Westfjorden jagten.

Es hatte allerdings auch eine Schattenseite. Genau ab dem 1. Oktober tauchten an vielen weniger touristischen Orten Schilder mit der Aufschrift „im Winter geschlossen, wir öffnen wieder im April“ auf und wir suchten manchmal vergeblich ein geöffnetes Restaurant. In diesem Artikel findest du detaillierte Tipps, wann die beste Zeit für eine Reise nach Island ist, welches Wetter dich erwartet und was du genau von den einzelnen Monaten erwarten kannst, damit du deine Reise in vollen Zügen genießt und böse Überraschungen vermeidest.

Der dramatische Berg Eystrahorn über der herbstlichen Tundra im Südosten Islands
Der dramatische Berg Eystrahorn über der herbstlichen Tundra im Südosten Islands

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

Der Wasserfall Skógafoss mit Regenbogen an einem sonnigen Tag
Der Wasserfall Skógafoss mit Regenbogen an einem sonnigen Tag
  • Beste Zeit für Wasserfälle und Wanderungen: Juni bis August bietet das angenehmste Klima, die endlose Mitternachtssonne und die einzige Möglichkeit, mit dem 4×4-Auto ins raue Hochland (Highlands) zu gelangen.
  • Wann zu den Tieren aufbrechen: Wenn du die niedlichen Papageientaucher sehen möchtest, ist das ideale Zeitfenster von Ende April bis Anfang August. Für Wale fährst du am besten in den Sommermonaten in den Norden der Insel nach Húsavík.
  • Wann Nordlichter jagen: Wenn du die Polarlichter sehen willst, beginnt die Saison Ende August und endet Anfang April. Die allerbesten Chancen hast du von November bis Februar, wenn es am längsten dunkel ist.
  • Gletscherhöhlen: Die faszinierenden natürlichen blauen Höhlen unter dem Gletscher Vatnajökull sind nur in den kalten Monaten von Mitte Oktober bis März sicher zugänglich.
  • Besonderes Ereignis im Sommer 2026: Am Mittwoch, dem 12. August 2026, erlebt der Westen Islands eine totale Sonnenfinsternis. Die Unterkünfte in dieser Region sind schon jetzt extrem teuer und ausgebucht.
  • Wie du sparst: Von November bis März (außerhalb der Feiertage) fallen die Preise für Unterkünfte und Flugtickets um 30 bis 50 %. Ein guter Kompromiss sind die Übergangsmonate Mai und September, wenn weniger Menschen unterwegs sind, die Tage aber noch recht lang sind.
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Wann nach Island reisen und wie du dorthin kommst

Von Deutschland aus erreichst du diese Nordinsel sehr bequem, auch wenn die Art der Anreise davon abhängt, welche Jahreszeit du letztlich für deine Reise wählst. Die Sommermonate sind der absolute Höhepunkt der Saison, und es fliegen Direktverbindungen ab Frankfurt und München mit Lufthansa und Eurowings, dank derer du in weniger als vier Stunden im Land aus Feuer und Eis bist.

Sobald aber die Sommerferien vorbei sind, musst du höchstwahrscheinlich mit einem Flug mit Zwischenstopp vorliebnehmen, was uns genau im Herbst passiert ist.

Am häufigsten fliegt man mit Icelandair über Kopenhagen oder Frankfurt, eventuell mit Austrian Airlines mit Umstieg in Wien oder über London. Vor den Zwischenstopps musst du keine Angst haben, sie sind meist blitzschnell und der internationale Flughafen Keflavík ist recht klein und unglaublich übersichtlich.

Manchmal fragen uns Leute, ob die Flüge nicht durch die vulkanische Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes gefährdet sind, die 2021 erwacht ist. Wir können dich beruhigen: Die aktuellen Ausbrüche sind sogenannte effusive Eruptionen, bei denen Lava aus Spalten fließt, aber es entstehen keine Wolken aus erstickender Vulkanasche, die den Flugverkehr lahmlegen würden, wie es 2010 beim berühmten Vulkan Eyjafjallajökull der Fall war.

Flugtickets suchen wir regelmäßig auf Skyscanner und Kiwi – das sind unsere Lieblingsportale, auf denen du leicht alle Möglichkeiten vergleichst. Preislich kommst du in der Nebensaison auf etwa 100 bis 200 € für ein Hin- und Rückflugticket, während du im Sommer bei Direktflügen mit rund 300 bis 550 € rechnen musst.

Wenn du dir nicht zutraust, ein Auto zu mieten und dem rauen Wetter zu trotzen, oder du dich nicht ans Durchqueren von Flüssen im Hochland heranwagst, kannst du die Dienste von Profis in Anspruch nehmen. Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche spezialisierte Reiseveranstalter, die dich zu den Sommertreks in Landmannalaugar und zur winterlichen Aurorajagd mitnehmen, ohne dass du dich um irgendetwas kümmern musst.

Wo übernachten und was das Ganze kostet

Die Landeswährung ist die isländische Krone (ISK) und zur schnellen Orientierung merkst du dir, dass 1.000 ISK etwa 7 € entsprechen (der Kurs liegt bei rund 1 ISK = 0,007 €). Daran, am Schalter Bündel von Banknoten zu wechseln, kannst du gleich gar nicht mehr denken.

Es ist wohl das bargeldloseste Land der Welt, und selbst die Benutzung öffentlicher Toiletten mitten im Nirgendwo bezahlst du einfach mit Karte oder per Handy über Apple Pay und Google Pay. Vergiss aber auf keinen Fall eine physische Karte und deinen PIN-Code, denn die Selbstbedienungstankstellen N1 oder die Parkautomaten verlangen das strikt von dir und lassen dich ohne die Eingabe der vier Ziffern einfach nicht weiter.

Bei der Budgetplanung musst du damit rechnen, dass dies kein gerade günstiges Reiseziel ist und sich die Preise je nach Saison dramatisch unterscheiden. Für eine Übernachtung in einem einfachen Gästehaus für zwei mit eigenem Bad zahlst du in der Hauptsaison im Sommer üblicherweise rund 140 bis 200 € pro Nacht, in Reykjavík kann es auch mehr sein, während die Preise von November bis März locker um 30 bis 50 Prozent sinken.

Unterkünfte in abgelegeneren Gebieten sind oft begrenzt, deshalb musst du, wenn du einen Sommerroadtrip rund um die ganze Insel auf der Straße Nummer eins planst, die Zimmer viele Monate im Voraus buchen. Booking.com ist unsere liebste Hotelsuchmaschine und wir empfehlen wärmstens, Varianten mit kostenloser Stornierung zu reservieren.

Seit dem 1. Januar 2026 ist außerdem eine neue Kilometersteuer für alle Mietwagen und SUVs bis 3,5 Tonnen hinzugekommen. Die Gebühr beträgt 6,95 ISK pro gefahrenem Kilometer (etwa 0,05 €), sodass ein einwöchiger Roadtrip um rund 80 bis 120 € teurer wird – nur an staatlichen Gebühren.

Die meisten Autovermietungen lösen das so, dass sie dir entweder eine Tagespauschale von etwa 1.390 bis 1.550 ISK berechnen oder es bei der Schlüsselrückgabe genau abrechnen. Die gute Nachricht ist aber, dass der Kraftstoff im Gegenzug etwas günstiger geworden ist, denn der Staat hat gleichzeitig die ursprüngliche Kraftstoffsteuer abgeschafft.

💡 Konkrete Tipps für Unterkünfte (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking, buche rechtzeitig — in der Saison und rund um die Sonnenfinsternis 2026 sind sie Monate im Voraus weg):

Frühling und Sommer: 5 Gründe, der Sonne und dem Grün entgegenzufahren

Wenn du den idealen Termin für deinen allerersten Islandbesuch überlegst, sind die Frühlings- und Sommermonate von Ende Mai bis Anfang August die sicherste und komfortabelste Wahl. Die Natur erwacht nach dem langen Winter, die Moosfelder leuchten wunderschön grün und du musst dich weder mit vereisten Straßen noch mit unerwarteten Schneestürmen herumschlagen, die deinen mühsam zusammengestellten Reiseplan von einem Tag auf den anderen über den Haufen werfen.

Der Berg Kirkjufell und der Wasserfall Kirkjufellsfoss in Herbstfarben
Der Berg Kirkjufell und der Wasserfall Kirkjufellsfoss in Herbstfarben

Schauen wir uns an, was du in dieser duftenden Jahreszeit erleben kannst.

1. Mitternachtssonne und endlose Tage

Das größte Phänomen des Sommers ist ohne Zweifel die Mitternachtssonne, die um die Sommersonnenwende am 21. Juni ihren Höhepunkt erreicht. Die Sonne geht in Reykjavík zu dieser Zeit erst vier Minuten nach Mitternacht unter und schon in weniger als drei Stunden wieder auf. In der Praxis wird es überhaupt nicht dunkel.

Mitternachtssonne und endlose Tage
Mitternachtssonne und endlose Tage

Der Himmel nimmt wunderschöne orange und rosa Töne an, es dämmert nur ganz leicht, und du hast unglaubliche 21 Stunden Tageslicht, um alle Naturschönheiten zu erkunden. Im Norden der Insel rund um Akureyri ist dieses Phänomen noch ein Stück extremer.

Das verschafft dir einen enormen taktischen Vorteil bei der Planung deines Reiseplans und ermöglicht es dir, magische Momente zu erleben. Du kannst ganz entspannt zu den bekanntesten Orten wie dem mächtigen Wasserfall Skógafoss auch um Mitternacht aufbrechen. So umgehst du die riesigen Touristenmassen völlig und machst absolut atemberaubende Fotos ohne eine einzige fremde Person im Bild.

Wir würden so eine Freiheit liebend gern genießen, denn ehrlich gesagt hassen wir das Gedränge an Aussichtspunkten, und die Sommernachmittage im Süden der Insel sind wirklich voller Busse.

Das hat aber einen kleinen und sehr praktischen Haken, den du nicht unterschätzen darfst. Vergiss nicht, eine wirklich gute Schlafmaske in den Koffer zu packen. Viele kleine familiäre Pensionen und Bauernhäuschen haben einfach keine perfekten Verdunklungsvorhänge, und wenn du nicht daran gewöhnt bist, bei vollem Tageslicht tief zu schlafen, bekommt dein Biorhythmus schon in der ersten Nacht ordentlich was ab.

2. Beobachtung niedlicher Papageientaucher und riesiger Wale

Tierliebhaber haben in den Sommermonaten ein wahres Festmahl, und wir waren von der hiesigen Fauna absolut hingerissen. Von Ende April bis Mitte August wird die Insel zur vorübergehenden Heimat von Millionen Papageientauchern, die hierher aus dem Ozean kommen, um zu brüten.

Beobachtung niedlicher Papageientaucher und riesiger Wale
Beobachtung niedlicher Papageientaucher und riesiger Wale

Diese niedlichen Vögel mit schwarz-weißem Gefieder und leuchtend bunten Schnäbeln, die liebevoll Meerpapageien genannt werden, findest du vor allem an den hohen Klippen von Látrabjarg in den wilden Westfjorden, wo sie oft sehr zahm sind und sich aus der Nähe fotografieren lassen. Zu riesigen Kolonien kannst du aber auch nach Borgarfjörður eystri im Osten oder zu den Vestmannaeyjar-Inseln fahren, wo angeblich bis zu eine Million Paare brüten.

Die ideale Zeit für ihre Beobachtung ist der absolute Höhepunkt des Sommers, also Juni und Juli. Aus eigener Erfahrung wissen wir aber, dass an den Orten, an denen diese kleinen Vögel brüten, der Zugang manchmal wegen ihres strengen Schutzes eingeschränkt ist. Besonders beim beliebten Felsbogen und der Klippe Dyrhólaey im Süden kann der Weg im Mai und Juni komplett gesperrt sein, um die brütenden Paare nicht zu stören – respektiere also immer die markierten Schnüre und Absperrungen.

Der Sommer ist auch die allerbeste Hauptsaison für die Walbeobachtung. Obwohl die Ausflugsboote das ganze lange Jahr über vom Hafen in Reykjavík ablegen, hast du die größte Erfolgschance von April bis Anfang Oktober. Wenn du fast hundertprozentige Sicherheit willst (die Boote melden hier offiziell eine Erfolgsquote von beachtlichen 98 bis 99 Prozent), fahre in den Norden in das malerische Städtchen Húsavík.

Genau dieses gilt als die Walhauptstadt Europas, und im Juni und Juli tauchen hier in den Gewässern sogar faszinierende Blauwale auf, was ein Erlebnis fürs ganze Leben sein muss.

3. Offenes Hochland und die Regenbogenberge von Landmannalaugar

Während die berühmte Straße Nummer 1 (bekannt als Ring Road), die die ganze Insel umrundet, ganzjährig recht zuverlässig befahrbar ist, ist das wilde isländische Hochland – die Highlands – im Winter unter vielen Metern schwerem Schnee hermetisch abgeriegelt. Erst je nach Geschwindigkeit der Frühlingsschmelze, meist zwischen Mitte und Ende Juni, öffnen sich endlich die sogenannten Hochland-F-Roads.

Offenes Hochland und die Regenbogenberge von Landmannalaugar
Offenes Hochland und die Regenbogenberge von Landmannalaugar

Diese rauen Schotterstraßen erfordern gesetzlich verpflichtend ein Auto mit Allradantrieb 4×4, und wir empfehlen wärmstens, sich vorab die Regeln für das Durchqueren von Flüssen anzueignen.

Sich hierher aufzumachen, ist aber definitiv jeden zusätzlich ausgegebenen Euro wert. Es eröffnet sich dir nämlich eine Welt aus roher, menschenleerer Wildnis, die aussieht wie von einem anderen Planeten. Das wohl bekannteste Ziel sind die Regenbogenberge von Landmannalaugar, die in wohl allen erdenklichen Farben schillern – von leuchtendem Gelb über Grün bis zu sattem Rot – dank des hohen Rhyolithgehalts im Gestein.

In das Gebiet der vulkanischen Wüste Askja öffnen sich die Wege meist erst in der ersten oder zweiten Juliwoche.

Wenn du Wandern liebst und eine ordentliche Kondition hast, öffnet sich hier in den Sommermonaten auch der berühmte Laugavegur-Trek. Er misst stolze 55 Kilometer, führt von Landmannalaugar ins grüne Tal Þórsmörk und wird üblicherweise nur in einem kurzen Zeitfenster von Ende Juni bis Anfang September begangen.

Denk aber daran, dass die Plätze in den Berghütten, die der Verband Ferðafélag Íslands verwaltet, oft schon viele Monate im Voraus hoffnungslos ausgebucht sind. Als wir die Insel im Herbst bereisten, hat es uns furchtbar geärgert, dass die Wege ins Hochland bereits langsam zuschneiten und wir auf diese andere Welt verzichten mussten.

4. Abstieg direkt in den Schlund des Vulkans Þríhnúkagígur

Wenn du eine absolute Weltrarität suchst, bietet dir der Sommer ein Erlebnis, das du nicht so einfach woanders findest. Auf Island hast du nämlich die einzigartige Möglichkeit, mit einem speziellen offenen Aufzug, der an eine Plattform für Fensterputzer von Wolkenkratzern erinnert, ganze 198 Meter tief in die Magmakammer des schlafenden Vulkans Þríhnúkagígur hinabzufahren.

Abstieg direkt in den Schlund des Vulkans Þríhnúkagígur
Abstieg direkt in den Schlund des Vulkans Þríhnúkagígur

Diese exklusive Angelegenheit namens Inside the Volcano funktioniert nur im festgelegten Zeitraum vom 5. Mai bis 30. Oktober, wenn es die Sicherheits- und Wetterbedingungen zulassen. Unten erwartet dich ein riesiger unterirdischer Dom, der in allen Farben spielt, von Violett über Gelb bis zu sattem Rot – schuld daran sind die Mineralien, die vor Tausenden Jahren in extremer Hitze gebacken wurden.

Wir müssen dich aber ehrlich warnen, dass es ein ziemlich teures Vergnügen ist, das dein Reisebudget durchpustet. Die Preise für diesen etwa halbtägigen Ausflug beginnen bei umgerechnet rund 300 US-Dollar pro Person.

Trotzdem sind die Termine in der Sommerhauptsaison sehr schnell voll, wenn du also von diesem einzigartigen Abstieg träumst, lass die Reservierung auf keinen Fall auf den letzten Drücker.

5. Extreme Sonnenfinsternis im August 2026

Wenn du eine Reise für den Sommer 2026 planst, musst du unbedingt von einem riesigen Ereignis wissen, das die ganze Insel betrifft. Am Mittwoch, dem 12. August 2026, trifft den Westen Islands eine totale Sonnenfinsternis.

Extreme Sonnenfinsternis im August 2026
Extreme Sonnenfinsternis im August 2026

Es ist das erste solche astronomische Phänomen im Land seit 1954, und das nächste kommt erst 2196. Der Totalitätsstreifen verläuft direkt über die abgelegenen Westfjorde, die magische Halbinsel Snæfellsnes, Reykjavík selbst und die Halbinsel Reykjanes.

Dieses einzigartige Ereignis hat auf der Insel ein absolutes logistisches Chaos verursacht. Menschen, die aus der ganzen Welt anreisen, haben die Unterkunftskapazitäten im Bereich des Totalitätsstreifens oft schon Anfang 2025 weggeschnappt.

Die Preise der letzten freien Zimmer erreichen unglaubliche Extreme, und es ist überhaupt keine Seltenheit, auf eine gewöhnliche ältere Pension im Städtchen Ísafjörður zu stoßen, die pro Nacht sogar 700 US-Dollar verlangt. Auf der Halbinsel Snæfellsnes ist sogar ein riesiges Festival geplant.

Das Erlebnis wird sicher unglaublich sein, im Fjord bei den Klippen von Látrabjarg dauert die völlige Dunkelheit über zwei Minuten, und in Reykjavík verschwindet die Sonne gegen 17:48 Uhr für etwa eine Minute. Aus historischen Daten geht aber hervor, dass es im August auf Island zu 70 bis 80 Prozent bewölkt ist, es ist also eine ziemlich teure Lotterie mit den Wolken.

Für die genaue Ermittlung der exakten Orte kannst du auf die offizielle Website eclipse2026.is schauen. Wenn die Sonnenfinsternis nicht dein primäres Ziel ist, empfehlen wir dir ehrlich, Mitte August 2026 den Westen der Insel weiträumig zu umfahren und lieber in den Osten zu fahren, wo die Lage mit den Preisen etwas erträglicher sein wird.

Herbst und Winter: 5 Erlebnisse, die dich nicht schlafen lassen

Ein Winterurlaub nahe dem Polarkreis klingt vielleicht etwas verrückt, aber glaub uns, er hat seinen absolut unbeschreiblichen Zauber. Die Winter- und Herbstmonate von Ende September bis April zwingen dich, deutlich langsamer zu werden.

Während du im Sommerplan das Auto über die Straßen jagst und fünf Wasserfälle an einem Tag schaffst, zeigt dir der Winter sein raues Gesicht, und du musst viel sorgfältiger auswählen, was du in den wenigen Stunden Tageslicht überhaupt schaffst zu fahren.

1. Jagd auf das magische Nordlicht

Auf Instagram fragen uns die Leute oft, in welchem Monat sie aufbrechen sollen, um die besten Fotos der Polarlichter, also der Aurora Borealis, zu ergattern. Die Antwort ist überraschend einfach, du brauchst dafür nämlich möglichst lange Dunkelheit. Die Saison beginnt offiziell Ende August und dauert etwa bis Anfang April.

Nordlicht über der Silhouette der Hügel in den Westfjorden Islands
Nordlicht über der Silhouette der Hügel in den Westfjorden Islands
Jagd auf das magische Nordlicht
Jagd auf das magische Nordlicht

Die besten Bedingungen herrschen im Zeitraum von November bis Februar, wenn die Sonne nur sehr kurz über dem Horizont steht und Dunkelheit über der Landschaft herrscht. Wir selbst haben die Aurora in den Westfjorden gesehen, und das Gefühl, wenn über deinem Kopf grüne Streifen zu tanzen beginnen und du in der Kälte mitten in der Wildnis stehst, lässt sich mit überhaupt nichts vergleichen.

Für eine erfolgreiche Jagd brauchst du drei grundlegende Dinge: völlige Dunkelheit, einen klaren Himmel und geomagnetische Sonnenaktivität (den sogenannten KP-Index auf einer Skala von null bis neun). Das Jahr 2026 ist für Jäger besonders günstig, denn wir befinden uns auf dem Höhepunkt des sogenannten Solar Cycle 25, was die stärksten Polarlichter seit über zehn Jahren bringt.

Genau die Bewölkung ist aber oft der größte Stolperstein. Schau deshalb immer auf die offizielle Wetterwebsite en.vedur.is im Reiter Aurora, wo auf der Bewölkungskarte die weiße Farbe klaren Himmel bedeutet und die grüne Farbe lästige Wolken zeigt.

Lass dich überhaupt nicht entmutigen, wenn der KP-Index nur die Zahl 2 oder 3 anzeigt. Auch bei diesen relativ niedrigeren Werten kann das Schauspiel am Himmel absolut fantastisch sein, sofern du weit genug vom Lichtsmog der großen Städte entfernt bist.

Wenn du das Nordlicht fotografieren willst, geht das mit dem Handy aus der Hand meist nicht so gut. Du brauchst unbedingt ein Stativ, musst den ISO-Wert auf 1600 bis 3200 einstellen, die Blende maximal öffnen (zum Beispiel f/2.8) und die Verschlusszeit auf 5 bis 15 Sekunden verlängern, mit manueller Fokussierung auf unendlich.

💡 Tipp: Eintrittskarten und organisierte Ausflüge (Island und Umgebung) lohnt es sich, im Voraus online auf GetYourGuide zu kaufen, in der Saison füllen sie sich schnell.

2. Erkundung atemberaubender Gletscherhöhlen

Der zweitgrößte Magnet des knackigen isländischen Winters sind die faszinierenden natürlichen Gletscherhöhlen, weltweit bekannt als Ice Caves. Sie entstehen ganz natürlich durch das Schmelzen im Sommer und das anschließende Gefrieren des Wassers unter dem massiven Gletscher Vatnajökull im Südosten der Insel. Diese riesigen, durchscheinenden und kristallblauen Tunnel bei der Lagune Jökulsárlón oder im Nationalpark Skaftafell sind nur in den wirklich frostigen Monaten sicher zugänglich, konkret von Mitte Oktober bis März.

Erkundung atemberaubender Gletscherhöhlen
Erkundung atemberaubender Gletscherhöhlen

Aus Sicherheitsgründen geht man dort ausschließlich mit einem zertifizierten Guide hinein, der die nötige Ausrüstung dabei hat, dir Steigeisen für die Schuhe und Helme verteilt und vor allem den aktuellen Zustand des Gletschers sicher kennt. Diese mächtigen Eisstrukturen verändern sich nämlich ständig, bewegen sich und stürzen manchmal sogar ein.

Die einzige Ausnahme von dieser Winterregel ist die etwas dunklere Höhle unter dem Gletscher Katla in der Nähe des Städtchens Vík, die mehr oder weniger ganzjährig zugänglich ist, aber die größten durchscheinenden Schönheiten verlangen eben einen ordentlichen knirschenden Winterfrost.

3. Tückische Winterstrände und Wellen in Reynisfjara

Die winterliche Küste Islands ist wild und unglaublich fotogen, kann aber auch tödlich gefährlich sein. Das betrifft vor allem den berühmten Strand Reynisfjara unweit von Vík mit dem ikonischen schwarzen Sand und den Basaltsäulen, der im Winter von eisigen Winden gepeitscht wird.

Schwarze Basaltfelsen am hellen Sandstrand Reynisfjara
Schwarze Basaltfelsen am hellen Sandstrand Reynisfjara

Genau hier treten regelmäßig die sogenannten Sneaker Waves auf, also tückische Wellen. Das Meer wirkt zunächst recht ruhig und du machst schöne Fotos, doch aus dem Nichts kommt eine riesige Welle, die zig Meter weiter auf den Strand schwappt als die vorherigen.

Diese Wellen haben eine enorme Kraft, reißen dir leicht die Beine weg, und eine starke Unterströmung zieht dich kompromisslos in den eisigen Ozean, aus dem es wegen der schweren Winterkleidung praktisch kein Zurück mehr gibt. In den letzten zwanzig Jahren sind hier mehrere unaufmerksame Touristen ums Leben gekommen.

Am Strand funktioniert deshalb heute eine große Warnampel, und wir bitten dich ehrlich, sie zu respektieren. Wenn sie gelb oder rot leuchtet, halte dich vom Wasser in einem respektvollen Abstand von mindestens 30 Metern fern und denk an die goldene Regel der Einheimischen: Dreh dem wilden Ozean niemals den Rücken zu, auch nicht für das schönste Instagram-Foto.

lukas a lucka
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4. Heiße Quellen mit Blick auf den Schnee

Sich in heißem geothermalem Wasser aufzuwärmen, während dir Schneeflocken auf die Mütze fallen, gehört zu unseren absoluten Lieblingswintererlebnissen. Das Baden unter freiem Himmel betreibt man hier ganzjährig, aber erst im Winter hat es den richtigen magischen Kontrast.

Heiße Quellen mit Blick auf den Schnee
Heiße Quellen mit Blick auf den Schnee

Du kannst natürlich in die berühmte Blue Lagoon in der Nähe des Flughafens fahren (die übrigens einen hervorragend durchdachten Evakuierungsplan für den Fall eines Vulkanausbruchs auf der nahen Halbinsel Reykjanes hat) oder die architektonisch wunderschöne und moderne Sky Lagoon direkt in Reykjavík mit ihrem luxuriösen Sieben-Schritte-Reinigungsritual ausprobieren.

Wenn du aber 2026 in den Norden zum Vulkansee Mývatn fährst, musst du von einer wesentlichen Änderung wissen. Die alten und beliebten Mývatn Nature Baths haben am 1. Januar 2026 komplett wegen eines großen Umbaus geschlossen. Die Wiedereröffnung unter dem neuen modernen Namen Earth Lagoon ist etwa für Ende Juni, Anfang Juli 2026 geplant.

Bis dahin musst du aber nicht traurig sein, denn im Norden kannst du dich wunderbar in der tollen Waldlagune Forest Lagoon bei der Stadt Akureyri oder in den atemberaubenden Becken GeoSea in Húsavík mit Blick direkt auf den offenen Ozean aufwärmen.

5. Herbstfarben und Shoulder Season

Die Übergangszeit, die sogenannte Shoulder Season an der Wende von September und Oktober, ist genau die Zeit, in der wir mit Lukáš hier waren. Aus Sicht der Natur war es unglaublich fotogen. Die endlosen Lavafelder, bewachsen mit diesem typischen groben Moos, nahmen wunderschöne sattgelbe Töne an, die perfekt mit dem grauen Himmel und dem dunkelblauen Ozean im Hintergrund kontrastierten.

Isländische Pferde auf der herbstlichen Ebene
Isländische Pferde auf der herbstlichen Ebene
Herbstfarben und Shoulder Season
Herbstfarben und Shoulder Season

Außerdem hat uns enorm gefallen, dass die Touristen rapide weniger wurden. Auf den schmalen Aussichtswegen drängelten wir uns nicht, die Preise der Gästehäuser waren deutlich angenehmer als im überfüllten Juli, und bei den berühmten Wasserfällen konnte man völlig stressfrei parken.

Der September ist auch der Monat, in dem du meist noch in der ersten Hälfte in letzter Minute ins Hochland aufbrechen kannst, bevor die Wege für viele Monate endgültig zuschneien.

Andererseits musst du wissen, dass der Oktober bereits scharfen Herbstwind und sehr starke Regenfälle bringt. Etwa ab dem ersten Oktober schließen außerdem viele kleinere Dienstleistungen außerhalb der großen Städte, kleine Toiletten bei entlegeneren Sehenswürdigkeiten und niedliche Landbistros kompromisslos mit dem Schild, dass man sich erst wieder im April im Frühling sieht.

Damit muss man einfach im Voraus rechnen und zur Sicherheit immer einen größeren Snack dabeihaben, den man in der Stadt eingekauft hat.

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Wetter Monat für Monat: Was dich erwartet und nicht erspart bleibt

Obwohl gruselige Geschichten über arktische Fröste kursieren, sind die isländischen Winter dank des starken Einflusses des warmen Golfstroms überraschend mild und die Sommer umgekehrt kühler. In der Hauptstadt Reykjavík fällt die Durchschnittstemperatur selten tief unter den Gefrierpunkt.

Der wahre und unberechenbare Feind ist hier nämlich nicht die Quecksilbersäule am Thermometer, sondern die sich ständig ändernden Bedingungen und der extrem starke Wind, der mit der gefühlten Temperatur wahre Wunder vollbringt. Schauen wir uns das Jahr Schritt für Schritt im Detail an.

1. Januar bis März (Winter in voller Kraft)

Der Jahresbeginn steht im Zeichen von Kälte, langen dunklen Nächten und unberechenbarem wildem Wetter. Im Januar bewegen sich die Durchschnittstemperaturen in der Hauptstadt nur knapp um den Nullpunkt, meist zwischen -2 und +2 Grad Celsius.

Januar bis März (Winter in voller Kraft)
Januar bis März (Winter in voller Kraft)

Die Sonne lugt nur für traurige fünf Stunden am Tag hervor, und es ist statistisch gesehen der windigste Monat des ganzen Jahres. Die Straßen sind üblicherweise gefährlich mit Eis und verwehtem Schnee bedeckt, sodass ein Auto mit 4×4-Antrieb eine absolute und unverzichtbare Notwendigkeit für deine Sicherheit ist.

Februar (mit Temperaturen von -2 bis +3 Grad) und März fügen langsam kostbares Tageslicht hinzu. Im März scheint die Sonne bereits etwa stolze 11 Stunden, was dir viel mehr Spielraum gibt, um die Wasserfälle im Süden der Insel zu erkunden.

Es sind absolut ideale Monate, um tagsüber die blauen Eishöhlen zu entdecken und abends Nordlichter zu jagen. Ein großer Bonus sind dann die Finanzen, denn außer an den Feiertagen sind die Wintermonate generell die günstigste Zeit, in der du bei Flugtickets und Unterkünften locker bis zu 30 bis 50 Prozent gegenüber der Sommerhauptsaison sparst.

2. April und Mai (Erwachen und Papageientaucher)

April und Mai stellen die Zeit des großen Frühlingserwachens dar. Die Tage werden plötzlich rapide länger, und im Mai genießt du luxuriöse 18 Stunden Tageslicht.

Hafen Borgarfjörður eystri mit Fischerbooten und felsiger Insel
Hafen Borgarfjörður eystri mit Fischerbooten und felsiger Insel

Die Temperaturen klettern langsam zu angenehmeren Werten, üblicherweise misst du zwischen 4 und 9 Grad Celsius. Der Monat Mai gehört außerdem statistisch zu den allertrockensten Monaten auf Island, was wir an einem so verregneten Ort erleichtert als riesiges Plus betrachten.

In diesen Monaten kehrt die Natur endlich ins Leben zurück, und auf die Insel beginnen massenhaft die geliebten Schwärme der Papageientaucher einzufliegen. Die Straßen entlang der Süd- und Nordküste sind schon meist sauber und ohne größeren Stress befahrbar, allerdings hält das Hochland den Schnee noch fest im Griff, und die Hochland-F-Roads bleiben kompromisslos geschlossen.

Es ist einfach ein toller Frühlingskompromiss, bei dem du die wunderschöne erwachende Natur und die Wale in den Buchten genießt, und das alles völlig ohne das Gedränge der Touristenmassen aus den Sommerferien.

3. Juni bis August (Hauptsaison)

Das sind die mit Abstand beliebtesten Monate des ganzen Jahres. Im Juni fallen die Niederschläge auf ihr Jahresminimum, und im Juli ist der Wind endlich am ruhigsten im ganzen Jahr.

Juni bis August (Hauptsaison)
Juni bis August (Hauptsaison)

Die Temperaturen klettern tagsüber auf frühlingshafte 9 bis 13 Grad Celsius, und auch wenn es nicht nach viel klingt, kannst du dich in direkter Sonne irgendwo im Windschatten hinter einem Felsen locker im kurzärmeligen T-Shirt sonnen. Das Erlebnis der magischen Mitternachtssonne lockt Zehntausende Besucher, und mit Ende Juni öffnen sich endlich die ersehnten Schotterwege zum Vulkan Askja und ins farbenfrohe Landmannalaugar.

Im Juli befindet sich die Insel auf dem absoluten Höhepunkt des sommerlichen Touristenansturms. Bekannte Orte im Süden wie der wunderschöne Wasserfall Skógafoss oder die Gletscherlagune Jökulsárlón platzen unter dem Andrang der Busse buchstäblich aus allen Nähten.

Der August steht dann im Zeichen des Abflugs der Papageientaucher zurück auf den Ozean (meist um die Monatsmitte) und der allmählichen Verkürzung der langen Tage, wobei bereits langsam mehr Regenfälle hinzukommen. Mach deshalb für die Sommermonate immer mit riesigem Vorlauf von vielen Monaten Reservierungen für den Mietwagen und alle Hotelzimmer, besonders rund um die Sonnenfinsternis 2026.

4. September bis Dezember (Vom bunten Herbst zur Dunkelheit)

Der September ist überaus schön, aber leicht tückisch. Die Natur bekommt zwar wunderschöne goldene Farben, die Touristen werden weniger, und das grüne Nordlicht kehrt mit den längeren Nächten an den Himmel zurück, aber laut Statistik ist es der regenreichste Monat von allen.

September bis Dezember (Vom bunten Herbst zur Dunkelheit)
September bis Dezember (Vom bunten Herbst zur Dunkelheit)

Der Oktober (wenn sich die Temperaturen von 2 bis 7 Grad bewegen) ist dann eine ausgesprochene Lotterie. Oft ziehen vom Ozean starke Herbststürme heran und ein Wind, der so stark ist, dass er dir buchstäblich die Türen deines Mietwagens abreißen kann, wenn du nicht gut aufpasst. Die meisten Dienstleistungen außerhalb der großen Städte schließen außerdem ihre Tore.

November und Dezember sind Monate vor allem für die hartgesotteneren Abenteurer. Im Dezember rund um die Wintersonnenwende wird es erst vor Mittag hell, und die Sonne hält sich nur magere 4 Stunden über dem Horizont, wobei die Temperaturen ständig um den Gefrierpunkt schwanken.

Dafür kannst du aber eine unglaublich zauberhafte vorweihnachtliche Atmosphäre in den Gassen von Reykjavík erleben, dich ohne Reue stundenlang in heißen Quellen aufwärmen und Abend für Abend mit einer Tasse Tee die grüne Aurora erwarten, die über den verschneiten Berggipfeln tanzt.

Was du für den isländischen Wind und Winter einpacken solltest

Es gibt eine schöne und hundertprozentig wahre einheimische Redensart, die besagt, dass du hier während des Mittagessens alle vier Jahreszeiten erleben kannst. Morgens brachen wir von der Pension in Sonne gebadet nur im leichten Pullover auf, mittags erwischte uns auf der Klippe ein starker horizontaler Regen, nachmittags fielen riesige Hagelkörner, und abends erleuchtete die Aurora den Sternenhimmel.

Eisstücke am schwarzen Diamond Beach im Winter
Eisstücke am schwarzen Diamond Beach im Winter

Der Schlüssel zum Überleben und zur guten Laune ist einfach das richtige und kluge Packen des Koffers.

1. Das Zwiebelprinzip ist absolute Grundlage

Grundregel Nummer eins ist das Anziehen in mehreren Schichten. Klassische Jeans kannst du gleich mit gutem Gewissen zu Hause im Schrank lassen, denn sobald sie dir im isländischen Wind nass werden, trocknen sie dir wahrscheinlich erst nach deiner Rückkehr nach Hause wieder.

Das Zwiebelprinzip ist absolute Grundlage
Das Zwiebelprinzip ist absolute Grundlage

Als erste untere Schicht wählst du immer hochwertige Thermowäsche aus natürlicher Merinowolle, die den Schweiß hervorragend ableitet und dich gleichzeitig wunderbar wärmt, auch in dem Moment, wenn sie von der Anstrengung beim Trek leicht feucht ist. Darauf kommt eine gute isolierende Mittelschicht, am besten ein warmer Fleecepullover oder eine dünne, leicht verstaubare Daunenjacke.

Der mit Abstand wichtigste Posten im Rucksack ist aber die äußere Schicht. Du brauchst eine absolut wasserdichte und hundertprozentig winddichte Jacke sowie eine gute Hose (hier lohnt es sich, in eine gute Membran vom Typ Gore-Tex zu investieren). Der isländische Wind kann die gefühlte Temperatur auf der Haut sehr schnell senken und kühlt einfach viel mehr als das, was dir die Quecksilbersäule am Thermometer im Auto zeigt.

Selbstverständlich sind dann bei jedem Wetter warme Mützen, die die Ohren schützen, wasserdichte Handschuhe und feste, knöchelhohe Wanderschuhe, die du vor dem Abflug nicht vergessen darfst, ordentlich mit Imprägnierung zu behandeln. Wenn du in den Wintermonaten reist, pack auf jeden Fall auch gute Spikes für vereiste Wege bei den Wasserfällen und eine starke Stirnlampe ein.

Mit diesem rauen und unberechenbaren Wetter hängt auch unsere nachdrückliche Empfehlung bezüglich des Mietwagens zusammen. Der starke Sturm hebt hier von den langen Ebenen regelmäßig feinen Vulkansand und scharfe Steinchen auf, die in wenigen Stunden buchstäblich den Lack des Wagens bis aufs blanke Blech abschmirgeln und die Frontscheibe zerstören können. Wir haben langfristig gute Erfahrungen mit dem Suchportal DiscoverCars gemacht, das wir mit Lukáš überall auf der Welt nutzen.

Schließe aber auf Island auf jeden Fall die spezielle Zusatzversicherung Gravel Protection (gegen aufgewirbelten Schotter) und SAAP (gegen zerstörerische Asche und Sand, deren Schäden sich sonst auf 500.000 bis 1,5 Millionen ISK belaufen können, also über 10.000 €) ab. Und denk daran: Keine Versicherung deckt aufgerissene Türen, also wenn es auf dem Parkplatz weht, halte sie beim Aussteigen immer fest mit beiden Händen.

2. Warum du den Regenschirm zu Hause lässt und die Badesachen mitnimmst

Vielleicht kommt es dir selbstverständlich vor, aber wirklich, nimm wirklich keinen Regenschirm mit in den Koffer. Er wird dir hier absolut nichts nützen, denn der berüchtigte isländische Wind würde ihn dir umstülpen und unwiederbringlich zerstören, etwa in den ersten fünf Sekunden nach dem feierlichen Aufspannen.

Warum du den Regenschirm zu Hause lässt und die Badesachen mitnimmst
Warum du den Regenschirm zu Hause lässt und die Badesachen mitnimmst

Greif statt zum Regenschirm lieber gleich zu einer guten Regenjacke oder einem großen Poncho, der sich geschickt auch über den Rucksack mit der Fotoausrüstung werfen lässt. In den Sommermonaten pack auf jeden Fall die erwähnte Schlafmaske ein, und wenn du zum See Mývatn fährst, ist auch ein Mückenschutz gegen die lästigen kleinen Kriebelmücken nützlich.

Eine Sache, die du dagegen unter überhaupt keinen Umständen zu Hause vergessen darfst (und das gilt auch für den Fall, dass du mitten in den dunklen Januarstürmen reist), sind die Badesachen. Die Thermalbäder sind hier nämlich das absolute A und O der einheimischen Kultur, und sich in heißem Wasser mit Blick auf die weiß verschneiten Hügel aufzuwärmen, ist das beste Entspannungsgefühl der Welt nach einem anstrengenden Tag im Auto.

Behalte aber eine wesentliche Sache im Kopf, und das ist die strenge Etikette der einheimischen Schwimmbäder (sundlaug). Vor dem Betreten des heißen Wassers musst du dich immer gründlich mit Seife völlig ohne Badekleidung in getrennten Duschen waschen (Achtung, das betrifft das gründliche Waschen von Achseln, Beinen und Intimbereich). Die Isländer verwenden nämlich absichtlich nicht so viel chemisches Chlor im Wasser und legen größten Wert auf diese strikte Hygiene.

Ein schnelles Duschen mit bereits angezogenen Badesachen gilt hier als riesiger, unhöflicher und von den Einheimischen oft auch lautstark kritisierter Fauxpas. Vor jeder morgendlichen Fahrt vom Hotel vergiss auch nicht, den aktuellen Zustand der Straßenbefahrbarkeit auf umferdin.is und die Sicherheitswarnungen vor Wind auf der offiziellen Website der Rettungskräfte safetravel.is zu prüfen.

Wo du auf Island essen kannst: Ein Leitfaden nicht nur für Vegetarier

Das Essen in den kleinen Cafés und Restaurants der Insel ist absolut hervorragend, auch wenn du vorab damit rechnen musst, dass es deinen Reisegeldbeutel zuverlässig etwas mehr durchpustet als ähnliche Lokale im Rest Europas. Wir beide mit Lukáš sind Vegetarier, sodass viele klassische und gefeierte Fischrestaurants an der Küste bei unserem Roadtrip komplett an uns vorbeigingen.

Die Einheimischen bieten in den Reiseführern zwar gerne traditionelle Fleischspezialitäten an, wie den fermentierten Hai Hákarl (was heute eher eine teure Adrenalin-Touristenattraktion ist) oder die wärmende Lammsuppe Kjötsúpa, die wiederum Fleischesser für ihren Sättigungswert nach einem anstrengenden frostigen Tag sehr loben, aber wir haben hier problemlos immer etwas Tolles und Warmes ohne Fleisch gefunden.

Am allerliebsten haben wir auf den Fahrten durch den Süden die wunderbare Tomatenfarm Friðheimar gemocht, die clever an der Route des beliebten Golden Circle liegt, und wir empfehlen, hier einen Tisch zu reservieren. Du sitzt direkt im beheizten, leuchtenden Gewächshaus zwischen Hunderten hohen Pflanzen reifer Tomaten, und sie servieren hier die allerbeste cremige Tomatensuppe mit frischem hausgemachtem Brot.

Außerdem funktioniert es hier nach einem genialen „Iss, so viel du kannst“-System, sodass du dir für einen festen Preis mit der Schöpfkelle bis zum Platzen nachfüllen kannst, was wir nach einem kalten, durchgepusteten Vormittag bei den Geysiren enorm geschätzt und etwa drei Teller gegessen haben.

Wenn dich nachmittags in der kleineren Stadt Selfoss auf der Fahrt entlang der Südküste der Hunger überkommt, empfehlen wir wärmstens, in dem furchtbar gemütlichen Familienbetrieb Kaffi Krús einzukehren. Du landest in einem kleinen gelben Häuschen mit angenehmer Atmosphäre, wo sie im Ofen absolut fantastische vegetarische Pizzen mit reichhaltigem Belag und ehrliche Pasta machen.

Und wenn du durch die bunten Gassen der Hauptstadt Reykjavík schlenderst, kehre auf jeden Fall zum Mittagessen im sympathischen Bistro Kaffi Vínyl ein oder gönn dir einen luxuriösen Veggie-Burger mit einer ordentlichen Portion Pommes im gefeierten Hipster-Lokal Block Burger. Überraschenderweise funktioniert für uns die vegane Szene hier sehr gut und ganz natürlich, und an fast jeder größeren Tankstelle (sogar bei den berüchtigten Selbstbedienungstankstellen N1) findest du ohne langes Suchen einen guten warmen veganen Wrap oder ein frisches Sandwich für die Weiterfahrt im Auto. 😉

Wohin als Nächstes

Wenn du gerade begeistert Pläne für deinen Inselroadtrip zusammenstellst, schau auf jeden Fall auch in unsere weiteren Artikel voller detaillierter Tipps und konkreter Routen, die wir für dich auf dem Blog vorbereitet haben.

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Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit für eine Reise nach Island?

Abhängig davon, was ihr von eurer Reise wirklich erleben möchtet. Wenn euch angenehme warme Monate, staubige Trekkingrouten im Landesinneren und endlose Tage mit der zauberhaften Mitternachtssonne interessieren, fahrt von Juni bis August. Wenn ihr lieber mit Steigeisen durchsichtige Eishöhlen erkunden und am Himmel die grünen Polarlichter ohne Touristenmassen beobachten möchtet, wählt lieber die Wintermonate von November bis März.

Wann ist die Hauptsaison für Tourismus auf Island?

Die absolute Hochsaison auf der Insel erreicht ihren Höhepunkt im warmen Juli und im August. Das Wetter ist in diesen Monaten am angenehmsten und alle Straßen, einschließlich der anspruchsvollen Bergstraßen, der F-Roads nach Landmannalaugar und Askja, sind zu dieser Zeit bereits vollständig geöffnet. Logischerweise zieht es die meisten ausländischen Touristen auf die Insel und die Preise für Mietwagen oder Gästehäuser befinden sich auf ihren absoluten sommerlichen Höchstständen.

Wann kann man Polarlichter in Island sehen?

Dank ausreichender Dunkelheit dauert die Polarlichtsaison von Ende August bis etwa Anfang April. Die absolut besten Monate zur Beobachtung sind jedoch November bis Februar, da die Tage am kürzesten sind und ihr wirklich lange Nachtstunden mit dunklem Himmel habt, um die Aurora in Ruhe über euch zu sehen, die Kälte auszuhalten und sie vom Stativ aus zu fotografieren.

Worauf sollte man in Island achten?

Das größte versteckte Risiko für Touristen ist ohne Zweifel das Wetter und der extrem starke Wind, der im Handumdrehen die geöffneten Türen des Mietwagens abreißen kann. Extrem vorsichtig solltet ihr auch am berühmten schwarzen Sandstrand Reynisfjara in der Nähe des Städtchens Vík sein. Dort treten sogenannte Sneaker Waves auf, also sehr tückische Wellen, die aus der Ferne unscheinbar wirken, aber eine enorme Kraft haben und euch problemlos in den eisigen Ozean ziehen können, wenn ihr die Warnampel nicht beachtet und nicht mindestens 30 Meter Abstand vom Wasser haltet.

Braucht man im Winter ein Auto mit Allradantrieb?

Hundertprozentig ja und macht hier keine Kompromisse. Von dem ungemütlichen November bis März sind die Straßen abseits der Hauptverkehrswege sehr oft vereist und voller verwehtem, festgefahrenem Schnee. Auch für euren inneren Seelenfrieden am Steuer ist es unvergleichlich besser, ein stärkeres und höheres Fahrzeug zu haben. In den warmen Sommermonaten kommt ihr auf der asphaltierten Ringstraße Nummer eins bequem auch mit einem klassischen Kleinwagen zurecht, aber denkt daran, dass ihr für die Einfahrt ins Hochland auf F-roads gesetzlich einen 4×4 benötigt, egal zu welcher Jahreszeit.

Welche Neuerungen wurden 2026 bei den Gebühren eingeführt?

Ab dem 1. Januar 2026 wurde von der isländischen Regierung eine sogenannte Kilometersteuer für alle Personenkraftwagen und kleinere SUVs eingeführt. Die Gebühr beträgt etwa 6,95 ISK pro gefahrenen Kilometer, die bei der Zahlung in der Autovermietung zusätzlich zum normalen Tagespreis für die Fahrzeugmiete aufgeschlagen wird. Diesen Betrag regeln die Autovermietungen dann meist entweder durch eine Tagespauschale von rund fünfzehnhundert ISK oder durch exakte Abrechnung bei Rückgabe der Schlüssel nach der Rückkehr am Flughafen.

Wann kann man die niedlichen Papageientaucher sehen?

Papageitaucher, diese bunten gefiederten Freunde, sind nicht das ganze Jahr über an Islands Klippen zu sehen, da sie den Winter auf dem offenen Meer verbringen. Sie kommen nur zum unbedingt notwendigen Brüten hierher, und zwar etwa von Ende April bis Mitte August, wobei die absoluten Höhepunkte zum Fotografieren die Monate Juni und Juli sind, wenn man an den Klippen von Látrabjarg und auf den Vestmannaeyjar-Inseln die Chance hat, Millionen dieser kleinen Schönheiten mit Fischen im Schnabel zu entdecken.

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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