Guimarães, Portugal: 13 Tipps, was du in der Wiege Portugals sehen musst

Wer an Nordportugal denkt, hat meistens sofort den berühmten Portwein und die melancholischen Gassen über dem Douro vor Augen. Wer aber das absolut Wesentliche dieses wunderschönen Landes sucht, sollte ein Stück weiter reisen – direkt ins historische Herz. Guimarães Portugal ist eine stolze, altehrwürdige und unglaublich fotogene Stadt, die zu Recht als Wiege der portugiesischen Nation gilt. Hier wurden die ersten Könige geboren, und von hier aus begann die Geschichte eines Landes, das einst die Welt entdeckte.

Die historische Altstadt von Guimarães ist UNESCO-Weltkulturerbe und besteht aus einem bezaubernden Labyrinth gepflasterter Gassen, mittelalterlicher Häuser und kleiner malerischer Plätze. Vergiss für eine Weile den Trubel großer Metropolen und lass dich von der Atmosphäre eines Ortes mitreißen, an dem aus jedem Stein tausendjährige Geschichte atmet. Pack festes Schuhwerk mit gutem Profil ein, denn das traditionelle Pflaster namens Calçada kann tückisch sein – und dann komm mit, die schönsten Ecken zu entdecken. Ich habe einen ausführlichen Reiseführer für dich zusammengestellt, damit du in dieser magischen Stadt nichts verpasst.

Guimarães Portugal – Blick auf die historische Altstadt
Foto: John Samuel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung

  • Wiege Portugals: Guimarães ist der Ort, an dem der erste portugiesische König Afonso Henriques geboren wurde und wo der unabhängige portugiesische Staat offiziell entstand.
  • Anreise aus Deutschland: Die Stadt liegt etwa eine Stunde mit dem Regionalzug von Porto entfernt – ideal für einen Tagesausflug von Porto aus, wohin Direktflüge z. B. ab Frankfurt oder München angeboten werden.
  • Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Auf keinen Fall verpassen solltest du das mittelalterliche Castelo de Guimarães und den monumentalen Paço dos Duques de Bragança.
  • Historisches Zentrum: UNESCO-Weltkulturerbe, voller mittelalterlicher Häuser, enger Gassen und romantischer kleiner Cafés mit Außenterrassen.
  • Seilbahn auf den Penha: Wer eine Pause von der Geschichte braucht, fährt mit der Seilbahn auf den bewaldeten Hügel Penha – mit riesigen Granitfelsen und einem herrlichen Panoramablick.
  • Kurtaxe: Rechne beim Übernachten mit einer Stadtsteuer von 3 Euro pro Person und Nacht, die das Hotel direkt beim Check-in einzieht.
  • Wetter im Norden: Nordportugal ist sehr grün – und das hat seinen Grund. Häufigere Niederschläge sind möglich, auch im Frühling. Pack lieber einen Regenschirm ein.
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Wann sollte man nach Guimarães fahren?

Die Frage nach dem Wetter ist für eine Reise in den Norden Portugals absolut entscheidend. Während der Süden des Landes oft unter extremer Sommerhitze leidet, wird der Norden stark vom Atlantik beeinflusst und ist deutlich feuchter. Von November bis März ziehen hier Ozeanfronten durch, und es kann mehrere Tage am Stück regnen. Die grünen Hügel rund um die Stadt sind kein Zufall – also ohne wasserdichte Jacke und guten Regenschirm solltest du die Wintermonate lieber meiden.

Die schönste Reisezeit ist zweifellos Frühling und Frühherbst. In Monaten wie Mai, Juni oder September liegen die Temperaturen angenehm zwischen 20 und 25 Grad – ideal für ganztägige Spaziergänge durch die Sehenswürdigkeiten. Die Morgen können etwas neblig sein, aber tagsüber genießt du reichlich Sonnenschein ohne brütende Hitze. Juli und August bieten zwar tolles, regenarmes Wetter, bringen aber auch die meisten Touristen und höhere Übernachtungspreise mit sich.

Wer in der Weinlesezeit (September bis Oktober) reist, erlebt eine wunderbare Atmosphäre. Ab Mitte Oktober muss man jedoch mit einem erhöhten Regenrisiko rechnen. Die Stadt hat zu jeder Jahreszeit ihren eigenen Charme – sogar im nebligen November, wenn sie eine leicht mystische Note bekommt. Es kommt ganz darauf an, ob du lieber in der Sonne auf Café-Terrassen sitzt oder romantisch durch die herbstliche Stadt schlenderst.

Wo übernachten in Guimarães?

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte buchen wir am liebsten über Booking.com – dort gibt es oft die besten Stornierungsbedingungen. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Guimarães bietet eine schöne Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten – von luxuriösen historischen Gebäuden bis hin zu kleineren Familienpensionen. Overtourism und die Wohnungskrise in Portugal haben die Regierung jedoch zum Handeln gezwungen: Seit Mai 2026 gelten strengere Regeln für kurzfristige Privatvermietungen. Das Angebot an klassischen Ferienwohnungen im historischen Zentrum ist kleiner geworden und die Preise sind gestiegen – weshalb Reisende heute häufiger auf traditionelle Hotels oder sogenannte Pousadas (historische Designhotels) ausweichen.

Für die Suche nach der idealen Unterkunft empfehle ich Booking.com, wo du ganz einfach Hotels in Fußnähe zur Altstadt filtern kannst. Vergiss nicht, dass in der Stadt eine Kurtaxe von 3 Euro pro Person und Nacht erhoben wird, die du beim Check-in an der Rezeption bezahlst (bar oder mit Karte). Eine ausgezeichnete Wahl ist zum Beispiel das elegante Hotel Toural, das geräumige Zimmer und eine tolle Lage direkt am gleichnamigen Platz bietet.

Wer etwas wirklich Außergewöhnliches erleben möchte, sollte sich die Pousada Mosteiro de Guimarães ansehen. Dieses Luxushotel entstand aus einem alten Augustinerkloster aus dem 12. Jahrhundert und bietet atemberaubende Ausblicke auf die Stadt, wunderschöne Gärten und erstklassigen Service. Eine weitere großartige Alternative mitten im historischen Zentrum ist die Casa do Juncal, ein kleineres Boutiquehotel, das historische Architektur mit modernem, sehr stilvollem Design verbindet.

13 Tipps, was du in Guimarães sehen und erleben kannst

Lass uns gemeinsam einen Blick auf das Beste werfen, was diese altehrwürdige Stadt zu bieten hat. Von rauen mittelalterlichen Burgmauern über prächtige Adelspaläste bis hin zu gemütlichen Plätzen, an denen frischer Kaffee und süßes Gebäck duften. Hol die Kamera raus – diese Stadt wirst du lieben.

1. Castelo de Guimarães (Die Burg)

Castelo de Guimarães – mittelalterliche Burg in Guimarães Portugal
Foto: John Samuel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Deine ersten Schritte sollten auf den kleinen Hügel über der Stadt führen, auf dem das Wahrzeichen der gesamten Region thront. Das Castelo de Guimarães ist eine robuste mittelalterliche Festung aus dem 10. Jahrhundert, die ursprünglich zum Schutz des hiesigen Klosters vor Überfällen der Mauren und Normannen diente. Das raue Granitbauwerk mit seinen mächtigen Zinnen und dem hohen zentralen Bergfried (Torre de Menagem) sieht genauso aus, wie man sich eine uneinnehmbare Ritterburg aus dem Märchen vorstellt.

Laut historischen Quellen wurde auf dieser Burg Anfang des 12. Jahrhunderts der erste portugiesische König Afonso Henriques geboren. Beim Spaziergang auf den alten Burgmauern eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf das gesamte historische Zentrum tief unter dir. Der Eintritt in das Burggelände und auf die Mauern ist oft frei zugänglich; für den Eintritt in den zentralen Turm mit seiner kleinen Ausstellung zur Geschichte musst du ein Ticket kaufen.

💡 Lokaler Tipp: Wenn du mehrere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung besuchen möchtest, frag an der Kasse nach einem Kombiticket. Häufig gibt es ein günstiges Ticket, das den Eintritt in die Burg und den benachbarten Herzogspalast kombiniert – so sparst du ein paar Euro.

2. Paço dos Duques de Bragança (Der Herzogspalast)

Paço dos Duques de Bragança – Herzogspalast in Guimarães
Foto: CEphoto, Uwe Aranas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Direkt unterhalb der Burg fällt sofort ein riesiges, höchst ungewöhnliches Gebäude mit Dutzenden Ziegelkaminen auf, die in den Himmel ragen. Dieser imposante Palast wurde im 15. Jahrhundert von Afonso, dem ersten Herzog von Bragança, als seine prunkvolle Residenz erbaut. Die Architektur ist stark vom nordeuropäischen Stil beeinflusst, den der Herzog auf seinen diplomatischen Reisen durch den alten Kontinent bewundert hatte.

Im Inneren erwartet dich ein faszinierender Gang durch die Geschichte. Der Rundgang führt durch riesige Säle mit Holzdecken, die an umgekehrte Schiffskiele erinnern. Die Wände schmücken beeindruckende Sammlungen von Waffen, antiken Möbeln und riesigen Gobelins, die die portugiesischen Feldzüge in Nordafrika detailliert festhalten. Die Atmosphäre im Palast ist düster und majestätisch – was den Eindruck der einstigen enormen Macht des Hauses Bragança noch verstärkt.

Vergiss auch nicht, einen Blick in den Innenhof zu werfen, der von gotischen Arkaden umgeben ist und eine unglaublich ruhige Wirkung hat. Der Eintritt kostet etwa 5 Euro und die Besichtigung nimmt rund eine bis eineinhalb Stunden in Anspruch – je nachdem, wie lange du dich an den historischen Wandteppichen verlierst.

3. Igreja de São Miguel do Castelo

Igreja de São Miguel do Castelo – romanische Kirche in Guimarães
Foto: John Samuel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zwischen Burg und Herzogspalast duckt sich eine kleine, unscheinbare romanische Kirche, die man bei einem flüchtigen Spaziergang leicht übersehen könnte. Das wäre jedoch ein großer Fehler. Die Igreja de São Miguel do Castelo ist historisch gesehen eine der bedeutendsten Sakralbauten ganz Portugals. Von außen wirkt sie sehr schlicht und nüchtern, doch ihre Bedeutung liegt in dem, was sich einst in ihrem Inneren ereignet hat.

Legende und historische Quellen besagen, dass genau in dieser kleinen Kirche König Afonso Henriques getauft wurde. Im Inneren findest du ein altes steinernes Taufbecken, von dem man glaubt, dass es für genau diesen Zweck genutzt wurde. Das Innere ist dunkel, nur von schmalen Fenstern beleuchtet, und der Boden besteht aus Dutzenden Grabsteinen mittelalterlicher Ritter und Adeliger.

Der Eintritt in dieses kleine Kirchlein ist kostenlos, und der Besuch dauert kaum mehr als ein paar Minuten. Es ist jedoch ein sehr eindringlicher Ort, an dem man die Tiefe der portugiesischen Geschichte wirklich spürt – und den Stolz, den die Einheimischen für ihren ersten Herrscher empfinden.

4. Largo da Oliveira – der schönste Platz der Altstadt

Largo da Oliveira – malerischer Platz in der Altstadt von Guimarães
Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wenn du vom Burghügel hinunter in die Altstadt spazierst, landest du auf einem der malerischsten Plätze, die du je gesehen hast. Der Largo da Oliveira ist das pulsierende Herz des historischen Zentrums und ein Ort, an dem Geschichte auf den entspannten Lebensstil der heutigen Portugiesen trifft. Der Platz ist rundum von wunderschönen alten Häusern mit typischen Holzbalkonen und schmalen Fenstern gesäumt.

Seinen Namen verdankt der Platz einem alten Olivenbaum (oliveira), der hier seit Jahrhunderten wächst. Die Legende besagt, dass der ursprüngliche Baum hier auf wundersame Weise Blätter trieb, um die Bedeutung dieses Ortes zu bezeugen. Heute ist der Platz voll mit Außenterrassen gemütlicher Cafés und Restaurants, wo man sich setzen, einen Kaffee oder ein Glas lokalen Wein bestellen und einfach das bunte Treiben beobachten kann.

Es ist der ideale Ort für eine kurze Pause nach der Burgbesichtigung. Die Preise in den Cafés am Platz sind zwar etwas höher als in den versteckten Seitengassen, aber der Blick auf die historische Kulisse ist die paar Cent Aufpreis absolut wert.

5. Padrão do Salado

Padrão do Salado – gotisches Monument auf dem Largo da Oliveira in Guimarães
Foto: John Samuel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Mitten auf dem Largo da Oliveira zieht sofort ein bemerkenswertes gotisches Monument alle Blicke auf sich. Das Padrão do Salado ist ein einzigartiges steinernes Heiligtum aus vier spitzen Bögen, unter denen ein altes Steinkreuz steht. Dieses Denkmal wurde im 14. Jahrhundert zu Ehren des Sieges portugiesischer und kastilischer Truppen über die Mauren in der entscheidenden Schlacht am Fluss Salado errichtet.

Es ist eines der meistfotografierten Denkmäler der Stadt und zugleich ein seltenes Beispiel portugiesischer Gotik in ihrer reinsten Form. Wenn du genauer hinschaust, entdeckst du feine Steinmetzarbeiten und alte Wappen, die das Gewölbe dieser offenen Kapelle schmücken. Das Denkmal steht seit Jahrhunderten hier und bildet ein perfektes Eingangsportal zur benachbarten Kirche.

💡 Lokaler Tipp: Die schönsten Fotos des Monuments gelingen früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn die untergehende Sonne den Granit in warme Goldtöne taucht und der Platz noch nicht von Touristengruppen bevölkert ist.

6. Igreja de Nossa Senhora da Oliveira

Igreja de Nossa Senhora da Oliveira – Kirche am Largo da Oliveira in Guimarães
Foto: John Samuel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Gleich hinter dem gotischen Denkmal erhebt sich die schöne Kirche Nossa Senhora da Oliveira, die den Platz dominiert. Diese Kirche hat eine sehr bewegte Geschichte: Ursprünglich stand hier ein Kloster, das bereits im 10. Jahrhundert gegründet wurde, aber die heutige Gestalt stammt überwiegend aus dem 14. Jahrhundert, aus der Regierungszeit von König João I. Er ließ die Kirche als Dank an die Jungfrau Maria für den Sieg in der Schlacht von Aljubarrota umbauen.

Das Äußere der Kirche schmückt ein schöner gotischer Glockenturm und ein reich verziertes Hauptportal. Im Inneren erwarten dich majestätische Räume mit prächtigen Silberaltären und kunstvoller Holzschnitzerei. Die Kirche ist der Jungfrau Maria von der Olive geweiht – ein Verweis auf die bereits erwähnte Legende des wundersamen Olivenbaums auf dem Platz davor.

Der Eintritt in das Hauptschiff der Kirche ist für die Öffentlichkeit kostenlos. Wer sakrale Architektur liebt, sollte sich die Zeit nehmen, die Seitenkapellen zu erkunden – dort verstecken sich wunderschöne Beispiele der traditionellen blau-weißen Kacheln, der Azulejos, die in keiner bedeutenden portugiesischen Kirche fehlen dürfen.

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7. Praça de São Tiago

Praça de São Tiago – romantischer kleiner Platz in der Altstadt von Guimarães
Foto: manuelfouce / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Nur wenige Schritte vom Largo da Oliveira entfernt, verbunden durch einen kurzen Durchgang unter alten Arkaden, liegt ein weiterer zauberhafter kleiner Platz. Die Praça de São Tiago ist meiner Meinung nach noch romantischer als ihr größerer Nachbar. Der Platz ist von altehrwürdigen Häusern mit überhängenden Obergeschossen umgeben, die sich so zueinander neigen, als würden sie sich Geheimnisse aus längst vergangenen Zeiten zuflüstern.

Der alten Überlieferung nach soll der Apostel Jakobus (São Tiago) auf diesen Platz eine Marienfigur gebracht haben – was den Ort zu einer bedeutenden Etappe für Pilger auf dem Weg ins spanische Santiago de Compostela machte. Heute trifft man hier zwar weniger Pilger, doch abends ist der Platz dank vieler kleiner Bars und Bistros voller Leben.

Ich empfehle dir, diesen Platz vor allem nach Einbruch der Dunkelheit zu besuchen, wenn sich die alten Laternen entzünden und ihr gedämpftes Licht von den glatten Pflastersteinen reflektiert wird. Die Atmosphäre ist hier absolut unvergesslich – bei einem Glas gutem portugiesischen Wein verliert man hier leicht das Zeitgefühl.

8. Spaziergang durch die Rua de Santa Maria

Wer echtes Mittelalter erleben möchte, muss durch die Rua de Santa Maria schlendern. Sie ist eine der ältesten Straßen der Stadt und verband bereits im 12. Jahrhundert den Burgkomplex auf dem Hügel mit dem Kloster unten. Heute ist sie eine wunderschöne Fußgängerzone, gesäumt von schmalen Steinhäusern, von denen viele gut erhaltene Renaissance- und Barockfassaden vorweisen.

Beim Schlendern lohnt es sich, den Blick nach oben zu richten. Du entdeckst wunderschöne schmiedeeiserne Balkone voller Blumen, alte in Stein gemeißelte Wappen und Holzfensterläden, die Jahrhunderte überdauert haben. Die Straße beherbergt außerdem viele kleine Läden mit lokalen Kunsthandwerksarbeiten, Galerien und gemütliche Bäckereien, aus denen der Duft von Zimt und frischem Gebäck strömt.

In der Mitte der Straße stößt du auf das schöne Kloster Convento de Santa Clara, in dem heute das Rathaus untergebracht ist. Nimm dir Zeit, die Fassadendetails zu bewundern – diese Straße ist wie ein lebendiges Freilichtmuseum, das dich perfekt in die Zeit versetzt, als portugiesische Ritter über dieses Pflaster zogen.

9. Mit der Seilbahn auf den Penha (Teleférico de Guimarães)

Wenn du das Schlendern durch historische Gassen satt hast und die Umgebung wechseln möchtest, begib dich an den Stadtrand zur Talstation der Seilbahn. Das Teleférico de Guimarães bringt dich in wenigen Minuten rund 400 Höhenmeter auf den bewaldeten Hügel Penha, der sich hoch über der Stadt erhebt. Die Seilbahnfahrt selbst bietet schon tolle Ausblicke und gibt deinen Füßen eine willkommene Pause.

Oben erwartet dich eine völlig andere Welt. Das Gelände des Santuário da Penha ist ein weitläufiger Naturpark voller riesiger Granitfelsen, versteckter Höhlen und schattiger Wanderwege. Mitten darin steht ein modernes Heiligtum, das der Jungfrau Maria von Penha geweiht ist und ein bedeutender Wallfahrtsort ist. Dazu gibt es Picknickplätze, kleine Cafés und unzählige ruhige Ecken für einen entspannten Spaziergang in der Natur.

Das eigentliche Highlight ist jedoch das absolut atemberaubende Panorama. Von den Aussichtsplattformen siehst du ganz Guimarães wie auf einem Silbertablett, und bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Meer. Eine Hin- und Rückfahrt mit der Seilbahn kostet rund 7 Euro, und für den Ausflug solltest du mindestens zwei Stunden einplanen.

10. Largo do Toural und die berühmte Inschrift

Largo do Toural mit der Inschrift Aqui nasceu Portugal in Guimarães
Foto: CEphoto, Uwe Aranas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Largo do Toural ist der größte und wichtigste Platz im neueren Teil des Stadtzentrums. In der Vergangenheit diente er als Viehmarkt und war Schauplatz von Stierkämpfen; heute ist er ein elegantes und weitläufiges Areal, das von Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit einheitlichen Fassaden und schönen schmiedeeisernen Balkonen gesäumt wird. Der Platz bildet die gedachte Grenze zwischen der mittelalterlichen Altstadt und der neueren Bebauung.

Am Rand dieses Platzes, an den Überresten der alten Stadtmauer des Torre da Alfândega, findest du das meistfotografierte Motiv der ganzen Stadt. Die riesige weiße Aufschrift „Aqui nasceu Portugal“ (Hier wurde Portugal geboren) verkündet der Welt den Stolz der Einheimischen auf ihre Geschichte. Sich mit dieser Inschrift zu fotografieren ist für jeden Besucher nahezu Pflicht.

Der Platz ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für einen Einkaufsbummel oder einen morgendlichen Kaffee in einer der lokalen Pastelarías (Konditoreien). Achte auch auf das schöne gemusterte Pflaster aus schwarzen und weißen Steinen, das auf dem Boden interessante geometrische Muster bildet.

11. Museu de Alberto Sampaio

Wer Kunst und Geschichte liebt, darf das Museu de Alberto Sampaio nicht verpassen. Es ist direkt in den Gebäuden des ehemaligen Klosters bei der Kirche Nossa Senhora da Oliveira untergebracht und beherbergt eine der besten Sammlungen sakraler Kunst in ganz Nordportugal. Das Museum wurde bereits in den 1920er Jahren gegründet.

Die Ausstellung führt durch alte Kreuzgänge, in denen man einzigartige Silberkelche, Reliquiare, alte Skulpturen und prächtige liturgische Gewänder aus Gold- und Silberstickerei bewundern kann. Das wertvollste Exponat ist ein silbernes Prozessionskreuz, das König João I. der Stadt nach der Schlacht von Aljubarrota schenkte – sowie eine Tunika, die der König angeblich in dieser Schlacht trug.

Das Museum ist sehr ruhig und liebevoll gestaltet. Der Eintritt kostet rund 3 Euro und die Besichtigung gibt dir einen tiefen Einblick in den religiösen und kulturellen Reichtum dieser Region über die Jahrhunderte hinweg.

12. Convento de Santo António dos Capuchos

Etwas abseits der großen Touristenströme, etwa 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt, verbirgt sich ein echter Geheimtipp – das ehemalige Kapuzinerkloster Convento de Santo António dos Capuchos. Dieses Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert wurde kürzlich behutsam renoviert und dient heute teils als Museum, teils als Krankenhaus. Von außen wirkt es unscheinbar, doch im Inneren erwartet dich eine echte Überraschung.

Das größte Highlight sind die wunderschönen Innenhöfe und Gänge, die reich mit traditionellen blau-weißen Azulejos aus dem 18. Jahrhundert geschmückt sind. Die Kacheln zeigen Szenen aus dem Leben des Heiligen Antonius und befinden sich in einem absolut perfekten Zustand. Es ist ein unglaublich stiller und friedlicher Ort, zu dem sich nur wenige Touristen verirren.

Bei der Besichtigung kann man auch einen Blick in die historischen Klosterzellen und die alte Sakristei werfen. Wer dem Sommertreiben entfliehen möchte und portugiesische Keramik liebt, wird dieses Kloster als absoluten Geheimtipp in Erinnerung behalten.

13. Lokale Küche und Wein probieren

Ein Besuch in Nordportugal wäre ohne die Erkundung der lokalen Aromen nicht vollständig. Die Region Minho, in der die Stadt liegt, ist die Heimat des berühmten Vinho Verde (grüner Wein). Lass dich vom Namen nicht täuschen – der Wein ist nicht grün in der Farbe, sondern im Alter. Es handelt sich um einen jungen, leicht prickelnden, sehr erfrischenden und leicht säuerlichen Wein, der gut gekühlt getrunken wird und sich an warmen Sommertagen als absolut perfekte Begleitung erweist.

Obwohl Nordportugal für seine deftigen Fleischgerichte bekannt ist, findest du auch tolle Optionen, wenn du lieber fleischlos isst. Probiere hervorragende lokale Käsesorten, Oliven oder die traditionelle Suppe Caldo Verde – bitte den Kellner einfach, die Scheibe Chouriço-Wurst wegzulassen, die normalerweise als Garnierung hinzukommt. Zum Wein lassen sich auch verschiedene vegetarische Tapas bestellen, etwa gegrillte Paprika oder frittierte Käsekroketten.

💡 Lokaler Tipp: Lass unbedingt Platz für den Nachtisch! Die Stadt ist für ihre Klosterspezialitäten berühmt. Probiere Tortas de Guimarães (Blätterteig gefüllt mit Mandeln und Kürbiskonfitüre) oder das unglaublich süße Dessert Toucinho do Céu (wörtlich „Speck aus dem Himmel“ – keine Sorge, es ist ein reichhaltiger Kuchen aus Eigelb, Zucker und Mandeln, ganz ohne Fleisch). Geh einfach in eine beliebige Pastelaria am Platz und gönne dir den süßen Abschluss deiner Entdeckungstour.

Wohin weiter von Guimarães?

Wer mehr Zeit im Norden Portugals hat, findet gleich mehrere tolle Möglichkeiten, weiterzureisen. Die Region ist unglaublich reich an Geschichte und Naturschönheiten, und dank der guten Infrastruktur ist alles sehr bequem erreichbar.

  • Porto: Das Granitherz des Nordens und Heimat des Portweins ist ein absolutes Muss. Mit dem Zug bist du in einer Stunde dort und kannst die ikonische Dom-Luís-I-Brücke bewundern, mit dem Boot über den Douro schippern oder dich in den Gassen des Viertels Ribeira verlieren. Während Lissabon sonnig und großartig ist, hat Porto eine rauere, melancholischere Atmosphäre, die man einfach liebt.
  • Braga: Nur einen Katzensprung nördlich liegt das sogenannte „portugiesische Rom“. Braga ist eine Stadt voller Studenten und Kirchen, und das größte Highlight ist der monumentale Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte mit seiner atemberaubenden barocken Treppenanlage. Guimarães und Braga lassen sich sogar an einem sehr vollgepackten Tag kombinieren.
  • Douro-Tal: Wer Wein und Natur liebt, fährt von Porto mit dem Zug ins Douro-Tal. Die terrassierten Weinberge, die steil zum Fluss abfallen, sind UNESCO-Weltkulturerbe und bilden eine der dramatischsten Weinlandschaften der Welt.
  • Aveiro: Auf dem Weg zurück in den Süden lohnt sich ein Stopp in Aveiro, dem „portugiesischen Venedig“. Die Stadt ist von Kanälen durchzogen, auf denen bunte Moliceiro-Boote fahren, und bekannt für die hübschen gestreiften Häuschen am nahe gelegenen Strand Costa Nova.
  • Nazaré: Liebst du Meer und wilde Natur? Dann fahre nach Nazaré, dem Fischerdorf, das durch die größten Wellen der Welt berühmt wurde – auf denen die kühnsten Surfer des Planeten reiten.

Interessierst du dich eher für Zentralportugal und romantische Burgen? Dann lies unseren Artikel darüber, was es in Sintra zu sehen gibt, oder stöber in unserem großen Lissabon-Reiseführer, in dem du alle praktischen Tipps für einen Besuch der Hauptstadt findest.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein Besuch in Guimarães?

Für eine entspannte Besichtigung der gesamten historischen Altstadt, der Burg, des Herzogspalastes und einen eventuellen Ausflug mit der Seilbahn auf den Berg Penha reicht euch ein ganzer Tag. Die Stadt ist recht kompakt und alle wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen in bequemer Gehweite voneinander. Wenn ihr es nicht eilig habt, empfehle ich, eine Nacht zu bleiben und die zauberhafte Abendatmosphäre zu genießen.

Wie kommt man von Porto in die Stadt?

Die Anreise ist unglaublich einfach und günstig. Vom Bahnhof São Bento in Porto fahren regelmäßige Vorortzüge (Urbanos) direkt zum Hauptbahnhof in Guimarães. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und zehn Minuten und ein einfaches Ticket kostet nur etwas über 3 Euro. Der Bahnhof ist von der historischen Altstadt etwa 15 Minuten angenehmen Fußmarsch entfernt.

Ist die Stadt sehr hügelig?

Das hängt davon ab, wo genau ihr euch bewegt. Die historische Altstadt selbst (rund um die Plätze Largo da Oliveira und Largo do Toural) ist relativ flach und sehr gut begehbar. Ein leichter Anstieg erwartet euch nur auf dem Weg vom Zentrum hinauf zur Burg Castelo de Guimarães und zum Palast der Herzöge von Bragança. Nehmt aber unbedingt bequeme Schuhe mit, wegen des alten Kopfsteinpflasters.

Muss man Eintritt für die Sehenswürdigkeiten zahlen?

Ja, für die wichtigsten historischen Gebäude wird Eintritt verlangt. Der Eintritt in den Herzogspalast kostet rund 5 Euro, der Eintritt in den Hauptturm der Burg etwa 2 Euro. Es lohnt sich sehr, ein Kombiticket zu kaufen, das in der Regel die Burg, den Palast und das nahe gelegene Museum Alberto Sampaio abdeckt, womit ihr spart. Der Eintritt in alle Kirchen im Zentrum und der Spaziergang über die Plätze sind selbstverständlich kostenlos.

Wann sind die wenigsten Touristen in der Stadt?

Wenn ihr leere Gassen genießen und schöne Fotos ohne Menschenmassen machen möchtet, brecht früh am Morgen auf, idealerweise vor 9:30 Uhr, bevor die ersten organisierten Busreisen aus Porto eintreffen. Eine weitere großartige Zeit ist der späte Nachmittag und Abend, wenn die Tagestouristen zurück in ihre Hotels an der Küste fahren und die Stadt eine intimere, lokale Atmosphäre bekommt.

Was ist Vinho Verde?

Vinho Verde (grüner Wein) ist ein typischer Wein für den Norden Portugals. Der Name bezieht sich nicht auf die Farbe, sondern auf die Tatsache, dass er sehr jung getrunken wird. Es ist ein leichter, leicht perlender, sehr erfrischender und eher trockener Wein mit geringerem Alkoholgehalt (meist um die 8-10 %). Am häufigsten begegnet euch weißer Vinho Verde, der absolut ideal für gemütliche Stunden im sommerlichen Gartenlokal ist.

Lässt sich ein Besuch in Guimarães mit Braga an einem Tag verbinden?

Ja, viele Reisende machen es so, aber ihr müsst mit einem sehr vollgepackten Programm rechnen. Zwischen beiden Städten gibt es eine recht häufige Busverbindung (die Fahrt dauert etwa 40 Minuten). Ich empfehle, morgens in Guimarães zu beginnen, die Burg und das Zentrum zu besichtigen, und nach dem Mittagessen nach Braga zu fahren, um das Kloster Bom Jesus do Monte zu besichtigen.

Eignet sich das Reiseziel für Reisen mit Kindern?

Auf jeden Fall! Die Kinder werden von der Erkundung der mittelalterlichen Burg begeistert sein, und ein großes Erlebnis ist für sie sicher auch die Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Penha, wo sie zwischen riesigen Felsbrocken im Wald herumlaufen können. Das Zentrum ist zudem größtenteils eine autofreie Fußgängerzone, sodass die Bewegung durch die Stadt sehr sicher ist. Mit dem Kinderwagen müsst ihr nur mit dem Rumpeln auf dem Kopfsteinpflaster rechnen.

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