Kennst du das Gefühl, wenn du an Portugal denkst und nur endlose Sandstrände oder die bunten Gassen Lissabons vor Augen hast? Vergiss das für einen Moment, denn ich nehme dich mit in eine völlig andere Welt. Serra da Estrela Portugal ist das höchste Gebirge des portugiesischen Festlands und bietet eine Landschaft, die dir schlicht den Atem verschlägt. Hier findest du majestätische Granitfelsen, tiefe Gletschertäler und einzigartige Bergdörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Wer dem Trubel der Küste entfliehen möchte und unberührte Natur liebt, hat hier sein perfektes nächstes Reiseziel gefunden. Das Gebirge liegt im Zentrum Portugals, und sein Name bedeutet übersetzt „Sternengebirge“ – was zu diesem magischen Ort einfach perfekt passt. Du kannst dich auf kristallklare Seen, endlose Wanderwege und – ganz überraschend – auf das einzige Skigebiet des ganzen Landes freuen.
Die Region wurde zum Naturpark erklärt und ist in den letzten Jahren zu einem äußerst beliebten Ziel für Roadtrip-Fans geworden. Die Straßen schlängeln sich in engen Serpentinen und hinter jeder Kurve wartet ein Ausblick, den du sofort fotografieren möchtest. Sei aber auf unbeständiges Wetter vorbereitet – die Temperatur kann sich hier innerhalb weniger Minuten drastisch ändern.
In diesem Artikel findest du zwölf konkrete Tipps, was du in Serra da Estrela sehen und erleben kannst. Ich erkläre dir, wo du am besten übernachtest, damit du keine Stunden im Auto verbringen musst, und wann der ideale Reisezeitpunkt ist. Du wirst selbst sehen, dass dieses Bergabenteuer zu den absoluten Highlights deiner Portugal-Reise gehören wird.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Höchster Punkt: Der Gipfel Torre misst 1.993 Meter – ein König ließ dort einen sieben Meter hohen Turm errichten, damit die Gesamthöhe auf glatte zwei Kilometer kommt.
- Einzigartiges Skifahren: Im Winter kannst du im Skigebiet Estância de Esqui fahren – eine absolute Rarität für Portugal.
- Kulinarisches Highlight: Der lokale Käse Queijo Serra da Estrela ist eine echte Legende und wird in die ganze Welt exportiert.
- Natürliches Unikat: Das Gletschertal Zêzere bietet 13 Kilometer atemberaubender Ausblicke, die eher an die Alpen erinnern.
- Mysteriöser See: Covão dos Conchos sieht aus wie ein Portal in eine andere Welt – in Wirklichkeit ist es ein genielles Ingenieurswerk.
- Baden: Im Sommer kannst du dich an wunderschönen Flussstränden erfrischen, zum Beispiel in der Gemeinde Loriga.
- Wie viel Zeit brauchst du: Plane mindestens zwei bis drei volle Tage ein, um die wichtigsten Highlights zu erkunden.
Wann am besten nach Serra da Estrela reisen
Die Reiseplanung ins Sternengebirge erfordert etwas Überlegung, denn das Wetter spielt hier eine zentrale Rolle und jede Jahreszeit bietet völlig unterschiedliche Erlebnisse. Während an der Küste im Sommer die Temperaturen an die 40 Grad klettern, findest du hier oben eine angenehme Zuflucht vor der Hitze.
Wer wandern und Bergseen entdecken möchte, sollte zwischen Mai und Oktober reisen. Der Frühling ist ideal für blühende Natur und volle Wasserfälle, September und Oktober punkten mit stabilem Wetter und wunderbaren Herbstfarben. Im Sommer sind die Temperaturen am höchsten, aber auch einheimische Touristen, die aus den heißen Städten fliehen, strömen dann hierher.
Die Wintermonate von Dezember bis März hüllen das Gebirge in ein weißes Kleid. Für Portugiesen ist das ein riesiges Ereignis, denn Schnee ist hier eine absolute Seltenheit. An Wochenenden bilden sich auf den Zufahrtsstraßen enorme Staus – voller Familien, die Schneemänner bauen wollen. Wer das verschneite Portugal ohne Stress erleben möchte, sollte seinen Besuch strikt auf Wochentage legen und warme Kleidung einpacken.
💡 Tipp: Im Winter solltest du vorsichtshalber immer Schneeketten im Auto haben, da die Polizei ohne diese den Zugang zu höheren Lagen komplett sperren kann. Die Straßen werden zwar geräumt, aber Bergschneestürme können selbst erfahrene Fahrer überraschen.
Wo übernachten in Serra da Estrela
💡 Tipp zu Unterkunft und Aktivitäten: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo meist die besten Stornobedingungen zu finden sind. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.
Die Wahl der richtigen Basis ist für die Erkundung des Parks absolut entscheidend, denn die Bergstraßen sind eng und kurvenreich. Das Angebot an hochwertigen Unterkünften hat sich zuletzt deutlich verbessert und ist heute so vielfältig wie nie zuvor. Statt klassischer Apartments empfehle ich, traditionelle Berghotels auszuprobieren, die oft beheizte Pools mit Panoramablick bieten.
Die beste strategische Lage bietet das Städtchen Manteigas, das direkt im Herzen des Gletschertals liegt. Von hier aus ist es nicht weit zu allen wichtigen Wanderwegen und Wasserfällen. Wer ein luxuriöseres Erlebnis sucht, bucht im ikonischen Hotel Casa das Penhas Douradas, das mit herrlichem Wellness und fantastischen Frühstücken aus lokalen Zutaten überzeugt. Eine teurere Option, aber die Ruhe mitten in der Natur macht sie definitiv lohnenswert.
Eine weitere großartige Wahl ist die historische Stadt Covilhã am Fuß der Berge, die die komplette städtische Infrastruktur bietet – große Supermärkte und ausgezeichnete Restaurants inklusive. Ein besonderes Erlebnis bietet die Pousada Serra da Estrela, ein Luxushotel in einem ehemaligen Sanatorium mit atemberaubendem Blick ins Tal. Buche deine Unterkunft immer rechtzeitig im Voraus über Booking, denn in der Hochsaison sind die Kapazitäten schnell ausgebucht.
Das Budget für einen Bergaufenthalt hängt von deinen Ansprüchen ab. Für ein schönes Doppelzimmer in einem guten Berghotel mit Wellness zahlst du rund 120 bis 180 Euro pro Nacht. Rustikale Apartments in kleinen Dörfern sind für etwa 70 bis 100 Euro zu haben – in den Wintermonaten und in den Ferien steigen die Preise naturgemäß etwas an.
12 Sehenswürdigkeiten & Tipps für Serra da Estrela
Lass uns gemeinsam das Beste entdecken, was dieser Naturpark zu bieten hat. Wir erkunden nicht nur die ikonischen Gipfel und geheimnisvollen Seen, sondern auch versteckte Dörfer und lokale Traditionen. Pack bequeme Wanderschuhe ein und mach dich bereit für unvergessliche Ausblicke.
1. Torre – Der höchste Gipfel Portugals

Das Gebirge wirkt zwar sehr majestätisch, doch der höchste Punkt Torre misst von Natur aus nur 1.993 Meter über dem Meeresspiegel. König João VI. wollte sich mit dieser Zahl zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht zufriedengeben und ließ auf dem Gipfel einen sieben Meter hohen Steinturm errichten, damit die Gesamthöhe die magischen 2.000 Meter erreicht. Dieser Punkt ist das absolute Herzstück des gesamten Gebirges und darf auf keiner Reise fehlen.
Viele Besucher sind überrascht, dass man den Gipfel bequem mit dem Auto erreichen kann. Rund um den Turm gibt es sogar einen Kreisverkehr und einen großen Parkplatz. Das wirkt vielleicht etwas kommerziell, macht den Ort aber für jeden zugänglich – unabhängig von der körperlichen Fitness.
Direkt am Gipfel findest du mehrere Souvenirläden mit lokalen Spezialitäten. Du kannst dort den berühmten Käse kaufen, warme Wolldecken erstehen oder einen lokalen Schnaps probieren. Bei klarem Wetter sind die Ausblicke vom Torre schlicht überwältigend – du kannst bis ins benachbarte Spanien schauen.
2. Estância de Esqui – Skifahren in Portugal

Skifahren in Portugal klingt wie ein schlechter Witz – ist hier aber absolute Realität. Direkt unterhalb des Gipfels Torre liegt das einzige Skigebiet des Landes, das tausende begeisterte Einheimische und neugierige Touristen anzieht. Erwarte keine riesige Alpen-Arena: Das Gebiet ist kompakt mit wenigen Pisten, aber die Atmosphäre ist unvergesslich.
Das Skigebiet ist mit modernen Schneekanonen ausgestattet, sodass auch bei wenig Naturschnee auf den Pisten genug Kunstschnee liegt. Es gibt Lifte und Sessellifte, und die Pisten sind ideal für Anfänger und fortgeschrittene Skifahrer. Ein Tagesticket kostet rund 35 Euro – ein sehr fairer Preis im Vergleich zu alpinen Resorts.
Wer keine eigene Ausrüstung dabei hat, muss sich keine Sorgen machen. Direkt vor Ort gibt es eine gut ausgestattete Ski- und Snowboardverleih, außerdem werden Unterrichtsstunden mit Instruktoren angeboten. Selbst wenn du kein erfahrener Skifahrer bist, lohnt sich ein Besuch – allein schon für das besondere Gefühl, in der Sonne Portugals auf Schnee zu gleiten.
3. Gletschertal Zêzere – Serra da Estrela wandern
Das Vale Glaciar do Zêzere ist ohne Übertreibung eines der größten Naturwunder Europas. Dieses perfekt U-förmige Tal entstand vor mehr als 20.000 Jahren durch einen gewaltigen Gletscher. Es erstreckt sich über 13 Kilometer vom Gipfel Torre bis zum Städtchen Manteigas und bietet Panoramen, die wirklich den Atem verschlagen.
Der schönste Weg, das Tal zu erkunden, ist eine Fahrt auf der Straße N338, die es vollständig durchquert. Die Route schlängelt sich am Fluss Zêzere entlang, während zu beiden Seiten steile Granitwände mit üppiger Vegetation aufragen. An vielen Stellen gibt es gesicherte Aussichtspunkte, an denen du gefahrlos anhalten und die Schönheit der Landschaft auf dich wirken lassen kannst.
Für aktive Reisende empfehle ich, einen Teil des Tals zu Fuß auf dem markierten Wanderweg zu erkunden. Unterwegs siehst du traditionelle Steinhirttenhütten und begegnest vielleicht sogar Herden von Bergschafen. Ein sehr entspanntes und fotogenes Erlebnis, das dir die wahre Kraft der Naturgewalten vor Augen führt.
4. Der berühmte Käse Queijo Serra da Estrela

In der Kulinarik dieser Berge gibt es einen klaren König: den Queijo Serra da Estrela. Es handelt sich um ein geschütztes traditionelles Produkt, das ausschließlich aus der Milch lokaler Schafrassen hergestellt wird. Interessant: Zur Gerinnung wird kein tierisches Lab verwendet, sondern ein Extrakt aus der Blüte der wilden Distel – das verleiht ihm seinen völlig einzigartigen Geschmack.
Die Rinde ist fest, aber das Innere ist so cremig und weich, dass man keine Scheiben schneiden kann. Einheimische genießen ihn so, dass sie die obere Rinde wie einen Deckel abschneiden und den Inhalt mit einem Löffel auf frisches Brot streichen. Eine absolute Köstlichkeit, die jeder Käseliebhaber probieren muss.
In Läden und auf Märkten der umliegenden Dörfer findest du ihn an jeder Ecke. Ein ganzer Laib kostet je nach Größe und Reife etwa 20 bis 30 Euro. Häufig wird er auch zusammen mit süßer Kürbismarmelade serviert, die seinen intensiven, leicht würzigen Geschmack wunderbar ausbalanciert.
5. Das idyllische Städtchen Manteigas und die Schafwolle
Manteigas ist wahrscheinlich der malerischste Ort im gesamten Gebirge. Es liegt ganz unten im Gletschertal und wirkt wie eine perfekte Oase der Ruhe. Enge Kopfsteinpflastergassen, weiße Häuser mit roten Dächern und das allgegenwärtige Plätschern von Wasser machen es zum idealen Ort für einen Nachmittagsbummel und einen guten Kaffee.
Das Städtchen ist historisch für die Verarbeitung von Schafwolle und die Herstellung des traditionellen Stoffs namens Burel bekannt. Früher trugen Hirten daraus schwere, wasserdichte Mäntel – heute erlebt das Material eine große Renaissance. Du kannst die Burel Factory besuchen, wo du historische Webstühle in Aktion siehst und den gesamten Produktionsprozess kennenlernst.
Im angeschlossenen Designshop kannst du wunderschöne Wollprodukte kaufen – von bunten Decken und Kissen bis hin zu eleganten Rucksäcken und Mänteln. Das ist ein perfektes und sinnvolles Souvenir, mit dem du gleichzeitig lokale portugiesische Produktion und alte Handwerkskunst unterstützt.
6. Das historische Dorf Linhares da Beira
Wer Geschichte liebt, darf Linhares da Beira keinesfalls auslassen. Dieses Dörfchen gehört zum Netzwerk der sogenannten Historischen Dörfer Portugals und atmet auf Schritt und Tritt mittelalterliche Atmosphäre. Verwinkelte Gassen werden von alten Steinhäusern gesäumt, und überall stößt man auf interessante architektonische Details.
Das prägende Wahrzeichen ist die mächtige Burg aus dem 12. Jahrhundert, die auf einem Hügel über dem Dorf thront. Der Zugang ist kostenlos, und der Blick von den Burgmauern auf die umliegenden Ebenen ist einfach fantastisch. Besonders beim Sonnenuntergang bekommen die alten Steine einen wunderschönen goldenen Schimmer – ein Paradies für Fotografen.
Das Dorf ist heute auch als eines der besten Paragliding-Ziele Europas bekannt. Dank spezifischer Thermikströmungen finden hier regelmäßig internationale Wettkämpfe statt, und über der Burg sieht man oft Dutzende bunter Gleitschirme. Schon das bloße Zuschauen von unten ist ein tolles Schauspiel.
7. Buchenwald und der Wanderweg Rota das Faias
Die Natur im Estrela-Gebirge besteht nicht nur aus kahlen Felsen und Grasland. Unweit von Manteigas liegt ein echtes Unikat: ein dichter Buchenwald. Hier wurde der Wanderweg Rota das Faias angelegt, der zu den schönsten kurzen Trekkingtouren der Region zählt und für jeden problemlos machbar ist.
Die Route ist knapp sechs Kilometer lang und führt durch schattige Wälder, die im Sommer perfekten Schutz vor der Sonne bieten. Den größten Zauber entfaltet dieser Ort aber im Herbst, wenn sich die Blätter in unglaubliche Gelb-, Orange- und Rottöne verwandeln. Man fühlt sich dabei eher wie in Kanada als im Süden Europas.
Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und führt über weichen Waldboden. Unterwegs passierst du die kleine Kapelle São Lourenço, von der aus sich ein schöner Blick ins Tal öffnet. Vergiss nicht, ausreichend Wasser mitzunehmen – unterwegs gibt es weder Quellen noch Imbissstände.
8. Wasserfall Poço do Inferno – der „Höllenkessel“
Der Name klingt furchteinflößend – „Höllenkessel“ – doch die Realität ist absolut märchenhaft. Es handelt sich um einen zehn Meter hohen Wasserfall, versteckt in einer tiefen, engen Schlucht, zu der eine malerische Serpentinenstraße führt. Er gehört zu den beliebtesten Stationen für alle Parkbesucher.
Das Wasser des Baches Leandres stürzt in ein dunkles Becken, das von rauen Felsen umgeben ist. Die Umgebung ist dank der ständigen Feuchtigkeit unglaublich frisch und grün. Wer abgehärtet genug ist, kann im Becken schwimmen – aber sei gewarnt: Das Wasser ist selbst in den heißesten Sommermonaten buchstäblich eiskalt.
Rund um den Wasserfall führt auch ein sehr angenehmer Wanderweg von etwa zweieinhalb Kilometern Länge. Er ist etwas anspruchsvoller im Höhenunterschied und erfordert gelegentlich das Überklettern von Steinen, aber er bietet dir den Wasserfall aus verschiedenen Blickwinkeln. Wer früh morgens aufbricht, hat gute Chancen, das Ganze ganz für sich allein zu genießen.
💡 Tipp: Am meisten Wasser führt der Fall im Frühling nach der Schneeschmelze. Ende des trockenen Sommers kann es passieren, dass nur ein kleines Rinnsal übrig bleibt – plane deinen Besuch also entsprechend.
9. Der mysteriöse See Covão dos Conchos
Dieses Bild ging durchs Internet und wurde zur viralen Sensation. Covão dos Conchos sieht auf den ersten Blick wie ein geheimnisvolles Portal aus, das Wasser in die Tiefen der Erde saugt. Mitten in einem ruhigen Bergsee befindet sich plötzlich eine kreisrunde Öffnung mit einem Durchmesser von fast 50 Metern, in die die Wasseroberfläche mit einem Rauschen hineinfällt.
In Wirklichkeit ist das kein Naturwunder, sondern ein genielles Ingenieurswerk aus den 1950er-Jahren. Es handelt sich um einen Überlauftunnel, der Wasser aus diesem See durch eine unterirdische Leitung zum nahegelegenen Stausee Lagoa Comprida leitet. Der Tunnel ist über eineinhalb Kilometer lang, und die Überlaufkante ist im Laufe der Zeit mit Moos bewachsen – das verleiht ihr diesen magischen Anblick.
Zum See führt keine Straße – du musst zu Fuß hinwandern. Der Weg beginnt am Stausee Lagoa Comprida und ist etwa viereinhalb Kilometer lang (einfache Strecke). Das Gelände ist ziemlich steinig und leicht hügelig – festes Schuhwerk ist Pflicht. Als Belohnung wartet ein Anblick, den du nirgendwo sonst auf der Welt findest.
10. Baden am Flussstrand in Loriga
Portugal ist voll von sogenannten Flussstränden, aber die Praia Fluvial de Loriga ist ein echtes Unikat. Sie liegt in einem wunderschönen Tal, das von terrassierten Feldern umgeben ist, und bietet die perfekte Erfrischung an heißen Sommertagen. Es handelt sich um eine Reihe natürlicher Becken, verbunden durch kleine Wasserfälle, die von kristallklarem Schmelzwasser gespeist werden.
Der Strand ist von einer grünen Wiese umgeben und bietet saubere Toiletten sowie einen kleinen Kiosk mit Erfrischungen. Das Ort ist im Sommer bei Familien sehr beliebt – wenn du dir einen guten Platz auf der Decke sichern möchtest, komme am besten schon am Vormittag.
Das Wasser in den Becken ist wunderschön klar, aber eine echte Herausforderung für Hartgesottene. Selbst im August liegen die Wassertemperaturen nur um die 15 Grad. Wer aber den Mut aufbringt und sich hineinwirft, erlebt einen unglaublichen Energieschub und die perfekte Erfrischung.
11. Der beeindruckende Stausee Lagoa Comprida
Der Lagoa Comprida ist der größte See im gesamten Gebirge und dient als riesiger Wasserspeicher für die Region. Dieser weitläufige Wasserkraftstausee wurde auf über 1.600 Metern Höhe angelegt und bietet atemberaubende Ausblicke auf die dunkle Wasseroberfläche, in der sich die umliegenden Granitgipfel spiegeln.
Direkt am Damm findest du einen großen Parkplatz und einige kleinere Läden mit Regionalprodukten, wo du hervorragendes lokales Brot und Käse kaufen kannst. Viele Touristen starten hier ihre Wanderungen, denn vom Damm aus führen mehrere sehr beliebte Wanderwege – darunter der bereits erwähnte Weg zum See Covão dos Conchos.
Ein Spaziergang über den langen Betondamm ist an sich schon ein tolles Erlebnis. Es weht ein sehr starker Wind, sodass du selbst im Sommer eine leichte Jacke oder einen Pullover schätzen wirst. Das Wasser des Sees ist wegen seiner Tiefe dunkelblau bis schwarz – Baden ist hier aus Sicherheitsgründen streng verboten.
12. Sternbeobachtung unter dem dunklen Nachthimmel
Das Gebirge Serra da Estrela ist nicht nur für Schnee und Gipfel bekannt, sondern auch für seinen außergewöhnlich klaren Nachthimmel. Die große Höhe und die minimale Lichtverschmutzung der umliegenden Städte schaffen ideale Bedingungen für die Sternenbeobachtung. Die Abende sind zwar kühler, aber der Anblick der Milchstraße entschädigt für alles.
In der Region wurde eine Initiative zum Schutz des dunklen Himmels ins Leben gerufen, und das lokale Observatorium Observatório Espacial bietet regelmäßige Nachtsausflüge an. Du kannst an einer kommentierten Himmelsbeobachtung mit professionellen Teleskopen teilnehmen und eine Menge über das Universum erfahren. Diese Veranstaltungen müssen im Voraus auf der offiziellen Website reserviert werden.
Wer die Privatsphäre vorzieht, fährt nach Einbruch der Dunkelheit einfach zu einem der höher gelegenen Aussichtspunkte, schaltet die Lichter aus und lässt die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. In den Augustnächten kannst du hier problemlos Sternschnuppen beobachten und die absolute Stille genießen – unterbrochen nur vom gelegentlichen Bimmeln der Schafglocken in der Ferne.
Wohin weiter von Serra da Estrela
Wenn du das Gebirge ausgiebig erkundet hast und über dein nächstes Ziel auf dem portugiesischen Roadtrip nachdenkst, hast du mehrere großartige Möglichkeiten. Von den Bergen aus lässt sich mühelos zu weiteren Highlights in Mittel- und Nordportugal weiterreisen.
- Wer Wein liebt und nichts gegen eine Fahrt nach Norden hat, sollte das berühmte Douro-Tal besuchen. Die terrassierten Weinberge, die zum Fluss hinabfallen, bieten nach den Bergpanoramen einen wunderschönen Kontrast.
- Interessiert dich eher Geschichte und Universitätsflair? Dann geht es weiter in die wunderbare Stadt Coimbra, die von den Bergen aus nur knapp zwei Stunden mit dem Auto entfernt ist.
- Wer mehr wilde Natur und Trekking sucht, sollte den Nationalpark Peneda Gerês im äußersten Norden des Landes an der spanischen Grenze besuchen.
- Und wer es nach dem Bergabenteuer nicht mehr erwarten kann ans Meer zu kommen, fährt einfach Richtung Westen und entdeckt die schönsten Strände Portugals, wo du nach den Bergen endlich Wärme und Sand genießen kannst.
Häufig gestellte Fragen
Schaffe ich das Fahren in den Bergen auch als Anfänger?
Die Straßen im Gebirge sind recht breit und haben an den meisten Stellen einen guten Asphaltbelag. Rechnet aber mit zahlreichen scharfen Serpentinen und steilen Anstiegen. Wenn ihr euch voll aufs Fahren konzentriert und das Tempo einhaltet, schafft ihr das problemlos auch mit durchschnittlicher Erfahrung. Im Winter ist die Lage aber wegen Schnee und Glätte anspruchsvoller.
Zahlt man im Park irgendeinen Eintritt?
Nein, der gesamte Naturpark Serra da Estrela ist absolut kostenlos und ohne jegliche Gebühren zugänglich. Es wird weder für die Auffahrt zum Gipfel Torre noch für das Parken an den wichtigsten touristischen Attraktionen bezahlt. Gebühren beziehen sich nur auf konkrete Dienstleistungen wie den Skiverleih, Souvenireinkäufe oder geführte Touren.
Wie viele Tage sollte ich für das Gebirge einplanen?
Für einen schnellen Besuch der Hauptpunkte mit dem Auto reicht euch ein sehr vollgepackter Tag. Wenn ihr aber die Atmosphäre aufsaugen, mindestens einen der Treks gehen und die Dörfer im Tal besuchen wollt, empfehle ich euch, mindestens zwei Nächte einzuplanen. Die ideale Zeit zum Entdecken ohne Hetze sind drei ganze Tage.
Sind die Wanderwege auch für Kinder geeignet?
Manche Wege ja, andere können anspruchsvoll sein. Der Spaziergang durch den Buchenwald Rota das Faias oder die Umgebung des Stausees Lagoa Comprida ist auch für kleinere Kinder großartig und sicher. Der Weg zum Seelein Covão dos Conchos ist dagegen sehr steinig und mit dem Kinderwagen kommt ihr dort definitiv nicht durch, also macht euch dorthin nur mit älteren Kindern auf, die ans Wandern gewöhnt sind.
Muss ich auf den Autobahnen die elektronische Box Via Verde haben?
Wenn ihr aus Lissabon oder Porto in die Berge fahrt, werdet ihr wahrscheinlich Autobahnen mit elektronischer Maut nutzen. Verlangt beim Mieten des Autos unbedingt die Via-Verde-Box, das erspart euch eine Menge Ärger mit Strafzahlungen, denn auf vielen Abschnitten fehlen klassische Mautstationen und die Kameras erfassen nur die Kennzeichen.
Wo kann ich den besten lokalen Käse kaufen?
Den authentischsten Käse Queijo Serra da Estrela bekommt ihr direkt von den örtlichen Bauern auf den Märkten oder in kleinen Familienläden in den Städtchen Manteigas oder Seia. Eine gute Auswahl findet ihr auch in den Läden auf dem Gipfel Torre, auch wenn die Preise dort wegen der hohen Touristenkonzentration etwas überzogen sind.
Wie komme ich am besten von Lissabon in die Berge?
Die bequemste und schnellste Variante ist die Anmietung eines Autos. Die Fahrt von Lissabon dauert über die Autobahn A1 und anschließend die A23 rund drei Stunden reine Fahrzeit. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind recht kompliziert; mit dem Zug kommt ihr höchstens bis in die Stadt Covilhã und von dort müsstet ihr ein Taxi in die Berge nehmen, was erheblich ins Geld geht.
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